Flexibler Elastomerschaum / Kautschuk-Dämmstoffe

Produktgruppeninformation

Leitungsdämmung aus flexiblem Elastomerschaum (schwarz), bzw. PIR-Schalen (weiss)

Begriffsdefinition

Flexible Elastomerschäume sind Dämmstoffe aus geschäumtem Synthesekautschuk. Die Dämmwirkung wird durch den Einschluss ruhender Luft bzw. von Treibgasen in den aufgeschäumten Zellen erzeugt. Sie werden im Gebäude vorwiegend zur Dämmung technischer Anlagen und deren Verteilnetze eingesetzt.

Als Material können unterschiedliche synthetische Kautschuke eingesetzt werden. Der Kautschukmischung werden Flammschutzmittel beigesetzt. Diese werden mit einem Treibmittel aufgeschäumt. Schäumung und Vernetzung des Kautschuks erfolgen im selben Produktionsschritt, was die Wahl möglicher Stoffe einschränkt. Als  Treibmittel können Stoffe zum Einsatz kommen mit problematischen Eigenschaften hinsichtlich Gesundheits- und Umweltschutz.

Die Verwendung unterschiedlicher synthetischer Kautschuke führt zu einer grossen Vielfalt bei den eingesetzten Grundstoffen. Die exakten Rezepturen der angebotenen Produkte sind jeweils nur den Herstellern bekannt.

Wesentliche Bestandteile

Synthetischer Kautschuk kann aus unterschiedlichen Komponenten hergestellt werden. Eine Übersicht dazu gibt das Datenblatt Elastomere. Je nach Kautschukart unterscheiden sich die eingesetzten Grundstoffe erheblich. Für technische Anwendungen können Mischungen aus unterschiedlichen Kautschuken und auch Polyurethan-Kunststoffen verwendet werden. Konkrete Angaben zu den eingesetzten Mischungen unterliegen dem Produktionsgeheimnis der Hersteller.

In aktuell hergestellten Produkten kommen nur noch halogenfreie Flammhemmer zum Einsatz. Durch die Verwendung von chloriertem Kautschuk kann die Feuerfestigkeit des Kunststoffes selbst verbessert werden. Als Flammhemmer können Hydroxide, Stannate oder Phosphorverbindungen eingesetzt werden. Das können z.B. Aluminiumhydroxid oder Magnesiumhydroxide sein.

Zur Schäumung wird häufig Azodicarbonamid verwendet. Dies ist ein besonders besorgniserregender Stoff (SVHC) gemäss REACH-Verordnung der EU. Die Substanz gilt als asthmafördernd und allergieauslösend. Das Azidocarbonamid zersetzt sich während des Schäumungsprozesses thermisch und sollte gar nicht oder in nur noch in geringen Spuren im fertigen Elastomerschaum vorkommen.

Charakteristik

Elastomerschäume sind bei Belastung nicht formstabil und müssen ohne Auflast installiert werden. Sie sind schwarz. Flexible Elastomerschäume weisen eine Wärmeleitfähigkeit von 0.033 bis 0.04 W/(m*K) auf. Sie liegen damit im selben Bereich wie andere Dämmstoffe aus Mineralwolle, PUR/PIR, EPS oder XPS.

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Flammschutzmittel

Als halogenhaltige Flammschutzmittel können in eine Reihe sehr problematischer Stoffe zum Einsatz kommen. Die häufig in Kautschuk eingesetzten kurzkettigen Chlorparaffine gelten als besonders besorgniserregender Stoff (SVHC), sie bauen sich in der Umwelt kaum ab und verbreiten sich über die ganze Nahrungskette. Diese Probleme verursachen auch zahlreiche weitere halogenierten Flammschutzmittel. Zum Teil gelten sie darüber hinaus als krebserregend. In Kombination mit bromierten Flammhemmern oder alleine wird Antimontrioxid eingesetzt. Dieses kann vermutlich Krebs erzeugen.

Halogenfreie Flammschutzmittel sind deutlich weniger problematisch. Das häufig in Kunststoffprodukten verwendete Aluminiumhydroxid gilt als reizend für Haut, Augen und Atemwege.

Lieferzustand

  • Als Platten auf Rollen
  • Als Schläuche
  • Als Bänder

Jeweils auch selbstklebend erhältlich.

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

 Technische Wärme- oder Schalldämmung von:

  • Wasserleitungen
  • Lüftungskanälen
  • Technischen Anlagen

Genaue Erläuterung → Anwendungsbereiche Dämmstoffe

Einteilungssystematik

Flexible Elastomerschäume werden in unterschiedlichen Varianten angeboten:

  • Halogenhaltige Elastomerschäume: stellen heute das Standardprodukt dar. Diese haben die besten Wärmedämmeigenschaften aller Elastomerschäume. Sie sind zudem weniger Wasserdampfdurchlässig als halogenfreie Elastomerschäume.
  • Halogenfreie Elastomerschäume: werden von allen namhaften Herstellern als Zusatzprodukte angeboten. Diese sind aus ökologischer Sicht den Halogenhaltigen vorzuziehen.
  • Erhöht flammwidrige Elastomerschäume: werden für Durchdringungen von Brandabschnitten oder Bereiche mit erhöhten Anforderungen an den Brandschutz verwendet. Für diese Bereiche sind noch keine halogenfreien Produkte erhältlich.
Flexibler Elastomerschaum / Kautschuk-Dämmstoffe
Flexibler Elastomerschaum / Kautschuk-Dämmstoffe

Planungs- und Ausschreibungshilfen

WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.

Informationen hier im Reiter Planungsgrundlagen:

  • Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
  • Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien,
  • ggf. weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen, z.B. Hinweise zu Verwendungseinschränkungen hinsichtlich Gefahrstoffverordnung (bei Stoffen / Gemischen), zu Alternativen oder zu besonderen Eigenschaften hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz.

Übersicht Planungsgrundlagen: Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen

Stand 04/2022

    Expandierter Polystyrolschaum (EPS) Extrudierter Polystyrol-schaum (XPS) Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR)
Kautschuk-Dämmstoffe / Flexibler Elastomer-schaum
Melamin- und
Phenolharz-schäume

Spritzschaum (PUR/UF)

Montage-schäume

                 
  Material-
ökologische Anforderungen
Im Modul "Planung & Ausschreibung" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung. Inhalt aufklappen
   
Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS

Kunstschaum-dämmstoffe für Gebäude und Haustechnik

---

Dämmstoffe in WDVS

---

Dämmstoffe in Innenräumen

Kunstschaum-dämmstoffe für Gebäude und Haustechnik

---

Dämmstoffe in WDVS

---

Dämmstoffe in Innenräumen

Kunstschaum-dämmstoffe für Gebäude und Haustechnik

---

Dämmstoffe in WDVS

---

Dämmstoffe in Innenräumen

Kunstschaum-
dämmstoffe für
Gebäude und
Haustechnik

Kunstschaum-dämmstoffe für Gebäude und Haustechnik

---

Dämmstoffe in Innenräumen
Kunstschaum-dämmstoffe für Gebäude und Haustechnik Kunstschaum-dämmstoffe für Gebäude und Haustechnik
  Quellen für
material-
ökologische
Anforderungen
Die hier genannten Quellen, insbesondere BNB, bilden die Grundlage für Planungs- und Ausschreibungshilfen bzw. materialökologische Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS. Inhalt aufklappen
   
Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen

(BNB) /
Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt)

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen. Die o.g. Textbausteine und materialökologischen Anforderungen in WECOBIS basieren derzeit auf Kriteriensteckbrief 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt. Dieser steht in engem Zusammehang mit Kriteriensteckbrief 3.1.3 Innenraumhygiene.

