Radonexhalationsrate

Ausgasung (= Exhalation) von Radon aus fester Materie. Gemessen wird die Aktivität, die pro Quadratmeter und Stunde aus einem Stoff entweicht (Bq/mh).
Alle natürlichen Steine und Erden sowie die daraus hergestellten Baustoffe enthalten radioaktive Substanzen, sogenannte Radionuklide. Dabei handelt es sich vornehmlich um Kalium-40, Thorium-232 und Radium-226 sowie deren Zerfallsprodukte wie Radon, das aus Radium entsteht. Als Edelgas ist Radon sehr mobil, wodurch es nach seiner Entstehung leicht aus Baustoffen in die Atmosphäre gelangt oder (aus dem Erdreich stammendes Radon) Baukörper durchdringt. Maßgebenden Einfluss hat dabei die Diffusionsfähigkeit des Gases im Baustoff (z. B. poröse Stoffe).
Nachfolgende Tabelle zeigt die Radonexhalationsraten von Baustoffen.

Baustoff

Exhalationsrate Radon222 [Bq/mh]

Mittelwerte

Ziegel, Klinker

Naturgips

Kalksandstein

Beton

Porenbeton

Naturstein

Blähton

0,2

0,4

0,6

0,7

1,1

3,3

0,4

Die mittlere Radonexhalation aus dem Erdboden (natürlich) beträgt rund 115 Bq/mh. Die wichtigste Radonquelle stellt demnach das Erdreich (Geologie des Baugrundes) dar. Relativ hohe Radonwerte werden im Erzgebirge, Fichtelgebirge, im Thüringer und im Bayerischen Wald sowie in der Oberpfalz erreicht. Grund dafür ist der natürliche Urangehalt der Gesteine.

Siehe auch Radioaktivität