Planungs- & Ausschreibungshilfen: Dämmstoffe in Innenräumen

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zu den Anforderungen und Textbausteinen in WECOBIS

   
  Worauf basieren die materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung in WECOBIS? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren derzeit auf den Kriteriensteckbriefen zu "Risiken für die lokale Umwelt" (BNB_BN_1.1.6), zur "Innenraumlufthygiene" (BNB_BN_3.1.3), zu "Rückbau, Trennung und Verwertung" (BNB_BN_4.1.4) sowie gegebenenfalls zu anderen baustoffrelevanten Einzelaspekten des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau. 

Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"

Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 zielt auf die Reduktion bzw. Vermeidung von Bauprodukten, die aufgrund ihrer Schadstoffgehalte oder Schadstofffreisetzungen ein Risikopotenzial für die Umweltmedien Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft sowie gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Anreicherung in den Nahrungsketten oder Verunreinigung der Innenraumluft verursachen können. Dies bezieht sich auf die Verarbeitung auf der Baustelle und auf die Nutzungsphase sowohl innen als auch außen liegender Produkte.
Der Steckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein, wobei QN5 das höchste Qualitätsniveau mit den strengsten Anforderungen darstellt. QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1.
Um die Risiken für die lokale Umwelt möglichst gering zu halten, ist eine sorgfältige Auswahl schadstoff-und emissionsarmer Bauprodukte erforderlich. Es wird daher empfohlen für Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 soweit möglich Qualitätsniveau QN4 oder QN5 zu realisieren.

Kriteriensteckbrief BNB_BN_3.1.3 "Innenraumlufthygiene"

Kriteriensteckbrief BNB_BN_3.1.3 zielt auf die Sicherstellung der Luftqualität im Innenraum unter hygienischen Gesichtspunkten, damit es zu keinen negativen Effekten hinsichtlich der Befindlichkeit und gesundheitlichen Beeinträchtigung der Raumnutzer aufgrund verunreinigter Innenraumluft kommt.
Dabei erfolgt die Gesamtbewertung über eine Raumluftmessung auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt sowie über den Kohlendioxidgehalt der Innenraumluft (personenbezogenen Außenluftvolumenstrom), welche jeweils zu 50 % in die Bewertung eingehen. Zudem ist die mikrobiologische Situation zu prüfen und zu dokumentieren. In WECOBIS wird nur die Raumluftmessung auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt des Kriteriensteckbriefs 3.1.3 betrachtet, da diese materialrelevant ist.
Der Kriteriensteckbrief selbst stellt keine direkten Materialanforderungen. Der Erfüllungsnachweis erfolgt über die Ergebniskontrolle (i.e. Raumluftmessung). Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte aber dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert.
Bei Anwendung der in WECOBIS dargestellten Material- und Produktanforderungen kann - unter gleichzeitiger Beachtung der Anforderungen an den Kohlendioxidgehalt und die mikrobiologischen Situation - mit einer guten Luftqualität im Innenraum und der Erfüllung eines hohen Anforderungsniveaus (hohe Punktezahl) im Kriterium gerechnet werden.

Kriteriensteckbrief BNB_BN_4.1.4 "Rückbau, Trennung, Verwertung"

Kriteriensteckbrief BNB_BN 4.1.4 "Rückbau, Trennung und Verwertung" zielt auf die Einsparung von Deponieraum, Rohstoffen und Produktionsenergie. Im Rahmen der Bewertung des Kriteriensteckbriefs werden die Bauelemente eines Gebäudes deshalb eingestuft bezüglich ihrer

  • Rückbaufähigkeit = Aufwand für Abbruch / Rückbau aus dem Gebäudeverband
  • Trennbarkeit = Aufwand für die sortenreine Trennung mehrschichtiger und / oder inhomogener Bauteile
  • Verwertbarkeit = Nutzbarkeit der Baustofffraktionen nach derzeit technischen Möglichkeiten

Die Bauprodukte müssen außerdem so beschaffen sein, dass beim Abriss keine gefährlichen Abfälle anfallen.

Hinweis zur Bewertung nach BNB:
Zur Einordnung und Gewichtung der vollständigen Anforderungen der Kriteriensteckbriefe ist eine weitergehende Kenntnis der Inhalte erforderlich.

Tipp für die Planung

Im Reiter "Bewertungssysteme" der Standard-Datenblätter in WECOBIS wird die jeweilige Bauproduktgruppe (z.B. Elastomer-Bodenbeläge) hinsichtlich BNB-Kriterien eingeordnet. Damit lassen sich z.B. folgende Fragen beantworten: Welche Einzelkriterien kann eine Produktgruppe, z.B. Linoleum-Bodenbeläge, i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen? Welche Einschränkungen bestehen für eine Produktgruppe?

  Ich will mein Gebäude gar nicht zertifizieren. Was nützen mir dann materialökologische Anforderungen nach BNB? Inhalt aufklappen
 

Auch wenn ein Gebäude nicht im Rahmen eines Bewertungssystems zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung. Das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) ist ein öffentlich zugängliches und transparentes Instrument. Alle Kriteriensteckbriefe können auch einzeln abgerufen und frei verwendet werden.

In den WECOBIS Planungs- und Ausschreibungshilfen gibt es deshalb Anforderungen und Textbausteine, die sich an materialrelevanten Einzelkriterien des Bewertungssystems orientieren (z.B. Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" und Kriteriensteckbrief BNB_BN_3.1.3 "Innenraumlufthygiene"). Die verschiedenen Qualitätsniveaus in den Kriteriensteckbriefen bieten zudem die Möglichkeit, sich - abhängig von den projektspezifischen Anforderungen und Möglichkeiten - für ein Anforderungsniveau zu entscheiden.

Es wird jedoch empfohlen, soweit möglich ein hohes Anforderungsniveau anzustreben. Denn um die Risiken für die lokale Umwelt möglichst gering zu halten bzw. eine gute Luftqualität sicherzustellen, ist eine sorgfältige Auswahl schadstoff-und emissionsarmer Bauprodukte erforderlich.

  Welche Informationen findet man in den Reitern "Lokale Umwelt", "Innenraumluft", "Rückbau", "Sonstiges"? Warum sieht man nicht immer alle Reiter? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS dargestellten materialökologischen Anforderungen sind in verschiedene Themenbereiche untergliedert. Diese sind derzeit "Lokale Umwelt","Innenraumluft", "Rückbau" und "Sonstiges". Der Reiter "Innenraumluft" erscheint nur, wenn die Produktgruppe innenraumrelevant ist, der Reiter "Rückbau" nur, wenn hier auf Baustoffebene Aussagen getroffen werden können. Im Reiter "Sonstiges" finden sich gegebenenfalls noch Anforderungen zu weiteren umwelt- und gesundheitsrelevanten Aspekten für Baumaterialien.
Jedes Thema beginnt zunächst mit einer Übersichtstabelle mit Kurztexten zu den materialökologischen Produktanforderungen und den zugehörigen Nachweismöglichkeiten. Die vollständigen Textbausteine für Planung und Ausschreibung folgen in einem oder mehreren weiteren Unterreitern.

Lokale Umwelt

Im Reiter "Lokale Umwelt" wird das von Bauprodukten ausgehende Risiko für die Umweltmedien Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft sowie für gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Anreicherung in den Nahrungsketten oder für Verunreinigung der Innenraumluft behandelt. Die Anforderungen basieren auf Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt". Der Steckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein, wobei QN5 das höchste Qualitätsniveau mit den strengsten Anforderungen darstellt. Auch die Textbausteine in WECOBIS werden deshalb entsprechend den jeweiligen Qualitätsniveaus dargestellt.
→ weitere Erläuterungen zu BNB_BN_1.1.6 siehe oben unter "Worauf basieren die materialökologischen Anforderungen für Planung und Ausschreibung in WECOBIS?"
→ Erläuterungen zu Anforderungen und Textbausteinen siehe Reiter "Lokale Umwelt"

Innenraumluft

Im Reiter "Innenraumluft" finden sich Anforderungen, die zur Sicherstellung der Luftqualität im Innenraum unter hygienischen Gesichtspunkten beitragen sollen. WECOBIS orientiert sich hier an den Anforderungen von Kriteriensteckbrief BNB_BN_3.1.3 "Innenraumlufthygiene" .
→ weitere Erläuterungen zu BNB_BN_3.1.3 siehe oben unter "Worauf basieren die materialökologischen Anforderungen für Planung und Ausschreibung in WECOBIS?"
→ Erläuterungen zu Anforderungen und Textbausteinen siehe Reiter "Innenraumluft"
In der Regel lassen die Anforderungen des höchsten Qualitätsniveaus von Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 (lokale Umwelt) in Bezug auf VOC und Formaldehyd-Emissionen auch einen hohen Erfüllungsgrad für Kriteriensteckbrief BNB_BN_3.1.3 erwarten. Zum Teil werden aber auch weitergehende Produktanforderungen empfohlen. Diese werden dann im Reiter "Innenraumluft" dargestellt.

Ein Textbaustein, mit dem Planungs- und Baubeteiligte gewerkeübergreifend über die geplante Raumluftmessung informiert werden können, befindet sich im Datenblatt "Planungsziele Innenraumluft".

Rückbau

Im Reiter "Rückbau" finden sich Anforderungen, die zur Schonung der natürlichen Ressourcen, der Vermeidung von Abfällen, der ordnungsgemäßen und schadlosen Verwertung unvermeidbarer Abfälle sowie der gemeinwohlverträglichen Beseitigung nicht verwertbarer Abfälle beitragen sollen. WECOBIS orientiert sich hier an den Anforderungen von Kriteriensteckbrief BNB_BN 4.1.4 "Rückbau, Trennung und Verwertung".
→ weitere Erläuterungen zu BNB_BN_4.1.4 siehe oben unter "Worauf basieren die materialökologischen Anforderungen für Planung und Ausschreibung in WECOBIS?"
→ Erläuterungen zu Anforderungen und Textbausteinen siehe Reiter "Innenraumluft"
Da WECOBIS nur den einzelnen Baustoff und keine Bauelemente mit mehreren Schichten betrachtet, können dort ausschließlich baustoffrelevante Anforderungen aufgeführt werden, die immer nur Anforderungen in Bezug auf eine bessere Verwertbarkeit darstellen. Zusätzlich werden wenn möglich tendenzielle Aussagen zur Auswirkung der Stoffe in Bauteilen und Schichtenfolgen, somit zur Beurteilung der Sortenreinheit gegeben, sofern diese Aussagen relevant für die Planung sein können. Aussagen zur Rückbaufähigkeit können auf Baustoffebene nicht getroffen werden, weil hierzu das gesamte Gebäude, nicht der einzelne Baustoff zu betrachten wäre.

  Wo finde ich Textbausteine? Wie sind die Textbausteine aufgebaut? Inhalt aufklappen
 

Textbausteine finden sich in den jeweiligen Themenreitern (z.B. "Lokale Umwelt", "Innenraumluft"). Dort wird nach Anwählen des Reiters zunächst eine Übersichtstabelle aufgerufen, die alle folgenden Anforderungen als Kurztext mit den zugehörigen Nachweismöglichkeiten darstellt.
In einem weiteren Unterreiter "Anforderungen" finden sich die Textbausteine. Im Reiter "Lokale Umwelt" sind diese Anforderungen noch einmal nach Qualitätsniveaus unterteilt. Die Texte sind einfach formatiert, um möglichst unkompliziert auch in Ausschreibungsprogrammen verwendet werden zu können.
→ Erläuterungen zu den Inhalten der Themenreiter siehe oben unter "Welche Informationen findet man in den Reitern "Lokale Umwelt", "Innenraumluft", "Rückbau", "Sonstiges"?"

  Wie können die Textbausteine konkret genutzt werden? Inhalt aufklappen
 

Anwendungsmöglichkeiten der Textbausteine

  • Definition der materialökologischen Anforderungen in Bauteilschichtenfolge und Regeldetails
    Bereits in der Vorentwurfs- und Entwurfsplanung helfen die Texte, zusammen mit der Übersichtstabelle und den Informationen und Hinweisen zu den jeweiligen Qualitätsniveaus, die möglichen Anforderungsstandards zu vergleichen. Damit können Entscheidungen für bestimmte Qualitätsniveaus und Planungsziele begründet getroffen werden. Den Baukosten-(Grob-) Elementen und den Regeldetails können diese Anforderungen zugrunde gelegt werden. Planungsstandards können bezüglich ihrer materialökologischen Qualität eingeordnet und ggfs. angepasst werden.
  • Textliche Beschreibung der Materialanforderungen in Werk- und Detailplanung
    Teile der Texte können in die Detailplanung als Anforderungen an bestimmte Materialien übernommen werden.
    Durch die schriftliche Ergänzung mit oder auch durch den Verweis auf die jeweiligen Textblöcke und Qualitätsniveaus können die materialökologischen Anforderungen umfassend in der Detailplanung festgelegt werden.
    Bei der Marktrecherche und der Verfügbarkeitsprüfung für geeignete Bauprodukte können die Textbausteine Herstelleranfragen zugrunde gelegt werden.
  • Kommunikation zwischen den Planungsbeteiligten
    An den Schnittstellen der unterschiedlichen Planungsbeteiligten, insbesondere zwischen Planung, Werkplanung und Ausschreibung (Vorbereitung der Vergabe, Vergabe) sowie Bauplanung - und Baudurchführung können mithilfe dieser Textbausteine die materialökologischen Anforderungen zwischen den verschiedenen Planungs- und Baubeteiligten in einheitlicher und effektiver Form übergeben und kommuniziert werden.
  • Leistungsbeschreibung in Leistungsverzeichnissen
    Die Textbausteine sind einfach formatiert und können per Download als RTF-Dokument übernommen werden. Der Link hierzu befindet sich jeweils am Anfang der Textbausteine zu jedem Qualitätsniveau. Damit ist eine Übernahme in unterschiedlichste Textbearbeitungs- und AVA-Programme mit geringem Bearbeitungsaufwand möglich.
    Die Texte können in Vertragsbedingungen, Hinweistexten oder Standardbeschreibungen als Vorbemerkung oder als Beschreibung einer Teilleistung eingefügt werden. Denkbar ist auch eine Bündelung der materialökologischen Anforderungen als Anlage zum Leistungsverzeichnis. Dies erfordert dann aber eine eindeutige Zuordnung zur jeweiligen materialökologischen Anforderung dieser Anlage in der Leistungsbeschreibung selbst.
    Grundsätzlich muss der Ersteller der Leistungsbeschreibung entscheiden, wie, an welcher Stelle und in welcher Form er die Texte in ein Leistungsverzeichnis einbindet. Insbesondere bei öffentlichen Auftraggebern ist er in diesen Fragen an die rechtlichen und formalen Vorgaben der VOB gebunden, siehe auch VOB und Vergabehandbuch des Bundes oder die Vergabehandbücher der Länder. Auch die Verwendung des Standardleistungsbuches kann eine spezielle Struktur des Leistungsverzeichnisses erfordern, siehe auch Informationen und Downloads auf der Internetseite des GAEB (Gemeinsamer Ausschuss für Elektronik im Bauwesen).
    Hilfreiche Informationen findet man dazu auch auf den Seiten den Umweltbundesamtes (UBA). Das UBA hat für öffentliche Auftraggeber Schulungsskripte für die Beschaffung umweltfreundlicher Produkte (auch Bauprodukte) herausgegeben, die auch die Möglichkeiten in der Ausschreibung erörtern.
 
  Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen, sowie zu Nachweisen über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel Inhalt aufklappen
 

Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen

In Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 finden sich Informationen zur Dokumentation und den erforderlichen Nachweisen. In Abhängigkeit von Produkt- und Schadstoffgruppe können das zum Beispiel Herstellerauskunft nach REACH, Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung,allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), PDB (Produktdatenblatt), TM (technisches Merkblatt), SDB (Sicherheitsdatenblatt), begründete Herstellererklärung oder EPDs (Umwelt-Produktdeklaration) sein. Unter anderem sind dort auch der Umfang der Dokumentationspflicht, die einzelnen Nachweisdokumente und geeignete Analysemethoden erläutert.
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Tabelle 2, Übersicht der grundsätzlich relevanten Nachweisdokumente
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Anlage 1, Übersichtstabelle aller Qualitätsanforderungen gemäß Qualitätsniveau 1 bis 5.

Zu beachten ist immer, dass bei freiwilligen Unterlagen, die nicht gesetzlich oder durch Verordnung vorgeschriebenen sind, die Angaben zu relevanten Schadstoffen unterschiedlich oder eventuell auch gar nicht enthalten sein können. Das bedeutet, dass beispielsweise PDB oder TM nur zum Nachweis durch den Hersteller dienen können, wenn hier auch hinreichende Angaben zu einer bestimmten Schadstoffgruppe gemacht werden. Das Fehlen von Angaben zu einer Schadstoffgruppe in diesen oder ähnlichen Dokumenten stellt keinesfalls sicher, dass diese in dem Produkt nicht enthalten sind, da es keine verbindlichen Vorgaben zu diesen Dokumenten gibt. Auch ein Sicherheitsdatenblatt unterliegt keiner Regelung über seinen Inhalt, wenn es für eine Produktgruppe nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Leistungserklärung, abZ und Sicherheitsdatenblatt werden in WECOBIS i.d.R. nur als Nachweismöglichkeit angegeben, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind. (siehe Reiter Übersichtstabelle)

Hinweise zur Nachweisführung über geeignete Umweltzeichen oder Deklarationen

Ein Konformitätsnachweis kann auch durch geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel, z. B. Blauer Engel, natureplus-Qualitätszeichen, Österreichisches Umweltzeichen oder andere Produktdeklarationen erfolgen. Bekannte Nachweismöglichkeiten über Umweltzeichen und Gütesiegel sind jeweils am Ende der stofflichen Anforderungen aufgeführt. Sie haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher kann es durchaus weitere Umweltzeichen oder Gütesiegel geben, die als Konformitätsnachweis geeignet sind.
Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.
Wird als Anforderung ein GISCODE genannt, sind für das jeweilige Qualitätsniveau nur Produkte mit der genannten GISCODE-Eigenschaft zugelassen. Da es sich beim GISCODE um eine Selbsteinstufung durch den Hersteller (kein Umweltzeichen, sondern die Einordnung in ein bestimmtes Eigenschaftsprofil) handelt, kann diese auch bereits über die zur Dokumentation erforderlichen Unterlagen (SDB, PDB, TM) nachgewiesen werden. Enthalten diese dazu keine Informationen, ist eine zusätzliche Herstellererklärung erforderlich.

  Rechtliche Hinweise für die Verwendung der Textbausteine Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren derzeit auf den Kriteriensteckbriefen zu "Risiken für die lokale Umwelt" (BNB_BN_1.1.6) und zur "Innenraumlufthygiene" (BNB_BN_3.1.3) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau. Künftig sollen noch weitere Kriterien die Textbausteine ergänzen, z.B. zu Rückbau, Trennung, Verwertung (BNB_BN_4.1.4) oder zu anderen umwelt- und gesundheitsrelevanten Materialaspekten.

Die gestellten Anforderungen zur Reduktion von problematischen Stoffen in Bauprodukten beziehen sich auf Maßnahmen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Die Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen für Schadstoffe wird vorausgesetzt.

Werden die Textbausteine einer Angebotseinholung oder Ausschreibung zugrunde gelegt und in die Leistungsbeschreibung eingearbeitet, hat der Ersteller der Leistungsbeschreibung und / oder die ausschreibende Stelle die Rechtssicherheit und die Aktualität der Texte eigenverantwortlich zu prüfen. Die Texte müssen der Struktur und dem Aufbau der jeweiligen Leistungsbeschreibung angepasst werden. Sowohl die inhaltlichen Grundlagen der Textbausteine als auch die Rechtslage sind in einer ständigen Entwicklung. Die Betreiber und die Geschäftsstelle von WECOBIS lehnen daher jede Verantwortung für die Aktualität und die Rechtssicherheit ab.

Bei vollständiger Verwendung der Textbausteine wird empfohlen, den Planungs- bzw. den Ausschreibungsunterlagen die jeweiligen Kriteriensteckbriefe als Anlage beizufügen oder zumindest auf diese zu verweisen.

Informationen zu Dämmstoffen in Innenräumen in WECOBIS

   
  Wo finde ich weitere Hilfestellung und Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Dämmstoffen in Innenräumen? Gibt es auch eine Übersicht mit Umweltzeichen (z.B. Blauer Engel) oder anderen Deklarationen (z.B. GISCODE, EPD)? Inhalt aufklappen
 

Weitere ausführliche Informationen finden sich in WECOBIS in den jeweiligen Produktgruppen zu den verschiedenen Dämmstoffarten (Dämmstoffe aus mineralischen, nachwachsenden oder synthetischen Rohstoffen) und dort z.B. in den Reitern Ausschreibung, Bewertungssysteme, Zeichen & Deklarationen oder zum Lebenszyklus.