Auch wenn ein Gebäude nicht zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Einordung der jeweiligen Dämmstoffe hinsichtlich verschiedener Kriteriensteckbriefe siehe Reiter BNB-Kriterien in WECOBIS

Umweltbundesamt
(UBA)
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Man findet dort auch Empfehlungen für die Ausschreibung u.a. für die Gebäudeinnenausstattung (z.B. Bodenbeläge, Bodenbelagsklebstoffe, Tapeten).
baubook ÖkoBauKriterien Die Plattform baubook ÖkoBauKriterien bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen finden sich Produktdeklarationen und Kriterien in der Gruppe der synthetischen Dämmstoffe.
natureplus Ausschreibungshilfen + + + + + - -
  Mögliche Nachweis-
dokumente
Mithilfe von Nachweisdokumenten müssen die gestellten materialökologischen Anforderungen geprüft und dokumentiert werden. Zum Teil sind diese auch gesetzlich vorgeschrieben. Neben den folgend genannten gehören auch Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, sowie Herstellererklärungen zu möglichen Dokumentationsunterlagen. Inhalt aufklappen
   
gesetzlich vorgeschrieben:  
REACH / CLP:
Sicherheitsdatenblatt (SDB)

Spritzschäume bzw. Ort- und Montageschäume werden als Gemisch eingestuft. Für sie muss daher ein Sicherheitsdatenblatt (SDB) gemäß den Anforderungen in Art.31 REACH-VO in Verbindung mit Anhang II erstellt werden. (Nachweis gefährliche Stoffe, Nachweis SVHC >= 0,1 Gew.-%)

Dämmstoffe in Plattenform werden als Erzeugnis eingestuft. Für Erzeugnisse ist kein SDB vorgeschrieben. Die pflichtgemäße Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung für Bauprodukte, die unter den Geltungsbereich der BauPVO fallen, muss Angaben über SVHC enthalten oder mitliefern (kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage). Für alle Bauprodukte (Erzeugnisse), also auch solche, die nicht im Geltungsbereich der BauPVO liegen, besteht ein Auskunftsrecht für SVHC. Für die Anfrage an den Hersteller steht auf dem Informationsportal des Umweltbundesamtes zu REACH ein Musterbrief zum Download zur Verfügung.

Alle Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen fallen in den Geltungsbereich der BauPVO.

Leistungserklärung gemäß BauPVO mit Angaben zu SVHC (kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage) + + + + + + +
Nachweis bauaufsichtlicher Anforderungen aus Gesundheits-
schutzgründen

Dämmstoffe aus Phenolharzschaum benötigten bis 15.10.2016 bei der Verwendung in Aufenthaltsräumen einschließlich zugehöriger Nebenräume eine abZ aus Gesundheitsschutzgründen (genaue Erläuterung siehe Lexikon  abZ). Sie umfasste eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas. Inhaltlich ist der Nachweis auch lt. aktueller Bauordnung (siehe Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen MVVTB / A 3.2.1 in Verbindung mit Anhang 8) nach wie vor erforderlich, nur nicht mehr über das Ü-Zeichen bzw. zwingend über eine abZ des DIBt.

Dasselbe gilt auch weiterhin für Dämmstoffe aller Materialien, die als Verlegeunterlagen unter Bodenbelägen verwendet werden (siehe auch Bauregelliste B Teil 1, lfd. Nr. 1.18.1 bzw. 1.18.3).

+

abZ der Gruppen Z-158.10-.... (Verlegeunterlagen)

-

+

ehemals abZ der Gruppen Z-23.15- ... (Phenolharzschaum)

+

für UF-Ortschäume

+
freiwillige Produktkenn-zeichnungen / -deklarationen;
Emissionsprüfberichte
Für einige Bauproduktgruppen existieren freiwillige Produktkennzeichnungen oder -deklarationen wie z.B. Umweltzeichen oder Umweltproduktdeklarationen, die als Nachweis für materialökologische Anforderungen dienen können. Eine Übersichtstabelle dazu mit detaillierten Informationen zu Dämmstoffen aus synthetischen Rohstoffen findet sich im Reiter Zeichen & Deklarationen. Emissionsprüfberichte (ohne Umweltzeichenzertifizierung) können zwar hilfreich sein, sind aber oft nicht leicht zu interpretieren. Insbesondere ist auf die Rahmenbedingungen zu achten, die der Prüfung zugrunde lagen und ob diese mit denen der Anforderung übereinstimmen.

Übersicht Lebenszyklusinformationen: Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen

    Expandierter Polystyrol-schaum (EPS) Extrudierter Polystyrol-
schaum (XPS)
Polyurethan-
Hartschaum
(PUR/PIR)
Flexibler Elastomer-
schaum/

Kautschuk-Schaum
Melamin- und Phenolharz-
schäume
Spritzschaum
(PUR, UF)
Montage-
schäume
                 
  Rohstoffe Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Rohstoffe)
   
Hauptbestandteile nach Rohstoffherkunft
Anteil fossiler Rohstoffe 100 M-% 100 M-% 100 M-%  100 M-% 100 M-% 100 M-% 100 M-%
Anteil mineralischer Rohstofffe 0 M-% 0 M-% 0 M-%  0 M-% 0 M-% 0 M-% 0 M-%
Anteil erneuerbarer Rohstoffe 0 M-% 0 M-% 0 M-%  0 M-% 0 M-% 0 M-% 0 M-%
Charakteristische Inhaltsstoffe
Ausgangsstoff Polystyrol Polystyrol

Polyole,
Isocyanate

 siehe Elastomere

MF: Melaminformal-dehydharz

PF: Phenolformal-dehydharz

PUR: Polyole, Isocyanate 

UF: Harnstoff-Formldehydharz
und Tenside 

Spritzschäume
werden an der Verwendungs-
stelle gemischt
(auch: Ortschaum)

Polyole, Isocyanate

bei Isocyanatfreie Montageschäumen: 
Polyurethan-Prepolymere mit
Silan-
Endgruppen

Treibmittel Pentan zu 80% CO2
mit Co-Treibmittel (Ethanol oder Aceton), auch: HFKWs R-134a, R-152a, neu: HFO-1234ze
zu 95% Pentan, auch: HFKW Azo-Dicarbon-Amid

MF: Pentan,
Hexan

PF: Pentan,
Isobutan

PUR: HFKW
oder
CO2 / HFKW

UF: In der Regel Luft

Gemische aus leichtentzündlichen Kohlenwasserstoffen (Propan, Butan, Dimethylether). HFKW-haltige Treibmittel werden in der Regel nur bei Brandschutz-schäumen noch eingesetzt.

Problematische Inhaltsstoffe
Flammschutzmittel ca. 0,5-2 % HBCD (SVHC), Ersatzstoff: bromiertes Polymer ca. 0,5 - 3% HBCD (SVHC), Ersatzstoff: bromiertes Polymer ca. 2-5% halogenierte Phosphor-säureester:
TCEP (SVHC)
und TCPP

 bis ca. 15% halogenierte Flammschutz-mittel und Antimontrioxid

oder

bis ca. 50% halogenfreie Flammschutz-mittel

MF: keine

PF: Ammonium-phospaht, Borsäure (Anteil nicht bekannt

PUR: ca. 10 - 25% TEP, TCPP

UF: nicht bekannt

ca. 10 - 20% TCPP

Sonstiges
Verwendung von Recyclingmaterialien Verwendung von Produktions-abfälle; in der Schweiz auch Verwendung von sortenreinen Baustellen-abfällen derzeit nur Verwendung
von
Produktions-abfällen, Extruderprozess erfordert hohen Reinheitsgrad
nur Verwendung von Produktions-abfällen  nein nein nein nur Verwendung
von Produktionsabfällen
  Herstellung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Herstellung)
  ÖKOBAUDAT-Datensätze 2.2. Expandiertes Polystyrol 2.3. Extrudiertes Polystyrol 2.4. Polyurethan-Hartschaum (PUR) 2.19.01 Kautschuk-Schaum

2.17.01 Melaminharz-Schaum

2.5.01 Phenolharz-Hartschaum-Platten

2.16.01 Ortschaum

-

  Hinweis:
Da sich die verfügbare Datensatzanzahl regelmäßig ändert, werden an dieser Stelle nur die vorgesehenen Gliederungspunkte in den Kategorien der Datenbank genannt und keine Aussagen zur Verfügbarkeit von Datensätzen gemacht. Der Link ÖKOBAUDAT-Datensätze führt zur Datenbank, im "Kategorienbrowser" kann dann über die Gliederungspunkte nach aktuellen Datensätzen gesucht werden.
  Verarbeitung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Verarbeitung, zu ggf. vorhandenen verarbeitungsspezifischen Produktkennzeichnungen wie z.B. Giscode, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
  Verarbeitungsweise / Lieferzustand Plattenware (weiß oder grau); offenporig; für Anwendungen mit Feuchte-belastung auch intensiv geschäumt / geschlossen-porig Plattenware (i.d.R. farbig, je nach Hersteller), geschlossen-zellig Plattenware, geschlossen-zellig  Flexible Platten, Schläuche, Bänder

MF: Platten, Matten, offenzelliger Schaumstoff

PF: Plattenware, geschlossen-zelliger Schaumstoffe

anspruchsvolle Verarbeitung
vor Ort,
bei
Spritzschäumen
nur durch
Fachfirmern
Dosenschaum
  Arbeitshygienische Risiken Gefährdung durch Staub bei mechanischer Verarbeitung, durch Styrol beim Schneiden mit Heißdraht Gefährdung durch Staub bei mechanischer Verarbeitung, durch Styrol beim Schneiden mit Heißdraht -  . -

PUR: TRGS 430 "Isocyanate – Gefährdungs-beurteilung und Schutzmaßnahmen"

UF: Gefährdung
durch
Formaldehyd-emissionen

TRGS 430 "Isocyanate – Gefährdungs-beurteilung und Schutzmaßnahmen"

 

bei Isocyanatfreie Montageschäumen: 
Für Methanol
existieren Arbeitsplatzgrenz-
werte (AGW)
gemäss TRGS 900.

