Normalmörtel

Produktgruppeninformation

Begriffsdefinition

Normalmörtel sind Baustellenmörtel oder Werkmörtel mit Gesteinskörnungen nach DIN 4226 Teil 1 mit einer Trockenrohdichte von mindestens 1.500 kg/m³.
Abhängig von ihrer Druck- und Haftscherfestigkeit werden sie in die verschiedenen Mörtelgruppen (I, II, IIa, III, IIIa) unterteilt.

siehe auch Mauermörtel

Wesentliche Bestandteile

  • Bindemittel (Zement, Kalk)
  • Dichte Gesteinskörnung
  • Wasser
  • Ggf. Zusatzmittel

Charakteristik

Normalmörtel sind die Standardmörtel für die Ausführung von kraftschlüssigen Verbindungen zwischen Mauersteinen, bei denen die Zwischenräume vollfugig verfüllt werden.

„Durch die vergleichsweise hohe Wärmeleitfähigkeit können im Mauerwerk Wärmebrücken entstehen, die die Dämmwirkung der Mauersteine unterbrechen.“1

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Zement und Kalk können zu Verätzungen der Haut und der Augen führen.

Lieferzustand

  • pulverförmig als Werktrockenmörtel bzw. Baustellenmörtel
  • plastische bis fließfähige Konsistenz als Werkfrischmörtel

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

  • Mauerwerk aus Mauersteinen mit üblichen Maßtoleranzen und ohne besondere Wärmedämmeigenschaften

Mischungsverhältnisse für Normalmauermörtel als Baustellenmörtel

Mörtelzusammensetzung, Mischungsverhältnisse für Normalmörtel in Raumteilen, nach Tab. A.1, DIN 1053 Teil 1

Mörtel-
gruppe
MG

Luftkalk

Hydraulischer Kalk (HL2)

Hydraulischer Kalk (HL5), Putz- und Mauerbinder (MC5)

Zement

Sand 1) aus natürlichem Gestein

Kalkteig

Kalkhydrat

I

1

-

-

-

-

4

-

1

-

-

-

3

-

-

1

-

-

3

-

-

-

1

-

4,5

II

1,5

-

-

-

1

8

-

2

-

-

1

8

-

-

2

-

1

8

-

-

-

1

-

3

IIa

-

1

-

-

1

6

-

-

-

2

1

8

III

-

-

-

-

1

4

IIIa

-

-

-

-

1

4

1) Die Werte des Sandanteils beziehen sich auf den lagerfeuchten Zustand.

Quellen

1Zwiener, Mötzl: Ökologisches Baustofflexikon, 2006, 3. Auflage, C.F. Müller Verlag, Heidelberg

Normalmörtel
Normalmörtel

Planungs- und Ausschreibungshilfen

WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.

Informationen hier im Reiter Planungsgrundlagen:

  • Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
  • Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien

Übersicht Planungs- und Ausschreibungshilfen: Mauermörtel und mineralischer Fliesenkleber
Stand 06/2015

    Dünnbettmörtel Leichtmörtel Normalmörtel Mineralischer Fliesenkleber
           
  Material-
ökologische Anforderungen
Im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung Inhalt aufklappen
   
Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS - Verlegewerkstoffe für Fliesen und Platten
  Mögliche Quellen Die hier genannten Quellen, insbesondere BNB, bilden die Grundlage für Planungs- und Ausschreibungshilfen bzw. materialökologische Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS. Inhalt aufklappen
   
Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen

(BNB) des BMI /
Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt)

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMI steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen. Die o.g. Textbausteine und materialökologischen Anforderungen in WECOBIS basieren derzeit auf Kriteriensteckbrief 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt. Dieser steht in engem Zusammehang mit Kriteriensteckbrief 3.1.3 Innenraumhygiene.

Auch wenn ein Gebäude nicht zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

An Mauermörtel stellt der BNB-Kriterienkatalog 1.1.6 keine Anforderungen. Deshalb gibt es für diese Produktgruppe auch keine Textbausteine im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen".