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf Kriteriensteckbriefen des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesministeriums für Umwelt, Natur, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau: 

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zum Reiter "Lokale Umwelt"

   
  Worum geht es im Reiter "Lokale Umwelt"? Inhalt aufklappen
 

Im Reiter "Lokale Umwelt" wird das von Bauprodukten ausgehende Risiko für die Umweltmedien Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft sowie für gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Anreicherung in den Nahrungsketten oder für Verunreinigung der Innenraumluft behandelt. Die Anforderungen basieren auf Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des BMUB / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau. Der Steckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein, wobei QN5 das höchste Qualitätsniveau mit den strengsten Anforderungen darstellt.
Auch die Textbausteine in WECOBIS werden deshalb entsprechend den jeweiligen Qualitätsniveaus dargestellt.

Tipp für die Planung

Im Reiter "Bewertungssysteme" der Standard-Datenblätter in WECOBIS wird die jeweilige Bauproduktgruppe (z.B. Elastomer-Bodenbeläge) hinsichtlich BNB-Kriterien eingeordnet. Damit lassen sich z.B. folgende Fragen beantworten: Welche Einzelkriterien kann eine Produktgruppe, z.B. Linoleum-Bodenbeläge, i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen? Welche Einschränkungen bestehen für eine Produktgruppe?

  Was hilft mir die folgende Übersichtstabelle? Was bedeutet BNB, QN1, QN2 usw.? Warum fehlt manchmal ein QN?
Welche Bedeutung haben die Icons in der Mitte? Inhalt aufklappen
 

Die folgende Übersichtstabelle zeigt die materialökologischen Einzelanforderungen des Kriteriensteckbriefs BNB_BN_1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des BMUB. Der Kriteriensteckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein. QN5 ist dabei das höchste Qualitätsniveau mit den strengsten Anforderungen. QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

"Fehlende" QNs

In einigen Fällen gibt es keinen Unterschied in den Anforderungen von verschiedenen Qualitätsniveaus. Das lässt sich auch in der Übersichtstabelle ablesen. Textbausteine finden sich dann nur für das jeweils höchste QN (z.B. nur QN5 und kein QN4, wenn die Anforderungen von QN4 und QN5 gleich sind).

Erläuterung der Tabellenstruktur

In der Vertikalen teilt sich die Tabelle in 2 Hauptbereiche. In der linken Hälfte der Tabelle finden sich die materialökologischen Anforderungen. Neben der Anforderung selbst gibt die Tabelle noch Auskunft darüber, für welches Qualitätsniveau die jeweilige Anforderung besteht und welches Schutzziel damit angestrebt wird. Die rechte Hälfte der Tabelle gibt darüber Auskunft, wie der Nachweis für die jeweilige Einzelanforderung erbracht werden kann. Dabei wird zunächst der Standardnachweis entsprechend der Anforderung genannt. Das kann auch der Blaue Engel sein, wenn dieser als Anforderung genannt ist. Anschließend folgen Hinweise auf weitere Nachweismöglichkeiten wie z.B. Umweltzeichen, andere Produktdeklarationen oder chem. Analysen. In der Horizontalen gliedert sich die Tabelle in sinnvolle Abschnitte, die den ansteigenden Qualitätsniveaus im Kriteriensteckbrief 1.1.6 folgen.

Icons

Die Icons in der Spalte "Hauptziel der Anforderung" verdeutlichen übersichtlich, welches Schutzziel mit einer Anforderung angesprochen wird (siehe Legende unter der Übersichtstabelle). Letztlich ist es fast nie so, dass mit einer Anforderung nur ein Schutzziel angestrebt wird. Meist sind mehrere Bereiche oft auch indirekt betroffen. Die Icons dürfen deshalb nur zur Orientierung dienen - ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Ausschließlichkeit.

Auch die sorgfältige Dokumentation der verwendeten Baumaterialien und Stoffe leistet einen indirekten Beitrag und ist deshalb grundsätzlich mit dem Baum für "lokale Umwelt" markiert.

Nachweismöglichkeiten über geeignete Umweltzeichen oder Deklarationen

Zum Teil werden in Kriteriensteckbrief 1.1.6. freiwillige Produktkennzeichnungen, z.B. der „Blaue Engel" genannt (s. ggf. Spalte "Standardnachweise entsprechend Anforderung"). Gleichwertige Produkte, d.h. Produkte, welche die Anforderungen erfüllen, aber nicht mit dem „Blauen Engel" gekennzeichnet sind, sind hier zugelassen. Der Nachweis der Gleichwertigkeit ist dabei nur für die in Kriteriensteckbrief 1.1.6 genannten Schadstoffgruppen erforderlich. Aus diesem Grund werden für die Anforderung „Blauer Engel" hier die relevanten Einzelanforderungen aus den jeweiligen Vergaberichtlinien genannt. Produkte mit dem „Blauen Engel" erfüllen diese Einzelanforderungen automatisch. Wenn auch andere Zeichen oder Deklarationen bekannt sind, die diese Anforderungen erfüllen, sind sie bei der jeweiligen Einzelanforderung in der Spalte "Umweltzeichen" aufgeführt. Sie haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher kann es durchaus weitere Umweltzeichen oder Gütesiegel geben, die als Konformitätsnachweis geeignet sind.
Wird als Anforderung ein GISCODE genannt, sind für das jeweilige Qualitätsniveau nur Produkte mit der genannten GISCODE-Eigenschaft zugelassen. Da es sich beim GISCODE um eine Selbsteinstufung durch den Hersteller (kein Umweltzeichen, sondern die Einordnung in ein bestimmtes Eigenschaftsprofil) handelt, kann diese auch bereits über die zur Dokumentation erforderlichen Unterlagen (SDB, PDB, TM) nachgewiesen werden. Enthalten diese dazu keine Informationen, ist eine zusätzliche Herstellererklärung erforderlich.

Tipp für die Planung

Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.

  Wo finde ich die Textbausteine? Inhalt aufklappen
 

Die Übersichtstabelle zeigt alle Anforderungen zum Thema "Lokale Umwelt" in Kurzform. Im Reiter "Erläuterung" finden sich allgemeine Hinweise zur Verwendung aller Anforderungen und Textbausteine. Die Textbausteine zur "Lokalen Umwelt" sind den Reitern QN1 bis QN5 zugeordnet, entsprechend den Qualitätsniveaus in Kriteriensteckbrief 1.1.6. Die Texte sind einfach formatiert, um möglichst unkompliziert auch in Ausschreibungsprogrammen verwendet werden zu können.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Werden in mehreren aufeinanderfolgenden QNs dieselben Anforderungen gestellt, ist nur das höchste dieser QNs dargestellt (z.B. bei gleichen Anforderungen in QN2-4 nur QN4). Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

Beispiel

Im Reiter QN5 finden sich die Textbausteine für alle Anforderungen, die zur Erfüllung von Qualitätsniveau 5 gemäß Kriteriensteckbrief 1.1.6 erforderlich sind, einschließlich der Mindestanforderungen aus QN1.

"Fehlende" QNs

In einigen Fällen gibt es keinen Unterschied in den Anforderungen von verschiedenen Qualitätsniveaus. Das lässt sich auch in der Übersichtstabelle ablesen. Textbausteine finden sich dann nur für das jeweils höchste QN (z.B. nur QN5 und kein QN4, wenn die Anforderungen von QN4 und QN5 gleich sind).

Informationen und Hinweise zu den Anforderungen für Dämmstoffe in Innenräumen

   
  Welche Schadstoffgruppen und Produktgruppen (Geltungsbereich) sind gemäß Kriteriensteckbrief 1.1.6 für Dämmstoffe in Innenräumen relevant? Inhalt aufklappen
 

Im Rahmen der Bewertung nach BNB_BN_1.1.6 werden Anforderungen in Bezug auf 6 Schadstoffgruppen formuliert. Für mineralische und nicht mineralische Dämmstoffe in Innenräumen (einschließlich Trittschall-+ Akustikdämmung) sind die hervorgehobenen Schadstoffgruppen zu bewerten:

1 Gefährliche und besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)
2 Gefährliche Stoffe, die ausgelaugt werden können
3 Schwermetalle (bei Bodenbelägen als Stabilisatoren in Kunststoffen)
4 Flüchtige organische Verbindungen (VOC) einschließlich organische Lösemittel
5 Halogenierte Kälte- und Treibmittel
6 Biozide

BNB_BN_1.1.6 adressiert in Pos. 36b "mineralische und nicht mineralische Dämmstoffe in Innenräumen (einschließlich Trittschall-+ Akustikdämmungen) z.B. an Wand, Decke, Bodenplatte, Raumtrennwänden, bei Holzrahmen- und Holztafelbauweise".
Bis einschließlich QN4 werden mit Verweis auf Pos. 32a + 46b Anforderungen für EPS/XPS/PUR/PIR-Dämmprodukte, Melamin- und Phenolharzschäume, sowie Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (z. B. Zellulose, Holzfaserplatten, Holzwolle, Schafwolle, etc.) formuliert.

Blauer Engel RAL-UZ 132 - Für welche Materialien ist ein Gleichwertigkeitsnachweis nötig bzw. möglich?

Ab QN5 wird der Blaue Engel RAL-UZ 132 "Wärmedämmstoffe und Unterdecken" oder gleichwertig gefordert. In dessen Geltungsbereich gehören gemäß den Anwendungsbereichen der DIN 4108-10, einschließlich Anwendungsbereich DES – Innendämmung der Decke oder Bodenplatte (oberseitig) mit Schallschutzanforderungen gem. DIN 4108-10 Dämmstoffe aus Mineralwolle, EPS, PUR, Phenoharzschaum, Kork und Holzfasern. Derzeit sind für den Blauen Engel RAL-UZ 132 im Wesentlichen Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen zertifiziert (Mineralwolle bzw. Mineralschaum). Aus dem Bereich der nachwachsenden Rohstoffe findet sich nur ein Produkt aus Holzwolle und eines aus Seegras.
Für alle anderen Dämmstoffe muss daher zur Einhaltung von QN5 der Gleichwertigkeitsnachweis erbracht werden. Kunstschaum-Dämmstoffe können die Anforderungen derzeit allerdings sowieso nicht vollständig erfüllen.

Hinweise zu Dämmstoffen für die Trittschalldämmung und zu Verlegeunterlagen

Pos. 36b gilt auch für Trittschalldämmstoffe, die unter dem Estrich verlegt werden. Die i.d.R. dünneren Verlegeunterlagen mit trittschalldämmenden Eigenschaften, die direkt unter dem Bodenbelag verlegt werden, sind hier nicht gemeint und in 1.1.6  derzeit auch an anderer Stelle noch nicht adressiert. Es soll an dieser Stelle jedoch darauf hingewiesen werden, dass Verlegeunterlagen aus Gründen des Gesundheitsschutzes (und ggf. des Brandschutzes) eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) benötigen, mit der die Einhaltung des AgBB-Schemas bestätigt wird. Diese Regelung für Verlegeunterlagen ist nicht vom EuGH-Urteil betroffen und gilt deshalb auch weiterhin. Eine Liste von Verlegeunterlagen mit abZ kann auf der Seite des DIBt heruntergeladen werden.
Für Verlegeunterlagen aus Holzfaser, Kautschuk, Korkgranulat, Pappe, PE-, PS oder PU-Schaum gibt es zudem einen Blauen Engel RAL-UZ 156 "Verlegeunterlagen". Außerdem können sich Verlegeunterlagen für den EMICODE EC1/EC1plus qualifizieren. Beide Labels garantieren die Einhaltung strengerer Grenzwerte für die Innenraumluft als für die abZ erforderlich. 

Download als PDF

Übersicht möglicher Einzelanforderungen (Kurztext) für Außenwanddämmungen

Materialökologische Anforderungen
mineralische und nicht mineralische Dämmstoffe in Innenräumen (einschl. Trittschall- und Akustikdämmung; gilt nicht für Verlegeunterlagen)
Stand 06/2018
Nachweismöglichkeiten entsprechend Anforderung
Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6  
Kurztext Anforderungen gemäß Pos. 32a, 36b + 46b in Qualitätsniveau (QN) Hauptziel der Anforderung Standardnachweise entsprechend Anforderung Umweltzeichen (sofern nicht Standardnachweis) Sonstige
QN1 QN2 QN3 QN4 QN5
Mindestanforderungen QN1 - QN5
Allgemeine Produktdokumentation + + + + + Symbol lokale Umwelt ./. EPD
(wenn vorh.)
Deklaration besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) > 0,1%
*Hinweis:
ab QN5 sind SVHC über den Blauen Engel zum Großteil, aber nicht vollständig ausgeschlossen.
+ + + + +* Symbol lokale Umwelt SVHC dürfen in Produkten mit diesen Zeichen nicht enthalten sein:
Blauer Engel (RAL-UZ 132) nur mit Einschränkungen3
Österr. UZ 43,
Österr. UZ 44,
Österr. UZ 45,
natureplus Qualitätszeichen (RL0100ffRL0300ff, RL0400ff) mit Einschränkung bei Zellulose-Dämmstoffen4
EPD, PDB/TM mit Einschränkung1
Anforderungen ab QN2:
Für (alle) Kunstschaum-Dämmstoffe gilt:
Ausschluss halogenierte Treibmittel
- + + + + Symbol lokale Umwelt Österr. UZ 43 EPD mit Einschränkung1, PDB/TM mit Einschränkung1
Für Dämmstoffe aus Polystyrol (EPS / XPS) gilt:
Ausschluss bestimmter Flammschutzmittel (HBCDD) > 0,1%
Info s. Umweltbundesamt: Hintergrundpapier zu HBCD
- + + + +

Symbol lokale UmweltSymbol Rückbau + Verwertung

Österr. UZ 43 EPD, wenn dort kein HBCDD (=SVHC) deklariert ist.
Für EPS: BFA Qualitätssiegel, PDB/TM mit Einschränkung1
Für Dämmstoffe aus Polyurethan (PUR / PIR ) gilt:

Ausschluss bestimmter Flammschutzmittel (TCEP) > 0,1%
- + + + + Symbol lokale UmweltSymbol Rückbau + Verwertung - EPD, wenn dort kein TCEP (=SVHC) deklariert ist.

pure life-Siegel der ÜGPU e.V. (Überwachungs-gemeinschaft Polyurethan-Hartschaum e.V.), ggf. zusätzliche Analyseergebnisse, PDB/TM mit Einschränkung1
Für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gilt:
Ausschluss bestimmter Flammschutzmittel (reproduktionstoxische Borverbindungen) > 0,1%
*Hinweis: ab QN5 über CMR-Ausschluss des BE
- + + + +* Symbol lokale UmweltSymbol Rückbau + Verwertung Blauer Engel (RAL-UZ 132), natureplus Qualitätszeichen (RL0100ff), allerdings nicht bei Zellulose-Dämmstoffen4, Österr. UZ 44
EPD, wenn dort keine Borate (=SVHC) deklariert sind, PDB/TM mit Einschränkung1
weitere Anforderungen ab QN4:
Einhaltung des AgBB-Bewertungsschemas
*Hinweis:
ab QN5 gelten höhere Anforderungen
- - - + (+)* Symbol lokale UmweltSymbol Innenraumluft Blauer Engel (RAL-UZ 132), natureplus Qualitätszeichen (RL0100ffRL0400ff) EPD, PDB/TM mit Einschränkung1
Anforderungen ab QN5:
Blauer Engel RAL-UZ 132
2 (von Kunstschaum-Dämmstoffen derzeit nicht vollständig erfüllbar)
Ausschluss4 von CMR-Stoffen nach GefStoffVO, TRGS 905 und MAK-Liste bzw. gemäß EG-VO 1272/2008 - - - - + Symbol lokale Umwelt Blauer Engel (RAL-UZ 132) natureplus Qualitätszeichen4 (RL0100ff, RL0400ff) mit Einschränkungen bei Zellulose-Dämmstoffen5
Österr. UZ 43Österr. UZ 44Österr. UZ 45
EPD mit Einschränkung1, Herstellererklärung, PDB/TM mit Einschränkung1
Ausschluss4 toxischer und akut toxischer Stoffe gemäß EG-VO 1272/2008 (bzw RL 67/548/EWG) - - - - + Symbol lokale Umwelt Blauer Engel (RAL-UZ 132) natureplus Qualitätszeichen4 
(
RL0100ffRL0400ff), 
Österr. UZ 43Österr. UZ 44Österr. UZ 45
EPD mit Einschränkung1, Herstellererklärung, PDB/TM mit Einschränkung1
Ausschluss halogenierter organischer Verbindungen als Treibmittel (z.B. H-FKW oder H-FCKW)

*Ausschluss halogenierter Treibmittel gilt bereits ab QN2
- +* +* + + Symbol lokale Umwelt Blauer Engel (RAL-UZ 132)
natureplus Qualitätszeichen (RL0100ffRL0400ff), 
Österr. UZ 43
EPD mit Einschränkung1, Herstellererklärung, PDB/TM mit Einschränkung1
Ausschluss halogenierter organischer Verbindungen bei der Herstellung - - - - + Symbol lokale Umwelt Blauer Engel (RAL-UZ 132) natureplus Qualitätszeichen (RL0100ffRL0400ff) EPD mit Einschränkung1, Herstellererklärung, PDB/TM mit Einschränkung1
Ausschluss halogenierter organischer Verbindungen als Flammschutzmittel - - -

-

+ Symbol lokale UmweltSymbol Rückbau + Verwertung Blauer Engel (RAL-UZ 132) natureplus Qualitätszeichen 
(RL0100ffRL0400ff)
Österr. UZ 43
EPD mit Einschränkung1, Herstellererklärung, PDB/TM mit Einschränkung1
Ausschluss von Phthalaten (generell) als Weichmacher - - - - + Symbol lokale UmweltSymbol Innenraumluft Blauer Engel (RAL-UZ 132) natureplus Qualitätszeichen 
(RL0100ffRL0400ff)
Österr. UZ 43
EPD mit Einschränkung1, Herstellererklärung, PDB/TM mit Einschränkung1
Ausschluss von Bioziden im Dämmstoff und in Beschichtungen - - - - + Symbol lokale UmweltSymbol Rückbau + Verwertung Blauer Engel (RAL-UZ 132) natureplus Qualitätszeichen 
(RL0100ffRL0400ff)
EPD mit Einschränkung1, Herstellererklärung, PDB/TM mit Einschränkung1
Beschränkung der Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und Formaldehyd -  +  Symbol lokale UmweltSymbol Innenraumluft Blauer Engel (RAL-UZ 132) natureplus Qualitätszeichen 
(RL0100ffRL0400ff) mit Einschränkungen6
 
 
Symbol lokale Umwelt
Diese Anforderung dient dem Schutz der lokalen Umwelt (Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft). Inhaltlich eingeschlossen ist auch der Gesundheitsaspekt Arbeitshygiene und im Prinzip auch die Innenraumluft. Diese wird allerdings mit einem eigenen Icon zusätzlich markiert.
Symbol Innenraumluft
Diese Anforderung dient der Sicherstellung der Luftqualität im Innenraum unter hygienischen Gesichtspunkten. Sie trägt damit auch zu einem höheren Erfüllungsgrad bei der Bewertung der Raumluftqualität nach BNB_BN_3.1.3 bei.
Symbol Rückbau + Verwertung
Mit dieser Anforderung werden auch Umwelt- und Gesundheitsaspekte im Zuge von Rückbau und Verwertung berücksichtigt.

1 Produktdatenblätter (PDB) oder Technische Merkblätter (TM) folgen keinerlei Regeln und können nur als Nachweis herangezogen werden, wenn die erforderlichen Informationen auch prüfbar (d.h. z.B. das Fehlen von ausgeschlossenen Stoffen muss genannt sein) enthalten sind.
EPD: die angeführten Kriterien sind auch keine standardisierten Parameter einer EPD (Umweltproduktdeklaration) gemäß EN 15804 Grundregeln für die Produktkategorie Bauprodukte. In der Regel werden solche Informationen - wenn überhaupt - dann auch nur bei Produktdeklarationen und nicht bei Branchendeklarationen zu finden sein.