 

  Nutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nutzung, zur Innenraumhygiene nach BNB siehe siehe Reiter BNB-Kriterien, zu ggf. vorhandenen innenraumrelevanten Produktkennzeichnungen wie z.B. Blauer Engel, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
   
VOC-/SVOC-Emissionen keine VOC-/Formaldehyd-emissionen zu erwarten in geringen Mengen flüchtige organische Verbindungen (VVOC, VOC) aus dem Treibmittel Pentan Keine
bekannt

MF: Formaldhyd-emissionen möglich

PF: Emissionen von Formaldehyd sind möglich. Emissionen von 2-Chlorpropan könnten in Abhängigkeit der eingesetzten Treibmittel auftreten.

PUR: Unmittelbar
nach der
Anwendung
können geringe Mengen an
Treibmittel
(Propan, Butan, Dimethylether) emittiert werden. Mit anderen Emissionen im Innenraum ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu rechnen.

UF: Aus der Literatur sind Fälle bekannt, wo UF-Spritzschäume zu einer erheblichen Formaldehydbelastung der Innenraumluft geführt haben.

Unmittelbar nach
der Anwendung
können geringe Mengen an
Treibmittel
(Propan, Butan, Dimethylether)
emittiert werden.
Mit anderen Emissionen im Innenraum ist
nach derzeitigem Kenntnisstand
nicht zu rechnen.

Brandfall im Brandfall Entstehung giftiger Brandgase (Dioxine und Furane) giftige Brandgase giftige
Brandgase aus halogenhaltigen Elastomer-Schäumen
giftige Brandgase giftige
Brandgase
giftige
Brandgase
  Nachnutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nachnutzung)
   
Rückbaubarkeit / Trennbarkeit hoher Aufwand bei Verklebung (z.B. Perimeterdämmung, Fassadendämmung), sortenreiner Rückbau oft schwierig, geringer Aufwand bei loser Verlegung hoher Aufwand durch Anhaftung an anderen Bauteilen, Sorternreinheit kaum möglich hoher Aufwand
durch Anhaftung
an anderen
Bauteilen, Sorternreinheit
kaum möglich.
Verwertbarkeit / Recyclingfähigkeit hochwertige Verwertung aus sortenreinen Abfällen möglich, in der Schweiz auch praktiziert derzeit keine hochwertige Vewertung möglich, Extruderprozess erfordert hohen Reinheitsgrad derzeit keine hochwertige Vewertung möglich  derzeit keine hochwertige Vewertung möglich derzeit keine hochwertige Verwertung möglich keine stoffliche Verwertung möglich keine stoffliche Verwertung
möglich
Typischer Entsorgungsweg energetische Verwertung (Verbrennung) energetische Verwertung (Verbrennung) energetische Verwertung (Verbrennung)  energetische Verwertung (Verbrennung) energetische Verwertung (Verbrennung) energetische
Verwertung (Verbrennung)
energetische Verwertung (Verbrennung)
Energiegewinnung möglich? ja (hoher Heizwert) ja (hoher Heizwert) bedingt (Heizwert niedriger als bei EPS und XPS)  ja (hoher Heizwert) bedingt (Heizwert niedriger als bei EPS und XPS) bedingt (Heizwerte von PUR und UF niedriger als bei EPS und XPS) bedingt (Heizwert niedriger als bei
EPS und XPS)

Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS

Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet das neue WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter Allgemeine Infos.

Flexibler Elastomerschaum / Kautschuk-Dämmstoffe

Umweltdeklarationen

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen, die für die Produktgruppe relevant sind. Neben Herstellererklärungen, Informationen in Sicherheitsdatenblättern (SDB) oder allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Planungsgrundlagen) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.

Übersicht Umweltdeklarationen: Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen

Stand 04/2022

    Expandierter Polystyrol-
schaum (EPS)
Extrudierter Polystyrol-
schaum (XPS)
Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) Flexibler Elastomer-
schaum /
Kautschuk-Schaum
Melamin- und
Phenolharz-
schäume
Spritz-
schaum
(PUR, UF)
Montage-
schäume
                 
  Umweltzeichen Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können. Inhalt aufklappen
   

Blauer Engel DE-UZ 132 Emissionsarme Wärmedämm-
stoffe und Unterdecken für Innen-
anwendungen (Ausgabe 2020)

x

(aufgrund der Inhaltsstoffe / Ausschluss halogenierter organischer Verbindungen als Flammschutz-
mittel)

 

 x

Halogenfreie Kautschuk-schäume könnten sich für den 
Blauen Engel DE-UZ 132 qualifizieren. Aufgrund der eingesetzten Treibmittel und Grundstoffe
scheint es jedoch fraglich, ob sie die Kriterien erfüllen können.

 

Melaminharz-
schäume:
(+)

sofern sie die
vorgegebenen Emissionswerte in der Prüfkammer-
messung nicht überschreiten.

----
Phenolharz-
schäume:
(+)

sofern sie nicht mit halogenhaltigen Treibmitteln geschäumt sind und die vorgegebenen Emissionswerte der Prüfkammer-
messung nicht überschreiten.  

 - ./.

Blauer Engel DE-UZ 140 Umweltfreundliche Wämedämm-verbundsysteme (Ausgabe 2010)

x

(aufgrund der Inhaltsstoffe / Ausschluss halogenierter organischer Verbindungen als Flammschutzmittel. Das gilt auch für die derzeit bekannten HBCD-Ersatzstoffe aus bromierten Polymeren; ausführliche Infos zu HBCD siehe Hintergrundpapier HBCD / Umweltbundesamt vom Juli 2016)

x

(aufgrund der Inhaltsstoffe / Ausschluss halogenierter organischer Verbindungen als Flammschutz-
mittel)

 ./.

Melaminharz-
schäume:
./.

----
Pheonlharz-
schäume:
(+)

sofern sie nicht mit halogenhaltigen Treibmitteln geschäumt sind.

./. ./.

Blauer Engel DE-UZ 156
Emissionsarme Verlege-
unterlagen für Bodenbeläge (Ausgabe 2019)

Hinweis:
Verlegeunterlagen
mit dem Emicode EC1plus (s.u.) müssen bei fast allen
Emissions-
prüfparametern niedrigere Grenzwerte einhalten.

+

Im Geltungsbereich und zertifiziert sind hier auch dünne Dämmunterlagen, die z.B. aus
EPS-/ XPS-, PE- oder PUR-Schäumen oft in Kombination mit weiteren Materialien bestehen.

 (+)

Verfügbarkeit evtl. gegeben

 - - ./.

Österreichisches Umweltzeichen / Richtlinie UZ 43 Hartschaum-Dämmstoffe aus polymeren Rohstoffen

Hinweis:
stoffliche Einschränkungen, keine Emissions-anforderungen

+

(nur für intensiv geschäumtes EPS ohne HBCD)

+  (+) ./.

Melaminharz-
schäume:
./.

Phenolharz-
schaum:
(+)

 ./.  ./.

Österreichisches Umweltzeichen / Richtlinie UZ 79
Wärmedämm-
verbundsysteme

(+)

(+) (+) ./.

Melaminharz-
schäume:
./.

Phenolharz-
schaum:
(+)

./. ./.