Einordung der jeweiligen Fliesenkleber hinsichtlich verschiedener Kriteriensteckbriefe siehe Reiter BNB-Kriterien in WECOBIS
Umweltbundesamt
(UBA)
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Die Seiten werden gerade überarbeitet, sodass sich dort derzeit aus dem Baubereich nur Ausschreibungsempfehlungen zu Elastischen Bodenbelägen, Tapeten und Raufaser finden.
baubook ökologisch ausschreiben Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Mauermörtel finden sich Kriterien in der Gruppe "Mauer- und Putzmörtel → Mörtel". Für Fliesenkleber finden sich Kriterien in der Gruppe "Kleb- und Füllstoffe → Klebstoffe für mineralische Bodenbeläge"
natureplus Ausschreibungstexte natureplus Ausschreibungstexte zu Mauermörtel oder Fliesenkleber sind derzeit (06/2015) nicht vorhanden.
  Mögliche Nachweis-
dokumente
weitere Nachweismöglichkeiten neben den folgend genannten sind Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, sowie Herstellererklärungen oder ggf. ein Anhang mit Nachhaltigkeitsmerkmalen zur bauaufsichtlichen Zulassung (abZ+). Inhalt aufklappen
   
gesetzlich vorgeschrieben: Welche Nachweisdokumente müssen vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden? Welcher Nachweis kann damit erbracht werden?
REACH / CLP:
Sicherheitsdatenblatt (SDB)
Mauermörtel und Fliesenkleber werden als Gemisch eingestuft. Für sie muss daher ein SDB gemäß den Anforderungen in Art.31 REACH-VO in Verbindung mit Anhang II erstellt werden. (Nachweis gefährliche Stoffe, Nachweis SVHC >= 0,1 Gew.-%)
freiwillige Produktkenn-zeichnungen / -deklarationen Für einige Bauproduktgruppen existieren freiwillige Produktkennzeichnungen oder -deklarationen wie z.B. Umweltzeichen oder Umweltproduktdeklarationen, die als Nachweis für materialökologische Anforderungen dienen können. Eine Übersichtstabelle dazu mit detaillierten Informationen zu Mauermörtel findet sich im Reiter Zeichen & Deklarationen.

Gefahrstoffverordnung

Da Normalmörtel Zement oder Kalk als Bindemittel enthalten, sind sie nach Gefahrstoffverordnung kennzeichnungspflichtig mit den GHS-Symbolen für „Gefahr“ GHS05 und GHS07.

Es gelten folgende H-Sätze zur Gesundheitsgefährdung:

  • H318 Verursacht schwere Augenschäden.
  • H335 Kann die Atemwege reizen.
  • H315 Verursacht Hautreizungen.

Diese Angaben gelten für den trockenen pulverförmigen Mörtel und den frischen Mörtel. Im abgebundenen Zustand, das heißt ausgehärteten Zustand, gehen keine Gesundheitsgefahren von Normalmörteln aus.

Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS

Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet das neue WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter Allgemeine Infos.

Normalmörtel

Umweltdeklarationen

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen aus dem Bereich der Mauermörtel und mineralischer Fliesenkleber. Neben Herstellererklärungen, Informationen in Sicherheitsdatenblättern (SDB), Leistungserklärungen oder allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Ausschreibung) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.

Übersicht Umweltdeklarationen: Mauermörtel und mineralischer Fliesenkleber
Stand 06/2015

    Dünnbettmörtel Leichtmörtel Normalmörtel Mineralischer Fliesenkleber
           
  Umweltzeichen Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können. Inhalt aufklappen
   
Blauer Engel - - - -
EU-Umweltzeichen (Blume) - - - -
Österreichisches Umweltzeichen - - - -
natureplus-Qualitätszeichen

-
(Die Richtlinie RL0807 Mauermörtel auf Kalk- und Zementbasis befindet sich noch in Ausarbeitung)

RL 0808 Mineralische Klebe- und Spachtelmassen für den Innenraum
Nordischer Schwan - - - -
Emicode EC1 - - - +
  GISBAU Klassifizierungs-system

Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden. (siehe unten: Ersatzproduktgruppe prüfen?) Inhalt aufklappen

   

GISBAU Produkt-Code / GISCODE

ZP1 (Download) Zementhaltige Produkte, chromatarm
ZP2 (Download) Zementhaltige Produkte, nicht chromatarm

  Umweltprodukt-deklaration (EPD)

Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1 Inhalt aufklappen

   
EPD1 +
Branchen-EPD1 +
  Umweltindikatoren

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank ÖKOBAUDAT des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMI. Inhalt aufklappen

   
ÖKOBAUDAT-Datensätze

Derzeit (06/2015) befinden sich unter → 1. Mineralische Baustoffe → 1.4 Mörtel und Beton → 1.4.02 Mauermörtel keine Datensätze für Mauermörtel

→1. Mineralische Baustoffe → 1.4 Mörtel und Beton → 1.4.05 Kleber und Klebemörtel

