Produktgruppeninformation

Begriffsdefinition
Brettsperrholz (BSP), auch als X-Lam bezeichnet, ist ein industriell gefertigtes flächiges Holzprodukt für tragende Konstruktionen. Es wird als Platten- oder Scheibenelement eingesetzt. Brettsperrholz besteht aus miteinander verklebten Lagen aus Nadelvollholz. I. d. R. wird BSP aus drei, fünf oder sieben Lagen (selten mehr) hergestellt.
Wesentliche Bestandteile
Brettsperrholz setzt sich aus mindestens drei kreuzweise miteinander verklebten Lagen aus technisch getrockneten Brettern oder Brettlamellen aus Nadelholz (Fichte, Tanne, Kiefer oder Lärche) zusammen. Zur Verklebung werden Polyurethan-Klebstoffe (PUR), Melamin-Harnstoff–Formaldehyd-Klebstoffe (MUF) oder in kleineren Anteilen Emulsion-Polymer-Isocyanat-Klebstoffe (EPI) eingesetzt. Wird MUF-Klebstoff verwendet, kommt ein entsprechender Härter (0,5 bis 4% bezogen auf dem Leimharzanteil), meist Ammoniumsalze wie Ammoniumnitrat hinzu.
Charakteristik
Durch den kreuzweisen Aufbau sind Brettsperrholzelemente sehr formstabil und können Lasten sowohl längs wie auch quer zur Haupttragrichtung aufnehmen.
Brettsperrholz ist aufgrund seines massiven Aufbaus im Gegensatz zu Konstruktionsvollholz für deutlich höhere Belastungen als statisch tragendes Element ausgelegt. Brettsperrhölzer können für die Errichtung von Außen- und Innenwänden sowie Dach- und Deckenelementen eingesetzt werden.
Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz
Holz als erneuerbarer Rohstoff und seine Rohstoffquelle, der Wald, haben als Teil des biogenen Kohlenstoffkreislaufs viele umweltrelevante Eigenschaften. Weitere Informationen dazu finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Allgemeines".
Holz gibt - wie auch andere organische Bestandteile beinhaltende Bauprodukte - während der Nutzungsphase flüchtige organische Stoffe (VOC) in die Raumluft ab. Allgemeine Informationen zu holzspezifischen VOC liegen in WECOBIS unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung" vor.
Ein gesundheitliches Risiko stellt Holzstaub dar. Informationen dazu finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Herstellung“ sowie im Lexikonbegriff.
Holz als erneuerbarer Rohstoff und seine Rohstoffquelle, der Wald, haben als Teil des biogenen Kohlenstoffkreislaufs viele umweltrelevante Eigenschaften. Weitere Informationen dazu finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Allgemeines".
Holz gibt - wie auch andere organische Bestandteile beinhaltende Bauprodukte - während der Nutzungsphase flüchtige organische Stoffe (VOC) in die Raumluft ab. Allgemeine Informationen hierzu liegen in WECOBIS unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung" vor.
Lieferzustand
In folgenden Maßen kann Brettsperrholz gefertigt werden. Die zulässigen Maße können herstellerspezifisch und in Abhängigkeit der jeweiligen Zulassung (abZ oder ETA) variieren:
- Min. Dicke: 51 mm
- Max. Dicke: 500 mm (übliche Dicke bis 300 mm)
- Max. Breite 2,95 m – 4,80 m
- Max. Länge 16 m – 20 m
Anwendungsbereiche (Besonderheiten)
Brettsperrholz findet für tragende Bauteile im Hochbau und Brückenbau Anwendung. Es kann sowohl für die Errichtung von Außen- und Innenwänden als auch für Dach- und Deckenelemente eingesetzt werden. Darüber hinaus wird Brettsperrholz als Stiegenläufe und Balkonplatten verwendet.
Quellen
Institut Bauen und Umwelt 2012: EPD nach ISO 14025 und EN 15804 für Brettsperrholz. Deklarationsinhaber: Studiengemeinschaft Holzleimbau e. V.
Holz Lexikon 2003: DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co., Leinefelden Echterdingen. ISBN 3-87181-355-9.
Institut Bauen und Umwelt 2013: EPD nach ISO 14025 und EN 15804 für Balkenschichtholz. Deklarationsinhaber: Studiengemeinschaft Holzleimbau e. V. und Überwachungsgemeinschft Konstruktionsvollholz
Informationsdienst Holz 2013: Bauen und Leben mit Holz
Die inhaltliche Bearbeitung dieser Seite erfolgt durch das Thünen Institut für Holzforschung
Planungs- und Ausschreibungshilfen
WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.
Informationen hier im Reiter Planungsgrundlagen:
- Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
- Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien,
- ggf. weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen, z.B. Hinweise zu Verwendungseinschränkungen hinsichtlich Gefahrstoffverordnung (bei Stoffen / Gemischen), zu Alternativen oder zu besonderen Eigenschaften hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz.
Übersicht Planungsgrundlagen: Bauprodukte aus Holz
Stand 07/2024
| Massivholz- platten |
zement- gebundene Spanplatten |
Holzfaser- dämmplatten |
Bodenbeläge aus Holz | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Material- ökologische Anforderungen |
Im Modul "Planung & Ausschreibung" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung. Inhalt aufklappen | ||||||
| Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS |
Textbausteine in WECOBIS basieren derzeit auf dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) / Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt). Textbausteine zu weiteren Kriteriensteckbriefen, wie z.B. 1.1.7 Nachhaltige Materialgewinnung und 3.1.3. Innenraumhygiene, sind in Arbeit. |
||||||
|
Kriteriensteckbrief 1.1.6 stellt derzeit zwar keine direkten Anforderungen an Vollholzprodukte, jedoch an Holzschutzmittel.
|
Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen |
Bodenbeläge aus Holz und/oder Holzwerkstoffen |
|||||
| Quellen für material- ökologische Anforderungen |
Die hier genannten Quellen, insbesondere BNB, bilden die Grundlage für Planungs- und Ausschreibungshilfen bzw. materialökologische Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS. Inhalt aufklappen | ||||||
| Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) / Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt) |
Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung. Auch wenn ein Gebäude nicht zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung. Einordung der jeweiligen Bauprodukte aus Holz hinsichtlich verschiedener Kriteriensteckbriefe siehe Reiter BNB-Kriterien in WECOBIS |
||||||
| baubook BNB/QNG Produktinformationen | baubook bietet u.a. eine Plattform mit Produktinformationen zu BNB und QNG. Man findet dort Produkte, die den Anforderungen von BNB 1.1.6 und QNG 313 entsprechen. Hersteller können ihre Produkte in der Plattform deklarieren und die Nachweisdokumente hinterlegen. Durch baubook erfolgt eine Prüfung der Einhaltung der Anforderungen vor Freischaltung. → baubook Produktinformationen zu BNB und QNG | ||||||
| Umweltbundesamt (UBA) |
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Man findet dort auch Empfehlungen für die Ausschreibung u.a. für die Gebäudeinnenausstattung (z.B. div. Bodenbeläge, Bodenbelagsklebstoffe, Innenputze + -wandfarben, Tapeten). | ||||||
| baubook ÖkoBauKriterien | Mit der Plattform ÖkoBauKriterien bietet baubook eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich, insbesondere in der Stadt Wien, für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Bauprodukte aus Holz finden sich Produktdeklarationen in Gruppen wie z.B. Boden- und Wandbeläge, Holz- und Holzwerkstoffplatten, Konstruktives (Massiv-)Holz usw. | ||||||
| Mögliche Nachweis- dokumente |
Mithilfe von Nachweisdokumenten müssen die gestellten materialökologischen Anforderungen geprüft und dokumentiert werden. Zum Teil sind diese auch gesetzlich vorgeschrieben. Neben den folgend genannten gehören auch Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, sowie Herstellererklärungen zu möglichen Dokumentationsunterlagen. Inhalt aufklappen | ||||||
| gesetzlich vorgeschrieben: | |||||||
| REACH / CLP: Sicherheitsdatenblatt (SDB) |
Bauprodukte aus Holz werden als Erzeugnis eingestuft. Für Erzeugnisse ist kein SDB vorgeschrieben. Die pflichtgemäße Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung für Bauprodukte, die unter den Geltungsbereich der BauPVO fallen, muss Angaben über SVHC enthalten oder mitliefern (kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage). Für alle Bauprodukte (Erzeugnisse), also auch solche, die nicht im Geltungsbereich der BauPVO liegen, besteht ein Auskunftsrecht für SVHC. Für die Anfrage an den Hersteller steht auf dem Informationsportal des Umweltbundesamtes zu REACH ein Musterbrief zum Download zur Verfügung. Besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) treten in unbehandeltem Vollholz nicht auf. Möglicherweise in der Herstellung oder bei Anwendung eingesetzte Flammschutz- und Holzschutzmittel können jedoch SVHC-haltig sein. Die meisten Bauprodukte aus Holz fallen in den Geltungsbereich der BauPVO. |
||||||
| Leistungserklärung gemäß BauPVO mit Angaben zu SVHC (kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage) | + | + | + | + |
+ |
+ | |
| Nachweis bauaufsichtlicher Anforderungen1 aus Gesundheits- schutzgründen |
- | - |
+ |
- | - | + (nur Mehrschicht-Parkett) |
|
|
1Holzwerkstoffe in Form von schlanken ausgerichteten Spänen (OSB) und kunstharzgebundene Spanplatten, sowie mehrschichtige Parkette / Holzfußböden benötigen lt. MVVTB / A 3.2.1 in Verbindung mit Anhang 8 aus Gesundheitsschutzgründen einen Nachweis hinsichtlich gefährlicher Stoffe und Emissionen (früher: abZ). Dieser enthält u.a. eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas. Achtung! Aufgrund von Herstellerklagen sind die Anforderungen an OSB und Spanplatten in manchen Bundesländern z.T. ausgesetzt oder eingeschränkt. (s. Anhang 8 / 2.2.1 Emissionen der jeweiligen TB der Länder + zugehörige Erlasse). |
|||||||
| freiwillige Produktkenn-zeichnungen / -deklarationen; Emissionsprüfberichte |
Für einige Bauproduktgruppen existieren freiwillige Produktkennzeichnungen oder -deklarationen wie z.B. Umweltzeichen oder Umweltproduktdeklarationen, die als Nachweis für materialökologische Anforderungen dienen können. Eine Übersichtstabelle dazu mit detaillierten Informationen zu Bauprodukten aus Holz findet sich im Reiter Zeichen & Deklarationen. Emissionsprüfberichte (ohne Umweltzeichenzertifizierung) können zwar hilfreich sein, sind aber oft nicht leicht zu interpretieren. Insbesondere ist auf die Rahmenbedingungen zu achten, die der Prüfung zugrunde lagen und ob diese mit denen der Anforderung übereinstimmen. | ||||||
Alternativen hinsichtlich Umwelt- und/oder Gesundheitsrelevanz
Bei der Auswahl von Holzprodukten sollte darauf geachtet werden, dass sie aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Wenn möglich sollte auch kein Tropenholz oder Holz aus Urwäldern (auch: Europa, Sibirien) verwendet und auf möglichst kurze Transport- oder Lieferwege, z.B. durch Einsatz heimischer Hölzer (Mitteleuropa), geachtet werden. Mit einem FSC- oder PEFC-Siegel allein ist dies nicht unbedingt gewährleistet. Ein einfacher Nachweis wäre z.B. über das Holz-von-Hier-Label oder das PEFC-Regional-Label möglich.
Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS
- Reiter Übersicht / Anwendungsbereiche
- Reiter Zeichen & Deklarationen / Erläuterung + Links der wichtigsten Deklarationen zur jeweiligen Produktgruppe
- Reiter BNB-Kriterien / Einordnung der jeweiligen Produktgruppe gemäß Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)
Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet das neue WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter Allgemeine Infos.
Umweltdeklarationen
Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen, die für die Produktgruppe relevant sind. Neben Herstellererklärungen, Informationen in Sicherheitsdatenblättern (SDB) oder allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Planungsgrundlagen) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.
Übersicht Umweltdeklarationen: Bauprodukte aus Holz
Stand 11/2025
| Massivholz- platten |
Sperrholz und Furnierschichtholz Hochdichte und mitteldichte Faserplatten
|
zement- gebundene Spanplatten |
Holzfaser- dämmplatten |
Bodenbeläge aus Holz | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Umweltzeichen | Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können. Inhalt aufklappen | ||||||
| Blauer Engel DE-UZ 38 | (+) | (+) | (+) |
./. |
./. | ./. | |
| Blauer Engel DE-UZ 76
Emissionsarme plattenförmige Werkstoffe (Bau- und Möbelplatten) für den Innenausbau |
./. | + | + |
- (nicht im Geltungsbereich, könnten aber alle Anforderungen erfüllen.) |
- | ./. | |
| Blauer Engel DE-UZ 132 Wärmedämmstoffe und Unterdecken | ./. | ./. | ./. | ./. |
(+) derzeit nur Holzwolle |
./. | |
| Blauer Engel DE-UZ 140 Wämedämm-verbundsysteme | ./. | ./. | ./. | ./. | + | ./. | |
| Blauer Engel DE-UZ 176 Emissionsarme Bodenbeläge, Paneele und Türen aus Holz und Holzwerkstoffen |
./. | ./. | ./. | ./. | ./. | + | |
| FSC-Kennzeichen3 / Herkunft aus nachhaltiger Waldwirtschaft (keine Gesundheitskriterien) |
Das FSC-Kennzeichen wird für Wälder und Forstbetriebe oder Produktketten, d.h. an Hersteller und Händler, vergeben. Es gibt die Varianten FSC-Recycled (ausschließlich aus Recyclingmaterial), FSC-Mix (mind. 70%) und FSC-100%. |
||||||
| PEFC-Siegel3 / PEFC-Regional-Label3 Herkunft aus nachhaltiger Waldwirtschaft (keine Gesundheitskriterien) |
Das PEFC-Siegel wird ähnlich FSC für Wälder oder Produktketten mit Kennzeichnung der Holzrohstoffe vergeben. Das PEFC-Regional-Label berücksichtigt darüber hinaus noch den Einschlag in einer Region in Deutschland. | ||||||
| Holz von Hier-Label3 / "Holz der kurzen Wege" (keine Gesundheitskriterien) | Das HVH-Label wird für Produkte gegeben, die aufbauend auf FSC oder PEFC zusätzlich Anforderungen an kurze Transportwege erfüllen und kein Holz aus Primärwäldern (Urwäldern) oder von gefährdeten Arten enthalten. | ||||||
| EU Ecolabel (Blume) / Bodenbeläge auf Holz-, Kork- und Bambusbasis | - |
- | - | - | - | + | |
| Österreichisches Umweltzeichen / Richtlinie UZ 07 Holz, Holzwerkstoffe und Fußbodenbeläge aus Holz | + | + | + |
- (nicht im Geltungsbereich von UZ 07) |
- |
+ | |
| Österreichisches Umweltzeichen / Richtlinie UZ 44 Wärmedämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen | ./. | ./. | ./. |
./. |
(+) derzeit nur Zellulose |
./. | |
| Nordic Swan Ecolabel / Floor coverings (Bodenbeläge: mind. 50% erneuerbare Rohstoffe) | - | - | - | - | - |
(+) Produktverfügbarkeit nicht prüfbar |
|
|
natureplus Umweltzeichen |
+ |
+ Holz- und Holzwerkstoff-
|
+ Holz- und Holzwerkstoff- . |
(+) |
+ |
+ |
|
| + | (+) | (+) | (+) |
(+) derzeit nur Holzwolle |
+ | ||
| GISBAU Klassifizierungs-system |
Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden. (siehe unten: Ersatzproduktgruppe prüfen?) Inhalt aufklappen |
||||||
|
Bauprodukte aus Holz sind nicht im GISBAU-System klassifiziert. Informationen zu möglichen arbeitshygienischen Risiken siehe Reiter Verarbeitung. |
|||||||
| Umweltprodukt-deklaration (EPD) |
Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1 Inhalt aufklappen |
||||||
| EPD1 | + | + | + | + | + | + | |
| Branchen-EPD 1 | - | - | - | - | - | - | |
| Umweltindikatoren |
Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank ÖKOBAUDAT des Informationsportals Nachhaltiges Bauen. Inhalt aufklappen |
||||||
| ÖKOBAUDAT-Datensätze |
3.1.01 Bau-Schnittholz |
3.2.01 3- und 5-Schichtplatten |
3.2.02 Sperrholz |
- |
2.10.01 Holzfaser-dämmplatte |
3.3 Holzböden 3.3.02 Parkett |
|
|
Hinweis: |
|||||||
| Sonstige freiwillige Produkt-Deklarationen | Inzwischen gibt es für die Produktfindung neben den Websites der Umweltzeichen auch verschiedene Produktdatenbanken. Dabei handelt es sich um Plattformen, auf denen Händler und Hersteller von Bauprodukten die Möglichkeit einer online-Deklaration haben z.B. für BNB/QNG-Kriterien oder für Anforderungen anderer Zertifizierungssysteme. Nicht jede dieser Plattformen ist für die Nutzenden kostenfrei, manchmal wird eine Registrierung verlangt. Vorteilhaft ist auf jeden Fall, wenn dort auch die passenden Nachweisdokumente zum Download hinterlegt sind, was derzeit nur teilweise der Fall ist. Nur so kann die Einhaltung von Anforderungen auch nachvollzogen, ggf. geprüft und mit dem Projekt auch langfristig dokumentiert werden. Inhalt aufklappen | ||||||
|
baubook BNB/QNG Produktinformationen + |
Die Nutzung der Produktinformationen auf der Plattform der baubook GmbH ist kostenfrei und ohne Registrierung möglich. |
||||||
|
Die Nutzung der Produktinformationen auf der Plattform der DGNB GmbH ist kostenfrei und ohne Registrierung möglich. Der Zugang zu tiefergehenden Schadstoff-Informationen ist jedoch DGNB-AuditorInnen vorbehalten. Die Datenbank bedient im Wesentlichen die Anforderungen der DGNB-Zertifizierung. Hersteller können ihre Produkte und entsprechende Informationen oder Links kostenpflichtig in der Datenbank hinterlegen. Nur zum Teil wird über die Erreichung bestimmter Qualitätsniveaus in DGNB ENV1.2 informiert. Bei einem Teil dieser Produkte findet man aber über den ggf. verknüpften SHI-Produktpass auch Informationen zu QNG, BNB, BREEAM usw.. |
|||||||
| Building Material Scout | Die Nutzung der Produktinformationen auf der Plattform der Building Material Scout GmbH ist kostenfrei, es ist allerdings eine Registrierung / Anmeldung erforderlich. Hersteller können ihre Produkte und Datenblätter oder Links kostenpflichtig in der Datenbank hinterlegen. Bei einem Teil der Produkte findet man Informationen zur Einhaltung der Anforderungen unterschiedlicher Zertifizierungssysteme (z.B. BNB, QNG, BREEAM, DGNB). | ||||||
| SHI-Produktpass - Produkte BNB+QNG (nur eingeschränkt kostenfrei) | Die Nutzung der Produktinformationen auf der Plattform der Sentinel Holding Institut GmbH ist nur zu einem kleineren Teil kostenfrei, der Zugang zu den vollständigen Informationen kostenpflichtig. Hersteller können ihre Produkte und entsprechende Informationen oder Links kostenpflichtig in der Datenbank hinterlegen. Diese werden geprüft und erhalten zum Teil einen SHI-Produktpass, der über verschiedene Zertifizierungssysteme (z.B. QNG, BNB, DGNB, BREEAM / nicht immer über alle) informiert und die erforderlichen Nachweise zusammenstellt. | ||||||
| + | Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden |
| (+) | derzeit kein Produkt aus dieser Produktgruppe zertifiziert |
| - | Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden bzw. Produktgruppe nicht im Geltungsbereich |
| ./. | Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant |
| x | Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen |
1 Die hier als vorhanden markierten EPDs und Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten der ÖKOBAUDAT Datenlieferanten. 2 Bei Cradle to Cradle-Zertifizierungen gibt es insgesamt 4 Bewertungsstufen von Bronze bis Platin in 5 Kategorien. Zur Einordnung der Qualität gehört also immer auch das tatsächlich erreichte Bewertungsniveau, was z.B. bei Bronze (insbesondere in Material Health) noch relativ niedrig ist!
