Styrol

Styrol (Styren, Phenylethylen, Vinylbenzol) ist ein ungesättigter, aromatischer Kohlenwasserstoff. Es ist eine farblose, niedrigviskose, stark lichtbrechende und leicht polymerisierende Flüssigkeit. Styrol riecht süßlich, benzolartig und ist entzündlich. Die weltweite Produktion an Styrol liegt im Jahr 2010 bei etwa 25 Millionen Tonnen.

Herstellung

Styrol wird durch katalytische Dehydrierung von Ethylbenzol hergestellt. Die Polymerisation des Styrols zu Polystyrol wird einerseits durch Licht, Wärme und Sauerstoff beschleunigt und kann andererseits durch Zugabe von Stabilisatoren verzögert werden.

Verwendung

Styrol dient als Lösemittel und Reaktionspartner, zur Styrolisierung (eine besondere Art der Modifizierung von Alkydharzen, bei der durch Aufpfropfen von Styrol auf die ungesättigten Ketten von Alkydharzen eine Verbesserung der Eigenschaften dieser Lackbindemittel erreicht werden kann), als Einschlussmittel für anatomische Präparate, hauptsächlich aber zur Herstellung von Polystyrol und Styrol-Copolymeren (z. B. mit Acrylnitril, Butadien, Methacrylat, Divinylbenzol oder Maleinsäureanhydrid). Styrol ist neben Ethylen und Vinylchlorid das wichtigste Monomer zur Herstellung von Thermoplasten.

Umwelt und Gesundheit

Styrol ist entzündlich, der Flammpunkt liegt mit etwa 31°C niedrig. Mit einem Luftvolumenanteil von 0,9 bis 6,8% bildet es ein explosionsfähiges Gemisch. Styrol ist wassergefährdend (WGK 2), jedoch ist es biologisch über lange Zeit gesehen abbaubar. Styrol kann bei seinem Abbau mit sich selbst in Reaktion treten und Explosionen verursachen.

Styrol ist leichtflüchtig und gelangt über die Atemwege schnell in den Körper. Dort schädigt es das Nervensystem und reizt die Schleimhäute. Es ist zudem fruchtschädigend und indirekt auch als krebserzeugend eingestuft. In seiner ausgehärteten Form als Polystyrol treten diese gesundheitlichen Wirkungen nicht auf. Dabei kommt es allerdings darauf an, dass die jeweiligen Kunststoffe möglichst vollständig ausgehärtet sind.

Alternativen

Im Oberflächenbereich können Sie gut auf styrolhaltige Lacke verzichten. Öle und Wachse wie auch Wasserlacke stellen in der Regel eine Alternative dar. Bei Möbelkanten sollten Sie darauf achten, dass diese mit ABS und nicht mit PVC beschichtet sind. Allerdings enthalten auch ABS-Kanten in geringem Umfang Weichmacher. Als Dämmmaterial können Sie auf natürliche Dämmstoffe wie Holzfaserdämmstoffe oder Zellulose zurückgreifen. Diese sind frei von Styrol. Sie stellen daher gesundheitlich und umwelttechnisch eine deutlich bessere Alternative zu Polystyrol dar.

Quellen

chemgapedia (Online-Quelle), aufgerufen am 13.03.2014
energy.gov (Online-Quelle), aufgerufen am 13.03.2014
wohnen-sie-gesund (Online-Quelle), aufgerufen am 13.03.2014