Mauermörtel

Produktgruppeninformation

Begriffsdefinition

Die Aufgabe von Mauermörtel ist es, Mauersteine kraftschlüssig zu verbinden und einen Ausgleich von Maßtoleranzen der Mauersteine zu gewährleisten. Das Größtkorn des Sandes beträgt 4 mm, bei Dünnbettmörtel 1 mm.

Hinsichtlich der verwendeten Bindemittel werden Mauermörtel in Zement-, Kalk-, Kalkzement- oder Putz- und Mauerbinder-Mörtel eingeteilt. Nach dem Ort der Herstellung unterscheidet man Werk- und Baustellenmörtel, nach der Zugabe von Wasser (zum Gemisch der Ausgangsstoffe) im Werk oder erst auf der Baustelle Werkfrisch- und Werktrockenmörtel, nach der Konsistenz Frisch- (gebrauchsfertig, verarbeitbar) und Festmörtel (verfestigt bzw. ausgehärtet). In Abhängigkeit von der Zusammensetzung, der Lagerfugendicke oder der Gesteinsart werden Normalmörtel (NM), Leichtmörtel (LM) und Dünnbettmörtel (DM) verwendet. Mineralische Fliesenkleber dienen als Dünnbettmörtel zum Verlegen keramischer Fliesen und Platten.

Seit Beginn der 60-er Jahre wird die Entwicklung von Werktrockenmörtel gefördert. Werkfrischmörtel wurden etwa im Jahr 1973 eingeführt. Seit Beginn der 80-er Jahre gewinnt der Anteil der in Silos gelieferten Mörtel zunehmend an Bedeutung.

Die heutigen Anforderungen an Bauabläufe und -qualität haben inzwischen dazu geführt, dass für über 90% des Mörtels, der als Mauer- oder Putzmörtel zum Einsatz kommt, Werkmörtel verwendet wird. Baustellenmörtel findet nur noch in wenigen Fällen von meist untergeordneter Bedeutung Verwendung. Weiterhin werden heute die Lagerfugen des Ziegelmauerwerks vorzugsweise mit Leichtmörtel bzw. bei Planziegeln mit Dünnbettmörtel vermauert.

Wesentliche Bestandteile

  • Bindemittel (Zement, Kalk)
  • Dichte Gesteinskörnung
  • Wasser
  • Ggf. Zusatzstoffe und Zusatzmittel bzw. Füllstoffe

Charakteristik

Mit Mauermörtel werden kraftschlüssige Verbindungen zwischen Mauersteinen hergestellt, bei denen die Zwischenräume vollfugig verfüllt werden. Des Weiteren werden mit ihnen Maßabweichungen der Mauersteine ausgeglichen.

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Zement und Kalk können zu Verätzungen der Haut und der Augen führen.

Lieferzustand

  • pulverförmig als Werktrockenmörtel bzw. Baustellenmörtel
  • plastische bis fließfähige Konsistenz als Werkfrischmörtel

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

  Innenwand Außenwand
einschalig zweischalig
schall-
dämm.
wärme-
dämmend
hochfest ohne
Wetter-
schutz
(Sichtmw.)
mit Wetter-
schutz
(z.B. Putz)
Verblend-
schale
Innen-
schale
Normalmörtel  + o / -
(vorzugsw.
MG II,IIa)
+
MGIII,IIIa
+
(vorzugsw.
MG II,IIa)
- 1)/ o1) / + +
(vorzugsw.
MG II, IIa2))
+
Leichtmörtel  o + - - o / +1) - - / o / +1)
Dünnbett-
mörtel
 
+ + + o +   o+
Mineralische
Fliesenkleber
 
Verlegen von Fliesen und Platten
Universalkleber für Mörtel- und Betonteile (innen und außen)
+
empfehlenswert
o
möglich
-
nicht empfehlenswert
1)
bei wärmedämmendem Mauerwerk (Dicke d. Mauersteine ≥ 365mm und Rechenwert d. Wärmeleitfähigkeit (einschließlich Vermörtelung, wenn nicht als Trockenmw. ausgeführt)
≤ 0,21 W/mK)
2)
nach DIN 1053, Teil 1 ausschließlich MG II, IIa

Quellen

Schubert P.; Heer B.; Institut für Bauforschung: Umweltverträgliche Verwertung von Mauerwerk-Baureststoffen, F 497, 1997, Aachen, S. 29

Mauermörtel
Mauermörtel

Planungs- und Ausschreibungshilfen

WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.

Informationen hier im Reiter Planungsgrundlagen:

  • Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
  • Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien

Übersicht Planungs- und Ausschreibungshilfen: Mauermörtel und mineralischer Fliesenkleber
Stand 06/2015

    Dünnbettmörtel Leichtmörtel Normalmörtel Mineralischer Fliesenkleber
           
  Material-
ökologische Anforderungen
Im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung Inhalt aufklappen
   
Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS - Verlegewerkstoffe für Fliesen und Platten
  Mögliche Quellen Die hier genannten Quellen, insbesondere BNB, bilden die Grundlage für Planungs- und Ausschreibungshilfen bzw. materialökologische Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS. Inhalt aufklappen
   
Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen

(BNB) des BMI /
Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt)

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMI steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen. Die o.g. Textbausteine und materialökologischen Anforderungen in WECOBIS basieren derzeit auf Kriteriensteckbrief 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt. Dieser steht in engem Zusammehang mit Kriteriensteckbrief 3.1.3 Innenraumhygiene.

