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Begriffsdefinition

Schaumglas ist ein aus silikatischem Glas durch Zugabe von Treibmitteln (Kohlenstoffpulver) werksmäßig aufgeschäumter, geschlossenzelliger Dämmstoff und gehört unter den anorganischen Dämmstoffen zur Gruppe der mineralischen Schaumstoffe. Die Dämmwirkung wird durch ruhende Gase (i.w. CO2) in den hermetisch abgeschlossenen Zellen erzeugt.

Schaumglas-Dämmstoffe haben aufgrund der relativ hohen Herstellungs- und Verarbeitungskosten einen Marktanteil von höchstens 1%.

Lieferzustand

- Dämmplatten, Dämmsteine (Färbung: schwarzbraun) / z.T bituminiert
- Granulat / Schaumglasschotter (Färbung: grau)
- Formteile für den industriellen Bereich

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

Aufgrund ihrer Geschlossenzelligkeit, Wasserdampfdichtheit sowie der hohen Druckfestigkeit liegt der Hauptanwendungsbereich von Schaumglas-Dämmplatten bei erdberührten Bauteilen.
Auch Schaumglas-Schotter wird in erster Linie als druckfeste Perimeterdämmung eingesetzt.

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Risikobetrachtung Lebenszyklusphasen

 

 

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Planungs- und Ausschreibungshilfen

 

 

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Umweltdeklarationen

 

 

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Bewertungssystem

 

 

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Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)

   
  Wofür steht das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)? Inhalt aufklappen
 

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMI steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen.
Ausführliche Informationen zum BNB-System siehe www.nachhaltigesbauen.de

  Welche Informationen liefert WECOBIS für BNB im Reiter BNB-Kriterien? Inhalt aufklappen
 

WECOBIS führt in den Datenblättern der Bauproduktgruppen umfangreiche Informationen zur Beantwortung der verschiedenen Fragestellungen im Hinblick auf Umwelt- und Gesundheitsaspekte. Im Reiter BNB-Kriterien bietet WECOBIS gezielt Antworten auf Fragestellungen baustoffrelevanter Steckbriefe. Durch die Bündelung von Aspekten z.B. bzgl. der Risiken für die lokale Umwelt, Fragen zur Innenraumhygiene und der Thematik Rückbau, Trennung, Verwertung gibt WECOBIS gezielte Hilfestellung bei der Einordnung einzelner Baustoffe. Tiefergehende Informationen finden sich über die Verknüpfungen in den jeweiligen Datenblättern.
Hinweis: Eine abschließende Beurteilung im Rahmen des Bewertungssystems und der genannten Kriterien erfolgt jedoch grundsätzlich in Abhängigkeit weiterer baulicher Gegebenheiten (z.B. eingebaute Menge).

BNB-Kriterium BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

BNB-Kriterium BN_1.1.6 zielt auf die Reduzierung bzw. Vermeidung von Stoffen und Produkten beim Neubau, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft (auch Innenraumluft) enthalten. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung der Substitution eines Stoffes.

Für den Umgang mit Materialien im Bestand und deren Einordnung ist Kriteriensteckbrief BK_1.1.6. heranzuziehen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau) und BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

Einordnung der Schaumglas-Dämmstoffe:

Für Dämmstoffe aus Schaumglas gelten zur Zeit keine spezifischen Anforderungen hinsichtlich BNB-Kriterium BN_1.1.6. Es empfiehlt sich aber auch hier die grundsätzlich für die Erfüllung der Anforderungen für Qualitätsniveau 1 geforderte Dokumentation der eingesetzten Produkte.

Stand 12/2017

BNB-Kriterium BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BK_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im Falle einer Sanierungsmaßnahme wird BN_1.1.6 ergänzt durch das BNB-Kriterium BK_1.1.6. Dieses zielt auf die Adressierung und Ausschleusung von Materialien in der bestehenden Bausubstanz, die ein Risikopotenzial für Mensch und Umwelt darstellen. Die Bewertung erfolgt anhand einer Einstufung der Baumaterialien in ein vorgegebenes Schadstoffkataster mit 14 Schadstoffgruppen aufgrund ihres Schädigungspotentials und der jeweiligen Sanierungsmaßnahmen. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 4 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung er Substitution eines Stoffes.

Weitere Informationen zu den Einzelkriterien im Bestand siehe BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung). Für den Einbau von neuen Materialien gilt BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau).

Die Einordnung von Materialien im Bestand erfolgt in WECOBIS jeweils gesammelt für die ganze Obergruppe der Dämmstoffe. Siehe dazu Dämmstoffe im Bestand.

Die an dieser Stelle beschriebenen Dämmstoffe (= aktuell am Markt verfügbare Produktgruppen) enthalten normalerweise keine Problemstoffe, welche bei der Sanierung relevant sind.

