Brettsperrholz

Produktgruppeninformation

Begriffsdefinition

Brettsperrholz (BSP), auch als X-Lam oder CLT (Cross-laminated Timber) bezeichnet, ist ein industriell gefertigtes flächiges Holzprodukt für tragende Konstruktionen. Es wird als Platten- oder Scheibenelement eingesetzt. Brettsperrholz besteht aus miteinander verklebten Lagen aus Nadelvollholz, wobei auch Decklagen aus Holzwerkstoffen verwendet werden können. In der Regel wird BSP aus drei, fünf oder sieben Lagen (selten mehr) hergestellt. 

Wesentliche Bestandteile

Brettsperrholz setzt sich aus mindestens drei kreuzweise miteinander verklebten Lagen aus technisch getrockneten Brettern oder Brettlamellen aus Nadelholz (Fichte, Tanne, Kiefer oder Lärche) zusammen. Zur Verklebung werden Polyurethan-Klebstoffe (PUR), Melamin-Harnstoff–Formaldehyd-Klebstoffe (MUF) oder in kleineren Anteilen Emulsion-Polymer-Isocyanat-Klebstoffe (EPI) eingesetzt. Wird MUF-Klebstoff verwendet, kommt ein entsprechender Härter (0,5 bis 4 % bezogen auf dem Leimharzanteil), meist Ammoniumsalze wie Ammoniumnitrat hinzu.

Charakteristik

Durch den kreuzweisen Aufbau sind Brettsperrholzelemente sehr formstabil und können Lasten sowohl längs wie auch quer zur Haupttragrichtung aufnehmen.

Brettsperrholz ist aufgrund seines massiven Aufbaus im Gegensatz zu Konstruktionsvollholz für deutlich höhere Belastungen als statisch tragendes Element ausgelegt. Brettsperrhölzer können für die Errichtung von Außen- und Innenwänden sowie Dach- und Deckenelementen eingesetzt werden.

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Holz als erneuerbarer Rohstoff und seine Rohstoffquelle, der Wald, haben als Teil des biogenen Kohlenstoffkreislaufs viele umweltrelevante Eigenschaften. Weitere Informationen dazu finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Allgemeines".

Holz gibt - wie auch andere organische Bestandteile beinhaltende Bauprodukte - während der Nutzungsphase flüchtige organische Stoffe (VOC) in die Raumluft ab. Allgemeine Informationen zu holzspezifischen VOC liegen in WECOBIS unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung" vor.
Ein gesundheitliches Risiko stellt Holzstaub dar. Informationen dazu finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Herstellung“ sowie im Lexikonbegriff.

Die fossilen Treibhausgasemissionen fallen bei den flächig verleimten Vollholzprodukten (Balkenschichtholz, Brettschichtholz, Brettsperrholz) durchschnittlich höher aus als bei KVH® und kammergetrocknetem Nadelschnittholz (Rüter & Diederichs 2012).

Lieferzustand

Brettsperrholz wird in folgenden Vorzugsmaßen gefertigt. Die zulässigen Maße können herstellerspezifisch und in Abhängigkeit der jeweiligen Zulassung (abZ oder ETA) variieren:

  • Min. Dicke: 51 mm
  • Max. Dicke: 500 mm (übliche Dicke bis 300 mm)
  • Max. Breite 2,95 m – 4,80 m
  • Max. Länge 16 m – 20 m

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

Brettsperrholz findet für tragende Bauteile im Hochbau und Brückenbau Anwendung. Es kann sowohl für die Errichtung von Außen- und Innenwänden als auch für Dach- und Deckenelemente eingesetzt werden. Darüber hinaus wird Brettsperrholz für Treppenläufe und Balkonplatten verwendet.

Quellen

Holz Lexikon 2003: DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co., Leinefelden Echterdingen. ISBN 3-87181-355-9.

brettsperrholz.org

Informationsdienst Holz: Bauen mit Brettsperrholz - Tragende Massivholzelemente für Wand, Decke und Dach, Holzbau Handbuch Reihe 4, Teil 6, Folge 1, Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V. (Hrsg.), 4. inhaltlich unveränderte Auflage 08/2016, Wuppertal, (Online-Quelle)

Institut Bauen und Umwelt 2018: Umwelt-Produktdeklaration nach ISO 14025 und EN 15804 für Brettsperrholz, Deklarationsnummer EPD-SHL-20180035-IBG1-DE, Deklarationsinhaber Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V. und Überwachungsgemeinschaft Konstruktionsvollholz e.V. , Herausgeber und Programmhalter Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU), Ausstellungsdatum 15.10.2018, (Online-Quelle)

Rüter, S; Diederichs, S:2012, Ökobilanz Basisdaten für Bauprodukte aus Holz, Hamburg, Johann Heinrich von Thünen Institut, Institut für Holztechnologie und Holzbiologie, Abschlussbericht.

 

Übersicht aktualisiert 2025

 

Brettsperrholz
Brettsperrholz

Planungs- und Ausschreibungshilfen

WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.

Informationen hier im Reiter Planungsgrundlagen:

  • Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
  • Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien,
  • ggf. weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen, z.B. Hinweise zu Verwendungseinschränkungen hinsichtlich Gefahrstoffverordnung (bei Stoffen / Gemischen), zu Alternativen oder zu besonderen Eigenschaften hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz.

Übersicht Planungsgrundlagen: Bauprodukte aus Holz

Stand 07/2024

   

Nadelschnittholz

Laubschnittholz

Konstruktionsvollholz

Brettschichtholz

Balkenschichtholz

Brettsperrholz

Massivholz-
platten

Sperrholz und
Furnierschichtholz
Spanplatten

OSB

Hochdichte und
mitteldichte Faserplatten

zement-
gebundene Spanplatten
Holzfaser-
dämmplatten
Bodenbeläge aus Holz
               
  Material-
ökologische Anforderungen
Im Modul "Planung & Ausschreibung" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung. Inhalt aufklappen
   
Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS

Textbausteine in WECOBIS basieren derzeit auf dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) / Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt). Textbausteine zu weiteren Kriteriensteckbriefen, wie z.B. 1.1.7 Nachhaltige Materialgewinnung und 3.1.3. Innenraumhygiene, sind in Arbeit.

Kriteriensteckbrief 1.1.6 stellt derzeit zwar keine direkten Anforderungen an Vollholzprodukte, jedoch an Holzschutzmittel.

 

Holzwerkstoffe in Innenräumen

Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen
---
Dämmstoffe in WDVS

Bodenbeläge aus Holz und/oder Holzwerkstoffen
---
Verlegewerkstoffe für Boden- und Wandbeläge
---
Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen

  Quellen für material-
ökologische Anforderungen
Die hier genannten Quellen, insbesondere BNB, bilden die Grundlage für Planungs- und Ausschreibungshilfen bzw. materialökologische Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS. Inhalt aufklappen
   
Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen

(BNB) /
Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt)

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen. Die o.g. Textbausteine und materialökologischen Anforderungen in WECOBIS basieren derzeit auf Kriteriensteckbrief 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt. Dieser steht in engem Zusammehang mit Kriteriensteckbrief 3.1.3 Innenraumhygiene.

Auch wenn ein Gebäude nicht zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Einordung der jeweiligen Bauprodukte aus Holz hinsichtlich verschiedener Kriteriensteckbriefe siehe Reiter BNB-Kriterien in WECOBIS

baubook BNB/QNG Produktinformationen baubook bietet u.a. eine Plattform mit Produktinformationen zu BNB und QNG. Man findet dort Produkte, die den Anforderungen von BNB 1.1.6 und QNG 313 entsprechen. Hersteller können ihre Produkte in der Plattform deklarieren und die Nachweisdokumente hinterlegen. Durch baubook erfolgt eine Prüfung der Einhaltung der Anforderungen vor Freischaltung. → baubook Produktinformationen zu BNB und QNG
Umweltbundesamt
(UBA)
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Man findet dort auch Empfehlungen für die Ausschreibung u.a. für die Gebäudeinnenausstattung (z.B. div. Bodenbeläge, Bodenbelagsklebstoffe, Innenputze + -wandfarben, Tapeten).
baubook ÖkoBauKriterien Mit der Plattform ÖkoBauKriterien bietet baubook eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich, insbesondere in der Stadt Wien, für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Bauprodukte aus Holz finden sich Produktdeklarationen in Gruppen wie z.B. Boden- und Wandbeläge, Holz- und Holzwerkstoffplatten, Konstruktives (Massiv-)Holz usw.
  Mögliche Nachweis-
dokumente
Mithilfe von Nachweisdokumenten müssen die gestellten materialökologischen Anforderungen geprüft und dokumentiert werden. Zum Teil sind diese auch gesetzlich vorgeschrieben. Neben den folgend genannten gehören auch Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, sowie Herstellererklärungen zu möglichen Dokumentationsunterlagen. Inhalt aufklappen
   
gesetzlich vorgeschrieben:  
REACH / CLP:
Sicherheitsdatenblatt (SDB)

Bauprodukte aus Holz werden als Erzeugnis eingestuft. Für Erzeugnisse ist kein SDB vorgeschrieben. Die pflichtgemäße Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung für Bauprodukte, die unter den Geltungsbereich der BauPVO fallen, muss Angaben über SVHC enthalten oder mitliefern (kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage). Für alle Bauprodukte (Erzeugnisse), also auch solche, die nicht im Geltungsbereich der BauPVO liegen, besteht ein Auskunftsrecht für SVHC. Für die Anfrage an den Hersteller steht auf dem Informationsportal des Umweltbundesamtes zu REACH ein Musterbrief zum Download zur Verfügung.

Besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) treten in unbehandeltem Vollholz nicht auf. Möglicherweise in der Herstellung oder bei Anwendung eingesetzte Flammschutz- und Holzschutzmittel können jedoch SVHC-haltig sein.

Die meisten Bauprodukte aus Holz fallen in den Geltungsbereich der BauPVO.

Leistungserklärung gemäß BauPVO mit Angaben zu SVHC (kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage) + + + +

+

+
Nachweis bauaufsichtlicher Anforderungen1 aus Gesundheits-
schutzgründen
 - -

+
z.T. Spanplatten + OSB (s.o.)

-  - +
(nur Mehrschicht-Parkett)

1Holzwerkstoffe in Form von schlanken ausgerichteten Spänen (OSB) und kunstharzgebundene Spanplatten, sowie mehrschichtige Parkette / Holzfußböden benötigen lt. MVVTB / A 3.2.1 in Verbindung mit Anhang 8 aus Gesundheitsschutzgründen einen Nachweis hinsichtlich gefährlicher Stoffe und Emissionen (früher: abZ). Dieser enthält u.a. eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas.

Achtung! Aufgrund von Herstellerklagen sind die Anforderungen an OSB und Spanplatten in manchen Bundesländern z.T. ausgesetzt oder eingeschränkt. (s. Anhang 8 / 2.2.1 Emissionen der jeweiligen TB der Länder + zugehörige Erlasse).
Detaillierte Erläuterungen zum bauaufsichtlichen Rahmen und zu den möglichen Technischen Nachweisen:
→ DIBt / Bauprodukte und Bauarten / Parkette und Holzfußböden
DIBt / Flyer Technische Nachweise
DIBt / Zulassungs-/ Genehmigungs-/ ETA-/ Gutachten-Verzeichnis

freiwillige Produktkenn-zeichnungen / -deklarationen;
Emissionsprüfberichte
Für einige Bauproduktgruppen existieren freiwillige Produktkennzeichnungen oder -deklarationen wie z.B. Umweltzeichen oder Umweltproduktdeklarationen, die als Nachweis für materialökologische Anforderungen dienen können. Eine Übersichtstabelle dazu mit detaillierten Informationen zu Bauprodukten aus Holz findet sich im Reiter Zeichen & Deklarationen. Emissionsprüfberichte (ohne Umweltzeichenzertifizierung) können zwar hilfreich sein, sind aber oft nicht leicht zu interpretieren. Insbesondere ist auf die Rahmenbedingungen zu achten, die der Prüfung zugrunde lagen und ob diese mit denen der Anforderung übereinstimmen.

Alternativen hinsichtlich Umwelt- und/oder Gesundheitsrelevanz

Bei der Auswahl von Holzprodukten sollte darauf geachtet werden, dass sie aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Wenn möglich sollte auch kein Tropenholz oder Holz aus Urwäldern (auch: Europa, Sibirien) verwendet und auf möglichst kurze Transport- oder Lieferwege, z.B. durch Einsatz heimischer Hölzer (Mitteleuropa), geachtet werden. Mit einem FSC- oder PEFC-Siegel allein ist dies nicht unbedingt gewährleistet. Ein einfacher Nachweis wäre z.B. über das Holz-von-Hier-Label oder das PEFC-Regional-Label möglich.

Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS

Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet das neue WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter Allgemeine Infos.

Brettsperrholz

Umweltdeklarationen

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen, die für die Produktgruppe relevant sind. Neben Herstellererklärungen, Informationen in Sicherheitsdatenblättern (SDB) oder allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Planungsgrundlagen) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.

Übersicht Umweltdeklarationen: Bauprodukte aus Holz

Stand 11/2025

   

Nadelschnittholz

Laubschnittholz

Konstruktionsvollholz

Brettschichtholz

Balkenschichtholz

Brettsperrholz

Massivholz-
platten

Sperrholz und Furnierschichtholz
Spanplatten

OSB

Hochdichte und mitteldichte Faserplatten

 

zement-
gebundene Spanplatten
Holzfaser-
dämmplatten
Bodenbeläge aus Holz
               
  Umweltzeichen Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können. Inhalt aufklappen
   
Blauer Engel DE-UZ 38 (+) (+) (+)

./.

./. ./.
Blauer Engel DE-UZ 76

Emissionsarme plattenförmige Werkstoffe (Bau- und Möbelplatten) für den Innenausbau

./. + +

-

(nicht im Geltungsbereich, könnten aber alle Anforderungen erfüllen.)

- ./.
Blauer Engel DE-UZ 132 Wärmedämmstoffe und Unterdecken  ./. ./. ./. ./.

(+)

derzeit nur Holzwolle

./.
Blauer Engel DE-UZ 140 Wämedämm-verbundsysteme ./. ./. ./. ./.  + ./.
Blauer Engel DE-UZ 176 
Emissionsarme Bodenbeläge, Paneele und Türen aus Holz und Holzwerkstoffen
./. ./. ./. ./. ./. +
FSC-Kennzeichen3 / Herkunft aus nachhaltiger Waldwirtschaft (keine Gesundheitskriterien)

Das FSC-Kennzeichen wird für Wälder und Forstbetriebe oder Produktketten, d.h. an Hersteller und Händler, vergeben. Es gibt die Varianten FSC-Recycled (ausschließlich aus Recyclingmaterial), FSC-Mix (mind. 70%) und FSC-100%.

PEFC-Siegel3 / PEFC-Regional-Label3
Herkunft aus nachhaltiger Waldwirtschaft (keine Gesundheitskriterien)
Das PEFC-Siegel wird ähnlich FSC für Wälder oder Produktketten mit Kennzeichnung der Holzrohstoffe vergeben. Das PEFC-Regional-Label berücksichtigt darüber hinaus noch den Einschlag in einer Region in Deutschland.
Holz von Hier-Label3 / "Holz der kurzen Wege" (keine Gesundheitskriterien) Das HVH-Label wird für Produkte gegeben, die aufbauend auf FSC oder PEFC zusätzlich Anforderungen an kurze Transportwege erfüllen und kein Holz aus Primärwäldern (Urwäldern) oder von gefährdeten Arten enthalten.
EU Ecolabel (Blume) / Bodenbeläge auf Holz-, Kork- und Bambusbasis -
- - - - +
Österreichisches Umweltzeichen / Richtlinie UZ 07 Holz, Holzwerkstoffe und Fußbodenbeläge aus Holz + + +

-

(nicht im Geltungsbereich von UZ 07)

-
+
Österreichisches Umweltzeichen / Richtlinie UZ 44 Wärmedämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen ./. ./. ./.

./.

(+)

derzeit nur Zellulose

./.
Nordic Swan Ecolabel / Floor coverings (Bodenbeläge: mind. 50% erneuerbare Rohstoffe) - - - - -

(+)

Produktverfügbarkeit nicht prüfbar

natureplus Umweltzeichen
(nur für Produkte aus nachwachsenden und/oder umweltverträglich gewonnenen mineral. Rohstoffen / mind. 85 Masse%)

+

Vollholz, unbehandelt
---
Konstruktives (Massiv-)Holz

+

Holz- und Holzwerkstoff-
platten

 

+

Holz- und Holzwerkstoff-
platten

.

(+)

+

Dämmstoffe aus nach-
wachsenden Rohstoffen

+

Feste Bodenbeläge aus Holz und anderen Rohstoffen

Cradle to Cradle2Built Environment and Furnishings

+  (+) (+)  (+) 

 (+)

derzeit nur Holzwolle

+
  GISBAU Klassifizierungs-system

Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden. (siehe unten: Ersatzproduktgruppe prüfen?) Inhalt aufklappen

   

GISBAU Produkt-Code / GISCODE

Bauprodukte aus Holz sind nicht im GISBAU-System klassifiziert. Informationen zu möglichen arbeitshygienischen Risiken siehe Reiter Verarbeitung.