3 Die Label FSC und PEFC geben Hinweise auf die Herkunft aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Das FSC-Siegel gibt es in den Varianten FSC-Recycled (ausschließlich aus Recyclingmaterial), FSC-Mix (mind. 70%) und FSC-100%. Bei FSC wie PEFC ist dadurch Tropenholz oder Holz aus Urwäldern nicht unbedingt ausgeschlossen. Ein entsprechender Nachweis müsste zusätzlich erbracht werden.
Das Label Holz von Hier zertifiziert besonders kurze Transportwege über die gesamte Lieferkette, Hölzer aus Urwäldern oder weltweit gefährdeter Arten sind hier ausgeschlossen. Das gilt auch für das PEFC-Regional-Label, für das nur Holzprodukte aus Deutschland zertifiziert werden können.
Technisches
Technische Daten
Bei Holz wird im Hinblick auf strukturelle Merkmale (z. B. Faserstruktur, Jahrringe) zwischen axialer, radialer und tangentialer Richtung unterschieden. Holz ist ein anisotroper Werkstoff, da seine Eigenschaften deutlich richtungsabhängig ausgeprägt sind.

Wichtige physikalische Kennwerte von Holz sind: Feuchte, Rohdichte und Festigkeit, wobei Abhängigkeiten untereinander bestehen. Fast alle Eigenschaften sind zudem stark von der jeweiligen Holzart abhängig.
Rohdichte
Brettsperrhölzer, die auf die Festigkeitsklasse C24 geprüft sind haben nach DIN EN 338 eine charakteristische Rohdichte von 350 [kg/m³] (Holzfeuchte 12-15%). Die Rohdichte hängt von der Holzfeuchte ab, die deshalb immer mit angegeben werden sollte. Der Wert der Darrdichte ρ0 (Rohdichte bei 0% Holzfeuchte) liegt etwa 10% unter dem Wert der Rohdichte im lufttrockenen Zustand (Holzfeuchte 12-15%). Weiterhin variiert die Rohdichte mit der verwendeten Holzart. Innerhalb einer Holzart können jedoch auch erhebliche Unterschiede vorliegen, was durch Standort- und wachstumsbedingte Einflüsse zu erklären ist.
Druckfestigkeit
Nach DIN EN 338 liegt bei Brettsperrholz, das auf die Festigkeitsklasse C24 getestet wurde, der charakteristische Druckfestigkeitswert bei faserparalleler Belastung und einem Feuchtegehalt von ca. 12% bei 21%.
Wärmeleitfähigkeit
Die Wärmeleitfähigkeit des Holzes ist abhängig von der Richtung, der Rohdichte und der Feuchte. In Faserrichtung ist sie ca. doppelt so hoch wie quer dazu und steigt in beiden Richtungen mit zunehmender Rohdichte an. Bei gleicher Rohdichte ist die Wärmeleitfähigkeit von Vollholz höher als die von Span- und Faserplatten.
Nach DIN V 4108-4 liegt der tabellierte Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit für die meisten einheimischen Nadelhölzer, die üblicherweise für Brettsperrholz verwendet werden, bei 0,13 [W/m*K].
Wärmespeicherkapazität
Leitwert: 1700 [J/kg*K]
Info: Die angegebene Wärmespeicherkapazität bezieht sich auf einen Feuchtegehalt von 15 % und ist nahezu unabhängig von Holzart und -dichte.
Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl
von 20 bis 200
Info: Der Wasserdampfdiffusionswiderstand ist dimensionslos und stark vom Feuchtegehalt abhängig. Feuchtes Holz weist geringere µ-Werte auf als trockenes Holz.
Baustoffklasse nach DIN 4102-1
Brettsperrholz ist der Brandklasse B2, d.h. normalentflammbar zugeordnet.
Euroklasse nach DIN EN 13501-1
Brettsperrholz ist der Brandklasse D-d0 zugeordnet.
Färbung
Hell-gelblich bis rosa-braun
Beständigkeit
Entspricht unabhänig vom verwendeten Klebstoff der natürlichen Dauerhaftigkeit und der jeweiligen Holzart unter Berücksichtigung der Einbausituation.
Weitere wichtige Kennwerte für den Baustoff Holz
Biegefestigkeit
Hierbei handelt es sich um die zum Bruch einer Probe führenden Biegespannung.
Brettsperrholz, das auf die Festigkeitsklasse C24 getestet wurde, weist nach DIN EN 338 eine Biegefestigkeit (5% Quantilwert) von 24 N/mm² auf.
Elastizitätsmodul (E-Modul)
Der E-Modul ist ein Maß für die Verformungssteifigkeit eines Körpers oder Stoffes bei mechanischer Beanspruchung im elastischen Bereich. Brettsperrholz, das auf die Festigkeitsklasse C24 getestet wurde, weist nach DIN EN 338 E-Module (charakteristische Mittelwerte parallel zur Faser) von 11 kN/mm² auf.
Zugfestigkeit
Die Zugfestigkeit ist die Spannung, die im Zugversuch aus der maximal erreichten Zugkraft bezogen auf den ursprünglichen Querschnitt der Probe errechnet wird. Nach DIN EN 338 liegen die charakteristischen Zugfestigkeiten für Brettsperrholz (parallel zur Faserrichtung), das auf die Festigkeitsklasse C24 getestet wurde bei 14 N/mm².
Brinellhärte
Bei der Ermittlung der Brinellhärte wird eine Stahlkugel (Durchmesser: 10 mm) mit einer je nach Holzhärte zwischen 100 und 1000 N variierenden Kraft in das Holz gedrückt. Die Brinellhärte ist das Verhältnis der aufgewendeten Kraft zur Größe der Eindrucksfläche. Sie liegt bei europäischen Nadelhölzern auf der Seitenfläche im Durchschnitt zwischen 12 und 20 N/mm². Bei Laubhölzern liegt die Brinellhärte im Mittel höher (z. B. Buche: 33 N/mm²).
Technische Regeln (DIN, EN)
Brettsperrholz bedarf eines bauaufsichtlichen Verwendbarkeitsnachweises. Es existieren mehrere nationale abZ und Europäisch technische Zulassungen (ETA).
Nutzungsklassen nach DIN EN 1995
Brettsperrholz kann nach DIN EN 1995 (Eurocode 5) Bemessung und Konstruktion von Holzbauten, Teil 1-1 Allgemeine Regeln und Regeln für den Hochbau, in den Nutzungsklassen 1 und 2 verwendet werden.
| Nutzungsklasse (NK) |
Klimabedingungen | Anwendungsbereiche |
Feuchte [u] |
|
1 |
Die Nutzungsklasse 1 ist gekennzeichnet durch einen Feuchtegehalt in den Baustoffen, der einer Temperatur von 20 °C und einer relativen Luftfeuchte der umgebenden Luft entspricht, die nur für einige Wochen pro Jahr einen Wert von 65 % übersteigt. ANMERKUNG: In Nutzungsklasse 1 übersteigt der mittlere Feuchtegehalt der meisten Nadelhölzer nicht 12 %. |
z. B. in allseitig geschlossenen und beheizten Bauwerken | 5 - 15 % |
|
2 |
Die Nutzungsklasse 2 ist gekennzeichnet durch einen Feuchtegehalt in den Baustoffen, der einer Temperatur von 20 °C und einer relativen Luftfeuchte der umgebenden Luft entspricht, die nur für einige Wochen pro Jahr einen Wert von 85 % übersteigt. ANMERKUNG In Nutzungsklasse 2 übersteigt der mittlere Feuchtegehalt der meisten Nadelhölzer nicht 20 %. |
z. B. bei überdachten offenen Bauwerken | 10 - 20 % |
| 3 |
Die Nutzungsklasse 3 erfasst Klimabedingungen, die zu höheren Feuchtegehalten als in Nutzungsklasse 2 führen. |
z. B. für Konstruktionen, die der Witterung ausgesetzt sind | 12 -24 % |
Holzschutz
Ein Überblick bzgl. der Holzschutzmittelauswahl in Abhängigkeit von der Gebrauchsklasse (GK) nach DIN EN 68800 gibt nachfolgende Tabelle.
