Halogenierte Kohlenwasserstoffe

Halogenierte Kohlenwasserstoffe (auch halogenorganische Verbindungen) sind Kohlenwasserstoffe, bei denen ein oder mehrere Wasserstoffatome durch Halogene (Chlor, Fluor, Brom, Jod) ersetzt sind. Diese Stoffe dienen als Zwischenprodukte für chemische Synthesen oder als Lösemittel, Anästhetika, Feuerlösch-, Kälte- und Treibmittel. Man unterscheidet leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe wie zum Beispiel Trichlormethan (Chloroform), Perchlorethylen (PER = Tetrachlorethylen) oder Vinylchlorid (Grundstoff zur PVC-Produktion) und schwerflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe. Hierzu gehören unter anderem PCB, HCB und HCH.

Halogenierte Kohlenwasserstoffe sind häufig toxisch, persistent und weltweit verbreitet. Wegen ihrer guten Fettlöslichkeit reichern sich viele vermehrt im Fettgewebe des Körpers und in der Muttermilch an.
Halogenierte Kohlenwasserstoffe bilden eine Stoffgruppe, zu der vor allem polychlorierte Dibenzodioxine (PCDD) und Dibenzofurane (PCDF) gehören. Insgesamt sind 210 PCDD- und PCDF-Isomere mit zum Teil extremem Gefährlichkeitsgrad bekannt. 

Halogenierte Kohlenwasserstoffe entstehen als unerwünschte Nebenprodukte zum Beispiel bei der Herstellung von Pflanzenschutzmittel (u. a. 2,4 D) und Holzschutzmittel (u. a. Pentachlorphenol). Außer mit Abgasen gelangen Halogenierte Kohlenwasserstoffe auch mit Produkten (als deren Verunreinigungen) und insbesondere mit Chemieabfällen in die Umwelt.

siehe auch Pestizide, Chlorierte Kohlenwasserstoffe