Auch wenn ein Gebäude nicht zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

An Mauermörtel stellt der BNB-Kriterienkatalog 1.1.6 keine Anforderungen. Deshalb gibt es für diese Produktgruppe auch keine Textbausteine im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen".

Einordung der jeweiligen Fliesenkleber hinsichtlich verschiedener Kriteriensteckbriefe siehe Reiter BNB-Kriterien in WECOBIS
Umweltbundesamt
(UBA)
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Die Seiten werden gerade überarbeitet, sodass sich dort derzeit aus dem Baubereich nur Ausschreibungsempfehlungen zu Elastischen Bodenbelägen, Tapeten und Raufaser finden.
baubook ökologisch ausschreiben Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Mauermörtel finden sich Kriterien in der Gruppe "Mauer- und Putzmörtel → Mörtel". Für Fliesenkleber finden sich Kriterien in der Gruppe "Kleb- und Füllstoffe → Klebstoffe für mineralische Bodenbeläge"
natureplus Ausschreibungstexte natureplus Ausschreibungstexte zu Mauermörtel oder Fliesenkleber sind derzeit (06/2015) nicht vorhanden.
  Mögliche Nachweis-
dokumente
weitere Nachweismöglichkeiten neben den folgend genannten sind Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, sowie Herstellererklärungen oder ggf. ein Anhang mit Nachhaltigkeitsmerkmalen zur bauaufsichtlichen Zulassung (abZ+). Inhalt aufklappen
   
gesetzlich vorgeschrieben: Welche Nachweisdokumente müssen vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden? Welcher Nachweis kann damit erbracht werden?
REACH / CLP:
Sicherheitsdatenblatt (SDB)
Mauermörtel und Fliesenkleber werden als Gemisch eingestuft. Für sie muss daher ein SDB gemäß den Anforderungen in Art.31 REACH-VO in Verbindung mit Anhang II erstellt werden. (Nachweis gefährliche Stoffe, Nachweis SVHC >= 0,1 Gew.-%)
freiwillige Produktkenn-zeichnungen / -deklarationen Für einige Bauproduktgruppen existieren freiwillige Produktkennzeichnungen oder -deklarationen wie z.B. Umweltzeichen oder Umweltproduktdeklarationen, die als Nachweis für materialökologische Anforderungen dienen können. Eine Übersichtstabelle dazu mit detaillierten Informationen zu Mauermörtel findet sich im Reiter Zeichen & Deklarationen.

Gefahrstoffverordnung

Da Mauermörtel Zement oder Kalk als Bindemittel enthalten, sind sie nach Gefahrstoffverordnung kennzeichnungspflichtig mit den GHS-Symbolen für „Gefahr“ GHS05 und GHS07.

Es gelten folgende H-Sätze zur Gesundheitsgefährdung:

  • H318 Verursacht schwere Augenschäden.
  • H335 Kann die Atemwege reizen.
  • H315 Verursacht Hautreizungen.

Diese Angaben gelten für den trockenen pulverförmigen Mörtel und den frischen Mörtel. Im abgebundenen Zustand, das heißt ausgehärteten Zustand, gehen keine Gesundheitsgefahren von Mauermörteln aus.

Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS

Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet das neue WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter Allgemeine Infos.

Mauermörtel

Umweltdeklarationen

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen aus dem Bereich der Mauermörtel und mineralischer Fliesenkleber. Neben Herstellererklärungen, Informationen in Sicherheitsdatenblättern (SDB), Leistungserklärungen oder allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Planungsgrundlagen) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.

Übersicht Umweltdeklarationen: Mauermörtel und mineralischer Fliesenkleber
Stand 06/2015

    Dünnbettmörtel Leichtmörtel Normalmörtel Mineralischer Fliesenkleber
           
  Umweltzeichen Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können. Inhalt aufklappen
   
Blauer Engel - - - -
EU-Umweltzeichen (Blume) - - - -
Österreichisches Umweltzeichen - - - -
natureplus-Qualitätszeichen

-
(Die Richtlinie RL0807 Mauermörtel auf Kalk- und Zementbasis befindet sich noch in Ausarbeitung)

RL 0808 Mineralische Klebe- und Spachtelmassen für den Innenraum
Nordischer Schwan - - - -
Emicode EC1 - - - +
  GISBAU Klassifizierungs-system

Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden. (siehe unten: Ersatzproduktgruppe prüfen?) Inhalt aufklappen

   

GISBAU Produkt-Code / GISCODE

ZP1 (Download) Zementhaltige Produkte, chromatarm
ZP2 (Download) Zementhaltige Produkte, nicht chromatarm

  Umweltprodukt-deklaration (EPD)

Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1 Inhalt aufklappen

   
EPD1 +
Branchen-EPD1 +
  Umweltindikatoren

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank ÖKOBAUDAT des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMI. Inhalt aufklappen