  Sonstiges Die Plattform baubook beispielsweise bietet für Händler und Hersteller von Bauprodukten die Möglichkeit einer online-Deklaration anhand von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Ein Modul zur Deklaration von BNB_BN_1.1.6-Kriterien ist in Vorbereitung. Inhalt aufklappen
   
baubook-Deklaration

Mörtel
Klebe- und Füllmörtel

+ Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden
- Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./. Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

1 Die hier als vorhanden markierten EPDs und Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V..

Normalmörtel

Bewertungssystem

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)

   
  Wofür steht das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)? Inhalt aufklappen
 

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMI steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen.
Ausführliche Informationen zum BNB-System siehe www.nachhaltigesbauen.de

  Welche Informationen liefert WECOBIS für BNB im Reiter BNB-Kriterien? Inhalt aufklappen
 

WECOBIS führt in den Datenblättern der Bauproduktgruppen umfangreiche Informationen zur Beantwortung der verschiedenen Fragestellungen im Hinblick auf Umwelt- und Gesundheitsaspekte. Im Reiter BNB-Kriterien bietet WECOBIS gezielt Antworten auf Fragestellungen baustoffrelevanter Steckbriefe. Durch die Bündelung von Aspekten z.B. bzgl. der Risiken für die lokale Umwelt, Fragen zur Innenraumhygiene und der Thematik Rückbau, Trennung, Verwertung gibt WECOBIS gezielte Hilfestellung bei der Einordnung einzelner Baustoffe. Tiefergehende Informationen finden sich über die Verknüpfungen in den jeweiligen Datenblättern.
Hinweis: Eine abschließende Beurteilung im Rahmen des Bewertungssystems und der genannten Kriterien erfolgt jedoch grundsätzlich in Abhängigkeit weiterer baulicher Gegebenheiten (z.B. eingebaute Menge).

BNB-Kriterium BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

BNB-Kriterium BN_1.1.6 zielt auf die Reduzierung bzw. Vermeidung von Stoffen und Produkten beim Neubau, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft (auch Innenraumluft) enthalten. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung der Substitution eines Stoffes.

Für den Umgang mit Materialien im Bestand und deren Einordnung ist Kriteriensteckbrief BK_1.1.6. heranzuziehen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau) und BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

Einordnung der Normalmörtel
Stand 05/2019

BNB-Kriterium 1.1.6 stellt derzeit keine Anforderungen an Mauermörtel. Die gemäß Qualitätsniveau 1 für alle adressierten Produktgruppen geforderte Dokumentation der eingesetzten Produkte wird trotzdem empfohlen.

BNB-Kriterium BN_4.1.4 - Rückbau, Trennung, Verwertung

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_4.1.4 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im BNB Kriteriensteckbrief 4.1.4 werden Konstruktionen nach ihrer Rückbaubarkeit, Trennbarkeit und Verwertbarkeit eingestuft.
WECOBIS kann eine aktuelle Information über mögliche Umwelt- und Gesundheitsgefährdungsaspekte im Zuge von Rückbau und Entsorgung auf Bauproduktgruppenebene geben. Eine Betrachtung von ganzen Konstruktionen kann derzeit in WECOBIS noch nicht erfolgen. Ein Bauteilmodul ist jedoch in planung. Ergänzend zu Leitfäden und Arbeitshilfen helfen die bauproduktgruppenspezifischen Aspekte dem Koordinator jedoch auch jetzt schon, die Komponenten Umwelt und Gesundheit für den Steckbrief 4.1.4 einzuordnen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_4.1.4 – Rückbau, Trennung, Vewertung

Mauermörtel werden für die in BNB-Kriterium 4.1.4 genannten Bauelemente Keller-Außenwände, Außen- und Innenwände eingesetzt. Zu beachten sind in diesem Zusammenhang die Massivbaustoffe BetonKalksandsteineLehmbaustoffePorenbeton und Ziegel.

Rückbaubarkeit

Für die Bewertung gemäß BNB 4.1.4 wirkt sich der Einsatz abfallarmer Konstruktionen, die die Möglichkeit eines sortenreinen Rückbaus erlauben, günstig aus. Die Rückbaubarkeit beschreibt den Aufwand, der für Demontage oder Abbruch eines Bauteils aus dem Gebäudeverband nötig ist.

Mauerwerk besteht aus zum Teil schwer trennbaren Komponenten bzw. Komponentengemischen. Eine Trennung von Mauermörtel und Stein ist sehr aufwändig, in der Regel fällt kein sortenreiner Mauermörtel an.