| GK | Beschreibung der Exposition | Gefährdung / Beanspruchung durch | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Insekten | Pilze | Auswaschung | Moderfäule | ||
| 0 | Innen verbautes Holz, ständig trocken | nein | nein | nein | nein |
| 1 | ja (Iv) | nein | nein | nein | |
| 2 | Holz, das weder dem Erdkontakt noch direkt der Witterung ausgesetzt ist, vorübergehende Befeuchtung möglich | ja (Iv) | ja (P) | nein | nein |
| 3 | Holz der Witterung ausgesetzt, aber nicht im Erdkontakt | ja (Iv) | ja (P) | ja (W) | nein |
| 4 | Holz in dauerndem Erdkontakt oder ständig starker Befeuchtung ausgesetzt | ja (Iv) | ja (P) | ja (W) | ja (E) |
Iv = gegen Insekten vorbeugend wirksam; P = gegen Pilze vorbeugend wirksam; W = witterungsbeständig; E = moderfäulig
Die Tabelle zeigt, dass in GK 0 infolge der nicht vorhandenen Gefährdung durch Insekten oder Pilze der Einsatz von Holzschutzmitteln nicht erforderlich ist. Von GK 1 bis GK 4 steigen die Anforderungen an das Holzschutzmittel stetig an. Detailierte Informationen zum Holzschutz finden Sie im Lexikon.
Je nach Anwendungsfall besteht die Möglichkeit der Holzmodifikation und Hydrophobierung von Brettsperrholz als Alternative zum Holzschutzmitteleinsatz.
CE- und Ü-Kennzeichen
Brettsperrholz gemäß nationaler Zulassung wird mit dem Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen), solches gemäß europäischer Zulassung mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet.
Bei Verwendung von nicht gekennzeichneten Vollholzprodukten für tragende Konstruktionen liegt ein Verstoß gegen das Baurecht vor. Die internationale CE-Kennzeichnung garantiert die Übereinstimmung respektive Konformität mit den bauaufsichtlich eingeführten technischen Regeln. Die Kennzeichnung findet sich auf dem Produkt selbst, dem Warenbegleitschein oder der Verpackung. Sie gibt den Hersteller, die Produktbezeichnung, die Sortierklasse und den Tag der Herstellung an.
Sortier- und Festigkeitsklassen
Brettsperrholz wird vor allem in den Sortierklassen S7 TS und S10 TS, die gemäß DIN EN 1912 den Festigkeitsklassen C16 M bzw. C24 M nach EN 338 zugeordnet werden können.
Quellen
Institut Bauen und Umwelt 2012: EPD nach ISO 14025 und EN 15804 für Brettsperrholz. Deklarationsinhaber: Studiengemeinschaft Holzleimbau e. V.
Holz Lexikon 2003: DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co., Leinefelden Echterdingen. ISBN 3-87181-355-9.
Informationsdienst Holz 2013: Bauen und Leben mit Holz
Informationsdienst Holz 2000: Konstruktive Vollholzprodukte
Die inhaltliche Bearbeitung dieser Seite erfolgt durch das Thünen Institut für Holzforschung
Literaturtipps
Informationsdienst Holz: Bauen mit Brettsperrholz - Tragende Massivholzelemente für Wand, Decke und Dach, Holzbau Handbuch Reihe 4, Teil 6, Folge 1, Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V. (Hrsg.), 4. inhaltlich unveränderte Auflage 08/2016, Wuppertal, (Online-Quelle)
Brettsperrholz (Online-Quelle)
Informationsdienst Holz 2012: Bauen mit Brettsperrholz; Tragende Massivholzelemente für Wand, Decke und Dach, (Online-Quelle)
Institut Bauen und Umwelt 2018: Umwelt-Produktdeklaration nach ISO 14025 und EN 15804 für Brettsperrholz, Deklarationsnummer EPD-SHL-20180035-IBG1-DE, Deklarationsinhaber Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V. und Überwachungsgemeinschaft Konstruktionsvollholz e.V. , Herausgeber und Programmhalter Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU), Ausstellungsdatum 15.10.2018, (Online-Quelle)
Weitere Literaturtipps finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Literaturtipps"
Literaturtipps aktualisiert 2025
Rohstoffe / Ausgangsstoffe
Hauptbestandteile

Durchschnittliche Zusammensetzung nach Funktionen
Nach der Umweltproduktdeklaration des Instituts Bauen und Umwelt (IBU) 2012 für Brettsperrholz liegen die Inhaltsstoffanteile von BSP durchschnittlich bei:
- Nadelholz, vorwiegend Fichte ca. 87,50 %
- Wasser ca. 10,50 %
- Polyurethan (PUR) ca. 0,50 %
- Melamin-Urea-Formaldehyd (MUF) ca. 1,40 %
In sehr geringem Maße kommen auch Emulsion-Polymer-Isocyanat (EPI) (ca. 0,1 %) zum Einsatz.
Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Zusammensetzung nach Rohstoffherkunft
Gewinnung der Primärrohstoffe
Holz
Laut der Bundeswaldinventur 2 (BWI2) bildet die vornehmlich für Brettsperrholz Verwendung findende Fichte mit ca. 47 % fast die Hälfte des potenziellen Rohholzaufkommens bis 2042. Ihr Aufkommen beträgt durchschnittlich 11,1 m³/ha*a und ist somit höher als bei allen anderen Holzartengruppen. Fast 2/3 der Vorkommen liegen in Bayern und Baden Würtemberg. Tannenwälder machen in Deutschland nur 2 % der Waldfläche aus. Das heimische Rohholzaufkommen von ebenfalls vermehrt für Brettsperrholz verwendetem Tannenholz ist demenstprechend gering. Für Brettsperrholz werden - jedoch eher selten - Kiefer und Lärche verwendet.
Allgemeine Informationen zu Waldflächenanteilen und der Gewinnung von Holzrohstoffen in Deutschland finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".
Melamin-Urea-Formaldehyd (MUF)
Verfügbarkeit
Die Auswirkungen der Klimakrise, insbesondere Trockenheit und Schädlingsbefall, haben zu einem Rückgang der Holzvorräte auf das Niveau von 2012 geführt (Vierte Bundeswaldinventur, BWI 2024).
Bei den Nadelbäumen ist ein starker Rückgang bei Kiefern und noch deutlicher bei Fichten zu beobachten. Zuwachs verzeichnen Lärche, Tanne und Douglasie.
Der Holzvorrat aller Nadelbäume beläuft sich auf 2,1 Mrd. m³, davon entfallen auf Kiefer 794 Mio. m³ und auf Fichte 1,015 Mrd. m³. Die Holzvorräte von Douglasie werden mit 94,2 Mio. m³ beziffert, Tannen kommen auf 106 Mio. m³, Lärchen auf 105 Mio. m³.
Sturmwürfe der letzten Jahrzehnte haben insbesondere Fichtenflächen abnehmen lassen. In den ersten fünf Jahren der Prognoseperiode 2003-2042 der BWI2 liegt das Roholzaufkommen (geerntetes und verkauffertiges Holz) von Fichtenholz unter dem laufenden Holzzuwachs, während das Potenzial der Kiefer in selbem Zeitraum höher ist als seine Nutzung.
Die BWI 2 hat für Deutschland zum Stichtag 1. Oktober 2002 einen Vorrat an Nadelholz von 348 m³/ha ermittelt.
Allgemeine Informationen zur Verfügbarkeit von Holzrohstoffen in Deutschland finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".
Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen
Für die Herstellung von Brettsperrholz werden keine Recyclingmaterialen / Produktionsabfälle verwendet.
Landinanspruchnahme (Landuse)
Nadelholzstandorte nehmen in Deutschland knapp 50 % der gesamten 11,5 Mio. ha Waldflächen ein, wobei ca. 21 % mit Fichte und rund 22 % mit Kiefer bestockt sind und etwa 7,5 % auf andere Nadelhölzer entfallen.
In Deutschland nehmen Nadelholzstandorte 58 % der gesamten 11,1 Mio. ha Waldflächen ein, wobei 28 % mit Fichte und 23 % mit Kiefer bestockt sind.
Allgemeine Informationen zu waldbezogener Landnutzung in Deutschland finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".
Umwelt- und Sachbilanzindikatoren für die Rohstoffbereitstellung
Hier finden Sie Tabellen zu Umweltauswirkungen, Ressourceneinsatz und Abfallaufkommen der Rohstoffbereitstellung von 1 m³ Brettsperrholz, berechnet nach DIN EN 15804. Die Ergebnisse wurden der EPD für Brettsperrholz hrsg. vom Institut Bauen und Umwelt (2012, Deklarationsinhaber: Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V.) sowie Rüter & Diederichs (2012) entnommen.
