Phthalate

Phthalsäureester (Phthalate) sind Ester der Phthalsäure mit verschiedenen Alkoholen. Auch die Salze der Phthalsäure werden Phthalate genannt.

Verwendung und Probleme

Phthalate werden seit langem für die Herstellung von Weich-PVC verwendet und kommen in vielen verbrauchernahen Produkten vor, zum Beispiel in Bodenbelägen, Tapeten, kunststoffbeschichteten Verpackungsmaterialien, Kinderspielzeug, Lacken, Anstrich- und Beschichtungsmitteln und Kosmetika aber auch in Medizinprodukten und Arzneimitteln, wie in Infusionsschläuchen, Kapseln und Filmtabletten. Phthalate werden durch Kontakt mit Wasser oder Fett aus den Materialien herausgelöst oder sie gasen aus. 

Besonders häufige und für die Umwelt und Gesundheit gefährliche Phthalate sind DEHP (Di(2-ethylhexyl)phthalat), DBP (Dibutylphthalat) und BBP (Benzylbutylphthalat). Sie haben hormonähnliche Eigenschaften und können schädliche Wirkungen auf die Fortpflanzungsfähigkeit haben. DEHP, DBP und BBP sowie Diisononylphthalat (DINP), Diisodecylphthalat (DIDP) und Di-n-octylphthalat (DNOP) sind seit 2007 zum Schutz der Gesundheit von Kindern als Weichmacher in Babyartikeln und Kinderspielzeug verboten. DEHP, DBP und BBP werden aufgrund ihrer fortpflanzungsgefährdenden Eigenschaften unter REACH als besonders besorgniserregende Stoffe bewertet und für eine Zulassungspflicht vorgeschlagen. Auf den Markt drängen daher alternative Weichmacher, zu denen DINCH (Diisononylcyclohexan) gehört, das vor allem in Kinderspielzeug und Medizinprodukten eingesetzt wird. Nach bisherigem Kenntnisstand scheint DINCH ein geeigneter Ersatzstoff zu sein.

Wie kann ich den Kontakt vermeiden?

Beim Kauf von Bodenbelägen, Tapeten oder Lacken und Dispersionsfarben sollte man darauf achten, dass möglichst wenig Weichmacher enthalten sind. Gut beraten ist man mit Produkten, die mit dem Blauen Engel gekennzeichnet sind.

Quelle

BMI (Online-Quelle), zuletzt aufgerufen am 13.02.2014