EU Ecolabel (Blume)

- -  - - - - -

Nordic Swan Ecolabel

- - - - - - -

natureplus Umweltzeichen
(nur für Produkte aus nachwachsenden und/oder umweltverträglich gewonnenen mineral. Rohstoffen / mind. 85 Masse%)

x x x x x x x

eco-INSTITUT-Label

- - - - - - -

EMICODE /
EC1plus (sehr emissionsarm) -
EC2 (emissionsarm)
/ Raumlufthygiene

+

nur emissionsarme Verlegeunterlagen, dazu gehören auch dünne Dämmunterlagen, die z.B. aus EPS-, XPS- oder PUR-Schäumen oft in Kombination mit weiteren Materialien bestehen können.

- - - +
Qualitätssiegel
BFA QS EPS
 (kein Umweltzeichen, aber Nachweis-
möglichkeit für HBCD-Freiheit)
+

./.

Nachweis HBCD-Freiheit über EPD
mit Zusatz "mit alternativem Flammschutzmittel" möglich

./.  ./. ./. ./. ./.
pure life-Siegel der ÜGPU e.V. (Überwachungs-gemeinschaft Polyurethan-Hartschaum e.V.) ./. ./.

+

(u.a. TCEP-frei, frei von halogenierten Treibmitteln, Einhaltung AgBB-Schema)

 ./. ./. ./. ./.
Eurofins
Zertifizierung
"Indoor Air Comfort Gold"
 (Formaldehyd-Grenzwert  strenger / VOC-Grenzwerte weniger streng als Blauer Engel)

(+)

(für Dämmstoffe möglich, derzeit jedoch kein Dämmstoff aus synthetischen Rohstoffen / Schaumkunststoff zertifiziert)

-
Cradle to Cradle2 / Building supply & Materials (derzeit noch geringe Produktverfügbarkeit)

(+)

+ (+) + (+) x (+)
  GISBAU Klassifizierungs-system

Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden. (siehe unten: Ersatzproduktgruppe prüfen?) Inhalt aufklappen

   

GISBAU
Produkt-Code / GISCODE

Platten-Dämmstoffe oder -Vliese aus synthetischen Rohstoffen sind nicht im GISBAU-System klassifiziert. Informationen zu arbeitshygienischen Risiken siehe Reiter Verarbeitung.

 

 

 

 

 

 

 

Ortschäume welche als Dämmstoff eingesetzt werden, sind im GISBAU-System nich klassifiziert. Informationen zu arbeits-
hygienischen Risiken siehe Reiter 
Verarbeitung.

PU 70 PU-Montage-
schäume

PU 80 PU-Montage-
schäume,
hochent-
zündlich

GefStoffV:
Prüfung von Alternativen erforderlich? (Minimierungsgebot)

- - -  -  -

Der Verzicht auf Ortschäume ist zu bevorzugen.

Der Verzicht
auf Montage-schäume ist zu bevorzugen.

geringstmögliche Belastung innerhalb der gleichen GISCODE-Produktgruppe
(ggf. erst nach
Prüfung von Alternativen)

- - -  - - - PU 70 (aufgrund
der geringeren Brandgefahr), es gibt auch "isocyanatfreie" Schäume (ohne GISBAU-Einstufung) mit etwas
geringerer Belastung. Der Verzicht auf Montageschäume ist zu bevorzugen. 
  Umweltprodukt-deklaration (EPD)

Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1 Inhalt aufklappen

   
EPD1 - + -  + + -
Branchen-EPD1

+

Infos zu HBCD oder alternativem FSM Polymer-FR im Geltungs-bereich oder unter Rohstoffe

+

HBCD-frei mit Zusatz "... mit alternativem Flammschutz-
mittel" im Titel

+  -

-

+

(nur für PUR-Spritzschaum, nicht für UF-Spritzschaum)

  Umwelt-
indikatoren

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank ÖKOBAUDAT des Informationsportals Nachhaltiges BauenInhalt aufklappen

   
ÖKOBAUDAT-Datensätze 2.2. Expandiertes Polystyrol

2.3. Extrudiertes
Polystyrol

2.4. Polyurethan-Hartschaum (PUR) 2.19.01 Kautschuk-Schaum

2.17.01 Melaminharz-
schaum

2.5.01 Phenolharz-Hartschaum-Platten

2.16.01 Ortschaum

-
Hinweis:
Da sich die verfügbare Datensatzanzahl regelmäßig ändert, werden an dieser Stelle nur die vorgesehenen Gliederungspunkte in den Kategorien der Datenbank genannt und keine Aussagen zur Verfügbarkeit von Datensätzen gemacht. Der Link ÖKOBAUDAT-Datensätze führt zur Datenbank, im "Kategorienbrowser" kann dann über die Gliederungspunkte nach aktuellen Datensätzen gesucht werden.
  Sonstige freiwillige Produkt-
deklarationen
Die Plattform baubook beispielsweise bietet für Händler und Hersteller von Bauprodukten die Möglichkeit einer online-Deklaration anhand von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Inhalt aufklappen
   
baubook-Deklaration Für Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen siehe Dämmstoffe / synthetische Dämmstoffe.
Für Montageschäume siehe  Kleb- und Füllstoffe.
 
+
Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden
(+)
derzeit kein Produkt aus dieser Produktgruppe zertifiziert
-
Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden bzw. Produktgruppe nicht im Geltungsbereich
./.
Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x
Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

1 Die hier als vorhanden markierten EPDs und Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V..

2 Bei Cradle to Cradle-Zertifizierungen gibt es insgesamt 4 Bewertungsstufen von Bronze bis Platin in 5 Kategorien. Zur Einordnung der Qualität gehört also immer auch das tatsächlich erreichte Bewertungsniveau, was z.B. bei Bronze (insbesondere in Material Health) noch relativ niedrig ist! Die Produktverfügbarkeit ist noch sehr gering!

Flexibler Elastomerschaum / Kautschuk-Dämmstoffe

Bewertungssystem

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)

   
  Wofür steht das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)? Inhalt aufklappen
 

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMI steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen.
Ausführliche Informationen zum BNB-System siehe www.nachhaltigesbauen.de

  Welche Informationen liefert WECOBIS für BNB im Reiter BNB-Kriterien? Inhalt aufklappen
 

WECOBIS führt in den Datenblättern der Bauproduktgruppen umfangreiche Informationen zur Beantwortung der verschiedenen Fragestellungen im Hinblick auf Umwelt- und Gesundheitsaspekte. Im Reiter BNB-Kriterien bietet WECOBIS gezielt Antworten auf Fragestellungen baustoffrelevanter Steckbriefe. Durch die Bündelung von Aspekten z.B. bzgl. der Risiken für die lokale Umwelt, Fragen zur Innenraumhygiene und der Thematik Rückbau, Trennung, Verwertung gibt WECOBIS gezielte Hilfestellung bei der Einordnung einzelner Baustoffe. Tiefergehende Informationen finden sich über die Verknüpfungen in den jeweiligen Datenblättern.
Hinweis: Eine abschließende Beurteilung im Rahmen des Bewertungssystems und der genannten Kriterien erfolgt jedoch grundsätzlich in Abhängigkeit weiterer baulicher Gegebenheiten (z.B. eingebaute Menge).

BNB-Kriterium BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

BNB-Kriterium BN_1.1.6 zielt auf die Reduzierung bzw. Vermeidung von Stoffen und Produkten beim Neubau, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft (auch Innenraumluft) enthalten. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung der Substitution eines Stoffes.

Für den Umgang mit Materialien im Bestand und deren Einordnung ist Kriteriensteckbrief BK_1.1.6. heranzuziehen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau) und BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

Einordnung der Dämmstoffe aus Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR)
Stand 08/2017

Für die Bewertung nach Kriterium BNB_BN_1.1.6 (Version V 2015) werden sechs potenzielle Schadstoffgruppen betrachtet. Für die Einordnung der Dämmstoffe aus PUR/PIR gemäß 1.1.6 sind die hervorgehobenen Schadstoffgruppen relevant:
1 Gefährliche und besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)
2 Gefährliche Stoffe, die ausgelaugt werden können
3 Schwermetalle (bei Bodenbelägen als Stabilisatoren in Kunststoffen)
4 Flüchtige organische Verbindungen (VOC) einschließlich organische Lösemittel
5 Halogenierte Kälte- und Treibmittel
6 Biozide

Dämmstoffe aus Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) werden in 1.1.6 über folgende Einsatzbereiche adressiert (s. BNB_BN_1.1.6 Anlage 1 / Allgemeine Anforderungsliste, Anlage 2 / Einzelstoffe mit besonders besorgniserregenden Eigenschaften):

  • Pos.32a Kunstschaum-Dämmstoffe / EPS, XPS, PUR/PIR, Melamin- und Phenolharzschäume für den Innen- und Außenraum / Wand-, Decken-, Bodendämmung, flexible TGA-Dämmung
  • Pos. 36a Dämmstoffe / mineralische und nicht mineralische Außenwanddämmung / Wärmedämmverbundsysteme
  • Pos. 36b Dämmstoffe / mineralische und nicht mineralische Innendämmungen 

Im folgenden werden die Anforderungen für die Verwendung von Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) dargestellt. Die eigentlichen Anforderungen der genannten Position in Anlage 1 betreffen ggf. auch andere Dämmstoffe.