  Umweltprodukt-deklaration (EPD)

Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1 Inhalt aufklappen

   
EPD1 + + + + + +
Branchen-EPD 1 - - - - - -
  Umweltindikatoren

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank ÖKOBAUDAT des Informationsportals Nachhaltiges BauenInhalt aufklappen

   
ÖKOBAUDAT-Datensätze

3.1.01 Bau-Schnittholz
3.1.02 Konstruktions-vollholz
3.1.03 Balken-schichtholz (Duo-Triobalken)
3.1.04 Brettschicht-
holz (BSH)
3.1.05 Brettschicht-holzplatte

3.2.01 3- und 5-Schichtplatten

3.2.02 Sperrholz
3.2.03 Funier-schichtholz
3.2.04 OSB-Platte
3.2.06 Spanplatten
3.2.07 Holzfaser-platten
3.2.09 Wood-Plastic-Composites

-

2.10.01 Holzfaser-dämmplatte

3.3 Holzböden 3.3.02 Parkett 

Hinweis:
Da sich die verfügbare Datensatzanzahl regelmäßig ändert, werden an dieser Stelle nur die vorgesehenen Gliederungspunkte in den Kategorien der Datenbank genannt und keine Aussagen zur Verfügbarkeit von Datensätzen gemacht. Der Link ÖKOBAUDAT-Datensätze führt zur Datenbank, im "Kategorienbrowser" kann dann über die Gliederungspunkte nach aktuellen Datensätzen gesucht werden.

  Sonstige freiwillige Produkt-Deklarationen Inzwischen gibt es für die Produktfindung neben den Websites der Umweltzeichen auch verschiedene Produktdatenbanken. Dabei handelt es sich um Plattformen, auf denen Händler und Hersteller von Bauprodukten die Möglichkeit einer online-Deklaration haben z.B. für BNB/QNG-Kriterien oder für Anforderungen anderer Zertifizierungssysteme. Nicht jede dieser Plattformen ist für die Nutzenden kostenfrei, manchmal wird eine Registrierung verlangt. Vorteilhaft ist auf jeden Fall, wenn dort auch die passenden Nachweisdokumente zum Download hinterlegt sind, was derzeit nur teilweise der Fall ist. Nur so kann die Einhaltung von Anforderungen auch nachvollzogen, ggf. geprüft und mit dem Projekt auch langfristig dokumentiert werden. Inhalt aufklappen
   

baubook BNB/QNG Produktinformationen

+

baubook ÖkoBauKriterien

Die Nutzung der Produktinformationen auf der Plattform der baubook GmbH ist kostenfrei und ohne Registrierung möglich.
Unter "BNB und QNG Produktinfos" findet man Produkte, die den Anforderungen von BNB 1.1.6 und QNG 313 entsprechen. Hersteller können ihre Produkte in der Plattform kostenpflichtig deklarieren und die Nachweisdokumente hinterlegen. Durch baubook erfolgt eine Prüfung der Einhaltung der Anforderungen vor Freischaltung.
siehe baubook Produktinformationen zu BNB und QNG
Unter "ÖkoBauKriterien" findet man eine Sammlung von Kriterien und Produkten, die derzeit vor allem in Österreich, insbesondere in der Stadt Wien, für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. 
siehe baubook ÖkoBauKriterien / Produkte / Bauplatten

DGNB Navigator

Die Nutzung der Produktinformationen auf der Plattform der DGNB GmbH ist kostenfrei und ohne Registrierung möglich. Der Zugang zu tiefergehenden Schadstoff-Informationen ist jedoch DGNB-AuditorInnen vorbehalten. Die Datenbank bedient im Wesentlichen die Anforderungen der DGNB-Zertifizierung. Hersteller können ihre Produkte und entsprechende Informationen oder Links kostenpflichtig in der Datenbank hinterlegen. Nur zum Teil wird über die Erreichung bestimmter Qualitätsniveaus in DGNB ENV1.2 informiert. Bei einem Teil dieser Produkte findet man aber über den ggf. verknüpften SHI-Produktpass auch Informationen zu QNG, BNB, BREEAM usw.. 

Building Material Scout Die Nutzung der Produktinformationen auf der Plattform der Building Material Scout GmbH ist kostenfrei, es ist allerdings eine Registrierung / Anmeldung erforderlich. Hersteller können ihre Produkte und Datenblätter oder Links kostenpflichtig in der Datenbank hinterlegen. Bei einem Teil der Produkte findet man Informationen zur Einhaltung der Anforderungen unterschiedlicher Zertifizierungssysteme (z.B. BNB, QNG, BREEAM, DGNB).
SHI-Produktpass - Produkte BNB+QNG (nur eingeschränkt kostenfrei) Die Nutzung der Produktinformationen auf der Plattform der Sentinel Holding Institut GmbH ist nur zu einem kleineren Teil kostenfrei, der Zugang zu den vollständigen Informationen kostenpflichtig. Hersteller können ihre Produkte und entsprechende Informationen oder Links kostenpflichtig in der Datenbank hinterlegen. Diese werden geprüft und erhalten zum Teil einen SHI-Produktpass, der über verschiedene Zertifizierungssysteme (z.B. QNG, BNB, DGNB, BREEAM / nicht immer über alle) informiert und die erforderlichen Nachweise zusammenstellt.
+ Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden
(+) derzeit kein Produkt aus dieser Produktgruppe zertifiziert
- Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden bzw. Produktgruppe nicht im Geltungsbereich
./. Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

1 Die hier als vorhanden markierten EPDs und Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten der ÖKOBAUDAT Datenlieferanten.
2 Bei Cradle to Cradle-Zertifizierungen gibt es insgesamt 4 Bewertungsstufen von Bronze bis Platin in 5 Kategorien. Zur Einordnung der Qualität gehört also immer auch das tatsächlich erreichte Bewertungsniveau, was z.B. bei Bronze (insbesondere in Material Health) noch relativ niedrig ist!

3 Die Label FSC und PEFC geben Hinweise auf die Herkunft aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Das FSC-Siegel gibt es in den Varianten FSC-Recycled (ausschließlich aus Recyclingmaterial), FSC-Mix (mind. 70%) und FSC-100%. Bei FSC wie PEFC ist dadurch Tropenholz oder Holz aus Urwäldern nicht unbedingt ausgeschlossen. Ein entsprechender Nachweis müsste zusätzlich erbracht werden.

Das Label Holz von Hier zertifiziert besonders kurze Transportwege über die gesamte Lieferkette, Hölzer aus Urwäldern oder weltweit gefährdeter Arten sind hier ausgeschlossen. Das gilt auch für das PEFC-Regional-Label, für das nur Holzprodukte aus Deutschland zertifiziert werden können.

Brettsperrholz
Brettsperrholz

Technisches

Technische Daten

Bei Holz wird im Hinblick auf strukturelle Merkmale (z. B. Faserstruktur, Jahrringe) zwischen axialer, radialer und tangentialer Richtung unterschieden. Holz ist ein anisotroper Werkstoff, da seine Eigenschaften deutlich richtungsabhängig ausgeprägt sind.

Wichtige physikalische Kennwerte von Holz sind: Feuchte, Rohdichte und Festigkeit, wobei Abhängigkeiten untereinander bestehen. Fast alle Eigenschaften sind zudem stark von der jeweiligen Holzart abhängig.

Rohdichte

Brettsperrhölzer, die auf die Festigkeitsklasse C24 geprüft sind haben nach DIN EN 338 eine charakteristische Rohdichte von 350 [kg/m³] (Holzfeuchte 12-15%). Die Rohdichte hängt von der Holzfeuchte ab, die deshalb immer mit angegeben werden sollte. Der Wert der Darrdichte ρ0 (Rohdichte bei 0% Holzfeuchte) liegt etwa 10% unter dem Wert der Rohdichte im lufttrockenen Zustand (Holzfeuchte 12-15%). Weiterhin variiert die Rohdichte mit der verwendeten Holzart. Innerhalb einer Holzart können jedoch auch erhebliche Unterschiede vorliegen, was durch Standort- und wachstumsbedingte Einflüsse zu erklären ist.

Druckfestigkeit

Nach DIN EN 338 liegt bei Brettsperrholz, das auf die Festigkeitsklasse C24 getestet wurde, der charakteristische Druckfestigkeitswert bei faserparalleler Belastung und einem Feuchtegehalt von ca. 12% bei 21%.

Wärmeleitfähigkeit

Die Wärmeleitfähigkeit des Holzes ist abhängig von der Richtung, der Rohdichte und der Feuchte. In Faserrichtung ist sie ca. doppelt so hoch wie quer dazu und steigt in beiden Richtungen mit zunehmender Rohdichte an. Bei gleicher Rohdichte ist die Wärmeleitfähigkeit von Vollholz höher als die von Span- und Faserplatten.

Nach DIN V 4108-4 liegt der tabellierte Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit für die meisten einheimischen Nadelhölzer, die üblicherweise für Brettsperrholz verwendet werden, bei 0,13 [W/m*K].

Wärmespeicherkapazität

Leitwert: 1700 [J/kg*K]

Info: Die angegebene Wärmespeicherkapazität bezieht sich auf einen Feuchtegehalt von 15 % und ist nahezu unabhängig von Holzart und -dichte.

Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl

von 20 bis 200

Info: Der Wasserdampfdiffusionswiderstand ist dimensionslos und stark vom Feuchtegehalt abhängig. Feuchtes Holz weist geringere µ-Werte auf als trockenes Holz.

Baustoffklasse nach DIN 4102-1

Brettsperrholz ist der Brandklasse B2, d.h. normalentflammbar zugeordnet.

Euroklasse nach DIN EN 13501-1

Brettsperrholz ist der Brandklasse D-d0 zugeordnet.

Färbung

Hell-gelblich bis rosa-braun

Beständigkeit

Entspricht unabhänig vom verwendeten Klebstoff der natürlichen Dauerhaftigkeit und der jeweiligen Holzart unter Berücksichtigung der Einbausituation.

Weitere wichtige Kennwerte für den Baustoff Holz

Biegefestigkeit

Hierbei handelt es sich um die zum Bruch einer Probe führenden Biegespannung.

Brettsperrholz, das auf die Festigkeitsklasse C24 getestet wurde, weist nach DIN EN 338 eine Biegefestigkeit (5% Quantilwert) von 24 N/mm² auf.

Elastizitätsmodul (E-Modul)

Der E-Modul ist ein Maß für die Verformungssteifigkeit eines Körpers oder Stoffes bei mechanischer Beanspruchung im elastischen Bereich. Brettsperrholz, das auf die Festigkeitsklasse C24 getestet wurde, weist nach DIN EN 338 E-Module (charakteristische Mittelwerte parallel zur Faser) von 11 kN/mm² auf.

Zugfestigkeit

Die Zugfestigkeit ist die Spannung, die im Zugversuch aus der maximal erreichten Zugkraft bezogen auf den ursprünglichen Querschnitt der Probe errechnet wird. Nach DIN EN 338 liegen die charakteristischen Zugfestigkeiten für Brettsperrholz (parallel zur Faserrichtung), das auf die Festigkeitsklasse C24 getestet wurde bei 14 N/mm².

Brinellhärte

Bei der Ermittlung der Brinellhärte wird eine Stahlkugel (Durchmesser: 10 mm) mit einer je nach Holzhärte zwischen 100 und 1000 N variierenden Kraft in das Holz gedrückt. Die Brinellhärte ist das Verhältnis der aufgewendeten Kraft zur Größe der Eindrucksfläche. Sie liegt bei europäischen Nadelhölzern auf der Seitenfläche im Durchschnitt zwischen 12 und 20 N/mm². Bei Laubhölzern liegt die Brinellhärte im Mittel höher (z. B. Buche: 33 N/mm²).

Technische Regeln (DIN, EN)

Brettsperrholz bedarf eines bauaufsichtlichen Verwendbarkeitsnachweises. Es existieren mehrere nationale abZ und Europäisch technische Zulassungen (ETA).

Nutzungsklassen nach DIN EN 1995

Brettsperrholz kann nach DIN EN 1995 (Eurocode 5) Bemessung und Konstruktion von Holzbauten, Teil 1-1 Allgemeine Regeln und Regeln für den Hochbau, in den Nutzungsklassen 1 und 2 verwendet werden.

Nutzungsklasse (NK)
Klimabedingungen Anwendungsbereiche
Feuchte [u]

1

Die Nutzungsklasse 1 ist gekenn­zeichnet durch einen Feuchtegehalt in den Baustoffen, der einer Tem­peratur von 20 °C und einer re­la­ti­ven Luftfeuchte der umgebenden Luft entspricht, die nur für einige Wochen pro Jahr einen Wert von 65 % übersteigt.

ANMERKUNG: In Nutzungsklasse 1 übersteigt der mittlere Feuchtegehalt der meisten Nadelhölzer nicht 12 %.

z. B. in allseitig geschlossenen und beheizten Bauwerken 5 - 15 %

2

Die Nutzungsklasse 2 ist ge­kennzeichnet durch einen Feuchte­gehalt in den Baustoffen, der einer Temperatur von 20 °C und einer re­lativen Luftfeuchte der um­ge­ben­den Luft entspricht, die nur für einige Wochen pro Jahr einen Wert von 85 % übersteigt.

ANMERKUNG In Nutzungsklasse 2 übersteigt der mittlere Feuchte­gehalt der meisten Nadelhölzer nicht 20 %.

z. B. bei überdachten offenen Bauwerken 10 - 20 %
3

Die Nutzungsklasse 3 erfasst Klima­bedingungen, die zu höheren Feuch­te­gehalten als in Nutzungs­klasse 2 führen.

z. B. für Konstruktionen, die der Witterung ausgesetzt sind 12 -24 %

Holzschutz

Ein Überblick bzgl. der Holzschutzmittelauswahl in Abhängigkeit von der Gebrauchsklasse (GK) nach DIN EN 68800 gibt nachfolgende Tabelle.

GK Beschreibung der Exposition Gefährdung / Beanspruchung durch
Insekten Pilze Auswaschung Moderfäule
0 Innen verbautes Holz, ständig trocken nein nein nein nein
1 ja (Iv) nein nein nein
2 Holz, das weder dem Erdkontakt noch direkt der Witterung ausgesetzt ist, vorübergehende Befeuchtung möglich ja (Iv) ja (P) nein nein
3 Holz der Witterung ausgesetzt, aber nicht im Erdkontakt ja (Iv) ja (P) ja (W) nein
4 Holz in dauerndem Erdkontakt oder ständig starker Befeuchtung ausgesetzt ja (Iv) ja (P) ja (W) ja (E)

Iv = gegen Insekten vorbeugend wirksam; P = gegen Pilze vorbeugend wirksam; W = witterungsbeständig; E = moderfäulig

Die Tabelle zeigt, dass in GK 0 infolge der nicht vorhandenen Gefährdung durch Insekten oder Pilze der Einsatz von Holzschutzmitteln nicht erforderlich ist. Von GK 1 bis GK 4 steigen die Anforderungen an das Holzschutzmittel stetig an. Detailierte Informationen zum Holzschutz finden Sie im Lexikon.

Je nach Anwendungsfall besteht die Möglichkeit der Holzmodifikation und Hydrophobierung von Brettsperrholz als Alternative zum Holzschutzmitteleinsatz.

CE- und Ü-Kennzeichen

Brettsperrholz gemäß nationaler Zulassung wird mit dem Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen), solches gemäß europäischer Zulassung mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet.

Bei Verwendung von nicht gekennzeichneten Vollholzprodukten für tragende Konstruktionen liegt ein Verstoß gegen das Baurecht vor. Die internationale CE-Kennzeichnung garantiert die Übereinstimmung respektive Konformität mit den bauaufsichtlich eingeführten technischen Regeln. Die Kennzeichnung findet sich auf dem Produkt selbst, dem Warenbegleitschein oder der Verpackung. Sie gibt den Hersteller, die Produktbezeichnung, die Sortierklasse und den Tag der Herstellung an.

Sortier- und Festigkeitsklassen

Brettsperrholz wird vor allem in den Sortierklassen S7 TS und S10 TS, die gemäß DIN EN 1912 den Festigkeitsklassen C16 M bzw. C24 M nach EN 338 zugeordnet werden können.

Quellen

Institut Bauen und Umwelt 2012: EPD nach ISO 14025 und EN 15804 für Brettsperrholz. Deklarationsinhaber: Studiengemeinschaft Holzleimbau e. V.

Holz Lexikon 2003: DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co., Leinefelden Echterdingen. ISBN 3-87181-355-9.

Informationsdienst Holz 2013: Bauen und Leben mit Holz

Informationsdienst Holz 2000: Konstruktive Vollholzprodukte

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Brettsperrholz

Literaturtipps

Informationsdienst Holz: Bauen mit Brettsperrholz - Tragende Massivholzelemente für Wand, Decke und Dach, Holzbau Handbuch Reihe 4, Teil 6, Folge 1, Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V. (Hrsg.), 4. inhaltlich unveränderte Auflage 08/2016, Wuppertal, (Online-Quelle)

Brettsperrholz (Online-Quelle

Informationsdienst Holz 2012: Bauen mit Brettsperrholz; Tragende Massivholzelemente für Wand, Decke und Dach, (Online-Quelle)

Institut Bauen und Umwelt 2018: Umwelt-Produktdeklaration nach ISO 14025 und EN 15804 für Brettsperrholz, Deklarationsnummer EPD-SHL-20180035-IBG1-DE, Deklarationsinhaber Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V. und Überwachungsgemeinschaft Konstruktionsvollholz e.V. , Herausgeber und Programmhalter Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU), Ausstellungsdatum 15.10.2018, (Online-Quelle)

Weitere Literaturtipps finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Literaturtipps"

 

Literaturtipps aktualisiert 2025

 

Brettsperrholz

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

Brettsperrholz 2.1.1

Durchschnittliche Zusammensetzung nach Funktionen

Nach der Umweltproduktdeklaration des Instituts Bauen und Umwelt (IBU) 2018 für Brettsperrholz liegen die Inhaltsstoffanteile von BSP durchschnittlich bei:

  • Nadelholz, vorwiegend Fichte ca. 87,50 %
  • Wasser ca. 10,50 %
  • Polyurethan (PUR) ca. 0,6 %
  • Melamin-Urea-Formaldehyd (MUF) ca. 1,50 %

Emulsion-Polymer-Isocyanat (EPI) (ca. 0,1 %)

 

Flammschutzmittel

Flammschutzmittel dienen der Verringerung der Entzündbarkeit von Holz, Holzwerkstoffen und Holzbauteilen. In den meisten Fällen kann durch ihren Einsatz die Entflammbarkeit von Holzprodukten von normal entflammbar (B2) auf schwer entflammbar (B1) verringert werden.