   
ÖKOBAUDAT-Datensätze

Derzeit (06/2015) befinden sich unter → 1. Mineralische Baustoffe → 1.4 Mörtel und Beton → 1.4.02 Mauermörtel keine Datensätze für Mauermörtel

→1. Mineralische Baustoffe → 1.4 Mörtel und Beton → 1.4.05 Kleber und Klebemörtel

  Sonstiges Die Plattform baubook beispielsweise bietet für Händler und Hersteller von Bauprodukten die Möglichkeit einer online-Deklaration anhand von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Ein Modul zur Deklaration von BNB_BN_1.1.6-Kriterien ist in Vorbereitung. Inhalt aufklappen
   
baubook-Deklaration

Mörtel
Klebe- und Füllmörtel

+ Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden
- Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./. Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

1 Die hier als vorhanden markierten EPDs und Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V..

Mauermörtel
Mauermörtel

Technisches

Technische Daten

  Normalmörtel Leichtmörtel LM21 Leichtmörtel LM36 Zementmörtel
Trockenrohdichte ≥1.500 kg/m³
(~ 1.800 kg/m³)
≤700 kg/m³ ≥ 1.000 kg/m³ ~  2.000 kg/m³
Rechenwert der Wärme-
leitfähigkeit
1,0 W/(mK) 0,21 W/(mK) 0,36 W/(mK) 1,4 W/(mK)
Baustoffklasse A1  
A1
 
Bei Zumischung von EPS: A2
 
A1

Technische Regeln (DIN, EN)

DIN 1053-4

2013

Mauerwerk - Teil 4: Fertigbauteile

DIN 18157-1

1979

Ausführung keramischer Bekleidungen im Dünnbettverfahren; Hydraulisch erhärtende Dünnbettmörtel

DIN 18555-9

1999

Prüfung von Mörteln mit mineralischen Bindemitteln - Teil 9: Festmörtel; Bestimmung der Fugendruckfestigkeit

DIN V 18580

2007

Mauermörtel mit besonderen Eigenschaften

 

DIN 18581

2008

Anleitung zur werkseigenen Produktionskontrolle für die CE-Kennzeichnung (Konformitätsnachweisverfahren 2+) von Mauermörteln nach Eignungsprüfung

DIN 18946

2013

Lehmmauermörtel - Begriffe, Anforderungen, Prüfverfahren

DIN V 20000-412

2004

Anwendung von Bauprodukten in Bauwerken - Teil 412: Regeln für die Verwendung von Mauermörtel nach DIN EN 998-2:2003-09

DIN EN 934-3

2009+ A1:2012

Zusatzmittel für Beton, Mörtel und Einpressmörtel - Teil 3: Zusatzmittel für Mauermörtel - Definitionen, Anforderungen, Konformität, Kennzeichnung und Beschriftung

DIN EN 998

 

Festlegungen für Mörtel im Mauerwerksbau -

                        -2

2010

Teil 2: Mauermörtel

DIN EN 1015

 

Prüfverfahren für Mörtel für Mauerwerk

                        -9

1999+ A1:2006

Teil 9: Bestimmung der Verarbeitbarkeitszeit und der Korrigierbarkeitszeit von Frischmörtel

                        -10

1999+ A1:2006

Teil 10: Bestimmung der Trockenrohdichte von Festmörtel

                        -14

1999

Teil 14: Bestimmung der Dauerhaftigkeit von erhärtetem Mauermörtel (Festmörtel) (mit einem Zementanteil an der Gesamtbindemittelmenge von mehr als 50 %)

                        -18

2002

Teil 18: Bestimmung der kapillaren Wasseraufnahme von erhärtetem Mörtel (Festmörtel)

DIN EN 12878

2012

Pigmente zum Einfärben von zement- und/oder kalkgebundenen Baustoffen - Anforderungen und Prüfverfahren

DIN EN 13139

2013

Gesteinskörnungen für Mörtel

DIN EN 13055

2012

Leichte Gesteinskörnungen für Beton, Mörtel, Einpressmörtel, bitumengebundene Mischungen, Oberflächenbehandlungen und für ungebundene und gebundene Anwendungen

                        -1

2002

Teil 1: Leichte Gesteinskörnungen für Beton, Mörtel und Einpressmörtel

                        -2

2004

Teil 2: Leichte Gesteinskörnungen für Asphalte und Oberflächenbehandlungen sowie für ungebundene und gebundene Verwendung

DIN EN 16572

2013

Erhaltung des kulturellen Erbes - Glossar für Mauermörtel, Putzmörtel und Gipsmörtel zur Verwendung am kulturellen Erbe

DBCh Zusatzmittel, Mauermörtel

2005

Informationsschrift - Herstellung und Verwendung von Zusatzmitteln für Mauermörtel in Deutschland

DGfM Mauermörtel

1996

Vorläufige Richtlinie zur Ergänzung der Eignungsprüfung von Mauermörtel - Druckfestigkeit in der Lagerfuge - Anforderungen, Prüfung

RAL-GZ 544/3

 