Weitere Informationen siehe Reiter Nachnutzung / Rückbaubarkeit und Sortenreinheit

Sortenreinheit

Beschreibt den Aufwand, der für die sortenreine Trennung mehrschichtiger und / oder inhomogener Bauteile anfällt. Eine hohe Sortenreinheit z. B. durch homogene Baustoffe und leicht trennbare Bauteilschichten führt tendenziell zur Aufwertung in der Bewertung nach Kriterium 4.1.4.

Normalmörtel wird als Bestandteil mineralischen Bauschutts deponiert oder verwertet; üblicherweise erfolgt keine sortenreine Trennung.

Weitere Informationen siehe Reiter Nachnutzung / Rückbaubarkeit und Sortenreinheit

Verwertbarkeit

Für die Bewertung der Verwertbarkeit der Baustofffraktionen gelten die zur Zeit der Bewertung am Markt aktuell verfügbaren technischen Verfahren. Eine bessere Verwertbarkeit / höherwertige Verwertung führt tendenziell zu einer Aufwertung. Eine theoretische aber nicht realisierte Verwertbarkeit führt tendenziell zu einer Abwertung. Alternativ können bei Bauteilen mit langer zu erwartender Nutzungsdauer Forschungsvorhaben, die praktikable Lösungsmöglichkeiten in absehbarer Zeit zur Verfügung stellen können, positiv bewertet werden.

Normalmörtel kann als Bestandteil mineralischen Bauschutts, üblicherweise in Form rezyklierter Gesteinskörnungen im Hoch- und Tiefbau, verwertet werden. Für eine Wieder- und Weiterverwendung von Mauerwerk nach erfolgtem Rückbau fehlt derzeit die praktische Erfahrung.
In der Regel ist von der Deponierung auszugehen.

Verwertungs- / Beseitigungswege Hochwertige Verwertung Minderwertige Verwertung Energetische Verwertung Deponierung
Dünnbettmörtel Nicht möglich Möglich Nicht möglich Momentan der übliche Beseitigungsweg1
Leichtmörtel Nicht möglich Möglich Nicht möglich Momentan der übliche Beseitigungsweg1 2
Mineralische Fliesenkleber Nicht möglich Möglich Nicht möglich Momentan der übliche Beseitigungsweg1
Normalmörtel Nicht möglich Möglich Nicht möglich Momentan der übliche Beseitigungsweg1
Hochwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung gleichwertiger Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Minderwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung untergeordneter Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Energetische Verwertung
Die Produktgruppe wird in einer Verbrennungsanlage energetisch verwertet.
Deponierung
Die Produktgruppe wird ggf. nach thermischer Vorbehandlung deponiert.

1 als Bestandteil des Mauerwerks bzw. je nach Erfüllung der Zuordnungskriterien in die jeweilige Deponieklasse
2 abhängig vom Anteil organischer Zuschlagstoffe ev. Vorbehandlung nötig

Weitere Informationen siehe Reiter Nachnutzung / Stoffliche Verwertung, Energetische Verwertung

Quellen

Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU): Umwelt-Produktdeklaration Mineralische Werkmörtel: Mauermörtel – Normalmörtel. Ausstellungsdatum 13.08.2013. Online verfügbar, abgerufen am 10.03.2015

Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt, abrufbar unter BNB_BN_1.1.6 Version V 2014_1, (Online-Quelle in Überarbeitung)

Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 4.1.4 Rückbau, Trennung und Verwertung, abrufbar unter BNB_BN2011-1_414 (Online-Quelle),abgerufen 29.10.2014

Normalmörtel

Technisches

Technische Daten

siehe auch Mauermörtel

Die folgenden technischen Daten sind die Anforderungen an Mauermörtel nach DIN 1053-1, DIN V 18580 bzw. DIN EN 998-2.