Qualitätsniveau (QN)

Anforderungen für alle
Kunstschaum-Dämmstoffe / hier: PUR/PIR-Dämmstoffe
(gem. Pos.32a)

Anforderungen für
PUR/PIR-Dämmstoffe in Außenwanddämmungen, z.B. WDVS
(gem. Pos.36a)

Anforderungen für Innendämmungen (gem. Pos.36b)

1
(= Mindest-anforderung)

Produktdokumentation1 incl. Deklaration von SVHC der Kandidatenliste > 0,1 Gew.-%

Produktdokumentation1 incl. Deklaration von SVHC der Kandidatenliste > 0,1 Gew.-%

Deklaration biozider Wirkstoffe (sofern eingesetzt)

 

Produktdokumentation1 incl. Deklaration von SVHC der Kandidatenliste > 0,1 Gew.-%

2 (zusätzlich zu QN1)

Es dürfen nur Produkte verwendet werden, die frei von halogenierten Treibmitteln sind und keines der folgenden Flammschutzmittel (<0,1%) enthalten:
TCEP (Details s. 1.1.6 Anlage 2, C/D)

gem. Pos.32a dürfen nur Produkte verwendet werden, die frei von halogenierten Treibmitteln sind und keines der folgenden Flammschutzmittel (<0,1%) enthalten: TCEP (Details s. 1.1.6 Anlage 2, C/D)

gem. Pos.32a dürfen nur Produkte verwendet werden, die frei von halogenierten Treibmitteln sind und keines der folgenden Flammschutzmittel (<0,1%) enthalten: TCEP (Details s. 1.1.6 Anlage 2, C/D)

3
(zusätzlich zu QN1)

4 (zusätzlich zu QN1)

Die Anforderungen hinsichtlich Bioziden, gefährlichen Stoffen und halogenierten Treibmitteln des Labels Blauer Engel DE-UZ 1403 müssen erfüllt werden.

gem. Pos.32a dürfen nur Produkte verwendet werden, die frei von halogenierten Treibmitteln sind und keines der folgenden Flammschutzmittel (<0,1%) enthalten: TCEP (Details s. 1.1.6 Anlage 2, C/D)

Einhaltung AgBB-Schema2

5 (zusätzlich zu QN1) Die Anforderungen hinsichtlich VOC, Bioziden,, gefährlichen Stoffen, Formaldehyd und halogenierten Treibmitteln des Labels Blauer Engel DE-UZ 1323 müssen erfüllt werden.
Kommentierung

Das ausgeschlossene Flammschutzmittel TCEP wird heute in aller Regel nicht mehr verwendet und ca. 95% der Polyurethan-Dämmstoffe werden heute mit Pentan (halogenfrei) geschäumt, weshalb diese Anforderungen leicht zu erfüllen sind. Auch die Einhaltung des AgBB-Schemas ist möglich. Produkte mit dem pure life-Siegel der ÜGPU e.V. (Überwachungsgemeinschaft Polyurethan-Hartschaum e.V.) erfüllen diese Anforderungen (bei WDVS bis QN3, bei Innendämmungen bis QN4).

In Produkten mit dem Blauen Engel, das gilt für WDVS (DE-UZ 140) wie für Innendämmungen (DE-UZ 132), dürfen jedoch keine halogenierten organischen Verbindungen als Flammschutzmittel eingesetzt werden. Bei dem in Polyurethan-Hartschaumplatten i.d.R. eingesetzte Flammschutzmittel TCPP handelt es sich um eine halogenierte Verbindung, weshalb diese Anforderung (WDVS ab QN4, Innendämmungen ab QN5) nicht erfüllt werden kann.

Tabelle: Anforderungen an die Verwendung von Dämmstoffen aus Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR)
1 Die Produktdokumentation (z.B. über Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, Sicherheitsdatenblätter) ist die Mindestanforderung, die mindestens für alle durch BNB 1.1.6 betroffenen Produktgruppen erfüllt sein muss. Zusätzlich ist für alle diese Produktgruppen immer auch die Deklaration von SVHC der Kandidatenliste nach REACH (z.B. über Leistungserklärung, Herstellererklärung) erforderlich. Produktgruppenabhängig können auch noch andere Nachweise gefordert sein.
2 Für die genannten Dämmstoffe ist die Vorlage einer Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas erforderlich.
3 Sofern innerhalb der Qualitätsniveaus auf aggregierte Produktkennzeichnungen verwiesen wird (Emicode, Blauer Engel, etc.), ist es zulässig vergleichbare Nachweise (weitere Umweltzeichen, Angaben in Sicherheits- oder Produktdatenblätter etc.) heranzuziehen. Dabei bezieht sich die Vergleichbarkeit nur auf die Anforderungen hinsichtlich der jeweiligen zu betrachtenden Schadstoffgruppen.

Planungs- und Ausschreibungshilfen mit Textbausteinen

Tabellarische Übersichten mit allen Einzelkriterien für Planung und Ausschreibung sind im neuen Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter "Dämmstoffe" zu finden. Die Tabellen dort enthalten auch detaillierte Informationen zu den Nachweismöglichkeiten (z.B. über andere Produktkennzeichnungen) und damit zur Prüfung der angebotenen Produkte. Außerdem finden sich dort auch die für die verschiedenen Qualitätsniveaus zugehörigen Textbausteine (auch als PDF-Download).

BNB-Kriterium BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BK_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im Falle einer Sanierungsmaßnahme wird BN_1.1.6 ergänzt durch das BNB-Kriterium BK_1.1.6. Dieses zielt auf die Adressierung und Ausschleusung von Materialien in der bestehenden Bausubstanz, die ein Risikopotenzial für Mensch und Umwelt darstellen. Die Bewertung erfolgt anhand einer Einstufung der Baumaterialien in ein vorgegebenes Schadstoffkataster mit 14 Schadstoffgruppen aufgrund ihres Schädigungspotentials und der jeweiligen Sanierungsmaßnahmen. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 4 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung er Substitution eines Stoffes.

Weitere Informationen zu den Einzelkriterien im Bestand siehe BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung). Für den Einbau von neuen Materialien gilt BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau).

Die Einordnung von Materialien im Bestand erfolgt in WECOBIS jeweils gesammelt für die ganze Obergruppe der Dämmstoffe. Siehe dazu Dämmstoffe im Bestand.

Die an dieser Stelle beschriebenen Dämmstoffe (= aktuell am Markt verfügbare Produktgruppen) enthalten normalerweise keine Problemstoffe, welche bei der Sanierung relevant sind.
Alte PUR-Hartschaum-Dämmstoffe können FCKW enthalten (bis ca. 1990).

BNB-Kriterium BN_3.1.3 - Innenraumhygiene

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_3.1.3 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Ziel des BNB-Kriteriums 3.1.3 ist die Sicherstellung der Luftqualität im Innenraum unter hygienischen Gesichtspunkten, die zu keinen negativen Effekten hinsichtlich der Befindlichkeit der Raumnutzer führt, die hygienische Sicherheit garantiert und somit möglichst auch eine empfundene hohe olfaktorische Luftqualität gewährleistet.
Die Bewertung erfolgt anhand der Berechnung der personenbezogenen Luftwechselrate sowie anhand von Raumluftmessungen auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt.
Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert und der Einsatz emissionsarmer Materialien die Bauphase begleitend dokumentiert wird. BNB-Kriterium 3.1.3 steht deshalb in engem Zusammenhang mit der Erfüllung der Einzelkriterien für BNB-Kriterium 1.1.6.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_3.1.3 Innenraumhygiene (Neubau)

Einordnung von Polyurethan-Hartschaumdämmstoffen

Emissionsmessungen in der Prüfkammer analog einschlägiger Prüfnormen (DIN EN 717-1 und DIN (EN) ISO 16000-6, 9 und 11) ergaben, dass flüchtige organische Stoffe (VVOC, VOC) in Form des Kohlenwasserstoffs Pentan in geringen Mengen freigesetzt werden. Flüchtige Isocyanate sind in Polyurethan-Hartschaum nicht enthalten.