Werktrockenmörtel - Gütesicherung

Mauermörtel

Literaturtipps

Institut Bauen und Umwelt e.V. / Service / Downloads von Broschüren / Produktgruppenregeln (PCR) / Umweltproduktdeklarationen (EPD)

Scholz/Hiese: Baustoffkenntnis; 17. Auflage, 2011; Werner Verlag (Wolters Kluwer Deutschland GmbH), Köln

Zwiener, G.; Mötzl, H.; Ökologisches Baustoff-Lexikon; 2006; C.F. Müller Verlag; Heidelberg

Industrieverband Werktrockenmörtel e.V. et al.: Außenputz auf Ziegelmauerwerk; Werktrockenmörtel-Richtlinie Putzsysteme, Ausgabe 01.98

Berger J., Arbeitsgemeinschaft der Bau-Berufsgenossenschafte: Gemeinsam gegen Maurerkrätze

Büro für Umweltchemie (Hrsg.): Graue Energie von Baustoffen, 1998, Zürich

Gänßmantel J.: Ökologische Aspekte von Putz- und Mauermörtel: Rohstoffe, Herstellung, Transport und Verarbeitung, 24. bis 26. Sep. 1997, S. 2-0703 - 2-0714, 13. Int. Baustofftagung, 1997, Weimar

Heer B.; Schubert P.: Umweltverträglichkeit und Wiederverwertbarkeit von Mauerwerkbaustoffen, S. 757-776, Mauerwerk-Kalender, Ernst & Sohn Verlag, 1999

Metzemacher H.: Ökologische Aspekte von Putz- und Mauermörteln - Gesamtbilanzierung von Wandkonstruktionen, 24. bis 26. Sep. 1997, S. 1-0971 - 1-0980, 13. Int. Baustofftagung, 1997, Weimar

Metzemacher H.; Riechers H.-J.: Moderne Werkmörtel, Grundlagen und Anwendungsregeln von Mauermörtel und Putzmörtel, 1/1997, Hf. 4, S. 234-239, Das Mauerwerk, 1997

Müller A.: Stoffkreisläufe für Mauerwerksabbruch?, 24. bis 26. Sep. 1997, S. 2-1001 - 2-1011, 13. Int. Baustofftagung, 1997, Weimar

Neroth G., Vollenschaar D.; Wendehorst Baustoffkunde, Vieweg + Teubner Verlag, 27. Auflage, 2012

Riechers H.-J.: Werkmörtel für den Mauerwerksbau, S. 513-529, Mauerwerk-Kalender, Ernst & Sohn Verlag, 1997

Riechers H.-J.: Werkmörtel für den Mauerwerksbau, S. 547-562, Mauerwerk-Kalender, Ernst & Sohn Verlag, 1999

Schubert P.; Heer B.; Institut für Bauforschung: Umweltverträgliche Verwertung von Mauerwerk-Baureststoffen, F 497, 1997, Aachen

Mauermörtel

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

Mauermörtel 2.1.1

Bindemittel
Luftkalk, hydraulischer Kalk, Zement sowie Putz- und Mauerbinder (PM-Binder enthalten i.w. Zement, Gesteinsmehle und Luftporenbildner, evtl. Kalkhydrat und weitere Zusatzmittel. Sie dürfen nicht mit Gips oder Tonerdeschmelzzement vermischt werden).

Gesteinskörnungen
natürliche Gesteinskörnungen, leichte Gesteinskörnungen (Blähglas, Blähglimmer, Blähperlit, Blähton, Naturbims), bei Leichtmörtel auch expandiertes Polystyrol

Die Aufbereitung der Gesteinskörnungen ist maßgebend für die hohe Qualität eines Mörtels. Für Werktrockenmörtel müssen restlos trockene, z. T. feuergetrocknete Gesteinskörnungen verwendet werden, um die Haltbarkeit und damit die Lagerung zu ermöglichen.

Wasser

ggf. Zusatzstoffe/Zusatzmittel
Zusatzstoffe/Zusatzmittel verändern bzw. verbessern bestimmte Mörteleigenschaften, z. B. Erstarren, Erhärten, Farbe des Mörtels, Haftverbund zwischen Mörtel und Untergrund, Verarbeitbarkeit, Wasserrückhaltevermögen, und/oder Wasserundurchlässigkeit bzw. Wasseraufnahme.

siehe Betonzusatzstoffe, Betonzusatzmittel

Bindemittel
Luftkalk, hydraulischer Kalk, Zement sowie Putz- und Mauerbinder (PM-Binder enthalten i.w. Zement, Gesteinsmehle und Luftporenbildner, evtl. Kalkhydrat und weitere Zusatzmittel. Sie dürfen nicht mit Gips oder Tonerdeschmelzzement vermischt werden).

Gesteinskörnungen
natürliche Gesteinskörnungen, leichte Gesteinskörnungen (Blähglas, Blähglimmer, Blähperlit, Blähton, Naturbims), bei Leichtmörtel auch expandiertes Polystyrol

Die Aufbereitung der Gesteinskörnungen ist maßgebend für die hohe Qualität eines Mörtels. Für Werktrockenmörtel müssen restlos trockene, z. T. feuergetrocknete Gesteinskörnungen verwendet werden, um die Haltbarkeit und damit die Lagerung zu ermöglichen.