Baustoffklasse nach DIN 4102-1

A1 (nicht brennbar)

Färbung

grau

Technische Regeln (DIN, EN)

siehe Mauermörtel

Quellen

Ziegel Lexikon Mauerwerk 2011

Normalmörtel

Literaturtipps

Institut Bauen und Umwelt e.V. / Service / Downloads von Broschüren / Produktgruppenregeln (PCR) / Umweltproduktdeklarationen (EPD)

ifib TH Karlsruhe, HAB Weimar, ESU+ETH Zürich: Baustoffdaten-Ökoinventare, 1995, Karlsruhe/Weimar/Zürich

Büro für Umweltchemie (Hrsg.): Graue Energie von Baustoffen, 1998, Zürich

Gänßmantel J.: Ökologische Aspekte von Putz- und Mauermörtel: Rohstoffe, Herstellung, Transport und Verarbeitung, 24. bis 26. Sep. 1997, S. 2-0703 - 2-0714, 13. Int. Baustofftagung, 1997, Weimar

Schubert P.; Heer B.; Institut für Bauforschung: Umweltverträgliche Verwertung von Mauerwerk-Baureststoffen, F 497, 1997, Aachen

Neroth G., Vollenschaar D.; Wendehorst Baustoffkunde, Vieweg + Teubner Verlag, 27. Auflage, 2012

Scholz/Hiese: Baustoffkenntnis; 17. Auflage, 2011; Werner Verlag (Wolters Kluwer Deutschland GmbH), Köln

Normalmörtel

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

Normalmörtel 2.1.1

Bindemittel
Kalk, Zement, Putz- und Mauerbinder, für den Anwendungsbereich zugelassene Bindemittel

Gesteinskörnung
Zuschlag mit dichtem Gefüge (Normalzuschlag, → Natürliche Gesteinskörnungen), z. B.: Quarzsand, Kalksteinsand, Kalksteinmehl

Wasser

ggf. Zusatzstoffe
→ Betonzusatzstoffe
z. B. Baukalk, Gesteinsmehl, Pigmente, Trass; Verwendung v. Reststoffen: Flugasche

ggf. Zusatzmittel
→  Betonzusatzmittel
z. B. Luftporenbildner, Betonverflüssiger, Dichtungsmittel, Verzögerer, Stabilisierer

Die Zusammensetzung der Mörtelgruppen für Normalmörtel ergibt sich ohne besonderen Nachweis aus Tab. A.1, DIN 1053 Teil 1. Für Mörtel der Gruppen II, IIa und III, die in ihrer Zusammensetzung nicht Tabelle A.1 entsprechen, sowie stets für Mörtel der Gruppe IIIa sind Eignungsprüfungen durchzuführen.

Mörtelzusammensetzung, Mischungsverhältnisse für Normalmörtel in Raumteilen, nach Tab. A.1, DIN 1053 Teil 1

Mörtel-
gruppe
MG
Luftkalk Hydraulischer Kalk (HL2) Hydraulischer Kalk (HL5), Putz- und Mauerbinder (MC5) Zement Sand 1) aus natürlichem Gestein
Kalkteig Kalkhydrat
I 1 - - - - 4
- 1 - - - 3
- - 1 - - 3
- - - 1 - 4,5
II 1,5 - - - 1 8
- 2 - - 1 8
- - 2 - 1 8
- - - 1 - 3
IIa - 1 - - 1 6
- - - 2 1 8
III - - - - 1 4
IIIa - - - - 1 4

1) Die Werte des Sandanteils beziehen sich auf den lagerfeuchten Zustand.

Bindemittel
Kalk, Zement, Putz- und Mauerbinder, für den Anwendungsbereich zugelassene Bindemittel

Gesteinskörnung
Zuschlag mit dichtem Gefüge (Normalzuschlag, → Natürliche Gesteinskörnungen), z. B.: Quarzsand, Kalksteinsand, Kalksteinmehl

Wasser

ggf. Zusatzstoffe
→ Betonzusatzstoffe
z. B. Baukalk, Gesteinsmehl, Pigmente, Trass; Verwendung v. Reststoffen: Flugasche

ggf. Zusatzmittel
→  Betonzusatzmittel
z. B. Luftporenbildner, Betonverflüssiger, Dichtungsmittel, Verzögerer, Stabilisierer

Die Zusammensetzung der Mörtelgruppen für Normalmörtel ergibt sich ohne besonderen Nachweis aus Tab. A.1, DIN 1053 Teil 1. Für Mörtel der Gruppen II, IIa und III, die in ihrer Zusammensetzung nicht Tabelle A.1 entsprechen, sowie stets für Mörtel der Gruppe IIIa sind Eignungsprüfungen durchzuführen.