Quellen
Institut Bauen und Umwelt 2012: EPD nach ISO 14025 und EN 15804 für Brettsperrholz. Deklarationsinhaber: Studiengemeinschaft Holzleimbau e. V. http://bau-umwelt.de/hp4083/Vollholzprodukte.htm
Die inhaltliche Bearbeitung dieser Seite erfolgt durch das Thünen Institut für Holzforschung
Herstellung
Prozesskette

Quelle: Rüter & Diederichs 2012
Herstellungsprozess
Für die Herstellung von BSP werden Bretter und Bohlen aus Nadelholz zunächst auf weniger als 15% Holzfeuchte getrocknet, vorgehobelt und nach Festigkeit sortiert. Festigkeitsvermindernde Stellen werden abhängig von der erwünschten Festigkeitsklasse ausgekappt und die so entstandenen Brettabschnitte durch Keilzinkenverbindung zu endlos langen Lamellen verklebt.
Im darauf folgenden Vorhobelprozess werden die Lamellen auf Stärken zwischen 17 mm und 45 mm gehobelt und könne je nach Hersteller mittels Schmalseitenverklebung zu einer Einschichtplatte zusammengefügt werden. Nach der Aushärtung werden die Platten gehobelt, beleimt und kreuzweise angeordnet (vgl. mehrlagige Massivholzplatten) und verpresst.
Einige Hersteller arbeiten ohne Schmalseitenverklebung. Dabei werden die unmittelbar beleimten Lamellen kreuzweise im Pressbett angeordnet und verpresst.
Der Rohling wird nach dem Pressen und Aushärten gehobelt, gefast, abgebunden und verpackt.
Umweltindikatoren / Herstellung
Für die Herstellung von Holzprodukten sind in der ÖKOBAUDAT Ökobilanzergebnisse aus Rüter & Diederichs 2012 zu finden. Sie gehen auf produktionsmengengewichtete Durchschnittsbildungen vieler Werke zurück und beanspruchen so für Deutschland sehr hohe Repräsentativitäten. Erkenntlich sind sie am Datensatztyp „repräsentativ“ und am Zusatz „Durchschnitt DE“ in der Datensatzbezeichnung.
Energieaufwand
Erneuerbare Energieträger werden vornehmlich in Form von Holz zur Erzeugung von Prozesswärme eingesetzt. Nicht erneuerbare Energie wird hauptsächlich zur Stromerzeugung und in Form von Kraftstoffen für die Transportprozesse eingesetzt.
Aufgrund längerer Transportdistanzen ist der nicht erneuerbare Primärenergiebedarf für die Rohstoffanlieferung von Brettsperrholz, wie bei allen Konstruktionshölzern (Balkenschichtholz, Brettsperrholz, Brettschichtholz, KVH®) gegenüber kammergetrocknetem Nadelschnittholz erhöht. Weisen alle Bindemittel beinhaltenden Konstruktionshölzer (KVH®, Brettsperrholz, Brettschichtholz, Balkenschichtholz) einen ähnlich hohen erneuerbaren Energiebedarf auf, so fällt der nicht-erneuerbare Primärenergiebedarf von flächig verleimten Konstruktionshölzern, wie Brettsperrholz wegen des mit ca. 1 % im Vergleich zu KVH® größeren Klebstoffanteils höher aus. Hinzu kommt ein gegenüber KVH® erhöhter Energieaufwand für den flächenhaften Verleimprozess mehrerer Balken.
Hauptsächliche Verwendungen und Typen der zum Einsatz kommenden Primärenergie in der Herstellung von Brettsperrholz
| Primärenergietyp | MJ | Hauptsächliche Verwendung |
|
Erneuerbare Primärenergie |
1927 |
Verbrennung der Reststoffe zur Erzeugung von Trocknungswärme |
|
Nicht-erneuerbare Primärenergie |
2719 |
21 % - Schnittholzvorkette; 11,6 % - PUR Klebstoffe; 9,6 % - Strom egalisieren Prozess; 9, 6% - Strom egalisieren Sonstiges; 6,8 % - Strom Plattenverleim Prozess; 6,1 % - MUF Klebstoff; 4,9 % - Strom Längsverleimen Prozess; 4,4 % - Strom Abbund Prozess; 3,3 % - Werkslogistik; Rest 22,7 % |
| Erneuerbare Sekundärbrennstoffe |
105 |
Verbrennung von Gebrauchtholz zur Erzeugung von Trocknungswärme |
Quelle: Rüter & Diederichs 2012
Charakteristische Emissionen
Bei der Herstellung von Vollholzprodukten treten Emissionen insbesondere bei der Trocknung und bei der Verbrennung von Holz auf. Informationen zu Mengen und Zusammensetzungen jener Emissionen finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Herstellung".
Aufgrund der erhöhten Klebstoffanteile und des für das flächige Verleimen mehrerer Balken höheren Energieaufwands, fallen insbesondere die fossilen Treibhausgasemissionen während der Herstellung von Balkenschichtholz, wie bei allen Klebefugen beinhaltenden Vollholzprodukten gegenüber denen von KVH® und kammergetrocknetem Nadelschnittholz durchschnittlich höher aus (Rüter & Diederichs 2012).
Haupteinflussfaktoren für die drei laut Normierung nach den deutschen Gesamtemissionen (%/100 der deutschen Gesamtemissionen) relevantesten Ökobilanzwirkungsindikatoren in der Produktion von Brettsperrholz (cradle to gate; Module A1-A3 nach DIN EN 15804)
| Indikator | Einheit | Haupteinflussfaktoren während der Produktion (cradle to gate) |
|
Versauerungs- |
[kg SO2‐Äq.] |
44,3 % - Schnittholzvorkette; 10,2 % - Werkslogistik; 10,2 % - Wärmeproduktion; 4,8 % - PUR Klebstoffe; 4,2 % - Rundholzvorkette; 3,7 % - Strom egalisieren Prozess; 3,7 % - Strom egalisieren sonstiges; 2,6 % - Strom Plattenverleim Prozess; 2,5 % - Transport andere; 13,8 % - Rest |
|
Globales Erwärmungs-potenzial - fossil |
[kg CO2-Äq.] |
24,6 % - Schnittholzvorkette; 10,7 % - PUR Klebstoffe; 8,5 % - Strom egalisieren Prozess; 8,5 % - Strom egalisieren sonstiges; 6 % - Strom Plattenverleim Prozess; 5,1 % - MUF Klebstoff; 4,3 % - Strom Längsverleimen Prozess; 4,2 % - Werkslogistik; 3,9 % - Strom Abbund Prozess; 24,2 % - Rest |
| Photosmogbildungs-potenzial |
[kg Ethen‐Äq.] |
55,0 % - Schnittholzvorkette;12,5 % - Prozess Trocknung; 7,1 % - Wärmeproduktion; 6,4 % - Werkslogistik; 3,6 % - PUR Klebstoffe; 2,8 % - Rundholzvorkette; 2,1 % - Zusätze Emissionen vor Ort; 1,3 % - Transport andere; 1,2 % - Strom egalisieren Prozess; 8 % - Rest |
Quelle: Rüter & Diederichs 2012
Maßnahmen Gesundheitsschutz
Grundsätzlich ist bei allen spanabhebenden Bearbeitungsverfahren, z.B. an Holzbearbeitungsmaschinen, Handmaschinen und Handschleifarbeitsplätzen eine Absaugung notwendig. Dabei muss nach dem derzeitigen Stand der Technik eine Konzentration für Holzstaub in der Luft am Arbeitsplatz (Schichtmittelwert) von 2 mg/m³ oder weniger eingehalten werden. Die Konzentration für Holzstaub in der Luft ist auf das unbedingt erforderliche Mindestmaß zu beschränken.
Maschinen und Anlagen, die zu einer erhöhten Isocyanatexposition aus dem PUR-Klebstoff bzw. zu einer ehöhten Formaldehydemission aus den MUF-Klebstoffen führen können, sind vorzugsweise geschlossen auszuführen oder mit Einhausungen und wirksamen Absaugungen auszurüsten. Hierbei sind alle Emissionsquellen zu berücksichtigen. Allgemein ist ein direkter Hautkontakt mit den Klebstoffen zu vermeiden. Die Angaben in Sicherheitsdatenblättern sind zu beachten.
Maßnahmen Umweltschutz
Die im Werk entstehende Abluft muss gemäß der gesetzlichen Bestimmungen gereinigt werden. Es entstehen keine Belastungen von Wasser und Boden. Die Abwässer werden in das lokale Abwassersystem eingespeist.
Flammschutzmittel
Flammschutzmittel dienen der Verringerung der Entzündbarkeit von Holz, Holzwerkstoffen und Holzbauteilen. In den meisten Fällen kann durch ihren Einsatz die Entflammbarkeit von Holzprodukten von normal entflammbar (B2) auf schwer entflammbar (B1) verringert werden.
Weiterführende Informationen zur Anwendung von Flammschutzmitteln im Zusammenhang mit Holzprodukten finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Herstellung".
Transport
Nach einer vier BSP-Werke in Baden Würtemberg, Bayern und Österreich berücksichtigenden Ökobilanzstudie (Rüter und Diederichs 2012) liegt die Transportdistanz der für die Herstellung notwendigen Holzrohstoffe bei etwa 188 km, wobei etwa 35 % der bezogenen Holzrohstoffe aus Deutschland und 56 % aus Österreich stammen.
Weitere, allgemeine Informationen zum Transport von Rundholz finden Sie "Bauprodukte aus Holz, Transport".