Wasser

ggf. Zusatzstoffe/Zusatzmittel
Zusatzstoffe/Zusatzmittel verändern bzw. verbessern bestimmte Mörteleigenschaften, z. B. Erstarren, Erhärten, Farbe des Mörtels, Haftverbund zwischen Mörtel und Untergrund, Verarbeitbarkeit, Wasserrückhaltevermögen, und/oder Wasserundurchlässigkeit bzw. Wasseraufnahme.

siehe Betonzusatzstoffe, Betonzusatzmittel

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Gewinnung der Primärrohstoffe

Die Rohstoffe (Kalkstein, Ton und Kalkmergel) werden ausschließlich im Tagebau gefördert:

Kalk
Die Rohstoffe Kalkstein, Dolomit oder Kalkmergel werden ausschließlich im Tagebau gefördert.

Natürliche Gesteinskörnung
Gesteinskörnungen werden ausschließlich im Tagebau (Abbau in Gruben oder Nassbaggerung in Seen) gewonnen. Damit verbunden sind Umweltbelastungen durch Eingriffe in Natur und Landschaft.

Leichte Gesteinskörnung
Die Rohstoffe für Blähglimmer, Blähperlit oder Bims werden im Tagebau gewonnen.

Genauere Informationen siehe Grundstoffe Kalk, Zement, Natürliche Gesteinskörnungen, Leichte Gesteinskörnungen

Verfügbarkeit

Zement
Die Rohstoffe sind (noch) in ausreichendem Maße vorhanden. Teilweise muss ein Teilrohstoff (Quarz, Kalk), der in den Abbaustätten nicht (mehr) vorhanden ist, aus der weiteren Umgebung angeliefert werden. Dies führt zu einer erhöhten Belastung der Umwelt (höherer Energieverbrauch, erhöhte Lärm- und Schadstoffemission, etc.). Teilweise werden auch Sekundärrohstoffe wie Kalkschlämme oder Gießerei-Altsande verwendet. Statt des reinen Portlandzementes (CEM I) werden inzwischen standardmäßig Portlandkomposit- bzw. -hüttenzemente (CEM II bzw. CEM III) angeboten und verwendet, um Primärrohstoffe zu schonen.

Kalk
Die Rohstoffe sind in Deutschland noch in ausreichendem Maße vorhanden (z. B. fränkischer und schwäbischer Jura, Eifel, Fichtelgebirge).

Gesteinskörnung
Natürliche Gesteinskörnungen sind (noch) in ausreichendem Maß vorhanden. Rohstoffe für leichte Gesteinskörnungen (z. B. Bims) sind in Deutschland nur noch begrenzt verfügbar. Dadurch kann es z. T. zu langen Transportwegen kommen.

Genauere Informationen siehe Grundstoffe Kalk, Zement, Natürliche Gesteinskörnungen, Leichte Gesteinskörnungen

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Trockene Abfälle in der Herstellungsphase von Werktrockenmörteln werden i. d. R. zu 100% in die Produktion rückgeführt.

Radioaktivität

Natürlich Radionuklide in Baustoffen können vorkommen in Abhängigkeit von Material und Zuschlagstoffen. Zum Schutz der Bevölkerung vor Strahlenbelas­tungen werden in Deutschland seit mehr als 20 Jahren Untersuchungen und Bewertungen der radioaktiven Stoffe in Baumaterialien durchge­führt. Nach einer Studie des BfS wurden in Deutschland keine zu Bauzwecken verwendbaren Materialien festgestellt, die infol­ge erhöhter Uran- und Radiumkonzentrationen zu höhe­ren Konzentrationen des Radon-222 (Radon) in Räumen führen könnten.

Bei den derzeit handelsüblichen Bauproduktgruppen sind aus der Sicht des Strahlenschutzes keine Einschränkungen erforderlich. Allerdings ist auch weiterhin die vorgegebene Beschränkung des Anteils industrieller Rückstände als Zuschlag zu beachten, siehe ausführliche BfS-Informationen zu Baustoffen unter http://www.bfs.de/de/ion/anthropg/baustoffe.html.

Mauermörtel

Herstellung

Prozesskette

Prozesskette Mauermörtel

Herstellungsprozess

Der Herstellungsprozess beschränkt sich auf folgende Verfahrensstufen:

  • Antransport der Ausgangsstoffe
  • Dosieren
  • Mischen
  • Fördern
  • Verpacken als Sackware oder Abfüllen in einen Baustellensilo

Werkmörtel unterscheiden sich grundsätzlich nach den Lieferformen in zwei Hauptgruppen:

Werktrockenmörtel
Fertiges Gemisch der Ausgangsstoffe, dem bei der Aufbereitung auf der Baustelle nur noch Wasser zugemischt wird.

Mehrkammer-Silomörtel
In einem Silo sind in getrennten Kammern die Mörtelausgangsstoffe enthalten. Sie werden auf der Baustelle unter Wasserzugabe in einem fest einprogrammierten, baustellenseitig nicht veränderbaren Mischungsverhältnis gemischt.