Mörtelzusammensetzung, Mischungsverhältnisse für Normalmörtel in Raumteilen, nach Tab. A.1, DIN 1053 Teil 1

Mörtel-
gruppe
MG
Luftkalk Hydraulischer Kalk (HL2) Hydraulischer Kalk (HL5), Putz- und Mauerbinder (MC5) Zement Sand 1) aus natürlichem Gestein
Kalkteig Kalkhydrat
I 1 - - - - 4
- 1 - - - 3
- - 1 - - 3
- - - 1 - 4,5
II 1,5 - - - 1 8
- 2 - - 1 8
- - 2 - 1 8
- - - 1 - 3
IIa - 1 - - 1 6
- - - 2 1 8
III - - - - 1 4
IIIa - - - - 1 4

1) Die Werte des Sandanteils beziehen sich auf den lagerfeuchten Zustand.

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Gewinnung der Primärrohstoffe

Zement
Die Rohstoffe (Kalkstein, Ton und Kalkmergel) werden ausschließlich im Tagebau gefördert:

Kalk
Die Rohstoffe Kalkstein, Dolomit oder Kalkmergel werden ausschließlich im Tagebau gefördert.

Natürliche Gesteinskörnung
Gesteinskörnungen werden ausschließlich im Tagebau (Abbau in Gruben oder Nassbaggerung in Seen) gewonnen. Damit verbunden sind Umweltbelastungen durch Eingriffe in Natur und Landschaft.

Genauere Informationen siehe Grundstoffe Kalk, Zement, Natürliche Gesteinskörnungen

Verfügbarkeit

Zement
Die Rohstoffe sind (noch) in ausreichendem Maße vorhanden. Teilweise muss ein Teilrohstoff (Quarz, Kalk), der in den Abbaustätten nicht (mehr) vorhanden ist, aus der weiteren Umgebung angeliefert werden. Dies führt zu einer erhöhten Belastung der Umwelt (höherer Energieverbrauch, erhöhte Lärm- und Schadstoffemission, etc.). Teilweise werden auch Sekundärrohstoffe wie Kalkschlämme oder Gießerei-Altsande verwendet. Statt des reinen Portlandzementes (CEM I) werden inzwischen standardmäßig Portlandkomposit- bzw. -hüttenzemente (CEM II bzw. CEM III) angeboten und verwendet, um Primärrohstoffe zu schonen.

Kalk
Die Rohstoffe sind in Deutschland noch in ausreichendem Maße vorhanden (z. B. fränkischer und schwäbischer Jura, Eifel, Fichtelgebirge).

Gesteinskörnung
Natürliche Gesteinskörnungen sind (noch) in ausreichendem Maß vorhanden.

Genauere Informationen siehe Grundstoffe Kalk, Zement, Natürliche Gesteinskörnungen

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Trockene Abfälle in der Herstellungsphase von Werktrockenmörteln werden i. d. R. zu 100% in die Produktion rückgeführt.

Radioaktivität

Natürlich Radionuklide in Baustoffen können vorkommen in Abhängigkeit von Material und Zuschlagstoffen. Zum Schutz der Bevölkerung vor Strahlenbelas­tungen werden in Deutschland seit mehr als 20 Jahren Untersuchungen und Bewertungen der radioaktiven Stoffe in Baumaterialien durchge­führt. Nach einer Studie des BfS wurden in Deutschland keine zu Bauzwecken verwendbaren Materialien festgestellt, die infol­ge erhöhter Uran- und Radiumkonzentrationen zu höhe­ren Konzentrationen des Radon-222 (Radon) in Räumen führen könnten.

Bei den derzeit handelsüblichen Bauproduktgruppen sind aus der Sicht des Strahlenschutzes keine Einschränkungen erforderlich. Allerdings ist auch weiterhin die vorgegebene Beschränkung des Anteils industrieller Rückstände als Zuschlag zu beachten, siehe ausführliche BfS-Informationen zu Baustoffen unter http://www.bfs.de/de/ion/anthropg/baustoffe.html.

Normalmörtel

Herstellung

Prozesskette

Prozesskette: siehe Mauermörtel

Herstellungsprozess

Der Herstellungsprozess beschränkt sich auf folgende Verfahrensstufen:

  • Antransport der Ausgangsstoffe
  • Dosieren
  • Mischen
  • Fördern
  • Verpacken als Sackware oder Abfüllen in einen Baustellensilo

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMI liefern.

Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Live- Datensätze.

Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Im Kapitel Energieaufwand finden sich ggf. allgemeine Informationen zum Thema, die die Produktgruppe prägen.

Energieaufwand

Der Energieaufwand setzt sich bei Putz- und Mauermörteln aus dem Energieaufwand der einzelnen Rohstoffe sowie dem Zusammenfügen und Mischen der Bestandteile zusammen. Letztere erfordern im Vergleich nur geringe Energiemengen und sind abhängig von den verwendeten Mischaggregaten.