Quellen
Institut Bauen und Umwelt 2012: EPD nach ISO 14025 und EN 15804 für Brettsperrholz. Deklarationsinhaber: Studiengemeinschaft Holzleimbau e. V. http://bau-umwelt.de/hp4083/Vollholzprodukte.htm
Die inhaltliche Bearbeitung dieser Seite erfolgt durch das Thünen Institut für Holzforschung
Verarbeitung
Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen
Brettsperrholz kann mit den für die Vollholzbearbeitung üblichen Werkzeugen bearbeitet werden. Um tertiäre Bläue zu vermeiden, ist bei der Lagerung auf trockene Bedingungen zu achten.
Neben der Wahl einer geeigneten Holzart und Holzqualität ist gemäß DIN 68800 Teil 2 & Teil 3 ein vorbeugender baulicher Holzschutz bzw., wenn nicht anders möglich, ein chemischen Holzschutz anzuwenden.
Arbeitshygienische Risiken
Allgemeines
Bei der Verarbeitung ist die Konzentration von Holzstaub in der Luft auf ein Mindestmaß zu beschränken. Mit Holzschutz- oder Flammschutzmitteln behandeltes Brettsperrholz kann borhaltig sein, so dass ihre Stäube beeinträchtigend für die Fortpflanzungsfähigkeit und fruchtschädigend (reproduktionstoxisch) sein können. In diesem Fall ist zur Vermeidung von Gesundheitsschäden während der Bearbeitung geigneter Atemschutz (mindestens Partikelfilter FFP2 nach DIN EN 143) zu tragen.
AGW-Werte
Auf Baustellen sind Absaugemöglichkeiten häufig nicht vorhanden, so dass bei spanabhebenden Arbeiten Holzstaubemissionen auftreten können. Der gesetzlich vorgeschriebene Maximalwert von 2 mg/m³ ist einzuhalten
REACH / CLP
Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.
Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden.
Unbehandelstes Brettsperrholz wird als Erzeugnis eingestuft. Aus diesem Grund ist kein Sicherheitsdatenblatt erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden, was für unbehandeltes Brettsperrholz jedoch entfällt. Je nach Einbausituation möglicherweise eingesetzte Flammschutz- und Holzschutzmittel können jedoch SVHC-haltig sein. Produkt bezogene Informationen hierzu finden sich dann in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) des Herstellers.
Quellen
Informationsdienst Holz 2000: Konstruktive Vollholzprodukte
Holz Lexikon 2003: DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co., Leinefelden Echterdingen. ISBN 3-87181-355-9.
Die inhaltliche Bearbeitung dieser Seite erfolgt durch das Thünen Institut für Holzforschung
Nutzung
Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand
Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum
Nach der Branchen-Umweltproduktdeklaration für Brettsperrholz (IBU 2012) sind nach heutigem Erkenntnisstand keine gesundheitlichen Schäden und Beeinträchtigungen durch die Verwendung Brettsperrholz zu erwarten.
Formaldehyd-Emissionen
Allgemeine Informationen zur Formaldehydemission finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".
Im Hinblick auf Formaldehyd ist Brettsperrholz aufgrund seines Klebstoffgehaltes, seiner Struktur und seiner Verwendungsform emissionsarm.
Mit PUR (Polyurethan)-Klebstoffen oder EPI (Emulsion-Polymer-Isocyanat)-Klebstoffen verklebtes Brettsperrholz weist Formaldehydemissionswerte im Bereich des naturbelassenen Holzes auf (um 0,004 ml/m3).
MDI (Methylendiphenyldiisocyanat)
Eine Abgabe von MDI ist bei mit PUR-Klebstoffen oder EPI-Klebstoffen verklebtem Brettsperrholz im Rahmen der Nachweisgrenze von 0,05 μg/m3 nicht messbar.
VOC-Emissionen
Allgemeine Informationen zu VOC-Emissionen aus Holz und ihrer Gesundheitsrelevanz finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".
Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum
Laut Umweltproduktdeklaration für Brettsperrholz (IBU 2012) entstehen nach heutigem Kenntnisstand keine Gefährdungen für Wasser, Luft und Boden bei bestimmungsgemäßer Anwendung des Produkts.
Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung
Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum
Nach heutigem Erkenntnisstand sind bei sachgerechter Verwendung keine gesundheitlichen Schäden und Beeinträchtigungen durch Brettsperrholz zu erwarten (vgl. EPD für Brettsperrholz, IBU 2012).
Formaldehyd
Die Formaldehydemissionen von Brettsperrholz während der Nutzung sind - wie auch im Neuzustand - sehr gering.
Mit MUF-Klebstoffen verklebtes BSP gibt nachträglich Formaldehyd ab. Gemessen am Grenzwert der Chemikalienverbotsverordnung von 0,1 ml/m³ sind
die Werte nach Prüfung (DIN EN 717-1) als niedrig einzustufen. Es ergeben sich im Mittel Emissionen um 0,04 ml/m³. Sie können in Einzelfällen bis etwa 0,06 ml/m³ betragen.
MDI (Methylendiphenyldiisocyanat)
Aufgrund der hohen Reaktivität des MDI gegenüber Wasser (Luft- und Holzfeuchte) ist davon auszugehen, dass mit PUR-Klebstoffen oder EPI-Klebstoffen verklebtes BSP bereits kurze Zeit nach Herstellung und somit auch während der Nutzung eine Emission vom MDI im Bereich des Nullwertes aufweist.
VOC
Allgemeine Informationen zu VOC-Emissionen aus Holz und zur Gesundheitsrelevanz finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".
Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum
Nach heutigem Erkenntnisstand sind keine Gefährdungen für Wasser, Luft und Boden bei bestimmungsgemäßer Anwendung des Produkts zu erwarten (vgl. EPD für Brettsperrholz, IBU 2012).
Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall
Brandfall
Im Brandfall verhält sich Brettsperrholz nicht tropfend. Die Toxizität der Brandgase entspricht der von naturbelassenem Holz. Bei Verwendung von Holzschutzmitteln (verlinken) können gefährliche Gifte freigesetzt werden. Unbehandeltes Brettsperrholz ist den Brandklassen B2 (nach DIN 4102-1), d.h. normalentflammbar und D-d0 (nach DIN EN 13501-1) zugeordnet. Nach DIN 4102-4 liegt die rechnerische Abbrandrate von vornehmlich für Brettsperrholz verwendetem Nadelholz bei 0,8 mm/min.
Weitere, allgemeine Informationen zum Brandverhalten von Holzkonstruktionen finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".
Wassereinwirkung
Generelle Hinweise zu temporärer Wassereinwirkung und Tauwasserbefall von Holz finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".
Tertiäre Bläue
Bei Bläue handelt es sich um eine bläuliche, blaugraue Verfärbung von Holz, die durch bestimmte Pilzarten hervorgerufen wird. Sie kommt bevorzugt auf Nadelhölzern, insbesondere auf Kiefer vor, während sie auf Laubhölzern vergleichsweise selten zu finden ist. Von tertiärer Bläue ist die Rede, wenn bereits getrocknetes Holz wieder feucht wird und die mit dem Wasser eingetragen Bläueerreger noch vorhanden sind, erneut anfangen zu wachsen, was auch während Wassereinwirkung in der Nutzungsphase passieren kann.
Bläuepilze selbst zerstören das Holz nicht, d.h. die Festigkeit und tragenden Eigenschaften des Holzes werden durch die Bläue nicht wesentlich beeinträchtigt. Dennoch sind sie ein Indikator für hohe Feuchtigkeit, was bedeutet, dass auch andere Holzschädlinge wie z. B. Porlinge, Blättlinge oder Schwämme ein gutes Wachstumsklima vorfinden, deren Befall das Holz schädigen kann.
Beständigkeit Nutzungszustand
Die Gebrauchsdauer von Holz und Holzprodukten bzw. deren Verwendbarkeit wird maßgeblich durch deren natürliche Dauerhaftigkeit sowie der Gebrauchsklasse, in der das Holzprodukt eingesetzt werden soll, bestimmt. Informationen hierzu finden Sie unter dem Lexikoneintrag Holzschutz.
BSP entspricht in den Komponenten und in der Herstellung Brettschichtholz (BS-Holz) BS-Holz wird seit mehr als 100 Jahren eingesetzt. Bei bestimmungsgerechter Verwendung ist kein Ende der Beständigkeit bekannt oder zu erwarten.
Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.
→ Datenbank als PDF
Dauerhaftigkeit nach DIN EN 350-2
Dauerhaftigkeit gegenüber holzzerstörenden Pilzen
Hinsichtlich der natürlichen Dauerhaftigkeit gegen holzzerstörende Pilze ist die vorwiegend zur Herstellung von Brettsperrholz verwendeten Holzarten Fichte und Tanne als wenig dauerhaft (Klasse 4) eingestuft. Ebenfalls zum Einsatz kommende Kiefern und Lärchen sind als wenig bis mäßig dauerhaft eingestuft (Klassen 3-4).
Dauerhaftigkeit gegenüber Hausbock, Gemeinem Nagekäfer, Bohrkäfer und aschgrauem Abendbock
Gegenüber Käferbefall sind Fichten- und Tannenhölzer der Klasse SH (auch das Kernholz ist als anfällig bekannt) zugeordnet. Ebenfalls - aber seltener - verwendete Kiefern- und Lärchenhölzer fallen in die Klasse S (anfällig).
Nach DIN EN 335-2 ist das Risiko für holzzerstörende als auch holzverfärbende Pilze bei Vollholz in Gebrauchsklasse (GK) 1 nach DIN EN 68800 allerdings unbedeutend. Von GK 2 bis GK 5 steigt das Risiko an. Das Risiko eines Insektenbefall tritt ab GK 1 bis GK 5 mit ansteigender Wahrscheinlichkeit auf.