Nassmörtel
Sammelbegriff für alle Werkmörtel, die im nassen oder feuchten Zustand auf die Baustelle geliefert werden.

Werkfrischmörtel
Werkfrischmörtel wird gebrauchsfertig in verarbeitbarer Konsistenz angeliefert. In der Regel ist er 36 Stunden verarbeitbar.

Werk-Vormörtel
Werkvormörtel ist ein Gemisch aus erdfeuchtem Sand und Kalk sowie gegebenenfalls weiteren Zusätzen. Auf der Baustelle müssen Zement und Wasser zugegeben werden. Werk-Vormörtel sind v.a. in Norddeutschland verbreitet.

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMI liefern.
Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Live- Datensätze.

Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Im Kapitel Energieaufwand finden sich ggf. allgemeine Informationen zum Thema, die die Produktgruppe prägen.

Energieaufwand

Der Energieaufwand setzt sich bei Putz- und Mauermörteln aus dem Energieaufwand der einzelnen Rohstoffe sowie dem Zusammenfügen und Mischen der Bestandteile zusammen. Letztere erfordern im Vergleich nur geringe Energiemengen und sind abhängig von den verwendeten Mischaggregaten.

Bei der Herstellung von Werktrockenmörtel wird der Energie- und Kostenaufwand auch durch die werkseitige Trocknung des Sandes beeinflusst.

Charakteristische Emissionen

Bei der Fertigung im Werk treten praktisch keine Staubemissionen auf, da die stationären Produktionsanlagen eingehaust sind.

Schadstoffemission und Treibhauspotential (GWP) werden bei Mauermörtel überwiegend von Menge und Art der Bindemittel, bei Leichtmörtel zusätzlich von den leichten Gesteinskörnungen bestimmt. Organische Zusatzmittel haben - außer bei Spezialprodukten wie z.B. Dünnbett-(Klebe)-Mörtel - darauf nur einen geringen Einfluss.

Generell hat die Herstellung von Werktrockenmörteln im Vergleich zur Rohstoffherstellung einen untergeordneten Einfluss auf die Gesamtbilanz des Energieaufwandes, der Kohlendioxidemission (CO2-Emission) und des Treibhauspotentials (GWP).

In Verbindung mit Mauerwerk ist wiederum der Einfluss der Mauersteine dominierend, so dass sich Veränderungen des Primärenergieinhalts (PEI) sowie der CO2-Emissionen von Mauermörtel nur entsprechend geringfügig auf die Gesamtsachbilanz einer Mauerwerkswand auswirken.

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Beim offenen Mischen auf der Baustelle (heute eher selten) kommt es zu Staubentwicklungen. Atemschutz ist dann empfehlenswert.

Maßnahmen Umweltschutz

Trockene Abfälle in der Herstellungsphase der Werktrockenmörtel werden i.d.R. 100%-ig in die Produktion rückgeführt. Überall dort, wo Staub entstehen kann, wird dieser durch entsprechende Absaugungsanlagen einem zentralen Filtersystem zugeführt. Der darin abgeschiedene Feinststaub kann in geringen Mengenteilen erneut dem Herstellungsprozess zugeführt werden. Im Rahmen der Prozessüberwachung erkannte Fehlchargen werden über entsprechende Rückstellwaren-Silos in geringen Anteilen erneut dem Produktionsprozess zugeführt. Diese Vorgehensweise wird auch bei Produktrestmengen von der Baustelle praktiziert, die in Silos oder Säcken zum Herstellwerk in geringen Mengen zurücktransportiert werden.

Aufgrund des zunehmenden Anteils von Werkfrischmörtel erfolgt praktisch eine Abfallvermeidung auf der Baustelle. Da die Rohstoffe im Werk zu 100% in das Produkt Werktrockenmörtel eingehen und Ausschuss betriebsintern sofort recycelt wird, ist der Produktionsprozess selbst als abfallarm und mit geringen Auswirkungen auf die Umwelt zu bezeichnen.

Darüber hinaus liegen keine Informationen vor, dass auf der Baustelle besondere Umweltschutzmaßnahmen durchgeführt werden.

Transport

Mauermörtel kommen meist als fertiges Trockengemisch entweder als Sackware, als Siloware oder als Werkfrischmörtel im Transportmischer auf die Baustelle.

Mauermörtel werden in Deutschland von diversen Unternehmen an verschiedenen Standorten hergestellt, so dass ein Transport auf nationaler Ebene mit relativ kurzen Transportwegen möglich ist.

Mauermörtel

Verarbeitung

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Gesundheitsgefahren gehen nach heutigem Kenntnisstand überwiegend von der stark alkalischen Lösung aus, die sich beim Anmachen des Zements oder Kalks mit Wasser bildet (pH-Wert 12,5 bis 13,5) und Reizungen und Verätzungen verursacht.