2 Sofern innerhalb der Qualitätsniveaus auf aggregierte Produktkennzeichnungen verwiesen wird (Giscode, Emicode, Blauer Engel etc.), ist es zulässig vergleichbare Nachweise (weitere Umweltzeichen, Angaben in Sicherheits- oder Produktdatenblättern etc.) heranzuziehen. Dabei bezieht sich die Vergleichbarkeit nur auf die Anforderungen hinsichtlich der jeweiligen Schadstoffgruppen gemäß Anlage 1 + 2 / BNB Kriterium 1.1.6.. Bei den Einzelanforderungen werden deshalb nur die für die Vergleichbarkeit notwendigen Anforderungen genannt.
Hinweis: 
Ab QN5 wird der Blaue Engel RAL-UZ 132 "Wärmedämmstoffe und Unterdecken" oder gleichwertig gefordert. Derzeit sind im Wesentlichen Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen für den Blauen Engel RAL-UZ 132 zertifiziert (Mineralwolle bzw. Mineralschaum). Aus dem Bereich der nachwachsenden Rohstoffe findet sich nur ein Produkt aus Holzwolle und eines aus Seegras.
Für alle anderen Dämmstoffe muss daher zur Einhaltung von QN5 der Gleichwertigkeitsnachweis erbracht werden. Kunstschaum-Dämmstoffe können die Anforderungen derzeit allerdings sowieso nicht vollständig erfüllen.

3 Der Blaue Engel (RAL-UZ 132) schließt über seine Stoffausschlüsse CMR-Stoffe (nicht generell SVHC, aber incl. HBCD, Borate) als "konstitutionelle Bestandteile" aus. Dies kann im Einzelfall zum geforderten Deklarations- oder Ausschluss-Grenzwert 0,1% differieren. Wer letztlich mehr ausschließt ("konstitutionell" oder "0,1%"), kann nicht pauschal beurteilt werden. Die Unterschiede dürften aber gering sein. Allerdings schließt der BE keine PBT / vPvB-Stoffe aus, weshalb der SVHC-Nachweis damit auch nicht automatisch erbracht ist. Das gilt auch für BE 140!
4 Die ausgeschlossenen Stoffe dürfen nicht als konstitutionelle Bestandteile enthalten sein. Definition "konstitutionell" gemäß den Anforderungen des Blauen Engels siehe Lexikon / konstitutionelle Bestandteile. Bei unterschiedlichen Bezeichnungen der Stoffausschlüsse ohne Angabe eines Grenzwerts ist der Vergleich der Gleichwertigkeit mit anderen Umweltzeichen schwierig. Im natureplus Qualitätszeichen sind dieselben Stoffe >1M-% ausgeschlossen. Ob der Ausschluss letztendlich deckungsgleich ist, kann nicht abschließend beurteilt werden. Die Unterschiede dürften aber gering sein.
5 Im natureplus-Qualitätszeichen sind über den allgemeinen Stoffausschluss der Basiskriterien SVHC >0,1% ausgeschlossen. Bei Flachs-, Hanf-, Holzfaser- und Schafwolle-Dämmstoffen sind zusätzlich alle Borverbindungen als Flammschutzmittel ausgeschlossen, d.h. auch diejenigen, die zwar als reproduktionstoxisch, aber noch nicht als SVHC eingestuft sind. Das Qualitätszeichen kann deshalb bei diesen Dämmstoffen als Nachweis für den Ausschluss von Boraten dienen.
Bei Zellulose-Dämmstoffen macht natureplus hinsichtlich Borverbindungen aber eine Ausnahme. Sie sind bis zu 5,5% als Flammschutzmittel zugelassen, auch wenn es sich um SVHC handelt. Für Zellulose-Dämmstoffe kann daher das natureplus-Qualitätszeichen nicht als Nachweis verwendet werden. Für den Nachweis der möglichen Boratfreiheit ist hier ggf. zusätzlich eine Herstellererklärung erforderlich.
6 Die Emissionsgrenzwerte des Blauen Engel RAL-UZ 132 und des natureplus Qualitätszeichens sind nicht identisch. Hinsichtlich VOC ist der Blaue Engel strenger, hinsichtlich Formaldehyd das natureplus-Qualitätszeichen. Beim natureplus-Qualitätszeichen werden wiederum mehr Werte abgeprüft. Trotzdem kann das natureplus-Qualitätszeichen in diesem Punkt nicht automatisch als gleichwertiger Nachweis angesehen werden. Der Hersteller könnte aber ggf. über den Emissionsprüfbericht für die natureplus-Zertifizierung die Einhaltung der niedrigeren Grenzwerte des BE nachweisen.

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf Kriteriensteckbriefen des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesministeriums für Umwelt, Natur, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau:

RAL Vergabegrundlage für Umweltzeichen: Blauer Engel RAL-UZ 132 Emissionsarme Wärmedämmstoffe und Unterdecken für die Anwendung in Gebäuden Ausgabe Oktober 2010, in der Version "Verlängerung bis 31.12.2019" (Zugriff 10/2017) 

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen

   
  Was bedeutet QN1, QN2 usw.? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB). Der Kriteriensteckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein. QN5 ist dabei das höchste Qualitätsniveau mit den strengsten Anforderungen.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

  Warum können die Textbausteine zu den einzelnen QNs nicht kürzer gefasst werden? Inhalt aufklappen
 

In Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) wird oft ersatzweise für Einzelanforderungen auf freiwillige Produktkennzeichnungen wie Umweltzeichen (z.B. Blauer Engel) als Hauptanforderung verwiesen. Diese stellen meist umfangreiche materialökologische Anforderungen an das Produkt.

Im Rahmen der Zertifizierung nach BNB ist es zulässig, vergleichbare Nachweise heranzuziehen. Dieser Konformitätsnachweis kann z.B. direkt über andere Produktkennzeichnungen mit denselben Anforderungen erfolgen. (Hilfe dazu s. Reiter Übersicht und Nachweis in den Textbausteinen). Hat das Produkt jedoch keine passende Produktkennzeichnung, muss jede relevante Einzelanforderung der ursprünglich geforderten Produktkennzeichnung nachgewiesen werden.
Auch unabhängig von einer Zertifizierung müssen öffentliche Auftraggeber aus vergaberechtlichen Gründen Produkte zulassen, die zwar die geforderte Produktkennzeichnung nicht führen, jedoch entsprechende Konformitätsnachweise für die gewünschten Anforderungen vorlegen können. (s. dazu auch Informationen unten zur öffentlichen Beschaffung)
Daher genügt ein einfacher Verweis auf die gewünschte Produktkennzeichnung nicht. Um Nachweis und Prüfung zu ermöglichen, müssen die jeweiligen Einzelanforderungen der Produktkennzeichnung bekannt und benannt sein. Entsprechend umfangreich fällt daher ggf. die Beschreibung der materialökologischen Anforderungen aus.

Einem privaten Auftraggeber steht es u.U. frei, ein Produkt zu fordern, das über die entsprechende Produktkennzeichnung verfügt, ohne dass er hierzu auch den gesamten Anforderungskatalog aufzählen muss. Er kann dann die Textbausteine mit den materialökologischen Anforderungen, mit Bezugnahme auf die entsprechende Produktkennzeichnung, erheblich verkürzen.

Sind solche Produktkennzeichnungen den Anforderungen zugrunde gelegt, so werden diese zu Beginn der Textbausteine benannt.

Tipps für weitere Informationen zum Thema

  • Weitere ausführliche Information zu Inhalt, Aufbau und Verwendung der Textbausteine siehe Reiter Erläuterung.
  • Tabellarische Übersicht zu den jeweiligen materialökologischen Anforderungen und Nachweismöglichkeiten (auch zu Alternativen) siehe Reiter Übersichtstabelle
  • Das Umweltbundesamt hat für öffentliche Auftraggeber Schulungsskripte für die Beschaffung umweltfreundlicher Produkte (auch Bauprodukte) herausgegeben. Skript 3 enthält ausführliche Informationen zum Umgang mit Produktkriterien aus Umweltzeichen.
 
  Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen, sowie zu Nachweisen über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel Inhalt aufklappen
 

Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen

In Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 finden sich Informationen zur Dokumentation und den erforderlichen Nachweisen. In Abhängigkeit von Produkt- und Schadstoffgruppe können das zum Beispiel Herstellerauskunft nach REACH, Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung,allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), PDB (Produktdatenblatt), TM (technisches Merkblatt), SDB (Sicherheitsdatenblatt), begründete Herstellererklärung oder EPDs (Umwelt-Produktdeklaration) sein. Unter anderem sind dort auch der Umfang der Dokumentationspflicht, die einzelnen Nachweisdokumente und geeignete Analysemethoden erläutert.
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Tabelle 2, Übersicht der grundsätzlich relevanten Nachweisdokumente
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Anlage 1, Übersichtstabelle aller Qualitätsanforderungen gemäß Qualitätsniveau 1 bis 5.

Zu beachten ist immer, dass bei freiwilligen Unterlagen, die nicht gesetzlich oder durch Verordnung vorgeschriebenen sind, die Angaben zu relevanten Schadstoffen unterschiedlich oder eventuell auch gar nicht enthalten sein können. Das bedeutet, dass beispielsweise PDB oder TM nur zum Nachweis durch den Hersteller dienen können, wenn hier auch hinreichende Angaben zu einer bestimmten Schadstoffgruppe gemacht werden. Das Fehlen von Angaben zu einer Schadstoffgruppe in diesen oder ähnlichen Dokumenten stellt keinesfalls sicher, dass diese in dem Produkt nicht enthalten sind, da es keine verbindlichen Vorgaben zu diesen Dokumenten gibt. Auch ein Sicherheitsdatenblatt unterliegt keiner Regelung über seinen Inhalt, wenn es für eine Produktgruppe nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Leistungserklärung, abZ und Sicherheitsdatenblatt werden in WECOBIS i.d.R. nur als Nachweismöglichkeit angegeben, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind. (siehe Reiter Übersichtstabelle)

Hinweise zur Nachweisführung über geeignete Umweltzeichen oder Deklarationen

Ein Konformitätsnachweis kann auch durch geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel, z. B. Blauer Engel, natureplus-Qualitätszeichen, Österreichisches Umweltzeichen oder andere Produktdeklarationen erfolgen. Bekannte Nachweismöglichkeiten über Umweltzeichen und Gütesiegel sind jeweils am Ende der stofflichen Anforderungen aufgeführt. Sie haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher kann es durchaus weitere Umweltzeichen oder Gütesiegel geben, die als Konformitätsnachweis geeignet sind.
Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.
Wird als Anforderung ein GISCODE genannt, sind für das jeweilige Qualitätsniveau nur Produkte mit der genannten GISCODE-Eigenschaft zugelassen. Da es sich beim GISCODE um eine Selbsteinstufung durch den Hersteller (kein Umweltzeichen, sondern die Einordnung in ein bestimmtes Eigenschaftsprofil) handelt, kann diese auch bereits über die zur Dokumentation erforderlichen Unterlagen (SDB, PDB, TM) nachgewiesen werden. Enthalten diese dazu keine Informationen, ist eine zusätzliche Herstellererklärung erforderlich.

Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen für QN1 / Dämmstoffe in Innenräumen

   
  Welche Anforderungen werden in QN1 an Dämmstoffe in Innenräumen gestellt? Was kann damit erreicht werden? Inhalt aufklappen
 

QN1 betrifft die Produktdokumentation. Die Deklaration besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) ist hier grundsätzlich gefordert. Diese Dokumentation und Deklaration dient zum einen dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und zum anderen als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für die Erfüllung von QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird daher nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

Hinweis zur Planung

Soll ein Gebäude nach BNB zertifiziert werden, ist es im Rahmen von Kriteriensteckbrief 3.1.3 (Innenraumlufthygiene) u.a. erforderlich eine Raumluftmessung auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt durchzuführen. Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert. Entsprechend kann es sinnvoll sein, höhere Anforderungen zu stellen als sie für niedrige QNs nach BNB-Kriterium 1.1.6 notwendig wären, um eine höhere Planungssicherheit bezüglich einer geplanten Raumluftmessung zu erreichen.

Im Fall der Dämmstoffe in Innenräumen werden erst ab QN4 Anforderungen an die Innenraumluftqualität gestellt (Einhaltung AgBB-Schema).  Für QN5 gemäß Kriteriensteckbrief 1.1.6 werden noch einmal deutlich höhere Anforderungen entsprechend den Grenzwerten des Blauen Engels RAL-UZ 132 gestellt. 

  Wie können die Anforderungen für QN1 erfüllt bzw. die Erfüllung nachgewiesen werden? Inhalt aufklappen
 

Qualitätsniveau (QN)1 umfasst die Dokumentation und Deklaration der Bauprodukte und muss immer erfüllt werden. Für Dämmstoffe in Innenräumen sind dafür mindestens das Produktdatenblatt (PDB) und/oder Technisches Merkblatt (TM), die Vorlage der Leistungserklärung, mit der Informationen zu ggf. enthaltenen SVHC geliefert werden müssen (Achtung, kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage),  sowie eine Herstellererklärung mit Deklaration ggf. vorhandener Biozide erforderlich. Für Dämmstoff-Produkte mit Blauem Engel oder natureplus-Qualitätszeichen entfällt die Deklarationspflicht für SVHC, da diese nicht enthalten sein dürfen.

Download als PDF

Textbausteine Qualitätsniveau 1 / BNB_BN_1.1.6 für Dämmstoffe in Innenräumen

Hinweise:
Die folgenden Textbausteine gelten für Dämmstoffe in Innenräumen. Für Spritz- und Montageschäume, die ggf. ebenfalls in Innenräumen eingesetzt werden, gibt es eigene materialökologische Anforderungen.
Die Anforderungen an Kunstschaum-Dämmstoffe und Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind hier bereits zusammengeführt.
Dämmstoffe mit dem Blauen Engel RAL-UZ 132 erfüllen mit allen Komponenten die Anforderungen bis einschließlich QN5.

Nachfolgende Anforderungen an die Produkt-Dokumentation und -Deklaration sind für Dämmstoffe in Innenräumen einzuhalten:

Allgemeine Produktdokumentation

Die Dokumentation der eingesetzten Produkte und deren Eigenschaften dient dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte.
Mindestens vorzulegen sind hierfür:

  • Produktdatenblatt (PDB) / Technisches Merkblatt (TM) mit Herstellername und Produktbezeichnung
  • Leistungserklärung
  • Sicherheitsdatenblatt (SDB) (falls vorhanden, für Erzeugnisse nicht verpflichtend)

Deklaration besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)

Deklaration von Stoffen, die unter der Chemikalienverordnung REACH (EG/1906/2006) als besonders besorgniserregend (SVHC) identifiziert und in die gemäß REACH Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste (sogenannte „Kandidatenliste“) aufgenommen wurden, ab 0,1 Gewichtsprozenten pro Einzelstoff.

Nachweismöglichkeiten:

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf Kriteriensteckbriefen des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesministeriums für Umwelt, Natur, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau:

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen

   
  Was bedeutet QN1, QN2 usw.? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB). Der Kriteriensteckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein. QN5 ist dabei das höchste Qualitätsniveau mit den strengsten Anforderungen.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

  Warum können die Textbausteine zu den einzelnen QNs nicht kürzer gefasst werden? Inhalt aufklappen
 

In Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) wird oft ersatzweise für Einzelanforderungen auf freiwillige Produktkennzeichnungen wie Umweltzeichen (z.B. Blauer Engel) als Hauptanforderung verwiesen. Diese stellen meist umfangreiche materialökologische Anforderungen an das Produkt.

Im Rahmen der Zertifizierung nach BNB ist es zulässig, vergleichbare Nachweise heranzuziehen. Dieser Konformitätsnachweis kann z.B. direkt über andere Produktkennzeichnungen mit denselben Anforderungen erfolgen. (Hilfe dazu s. Reiter Übersicht und Nachweis in den Textbausteinen). Hat das Produkt jedoch keine passende Produktkennzeichnung, muss jede relevante Einzelanforderung der ursprünglich geforderten Produktkennzeichnung nachgewiesen werden.
Auch unabhängig von einer Zertifizierung müssen öffentliche Auftraggeber aus vergaberechtlichen Gründen Produkte zulassen, die zwar die geforderte Produktkennzeichnung nicht führen, jedoch entsprechende Konformitätsnachweise für die gewünschten Anforderungen vorlegen können. (s. dazu auch Informationen unten zur öffentlichen Beschaffung)
Daher genügt ein einfacher Verweis auf die gewünschte Produktkennzeichnung nicht. Um Nachweis und Prüfung zu ermöglichen, müssen die jeweiligen Einzelanforderungen der Produktkennzeichnung bekannt und benannt sein. Entsprechend umfangreich fällt daher ggf. die Beschreibung der materialökologischen Anforderungen aus.

Einem privaten Auftraggeber steht es u.U. frei, ein Produkt zu fordern, das über die entsprechende Produktkennzeichnung verfügt, ohne dass er hierzu auch den gesamten Anforderungskatalog aufzählen muss. Er kann dann die Textbausteine mit den materialökologischen Anforderungen, mit Bezugnahme auf die entsprechende Produktkennzeichnung, erheblich verkürzen.

Sind solche Produktkennzeichnungen den Anforderungen zugrunde gelegt, so werden diese zu Beginn der Textbausteine benannt.

Tipps für weitere Informationen zum Thema

  • Weitere ausführliche Information zu Inhalt, Aufbau und Verwendung der Textbausteine siehe Reiter Erläuterung.
  • Tabellarische Übersicht zu den jeweiligen materialökologischen Anforderungen und Nachweismöglichkeiten (auch zu Alternativen) siehe Reiter Übersichtstabelle
  • Das Umweltbundesamt hat für öffentliche Auftraggeber Schulungsskripte für die Beschaffung umweltfreundlicher Produkte (auch Bauprodukte) herausgegeben. Skript 3 enthält ausführliche Informationen zum Umgang mit Produktkriterien aus Umweltzeichen.
 
  Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen, sowie zu Nachweisen über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel Inhalt aufklappen
 

Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen

In Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 finden sich Informationen zur Dokumentation und den erforderlichen Nachweisen. In Abhängigkeit von Produkt- und Schadstoffgruppe können das zum Beispiel Herstellerauskunft nach REACH, Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung,allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), PDB (Produktdatenblatt), TM (technisches Merkblatt), SDB (Sicherheitsdatenblatt), begründete Herstellererklärung oder EPDs (Umwelt-Produktdeklaration) sein. Unter anderem sind dort auch der Umfang der Dokumentationspflicht, die einzelnen Nachweisdokumente und geeignete Analysemethoden erläutert.
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Tabelle 2, Übersicht der grundsätzlich relevanten Nachweisdokumente
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Anlage 1, Übersichtstabelle aller Qualitätsanforderungen gemäß Qualitätsniveau 1 bis 5.

Zu beachten ist immer, dass bei freiwilligen Unterlagen, die nicht gesetzlich oder durch Verordnung vorgeschriebenen sind, die Angaben zu relevanten Schadstoffen unterschiedlich oder eventuell auch gar nicht enthalten sein können. Das bedeutet, dass beispielsweise PDB oder TM nur zum Nachweis durch den Hersteller dienen können, wenn hier auch hinreichende Angaben zu einer bestimmten Schadstoffgruppe gemacht werden. Das Fehlen von Angaben zu einer Schadstoffgruppe in diesen oder ähnlichen Dokumenten stellt keinesfalls sicher, dass diese in dem Produkt nicht enthalten sind, da es keine verbindlichen Vorgaben zu diesen Dokumenten gibt. Auch ein Sicherheitsdatenblatt unterliegt keiner Regelung über seinen Inhalt, wenn es für eine Produktgruppe nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Leistungserklärung, abZ und Sicherheitsdatenblatt werden in WECOBIS i.d.R. nur als Nachweismöglichkeit angegeben, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind. (siehe Reiter Übersichtstabelle)

Hinweise zur Nachweisführung über geeignete Umweltzeichen oder Deklarationen

Ein Konformitätsnachweis kann auch durch geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel, z. B. Blauer Engel, natureplus-Qualitätszeichen, Österreichisches Umweltzeichen oder andere Produktdeklarationen erfolgen. Bekannte Nachweismöglichkeiten über Umweltzeichen und Gütesiegel sind jeweils am Ende der stofflichen Anforderungen aufgeführt. Sie haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher kann es durchaus weitere Umweltzeichen oder Gütesiegel geben, die als Konformitätsnachweis geeignet sind.
Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.
Wird als Anforderung ein GISCODE genannt, sind für das jeweilige Qualitätsniveau nur Produkte mit der genannten GISCODE-Eigenschaft zugelassen. Da es sich beim GISCODE um eine Selbsteinstufung durch den Hersteller (kein Umweltzeichen, sondern die Einordnung in ein bestimmtes Eigenschaftsprofil) handelt, kann diese auch bereits über die zur Dokumentation erforderlichen Unterlagen (SDB, PDB, TM) nachgewiesen werden. Enthalten diese dazu keine Informationen, ist eine zusätzliche Herstellererklärung erforderlich.

Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen für QN3 (einschließlich QN2) / Dämmstoffe in Innenräumen

   
  Welche Anforderungen werden in QN3 (einschließlich QN2) an Dämmstoffe in Innenräumen gestellt? Was kann damit erreicht werden? Inhalt aufklappen
 

Neben den Anforderungen zur Dokumentation und Deklaration gemäß QN1 sind ab QN2 für Dämmstoffe in Innenräumen abhängig von der Dämmstoffart unterschiedliche Stoffausschlüsse einzuhalten.
Die Herstellung von Kunstschaum-Dämmstoffen darf nicht mit halogenierten Treibmitteln erfolgen. Bei Dämmstoffen aus Polyurethan (PUR, PIR), Dämmstoffen aus Polystyrol (EPS, XPS) und bei Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen sind jeweils bestimmte Flammschutzmittel mit besonders besorgniserregenden Eigenschaften (SVHC) ausgeschlossen.

Hinweis zur Planung

Soll ein Gebäude nach BNB zertifiziert werden, ist es im Rahmen von Kriteriensteckbrief 3.1.3 (Innenraumlufthygiene) u.a. erforderlich eine Raumluftmessung auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt durchzuführen. Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert. Entsprechend kann es sinnvoll sein, höhere Anforderungen zu stellen als sie für niedrige QNs nach BNB-Kriterium 1.1.6 notwendig wären, um eine höhere Planungssicherheit bezüglich einer geplanten Raumluftmessung zu erreichen.

Im Fall der Dämmstoffe in Innenräumen werden erst ab QN4 Anforderungen an die Innenraumluftqualität gestellt (Einhaltung AgBB-Schema).  Für QN5 gemäß Kriteriensteckbrief 1.1.6 werden noch einmal deutlich höhere Anforderungen entsprechend den Grenzwerten des Blauen Engels RAL-UZ 132 gestellt. 

  Wie können die Anforderungen für QN3 (einschließlich QN2) erfüllt bzw. die Erfüllung nachgewiesen werden? Inhalt aufklappen
 

Qualitätsniveau (QN)1 umfasst die Dokumentation und Deklaration der Bauprodukte und muss immer erfüllt werden. Für Dämmstoffe in Innenräumen sind dafür mindestens das Produktdatenblatt (PDB) und/oder Technisches Merkblatt (TM), die Vorlage der Leistungserklärung, mit der Informationen zu ggf. enthaltenen SVHC geliefert werden müssen (Achtung, kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage), sowie eine Herstellererklärung mit Deklaration ggf. vorhandener Biozide erforderlich.

Ab QN2 sind außerdem Nachweise für den Ausschluss halogenierter Treibmittel und bestimmter gefährlicher oder besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) erforderlich. Für SVHC kann das über die Leistungserklärung oder ggf. eine EPD nachgewiesen werden. Ansonsten ist i.d.R. eine Herstellererklärung erforderlich.

Für Dämmstoff-Produkte mit Blauem Engel, natureplus Qualitätszeichen oder Österreichischem Umweltzeichen sind alle für QN3 erforderlichen Nachweise zu Stoffausschlüssen erbracht. Hier sind lediglich die für die Dokumentation gemäß QN1 erforderlichen Unterlagen vorzulegen. Lediglich bei Zellulose-Dämmstoffen mit dem natureplus Qualitätszeichen muss ein zusätzlicher Nachweis für das Fehlen von Boraten vorgelegt werden. 

Download als PDF

Textbausteine Qualitätsniveau 3 / BNB_BN_1.1.6 für Dämmstoffe in Innenräumen

Hinweise:
Für die Erfüllung von QN3 werden im Fall der Dämmstoffe in Innenräumen keine höheren Anforderungen gestellt als für QN2. Es finden sich deshalb nur unter QN3 Textbausteine, die die Anforderungen von QN2 automatisch mit erfüllen. 

Die folgenden Textbausteine gelten für Dämmstoffe in Innenräumen. Für Spritz- und Montageschäume, die ggf. ebenfalls in Innenräumen eingesetzt werden, gibt es eigene materialökologische Anforderungen.
Die Anforderungen an Kunstschaum-Dämmstoffe und Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind hier bereits zusammengeführt.
Dämmstoffe mit dem Blauen Engel RAL-UZ 132 erfüllen alle Anforderungen bis einschließlich QN5. Da sich Kunstschaum-Dämmstoffe allerdings aufgrund des Ausschlusses halogenierter organischer Verbindungen grundsätzlich nicht für den Blauen Engel zertifizieren können, wird dieser bei den jeweiligen Anforderungen (aufgrund fehlender Produkte) auch nicht als Nachweismöglichkeit angegeben.

Produktanforderung  

Ausschluss halogenierter Treibmittel für alle Kunstschaum-Dämmstoffe

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe (Flammschutzmittel HBCDD) , maximal zugelassener Grenzwert kleiner 0,1 Gewichtsprozent, zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus EPS und XPS

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe (Flammschutzmittel TCEP) , maximal zugelassener Grenzwert kleiner 0,1 Gewichtsprozent, zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus PUR, PIR

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe (Borate), maximal zugelassener Grenzwert kleiner 0,1 Gewichtsprozent, für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

 

Nachfolgende detaillierte Anforderungen an die Produkt-Dokumentation und -Deklaration sowie an die Inhaltsstoffe sind für Dämmstoffe in Innenräumen einzuhalten:

Allgemeine Produktdokumentation

Die Dokumentation der eingesetzten Produkte und deren Eigenschaften dient dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte.
Mindestens vorzulegen sind hierfür:

  • Produktdatenblatt (PDB) / Technisches Merkblatt (TM) mit Herstellername und Produktbezeichnung
  • Leistungserklärung
  • Sicherheitsdatenblatt (SDB) (falls vorhanden, für Erzeugnisse nicht verpflichtend)

Deklaration besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)

Deklaration von Stoffen, die unter der Chemikalienverordnung REACH (EG/1906/2006) als besonders besorgniserregend (SVHC) identifiziert und in die gemäß REACH Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste (sogenannte „Kandidatenliste“) aufgenommen wurden, ab 0,1 Gewichtsprozenten pro Einzelstoff.

Nachweismöglichkeiten:

Ausschluss halogenierter Treibmittel für alle Kunstschaum-Dämmstoffe

Für Kunstschaum-Dämmstoffe ist nachzuweisen, dass diese frei sind von

  • halogenierten Treibmitteln

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B.:Österr. UZ 43)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe  (Flammschutzmittel HBCDD) 
zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus EPS oder XPS

Für Kunstschaum-Dämmstoffe aus EPS oder XPS ist zusätzlich nachzuweisen, dass diese keine der folgenden Stoffe als konstitutionelle Bestandteile (d.h. als Stoffe, die unverändert im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten oder abspalten:

  •  Hexabromcyclododecan (HBCDD)

Hinweis: HBCDD wird regelmäßig als Flammschutzmittel verwendet.

Verunreinigungen sind bis höchstens 0,1 Gewichtsprozent erlaubt.

Nachweismöglichkeiten: 

  • Leistungserklärung (wenn in/mit dieser keine HBCDD oder keine SVHC benannt sind; kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage)
  • Herstellererklärung, ggf. zusätzlich Analysenergebnisse
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B.: Österr. UZ 43)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe (Flammschutzmittel TCEP) 
zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus PUR, PIR

Für die Kunstschaum-Dämmstoffen aus PUR, PIR ist zusätzlich nachzuweisen, dass diese keine der folgenden Stoffe als konstitutionelle Bestandteile (d.h. als Stoffe, die unverändert im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten oder abspalten:

  •  Tris(2-chlorethyl)phosphat TCEP

Hinweis: TCEP wird regelmäßig als Flammschutzmittel verwendet.

Verunreinigungen sind bis höchstens 0,1 Gewichtsprozent erlaubt.

Nachweismöglichkeiten:

  • Leistungserklärung (wenn in/mit dieser keine TCEP oder keine SVHC benannt sind; kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage)
  • Herstellererklärung, ggf. zusätzlich Analysenergebnisse
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B.: Österr. UZ 43)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss bestimmter gefährlicher Einzelstoffe (Borate)
zusätzlich für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

Für  Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen ist nachzuweisen, dass diese keine der folgenden Stoffe als konstitutionelle Bestandteile (d.h. als Stoffe, die unverändert im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten oder abspalten:

  • Borsäure
  • Dibortrioxid
  • Tetrabordinatriumheptaoxid,
  • Dinatriumtetraborat

Verunreinigungen sind bis höchstens 0,1 Gewichtsprozent erlaubt.

Nachweismöglichkeiten:

  • Leistungserklärung (wenn in/mit dieser keine Borate oder keine SVHC benannt sind; kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage)
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 132, natureplus Qualitätszeichen RL0100ff, RL0300ff, Österr. UZ 44)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf Kriteriensteckbriefen des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesministeriums für Umwelt, Natur, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau:

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen

   
  Was bedeutet QN1, QN2 usw.? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB). Der Kriteriensteckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein. QN5 ist dabei das höchste Qualitätsniveau mit den strengsten Anforderungen.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

  Warum können die Textbausteine zu den einzelnen QNs nicht kürzer gefasst werden? Inhalt aufklappen
 

In Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) wird oft ersatzweise für Einzelanforderungen auf freiwillige Produktkennzeichnungen wie Umweltzeichen (z.B. Blauer Engel) als Hauptanforderung verwiesen. Diese stellen meist umfangreiche materialökologische Anforderungen an das Produkt.

Im Rahmen der Zertifizierung nach BNB ist es zulässig, vergleichbare Nachweise heranzuziehen. Dieser Konformitätsnachweis kann z.B. direkt über andere Produktkennzeichnungen mit denselben Anforderungen erfolgen. (Hilfe dazu s. Reiter Übersicht und Nachweis in den Textbausteinen). Hat das Produkt jedoch keine passende Produktkennzeichnung, muss jede relevante Einzelanforderung der ursprünglich geforderten Produktkennzeichnung nachgewiesen werden.
Auch unabhängig von einer Zertifizierung müssen öffentliche Auftraggeber aus vergaberechtlichen Gründen Produkte zulassen, die zwar die geforderte Produktkennzeichnung nicht führen, jedoch entsprechende Konformitätsnachweise für die gewünschten Anforderungen vorlegen können. (s. dazu auch Informationen unten zur öffentlichen Beschaffung)
Daher genügt ein einfacher Verweis auf die gewünschte Produktkennzeichnung nicht. Um Nachweis und Prüfung zu ermöglichen, müssen die jeweiligen Einzelanforderungen der Produktkennzeichnung bekannt und benannt sein. Entsprechend umfangreich fällt daher ggf. die Beschreibung der materialökologischen Anforderungen aus.

Einem privaten Auftraggeber steht es u.U. frei, ein Produkt zu fordern, das über die entsprechende Produktkennzeichnung verfügt, ohne dass er hierzu auch den gesamten Anforderungskatalog aufzählen muss. Er kann dann die Textbausteine mit den materialökologischen Anforderungen, mit Bezugnahme auf die entsprechende Produktkennzeichnung, erheblich verkürzen.

Sind solche Produktkennzeichnungen den Anforderungen zugrunde gelegt, so werden diese zu Beginn der Textbausteine benannt.

Tipps für weitere Informationen zum Thema

  • Weitere ausführliche Information zu Inhalt, Aufbau und Verwendung der Textbausteine siehe Reiter Erläuterung.
  • Tabellarische Übersicht zu den jeweiligen materialökologischen Anforderungen und Nachweismöglichkeiten (auch zu Alternativen) siehe Reiter Übersichtstabelle
  • Das Umweltbundesamt hat für öffentliche Auftraggeber Schulungsskripte für die Beschaffung umweltfreundlicher Produkte (auch Bauprodukte) herausgegeben. Skript 3 enthält ausführliche Informationen zum Umgang mit Produktkriterien aus Umweltzeichen.
 
  Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen, sowie zu Nachweisen über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel Inhalt aufklappen
 

Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen

In Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 finden sich Informationen zur Dokumentation und den erforderlichen Nachweisen. In Abhängigkeit von Produkt- und Schadstoffgruppe können das zum Beispiel Herstellerauskunft nach REACH, Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung,allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), PDB (Produktdatenblatt), TM (technisches Merkblatt), SDB (Sicherheitsdatenblatt), begründete Herstellererklärung oder EPDs (Umwelt-Produktdeklaration) sein. Unter anderem sind dort auch der Umfang der Dokumentationspflicht, die einzelnen Nachweisdokumente und geeignete Analysemethoden erläutert.
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Tabelle 2, Übersicht der grundsätzlich relevanten Nachweisdokumente
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Anlage 1, Übersichtstabelle aller Qualitätsanforderungen gemäß Qualitätsniveau 1 bis 5.

Zu beachten ist immer, dass bei freiwilligen Unterlagen, die nicht gesetzlich oder durch Verordnung vorgeschriebenen sind, die Angaben zu relevanten Schadstoffen unterschiedlich oder eventuell auch gar nicht enthalten sein können. Das bedeutet, dass beispielsweise PDB oder TM nur zum Nachweis durch den Hersteller dienen können, wenn hier auch hinreichende Angaben zu einer bestimmten Schadstoffgruppe gemacht werden. Das Fehlen von Angaben zu einer Schadstoffgruppe in diesen oder ähnlichen Dokumenten stellt keinesfalls sicher, dass diese in dem Produkt nicht enthalten sind, da es keine verbindlichen Vorgaben zu diesen Dokumenten gibt. Auch ein Sicherheitsdatenblatt unterliegt keiner Regelung über seinen Inhalt, wenn es für eine Produktgruppe nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Leistungserklärung, abZ und Sicherheitsdatenblatt werden in WECOBIS i.d.R. nur als Nachweismöglichkeit angegeben, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind. (siehe Reiter Übersichtstabelle)

Hinweise zur Nachweisführung über geeignete Umweltzeichen oder Deklarationen

Ein Konformitätsnachweis kann auch durch geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel, z. B. Blauer Engel, natureplus-Qualitätszeichen, Österreichisches Umweltzeichen oder andere Produktdeklarationen erfolgen. Bekannte Nachweismöglichkeiten über Umweltzeichen und Gütesiegel sind jeweils am Ende der stofflichen Anforderungen aufgeführt. Sie haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher kann es durchaus weitere Umweltzeichen oder Gütesiegel geben, die als Konformitätsnachweis geeignet sind.
Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.
Wird als Anforderung ein GISCODE genannt, sind für das jeweilige Qualitätsniveau nur Produkte mit der genannten GISCODE-Eigenschaft zugelassen. Da es sich beim GISCODE um eine Selbsteinstufung durch den Hersteller (kein Umweltzeichen, sondern die Einordnung in ein bestimmtes Eigenschaftsprofil) handelt, kann diese auch bereits über die zur Dokumentation erforderlichen Unterlagen (SDB, PDB, TM) nachgewiesen werden. Enthalten diese dazu keine Informationen, ist eine zusätzliche Herstellererklärung erforderlich.

Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen für QN4 / Dämmstoffe in Innenräumen

   
  Welche Anforderungen werden in QN4 an Dämmstoffe in Innenräumen gestellt? Was kann damit erreicht werden? Inhalt aufklappen
 

Neben den Anforderungen zur Dokumentation und Deklaration gemäß QN1 sind bereits ab QN2 für Dämmstoffe in Innenräumen abhängig von der Dämmstoffart unterschiedliche Stoffausschlüsse einzuhalten.
Die Herstellung von Kunstschaum-Dämmstoffen darf nicht mit halogenierten Treibmitteln erfolgen. Bei Dämmstoffen aus Polyurethan (PUR, PIR), Dämmstoffen aus Polystyrol (EPS, XPS) und bei Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen sind jeweils bestimmte Flammschutzmittel mit besonders besorgniserregenden Eigenschaften (SVHC) ausgeschlossen.
In QN4 ist zusätzlich ein Nachweis für die Einhaltung des AgBB-Bewertungsschemas, d.h. bestimmter Emissionsgrenzwerte, erforderlich. 

Hinweis zur Planung

Soll ein Gebäude nach BNB zertifiziert werden, ist es im Rahmen von Kriteriensteckbrief 3.1.3 (Innenraumlufthygiene) u.a. erforderlich eine Raumluftmessung auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt durchzuführen. Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert. Entsprechend kann es sinnvoll sein, höhere Anforderungen zu stellen als sie für niedrige QNs nach BNB-Kriterium 1.1.6 notwendig wären, um eine höhere Planungssicherheit bezüglich einer geplanten Raumluftmessung zu erreichen.

Im Fall der Dämmstoffe in Innenräumen werden erst ab QN4 Anforderungen an die Innenraumluftqualität gestellt (Einhaltung AgBB-Bewertungsschema).  Für QN5 gemäß Kriteriensteckbrief 1.1.6 werden noch einmal deutlich höhere Anforderungen entsprechend den Grenzwerten des Blauen Engels RAL-UZ 132 gestellt. 

  Wie können die Anforderungen für QN4 erfüllt bzw. die Erfüllung nachgewiesen werden? Inhalt aufklappen
 

Qualitätsniveau (QN)1 umfasst die Dokumentation und Deklaration der Bauprodukte und muss immer erfüllt werden. Für Dämmstoffe in Innenräumen sind dafür mindestens das Produktdatenblatt (PDB) und/oder Technisches Merkblatt (TM), die Vorlage der Leistungserklärung, mit der Informationen zu ggf. enthaltenen SVHC geliefert werden müssen (Achtung, kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage), sowie eine Herstellererklärung mit Deklaration ggf. vorhandener Biozide erforderlich.

Ab QN2 sind außerdem Nachweise für den Ausschluss halogenierter Treibmittel und bestimmter gefährlicher oder besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) erforderlich. Für SVHC kann das über die Leistungserklärung oder ggf. eine EPD nachgewiesen werden. Ansonsten ist i.d.R. eine Herstellererklärung erforderlich.

Ab QN4 ist zusätzlich ein Emissionsprüfbericht mit Bestätigung der Einhaltung des AgBB-Bewertungsschemas erforderlich.

Für Dämmstoff-Produkte mit Blauem Engel, natureplus Qualitätszeichen oder Österreichischem Umweltzeichen sind alle für QN4 erforderlichen Nachweise zu Stoffausschlüssen erbracht. Hier sind lediglich die für die Dokumentation gemäß QN1 erforderlichen Unterlagen vorzulegen. Lediglich bei Zellulose-Dämmstoffen mit dem natureplus Qualitätszeichen muss ein zusätzlicher Nachweis für das Fehlen von Boraten vorgelegt werden. 

Download als PDF

Textbausteine Qualitätsniveau 4 / BNB_BN_1.1.6 für Dämmstoffe in Innenräumen

Hinweise:
Die folgenden Textbausteine gelten für Dämmstoffe in Innenräumen. Für Spritz- und Montageschäume, die ggf. ebenfalls in Innenräumen eingesetzt werden, gibt es eigene materialökologische Anforderungen.
Die Anforderungen an Kunstschaum-Dämmstoffe und Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind hier bereits zusammengeführt.
Dämmstoffe mit dem Blauen Engel RAL-UZ 132 erfüllen alle Anforderungen bis einschließlich QN5. Da sich Kunstschaum-Dämmstoffe allerdings aufgrund des Ausschlusses halogenierter organischer Verbindungen grundsätzlich nicht für den Blauen Engel zertifizieren können, wird dieser bei den jeweiligen Anforderungen (aufgrund fehlender Produkte) auch nicht als Nachweismöglichkeit angegeben.