Graue Energie

Beispielrezeptur Zement-Mauermörtel MG III

Zement 20 M-%

Kalksteinsand 0 - 1 mm

40 M-%

Kalksteinsand 1 - 2 mm

20 M-%
Kalksteinsand 2 - 4 mm 10 M-%
Füller 10 M-%

nichterneuerbare Energie 1,74 MJ/kg
erneuerbare Energie 0,03 MJ/kg

Quelle:
ifib TH Karlsruhe, HAB Weimar, ESU+ETH Zürich: Baustoffdaten-Ökoinventare, 1995, Karlsruhe/Weimar/Zürich
Wirkungsbilanzen der HAB-Weimar (Systemgrenze: Herstellung der Baumaterialien)

Putztyp Anwendungsbereich, Spezifikation Zusammensetzung Rohdichte [kg/m3] Graue Energie
[MJ/kg]
Zement-
mörtel
Normalmauermörtel
CEM I 300 kg/m³
15% CEM I 32.5,
0.06% Zusatzm.
1900 1,11
Zement-
mörtel
Normalmauermörtel
CEM I 450 kg/m³
22% CEM I 32.5,
0.05% Zusatzm.
1900 1,39
Verlängerter Mörtel Mauermörtel verlängert
CEM I 100 HK 250
5.6 CEM I 32.5,
13% hydr. Kalk,
0.06% Zusatzm.
1800 1,28

Quelle:
Büro für Umweltchemie (Hrsg.): Graue Energie von Baustoffen, 1998, Zürich

Charakteristische Emissionen

Bei der Fertigung im Werk treten praktisch keine Staubemissionen auf, da die stationären Produktionsanlagen eingehaust sind. Bei der Herstellung von Normalmörteln direkt auf der Baustelle fallen Lärm- und Staubemission für die Umgebung an.

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Beim offenen Mischen auf der Baustelle kommt es zu Staubentwicklungen. Es sollte persönliche Schutzausrüstung (Augen-, Atem- und Gehörschutz) getragen werden.

Maßnahmen Umweltschutz

Es liegen keine Informationen vor, dass auf der Baustelle besondere Umweltschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Im Werk werden Emissionen durch Einhausung verringert.

Transport

Normalmörtel kommen meist als fertiges Trockengemisch entweder als Sackware, als Siloware oder als Werkfrischmörtel im Transportmischer auf die Baustelle.

Normalmörtel werden in Deutschland von diversen Unternehmen an verschiedenen Standorten hergestellt, so dass ein Transport auf nationaler Ebene mit relativ kurzen Transportwegen möglich ist.

Normalmörtel

Verarbeitung

Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Normalmörtel sind i.a. gut und einfach verarbeitbar. Mit Normalmörtel hergestellte Fugen sind 10 bis 12 mm dick.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Gesundheitsgefahren gehen nach heutigem Kenntnisstand überwiegend von der stark alkalischen Lösung aus, die sich beim Anmachen des Zements oder Kalks mit Wasser bildet (pH-Wert 12,5 bis 13,5) und Reizungen und Verätzungen verursacht.

GISBAU-Produktgruppeninformation Calciumhydroxid, Calciumoxid
→ Zement / Verarbeitung
GISBAU-Produktgruppeninformation ZP1 - Zementhaltige Produkte, chromatarm

Bei der Verarbeitung zement- und kalkhaltiger Produkte sind persönliche Schutzmaßnahmen erforderlich (u.a. Augenschutz, Handschutz, Hautschutz, Körperschutz).

Allergische Hautreaktionen auf Chromat (sogenannte „Maurerkrätze“) sind heutzutage nicht mehr zu erwarten, da die Herstellung und Verwendung nicht chromatarmer zementhaltiger Produkte (GISCODE ZP2) seit dem 17. Januar 2005 verboten ist.

AGW-Werte

  • Alveolengängige Fraktion: A – Staub 3 mg/m³ (Feinstaub)
  • Einatembare Fraktion: E – Staub 10 mg/m³ (Gesamtstaub)
  • Portlandzement (Staub) 5 mg/m³ gemessen in der einatembaren Fraktion nach TRGS 900.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.
Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden.

Normalmörtel werden als Gemisch eingestuft. Produkt bezogene Informationen gemäß CLP-Verordnung müssen daher in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) der jeweiligen Produkte ausgewiesen sein.

Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Produkt bezogene Informationen hierzu finden sich dann in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) des Herstellers.

Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU

ZP1 Zementhaltige Produkte, chromatarm
ZP2 Zementhaltige Produkte, nicht chromatarm
Die Herstellung und Verwendung nicht chromatarmer zementhaltiger Produkte (GISCODE ZP2) ist seit dem 17. Januar 2005 verboten.

Emissionen

Bei der Verarbeitung von Trockenmörtel kann es zu einer Staubentwicklung kommen.

Es liegen keine Informationen vor, nach denen es bei der Verarbeitung von bereits mit Wasser angemischtem Mörtel zu Emissionen kommt.

Umweltrelevante Informationen

Energiebedarf

Bei der Verarbeitung von Normalmörteln wird Energie beim Mischen zu einem verarbeitbaren Mörtel verbraucht. Die Energiemenge ist abhängig von den verwendeten Mischaggregaten.

Wassergefährdung

Eindringen von verdünnter Zementsuspension (Waschwasser) in Boden, Gewässer und Kanalisation muss aufgrund Freisetzung basischer Bestandteile durch Auslaugen / Auswaschen vermieden werden (WGK 1: schwach wassergefährdend). Hierzu zählen keine Bodeninjektionen oder dergleichen, bei denen die Zemente bzw. Zementmörtel aufgrund ihrer Zusammensetzung und ihrer schnellen Erhärtung kaum eine lang andauernde Beeinträchtigung darstellen.

Normalmörtel

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Umwelt- und gesundheitsrelevante Beeinträchtigungen im Neuzustand und während der Nutzung sind nicht bekannt. Grundsätzlich besteht bei Mauerwerkbaustoffen und damit Mörteln die Möglichkeit, dass Salze und/ oder Schwermetalle durch Einwirkung von Feuchtigkeit, wie z. B. Niederschlagswasser oder Grundwasser, ausgewaschen werden. Unter praxisrelevanten Bedingungen sind allerdings nur sehr geringe Auslaugraten zu erwarten, da die Inhaltsstoffe fest in die Bindermatrix eingebunden sind. Emissionen von Inhaltsstoffen sind nicht relevant.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Normalmörtel bergen in der Regel keine brandrelevante Gefährdung.

Wassereinwirkung

Es sind keine Umwelt- und Gesundheitsrisiken zu erwarten.

Beständigkeit Nutzungszustand

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.
Datenbank als PDF

Normalmörtel

Nachnutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

Beim Ausbau ist auf ausreichenden Staubschutz zu achten. Die Möglichkeit des Absaugens sollte geprüft werden.

Wiederverwendung

Eine Wiederverwendung von Mörtel ist derzeit nicht möglich, da es nur schwer trennbar mit dem abzubrechenden Mauerwerk verbunden ist.

Stoffliche Verwertung

In der Praxis ist das Trennen von Mauermörtel und Stein sehr aufwendig und i. d. R. schwierig, da ein guter Haftverbund zwischen Mörtel und Stein ein wichtiges Kriterium für die Qualität eines Mauermörtels ist. In der Regel fällt daher kein sortenreiner Mauermörtel an, sondern gemischter Mauerwerkabbruch, bestehend aus Mauersteinen und Mörtel sowie gegebenenfalls weiteren Stoffen (z. B. Beschichtungen, Putze).

Generell kommt als Möglichkeit zur Verwertung von Normalmörtel daher nur "down-cycling" in Frage, wobei hinsichtlich der Umweltverträglichkeit keine problematischen Aspekte bekannt sind.

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Mauermörtel, somit auch Normalmörtel, müssen am Ende ihrer Lebensdauer auf einer Deponie abgelagert werden. Sie können als Bauschutt auf Deponieklasse I (hauptsächlich für mineralische Abfälle) abgelagert werden.

EAK-Abfallschlüssel

Abfälle aus der Herstellung von Zement, Branntkalk, Gips und Erzeugnissen aus diesen

101311 Abfälle aus der Herstellung anderer Verbundstoffe auf Zementbasis mit Ausnahme derjenigen, die unter 10 13 09 und 10 13 10 fallen
101314 Betonabfälle und Betonschlämme

Bau- und Abbruchabfälle

170101  Beton (Bau- und Abbruchabfälle)
170701 gemischte Bau- und Abbruchabfälle (gemäß KrW-/AbfG, BestüVAbfV, überwachungsbedürftige Abfälle zur Verwertung)