GISBAU-Produktgruppeninformation Calciumhydroxid, Calciumoxid
Zement / Verarbeitung
GISBAU-Produktgruppeninformation ZP1 - Zementhaltige Produkte, chromatarm

Bei der Verarbeitung zement- und kalkhaltiger Produkte sind persönliche Schutzmaßnahmen erforderlich (u. a. Augenschutz, Handschutz, Hautschutz, Körperschutz).

Allergische Hautreaktionen auf Chromat (sogenannte „Maurerkrätze“) sind heutzutage nicht mehr zu erwarten, da die Herstellung und Verwendung nicht chromatarmer zementhaltiger Produkte (GISCODE ZP2) seit dem 17. Januar 2005 verboten ist.

AGW-Werte

  • Alveolengängige Fraktion: A – Staub 3 mg/m³ (Feinstaub)
  • Einatembare Fraktion: E – Staub 10 mg/m³ (Gesamtstaub)
  • Portlandzement (Staub) 5 mg/m³ gemessen in der einatembaren Fraktion nach TRGS 900.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.
Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden.

Mauermörtel werden als Gemisch eingestuft. Produkt bezogene Informationen gemäß CLP-Verordnung müssen daher in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) der jeweiligen Produkte ausgewiesen sein.

Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Produkt bezogene Informationen hierzu finden sich dann in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) des Herstellers.

Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU

ZP1 Zementhaltige Produkte, chromatarm
ZP2 Zementhaltige Produkte, nicht chromatarm

Die Herstellung und Verwendung nicht chromatarmer zementhaltiger Produkte (GISCODE ZP2) ist seit dem 17. Januar 2005 verboten.

Emissionen

Bei der Verarbeitung von Trockenmörtel kann es zu einer Staubentwicklung kommen.

Es liegen keine Informationen vor, nach denen es bei der Verarbeitung von bereits mit Wasser angemischtem Mörtel zu Emissionen kommt.

Umweltrelevante Informationen

Energiebedarf

Bei der Verarbeitung von Mauermörteln wird Energie beim Mischen zu einem verarbeitbaren Mörtel verbraucht. Die Energiemenge ist abhängig von den verwendeten Mischaggregaten.

Wassergefährdung

Eindringen von verdünnter Zementsuspension (Waschwasser) in Boden, Gewässer und Kanalisation muss aufgrund Freisetzung basischer Bestandteile durch Auslaugen / Auswaschen vermieden werden (WGK 1: schwach wassergefährdend). Hierzu zählen keine Bodeninjektionen oder dergleichen, bei denen die Zemente bzw. Zementmörtel aufgrund ihrer Zusammensetzung und ihrer schnellen Erhärtung kaum eine lang andauernde Beeinträchtigung darstellen.

Mauermörtel

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Umwelt- und gesundheitsrelevante Beeinträchtigungen im Neuzustand und während der Nutzung sind nicht bekannt. Grundsätzlich besteht bei Mauerwerkbaustoffen - Mauersteine, Mauermörtel sowie Innen- und Außenputze auf Mauerwerk - die Möglichkeit, dass schädliche Salze und/oder Schwermetalle durch Einwirkung von Feuchtigkeit, wie z. B. Niederschlagswasser oder Grundwasser, ausgewaschen werden. Unter praxisrelevanten Bedingungen sind allerdings nur sehr geringe Auslaugraten zu erwarten, da die Inhaltsstoffe fest in die Bindermatrix eingebunden sind. Emissionen von Inhaltsstoffen sind nicht relevant.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Mauermörtel bergen in der Regel keine brandrelevante Gefährdung. Bei Zugabe von z. B. Polystyrol als leichte Gesteinskörnung erfolgt die Einstufung in die Baustoffklasse A2. Abtropfen/Abfallen von brennendem Material ist aber nicht zu erwarten.

Wassereinwirkung

Es sind keine Umwelt- und Gesundheitsrisiken zu erwarten.

Beständigkeit Nutzungszustand

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.
Datenbank als PDF

Instandhaltung

Abplatzungen oder Fehlstellen in Mörtelfugen können instandgesetzt werden, indem der geschädigte (eventuelle mit Salzen belastete) Mörtel entfernt bzw. rausgekratzt wird und Risse oder fugen neu verfüllt werden. Bei einer Instandsetzung ist die Verträglichkeit des Instandsetzungsmörtels mit dem ursprünglichen Mörtel und dem Mauerwerk zu klären. Bei Einsatz z. B. von hydraulisch gebundenen Mörteln (enthält Zement) bei gipshaltigem Mauerwerk kann es zu Ettringitbildung kommen, die schwere Schäden an der Bausubstanz hervorrufen kann.

Mauermörtel

Nachnutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

Beim Ausbau ist auf ausreichenden Staubschutz zu achten. Die Möglichkeit des Absaugens sollte geprüft werden.

Wiederverwendung

Abbruch von Mauerwerk bringt vergleichsweise ungünstige Voraussetzungen für die Wiederverwendung mit sich. So besteht Mauerwerk selbst bei recyclingfreundlicher Ausführung aus mehreren, z. T. schwer trennbaren Komponenten bzw. Komponentengemischen. Eine Wiederverwendung von Mörtel ist daher derzeit nicht möglich.