Produktanforderung  

Ausschluss halogenierter Treibmittel für alle Kunstschaum-Dämmstoffe

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe (Flammschutzmittel HBCDD) , maximal zugelassener Grenzwert kleiner 0,1 Gewichtsprozent, zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus EPS und XPS

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe (Flammschutzmittel TCEP) , maximal zugelassener Grenzwert kleiner 0,1 Gewichtsprozent, zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus PUR, PIR

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe (Borate), maximal zugelassener Grenzwert kleiner 0,1 Gewichtsprozent, für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

Einhaltung des AgBB-Bewertungsschemas

 

Nachfolgende detaillierte Anforderungen an die Produkt-Dokumentation und -Deklaration sowie an die Inhaltsstoffe sind für Dämmstoffe in Innenräumen einzuhalten:

Allgemeine Produktdokumentation

Die Dokumentation der eingesetzten Produkte und deren Eigenschaften dient dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte.
Mindestens vorzulegen sind hierfür:

  • Produktdatenblatt (PDB) / Technisches Merkblatt (TM) mit Herstellername und Produktbezeichnung
  • Leistungserklärung
  • Sicherheitsdatenblatt (SDB) (falls vorhanden, für Erzeugnisse nicht verpflichtend)

Deklaration besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)

Deklaration von Stoffen, die unter der Chemikalienverordnung REACH (EG/1906/2006) als besonders besorgniserregend (SVHC) identifiziert und in die gemäß REACH Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste (sogenannte „Kandidatenliste“) aufgenommen wurden, ab 0,1 Gewichtsprozenten pro Einzelstoff.

Nachweismöglichkeiten:

Ausschluss halogenierter Treibmittel für alle Kunstschaum-Dämmstoffe

Für Kunstschaum-Dämmstoffe ist nachzuweisen, dass diese frei sind von

  • halogenierten Treibmitteln

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B.:Österr. UZ 43)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe  (Flammschutzmittel HBCDD) 
zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus EPS oder XPS

Für Kunstschaum-Dämmstoffe aus EPS oder XPS ist zusätzlich nachzuweisen, dass diese keine der folgenden Stoffe als konstitutionelle Bestandteile (d.h. als Stoffe, die unverändert im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten oder abspalten:

  •  Hexabromcyclododecan (HBCDD)

Hinweis: HBCDD wird regelmäßig als Flammschutzmittel verwendet.

Verunreinigungen sind bis höchstens 0,1 Gewichtsprozent erlaubt.

Nachweismöglichkeiten: 

  • Leistungserklärung (wenn in/mit dieser keine HBCDD oder keine SVHC benannt sind; kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage)
  • Herstellererklärung, ggf. zusätzlich Analysenergebnisse
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B.: Österr. UZ 43
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe (Flammschutzmittel TCEP) 
zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus PUR, PIR

Für die Kunstschaum-Dämmstoffen aus PUR, PIR ist zusätzlich nachzuweisen, dass diese keine der folgenden Stoffe als konstitutionelle Bestandteile (d.h. als Stoffe, die unverändert im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten oder abspalten:

  •  Tris(2-chlorethyl)phosphat TCEP

Hinweis: TCEP wird regelmäßig als Flammschutzmittel verwendet.

Verunreinigungen sind bis höchstens 0,1 Gewichtsprozent erlaubt.

Nachweismöglichkeiten:

  • Leistungserklärung (wenn in/mit dieser keine TCEP oder keine SVHC benannt sind; kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage)
  • Herstellererklärung, ggf. zusätzlich Analysenergebnisse
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B.: Österr. UZ 43)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss bestimmter gefährlicher Einzelstoffe (Borate)
zusätzlich für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

Für  Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen ist nachzuweisen, dass diese keine der folgenden Stoffe als konstitutionelle Bestandteile (d.h. als Stoffe, die unverändert im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten oder abspalten:

  • Borsäure
  • Dibortrioxid
  • Tetrabordinatriumheptaoxid,
  • Dinatriumtetraborat

Verunreinigungen sind bis höchstens 0,1 Gewichtsprozent erlaubt.

Nachweismöglichkeiten:

  • Leistungserklärung (wenn in/mit dieser keine Borate oder keine SVHC benannt sind; kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage)
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 132, natureplus Qualitätszeichen RL0100ffRL0300ffÖsterr. UZ 44)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Einhaltung des AgBB-Bewertungsschemas

Für Fließbeschichtungen auf Polyurethan- oder Epoxidharzbasis ist bei Verwendung in Aufenthaltsräumen einschließlich zugehöriger Nebenräume ein Emissions-Prüfbericht vorzulegen, der die Einhaltung des  AgBB-Bewertungsschemas zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen nachweist.

Nachweismöglichkeiten:

  • Emissions-Prüfbericht
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 132, natureplus Qualitätszeichen RL0100ffRL0300ff)

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf Kriteriensteckbriefen des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesministeriums für Umwelt, Natur, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau:

Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) / AgBB-Bewertungsschema, Umweltbundesamt (Download)

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen

   
  Was bedeutet QN1, QN2 usw.? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB). Der Kriteriensteckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein. QN5 ist dabei das höchste Qualitätsniveau mit den strengsten Anforderungen.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

  Warum können die Textbausteine zu den einzelnen QNs nicht kürzer gefasst werden? Inhalt aufklappen
 

In Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) wird oft ersatzweise für Einzelanforderungen auf freiwillige Produktkennzeichnungen wie Umweltzeichen (z.B. Blauer Engel) als Hauptanforderung verwiesen. Diese stellen meist umfangreiche materialökologische Anforderungen an das Produkt.

Im Rahmen der Zertifizierung nach BNB ist es zulässig, vergleichbare Nachweise heranzuziehen. Dieser Konformitätsnachweis kann z.B. direkt über andere Produktkennzeichnungen mit denselben Anforderungen erfolgen. (Hilfe dazu s. Reiter Übersicht und Nachweis in den Textbausteinen). Hat das Produkt jedoch keine passende Produktkennzeichnung, muss jede relevante Einzelanforderung der ursprünglich geforderten Produktkennzeichnung nachgewiesen werden.
Auch unabhängig von einer Zertifizierung müssen öffentliche Auftraggeber aus vergaberechtlichen Gründen Produkte zulassen, die zwar die geforderte Produktkennzeichnung nicht führen, jedoch entsprechende Konformitätsnachweise für die gewünschten Anforderungen vorlegen können. (s. dazu auch Informationen unten zur öffentlichen Beschaffung)
Daher genügt ein einfacher Verweis auf die gewünschte Produktkennzeichnung nicht. Um Nachweis und Prüfung zu ermöglichen, müssen die jeweiligen Einzelanforderungen der Produktkennzeichnung bekannt und benannt sein. Entsprechend umfangreich fällt daher ggf. die Beschreibung der materialökologischen Anforderungen aus.

Einem privaten Auftraggeber steht es u.U. frei, ein Produkt zu fordern, das über die entsprechende Produktkennzeichnung verfügt, ohne dass er hierzu auch den gesamten Anforderungskatalog aufzählen muss. Er kann dann die Textbausteine mit den materialökologischen Anforderungen, mit Bezugnahme auf die entsprechende Produktkennzeichnung, erheblich verkürzen.

Sind solche Produktkennzeichnungen den Anforderungen zugrunde gelegt, so werden diese zu Beginn der Textbausteine benannt.

Tipps für weitere Informationen zum Thema

  • Weitere ausführliche Information zu Inhalt, Aufbau und Verwendung der Textbausteine siehe Reiter Erläuterung.
  • Tabellarische Übersicht zu den jeweiligen materialökologischen Anforderungen und Nachweismöglichkeiten (auch zu Alternativen) siehe Reiter Übersichtstabelle
  • Das Umweltbundesamt hat für öffentliche Auftraggeber Schulungsskripte für die Beschaffung umweltfreundlicher Produkte (auch Bauprodukte) herausgegeben. Skript 3 enthält ausführliche Informationen zum Umgang mit Produktkriterien aus Umweltzeichen.
 
  Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen, sowie zu Nachweisen über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel Inhalt aufklappen
 

Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen

In Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 finden sich Informationen zur Dokumentation und den erforderlichen Nachweisen. In Abhängigkeit von Produkt- und Schadstoffgruppe können das zum Beispiel Herstellerauskunft nach REACH, Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung,allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), PDB (Produktdatenblatt), TM (technisches Merkblatt), SDB (Sicherheitsdatenblatt), begründete Herstellererklärung oder EPDs (Umwelt-Produktdeklaration) sein. Unter anderem sind dort auch der Umfang der Dokumentationspflicht, die einzelnen Nachweisdokumente und geeignete Analysemethoden erläutert.
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Tabelle 2, Übersicht der grundsätzlich relevanten Nachweisdokumente
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Anlage 1, Übersichtstabelle aller Qualitätsanforderungen gemäß Qualitätsniveau 1 bis 5.

Zu beachten ist immer, dass bei freiwilligen Unterlagen, die nicht gesetzlich oder durch Verordnung vorgeschriebenen sind, die Angaben zu relevanten Schadstoffen unterschiedlich oder eventuell auch gar nicht enthalten sein können. Das bedeutet, dass beispielsweise PDB oder TM nur zum Nachweis durch den Hersteller dienen können, wenn hier auch hinreichende Angaben zu einer bestimmten Schadstoffgruppe gemacht werden. Das Fehlen von Angaben zu einer Schadstoffgruppe in diesen oder ähnlichen Dokumenten stellt keinesfalls sicher, dass diese in dem Produkt nicht enthalten sind, da es keine verbindlichen Vorgaben zu diesen Dokumenten gibt. Auch ein Sicherheitsdatenblatt unterliegt keiner Regelung über seinen Inhalt, wenn es für eine Produktgruppe nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Leistungserklärung, abZ und Sicherheitsdatenblatt werden in WECOBIS i.d.R. nur als Nachweismöglichkeit angegeben, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind. (siehe Reiter Übersichtstabelle)

Hinweise zur Nachweisführung über geeignete Umweltzeichen oder Deklarationen

Ein Konformitätsnachweis kann auch durch geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel, z. B. Blauer Engel, natureplus-Qualitätszeichen, Österreichisches Umweltzeichen oder andere Produktdeklarationen erfolgen. Bekannte Nachweismöglichkeiten über Umweltzeichen und Gütesiegel sind jeweils am Ende der stofflichen Anforderungen aufgeführt. Sie haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher kann es durchaus weitere Umweltzeichen oder Gütesiegel geben, die als Konformitätsnachweis geeignet sind.
Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.
Wird als Anforderung ein GISCODE genannt, sind für das jeweilige Qualitätsniveau nur Produkte mit der genannten GISCODE-Eigenschaft zugelassen. Da es sich beim GISCODE um eine Selbsteinstufung durch den Hersteller (kein Umweltzeichen, sondern die Einordnung in ein bestimmtes Eigenschaftsprofil) handelt, kann diese auch bereits über die zur Dokumentation erforderlichen Unterlagen (SDB, PDB, TM) nachgewiesen werden. Enthalten diese dazu keine Informationen, ist eine zusätzliche Herstellererklärung erforderlich.

Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen für QN5 (einschließlich QN4) / Dämmstoffe in Innenräumen

   
  Welche Anforderungen werden in QN5 (einschließlich QN4) an Dämmstoffe in Innenräumen  gestellt? Was kann damit erreicht werden? Inhalt aufklappen
 

Neben den Anforderungen zur Dokumentation und Deklaration gemäß QN1 sind für Dämmstoffe in Innenräumen ab QN5 alle Anforderungen hinsichtlich gefährlichen und besonders besorgniserregenden Stoffen (SVHC), hinsichtlich halogenierten Treibmitteln und Bioziden sowie hinsichtlich VOC und Formaldehyd, die gemäß Blauer Engel RAL-UZ 132 gestellt werden, einzuhalten.

Das heißt, dass die Anforderungen ab QN5 derzeit  von Kunstschaum-Dämmstoffen nicht  erfüllt werden können, da sie immer halogenierte Verbindungen als Flammschutzmittel (FSM) enthalten. Diese sind im Blauen Engel grundsätzlich ausgeschlossen. Auch bei den Alternativen zu Hexbromcyclododecan (Infos dazu siehe Lexikon / HBCD) bei EPS und XPS handelt es sich um halogenierte Verbindungen.
Nur Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen (z.B. Mineralwolle-Dämmstoffe, Calciumsilikat-Dämmplatten) oder nachwachsenden Rohstoffen (z.B. Holzfaserdämmplatten) können derzeit alle Anforderungen erfüllen.

  Wie können die Anforderungen für QN5 (einschließlich QN4) erfüllt bzw. die Erfüllung nachgewiesen werden? Inhalt aufklappen
  Qualitätsniveau (QN)1 umfasst die Dokumentation und Deklaration der Bauprodukte und muss immer erfüllt werden. Für Dämmstoffe in Innenräumen sind dafür mindestens das Produktdatenblatt (PDB) und/oder Technisches Merkblatt (TM) erforderlich.
Für Dämmstoff-Produkte mit Blauem Engel RAL-UZ 132 sind alle ab QN5 erforderlichen Nachweise zu den verschiedenen Stoffausschlüssen ohne weiteren Nachweis erbracht. Hier sind lediglich die für die Dokumentation erforderlichen Unterlagen vorzulegen. Dämmstoffe mit dem natureplus-Qualitätszeichen erfüllen diese Anforderungen nur mit Einschränkungen (Erläuterung siehe Reiter Übersicht in der jeweiligen Nachweisspalte und in den Fußnoten). Für Dämmstoff-Produkte ohne eines dieser Umweltzeichen müssen abhängig von der Dämmstoffart alle unten angeführten Anforderungen einzeln, i.d.R. über Herstellererklärungen, nachgewiesen werden.
Nur Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen (z.B. Mineralwolle-Dämmstoffe, Calciumsilikat-Dämmplatten) oder nachwachsenden Rohstoffen (z.B. Holzfaserdämmplatten) können derzeit alle Anforderungen erfüllen. Aufgrund der enthaltenen halogenierten Verbindungen ist die Erfüllung der Anforderungen ab QN5 für Kunstschaum-Dämmstoffe derzeit nicht möglich.

Download als PDF

Textbausteine Qualitätsniveau 5 / BNB_BN_1.1.6 für Dämmstoffe in Innenäumen

Hinweise:
Die folgenden Textbausteine gelten für Dämmstoffe in Innenräumen. Für Spritz- und Montageschäume, die ggf. ebenfalls in Innenräumen eingesetzt werden, gibt es eigene materialökologische Anforderungen.
Dämmstoffe mit dem Blauen Engel RAL-UZ 132 erfüllen alle Anforderungen bis einschließlich QN5. Da sich Kunstschaum-Dämmstoffe allerdings aufgrund des Ausschlusses halogenierter organischer Verbindungen grundsätzlich nicht für den Blauen Engel zertifizieren können, wird dieser bei den jeweiligen Anforderungen (aufgrund fehlender Produkte) auch nicht als Nachweismöglichkeit angegeben.

Produktanforderung
Produkte gemäß Blauer Engel RAL-UZ 132 Wärmedämmstoffe und Unterdecken oder gleichwertig hinsichtlich der Anforderungen zu gefährlichen Stoffen und SVHC, Bioziden, halogenierten Treibmitteln sowie VOC und Formaldehyd
(von Kunstschaum-Dämmstoffen derzeit nicht vollständig erfüllbar)

 

Nachfolgende detaillierte Anforderungen an die Produkt-Dokumentation und -Deklaration sowie an die Inhaltsstoffe sind gemäß Blauer Engel (RAL-UZ 132) für Dämmstoffe in Innenräumen einzuhalten:

Allgemeine Produktdokumentation

Die Dokumentation der eingesetzten Produkte und deren Eigenschaften dient dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte.
Mindestens vorzulegen sind hierfür:

  • Produktdatenblatt (PDB) / Technisches Merkblatt (TM) mit Herstellername und Produktbezeichnung
  • Leistungserklärung
  • Sicherheitsdatenblatt (SDB) (falls vorhanden, für Erzeugnisse nicht verpflichtend)

Ausschluss krebserzeugender, erbgutverändernder, fortpflanzungsgefährdender (CMR-)Stoffe

Es dürfen keine Stoffe mit folgenden Eigenschaften als konstitutionelle Bestandteile (d.h. als Stoffe, die unverändert im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten sein oder abgespalten werden:

  • Stoffe, die gemäß den Kriterien der EG-Verordnung 1272/2008 eingestuft sind als 
    karzinoge
    n (krebserzeugend) der Kategorie Karc. 1A oder Karc. 1B, keimzellmutagen (erbgutverändernd) der Kategorie Muta. 1A oder Muta. 1B, reproduktionstoxisch (fortpflanzungsgefährdend) der Kategorie Repr. 1A oder Repr. 1B
    Diesen Gefahrenkategorien entsprechen folgende H-Sätze (bzw. R-Sätze gemäß Richtlinie 67/548/EWG):

    - H340, R46: Kann genetische Defekte verursachen.
    - H350, R45: Kann Krebs erzeugen.
    - H360F, R60: Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
    - H360D, R61: Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
    - H360FD, R60/61: Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
    - H360Fd, R60/63: Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen.
    - H360Df, R61/62: Kann das Kind im Mutterleib schädigen. Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

  • Stoffe, die in der TRGS 905 eingestuft sind als:
    - krebserzeugend (K1, K2)
    - erbgutverändernd (M1, M2)
    - fortpflanzungsgefährdend (RF1, RF2)
    - fruchtschädigend (RE1, RE2)
  • Stoffe, die in der MAK-Liste eingestuft sind als
    - krebserzeugende Arbeitsstoffe Kategorie 1 oder Kategorie 2
    - keimzellmutagene Arbeitsstoffe Kategorie 1 oder Kategorie 2

Nachweismöglichkeiten: 

Ausschluss toxischer und akut toxischer Stoffe

Es dürfen keine Stoffe mit folgenden Eigenschaften als konstitutionelle Bestandteile (d.h. Stoffe, die im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten sein, die gemäß den Kriterien der EG-Verordnung 1272/2008 (bzw. der Richtlinie 67/548/EWG) mit den im Folgenden genannten H-Sätzen (bzw. R-Sätzen) eingestuft sind:

  • H300, R28: Lebensgefahr bei Verschlucken
  • H301, R25: Giftig bei Verschlucken
  • H310, R27: Lebensgefahr bei Hautkontakt
  • H311, R24: Giftig bei Hautkontakt
  • H330, R26: Lebensgefahr bei Einatmen
  • H331, R23: Giftig bei Einatmen
  • H370, R39/23/24/25/26/27/28: Schädigt die Organe
  • H372, R48/25/24/23: Schädigt die Organe

Nachweismöglichkeiten: 

Ausschluss halogenierter organischer Verbindungen

Bei der Herstellung der Dämmstoffe dürfen keine halogenierten organischen Verbindungen, z.B. als Bindemittel, Flammschutzmittel, Antischmutzausrüstung oder Treibmittel (z.B. fluorierte Treibhausgase [H-FKW] oder teilhalogenierte Fluorchlorkohlenwasserstoffe [H-FCKW]) eingesetzt werden. Die Dämmstoffe dürfen außerdem keine halogenierten organischen Verbindungen als Flammschutzmittel enthalten. 

Nachweismöglichkeiten:  

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B.: Blauer Engel RAL-UZ 132, natureplus Qualitätszeichen RL0100ff, RL0400ff)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss von Phthalaten (Weichmacher)

Bei der Herstellung der Dämmstoffe dürfen keine weichmachenden Substanzen aus der Klasse der Phthalate eingesetzt werden. Als Verunreinigungen dürfen nicht mehr als 0,1 Masseprozent Phthalate im Erzeugnis enthalten sein.

Nachweismöglichkeiten: 

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind, ggf. chem. Analyse (Im Falle eines Nachweises ist der Gehalt an Phthalaten durch Extraktion einer Materialprobe und Analyse mit GC/MS zu bestimmen. Die quantitative Bestimmung der Zielsubstanzen erfolgt mit internem Standard und Vergleichsgemisch.)
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechend (z. B.: Blauer Engel RAL-UZ 132Österr. UZ 43)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss von Bioziden

Die Dämmstoffe dürfen keine Biozide enthalten. Die Definition von „Biozid“ entspricht dabei der Biozid-Verordnung in geltender Fassung.

Nachweismöglichkeiten: 

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechend (z. B.: Blauer Engel RAL-UZ 132, natureplus Qualitätszeichen (RL0100ff, RL0400ff)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss von Bioziden in der Beschichtung von Unterdecken

Die Beschichtungen der Unterdecken dürfen keine Biozide enthalten, ausgenommen sind die im folgenden genannten Mikrobizide als Topfkonservierer mit den dort genannten Gehalten.