Instandhaltung
Die möglichen Instandhaltungsmaßnahmen variieren je nach Anwendungsfall im Innen- oder Außenraum.
Allgemeine Informationen zur Instandhaltung von Holzprodukten im Baubereich finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".
Quellen
Institut Bauen und Umwelt 2012: EPD nach ISO 14025 und EN 15804 für Brettsperrholz. Deklarationsinhaber: Studiengemeinschaft Holzleimbau e. V. http://bau-umwelt.de/hp4083/Vollholzprodukte.htm
Die inhaltliche Bearbeitung dieser Seite erfolgt durch das Thünen Institut für Holzforschung
Nachnutzung
Rückbau – Verfahren
Die Art der Verbindung spielt eine entscheidende Rolle dabei, ob Holzbauteile ohne Schäden demontiert werden können. Es ist daher wichtig, dass bereits in der Planung auf lösbare Verbindungen geachtet wird. Zimmermannsmäßige Verbindungen und Verbindungen mit metallischen Verbindungsmitteln haben hier einen klaren Vorteil gegenüber rein geklebten Verbindungen. Unter den zimmermannsmäßigen Verbindungen und den metallischen Verbindungsmitteln ist wiederum eine große Bandbreite an möglichen Verbindungen zu finden, die sich unterschiedlich gut demontieren lassen. So ist die Demontage von Nagelplatten schwierig und das Holz wird beim Lösen mit großer Wahrscheinlichkeit beschädigt. Die Demontagefreundlichkeit von Passbolzenverbindungen ist dagegen hoch[1]. Generell gilt: Die Befestigungen sollten gut zugänglich und dokumentiert sein.
Gemäß Gewerbeabfallverordnung ist Holz getrennt zu sammeln. Der dafür erforderliche selektive Rückbau von Holz und Holzwerkstoffen ist bei mechanischer Befestigung problemlos möglich. Verklebte oder beschichtete Platten erschweren die Demontage auch hierfür erheblich.
Rückbau – Umwelt- und Gesundheitsrisiko
Beim Rückbau sind – unter Beachtung der jeweiligen Einbausituation und möglicher Holzstaubemission – keine baustoffspezifischen Risiken für Umwelt und Gesundheit zu erwarten.
Altholzverordnung
Die Altholzverordnung (AltholzV)[4] legt Anforderungen an die stoffliche und energetische Verwertung sowie die Beseitigung von Altholz fest. Unter Altholz fallen Industrie- und Gebrauchtholz aus Massivholz, Holzwerkstoffen oder Verbundstoffen mit einem überwiegenden Holzanteil (mehr als 50 % M%).
Die Altholzverordnung teilt Altholz in folgende Kategorien ein:
|
A I |
Naturbelassenes oder nur mechanisch bearbeitetes Altholz, das bei seiner Verwendung nicht mehr als unerheblich mit holzfremden Stoffen verunreinigt wurde. |
|
A II |
Verleimtes, gestrichenes, beschichtetes, lackiertes oder anderweitig behandeltes Altholz ohne halogenorganische Verbindungen in der Beschichtung und ohne Holzschutzmittel |
|
A III |
Altholz mit halogenorganischen Behandlungen in der Beschichtung ohne Holzschutzmittel. |
|
A IV |
mit Holzschutzmitteln1 behandeltes Altholz, wie Bahnschwellen, Leitungsmasten, Hopfenstangen, Rebpfähle, und sonstiges Altholz, das wegen seiner Schadstoffbelastung nicht den Altholzkategorien A I, A II oder A III zugeordnet werden kann. Ausgenommen ist PCB-Altholz2 |
1 Unter den Begriff Holzschutzmittel fallen in der Verordnung Stoffe mit biozider Wirkung gegen Holz zerstörende Insekten oder Pilze sowie Holz verfärbende Pilze, sowie Stoffe zur Herabsetzung der Entflammbarkeit.
2 Altholz, das polychloriertes Biphenyl (PCB) im Sinne der PCB/PCT-Abfallverordnung ist und nach deren Vorschriften zu entsorgen ist, insbesondere (alte) Dämm- und Schallschutz-platten. Die Verwendung von PCB/TCB wurde in Deutschland 1989 mit wenigen Ausnahmen verboten.
Unter stoffliche Verwertung von Altholz fallen gemäß AltholzV:
- Aufbereitung von Altholz zu Holzhackschnitzeln und Holzspänen für die Herstellung von Holzwerkstoffen,
- Gewinnung von Synthesegas zur weiteren chemischen Nutzung und
- Herstellung von Aktivkohle/Industrieholzkohle
Wiederverwendung
Unbeschädigte Vollholzprodukte und Holzwerkstoffe lassen sich nach selektivem Rückbau wiederverwenden. Ein guter Zustand und die Überwindung gesetzlicher Hürden vorausgesetzt, können sie wieder in der gleichen Funktion Anwendung finden. Eine Alternative ist der Einsatz in anderen, meist weniger anspruchsvollen Funktionen (z.B. ehemalige Holztragkonstruktionen als Bauholz ohne tragende Zwecke oder im Garten- und Landschaftsbau).
Im privaten Bereich ist die Wiederverwendung von Gebrauchtholz gängig, im professionellen Bereich werden vielmehr Nischenmärkte wie der Erhalt und die Rekonstruktion historischer Gebäude bedient oder Holzbauteile auf den Baustellen direkt bis zum endgültigen Verschleiß als Bauhölzer, d.h. im Schalungsbau, oder bei fliegenden Bauten weiterverwendet[2]. Aber auch im professionellen Bereich gibt es Unternehmen, die sich auf die generelle Rücknahme von Gebrauchtholz in gutem Zustand spezialisiert haben[3].
Zu den vorbereitenden Tätigkeiten für die Wiederverwendung zählen Reinigung, Sägen, Hobeln und Schleifen. Professionelle Altholzaufbereiter teilen das gewonnene Altholz wie die klassischen Sägereien in unterschiedliche Produkte ein (Balken, Bretter, Kantholz, etc.). Die nicht wiederverwendbaren Bestandteile werden thermisch oder stofflich verwertet. Eine Herausforderung beim Wiederverwenden von Gebrauchtholz stellen Nägel dar, welche vor der Bearbeitung sorgfältig entfernt oder eingetrieben werden müssen. Nagelfreiheit gibt es in drei Stufen: „Auf Sicht entnagelt“, „Komplett entnagelt“ und „Garantiert entnagelt“.
Sammel- und Rücknahmesysteme
Gemäß Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV)[5] ist Holz getrennt zu sammeln, zu befördern und vorrangig der Vorbereitung zur Wiederverwendung oder dem Recycling zuzuführen. Laut Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft [6] konnte die getrennte Sammlung seit Einführung der neuen Gewerbeabfallverordnung tatsächlich weiter gesteigert werden. Altholz fällt außerdem als Teil der Sperrmüllsammlung an (2,5 Millionen Tonnen Sperrmüll 2018). Je nach regionalem Entsorgungskonzept bestehen bis zu 50 % des Sperrmülls aus Holz, von dem etwa die Hälfte separiert und stofflich verwertet oder wiederverwendet werden kann[8].
Damit Altholz möglichst hochwertig verwertet oder wiederverwendet werden kann, muss es vorher sortiert und aufbereitet werden. Verschiedene Forschungsprojekte arbeiten daran, durch automatisierte Sortierung die Materialeffizienz signifikant zu verbessen. Zum Beispiel sollen spektrale Bildanalysen zukünftig die Größe und Form von Spänen erfassen, Fremdstoffe und Verunreinigungen im Altholz erkennen und die Holzart bestimmen [7] oder die Kombination von Künstlicher Intelligenz und Bildverarbeitung den Anteil des positiv heraussortierten Holzes erhöhen und gleichzeitig den Sortieraufwand senken [8].
Faserplatten eignen sich aufgrund ihrer Zusammensetzung aus Holzfasern nicht für die Aufbereitung zu Spanplatten (AltholzV, §2, 7a). Sie müssen getrennt gesammelt werden, um ein Recycling zu ermöglichen. Einige Hersteller haben daher eigene Rücknahmesysteme aufgebaut.
Stoffliche Verwertung
Closed Loop (CL)
Vollholzprodukte können in Stäbe oder Lamellen zerteilt werden, welche zum Beispiel in der Mittellage von Holzwerkstoffplatten eingesetzt werden können. Diese Form des Recyclings und weitere hochwertige Recyclingverfahren werden aktuell im Projekt TimberLoop[9] untersucht. Das aufbereitete Altholz soll für die Mittellagenstäbe von Mehrschichtparkett eingesetzt werden. Neben den Anforderungen hinsichtlich Schad- und Störstofffreiheit, müssen dafür auch die Holzqualität und Verklebungseigenschaften des Altholzes geeignet sein.