Weiterführende Informationen zur Anwendung von Flammschutzmitteln im Zusammenhang mit Holzprodukten finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Herstellung".

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Brettsperrholz 2.1.2

Zusammensetzung nach Rohstoffherkunft

Gewinnung der Primärrohstoffe

Holz

Brettsperrholz wird aus Nadelholz (Fichte, Tanne, Kiefer oder Lärche) hergestellt. Informationen zur Gewinnung der Primärrohstoffe, zu Waldflächenanteilen und flächenbezogener Produktivität sowie zu Waldbewirtschaftungsformen in Deutschland finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".

Polyurethanklebstoffe

Melamin-Urea-Formaldehyd (MUF)

Verfügbarkeit

Die Auswirkungen der Klimakrise, insbesondere Trockenheit und Schädlingsbefall, haben zu einem Rückgang der Holzvorräte auf das Niveau von 2012 geführt (Vierte Bundeswaldinventur, BWI 2024).

Bei den Nadelbäumen ist ein starker Rückgang bei Kiefern und noch deutlicher bei Fichten zu beobachten. Zuwachs verzeichnen Lärche, Tanne und Douglasie.

Der Holzvorrat aller Nadelbäume beläuft sich auf 2,1 Mrd. m³, davon entfallen auf Kiefer 794 Mio. m³ und auf Fichte 1,015 Mrd. m³. Die Holzvorräte von Douglasie werden mit 94,2 Mio. m³ beziffert, Tannen kommen auf 106 Mio. m³, Lärchen auf 105 Mio. m³.

Allgemeine Informationen zur Verfügbarkeit von Holzrohstoffen in Deutschland finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Für die Herstellung von Brettsperrholz werden keine Recyclingmaterialen / Produktionsabfälle verwendet.

Landinanspruchnahme (Landuse)

Nadelholzstandorte nehmen in Deutschland knapp 50 % der gesamten 11,5 Mio. ha Waldflächen ein, wobei ca. 21 % mit Fichte und rund 22 % mit Kiefer bestockt sind und etwa 7,5 % auf andere Nadelhölzer entfallen.

Allgemeine Informationen zu waldbezogener Landnutzung in Deutschland finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".

Quellen

Institut Bauen und Umwelt 2018: Umwelt-Produktdeklaration nach ISO 14025 und EN 15804 für Brettsperrholz, Deklarationsnummer EPD-SHL-20180035-IBG1-DE, Deklarationsinhaber Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V. und Überwachungsgemeinschaft Konstruktionsvollholz e.V. , Herausgeber und Programmhalter Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU), Ausstellungsdatum 15.10.2018, (Online-Quelle)

Rüter, S; Diederichs, S:2012, Ökobilanz Basisdaten für Bauprodukte aus Holz, Hamburg, Johann Heinrich von Thünen Institut, Institut für Holztechnologie und Holzbiologie, Abschlussbericht.

Basisdaten Wald und Holz 2025, Herausgeber: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), 4. Auflage, 2025, Gülzow-Prüzen, (Online-Quelle

www.bundeswaldinventur.de

 

Übersicht aktualisiert 2025
Brettsperrholz

Herstellung

Prozesskette

Prozesskette Brettsperrholz neu

Quelle: Rüter & Diederichs 2012

Herstellungsprozess

Für die Herstellung von BSP werden Bretter und Bohlen aus Nadelholz zunächst auf weniger als 15% Holzfeuchte getrocknet, vorgehobelt und nach Festigkeit sortiert. Festigkeitsvermindernde Stellen werden abhängig von der erwünschten Festigkeitsklasse ausgekappt und die so entstandenen Brettabschnitte durch Keilzinkenverbindung zu endlos langen Lamellen verklebt.

Im darauf folgenden Vorhobelprozess werden die Lamellen auf Stärken zwischen 17 mm und 45 mm gehobelt und könne je nach Hersteller mittels Schmalseitenverklebung zu einer Einschichtplatte zusammengefügt werden. Nach der Aushärtung werden die Platten gehobelt, beleimt und kreuzweise angeordnet (vgl. mehrlagige Massivholzplatten) und verpresst.

Einige Hersteller arbeiten ohne Schmalseitenverklebung. Dabei werden die unmittelbar beleimten Lamellen kreuzweise im Pressbett angeordnet und verpresst.

Der Rohling wird nach dem Pressen und Aushärten gehobelt, gefast, abgebunden und verpackt.

Umweltindikatoren / Herstellung

Für die Herstellung von Holzprodukten sind in der ÖKOBAUDAT Ökobilanzergebnisse aus Rüter & Diederichs 2012 zu finden. Sie gehen auf produktionsmengengewichtete Durchschnittsbildungen vieler Werke zurück und beanspruchen so für Deutschland sehr hohe Repräsentativitäten. Erkenntlich sind sie am Datensatztyp „repräsentativ“ und am Zusatz „Durchschnitt DE“ in der Datensatzbezeichnung.

Energieaufwand

Erneuerbare Energieträger werden vornehmlich in Form von Holz zur Erzeugung von Prozesswärme eingesetzt. Nicht erneuerbare Energie wird hauptsächlich zur Stromerzeugung und in Form von Kraftstoffen für die Transportprozesse eingesetzt.

Aufgrund von kundenspezifischen Anforderungen sind häufig Holzqualitäten mit engen Jahrringen und einer großen Homogenität erforderlich. Daher hat der verhältnismäßig lange Transport der Holzrohstoffe für die Produktion von Brettsperrholz einen hohen Anteil am nicht-erneuerbaren Energiebedarf während der Herstellung.

Mehr Informationen zu der in der Herstellung der einzelnen Holzprodukte zum Einsatz kommenden Primärenergie finden sich in (Rüter & Diederichs 2012)

Charakteristische Emissionen

Bei der Herstellung von Vollholzprodukten treten Emissionen insbesondere bei der Trocknung und bei der Verbrennung von Holz auf. Informationen zu Mengen und Zusammensetzungen jener Emissionen finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Herstellung".

Die höheren Klebstoffanteile für das flächige Verleimen mehrerer Lamellen erfordern einen höheren Energieaufwand. Dadurch fallen insbesondere die fossilen Treibhausgasemissionen während der Herstellung von Brettsperrholz – wie bei allen Klebefugen beinhaltenden Vollholzprodukten – gegenüber denen von KVH® und kammergetrocknetem Nadelschnittholz durchschnittlich höher aus (Rüter & Diederichs 2012).

Angaben zu den Haupteinflussfaktoren während der Produktion von Brettsperrholz auf die Ökobilanzindikatoren finden sich in (Rüter & Diederichs 2012).

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Ein gesundheitliches Risiko stellt Holzstaub dar. Informationen dazu finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Herstellung" sowie im Lexikonbegriff.

Erhöhte Isocyanatexposition aus dem PUR-Klebstoff bzw. Formaldehydexposition aus den MUF-Klebstoffen muss durch entsprechende Maßnahmen (z.B. Einhausungen und Absaugungen) vermieden werden (siehe auch "Bauprodukte aus Holz, Herstellung").

Transport

Nach der Ökobilanzstudie von (Rüter und Diederichs 2012), die insgesamt 28 BSH-Werke in Deutschland berücksichtigt, liegt die Transportdistanz der für die Herstellung notwendigen Holzrohstoffe bei etwa 827 km und fällt hiermit – wie für alle Konstruktionshölzer – deutlich höher aus als jene für kammergetrocknetes Nadelschnittholz (111 km). Der größte Anteil der bezogenen Rohstoffe ist frisches Schnittholz. Etwa 64 % der Holzrohstoffe stammen aus Deutschland.

Weitere, allgemeine Informationen zum Transport von Rundholz finden Sie "Bauprodukte aus Holz, Transport".

Quellen

Institut Bauen und Umwelt 2018: Umwelt-Produktdeklaration nach ISO 14025 und EN 15804 für Brettsperrholz, Deklarationsnummer EPD-SHL-20180035-IBG1-DE, Deklarationsinhaber Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V. und Überwachungsgemeinschaft Konstruktionsvollholz e.V. , Herausgeber und Programmhalter Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU), Ausstellungsdatum 15.10.2018, (Online-Quelle)

Rüter, S; Diederichs, S:2012, Ökobilanz Basisdaten für Bauprodukte aus Holz, Hamburg, Johann Heinrich von Thünen Institut, Institut für Holztechnologie und Holzbiologie, Abschlussbericht.