BNB-Kriterium BN_4.1.4 - Rückbau, Trennung, Verwertung

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_4.1.4 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im BNB Kriteriensteckbrief 4.1.4 werden Konstruktionen nach ihrer Rückbaubarkeit, Trennbarkeit und Verwertbarkeit eingestuft.
WECOBIS kann eine aktuelle Information über mögliche Umwelt- und Gesundheitsgefährdungsaspekte im Zuge von Rückbau und Entsorgung auf Bauproduktgruppenebene geben. Eine Betrachtung von ganzen Konstruktionen kann derzeit in WECOBIS noch nicht erfolgen. Ein Bauteilmodul ist jedoch in planung. Ergänzend zu Leitfäden und Arbeitshilfen helfen die bauproduktgruppenspezifischen Aspekte dem Koordinator jedoch auch jetzt schon, die Komponenten Umwelt und Gesundheit für den Steckbrief 4.1.4 einzuordnen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_4.1.4 – Rückbau, Trennung, Vewertung

Rückbaubarkeit

Für die Bewertung wirkt sich der Einsatz abfallarmer Konstruktionen, die die Möglichkeit eines sortenreines Rückbaus erlauben, günstig aus. Die Rückbaubarkeit beschreibt den Aufwand, der für Demontage oder Abbruch eines Bauteils aus dem Gebäudeverband nötig ist.

Die Rückbaubarkeit von Dämmplatten aus Polyurethan-Hartschaum wird in erster Linie durch die Einbausituation und erst in zweiter Linie durch die gewählte Befestigungsart beeinflusst. Am höchsten ist die Rückbaubarkeit für lose horizontal verlegte PUR/PIR-Dämmplatten, z.B. auf einem Warmdach. An der Fassade befestigte oder verklebte PUR/PIR-Dämstoffe können mit erhöhten Aufwand mechanisch entfernt werden.

Rückbaubarkeit    Geringer Rückbauaufwand => => => => => => => hoher Rückbauaufwand
Konstruktionsweise lose Verlegung mechanische Fixierung (vollflächige) Verklebung
Blähperlit-Dämmstoffe X    
Calciumsilikat-Dämmplatten     X
Dämmstoffe mit Aerogelen X X X
Mineralwolle-Dämmstoffe X X X
Schaumglas-Dämmstoffe     X
Vermiculite-Dämmstoffe X    
Flachs/Hanf-Dämmstoffe X X X
Holzfaserdämmplatten X X X
Kork-Dämmstoffe X X X
Schafwolle-Dämmstoffe X X  
Zellulose-Dämmstoffe X X X
Expandiertes Polystyrol (EPS) X X X
Extrudiertes Polystyrol (XPS) X X X
Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) X X X
Spritzschaum (PUR/UF)     X
Melamin- und Phenolharzschäume X X X
Montageschäume     X

Sortenreinheit

Beschreibt den Aufwand, der für die sortenreine Trennung mehrschichtiger und / oder inhomogener Bauteile anfällt.

Heute wird PUR/PIR-Hartschaum an der Fassade meist in Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) eingesetzt. Dabei wird der Dämmstoff mauerseitig verklebt und putzseitig mit einer Armierungsschicht bestehend aus einem Glasfasergewebe und einem Klebemörtel versehen. Als Folge davon lässt sich der Dämmstoff im Rückbau nur noch mangelhaft von diesen Schichten trennen. Hingegen ist im Falle einer losen Verlegung der Dämmplatten z.B. auf einem Flachdach der Aufwand für die sortenreine Trennung vergleichsweise gering.

Verwertbarkeit

Für die Bewertung der Verwertbarkeit der Baustofffraktionen gelten die zur Zeit der Bewertung am Markt aktuell verfügbaren technischen Verfahren. Alternativ können bei Bauteilen mit langer zu erwartender Nutzungsdauer Forschungsvorhaben, die praktikable Lösungsmöglichkeiten in absehbarer Zeit zur Verfügung stellen können, positiv bewertet werden. 

Eine stoffliche Verwertung von PUR/PIR-Dämmstoffen ist theoretisch zu Produkten mit geringeren Qualitätsanforderungen möglich, jedoch wird derzeit seitens der Hersteller noch kein Rücknahmesystem angeboten. Siehe auch Informationen unter 2.5.4 Stoffliche Verwertung im Reiter Nachnutzung.

Verwertungs-/ Beseitigungswege Hochwertige Verwertung Minderwertige Verwertung Energetische Verwertung Deponierung
Blähperlit-Dämmstoffe nicht möglich möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Calciumsilikat-Dämmplatten nicht möglich möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Dämmstoffe mit Aerogelen nicht möglich nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Mineralwolle-Dämmstoffe möglich möglich nicht möglich möglich
Schaumglas-Dämmstoffe möglich möglich nicht möglich möglich
Vermiculite-Dämmstoffe

nicht möglich

möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Flachs/Hanf-Dämmstoffe nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Holzfaserdämmplatten nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Kork-Dämmstoffe nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Schafwolle-Dämmstoffe möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Zellulose-Dämmstoffe möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Expandiertes Polystyrol (EPS) möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Extrudiertes Polystyrol (XPS) nicht möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) nicht möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Spritzschaum (PUR/UF) nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Melamin- und Phenolharzschäume nicht möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Montageschäume nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Hochwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung gleichwertiger Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Minderwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung untergeordneter Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Energetische Verwertung
Die Produktgruppe wird in einer Verbrennungsanlage energetisch verwertet.
Deponierung
Die Produktgruppe wird ggf. nach thermischer Vorbehandlung deponiert

Quellen

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Kriterium 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt, abrufbar unter BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 3.1.3 Innenraumhygiene, abrufbar unter BNB_BN2011-1_313 (Online-Quelle)

Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 4.1.4 Rückbau, Trennung und Verwertung, abrufbar unter BNB_BN2011-1_414 (Online-Quelle)

Flexibler Elastomerschaum / Kautschuk-Dämmstoffe

Technisches

Euroklasse nach DIN EN 13501-1

halogenhaltig: B-s3 / halogenfrei: D-s2 oder E

Technische Regeln (DIN, EN)

DIN EN 13165 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Polyurethan-Hartschaum

Quellen

Produktdatenblätter diverser Hersteller

Flexibler Elastomerschaum / Kautschuk-Dämmstoffe

Literaturtipps

Röthemeyer, Fritz; Sommer, Franz; Kautschuk Technologie - Werkstoffe, Verarbeitung, Produkte; 2013; Hanser Verlag, München, ISBN: 978-3-446-43776-0, E-Book-ISBN: 978-3-446-43760-9

Deutsches Institut für Kautschuktechnologie e.V.; 2021; www.dikautschuk.de

Armacell; Umweltproduktdeklaration AF/Armaflex; 2021; Institut Bauen und Umwelt, Berlin,

Armacell; Umweltproduktdeklaration NH/Armaflex; 2021; Institut Bauen und Umwelt, Berlin,

Kaiman Gmbh; Umweltproduktdeklaration Kaiflex HFplus s2; 2020; Institut Bauen und Umwelt, Berlin,

Kaiman Gmbh; Umweltproduktdeklaration Kaiflex KKplus s2; 2020; Institut Bauen und Umwelt, Berlin,

Union Foam; Umweltproduktdeklaration Eurobatex; 2020; EPDItaly, Milano,

Flexibler Elastomerschaum / Kautschuk-Dämmstoffe

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

Synthetischer Kautschuk dient als Bezeichnung für alle Elastomere, die die Eigenschaften des Naturkautschuk nachahmen. Ursprünglich wurde Kautschuk aus dem Gummibaum gewonnen. Im Laufe der letzten zweihundert Jahre wurden diverse synthetische Elastomere entwickelt, die gummiartige Eigenschaften aufweisen. Die chemischen Synthesewege sind sehr unterschiedlich, womit sich auch die verwendeten Zwischenprodukte unterscheiden. Gemeinsam ist den synthetischen Kautschuken, dass sie aus dem Rohstoff Erdöl erzeugt werden.