Ein Forschungsprojekt an der TU Kaiserslautern beschäftigt sich mit Verwertungsmöglichkeiten von Brettsperrholzverschnitt [10]. In der Produktion von Brettsperrholzbauteilen fallen ca. 10 bis 20 % Verschnitt an, unter anderem aus den nicht vermeidbaren Tür- und Fensterausschnitten. Diese Restplatten können über Federn aus Buchen-Furnierschichtholz verzahnt werden. Die ineinandergreifende Anordnung der Fremdfedern erzeugt einen Keileffekt, der die Stöße formschlüssig verschließt. Durch den Verzicht auf Verbindungsmittel aus Stahl können die Halbfertigteile wie Vollholz verarbeitet werden. Die Bauteile können als tragende oder aussteifende Wände eingesetzt werden. Für den Einsatz als Deckenelement müssen sie zusätzlich mit einer Lage Vollholzbretter verleimt oder mit einer Balkendecke kombiniert werden. Dieses Verfahren könnte analog auf nicht verunreinigtes gebauchtes Brettsperrholz angewandt werden.
Chemisches Recycling
A IV-Hölzer werden nicht mehr werkstofflich verwertet. Die Altholzverordnung erlaubt lediglich den Einsatz zur Gewinnung von Synthesegas für die weitere chemische Nutzung oder zur Herstellung von Aktivkohle/Industriekohle. Diese Möglichkeit wird derzeit in Deutschland nicht praktiziert (zumindest nicht im nennenswerten Ausmaß). In der Praxis werden sie der Verbrennung zugeführt.
In einem Forschungsprojekt im Rahmen der Förderinitiative „KMU-NetC“ des Bundesforschungsministeriums entwickeln drei Unternehmen und Forschungsinstitute zusammen ein industriell einsetzbares Bioraffinerieverfahren. Aus den Polysacchariden im Altholz sollen dabei unter anderem Ausgangsstoffe für die Herstellung von Biokunststoffen gewonnen werden.[11]
Sonstige stoffliche Verwertung als Bioabfall gemäß BioAbfV (Kompostierung)
Gemäß BioAbfV / Anhang 1 Nummer 2 sind nachwachsende Rohstoffe geeignete biologisch abbaubare Materialien, die für eine gemeinsame Behandlung mit Bioabfällen und für die Herstellung von Gemischen mit Bioabfällen geeignet sind.
Holzwolle, Sägemehl und Sägespäne, die bei der Bearbeitung von unbehandeltem Holz anfallen oder aus dabei anfallenden Abfällen hergestellt werden (Abfallschlüssel 03 01 05), gehören außerdem zu den für eine Verwertung auf Flächen geeigneten Bioabfällen gemäß BioAbfV / Anhang 1 Nummer 1. Sie sind im Rahmen einer Kompostierung so zu zerkleinern oder der Kompost so abzusieben, dass im Kompost keine stückigen Materialien über 40 mm (Siebmaschenweite) enthalten sind.
Baustellenabfälle aus unbehandeltem Holz können Verunreinigungen oder Zusatzstoffe enthalten, welche die biologische Abbaubarkeit einschränken oder eine Verunreinigung des Komposts bewirken. Damit unterliegen Abfälle aus Holz, selbst wenn es unbehandelt ist, nicht pauschal der Positivliste des Anhangs 1 der BioAbfV. Solche Materialien können ggf. im Einzelfall geprüft und genehmigt werden (§ 3 Abs. 4 BioAbfV: "Einzelfallgenehmigung durch zuständige Behörde"). Diese Möglichkeit wird derzeit in Deutschland nicht praktiziert (ist auch nicht absehbar).
Recycling (RC) in der Spanplattenindustrie
Die stoffliche Verwertung von Altholz findet vorwiegend in der Spanplattenindustrie statt. Das Altholz wird dabei zu Holzspäne aufbereitet und gemeinsam mit den Primärholzspäne verarbeitet. Metallische Verunreinigungen wie Nägel werden (über Magnetabscheider in Hammermühlen etc.) abgetrennt und an Metallaufbereiter weiterverkauft. Altholz aus Vollholz und vielen anderen Holzwerkstoffen eignet sich dafür. Nicht geeignet sind faserige Holzwerkstoffe (HDF, MDF, Holzfaser).
A I- und A II-Hölzer sind für die Verwertung in der Holzwerkstoffindustrie uneingeschränkt zulässig (Anhang I der AltholzV), solange sie die in Anhang II der AltholzV genannten Grenzwerte für ausgewählte Schwermetalle (Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Quecksilber), Halogene (Chlor, Fluor) und halogenorganische Verbindungen (Pentachlorphenol, Polychlorierte Biphenyle) nicht überschreiten. Bei A III-Hölzern müssen vor einer stofflichen Verwertung die halogenhaltigen Lackierungen und Beschichtungen entfernt werden. Das wird aus wirtschaftlichen Überlegungen meist nicht gemacht. Für die Aufbereitung von A III Hölzern gibt es in Deutschland daher nur eine Anlage. A IV- und PCB-belastete Althölzer sind nicht zulässig.
Als Störstoffe gelten gemäß Altholzverordnung: anorganische oder organische holzfremde Stoffe, insbesondere Bodenmaterial, Steine, Beton, Metallteile, Papier, Pappe, Textilien, Kunststoffe oder Folien, die dem Altholz anhaften, beigemengt oder mit diesem verbunden sind, soweit diese die Verwertung behindern.
Altholz kann außer in der Spanplattenindustrie auch bei der Herstellung anderer Holzwerkstoffe wie MDF-Platten und Holzwolleplatten eingesetzt werden.
Deponierung
Die Beseitigung von Abfällen aus Holz und Holzwerkstoffen auf einer Deponie ist nicht zulässig und findet dementsprechend kaum statt (0,3 % der Gesamtaufkommens 2020).
EAK-Abfallschlüssel für Holzbaustoffe
siehe auch Lexikon / Abfallschlüssel
|
Abfallschlüssel |
Abfallbezeichnung |
|
17 02 |
Holz, Glas und Kunststoff |
|
17 02 01 |
Holz |
|
17 02 04* |
Glas, Kunststoff und Holz, die gefährliche Stoffe enthalten oder durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind |
|
17 09 |
Sonstige Bau- und Abbruchabfälle |
|
17 09 02* |
Bau- und Abbruchabfälle, die PCB enthalten (z. B. PCB-haltige Dichtungsmassen, PCB-haltige Bodenbeläge auf Harzbasis, PCB-haltige Isolierverglasungen, PCB-haltige Kondensatoren) 1) |
1) Bau- und Abbruchabfälle, die PCB-haltige Farbanstriche enthalten (nur für Bauprodukte aus Holz im Bestand)
Quellen
Fortentwicklung und Evaluierung des BNB-Kriteriensteckbriefs 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung. Forschungsprogramm. Anlage 4 Nachnutzung von Baustoffen. Hildegund Figl, Maria Fellner, Caroline Thurner. IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie GmbH, Wien. Zukunft Bau, Aktenzeichen SWD 10.08.17.7-20.36 (ID 88). Berichtsdatum: 31. Januar 2024. (Online-Quelle)
[1]Kromoser Benjamin, Reichenbach Sara, Camargo Ingrid, Hölzl Johann: Erhebung der Kreislauffähigkeit von aktuellen Verbindungsmitteltypen im konstruktiven Holzbau und notwendige Weiterentwicklungen. Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Hochbau, Holzbau und kreislaufgerechtes Bauen (IHB); in Auftrag gegeben von Fachverband der Holzindustrie. Forschungsbericht, ohne Datum. (Online-Quelle)
[2]Mettke et al.: Instrumente zur Wiederverwendung von Bauteilen und hochwertigen Verwertung. Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit von Baustoffen TEXTE 93/2015. Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau, 2015.
[3]Altholz by Knapp (Online-Quelle), Zugriff im April 2021
[4]Verordnung über Anforderungen an die Verwertung und Beseitigung von Altholz (Altholzverordnung - AltholzV) vom 15.08.2002, zuletzt geändert 19.6.2020
[5]Verordnung über die Bewirtschaftung von gewerblichen Siedlungsabfällen und von bestimmten Bau- und Abbruchabfällen (Gewerbeabfallverordnung - GewAbfV) vom 18. April 2017 (BGBl. I S. 896), die durch Artikel 2 Absatz 3 des Gesetzes vom 5. Juli 2017 (BGBl. I S. 2234) geändert worden is
[6]Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft 2024. (Online-Quelle)
[7]Fagus-GreCon Greten GmbH und Co KG: Verbundvorhaben: Verbesserung der stofflichen Holznutzung durch Einsatz von Hyperspektralanalyse; Teilvorhaben 1: Integration der Hyperspektraltechnologie in ein laserbasiertes Spanvermessungssystem - Akronym: Hyper-Altholz. (Online-Quelle), zuletzt abgerufen am 20.11.2023)
[8]Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB): Verbundvorhaben: Altholzgewinnung aus Sperrmüll durch künstliche Intelligenz und Bildverarbeitung im VIS-, IR- und Terahertz-Bereich; Teilvorhaben 1: Erkennung von Holz und Holzwerkstoffen in Sperrmüll mittels Farbbildverarbeitung und bildgebender NIR-Spektroskopie - Akronym: ASKIVIT. (Online-Quelle), zuletzt abgerufen am 20.11.2023
[6]TimberLoop, Aus dem Bauwesen, für das Bauwesen – Grundlagen zur Kreislauffähigkeit von Holz. (Online-Quelle), Zugriff im Sept 2022)
[10]Krötsch Stefan, Graf Jürgen, Poteschkin Viktor: Was tun mit dem Brettsperrholzverschnitt? Forschungsprojekt an der TU Kaiserslautern, erschienen in Zuschnitt 75 Potenzial Holz, September 2019. (Online-Quelle), zuletzt abgerufen am 20.11.2023
[11]BaunetzWissen: Holzrecycling (Online-Quelle)