 

Übersicht aktualisiert 2025
Brettsperrholz

Verarbeitung

Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Brettsperrholz kann mit den für die Vollholzbearbeitung üblichen Werkzeugen bearbeitet werden. Um tertiäre Bläue zu vermeiden, ist bei der Lagerung auf trockene Bedingungen zu achten.

Neben der Wahl einer geeigneten Holzart und Holzqualität ist gemäß DIN 68800 Teil 2 & Teil 3 ein vorbeugender baulicher Holzschutz bzw., wenn nicht anders möglich, ein chemischen Holzschutz anzuwenden.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Bei der Verarbeitung ist die Konzentration von Holzstaub in der Luft auf ein Mindestmaß zu beschränken. Mit Holzschutz- oder Flammschutzmitteln behandeltes Brettsperrholz kann borhaltig sein, so dass ihre Stäube beeinträchtigend für die Fortpflanzungsfähigkeit und fruchtschädigend (reproduktionstoxisch) sein können. In diesem Fall ist zur Vermeidung von Gesundheitsschäden während der Bearbeitung geigneter Atemschutz (mindestens Partikelfilter FFP2 nach DIN EN 143) zu tragen.

AGW-Werte

Auf Baustellen sind Absaugemöglichkeiten häufig nicht vorhanden, so dass bei spanabhebenden Arbeiten Holzstaubemissionen auftreten können. Der gesetzlich vorgeschriebene Maximalwert von 2 mg/m³ ist einzuhalten

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden.

Unbehandeltes Brettsperrholz wird als Erzeugnis eingestuft. Aus diesem Grund ist kein Sicherheitsdatenblatt erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden, was für unbehandeltes Brettsperrholz jedoch entfällt. Je nach Einbausituation möglicherweise eingesetzte Flammschutz- und Holzschutzmittel können jedoch SVHC-haltig sein. Produkt bezogene Informationen hierzu finden sich dann in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) des Herstellers.

Quellen

Informationsdienst Holz 2000: Konstruktive Vollholzprodukte

Holz Lexikon 2003: DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co., Leinefelden Echterdingen. ISBN 3-87181-355-9.

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Brettsperrholz

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Formaldehyd-Emissionen

Der Formaldehyd-Gehalt von natürlich gewachsenem Vollholz ist sehr gering. Allgemeine Informationen zur Formaldehydemission finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

Brettsperrholz ist aufgrund seines Klebstoffgehaltes, seiner Struktur und seiner Verwendungsform im Hinblick auf Formaldehyd emissionsarm. 

Mit PUR -Klebstoffen oder EPI-Klebstoffen verklebtes Brettsperrholz weist Formaldehydemissionswerte im Bereich des naturbelassenen Holzes auf (Ausgleichskonzentration um 0,004 ppm).

Mit MUF-Klebstoffen verklebtes BSP gibt nachträglich Formaldehyd ab. Gemessen am Grenzwert der Chemikalienverbotsverordnung von 0,1 ppm sind die Werte nach Prüfung (DIN EN 717-1) als niedrig einzustufen. Es ergeben sich im Mittel Ausgleichskonzentrationen um 0,04 ppm. Sie können in Einzelfällen bis etwa 0,06 ppm betragen.

MDI (Methylendiphenyldiisocyanat)

Aufgrund der hohen Reaktivität des MDI gegenüber Wasser (Luft- und Holzfeuchte) ist davon auszugehen, dass mit PUR-Klebstoffen oder EPI-Klebstoffen verklebtes BSP bereits kurze Zeit nach Herstellung und somit auch im Neuzustand und während der Nutzung eine MDI-Emission im Bereich des Nullwertes aufweist.

VOC-Emissionen 

Holz gibt während der Nutzungsphase flüchtige organische Stoffe (VOC) in die Raumluft ab. Allgemeine Informationen zu VOC-Emissionen aus Holz und ihrer Gesundheitsrelevanz finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Nach heutigem Erkenntnisstand sind bei sachgerechter Verwendung von unbehandeltem Brettsperrholz (IBU 2012) entstehen nach heutigem Kenntnisstand keine Gefährdungen für Wasser, Luft und Boden zu erwarten.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Vgl. 2.4.1 Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Im Brandfall verhält sich Brettsperrholz nicht tropfend. Die Toxizität der Brandgase entspricht der von naturbelassenem Holz. Bei Verwendung von Holzschutzmitteln (verlinken) können gefährliche Gifte freigesetzt werden. Unbehandeltes Brettsperrholz ist den Brandklassen B2 (nach DIN 4102-1), d.h. normalentflammbar und D-s2 d0 (nach DIN EN 13501-1) zugeordnet. Nach DIN 4102-4 liegt die rechnerische Abbrandrate von vornehmlich für Brettsperrholz verwendetem Nadelholz bei 0,8 mm/min. 

Weitere, allgemeine Informationen zum Brandverhalten von Holzkonstruktionen finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

Wassereinwirkung

Generelle Hinweise zu temporärer Wassereinwirkung und Tauwasserbefall von Holz finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

Tertiäre Bläue

Bei Bläue handelt es sich um eine bläuliche, blaugraue Verfärbung von Holz, die durch bestimmte Pilzarten hervorgerufen wird. Sie kommt bevorzugt auf Nadelhölzern, insbesondere auf Kiefer vor, während sie auf Laubhölzern vergleichsweise selten zu finden ist. Von tertiärer Bläue ist die Rede, wenn bereits getrocknetes Holz wieder feucht wird und die mit dem Wasser eingetragen Bläueerreger noch vorhanden sind, erneut anfangen zu wachsen, was auch während Wassereinwirkung in der Nutzungsphase passieren kann.

Bläuepilze selbst zerstören das Holz nicht, d.h. die Festigkeit und tragenden Eigenschaften des Holzes werden durch die Bläue nicht wesentlich beeinträchtigt. Dennoch sind sie ein Indikator für hohe Feuchtigkeit, was bedeutet, dass auch andere Holzschädlinge wie z. B. Porlinge, Blättlinge oder Schwämme ein gutes Wachstumsklima vorfinden, deren Befall das Holz schädigen kann.

Beständigkeit Nutzungszustand

Die Gebrauchsdauer von Holz und Holzprodukten bzw. deren Verwendbarkeit wird maßgeblich durch deren natürliche Dauerhaftigkeit sowie der Gebrauchsklasse, in der das Holzprodukt eingesetzt werden soll, bestimmt. Informationen hierzu finden Sie unter dem Lexikoneintrag Holzschutz.

BSP entspricht in den Komponenten und in der Herstellung Brettschichtholz (BS-Holz) BS-Holz wird seit mehr als 100 Jahren eingesetzt. Bei bestimmungsgerechter Verwendung ist kein Ende der Beständigkeit bekannt oder zu erwarten.

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.
Datenbank als PDF

Dauerhaftigkeit nach DIN EN 350-2

Dauerhaftigkeit gegenüber holzzerstörenden Pilzen

Hinsichtlich der natürlichen Dauerhaftigkeit gegen holzzerstörende Pilze ist die vorwiegend zur Herstellung von Brettsperrholz verwendeten Holzarten Fichte und Tanne als wenig dauerhaft (Klasse 4) eingestuft. Ebenfalls zum Einsatz kommende Kiefern und Lärchen sind als wenig bis mäßig dauerhaft eingestuft (Klassen 3-4).

Dauerhaftigkeit gegenüber Hausbock, Gemeinem Nagekäfer, Bohrkäfer und aschgrauem Abendbock

Gegenüber Käferbefall sind Fichten- und Tannenhölzer der Klasse SH (auch das Kernholz ist als anfällig bekannt) zugeordnet. Ebenfalls - aber seltener - verwendete Kiefern- und Lärchenhölzer fallen in die Klasse S (anfällig).

Nach DIN EN 335-2 ist das Risiko für holzzerstörende als auch holzverfärbende Pilze bei Vollholz in Gebrauchsklasse (GK) 1 nach DIN EN 68800 allerdings unbedeutend. Von GK 2 bis GK 5 steigt das Risiko an. Das Risiko eines Insektenbefall tritt ab GK 1 bis GK 5 mit ansteigender Wahrscheinlichkeit auf.

Instandhaltung

Die möglichen Instandhaltungsmaßnahmen variieren je nach Anwendungsfall im Innen- oder Außenraum.

