Pyrethroide

Sammelbezeichnung für eine Gruppe synthetisch hergestellter Insektizide (→ Pestizide), die in Anlehnung an die Struktur der Inhaltsstoffe des natürlichen Insektizids Pyrethrum (gewonnen aus den getrockneten Blütenköpfen verschiedener Chrysanthemum-Arten) synthetisiert wurden.
Die synthetischen Pyrethroiden wurden entwickelt, da Pyrethrum zu wenig stabil und zu teuer für eine großtechnische Gewinnung/Herstellung ist. Außerdem weisen die synthetischen Pyrethroiden, die in der Anwendung sind (z. B. Permethrin) eine höhere Giftigkeit als Pyrethrum auf, sodass zur Insektenbekämpfung nur vergleichsweise geringe Mengen von Pyrethroiden notwendig sind.

 Zur Stoffgruppe der Pyrethroiden gehören u. a .:

 Anwendung von Pyrethroiden (Beispiele):

  • bei der Schädlingsbekämpfung (der Schädlingsbekämpfer muß sachkundig sein).
  • als Wirkstoff in Holzschutzmitteln
  • als Wirkstoff bei vorbeugendem Schutz von Teppichen aus Naturfasern gegen Insektenbefall.

Toxizität

Bei Pyrethrum und den in Analogie dazu entwickelten synthetischen Pyrethroiden handelt es sich um Kontaktgifte, die schnell ins Nervensystem eines Insekts gelangen und zur Lähmung bzw. zum Tod des Insekts führen.
Die akute Toxizität von Pyrethroiden ist für Warmblüter (Mensch) in der Regel deutlich geringer als für Insekten, wenn Pyrethroiden auf die Haut (Pyrethroiden sind lipophil = fettlöslich) oder in die Nahrung gelangen. Akute Vergiftungen treten nur dann auf, wenn Pyrethroiden in größerer Menge (z. B. bei unsachgemäßer Schädlingsbekämpfung in Innenräumen) aufgenommen werde.
Die chronische Toxizität bei längerer Einwirkung von geringen Dosen an Pyrethroiden wird kontrovers diskutiert. Ungeklärt scheint z. B. bisher, ob sich Pyrethroiden im menschlichen Körper anreichern können (d. h. nicht abgebaut oder ausgeschieden werden) und ob die Wirkungen (Schädigungen) dauerhaft (irreversibel) sind, oder ob Beschwerden nach einiger Zeit wieder abklingen (reversible Wirkung).