Pigmente

Für Farbgebung und Deckkraft verantwortliche Bestandteile in Farben, Lacken und Kunststoffen. Die Pigmente liegen nach Verarbeitung des Anstrichs im Film gleichmäßig verteilt vor.

Anorganische Pigmente sind Titandioxid (Weisspigment), Eisenoxid, Eisenhydroxid (braune, rote, gelbe Farbtöne), Chromatverbindungen (grüne Farbtöne), Sulfate und Carbonate von Calcium und Magnesium sowie Ruß (Schwarzpigment). Gemäß Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) sind alle Arsen- und Cadmiumverbindungen sowie die meisten Blei- und Chromverbindungen als Pigmente verboten.

Organische Pigmente sind in ihrer Farbtonreinheit und Farbstärke den anorganischen Pigmenten überlegen. Wichtige Vertreter sind Azofarbstoffe, Kupferpthalocyanine und Anthrachinon-Pigment. Für Naturharzlacke werden insbesondere die natürlichen Pigmente verwendet. Dabei handelt es sich um Erdpigmente, die aus eisenoxidhaltigen Erden gewonnen werden oder um pflanzliche und tierische Farbstoffe (z. B. Indigo).

Pigmente auf Cadmium-, Chrom- und Blei-Basis sind gesundheits- und umweltgefährdend. Diese Pigmente werden heute nur noch selten verwendet, sind aber noch in vielen Altanstrichen vorhanden. Die früher im chemischen Korrosionsschutz eingesetzten Blei-Pigmente sind heute weitgehend durch Zinkverbindungen ersetzt worden.

Bei der Herstellung  von Titandioxid fallen große Mengen Dünnsäure an, die bis vor einigen Jahren noch in die Nordsee eingeleitet wurden. Titanoxid ist als Verbindung nicht gesundheitsschädlich, erfordert jedoch für die Herstellung einen großen Rohstoff- und Energieaufwand. Azo-Farbstoffe gelten teilweise als krebserzeugend. Die  meisten organischen Pigmente sind in der Herstellung außerordentlich rohstoff- und energieintensiv.