Topfkonservierung / Ausnahmen zu den ausgeschlossenen Bioziden

Folgende Wirkstoffe bzw. Wirkstoffkombinationen können alternativ zur Topfkonservierung verwendet werden:

a) Titandioxid/Silberchlorid max. 100 ppm bezogen auf Silberchlorid 
b) MIT/BIT im Verhältnis 1:1: max. 200 ppm 
c) CIT/MIT im Verhältnis 3:1: max 15 ppm 
d) IPBC: max. 80 ppm 
e) BIT: max. 200 ppm 
f) BNPD: max. 200 ppm 
g) BNPD + CIT/MIT (3:1): max. 130 ppm + max. 15 ppm 
h) BNPD + CIT/MIT (3:1): max. 150 ppm + max. 10 ppm 
i) BNPD + CIT/MIT (3:1): max. 170 ppm + max. 5 ppm 
j) MIT/BIT (1:1) + CIT/MIT (3:1):  max. 150 ppm + max. 12,5 ppm 
k) MIT/BIT (1:1) + CIT/MIT (3:1): max. 125 ppm + max. 15 ppm 
l) DBDCB: max. 500 ppm 
m) BIT + CIT/MIT (3:1):  max. 150 ppm + max. 12,5 ppm 
n) BNPD + MIT/BIT (1:1): max. 120 ppm + max. 75 ppm 
o) ZNP + BIT: max. 100 ppm + max. 100 ppm 
p) ZNP + MIT/BIT (1:2 bis 1:1): max. 50 ppm + max. 150 ppm 
q) BNPD + BIT: max. 100 ppm + max. 100 ppm 
r) NaP + BIT: max. 50 ppm + max. 150 ppm 
s) N-(3-aminopropyl)-N-dodecylpropane-1,3-diamine (CAS 2372-82-9) + MIT/BIT (1:1): max. 81 ppm + max. 150 ppm
t) MIT/BIT (1:1) + Silberchlorid: max. 185 ppm + max. 15 ppm

BIT = 1,2- Benzisothiazol-3(2H)-on 
BNPD = 2-Brom-2-nitropropan-1,3-diol 
CIT = 5-Chlor-2-methyl-4-isothiazolin-3-on 
DBDCB =1,2-Dibrom-2,4-dicyanbutan 
IPBC = 3-Jod-2-Propinyl-butylcarbamat 
MIT = 2-Methyl-4-isothiazolin-3-on NaP = Natriumpyrithion 
ZNP = Zinkpyrithion

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechend (z. B.: Blauer Engel RAL-UZ 132,, natureplus Qualitätszeichen (RL0100ff, RL0400ff)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Grenzwerte für flüchtige organische Verbindungen (VOC) einschließlich organische Lösemittel und Formaldehyd

Die Produkte dürfen in Anlehnung an die vom Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) erarbeitete „Vorgehensweise bei der gesundheitlichen Bewertung der Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC und SVOC) aus Bauprodukten“ folgende Emissionswerte in der Prüfkammer nicht überschreiten:

  • Summe flüchtiger organischer Verbindungen C6 - C16 (TVOC):
    maximal 0,1 mg je m3 nach 28 Tagen
  • Summe schwer flüchtiger organischer Verbindungen C16 - C22 (TSVOC):
    maximal 0,02 mg je m3 nach 28 Tagen
  • krebserzeugende Stoffe (K1 und 2 nach Richtlinie 67/548/EWG bzw. Klassen 1A und 1B nach CLP-Verordnung 1272/2008):
    maximal 0,001 mg je m3 nach 28 Tagen je Einzelwert
  • Summe aller VOC ohne NIK: maximal 0,05 mg je m3 nach 28 Tagen
  • R-Wert: maximal 1 nach 28 Tagen
  • Formaldehyd: maximal 0,05 ppm nach 28 Tagen

Die Prüfung kann ab dem 7. Tag nach Beladung abgebrochen werden, wenn die geforderten Endwerte des 28. Tages vorzeitig erreicht werden und im Vergleich zur Messung am 3. Tag kein Konzentrationsanstieg einer der nachgewiesenen Substanzen feststellbar ist.

Nachweismöglichkeiten:

  • Emissions-Prüfbericht gemäß Teil II der Grundsätze des DIBt zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten in Innenräumen, basierend auf der Norm DIN EN ISO 16000-9, das die Einhaltung dieser Anforderung bestätigt
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechend (z. B.: Blauer Engel RAL-UZ 132)
  • EPD (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf Kriteriensteckbriefen des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesministeriums für Umwelt, Natur, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau:

Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) / AgBB-Bewertungsschema, Umweltbundesamt (Download)

RAL Vergabegrundlage für Umweltzeichen: Blauer Engel RAL-UZ 132 Emissionsarme Wärmedämmstoffe und Unterdecken für die Anwendung in Gebäuden Ausgabe Oktober 2010, in der Version "Verlängerung bis 31.12.2019" (Zugriff 10/2017) 

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zum Reiter "Innenraumluft"

   
  Worum geht es im Reiter "Innenraumluft"? Inhalt aufklappen
 

Im Reiter "Innenraumluft" finden sich Anforderungen, die zur Sicherstellung der Luftqualität im Innenraum unter hygienischen Gesichtspunkten beitragen sollen, damit es zu keinen negativen Effekten hinsichtlich der Befindlichkeit und gesundheitlichen Beeinträchtigung der Raumnutzer aufgrund verunreinigter Innenraumluft kommt.
WECOBIS orientiert sich hier an den Anforderungen von Kriteriensteckbrief BNB_BN_3.1.3 "Innenraumlufthygiene" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des BMUB / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau. Dort erfolgt die Gesamtbewertung über eine Raumluftmessung auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt sowie über den Kohlendioxidgehalt der Innenraumluft (personenbezogenen Außenluftvolumenstrom), welche jeweils zu 50 % in die Bewertung eingehen. Zudem ist die mikrobiologische Situation zu prüfen und zu dokumentieren.

In WECOBIS wird nur die Raumluftmessung auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt des Kriteriensteckbriefs 3.1.3 betrachtet, da diese materialrelevant ist. Der Kriteriensteckbrief selbst stellt keine direkten Materialanforderungen. Der Erfüllungsnachweis erfolgt über die Ergebniskontrolle. Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte aber dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert.
Bei Anwendung der in WECOBIS dargestellten Material- und Produktanforderungen kann - unter gleichzeitiger Beachtung der Anforderungen an den Kohlendioxidgehalt  und die mikrobiologischen Situation - mit einer guten Luftqualität im Innenraum und der Erfüllung eines hohen Anforderungsvieaus (hohe Punktezahl) im Kriterium gerechnet werden.

In der Regel lassen die Anforderungen des höchsten Qualitätsniveaus von Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" (siehe Reiter "Lokale Umwelt") in Bezug auf VOC und Formaldehyd-Emissionen auch einen hohen Erfüllungsgrad für Kriteriensteckbrief BNB_BN_3.1.3 erwarten. Zum Teil werden aber auch weitergehende Produktanforderungen empfohlen. Diese werden dann hier im Reiter "Innenraumluft" dargestellt.
Ein Textbaustein, mit dem Planungs- und Baubeteiligte gewerkeübergreifend über die geplante Raumluftmessung informiert werden können, findet sich unter "Planungsziele Innenraumluft".

Hinweis zur Bewertung nach BNB:
Zur Einordnung und Gewichtung der vollständigen Anforderungen der Kriteriensteckbriefe  ist eine weitergehende Kenntnis der Inhalte erforderlich.

  Was hilft mir die folgende Übersichtstabelle? Welche Bedeutung haben die Icons in der Mitte? Inhalt aufklappen
 

Die folgende Übersichtstabelle zeigt materialökologische Anforderungen in Anlehnung an Kriteriensteckbrief BNB_BN_3.1.3 „Innenraumlufthygiene" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des BMUB.
→ weitere Erläuterungen siehe oben unter "Worum geht es im Reiter Innenraumluft?"

Erläuterung der Tabellenstruktur

In der Vertikalen teilt sich die Tabelle in 2 Hauptbereiche. In der linken Hälfte der Tabelle finden sich die materialökologischen Anforderungen. Neben der Anforderung selbst gibt die Tabelle noch Auskunft darüber, welches Schutzziel damit angestrebt wird. Die rechte Hälfte der Tabelle gibt darüber Auskunft, wie der Nachweis für die jeweilige Einzelanforderung erbracht werden kann. Dabei werden zunächst ggf. vorhandene Umweltzeichen genannt, die einen einfachen Konformitätsnachweis ermöglichen. Anschließend folgen Hinweise auf weitere Nachweismöglichkeiten wie z.B. andere Produktdeklarationen oder chem. Analysen.

In der Horizontalen gliedert sich die Tabelle in 2 Abschnitte. Zwischen den Anforderungen unter "Lokale Umwelt" (gemäß BNB_BN_1.1.6) und unter "Innenraumluft" (gemäß BNB_BN_3.1.3) besteht ein enger Zusammenhang. Im ersten Abschnitt werden daher ggf. Anforderungen genannt, die unter "Lokale Umwelt" zu finden sind und bereits zu einem höheren Erfüllungsgrad bei der Bewertung der Raumluftqualität nach BNB_BN_3.1.3 beitragen.
Im zweiten Abschnitt werden zusätzliche Anforderungen an besonders emissionsarme Produkte genannt, die zur weitergehenden Absicherung eines hohen Erfüllungsgrades bei der Bewertung der Raumluftqualität beitragen können.

Icons

Die Icons in der Spalte "Hauptziel der Anforderung" verdeutlichen übersichtlich, welches Schutzziel mit einer Anforderung angesprochen wird (siehe Legende unter der Übersichtstabelle). Letztlich ist es fast nie so, dass mit einer Anforderung nur ein Schutzziel angestrebt wird. Meist sind mehrere Bereiche oft auch indirekt betroffen. Die Icons dürfen deshalb nur zur Orientierung dienen - ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Ausschließlichkeit.

Auch die sorgfältige Dokumentation der verwendeten Baumaterialien und Stoffe leistet einen indirekten Beitrag und ist deshalb grundsätzlich mit dem Baum für "lokale Umwelt" markiert. 

  Wo finde ich die Textbausteine? Inhalt aufklappen
 

Die Übersichtstabelle zeigt alle Anforderungen zum Thema "Innenraumluft" in Kurzform. Im Reiter "Erläuterung" finden sich allgemeine Hinweise zur Verwendung aller Anforderungen und Textbausteine. Die Textbausteine zur "Innenraumluft" sind im Reiter "Anforderungen" zu finden. Die Texte sind einfach formatiert, um möglichst unkompliziert auch in Ausschreibungsprogrammen verwendet werden zu können.

Übersicht möglicher Einzelanforderungen (Kurztext) für Dämmstoffe in Innenräumen

Materialökologische Anforderungen
Dämmstoffe in Innenräumen (einschließlich Trittschalldämmung)
Stand 10/2017 
Nachweismöglichkeiten
Kriteriensteckbrief BNB_BN_3.1.3 Innenraumlufthygiene  
Kurztext Hauptziel der Anforderung Umweltzeichen Sonstige
Anforderungen gemäß BNB_BN_1.1.6  Risiken für die lokale Umwelt, die bereits zu einer höheren Qualität der Innenraumluft beitragen.
Anforderungen gemäß QN1 (Mindestanforderung):
Dokumentation
Erläuterung:
Die Dokumentation selbst trägt zwar noch nicht zu einer höheren Qualität der Innenraumluft bei, erleichtert aber ggf. die Suche nach Verursachern von Raumluftproblemen und dient der Qualitätskontrolle.

Symbol lokale Umwelt

Produktdatenblatt (PDB), Technisches Merkblatt (TM),
Sicherheitsdatenblatt (SDB) + ggf. Nachweise / Herstellererklärungen für weitere Anforderungen,
EPD (wenn vorh.)
Anforderungen gemäß QN4:
Einhaltung AgBB-Schema
Symbol lokale UmweltSymbol Innenraumluft EPD mit Einschränkung1, für PU-Dämmstoffe:
pure life-Siegel der ÜGPU e.V. (Überwachungsgemeinschaft Polyurethan-Hartschaum e.V.)
höhere Anforderungen gemäß QN5: 
Blauer Engel RAL-UZ 1322 (Einzelanforderungen siehe Lokale Umwelt)
Hinweis:

Die Anforderungen gemäß QN5 / Pos. 36b (RAL-UZ 132) sind von Kunstschaum-Dämmstoffen derzeit nicht vollständig erfüllbar. Der Blaue Engel schließt halogenierte organische Verbindungen als Flammschutzmittel aus, die in Kunstschaum-Dämmstoffen aber enthalten sind.
Symbol lokale UmweltSymbol InnenraumluftSymbol Rückbau + Verwertung EPD/PDB/TM mit Einschränkung1, div. Herstellererklärungen, Emissionsprüfbericht
weitergehende Anforderungen an besonders emissionsarme Produkte, die zu einer hohen Qualität der Innenraumluft beitragen.
Dämmstoffe aus mineralischen oder nachwachsenden Rohstoffen:
keine weitergehenden Anforderungen3
- -
Sofern Kunstschaum-Dämmstoffe eingesetzt werden sollen3:
Einhaltung der Anforderungen von Lokale Umwelt / QN5 (gemäß Blauer Engel RAL-UZ 132), außer "Ausschluss halogenierter organischer Verbindungen als Flammschutzmittel"
Symbol lokale UmweltSymbol InnenraumluftSymbol Rückbau + Verwertung Emissions-Prüfbericht

 
Symbol lokale Umwelt
Diese Anforderung dient dem Schutz der lokalen Umwelt (Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft). Inhaltlich eingeschlossen ist auch der Gesundheitsaspekt Arbeitshygiene und im Prinzip auch die Innenraumluft. Diese wird allerdings mit einem eigenen Icon zusätzlich markiert.
Symbol Innenraumluft
Diese Anforderung dient der Sicherstellung der Luftqualität im Innenraum unter hygienischen Gesichtspunkten. Sie trägt damit auch zu einem höheren Erfüllungsgrad bei der Bewertung der Raumluftqualität nach BNB_BN_3.1.3 bei.
Mit dieser Anforderung werden auch Umwelt- und Gesundheitsaspekte im Zuge von Rückbau und Verwertung berücksichtigt.

1 Produktdatenblätter (PDB) oder Technische Merkblätter (TM) folgen keinerlei Regeln und können nur als Nachweis herangezogen werden, wenn die erforderlichen Informationen auch prüfbar (d.h. z.B. das Fehlen von ausgeschlossenen Stoffen muss genannt sein) enthalten sind.
EPD: die angeführten Kriterien sind auch keine standardisierten Parameter einer EPD (Umweltproduktdeklaration) gemäß EN 15804 Grundregeln für die Produktkategorie Bauprodukte. In der Regel werden solche Informationen - wenn überhaupt - dann auch nur bei Produktdeklarationen und nicht bei Branchendeklarationen zu finden sein.
2 Sofern innerhalb der Qualitätsniveaus auf aggregierte Produktkennzeichnungen verwiesen wird (Giscode, Emicode, Blauer Engel etc.), ist es zulässig vergleichbare Nachweise (weitere Umweltzeichen, Angaben in Sicherheits- oder Produktdatenblättern etc.) heranzuziehen. Dabei bezieht sich die Vergleichbarkeit nur auf die Anforderungen hinsichtlich der jeweiligen Schadstoffgruppen gemäß Anlage 1 + 2 / BNB Kriterium 1.1.6.. Bei den Einzelanforderungen werden deshalb nur die für die Vergleichbarkeit notwendigen Anforderungen genannt.
Die für die Innenraumluftqualität relevanten Anforderungen an Emissionsgrenzwerte des Blauen Engel RAL-UZ 132 und des natureplus Qualitätszeichens sind nicht identisch. Hinsichtlich VOC ist der Blaue Engel strenger, hinsichtlich Formaldehyd das natureplus-Qualitätszeichen. Beim natureplus-Qualitätszeichen werden wiederum mehr Werte und Einzelstoffe ab einer niedrigeren Nachweisgrenze abgeprüft. Trotzdem kann das natureplus-Qualitätszeichen in diesem Punkt nicht automatisch als gleichwertig bezeichnet werden.
Der Blaue Engel (RAL-UZ 132stellt bereits strenge Anforderungen zur Vermeidung von VOC und Formaldehyd-Emissionen in die Innenraumluft. Es werden daher keine weitergehenden Anforderungen an Dämmstoffe aus mineralischen oder nachwachsenden Rohstoffen gestellt.
Kunstschaum-Dämmstoffe können die Anforderungen des BE nicht vollständig erfüllen. Sollen diese in Innenräumen verwendet werden, ist es zur Sicherung der Innenraumluftqualität empfehlenswert, zusätzlich zu den Anforderungen bis QN4 die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte des BE für VOC und Formaldehyd zu fordern. Diese sind auch deutlich strenger als das AgBB-Bewertungsschema, das für QN4 gefordert wird und z.B. Formaldehyd nur über den R-Wert begrenzt. 

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf Kriteriensteckbriefen des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesministeriums für Umwelt, Natur, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau:

Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) / AgBB-Bewertungsschema, Umweltbundesamt (Download)

RAL Vergabegrundlage für Umweltzeichen: Blauer Engel RAL-UZ 132 Emissionsarme Wärmedämmstoffe und Unterdecken für die Anwendung in Gebäuden Ausgabe Oktober 2010, in der Version "Verlängerung bis 31.12.2019" (Zugriff 10/2017) 

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zum Reiter "Innenraumluft"

   
  Worum geht es im Reiter "Innenraumluft"? Inhalt aufklappen
 

Im Reiter "Innenraumluft" finden sich Anforderungen, die zur Sicherstellung der Luftqualität im Innenraum unter hygienischen Gesichtspunkten beitragen sollen.
WECOBIS orientiert sich hier an den Anforderungen von Kriteriensteckbrief 3.1.3 "Innenraumlufthygiene" (BNB_BN_3.1.3) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des BMUB / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau. Dort erfolgt die Gesamtbewertung über eine Raumluftmessung auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt sowie über den Kohlendioxidgehalt der Innenraumluft (personenbezogenen Außenluftvolumenstrom), welche jeweils zu 50 % in die Bewertung eingehen. Zudem ist die mikrobiologische Situation zu prüfen und zu dokumentieren.

In WECOBIS wird nur die Raumluftmessung auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt des Kriteriensteckbriefs 3.1.3 betrachtet, da diese materialrelevant ist. Der Kriteriensteckbrief selbst stellt keine direkten Materialanforderungen. Der Erfüllungsnachweis erfolgt über die Ergebniskontrolle. Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte aber dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert.
Bei Anwendung der in WECOBIS dargestellten Material- und Produktanforderungen kann - unter gleichzeitiger Beachtung der Anforderungen an den Kohlendioxidgehalt und die mikrobiologischen Situation - mit einer guten Luftqualität im Innenraum und einem hohen Erfüllungsgrad (hohe Punktezahl) im Kriterium gerechnet werden.

In der Regel lassen die Anforderungen des höchsten Qualitätsniveaus von Kriteriensteckbrief 1.1.6 (s. Reiter "Lokale Umwelt") in Bezug auf VOC und Formaldehyd-Emissionen auch einen hohen Erfüllungsgrad für Kriteriensteckbrief 3.1.3 erwarten. Zum Teil werden aber auch weitergehende Produktanforderungen empfohlen. Diese werden dann hier im Reiter "Innenraumluft" dargestellt.
Ein Textbaustein, mit dem Planungs- und Baubeteiligte gewerkeübergreifend über die geplante Raumluftmessung informiert werden können, findet sich unter "Planungsziele Innenraumluft".

Hinweis zur Bewertung nach BNB:
Zur Einordnung und Gewichtung der vollständigen Anforderungen der Kriteriensteckbriefe ist eine weitergehende Kenntnis der Inhalte erforderlich.

Allgemeine Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen zur Innenraumlufthygiene (BNB_BN_3.1.3)

   
  Wie sind die Textbausteine zur Innenraumlufthygiene aufgebaut? Was bedeutet Textbausteine Teil 1 (Planungsziele Innenraumluft) und Textbausteine Teil 2 (Produktanforderungen zur Innenraumlufthygiene)? Inhalt aufklappen
 

In WECOBIS werden Empfehlungen zu Material- und Produktanforderungen gegeben, die zu einer guten Luftqualität und damit zu einem guten Ergebnis der Raumluftmessung der VOC- und Formaldehyd-Konzentration im Innenraum gemäß Kriteriensteckbrief BNB_BN_3.1.3 "Innenraumlufthygiene" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) beitragen sollen.
Diese Qualität der Innenraumluft soll erreicht werden, ohne einen unnötig hohen (energetischen) Aufwand für den Luftwechsel zu betreiben, da sich dieser wiederum negativ auf die Energiebilanz des Gebäudes auswirken würde.