Allgemeine Informationen zur Instandhaltung von Holzprodukten im Baubereich finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

Quellen

Institut Bauen und Umwelt 2012: EPD nach ISO 14025 und EN 15804 für Brettsperrholz. Deklarationsinhaber: Studiengemeinschaft Holzleimbau e. V. http://bau-umwelt.de/hp4083/Vollholzprodukte.htm

 

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Brettsperrholz

Nachnutzung

Rückbau – Verfahren

Die Art der Verbindung spielt eine entscheidende Rolle dabei, ob Holzbauteile ohne Schäden demontiert werden können. Es ist daher wichtig, dass bereits in der Planung auf lösbare Verbindungen geachtet wird. Zimmermannsmäßige Verbindungen und Verbindungen mit metallischen Verbindungsmitteln haben hier einen klaren Vorteil gegenüber rein geklebten Verbindungen. Unter den zimmermannsmäßigen Verbindungen und den metallischen Verbindungsmitteln ist wiederum eine große Bandbreite an möglichen Verbindungen zu finden, die sich unterschiedlich gut demontieren lassen. So ist die Demontage von Nagelplatten schwierig und das Holz wird beim Lösen mit großer Wahrscheinlichkeit beschädigt. Die Demontagefreundlichkeit von Passbolzenverbindungen ist dagegen hoch [1]. Generell gilt: Die Befestigungen sollten gut zugänglich und dokumentiert sein.

Gemäß Gewerbeabfallverordnung ist Holz getrennt zu sammeln. Der dafür erforderliche selektive Rückbau von Holz und Holzwerkstoffen ist bei mechanischer Befestigung problemlos möglich. Verklebte oder beschichtete Platten erschweren die Demontage auch hierfür erheblich.

Rückbau – Umwelt- und Gesundheitsrisiko

Beim Rückbau sind – unter Beachtung der jeweiligen Einbausituation und möglicher Holzstaubemission – keine baustoffspezifischen Risiken für Umwelt und Gesundheit zu erwarten.

Altholzverordnung

Die Altholzverordnung (AltholzV) [4] legt Anforderungen an die stoffliche und energetische Verwertung sowie die Beseitigung von Altholz fest. Unter Altholz fallen Industrie- und Gebrauchtholz aus Massivholz, Holzwerkstoffen oder Verbundstoffen mit einem überwiegenden Holzanteil (mehr als 50 % M%).

Die Altholzverordnung teilt Altholz in folgende Kategorien ein:

A I

Naturbelassenes oder nur mechanisch bearbeitetes Altholz, das bei seiner Verwendung nicht mehr als unerheblich mit holzfremden Stoffen verunreinigt wurde.

A II

Verleimtes, gestrichenes, beschichtetes, lackiertes oder anderweitig behandeltes Altholz ohne halogenorganische Verbindungen in der Beschichtung und ohne Holzschutzmittel

A III

Altholz mit halogenorganischen Behandlungen in der Beschichtung ohne Holzschutzmittel.

A IV

mit Holzschutzmitteln1 behandeltes Altholz, wie Bahnschwellen, Leitungsmasten, Hopfenstangen, Rebpfähle, und sonstiges Altholz, das wegen seiner Schadstoffbelastung nicht den Altholzkategorien A I, A II oder A III zugeordnet werden kann. Ausgenommen ist PCB-Altholz2

1 Unter den Begriff Holzschutzmittel fallen in der Verordnung Stoffe mit biozider Wirkung gegen Holz zerstörende Insekten oder Pilze sowie Holz verfärbende Pilze, sowie Stoffe zur Herabsetzung der Entflammbarkeit.

2 Altholz, das polychloriertes Biphenyl (PCB) im Sinne der PCB/PCT-Abfallverordnung ist und nach deren Vorschriften zu entsorgen ist, insbesondere (alte) Dämm- und Schallschutz-platten. Die Verwendung von PCB/TCB wurde in Deutschland 1989 mit wenigen Ausnahmen verboten.

Unter stoffliche Verwertung von Altholz fallen gemäß AltholzV:

  1. Aufbereitung von Altholz zu Holzhackschnitzeln und Holzspänen für die Herstellung von Holzwerkstoffen,
  2. Gewinnung von Synthesegas zur weiteren chemischen Nutzung und
  3. Herstellung von Aktivkohle/Industrieholzkohle

Wiederverwendung

Unbeschädigte Vollholzprodukte und Holzwerkstoffe lassen sich nach selektivem Rückbau wiederverwenden. Ein guter Zustand und die Überwindung gesetzlicher Hürden vorausgesetzt, können sie wieder in der gleichen Funktion Anwendung finden. Eine Alternative ist der Einsatz in anderen, meist weniger anspruchsvollen Funktionen (z.B. ehemalige Holztragkonstruktionen als Bauholz ohne tragende Zwecke oder im Garten- und Landschaftsbau).

Im privaten Bereich ist die Wiederverwendung von Gebrauchtholz gängig, im professionellen Bereich werden vielmehr Nischenmärkte wie der Erhalt und die Rekonstruktion historischer Gebäude bedient oder Holzbauteile auf den Baustellen direkt bis zum endgültigen Verschleiß als Bauhölzer, d.h. im Schalungsbau, oder bei fliegenden Bauten weiterverwendet [2]. Aber auch im professionellen Bereich gibt es Unternehmen, die sich auf die generelle Rücknahme von Gebrauchtholz in gutem Zustand spezialisiert haben [3].

Zu den vorbereitenden Tätigkeiten für die Wiederverwendung zählen Reinigung, Sägen, Hobeln und Schleifen. Professionelle Altholzaufbereiter teilen das gewonnene Altholz wie die klassischen Sägereien in unterschiedliche Produkte ein (Balken, Bretter, Kantholz, etc.). Die nicht wiederverwendbaren Bestandteile werden thermisch oder stofflich verwertet. Eine Herausforderung beim Wiederverwenden von Gebrauchtholz stellen Nägel dar, welche vor der Bearbeitung sorgfältig entfernt oder eingetrieben werden müssen. Nagelfreiheit gibt es in drei Stufen: „Auf Sicht entnagelt“, „Komplett entnagelt“ und „Garantiert entnagelt“.

Sammel- und Rücknahmesysteme

Gemäß Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) [5] ist Holz getrennt zu sammeln, zu befördern und vorrangig der Vorbereitung zur Wiederverwendung oder dem Recycling zuzuführen. Laut Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft [6] konnte die getrennte Sammlung seit Einführung der neuen Gewerbeabfallverordnung tatsächlich weiter gesteigert werden. Altholz fällt außerdem als Teil der Sperrmüllsammlung an (2,5 Millionen Tonnen Sperrmüll 2018). Je nach regionalem Entsorgungskonzept bestehen bis zu 50 % des Sperrmülls aus Holz, von dem etwa die Hälfte separiert und stofflich verwertet oder wiederverwendet werden kann[8].

Damit Altholz möglichst hochwertig verwertet oder wiederverwendet werden kann, muss es vorher sortiert und aufbereitet werden. Verschiedene Forschungsprojekte arbeiten daran, durch automatisierte Sortierung die Materialeffizienz signifikant zu verbessen. Zum Beispiel sollen spektrale Bildanalysen zukünftig die Größe und Form von Spänen erfassen, Fremdstoffe und Verunreinigungen im Altholz erkennen und die Holzart bestimmen [7] oder die Kombination von Künstlicher Intelligenz und Bildverarbeitung den Anteil des positiv heraussortierten Holzes erhöhen und gleichzeitig den Sortieraufwand senken [8].

Stoffliche Verwertung

Closed Loop (CL)

Vollholzprodukte können in Stäbe oder Lamellen zerteilt werden, welche zum Beispiel in der Mittellage von Holzwerkstoffplatten eingesetzt werden können. Diese Form des Recyclings und weitere hochwertige Recyclingverfahren wurden im Projekt TimberLoop [9] untersucht. Das aufbereitete Altholz soll für die Mittellagenstäbe von Mehrschichtparkett eingesetzt werden. Neben den Anforderungen hinsichtlich Schad- und Störstofffreiheit, müssen dafür auch die Holzqualität und Verklebungseigenschaften des Altholzes geeignet sein.

Ein Forschungsprojekt an der TU Kaiserslautern beschäftigt sich mit Verwertungsmöglichkeiten von Brettsperrholzverschnitt [10]. In der Produktion von Brettsperrholzbauteilen fallen ca. 10 bis 20 % Verschnitt an, unter anderem aus den nicht vermeidbaren Tür- und Fensterausschnitten. Diese Restplatten können über Federn aus Buchen-Furnierschichtholz verzahnt werden. Die ineinandergreifende Anordnung der Fremdfedern erzeugt einen Keileffekt, der die Stöße formschlüssig verschließt. Durch den Verzicht auf Verbindungsmittel aus Stahl können die Halbfertigteile wie Vollholz verarbeitet werden. Die Bauteile können als tragende oder aussteifende Wände eingesetzt werden. Für den Einsatz als Deckenelement müssen sie zusätzlich mit einer Lage Vollholzbretter verleimt oder mit einer Balkendecke kombiniert werden. Dieses Verfahren könnte analog auf nicht verunreinigtes gebauchtes Brettsperrholz angewandt werden.

