Produktgruppeninformation |
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Referenz |
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BegriffsdefinitionDie Bauproduktgruppe Verglasungen behandelt Bauglas mit dem Verwendungszweck Raumabschluss / Fenster. |
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Wesentliche BestandteileKalk-Natronsilicat-Glas besteht aus den Rohstoffen Quarzsand, Soda, Kalkstein und Dolomit und zeichnet sich durch gute Lichtdurchlässigkeit und eine glatte, porenfreie Oberfläche aus. Die im Quarzsand meist vorhandenen Spuren an Eisenoxid bewirken die grüne Eigenfarbe der Gläser, welche vor allem bei Glasscheiben stärkerer Dicke bemerkbar wird. |
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CharakteristikGlas ist eine erstarrte, unterkühlte Flüssigkeit. Es hat keinen Schmelzpunkt, sondern geht bei Erwärmung kontinuierlich von einem festen Zustand in den plastisch-viskosen und später in den flüssigen Zustand über, ohne seine Struktur zu verändern. Transparenz Kennzeichnung der Transparenz: Lichtdurchlässigkeit TL (siehe Technische Daten) Festigkeit Beständigkeit |
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Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und GesundheitsrelevanzGlas ist ein Baustoff, dessen Einsatz im Hochbau unverzichtbar ist. Die Verglasung einer Fassade versorgt den Innenraum mit Tageslicht und stellt die optische Verbindung zum Außenraum her. Glas kann ohne wesentlichen Qualitätsverlust beliebig oft eingeschmolzen werden. Das Closed Loop Recycling von Verglasungen aus Abbruchabfällen zu Neuverglasung stellt wegen der Vermischungen und Verunreinigungen auf der Baustelle aber immer noch die Ausnahme dar. Weitere Recyclingmöglichkeiten für Abbruchabfälle bestehen in der Dämmstoffindustrie (Glaswolle, Schaumglas), wobei auch hier meist definierte, saubere Scherben aus der glasverarbeitenden Industrie bevorzugt werden. Das Recycling zu Behälterglas ist ebenfalls möglich und wird für knapp die Hälfte aller Flachglasscherben praktiziert. |
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Anwendungsbereiche (Besonderheiten)Kalk-Natronsilicat-Glas: Float-, Ornament-, Pressglas, Glasfaser, Dämmstoffe aus Glas Ca. 15 - 25% der Flachglasproduktion werden für die Fahrzeugproduktion eingesetzt. |
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EinteilungssystematikGlas wird nach seinem Verwendungszweck, der geometrischen Form und der Fertigungstechnologie unterschieden. Die DIN EN 572 – Glas im Bauwesen – stellt die Eigenschaften der unterschiedlichen Gläser dar.
Des Weiteren ist es möglich Gläser nach Ihrem Wärmedurchgangskoeffizienten U, dem Gesamtenergiedurchlassgrad g und ihrer Lichtdurchlässigkeit τ zu differenzieren. Einteilung der Bauproduktgruppe Verglasungen in WECOBIS |
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BeschreibungssystematikIn den vorliegenden Produktgruppen sind verschiedene gängige Glasarten mit ihren spezifischen Eigenschaften beschrieben. Die in WECOBIS gewählte Einteilung nach Basisgläsern und Funktionsgläsern soll es ermöglichen, Informationen zu unterschiedlichen Glaskombinationen zusammenzustellen. |
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Scholz, Hiese: Baustoffkenntnis S. 118-121, 16. Auflage, Werner Verlag, Köln 2007. Zellweger, C. et al; Schadstoffemissionsverhalten von Baustoffen. Methodik und Resultate; 1995; Bundesamt für Energiewirtschaft; Zürich |
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Risikobetrachtung Lebenszyklusphasen |
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Planungs- und Ausschreibungshilfen |
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Umweltdeklarationen |
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Bewertungssystem |
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Technisches |
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Literaturtipps |