Die Textbausteine werden in 2 separaten Textteilen angeboten:

  • Planungsziele Innenraumluft= Textbausteine Teil 1: Ankündigung und Beschreibung der Raumluftmessung am Ende der Bauphase und der gewünschten Qualitäten, die hierbei erreicht werden sollen (Zieldefinition). Dem Anwender der Textbausteine werden mögliche Qualitätsziele zur Innenraumluftqualität dargestellt, aus denen das angestrebte Ziel auszuwählen ist. Dieser Textbaustein ist unabhängig von den jeweiligen Bauproduktgruppen immer identisch und dient der Information sämtlicher Baubeteiligter.
    Achtung!
    Die Verwendung von Teil 1 der Textbausteine allein gewährleistet noch keine Verbesserung der Raumluftqualität. Es handelt sich nur um die Ankündigung und Beschreibung geplanter Kontrollmaßnahmen für die Einhaltung einer Zieldefinition.
  • Produktanforderungen zur Innenraumlufthygiene = Textbausteine Teil 2: Bauproduktgruppenspezifische Materialanforderungen, die geeignet sind, ein hohes Qualitätsniveau bei der Raumluftmessung sicherzustellen.
    Im WECOBIS-Modul Planungs- und Ausschreibungshilfen finden sich Produktanforderungen zu zahlreichen umwelt- und gesundheitsrelevanten Bauproduktgruppen (z.B. Kleb- und Dichtstoffe im Innenraum, Verlegewerkstoffe für Boden- und Wandbeläge, Elastische Bodenbeläge).
 
  Wie können die Textbausteine Teil 1 "Planungsziele Innenraumluft" verwendet werden? Inhalt aufklappen
 

Hinweis: Bei Textbaustein Teil 1 handelt es sich um einen gewerkeübergreifenden Textbaustein. Er befindet sich in einem eigenen Datenblatt.
→ Planungsziele Innenraumluft (Textbaustein Teil 1)

Textbausteine Teil 1 - Allgemeine Standardbeschreibung und Ankündigung Raumluftmessung

Der Textbaustein kann verwendet werden, um sämtliche Planungs- und Baubeteiligte über die Bewertung und Sicherstellung der Innenraumlufthygiene durch Raumluftmessung in Bezug auf flüchtige organische Verbindungen (VOC) und Formaldehyd gemäß Kriteriensteckbrief BNB_BN_3.1.3 "Innenraumlufthygiene"  des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB)  in Kenntnis zu setzen. 
Achtung! Die Verwendung von Teil 1 der Textbausteine allein gewährleistet noch keine Verbesserung der Raumluftqualität. Es handelt sich nur um die Beschreibung geplanter Kontrollmaßnahmen für die Einhaltung einer Zieldefinition .

Gemessen werden die  flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und Formaldehyd. Die Planungs- und Baubeteiligten werden durch die Beschreibung und Ankündigung der Raumluftmessung über ihre Durchführung, die Zielvorgaben und die etwaigen Auswirkungen bei Nichteinhaltung der damit verbundenen relevanten Produktanforderung informiert. Der Textbaustein kann zur allgemeinen Beschreibung der Planungs- und Qualitätssicherungsstandards sowie als Teil der allgemeinen Beschreibung der Bauaufgabe, als Hinweistext oder als Vorbemerkung in Leistungsverzeichnissen verwendet werden. Zu den Anforderungen von Kriteriensteckbrief  BNB_BN_3.1.3 in Bezug auf Kohlendioxidgehalt (Außenluftvolumenstrom) und mikrobiologische Situation werden in WECOBIS keine Angaben gemacht, da es sich nicht um materialspezifische Eigenschaften handelt, siehe hierzu auch oben stehende "Allgemeine Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen". In Kriteriensteckbrief BNB_BN_3.1.3 wird die Raumluftmessung zu VOC und Formaldehyd im Innenraum wie folgt bewertet: 

Wichtiger Hinweis zum Formaldehyd-Richtwert:
Im August 2016 wurde durch den Ausschuss für Innnenraumrichtwerte des Umweltbundesamtes (AIR) im Bundesgesundheitsblatt der neue Richtwert RW I (Vorsorgewert) für Formaldehyd in Höhe von 100 µg/m³ (0,1 mg/m³ statt bisher 0,12mg/m³) veröffentlicht. 
aktuelle Liste der Richtwerte → Umweltbundesamt / Ausschuss für Innenraumrichtwerte
ausführliche Informationen zum neuen Richtwert auch in WECOBIS → Sonderthemen /  Formaldehyd - Gesundheitliche Bedeutung / Innenraumrichtwerte

Auch wenn ein Gebäude nicht nach BNB zertifiziert werden soll, sollten Planungsziele zugrunde gelegt werden, die sich z.B. an diesen Qualitätsniveaus orientieren können. In Textbausteine Teil 1 werden daher die Anforderungen für alle 3 Qualitätsniveaus angegeben. Der Anwender soll dabei eine Auswahl treffen, welches Ziel (QN) für das Projekt als Zielvorgabe festgelegt ist.
Es wird nicht empfohlen, die Mindestanforderung entsprechend QN0 (hygienisch auffällig) als Planungsziel zu definieren.
Ein Unterschreiten der Mindestanforderung QN0 ist unbedingt zu vermeiden. Das Gebäude wäre dann als "hygienisch bedenklich" für den Nutzer einzustufen.

  Wie können die Textbausteine Teil 2 "Produktanforderungen zur Innenraumlufthygiene" verwendet werden? Inhalt aufklappen
 

Textbausteine Teil 2 - Produktanforderungen Innenraumlufthygiene

Die Textbausteine enthalten Empfehlungen für bauproduktgruppenspezifische Materialanforderungen, die geeignet sind - unter gleichzeitiger Beachtung der Anforderungen an den Kohlendioxidgehalt und die mikrobiologische Situation - eine gute Luftqualität im Innenraum sicherzustellen und die Erfüllung eines hohen Anforderungsniveaus (hohe Punktezahl) gemäß Kriteriensteckbrief BNB_BN_3.1.3, Teilkriterium " Flüchtige organische Stoffe (VOC) und Formaldehyd" zu ermöglichen.

Mit Hilfe der Textbausteine können die Materialanforderungen in Entwurfs- / Ausführungs- und Detailplanung sowie in den Leistungsverzeichnissen des Bauvertrages beschrieben werden.

Die Anforderung, möglichst emissionsarme Baumaterialien zu verwenden, wird in der Regel bereits durch die höheren Qualitätsniveaus des Kriteriensteckbriefs BNB_BN_1.1.6 "Lokale Umwelt" vorgegeben. Bei einzelnen Bauprodukten und Anwendungen können aber weitergehende Spezifikationen oder zusätzliche Anforderungen sinnvoll sein. Im Rahmen des Kriteriensteckbriefs BNB_BN_3.1.3 "Innenraumlufthygiene" werden Raumluftmessungen in exemplarischen Räumen bewertet. Es bestimmt daher immer die Summe der Emissionen aller hierfür relevanten Materialien und Bauprodukte insgesamt das Ergebnis.

  Wie soll mit den Alternativen im nachfolgenden Textbaustein verfahren werden? Inhalt aufklappen
 

Der nachfolgende Textbaustein enthält alternative Anforderungen, aus denen der Nutzer auswählen muss. Die einzelnen Alternativen sind durch einen Hinweistext gekennzeichnet. Bei der Verwendung in einer Leistungsbeschreibung ist jeweils nur der Text der gewünschten Alternative zu verwenden.

Alternative 1 beschreibt die Grundanforderung. Sie entspricht den materialökologischen Anforderungen aus Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt, QN4 / QN5 für diese Bauproduktgruppe.

Alternative 2 beschreibt weitergehende Anforderungen, die die Grundanforderung ergänzen bzw. in Einzelpositionen (nicht alle Positionen!) ersetzen.

Textbausteine Teil 2 / Produktanforderungen zur Innenraumlufthygiene (BNB_BN_3.1.3) für Dämmstoffe in Innenräumen

Hinweise: 
Textbaustein Teil 1 siehe Raumluftmessung Hinweistext, BNB_BN_3.1.3 Teil 1 (Erläuterung siehe oben)

Die folgenden Anforderungen gelten für Dämmstoffe bei der Verwendung in Innenräumen. Für Spritz- und Montageschäume, die ggf. ebenfalls in Innenräumen eingesetzt werden, gibt es eigene materialökologische Anforderungen.

falls Dämmstoffe aus mineralischen  oder nachwachsenden Rohstoffen zur Verwendung kommen können:

Alternative 1 

Produktanforderung
Produkte gemäß Blauer Engel RAL-UZ 132 Wärmedämmstoffe und Unterdecken oder gleichwertig hinsichtlich der Anforderungen zu gefährlichen Stoffen und SVHC, Bioziden, halogenierten Treibmitteln sowie VOC und Formaldehyd
(von Kunstschaum-Dämmstoffen derzeit nicht vollständig erfüllbar)

 

Hinweise:
Die Anforderungen entsprechen denjenigen gemäß BNB_BN_1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt" / QN5 Sie werden hier nicht mehr im Detail aufgeführt.

Link zum Textbaustein "Lokale Umwelt / QN5"
 

Falls Kunstschaum-Dämmstoffe eingesetzt werden sollen:

Alternative 2

Produktanforderung

Ausschluss halogenierter Treibmittel für alle Kunstschaum-Dämmstoffe

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe (Flammschutzmittel HBCDD) , maximal zugelassener Grenzwert kleiner 0,1 Gewichtsprozent, zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus EPS und XPS

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe (Flammschutzmittel TCEP) , maximal zugelassener Grenzwert kleiner 0,1 Gewichtsprozent, zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus PUR, PIR

Einhaltung der Emissionsgrenzwerte für VOC und Formaldehyd entsprechend Blauer Engel RAL-UZ 132

 

Hinweise:
Kunstschaum-Dämmstoffe können die Anforderungen des Blauen Engels nicht vollständig erfüllen. Sollen diese trotzdem in Innenräumen verwendet werden, ist es zur Sicherung der Innenraumluftqualität empfehlenswert, zusätzlich zu den Anforderungen bis QN4 zumindest die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte des BE für VOC und Formaldehyd zu fordern. 
Dämmstoffe aus Phenolharzschaum benötigten bis 15.10.2016 bei der Verwendung in Aufenthaltsräumen einschließlich zugehöriger Nebenräume eine abZ aus Gesundheitsschutzgründen. Sie umfasste eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas
Die Anforderungen des Blauen Engel (RAL-UZ 132) hinsichtlich Emissionsgrenzwerten für VOC sind deutlich strenger als das AgBB-Bewertungsschema. Auch für Formaldehydemissionen gibt es hier einen Grenzwert. Das AgBB-Bewertungsschema begrenzt z.B. Formaldehyd nur über den R-Wert. 
Auch mit Einhaltung der strengeren Emissionsgrenzwerte des BE erreichen Kunstschaum-Dämmstoffe nur QN4 nach Pos. 36b / BNB_BN_1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt" (Erläuterung s.o.).

Nachfolgende Anforderungen an die Produkt-Dokumentation und -Deklaration sind für Kunstschaum-Dämmstoffe (EPS  /XPS  /PUR/PIR Dämmprodukte, Melamin- und Phenolharzschäume sowie gummiartige Dämmprodukte auf Kautschuk- und PP/PE/EPDM-Basis etc.) einzuhalten:

Allgemeine Produktdokumentation

Die Dokumentation der eingesetzten Produkte und deren Eigenschaften dient dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte.
Mindestens vorzulegen sind hierfür:

  • Produktdatenblatt (PDB) / Technisches Merkblatt (TM) mit Herstellername und Produktbezeichnung
  • Leistungserklärung
  • Sicherheitsdatenblatt (SDB) (falls vorhanden, für Erzeugnisse nicht verpflichtend)

Deklaration besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)

Deklaration von Stoffen, die unter der Chemikalienverordnung REACH (EG/1906/2006) als besonders besorgniserregend (SVHC) identifiziert und in die gemäß REACH Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste (sogenannte „Kandidatenliste“) aufgenommen wurden, ab 0,1 Gewichtsprozenten pro Einzelstoff.

Nachweismöglichkeiten:

Ausschluss halogenierter Treibmittel für alle Kunstschaum-Dämmstoffe

Für Kunstschaum-Dämmstoffe ist nachzuweisen, dass diese frei sind von

  • halogenierten Treibmitteln

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B.:Österr. UZ 43)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe  (Flammschutzmittel HBCDD) 
zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus EPS oder XPS

Für Kunstschaum-Dämmstoffe aus EPS oder XPS ist zusätzlich nachzuweisen, dass diese keine der folgenden Stoffe als konstitutionelle Bestandteile (d.h. als Stoffe, die unverändert im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten oder abspalten:

  •  Hexabromcyclododecan (HBCDD)

Hinweis: HBCDD wird regelmäßig als Flammschutzmittel verwendet.

Verunreinigungen sind bis höchstens 0,1 Gewichtsprozent erlaubt.

Nachweismöglichkeiten: 

  • Leistungserklärung (wenn in/mit dieser keine HBCDD oder keine SVHC benannt sind; kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage)
  • Herstellererklärung, ggf. zusätzlich Analysenergebnisse
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B.: Österr. UZ 43
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe (Flammschutzmittel TCEP) 
zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus PUR, PIR

Für die Kunstschaum-Dämmstoffen aus PUR, PIR ist zusätzlich nachzuweisen, dass diese keine der folgenden Stoffe als konstitutionelle Bestandteile (d.h. als Stoffe, die unverändert im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten oder abspalten:

  •  Tris(2-chlorethyl)phosphat TCEP

Hinweis: TCEP wird regelmäßig als Flammschutzmittel verwendet.

Verunreinigungen sind bis höchstens 0,1 Gewichtsprozent erlaubt.

Nachweismöglichkeiten:

  • Leistungserklärung (wenn in/mit dieser keine TCEP oder keine SVHC benannt sind; kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage)
  • Herstellererklärung, ggf. zusätzlich Analysenergebnisse
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B.: Österr. UZ 43)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Grenzwerte für flüchtige organische Verbindungen (VOC) einschließlich organische Lösemittel und Formaldehyd entsprechend Blauer Engel RAL-UZ 132

Die Produkte dürfen in Anlehnung an die vom Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) erarbeitete „Vorgehensweise bei der gesundheitlichen Bewertung der Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC und SVOC) aus Bauprodukten“ folgende Emissionswerte in der Prüfkammer nicht überschreiten:

  • Summe flüchtiger organischer Verbindungen C6 - C16 (TVOC):
    maximal 0,1 mg je m3 nach 28 Tagen
  • Summe schwer flüchtiger organischer Verbindungen C16 - C22 (TSVOC):
    maximal 0,02 mg je m3 nach 28 Tagen
  • krebserzeugende Stoffe (K1 und 2 nach Richtlinie 67/548/EWG bzw. Klassen 1A und 1B nach CLP-Verordnung 1272/2008):
    maximal 0,001 mg je m3 nach 28 Tagen je Einzelwert
  • Summe aller VOC ohne NIK: maximal 0,05 mg je m3 nach 28 Tagen
  • R-Wert: maximal 1 nach 28 Tagen
  • Formaldehyd: maximal 0,05 ppm nach 28 Tagen

Die Prüfung kann ab dem 7. Tag nach Beladung abgebrochen werden, wenn die geforderten Endwerte des 28. Tages vorzeitig erreicht werden und im Vergleich zur Messung am 3. Tag kein Konzentrationsanstieg einer der nachgewiesenen Substanzen feststellbar ist.

Nachweismöglichkeiten:

  • Emissions-Prüfbericht gemäß Teil II der Grundsätze des DIBt zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten in Innenräumen, basierend auf der Norm DIN EN ISO 16000-9, das die Einhaltung dieser Anforderung bestätigt
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechend (z. B.: Blauer Engel RAL-UZ 132)
  • EPD (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf Kriteriensteckbriefen des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesministeriums für Umwelt, Natur, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau:

RAL Vergabegrundlage für Umweltzeichen: Blauer Engel RAL-UZ 132 Emissionsarme Wärmedämmstoffe und Unterdecken für die Anwendung in Gebäuden Ausgabe Oktober 2010, in der Version "Verlängerung bis 31.12.2019" (Zugriff 10/2017) 

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zum Reiter "Rückbau"

   
  Worum geht es im Reiter "Rückbau"? Inhalt aufklappen
 

Die Anforderungen im Reiter "Rückbau" dienen der

  • Schonung der natürlichen Ressourcen,
  • Vermeidung von Abfällen,
  • ordnungsgemäßen und schadlosen Verwertung unvermeidbarer Abfälle,
  • gemeinwohlverträglichen Beseitigung nicht verwertbarer Abfälle.

Ziele sind somit die Einsparung von Deponieraum, Rohstoffen und Produktionsenergie. WECOBIS orientiert sich hier an den Anforderungen von Kriteriensteckbrief BNB_BN 4.1.4 "Rückbau, Trennung und Verwertung" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des BMUB / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau. Gemäß diesem Kriteriensteckbrief werden die Bauelemente eines Gebäudes eingestuft bezüglich ihrer

  • Rückbaufähigkeit = Aufwand für Abbruch / Rückbau aus dem Gebäudeverband
  • Trennbarkeit = Aufwand für die sortenreine Trennung mehrschichtiger und / oder inhomogener Bauteile
  • Verwertbarkeit = Nutzbarkeit der Baustofffraktionen nach derzeit technischen Möglichkeiten

Die Bauprodukte müssen außerdem so beschaffen sein, dass beim Abriss keine gefährlichen Abfälle anfallen.

Anforderungen zur Verwertbarkeit in WECOBIS
WECOBIS betrachtet nur den einzelnen Baustoff, keine Bauelemente mit mehreren Schichten. Daher können dort ausschließlich baustoffrelevante Anforderungen aufgeführt werden, die immer nur Anforderungen in Bezug auf eine bessere Verwertbarkeit darstellen.

Aussagen zur Trennbarkeit in WECOBIS
Zusätzlich werden, wenn möglich, tendenzielle Aussagen zur Auswirkung der Stoffe in Bauteilen und Schichtenfolgen, somit zur Beurteilung der Sortenreinheit gegeben, sofern diese Aussagen relevant für die Planung sein können.

Keine Aussagen zur Rückbaufähigkeit in WECOBIS
Aussagen zur Rückbaufähigkeit können auf Baustoffebene nicht getroffen werden, weil hierzu das gesamte Gebäude, nicht der einzelne Baustoff zu betrachten wäre.

Hinweis zur Bewertung nach BNB:
Zur Einordnung und Gewichtung der vollständigen Anforderungen der Kriteriensteckbriefe  ist eine weitergehende Kenntnis der Inhalte erforderlich.

  Was hilft mir die folgende Übersichtstabelle? Welche Bedeutung haben die Icons in der Mitte? Inhalt aufklappen
 

Die folgende Übersichtstabelle zeigt materialökologische Anforderungen in Anlehnung an Kriteriensteckbrief BNB_BN 4.1.4 "Rückbau, Trennung und Verwertung" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des BMUB. (genaue Erläuterung siehe oben "Worum geht es im Reiter "Rückbau"?)

Erläuterung der Tabellenstruktur

In der Vertikalen teilt sich die Tabelle in 2 Hauptbereiche. In der linken Hälfte der Tabelle finden sich die materialökologischen Anforderungen. Neben der Anforderung selbst gibt die Tabelle noch Auskunft darüber, welches Schutzziel damit angestrebt wird. Die rechte Hälfte der Tabelle gibt darüber Auskunft, wie der Nachweis für die jeweilige Einzelanforderung erbracht werden kann. Dabei werden zunächst ggf. vorhandene Umweltzeichen genannt, die einen einfachen Konformitätsnachweis ermöglichen. Anschließend folgen Hinweise auf weitere Nachweismöglichkeiten wie z.B. andere Produktdeklarationen oder chem. Analysen.

In der Horizontalen gliedert sich die Tabelle in 2 Abschnitte. Zwischen den Anforderungen unter "Lokale Umwelt" (gemäß BNB_BN_1.1.6) und unter "Rückbau" (gemäß BNB_BN 4.1.4) besteht bereits ein Zusammenhang. Im ersten Abschnitt werden daher Anforderungen genannt, die unter "Lokale Umwelt" zu finden sind und bereits zu einem höheren Erfüllungsgrad bei der Bewertung der Verwertbarkeit nach BNB_BN 4.1.4 beitragen.
Auch die sorgfältige Dokumentation der verwendeten Baumaterialien und Stoffe ermöglicht die Beurteilung der Verwertbarkeit und  leistet dadurch einen indirekten Beitrag. Sie ist deshalb auch grundsätzlich mit dem Baum für "Lokale Umwelt" markiert (s.u. Icons). 
Im zweiten Abschnitt werden gegebenenfalls zusätzliche weitergehende Anforderungen in Bezug auf die Verwertbarkeit nach dem Rückbau an die Produkte gestellt. 