Chemisches Recycling

A IV-Hölzer werden nicht mehr werkstofflich verwertet. Die Altholzverordnung erlaubt lediglich den Einsatz zur Gewinnung von Synthesegas für die weitere chemische Nutzung oder zur Herstellung von Aktivkohle/Industriekohle. Diese Möglichkeit wird derzeit in Deutschland nicht praktiziert (zumindest nicht im nennenswerten Ausmaß). In der Praxis werden sie der Verbrennung zugeführt.

In einem Forschungsprojekt im Rahmen der Förderinitiative „KMU-NetC“ des Bundesforschungsministeriums entwickeln drei Unternehmen und Forschungsinstitute zusammen ein industriell einsetzbares Bioraffinerieverfahren. Aus den Polysacchariden im Altholz sollen dabei unter anderem Ausgangsstoffe für die Herstellung von Biokunststoffen gewonnen werden. [11]

Sonstige stoffliche Verwertung als Bioabfall gemäß BioAbfV (Kompostierung)

Gemäß BioAbfV / Anhang 1 Nummer 2 sind nachwachsende Rohstoffe geeignete biologisch abbaubare Materialien, die für eine gemeinsame Behandlung mit Bioabfällen und für die Herstellung von Gemischen mit Bioabfällen geeignet sind.

Holzwolle, Sägemehl und Sägespäne, die bei der Bearbeitung von unbehandeltem Holz anfallen oder aus dabei anfallenden Abfällen hergestellt werden (Abfallschlüssel 03 01 05), gehören außerdem zu den für eine Verwertung auf Flächen geeigneten Bioabfällen gemäß BioAbfV / Anhang 1 Nummer 1. Sie sind im Rahmen einer Kompostierung so zu zerkleinern oder der Kompost ist so abzusieben, dass im Kompost keine stückigen Materialien über 40 mm (Siebmaschenweite) enthalten sind.

Baustellenabfälle aus unbehandeltem Holz können Verunreinigungen oder Zusatzstoffe enthalten, welche die biologische Abbaubarkeit einschränken oder eine Verunreinigung des Komposts bewirken. Damit unterliegen Abfälle aus Holz, selbst wenn es unbehandelt ist, nicht pauschal der Positivliste des Anhangs 1 der BioAbfV. Solche Materialien können ggf. im Einzelfall geprüft und genehmigt werden (§ 3 Abs. 4 BioAbfV: "Einzelfallgenehmigung durch zuständige Behörde"). Diese Möglichkeit wird derzeit in Deutschland nicht praktiziert (ist auch nicht absehbar).

Recycling (RC) in der Spanplattenindustrie

Die stoffliche Verwertung von Altholz findet vorwiegend in der Spanplattenindustrie statt. Das Altholz wird dabei zu Holzspäne aufbereitet und gemeinsam mit den Primärholzspäne verarbeitet. Metallische Verunreinigungen wie Nägel werden (über Magnetabscheider in Hammermühlen etc.) abgetrennt und an Metallaufbereiter weiterverkauft. Altholz aus Vollholz und vielen anderen Holzwerkstoffen eignet sich dafür. Nicht geeignet sind faserige Holzwerkstoffe (HDF, MDF, Holzfaser).

A I- und A II-Hölzer sind für die Verwertung in der Holzwerkstoffindustrie uneingeschränkt zulässig (Anhang I der AltholzV), solange sie die in Anhang II der AltholzV genannten Grenzwerte für ausgewählte Schwermetalle (Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Quecksilber), Halogene (Chlor, Fluor) und halogenorganische Verbindungen (Pentachlorphenol, Polychlorierte Biphenyle) nicht überschreiten. Bei A III-Hölzern müssen vor einer stofflichen Verwertung die halogenhaltigen Lackierungen und Beschichtungen entfernt werden. Das wird aus wirtschaftlichen Überlegungen meist nicht gemacht. Für die Aufbereitung von A III Hölzern gibt es in Deutschland daher nur eine Anlage. A IV- und PCB-belastete Althölzer sind nicht zulässig.

Als Störstoffe gelten gemäß Altholzverordnung: anorganische oder organische holzfremde Stoffe, insbesondere Bodenmaterial, Steine, Beton, Metallteile, Papier, Pappe, Textilien, Kunststoffe oder Folien, die dem Altholz anhaften, beigemengt oder mit diesem verbunden sind, soweit diese die Verwertung behindern.

Altholz kann außer in der Spanplattenindustrie auch bei der Herstellung anderer Holzwerkstoffe wie MDF-Platten und Holzwolleplatten eingesetzt werden.

Deponierung

Die Beseitigung von Abfällen aus Holz und Holzwerkstoffen auf einer Deponie ist nicht zulässig und findet dementsprechend kaum statt (0,3 % der Gesamtaufkommens 2020).

EAK-Abfallschlüssel für Holzbaustoffe

siehe auch Lexikon / Abfallschlüssel

Abfallschlüssel

Abfallbezeichnung

17 02

Holz, Glas und Kunststoff

17 02 01

Holz

17 02 04*

Glas, Kunststoff und Holz, die gefährliche Stoffe enthalten oder durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind

17 09

Sonstige Bau- und Abbruchabfälle

17 09 02*

Bau- und Abbruchabfälle, die PCB enthalten (z. B. PCB-haltige Dichtungsmassen, PCB-haltige Bodenbeläge auf Harzbasis, PCB-haltige Isolierverglasungen, PCB-haltige Kondensatoren) 1)

1) Bau- und Abbruchabfälle, die PCB-haltige Farbanstriche enthalten (nur für Bauprodukte aus Holz im Bestand)

Quellen

Fortentwicklung und Evaluierung des BNB-Kriteriensteckbriefs 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung. Forschungsprogramm. Anlage 4 Nachnutzung von Baustoffen. Hildegund Figl, Maria Fellner, Caroline Thurner. IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie GmbH, Wien. Zukunft Bau, Aktenzeichen SWD 10.08.17.7-20.36 (ID 88). Berichtsdatum: 31. Januar 2024. (Online-Quelle)

[1] Kromoser Benjamin, Reichenbach Sara, Camargo Ingrid, Hölzl Johann: Erhebung der Kreislauffähigkeit von aktuellen Verbindungsmitteltypen im konstruktiven Holzbau und notwendige Weiterentwicklungen. Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Hochbau, Holzbau und kreislaufgerechtes Bauen (IHB); in Auftrag gegeben von Fachverband der Holzindustrie. Forschungsbericht, ohne Datum. (Online-Quelle)

[2] Mettke et al.: Instrumente zur Wiederverwendung von Bauteilen und hochwertigen Verwertung. Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit von Baustoffen TEXTE 93/2015. Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau, 2015.

[3] Altholz by Knapp (Online-Quelle), Zugriff im April 2021

[4] Verordnung über Anforderungen an die Verwertung und Beseitigung von Altholz (Altholzverordnung - AltholzV) vom 15.08.2002, zuletzt geändert 19.6.2020

[5] Verordnung über die Bewirtschaftung von gewerblichen Siedlungsabfällen und von bestimmten Bau- und Abbruchabfällen (Gewerbeabfallverordnung - GewAbfV) vom 18. April 2017 (BGBl. I S. 896), die durch Artikel 2 Absatz 3 des Gesetzes vom 5. Juli 2017 (BGBl. I S. 2234) geändert worden is

[6] Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft 2024. (Online-Quelle)

[7] Fagus-GreCon Greten GmbH und Co KG: Verbundvorhaben: Verbesserung der stofflichen Holznutzung durch Einsatz von Hyperspektralanalyse; Teilvorhaben 1: Integration der Hyperspektraltechnologie in ein laserbasiertes Spanvermessungssystem - Akronym: Hyper-Altholz. (Online-Quelle), zuletzt abgerufen am 20.11.2023)

[8] Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB): Verbundvorhaben: Altholzgewinnung aus Sperrmüll durch künstliche Intelligenz und Bildverarbeitung im VIS-, IR- und Terahertz-Bereich; Teilvorhaben 1: Erkennung von Holz und Holzwerkstoffen in Sperrmüll mittels Farbbildverarbeitung und bildgebender NIR-Spektroskopie - Akronym: ASKIVIT. (Online-Quelle), zuletzt abgerufen am 20.11.2023

[9] TimberLoop, Aus dem Bauwesen, für das Bauwesen – Grundlagen zur Kreislauffähigkeit von Holz. (Online-Quelle), Zugriff im Sept 2022)

[10] Krötsch Stefan, Graf Jürgen, Poteschkin Viktor: Was tun mit dem Brettsperrholzverschnitt? Forschungsprojekt an der TU Kaiserslautern, erschienen in Zuschnitt 75 Potenzial Holz, September 2019. (Online-Quelle), zuletzt abgerufen am 20.11.2023

[11] BaunetzWissen: Holzrecycling (Online-Quelle)

 

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