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Rohstoffe / Ausgangsstoffe |
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Herstellung |
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Verarbeitung |
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Nutzung |
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Nachnutzung |
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Rückbau – VerfahrenDer Rückbau der Verglasungen erfolgt in der Regel gemeinsam mit dem gesamten Element (Fenster, Tür, ...). Die Elemente werden ausgebaut und das Glas von Rahmen, Dichtungen und Beschlägen getrennt. Rückbau – Umwelt- und GesundheitsrisikoBeim Rückbau von Verglasungen sind – unter Beachtung des Arbeitsschutzes – keine baustoffspezifischen gesundheitlichen Risiken zu erwarten. |
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WiederverwendungWerden die Anforderungen des neuen Anwendungsbereichs erfüllt, ist die Wiederverwendung von ausgebauten Fenstern (Rahmen und Verglasung) möglich und wurde in einzelnen Projekten bereits umgesetzt. Der zerstörungsfreie Ausbau und die anschließende Wiederverwendung der Verglasung selbst ist grundsätzlich ebenfalls möglich, stellt aber noch mehr Herausforderungen (z.B. Abmessungsänderungen bei Isolierglas nicht möglich). Für spezifische Glasanwendungen im Altbau gibt es eine hohe Nachfrage auf Marktbörsen nach speziellen Gläsern (Ornamentgläser, geritzte Gläser, Kastenfenster inkl. Verglasungen, …). |
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Sammel- und RücknahmesystemeFür Flachglasabfälle, die in der glasverarbeitenden Industrie anfallen, gibt es in Deutschland ein flächendeckendes Sammel-, Aufbereitungs- und Verwertungsnetz. Zahlreiche Flachglas-Großhändler nehmen Altglas ihrer Kunden zurück und führen es zusammen mit ihrem eigenen Altglas der Verwertung zu. Bau- und Abbruchabfälle aus Glas (Abfallschlüssel 17 02 02) sind in Deutschland nach Maßgabe der Gewerbeabfallverordnung 2017 grundsätzlich getrennt zu sammeln, zu befördern und vorrangig der Vorbereitung zur Wiederverwendung oder dem Recycling zuzuführen. Zwischen verschiedenen Glastypen (beschichteten und unbeschichteten Gläsern, Verbundsicherheitsgläsern, etc.) muss in swb Glassortiermulden nicht unterschieden werden. Closed-Loop-Recycling wird dadurch erheblich erschwert. Wenn die Getrenntsammlung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist (§8 Absatz 2 der Gewerbeabfallverordnung), darf Glasabfall weiterhin in den gemischten Bau- und Abbruchabfall verfrachtet werden. Dieser Glasabfall ist in der Regel für hochwertiges Recycling verloren. Bei Sanierungen werden auf der Baustelle häufig die gesamten Fenster und Türen erfasst und erst im Unternehmen in die Bestandteile getrennt und dem jeweiligen Verwertungsverfahren zugeführt. Einzelne Flachglashersteller und Glas-Recycling-Unternehmen haben Sammel- und Rücknahmesysteme ins Leben gerufen, die sich auch auf Sanierungs- und Rückbauprojekte erstrecken. |
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Stoffliche VerwertungClosed Loop (CL)Glas kann ohne wesentlichen Qualitätsverlust beliebig oft eingeschmolzen werden. Der Einsatz von Glasscherben reduziert den Energiebedarf für die Glasherstellung um rund 3 % je 10 % Scherbeneinsatz und senkt damit deren CO₂-Emissionen. Eigenscherben werden daher bereits heute nahezu vollständig recycelt. Der durchschnittliche Scherbenanteil in den Schmelzwannen der Floatglasherstellung liegt nach Herstellerangaben bei ca. 30 Gew.-%. Technisch möglich wäre ein Recyclatanteil von 60 - 75 Gew.-%. Neben Eigenscherben (eigene Produktionsabfälle und Scherben aus angeschlossenen Glasveredelungsbetrieben) kommen Fremdscherben, die von Flachglasrecyclern zugekauft werden zum Einsatz. Dieses Sekundärmaterial stammt überwiegend aus dem pre-consumer Bereich. Während für Rezyklate in der Behälterglasproduktion klar definierte Grenzwerte existieren (Standardblatt T120 Leitlinie Qualitätsanforderungen an Glasscherben zum Einsatz in der Behälterglasindustrie), fehlen derzeit noch entsprechende Leitlinien für die Floatglasherstellung. Diese Spezifikationen werden daher individuell festgelegt. Die Grenzwerte liegen dabei deutlich niedriger als jene der Behälterglasindustrie. Vergleichsweise unproblematische Stör- und Fremdstoffe sind:
Problematische Stör- und Fremdstoffe sind:
Das technische Optimierungspotenzial der Aufbereitung selbst gilt als weitgehend ausgeschöpft, da in der Glasbranche bereits hochspezialisierte Trenntechniken eingesetzt werden; Verbesserungen werden daher vor allem in der Rückbau-Logistik gesehen. Die wesentliche Voraussetzung für ein hochwertiges Closed-Loop-Recycling von Bauglas ist eine getrennte und möglichst sortenreine Erfassung auf der Baustelle. Zudem sollte Glasbruch möglichst vermieden werden, da größere Scherben leichter sortiert und hochwertig recycelt werden können. Recycling zu anderen GlasproduktenDas Closed Loop Recycling von Abbruchgläsern zu Neuverglasungen stellt noch immer die Ausnahme dar. Beispiele für Recyclingmöglichkeiten von Flachglasabfällen (auch aus Rückbau) für die Herstellung anderer Baustoffe sind Glassteine, Glasfasern oder Schaumglas, wobei auch hier meist definierte, saubere Scherben aus der glasverarbeitenden Industrie bevorzugt werden. Das Recycling von Flachglasscherben in Behälterglas ist ebenfalls problemlos möglich. Sonstige stoffliche VerwertungBeispiele für sonstige stoffliche Verwertungsmöglichkeiten von Flachglasabfällen (auch aus Rückbau) sind: Füllmaterial für reflektierende Anstriche, fein gemahlenes Glaspulver zur Ziegelporosierung / Perliteherstellung / als Zusatz für bestimmte Lacke und zementgebundene Beschichtungen, Schmirgelpapier. |
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VerbrennungGlas hat als mineralischen Rohstoff keinen Heizwert. |
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DeponierungDie Glassortierung auf der Baustelle wird nur bei wirtschaftlich vertretbarem Aufwand gefordert. Wenn der wirtschaftliche Aufwand zu hoch ist (v.a. bei kleineren Abriss- oder Rückbauprojekten), darf Glas nach wie vor gemeinsam mit Baurestmassen oder –mischgut gesammelt und anschließend deponiert werden. Baugläser ohne größerer Gewichtsanteile an Beschichtungen und Verbundanteilen (Folien, Randverbund usw.) können auf Inertstoffdeponien abgelagert werden. |
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QuellenBBSR (Hrsg.): Fortentwicklung und Evaluierung des BNB-Kriteriensteckbriefs 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung. Forschungsprogramm. Anlage 4 Nachnutzung von Baustoffen. Autorinnen: Hildegund Figl, Maria Fellner, Caroline Thurner. IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie GmbH, Wien. Zukunft Bau, Aktenzeichen SWD 10.08.17.7-20.36 (ID 88). Berichtsdatum: 31. Januar 2024. (Online-Quelle) BBSR (Hrsg.): Materialströme im Hochbau: Potenziale für eine Kreislaufwirtschaft. Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR); Zukunft Bauen: Forschung für die Praxis, Band 06, Bonn, 2017 Bundesverband Flachglas (Hrsg.): 12 Fakten zum Flachglasrecycling. (Online-Quelle) ift Rosenheim: Recycling von Flachglas im Bauwesen – Analyse des Ist-Zustandes und Ableitung von Handlungsempfehlungen. Bearbeiter: Ansgar Rose, Norbert Sack (ift); Klemens Nothacker, Andrea Gassman (Fraunhofer ISC). Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung F 3203; Fraunhofer IRB Verlag, 2020 Umweltbundesamt (Hrsg.): Factsheet Flachglas. Stand 15. Mail 2019. (Online-Quelle) Umweltbundesamt (Hrsg.): Prüfung möglicher Ansätze zur Stärkung des Recyclings, zur Schaffung von Anreizen zur Verwendung recycelbarer Materialien und zur verursachergerechten Zuordnung von Entsorgungskosten im Bereich der Bauprodukte. Autoren: Potrykus, Zotz, Aigner, Thome, Leiss, et al. Januar 2021. (Online-Quelle)
Nachnutzung aktualisiert 2026 |

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