Generell ist zu den Details der Herstellung von Flexiblen Elastomerschäumen für die Wärmedämmung im Baubereich wenig konkretes zu den verwendeten Kautschukarten öffentlich bekannt. Als halogenfreie Kautschukbasis kommen NBR (Acrylnitril-Butadien-Kautschuk) oder EPM (Etyhlen-Propylen-Kautschuk) in Frage. Halogenhaltige Kautschuke werden ebenfalls eingesetzt, wie z.B. CSM (Chlorsulfoniertes Polyethylen).

siehe auch Elastomere

Basismaterial:  Synthetischer Kautschuk, aus Erdöl synthetisiert
Treibmittel:

Azodicarbonamid, aus Erdöl synthetisiert

Möglicherweise weitere, die durch Hersteller nicht deklariert wurden

Flammschutzmittel:

Aktuell im Baubereich nur noch halogenfreie Flammschutzmittel üblich: Eine Reihe von Flammschutzmitteln sind möglich. Z.B. Aluminiumhydroxid, Magnesiumhydroxid, Zinkstannat, Melamincyanurat, Zinkborat, Resorcinoldiphosphat oder Ammoniumphosphat, Graphit.

Füllstoffe:

Ruß, Kieselsäure

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Gewinnung der Primärrohstoffe

Die Herstellung von synthetischem Kautschuk erfolgt aus Erdölprodukten, die an die verarbeitenden Betriebe geliefert werden. Die Erdölgewinnung erfolgt entweder aus Erdölbohrungen oder aus Tagbau. Mit dem abnehmenden Angebot von Erdöl aus porösem Gestein wird zunehmend Erdöl oder Erdgas aus schwer zugänglichen Quellen gewonnen. Die dafür verwendeten Technologien wie Fracking oder Tagbau von Ölschiefer oder Ölsand sind mit grossen Umweltproblemen verbunden. Fracking führt in den Abbaugebieten zu einer grossflächigen Verschmutzung von Gesteinsschichten und des Grundwassers mit den eingepumpten Frackingchemikalien. Der Tagbau von Erdölschiefer oder -sand führt grossflächig zu erdölverschmutzten Abbaugebieten, die weitgehend vegetationslos bleiben. Über mögliche Renaturierungsmassnahmen dieser Gebiete ist noch wenig bekannt.

Verfügbarkeit

Mit der allmählichen Erschöpfung der Erdölvorräte vermindert sich auch das Potential zur Gewinnung von fossilen Rohstoffe in wenigen Jahrzehnten. Rohstoffe für Kautschuk könnten auch aus Kohle hergestellt werden, was jedoch mit einem größeren Energieaufwand verbunden wäre. Auch nachwachsende Rohstoffe sind als Quellen denkbar. Dabei ist jedoch die Konkurrenz zur Nahrungsmittelherstellung oder die Umwandlung von naturbelassenen Ökosystemen in landwirtschaftliche Flächen problematisch.

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Recyclingmaterialien können in der Kautschukproduktion nur sehr begrenzt eingesetzt werden. Beim Ein- und Ausfahren von Produktionsanlagen, z. B. zur Fertigung unterschiedlicher Produkte fallen jeweils größere Mengen von Produktionsabfällen an. Mit einer optimierten Produktionsplanung kann die Menge an Produktionsabfällen minimiert werden. Noch nicht vulkanisierte Produktionsabfälle können oft erneut in der Produktion verwendet werden. Vulkanisierte Abfälle können in der Produktion nicht mehr eingesetzt werden. Möglich ist eine Verwendung als kleinteilige Zusatzstoffe in Produkten mit geringen Qualitätsanforderungen.

Durch Regenerierungsverfahren können aus vulkanisierten Elastomeren wieder unvernetzte Polymere erzeugt werden. Diese Verfahren benötigen Wärme und chemische Hilfsmittel. Zudem entstehen starke Gerüche. Diese Nachteile verhindern meist eine wirtschaftlich interessante Anwendung von Regenerierungsverfahren.

Radioaktivität

Radioaktivität ist für synthetischen Kautschuk nicht relevant.

Landinanspruchnahme (Landuse)

Die Landinanspruchnahme ist bei den Tagbauverfahren von Ölsanden oder Ölschiefer hoch.

Flexibler Elastomerschaum / Kautschuk-Dämmstoffe

Herstellung

Prozesskette

Herstellungsprozess

Die Herstellung von Elastomerschäumen beginnt mit der Synthese des synthetischen Kautschuks. Mit der Kautschuk-Herstellung sind lange Synthesewege verbunden. Je nach verwendeter Kautschuksorte unterscheiden sich die chemischen Prozesse. Zudem können auch mehrere Kautschuksorten gemischt werden, was in der Fachsprache als "Verschnitt" bezeichnet wird. Hier kann deshalb nur eine allgemeine Beschreibung des Herstellungswegs gegeben werden.

Der Rohstoff Erdöl wird in einer Raffinerie in Bestandteile zerlegt, die sich in ihrer Flüchtigkeit unterscheiden. Für die chemische Industrie sind insbesondere die schwer flüchtigen Öle als Grundstoffbasis, aber auch die sehr leichtflüchtigen als Lösemittel interessant. Die Synthese zu Kautschuk erfolgt dann für jeden Kautschuk unterschiedlich, wobei auch weitere Rohstoffe wie beispielsweise Mineralsalze verwendet werden. Alle Synthesewegen verursachen einen hohen Energieverbrauch.

Der erste Schritt in der produktspezifischen Herstellung von Elastomerschäumen besteht darin, die Bestandteile gründlich zu mischen. Damit eine homogene Mischung erreicht wird, wird der Prozess häufig in das Grundmischen der Polymere, Flammhemmer und Füllstoffe und das Fertigmischen unter Zugabe von Vernetzungschemikalien und Treibmittel unterteilt. Die beiden Schritte können zeitlich versetzt in derselben Mischvorrichtung oder in getrennten Mischern erfolgen. Wichtig ist besonders bei der Fertigmischung die Temperaturkontrolle. Eine kritische Temperatur darf nicht überschritten werden, damit die Vulkanisation nicht verfrüht einsetzt.

Als Flammhemmer sind heute nur noch halogenfreie Stoffe, wie Aluminiumhydroxide oder Magnesiumhydroxide üblich. Ihr Anteil am fertigen Produkt kann bis zu 50% betragen.

Füllstoffe (Ruß) und weitere Additive dienen dazu, die Eigenschaften des Produkts in der gewünschten Weise zu beeinflussen. Dabei kann es darum gehen, die Stabilität zu verbessern, das Produkt härter oder weicher zu machen oder die Gasdurchlässigkeit zu vermindern.

Die fertige Mischung wird dann gewalzt, falls Platten hergestellt werden sollen. Nach dem Walzen werden die Platten in der gewünschten Länge zugeschnitten. Falls Formteile das Ziel sind, wird die Mischung extrudiert. Dabei wird sie durch eine Düse gepresst, welche die Form des gewünschten Querschnitts des Formteils aufweist.

Das gewalzte oder extrudierten Werkstücke werden dann erwärmt, um die Vulkanisierung und Schäumung auszulösen.

Durch die Vulkanisierung werden die Polymere der Ausgangsmischung miteinander vernetzt. Das heißt, es bilden sich zahlreiche chemische Bindungen zwischen den Polymeren. So wird ein zusammenhängendes Netz (im chemischen Maßstab) riesiger Moleküle geschaffen. Diese sind für die elastischen Eigenschaften der Kautschuke entscheidend. Für die Vulkanisation wird der Kautschukmischung meist Schwefel beigemischt, wobei auch andere Vulkanisationsmittel möglich sind. Zur Beschleunigung der Vernetzung werden Schwermetalle, oft Zinkoxid, beigegeben.

Das beigesetzte Treibmittel ist im Fall der flexiblen Elastomerschäume für die Wärmedämmung meist Azodicarbonamid (ADCA). Während des Schäumungsprozesses zersetzt sich das Azodicarbonamid und spaltet dabei vor allem Stickstoffgas ab. Der Stickstoff erzeugt dann Gasblasen im Polymer, die im fertig vernetzten Produkt zu einem Schaum führen. Der Stickstoff bleibt dabei im Schaum gefangen, es entsteht ein geschlossenzelliger Schaumstoff. Wenn die Reaktion nicht vollständig abläuft, können Reste von Azodicarbonamid (ADCA) im fertigen Produkt verbleiben. Da es sich dabei um einen SVHC gemäß REACH-Verordnung handelt, kann das bei zu hohen Gehalten problematisch sein. Ein Schäumung wäre auch mit anderen Schäumungsmitteln denkbar, wie z.B. Natriumbicarbonat. Allerdings beeinflusst das Schäumungsmittel die technischen Eigenschaften des fertigen Produkts erheblich, was den Ersatz des Schäumungsmittels erschwert.

