Leningrader Summenformel

Aufgrund von Abschätzungen und Messungen können Konversationsfaktoren für die Gammabelastung von Bewohnern von Räumen in Häusern durch die äußere Strahlenexposition aufgrund der spezifischen Aktivitäten des Baumaterials und den darin enthaltenen natürlichen Radionukliden (Kalium-40, Radium-226, Thorium-232) angegeben werden.

Strahlenbelastung verschiedener Nuklide

Nuklid Stahlenbelastung
[µSv*kg/a*Bq]
Kalium-40
Radium-226
Thorium-232
0,25
2,5
3,7

Nach Annahme einer maximal zulässigen, zusätzlichen Strahlendosis von 1,5 mSv/a kann nach der Leningrader Summenformel die Belastung durch Baumaterialien abgeschätzt werden:

Formel: (cKalium:4810) + (cRadium:370) + (cThorium:260) ≤ 1,0

c = spezifische Aktivität in [Bq/kg]

In dieser Formel sind sowohl die verschiedenen Strahlenbelastungen der einzelnen Nuklide (vgl. Tabelle oben) sowie die Annahme der maximalen Zusatzbelastung (über die natürliche Strahlung hinaus) von 1,5 mSv/a eingearbeitet. Hier wird allerdings eine vom gasförmigen Radon ausgehende Strahlenbelastung nicht berücksichtigt.

Beurteilung über den Radongehalt der Luft (ÖNORM S 5200)

Eine weitere Methode zur Abschätzung der radioaktiven Belastung ist die Messung der Radonkonzentration der Luft. Radon entsteht bei allen vier bekannten Zerfallsreihen (Uran-Radium-, Uran-Aktinium-, Thoium-, Neptuniumreihe), wobei hier eigentlich nur das Radon-222 aus der Radium-Uran-Reihe mit einer Halbwertszeit von 3,82 Tagen für die Strahlenbelastung eine Rolle spielt (vgl. Halbwertszeit Radon-215: 10-6 Sekunden).
Der Radongehalt der Raumluft ist nicht nur durch eine Belastung radioaktiven Materials des Baumaterials bestimmt, ein großer Teil diffundiert auch aus dem Erdreich in die jeweiligen Gebäude. Die Radonbelastung innerhalb von Gebäuden kann durch einen Luftaustausch mit der Umgebung vermindert werden.

Radongehalt in Häusern (nach Sachstandsbericht)
Maximal
Mittel
Obergrenze Normalbereich
Anteil Baustoffe
80 Bq/m³ (Erzgebirge)
50 Bq/m³ (BRD)
250 Bq/m³
ca. 30 Bq/m³

Formel 2 der ÖNORM S 5200 erlaubt eine Einschätzung der Radonbelastung. Hier ist allerdings zu beachten, dass ein Richtwert von 2,5 mSv/a (statt 1,5 mSv/a in der BRD) zu Grunde liegt.

Gekoppelte Gammastrahlenexposition

In der ÖNORM S 5200 ist eine Zusammenfassung der L. (Berücksichtigung des: Ka-40, Ra-226, Th-232) und der Radonbelastung enthalten (vgl. Formel 5 ÖNORM S 5200).
Neben dem hier wiederum schon eingearbeiteten Richtwert von 2,5 mSv/a wird hier - im Gegensatz zur Leningrader Summenformel - auch die Wanddicke (Emaniervermögen) berücksichtigt.

siehe auch Radioaktivität