Icons

Die Icons in der Spalte "Hauptziel der Anforderung" verdeutlichen übersichtlich, welches Schutzziel mit einer Anforderung angesprochen wird (siehe Legende unter der Übersichtstabelle). Letztlich ist es fast nie so, dass mit einer Anforderung nur ein Schutzziel angestrebt wird. Meist sind mehrere Bereiche oft auch indirekt betroffen. Die Icons dürfen deshalb nur zur Orientierung dienen - ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Ausschließlichkeit.

  Wo finde ich die Textbausteine? Inhalt aufklappen
 

Die Übersichtstabelle zeigt alle Anforderungen zum Thema "Rückbau" in Kurzform. Im Reiter Erläuterung finden sich allgemeine Hinweise zur Verwendung aller Anforderungen und Textbausteine. Die Textbausteine zum "Rückbau" sind im Reiter Anforderungen zu finden. Die Texte sind einfach formatiert, um möglichst unkompliziert auch in Ausschreibungsprogrammen verwendet werden zu können.

Download als PDF

Übersicht möglicher Einzelanforderungen (Kurztext) für Dämmstoffe in Innenräumen

Materialökologische Anforderungen
Dämmstoffe in Innenräumen (einschließlich Trittschalldämmung, gilt nicht für Verlegeunterlagen)
Stand 06/18
Nachweismöglichkeiten
Kriteriensteckbrief BNB_BN_4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung  
Kurztext Hauptziel der Anforderung Umweltzeichen Sonstige
tendenzielle Aussage zur Trennbarkeit als Planungshinweis 
Die sortenreine Trennung beim Rückbau eines Gebäudes setzt einfach zu lösende (mechanische) Verbindungen von anderen Materialien voraus. Lose  aufgelegte oder mechanisch befestigte Dämmstöffe können einfacher (wirtschaftlicher) sortenrein ausgebaut werden als (vollflächig) verklebte Materialien. Auch Verbundwerkstoffe (z.B. mit Kaschierungen) schränken ggfs. eine mögliche Nachnutzung ein. Symbol Rückbau + Verwertung  ./.
Anforderungen mit dem Ziel einer besseren Verwertbarkeit gemäß den Anforderungen aus  BNB_BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt
Anforderungen gemäß QN1 (Mindestanforderung):
Dokumentation
Erläuterung: Die Dokumentation selbst trägt zwar noch nicht zu einer besseren Verwertbarkeit bei, bildet aber später die Grundlage zur Beurteilung der Verwertbarkeit. 

Symbol lokale Umwelt

Produktdatenblatt (PDB), Technisches Merkblatt (TM)
ggf. Nachweise / Herstellererklärungen für weitere Anforderungen,
EPD (wenn vorh.)
höhere Anforderungen gemäß QN5:
Alternative 1a für Dämmstoffe aus mineralischen oder nachwachsenden Rohstoffen:
Blauer Engel RAL-UZ 1322 (Einzelanforderungen siehe Lokale Umwelt)
Hinweis:

Die Anforderungen gemäß QN5 / Pos. 36b (RAL-UZ 132) sind von Kunstschaum-Dämmstoffen derzeit nicht vollständig erfüllbar. Der Blaue Engel schließt halogenierte organische Verbindungen als Flammschutzmittel aus, die in Kunstschaum-Dämmstoffen aber enthalten sind.
Symbol lokale UmweltSymbol InnenraumluftSymbol Rückbau + Verwertung EPD/PDB/TM mit Einschränkung1, div. Herstellererklärungen, Emissionsprüfbericht
weitergehende Anforderungen im Sinne einer besseren Verwertbarkeit 
(nur für Kunstschaum-Dämmstoffe erforderlich)
Dämmstoffe aus mineralischen oder nachwachsenden Rohstoffen:
keine weitergehenden Anforderungen3

-

-
Alternative 1b, sofern Kunstschaum-Dämmstoffe eingesetzt werden sollen3:
Einhaltung der Anforderungen von Lokale Umwelt / QN5 (gemäß Blauer Engel RAL-UZ 132), außer "Ausschluss halogenierter organischer Verbindungen als Flammschutzmittel"

Symbol lokale UmweltSymbol InnenraumluftSymbol Rückbau + Verwertung

EPD/PDB/TM mit Einschränkung1, div. Herstellererklärungen, Emissionsprüfbericht

 
Symbol lokale Umwelt
Diese Anforderung dient dem Schutz der lokalen Umwelt (Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft). Inhaltlich eingeschlossen ist auch der Gesundheitsaspekt Arbeitshygiene und im Prinzip auch die Innenraumluft. Diese wird allerdings mit einem eigenen Icon zusätzlich markiert.
Symbol Innenraumluft
Diese Anforderung dient der Sicherstellung der Luftqualität im Innenraum unter hygienischen Gesichtspunkten. Sie trägt damit auch zu einem höheren Erfüllungsgrad bei der Bewertung der Raumluftqualität nach BNB_BN_3.1.3 bei.
Symbol Rückbau + Verwertung
Mit dieser Anforderung werden auch Umwelt- und Gesundheitsaspekte im Zuge von Rückbau und Verwertung berücksichtigt.

1 Produktdatenblätter (PDB) oder Technische Merkblätter (TM) folgen keinerlei Regeln und können nur als Nachweis herangezogen werden, wenn die erforderlichen Informationen auch prüfbar (d.h. z.B. das Fehlen von ausgeschlossenen Stoffen muss genannt sein) enthalten sind.
EPD: die angeführten Kriterien sind auch keine standardisierten Parameter einer EPD (Umweltproduktdeklaration) gemäß EN 15804 Grundregeln für die Produktkategorie Bauprodukte. In der Regel werden solche Informationen - wenn überhaupt - dann auch nur bei Produktdeklarationen und nicht bei Branchendeklarationen zu finden sein.
2 Sofern innerhalb der Qualitätsniveaus auf aggregierte Produktkennzeichnungen verwiesen wird (Giscode, Emicode, Blauer Engel etc.), ist es zulässig vergleichbare Nachweise (weitere Umweltzeichen, Angaben in Sicherheits- oder Produktdatenblättern etc.) heranzuziehen. Dabei bezieht sich die Vergleichbarkeit nur auf die Anforderungen hinsichtlich der jeweiligen Schadstoffgruppen gemäß Anlage 1 + 2 / BNB Kriterium 1.1.6.. Bei den Einzelanforderungen werden deshalb nur die für die Vergleichbarkeit notwendigen Anforderungen genannt.
Der Blaue Engel (RAL-UZ 132) stellt bereits strenge Anforderungen zur Vermeidung von SVHC, CMR-Stoffen und halogenorganischen Verbindungen. Es werden daher keine weitergehenden Anforderungen an Dämmstoffe in Innenräumen gestellt.
Kunstschaum-Dämmstoffe können die Anforderungen des BE derzeit nicht vollständig erfüllen. Sollen diese verwendet werden, ist es zur Verbesserung der späteren Verwertbarkeit empfehlenswert, zusätzlich zu den Anforderungen bis QN4 weitere Stoffausschlüsse zu fordern.

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf Kriteriensteckbriefen des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesministeriums für Umwelt, Natur, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau:

RAL Vergabegrundlage für Umweltzeichen: Blauer Engel RAL-UZ 132 Emissionsarme Wärmedämmstoffe und Unterdecken für die Anwendung in Gebäuden Ausgabe Oktober 2010, in der Version "Verlängerung bis 31.12.2019" (Zugriff 10/2017)

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zum Reiter "Rückbau"

   
  Worum geht es im Reiter "Rückbau"? Inhalt aufklappen
 

Die Anforderungen im Reiter "Rückbau" dienen der

  • Schonung der natürlichen Ressourcen,
  • Vermeidung von Abfällen,
  • ordnungsgemäßen und schadlosen Verwertung unvermeidbarer Abfälle,
  • gemeinwohlverträglichen Beseitigung nicht verwertbarer Abfälle.

Ziele sind somit die Einsparung von Deponieraum, Rohstoffen und Produktionsenergie. WECOBIS orientiert sich hier an den Anforderungen von Kriteriensteckbrief BNB_BN 4.1.4 "Rückbau, Trennung und Verwertung" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des BMUB / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau. Gemäß diesem Kriteriensteckbrief werden die Bauelemente eines Gebäudes eingestuft bezüglich ihrer

  • Rückbaufähigkeit = Aufwand für Abbruch / Rückbau aus dem Gebäudeverband
  • Trennbarkeit = Aufwand für die sortenreine Trennung mehrschichtiger und / oder inhomogener Bauteile
  • Verwertbarkeit = Nutzbarkeit der Baustofffraktionen nach derzeit technischen Möglichkeiten

Die Bauprodukte müssen außerdem so beschaffen sein, dass beim Abriss keine gefährlichen Abfälle anfallen.

Anforderungen zur Verwertbarkeit in WECOBIS
WECOBIS betrachtet nur den einzelnen Baustoff, keine Bauelemente mit mehreren Schichten. Daher können dort ausschließlich baustoffrelevante Anforderungen aufgeführt werden, die immer nur Anforderungen in Bezug auf eine bessere Verwertbarkeit darstellen.

Aussagen zur Trennbarkeit in WECOBIS
Zusätzlich werden, wenn möglich, tendenzielle Aussagen zur Auswirkung der Stoffe in Bauteilen und Schichtenfolgen, somit zur Beurteilung der Sortenreinheit gegeben, sofern diese Aussagen relevant für die Planung sein können.

Keine Aussagen zur Rückbaufähigkeit in WECOBIS
Aussagen zur Rückbaufähigkeit können auf Baustoffebene nicht getroffen werden, weil hierzu das gesamte Gebäude, nicht der einzelne Baustoff zu betrachten wäre.

Hinweis zur Bewertung nach BNB:
Zur Einordnung und Gewichtung der vollständigen Anforderungen der Kriteriensteckbriefe  ist eine weitergehende Kenntnis der Inhalte erforderlich. 

Download als PDF

Textbausteine Rückbau, Trennung, Verwertung für Dämmstoffe in Innenräumen

Hinweise:
Die folgenden Anforderungen gelten für Dämmstoffe bei der Verwendung in Innenräumen. Für Spritz- und Montageschäume, die ggf. ebenfalls in Innenräumen eingesetzt werden, gibt es eigene materialökologische Anforderungen.

Planungshinweis zur Trennbarkeit und Verwertbarkeit:
Die Rücknahmemöglichkeit und mögliche (hochwertige)Wiederverwertung ist je nach Dämmstoffart / Bauprodukttyp unterschiedlich zu bewerten, weiterführende Informationen -> WECOBIS Baustoffinformationen, Reiter BNB-Kriterien / 4.1.4 bzw. Reiter Lebenszyklusinformationen / Nachnutzung.
Voraussetzung ist aber grundsätzlich ein möglichst sortenreiner Ausbau des Materials.
Die sortenreine Trennung beim Rückbau eines Gebäudes setzt einfach zu lösende (mechanische) Verbindungen von anderen Materialien voraus. Lose  aufgelegte oder mechanisch befestigte Dämmstöffe können einfacher (wirtschaftlicher) sortenrein ausgebaut werden als (vollflächig) verklebte Materialien. Auch Verbundwerkstoffe (z.B. mit Folienkaschierungen) schränken ggfs. eine mögliche Nachnutzung ein.
Es ist jeweils zu prüfen, ob für den geplanten Einsatzzweck entsprechende Alternativen zu Verbundwerkstoffen oder zur vollflächigen Verklebung ohne erhebliche technische und funktionelle Einschränkungen zur Verfügung stehen.

Alternative 1a

Produktanforderung für eine bessere Verwertbarkeit bei Verwendung von Dämmstoffen aus mineralischen oder nachwachsenden Rohstoffen:

Produkte gemäß Blauer Engel RAL-UZ 132 Wärmedämmstoffe und Unterdecken oder gleichwertig hinsichtlich der Anforderungen zu gefährlichen Stoffen und SVHC, Bioziden, halogenierten Treibmitteln sowie VOC und Formaldehyd
(von Kunstschaum-Dämmstoffen derzeit nicht vollständig erfüllbar)

 

Hinweise:
Die Anforderungen entsprechen denjenigen gemäß BNB_BN_1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt" / QN5 Sie werden hier nicht mehr im Detail aufgeführt.

Link zum Textbaustein "Lokale Umwelt / QN5"

 

Alternative 1b

Produktanforderung für eine bessere Verwertbarkeit bei Verwendung von Kunstschaum-Dämmstoffen:

Ausschluss halogenierter Treibmittel*

Ausschluss krebserzeugender, erbgutverändernder, fortpflanzungsgefährdender (CMR-)Stoffe

Ausschluss toxischer und akut toxischer Stoffe

Ausschluss von Phthalaten (Weichmacher)

Ausschluss von Bioziden

Grenzwerte für flüchtige organische Verbindungen (VOC) einschließlich organische Lösemittel und Formaldehyd entsprechend den Anforderungen des Blauen Engel RAL-UZ 132*

 

Hinweise:
* Der Ausschluss halogenierter Treibmittel erfolgt aufgrund ihres Treibhauspotentials zugunsten klimaverträglicher, halogenfreier Alternativen. Die Grenzwerte für VOC und Formaldehyd tragen zu einer besseren Raumluftqualität bei. Die bessere Verwertbarkeit ist hier jeweils kein Effekt. Die wichtigen Anforderungen werden hier trotzdem mit aufgeführt, da sie auch in den Anforderungen von QN5 enthalten sind. Trotzdem können Kunstschaum-Dämmstoffe vollständig nur die Anforderungen von QN4 erfüllen, da sie derzeit noch halogenierte Flammschutzmittel enthalten, die in QN5 ausgeschlossen sind.

 

Nachfolgende detaillierte Anforderungen an die Produkt-Dokumentation und -Deklaration sowie an die Inhaltsstoffe sind gemäß Blauer Engel (RAL-UZ 132) für Dämmstoffe in Innenräumen einzuhalten:

Allgemeine Produktdokumentation

Die Dokumentation der eingesetzten Produkte und deren Eigenschaften dient dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte.
Mindestens vorzulegen sind hierfür:

  • Produktdatenblatt (PDB) / Technisches Merkblatt (TM) mit Herstellername und Produktbezeichnung
  • Leistungserklärung
  • Sicherheitsdatenblatt (SDB) (falls vorhanden, für Erzeugnisse nicht verpflichtend)

Ausschluss krebserzeugender, erbgutverändernder, fortpflanzungsgefährdender (CMR-)Stoffe

Es dürfen keine Stoffe mit folgenden Eigenschaften als konstitutionelle Bestandteile (d.h. als Stoffe, die unverändert im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten sein oder abgespalten werden:

  • Stoffe, die gemäß den Kriterien der EG-Verordnung 1272/2008 eingestuft sind als 
    karzinoge
    n (krebserzeugend) der Kategorie Karc. 1A oder Karc. 1B, keimzellmutagen (erbgutverändernd) der Kategorie Muta. 1A oder Muta. 1B, reproduktionstoxisch (fortpflanzungsgefährdend) der Kategorie Repr. 1A oder Repr. 1B
    Diesen Gefahrenkategorien entsprechen folgende H-Sätze (bzw. R-Sätze gemäß Richtlinie 67/548/EWG):

    - H340, R46: Kann genetische Defekte verursachen.
    - H350, R45: Kann Krebs erzeugen.
    - H360F, R60: Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
    - H360D, R61: Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
    - H360FD, R60/61: Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
    - H360Fd, R60/63: Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen.
    - H360Df, R61/62: Kann das Kind im Mutterleib schädigen. Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

  • Stoffe, die in der TRGS 905 eingestuft sind als:
    - krebserzeugend (K1, K2)
    - erbgutverändernd (M1, M2)
    - fortpflanzungsgefährdend (RF1, RF2)
    - fruchtschädigend (RE1, RE2)
  • Stoffe, die in der MAK-Liste eingestuft sind als
    - krebserzeugende Arbeitsstoffe Kategorie 1 oder Kategorie 2
    - keimzellmutagene Arbeitsstoffe Kategorie 1 oder Kategorie 2

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss toxischer und akut toxischer Stoffe

Es dürfen keine Stoffe mit folgenden Eigenschaften als konstitutionelle Bestandteile (d.h. Stoffe, die im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten sein, die gemäß den Kriterien der EG-Verordnung 1272/2008 (bzw. der Richtlinie 67/548/EWG) mit den im Folgenden genannten H-Sätzen (bzw. R-Sätzen) eingestuft sind:

  • H300, R28: Lebensgefahr bei Verschlucken
  • H301, R25: Giftig bei Verschlucken
  • H310, R27: Lebensgefahr bei Hautkontakt
  • H311, R24: Giftig bei Hautkontakt
  • H330, R26: Lebensgefahr bei Einatmen
  • H331, R23: Giftig bei Einatmen
  • H370, R39/23/24/25/26/27/28: Schädigt die Organe
  • H372, R48/25/24/23: Schädigt die Organe

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss halogenierter organischer Verbindungen als Treibmittel

Bei der Herstellung der Dämmstoffe dürfen keine halogenierten organischen Verbindungen als Treibmittel (z.B. fluorierte Treibhausgase [H-FKW] oder teilhalogenierte Fluorchlorkohlenwasserstoffe [H-FCKW]) eingesetzt werden.

Nachweismöglichkeiten:  

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss von Phthalaten (Weichmacher)

Bei der Herstellung der Dämmstoffe dürfen keine weichmachenden Substanzen aus der Klasse der Phthalate eingesetzt werden. Als Verunreinigungen dürfen nicht mehr als 0,1 Masseprozent Phthalate im Erzeugnis enthalten sein.

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind, ggf. chem. Analyse (Im Falle eines Nachweises ist der Gehalt an Phthalaten durch Extraktion einer Materialprobe und Analyse mit GC/MS zu bestimmen. Die quantitative Bestimmung der Zielsubstanzen erfolgt mit internem Standard und Vergleichsgemisch.)
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss von Bioziden

Die Dämmstoffe dürfen keine Biozide enthalten. Die Definition von „Biozid“ entspricht dabei der Biozid-Verordnung in geltender Fassung.

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechend (z. B.: Blauer Engel RAL-UZ 132, natureplus Qualitätszeichen (RL0100ff, RL0400ff)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Grenzwerte für flüchtige organische Verbindungen (VOC) einschließlich organische Lösemittel und Formaldehyd

Die Produkte dürfen in Anlehnung an die vom Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) erarbeitete „Vorgehensweise bei der gesundheitlichen Bewertung der Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC und SVOC) aus Bauprodukten“ folgende Emissionswerte in der Prüfkammer nicht überschreiten:

  • Summe flüchtiger organischer Verbindungen C6 - C16 (TVOC):
    maximal 0,1 mg je m3 nach 28 Tagen
  • Summe schwer flüchtiger organischer Verbindungen C16 - C22 (TSVOC):
    maximal 0,02 mg je m3 nach 28 Tagen
  • krebserzeugende Stoffe (K1 und 2 nach Richtlinie 67/548/EWG bzw. Klassen 1A und 1B nach CLP-Verordnung 1272/2008):
    maximal 0,001 mg je m3 nach 28 Tagen je Einzelwert
  • Summe aller VOC ohne NIK: maximal 0,05 mg je m3 nach 28 Tagen
  • R-Wert: maximal 1 nach 28 Tagen
  • Formaldehyd: maximal 0,05 ppm nach 28 Tagen

Die Prüfung kann ab dem 7. Tag nach Beladung abgebrochen werden, wenn die geforderten Endwerte des 28. Tages vorzeitig erreicht werden und im Vergleich zur Messung am 3. Tag kein Konzentrationsanstieg einer der nachgewiesenen Substanzen feststellbar ist.

Nachweismöglichkeiten:

  • Emissions-Prüfbericht gemäß Teil II der Grundsätze des DIBt zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten in Innenräumen, basierend auf der Norm DIN EN ISO 16000-9, das die Einhaltung dieser Anforderung bestätigt
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen
  • EPD (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

 

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf Kriteriensteckbriefen des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesministeriums für Umwelt, Natur, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau:

RAL Vergabegrundlage für Umweltzeichen: Blauer Engel RAL-UZ 132 Emissionsarme Wärmedämmstoffe und Unterdecken für die Anwendung in Gebäuden Ausgabe Oktober 2010, in der Version "Verlängerung bis 31.12.2019" (Zugriff 10/2017)