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren (z.B. Primärenergieaufwand, Treibhauspotential) liefert die Datenbank ÖKOBAUDAT des Informationsportals Nachhaltiges Bauen. Die ÖKOBAUDAT stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Ökobilanzierung (Lebenszyklusanalyse) von Gebäuden eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Live-Datensätze. → Datenbank der ÖKOBAUDAT

In der Herstellung von Bauprodukten ist ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen. Der in den Datensätzen geführte "kumulierte Primärenergieaufwand nicht erneuerbar" (Graue Energie, PENRT) ist daher ein wichtiger Umweltindikator für den Ressourcenverbrauch und i.d.R. gleichgerichtet mit dem Treibhauspotential (GWP), einem wichtigen Indikator der Umwelt(aus)wirkungen.
Informationen zu ÖKOBAUDAT-Datensätzen im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Zeichen & Deklarationen → Übersicht Umweltdeklarationen / Umweltindikatoren.

Energieaufwand

Der Energieaufwand für die Herstellung übersteigt die in den Rohstoffen gespeicherte Energie um rund das Dreifache.

Charakteristische Emissionen

Während der Herstellung von Kautschukprodukten treten typischerweise Emissionen in die Luft auf. Besonderes Augenmerk gilt in der Produktion den krebserregenden N-Nitrosaminen. Diese können über den gesamten Produktionsprozess emittiert werden.

Während der Vulkanisation treten umfangreiche Emissionen in die Luft auf. Diese Emissionen bestehen werden durch Stoffgemische gebildet, die hunderte von Einzelsubstanzen umfassen können. Die genaue Zusammensetzung hängt vom eingesetzten Kautschuk, den beigemischten Zusätzen und der Vulkanisierungsreaktion selbst ab. 

siehe auch Elastomere

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Bei der Herstellung von flexiblen Elastomerschäumen kommt eine große Zahl von Chemikalien zum Einsatz. Viele davon weisen problematische Eigenschaften für die Gesundheit auf. Vulkanisationsmittel weisen oft reizende Eigenschaften für Augen und Schleimhäute auf. Vulkanisationsbeschleuniger weisen die gleichen problematischen Eigenschaften auf, und können zusätzlich allergieauslösend sein. Weichmacher können reproduktionstoxisch sein. Alterungschutzmittel können hautsensibilisierend wirken. Für alle aufgezählten Stoffe gilt, dass unterschiedliche Stoffe in der Kautschukherstellung eingesetzt werden können. Ohne genaue Kenntnisse der eingesetzten Stoffe können keine genauen Aussagen zu den möglichen Gefährdungen gemacht werden.

Maßnahmen Umweltschutz

Wie alle Herstellungsverfahren in der chemischen Industrie erfordert die Produktion von Elastomer-Produkten umfangreiche Umweltschutzmaßnahmen. Die unkontrollierte Verteilung von Prozesschemikalien in die Umwelt muss verhindert werden. Gasförmige Emissionen aus dem Produktionsprozess müssen kontrolliert und die entstehende Abluft gereinigt werden. Abwässer und flüssige Abfälle stellen weitere problematisch Bereiche dar, die umfangreiche Maßnahmen zum Umweltschutz erfordern.

Quellen

H-Sätze:

European Chemicals Agency, C&L Inventory Database, echa.europa.eu/web/guest/information-on-chemicals/cl-inventory-database

 

Flexibler Elastomerschaum / Kautschuk-Dämmstoffe

Verarbeitung

Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Dämmatten aus flexiblen Elastomerschäumen können auf der Baustelle mit normalen Schneidwerkzeugen einfach zugeschnitten werden. Zur Verklebung werden standardmäßig lösemittelhaltige Klebstoffe eingesetzt, es sind jedoch auch wasserverdünnbare Ersatzklebstoffe verfügbar.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Dämmstoffe aus flexiblen Elastomerschäumen werden auf der Baustelle höchstens mechanisch bearbeitet. Dabei entstehen keine relevanten arbeitshygienischen Risiken oder Gefährdungen für die Umwelt.

REACH / CLP - Informationspflicht zu SVHC

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.
Wird ein Produkt als Stoff oder Gemisch eingestuft, ist für Informationen zu Gefahrstoffen und Einstufungen nach CLP ein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich.

Flüssige, pastöse, pulvrige Bauprodukte (z.B. Dichtmassen, Klebstoffe, Beschichtungen, Farben, Mörtel + Estriche, Frischbeton, Betonzusatzmittel usw.) werden als Gemisch eingestuft.

Produkt bezogene Informationen gemäß CLP-Verordnung (z.B. Nachweis gefährliche Stoffe, Nachweis besonders besorgniserregender Stoffe SVHC >=  0,1 Gew.-%) müssen daher in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) der jeweiligen Produkte ausgewiesen sein.

Emissionen

Aus den verwendeten Klebstoffen können während der Verarbeitung organische Lösemittel emittieren. Aus den Dämmmatten selbst sind keine relevanten Emissionen bekannt.

Flexibler Elastomerschaum / Kautschuk-Dämmstoffe

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Belastungen der Innenraumluft durch eingebaute flexible Elastomerschäume sind nach heutigem Kenntnisstand nicht zu erwarten.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Belastungen der Innenraumluft durch eingebaute flexible Elastomerschäume sind nach heutigem Kenntnisstand nicht zu erwarten.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Im Brandfall zersetzen sich flexible Elastomerschäume, ohne dass brennende Partikel abtropfen. Aus brennenden halogenhaltigen Produkten entstehen Chlorsäuren, die zu zusätzlichen Schäden am Gebäude führen können. Das Löschwasser wird mit wassergefährdenden Halogenverbindungen belastet.

Halogenfreie Elastomerschäume zeigen ein weniger problematisches Brandverhalten. Auch diese erzeugen jedoch wie alle organischen Stoffe beim Brand krebserregende und giftige Stoffe.

Wassereinwirkung

Flexible Elastomere sind praktisch undurchlässig für Wasserdampf. Bei langfristigem Verbleib unter Wasser ist es denkbar, dass Additive aus dem Kunststoff gelöst werden.

Beständigkeit Nutzungszustand

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.

Datenbank als PDF

Instandhaltung

Flexible Elastomerdämmungen sind bei bestimmungsgemässer Nutzung wartungsfrei. Ihre Lebensdauer übertrifft in der Regel diejenige der gedämmten technischen Installationen.

Flexibler Elastomerschaum / Kautschuk-Dämmstoffe

Nachnutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

Elastomer-Dämmstoffe müssen in der Müllverbrennung entsorgt werden. Beim Rückbau sind keine besonderen Maßnahmen erforderlich.

Wiederverwendung

Da Dämmstoffe aus synthetischem Kautschuk für die meisten Verwendungszwecke mit der gedämmten Oberfläche verklebt werden müssen, ist ein zerstörungsfreier Ausbau meistens unmöglich. Dies verhindert auch eine Wiederverwendung.

Stoffliche Verwertung

Kautschuke werden durch Vernetzung während des Produktionsprozesses gebildet. Sie können darum nicht eingeschmolzen und zu neuen Kautschukprodukten verarbeitet werden. Eine stoffliche Verwertung wäre höchstens als Füllstoff möglich. Derzeit findet keine nennenswerte stoffliche Verwertung von Elastomerschäumen statt.

Energetische Verwertung

Dämmstoffe aus synthetischem Kautschuk werden normalerweise der energetischen Verwertung zugeführt. Sie haben einen hohen Brennwert, der sie als Brennstoff auch in industriellen Prozessen interessant macht.

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Eine Deponierung von synthetischem Kautschuk ist nicht möglich.

EAK-Abfallschlüssel

17 Bau- und Abbruchabfälle
17 02 03 Kunststoff
17 06 04 Dämmmaterial mit Ausnahme desjenigen, das unter 17 06 01 und 17 06 03 fällt

siehe auch Lexikon / Abfallschlüssel

Quellen

Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis (Abfallverzeichnis-Verordnung – AVV, zuletzt geändert am  30.6.2020, Online-Quelle abgerufen am 9.12.2021.