Stoffliche Verwertung

Eine Abtrennung der Mauerwerkbestandteile Mörtel und Putz vom Mauerstein ist aufgrund der unterschiedlichen Möglichkeiten der Zerkleinerung und/oder der unterschiedlichen Rohdichten (ausreichende Unterschiede) prinzipiell denkbar.

Eine effektive Trennung zwischen Bindemittel und Sand ist mit einer konventionellen Aufbereitung nicht erreichbar.
In der Praxis ist das Trennen von Mauermörtel und Stein jedoch sehr aufwendig und i. d. R. schwierig, da ein guter Haftverbund zwischen Mörtel und Stein ein wichtiges Kriterium für die Qualität eines Mauermörtels ist. In der Regel fällt daher kein sortenreiner Mauermörtel an, sondern gemischter Mauerwerkabbruch, bestehend aus Mauersteinen und Mörtel sowie gegebenenfalls weiteren Stoffen (z. B. Beschichtungen, Putze).
Generell kommt als Möglichkeit zur Verwertung von Mauermörtel daher nur "down-cycling" in Frage, wobei hinsichtlich der Umweltverträglichkeit mit Ausnahme der Dünnbettmörtel keine problematischen Aspekte bekannt sind. 

Nach einer vorliegenden Untersuchung wurden nur in wenigen Fällen Gehalte an auslaugbaren und umweltrelevanten Bestandteilen ermittelt, die nach den derzeitig verfügbaren Beurteilungskriterien die Verwertungsmöglichkeit einschränken. Es ist davon auszugehen, dass die untersuchten bzw. die bislang üblicherweise verwendeten Mauerwerksbaustoffe mobilisierbare, umweltrelevante Bestandteile, wenn überhaupt, dann nur in geringen Mengen enthalten.  

Die Verwertung von gemischtem Mauerwerkabbruch erfolgt im Rahmen der Aufbereitung von Bauschutt und umfasst gegenwärtig den nicht klassifizierten Straßenbau, sowie den Landschafts- und Tiefbau. Zu nennen sind Einsatzgebiete wie Bodenverfestigungen, Untergrundverbesserungen, Verkehrsflächen und Wegebau, Hinterfüllungen, Überschüttungen, Verfüllungen von Leitungsgräben, Sauberkeitsschichten unter Gebäuden, Lärmschutzwälle. Die bautechnischen Anforderungen, die bei diesen Einsatzgebieten an den aufbereiteten Mauerwerkabbruch gestellt werden, sind gering. Es gelten die Technischen Regeln der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA).
Weitere Einsatzgebiete für Recyclingbaustoffe aus Mauerwerkabbruch können genutzt werden, wenn zusätzliche Anforderungen an die Korngrößenverteilung, die Sortenreinheit bzw. die chemische Zusammensetzung erfüllt werden. Beispiele sind Bettungsmaterial für Pflasterarbeiten (Körnungen 0/4 bzw. 0/8mm), Drainagematerial für ausgewählte Einsatzgebiete (sandfreie Körnungen 4/8 bzw. 4/5mm), Tragschichten im Sportplatzbau (feinkornreduzierte Körnungen 0/32mm). Überdies besteht die Möglichkeit der Herstellung von autoklavgehärteten Steinen aus Mauerwerkabbruch sowie des Einsatzes als Zumahlstoff für Zement.

Dichte Recycling-Sande aus Mauerwerkabbruch könnten in größerem Umfang bzw. auch als alleinige Körnungsbeigabe für die Mauermörtelproduktion zum Einsatz kommen. Notwendig dafür ist jedoch eine möglichst sortenreine Aufbereitung der Recycling-Sande. 
Eine weitere Möglichkeit zur Verwertung von Mauermörtel bietet die Betonherstellung, die bereits in den Nachkriegsjahren praktiziert wurde. Der aus dem Abbruch von Ziegelmauerwerk gewonnene Trümmersand wurde als Gesteinskörnung (Zuschlag) zur Betonherstellung (sogenannter Ziegelsplittbeton) genutzt.

Diese Art der Verwertung wird heute kaum noch praktiziert

Energetische Verwertung

Eine energetische Verwertung ist bei Mauermörtel aufgrund der überwiegend mineralischen Natur nicht möglich bzw. nicht sinnvoll.

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Mauermörtel müssen am Ende ihrer Lebensdauer auf einer Deponie abgelagert werden. Mauermörtel können als Bauschutt auf Deponieklasse I (hauptsächlich für mineralische Abfälle) abgelagert werden.

EAK-Abfallschlüssel

Abfälle aus der Herstellung von Zement, Branntkalk, Gips und Erzeugnissen aus diesen

101311 Abfälle aus der Herstellung anderer Verbundstoffe auf Zementbasis mit Ausnahme derjenigen, die unter 10 13 09 und 10 13 10 fallen
101314 Betonabfälle und Betonschlämme

Bau- und Abbruchabfälle

170101  Beton (Bau- und Abbruchabfälle)
170701 gemischte Bau- und Abbruchabfälle (gemäß KrW-/AbfG, BestüVAbfV, überwachungsbedürftige Abfälle zur Verwertung)