BNB-Kriterium BN_3.1.3 - Innenraumhygiene

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_3.1.3 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Ziel des BNB-Kriteriums 3.1.3 ist die Sicherstellung der Luftqualität im Innenraum unter hygienischen Gesichtspunkten, die zu keinen negativen Effekten hinsichtlich der Befindlichkeit der Raumnutzer führt, die hygienische Sicherheit garantiert und somit möglichst auch eine empfundene hohe olfaktorische Luftqualität gewährleistet.
Die Bewertung erfolgt anhand der Berechnung der personenbezogenen Luftwechselrate sowie anhand von Raumluftmessungen auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt.
Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert und der Einsatz emissionsarmer Materialien die Bauphase begleitend dokumentiert wird. BNB-Kriterium 3.1.3 steht deshalb in engem Zusammenhang mit der Erfüllung der Einzelkriterien für BNB-Kriterium 1.1.6.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_3.1.3 Innenraumhygiene (Neubau)

Einordnung der Schaumglas-Dämmstoffe

Von Schaumglas-Dämmstoffen in Innenräumen sind im Prinzip keine VOC- oder Formaldehyd-Emissionen zu erwarten.

Für Schüttungen aus Schaumglasschotter ist bei Verwendung in Aufenthaltsräumen und zugehörigen Nebenräumen jedoch eine abZ (allgemeine bauaufsichtliche Zulassung) aus Gesundheitsschutzgründen gesetztlich vorgeschrieben. Sie umfasst u.a. eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung von Formaldehyd, sowie flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas.

Produkte mit dem natureplus-Qualitätszeichen (derzeit nur für Dämmplatten aus Schaumglas) dürfen  bestimmte Grenzwerte hinsichtlich VOC- oder Formaldehyd-Emissionen nicht überschreiten.
weitere Informationen und Links zu Umweltzeichen für emissionsarme Produkte siehe Reiter Zeichen & Deklarationen

BNB-Kriterium BN_4.1.4 - Rückbau, Trennung, Verwertung

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_4.1.4 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im BNB Kriteriensteckbrief 4.1.4 werden Konstruktionen nach ihrer Rückbaubarkeit, Trennbarkeit und Verwertbarkeit eingestuft.
WECOBIS kann eine aktuelle Information über mögliche Umwelt- und Gesundheitsgefährdungsaspekte im Zuge von Rückbau und Entsorgung auf Bauproduktgruppenebene geben. Eine Betrachtung von ganzen Konstruktionen kann derzeit in WECOBIS noch nicht erfolgen. Ein Bauteilmodul ist jedoch in planung. Ergänzend zu Leitfäden und Arbeitshilfen helfen die bauproduktgruppenspezifischen Aspekte dem Koordinator jedoch auch jetzt schon, die Komponenten Umwelt und Gesundheit für den Steckbrief 4.1.4 einzuordnen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_4.1.4 – Rückbau, Trennung, Vewertung

Rückbaubarkeit

Für die Bewertung wirkt sich der Einsatz abfallarmer Konstruktionen, die die Möglichkeit eines sortenreinen Rückbaus erlauben, günstig aus. Die Rückbaubarkeit beschreibt den Aufwand, der für Demontage oder Abbruch eines Bauteils aus dem Gebäudeverband nötig ist.

Schaumglas-Dämmstoffe werden in der Regel vollflächig verklebt oder in Bitumen eingegossen (Flachdach). Dementsprechend ist der Aufwand für den Rückbau verhältnismäßig hoch. Bei einer losen Verlegung der Platten wäre der Aufwand für den Rückbau gering.

Rückbaubarkeit Geringer Rückbauaufwand => => => => => => => hoher Rückbauaufwand
Konstruktionsweise lose Verlegung mechanische Fixierung (vollflächige) Verklebung
Blähperlit-Dämmstoffe X    
Calciumsilikat-Dämmplatten     X
Dämmstoffe mit Aerogelen X X X
Mineralwolle-Dämmstoffe X X X
Schaumglas-Dämmstoffe     X
Vermiculite-Dämmstoffe X    
Flachs/Hanf-Dämmstoffe X X X
Holzfaserdämmplatten X X X
Kork-Dämmstoffe X X X
Schafwolle-Dämmstoffe X X  
Zellulose-Dämmstoffe X X X
Expandiertes Polystyrol (EPS) X X X
Extrudiertes Polystyrol (XPS) X X X
Polyurethan (PUR/PIR)-Spritzschaum     X
Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) X X X

Sortenreinheit

Beschreibt den Aufwand, der für die sortenreine Trennung mehrschichtiger und / oder inhomogener Bauteile anfällt.

Da Schaumglas-Dämmstoffe in der Regel vollflächig verklebt oder in Bitumen eingegossen werden, lassen sie sich kaum in sortenreinen Fraktionen ausbauen. Sortenreine Fraktionen können nur bei einer losen Verlegung der Platten oder bei einer mechanischen Befestigung der Platten zurückgewonnen werden.

Verwertbarkeit

Für die Bewertung der Verwertbarkeit der Baustofffraktionen gelten die zur Zeit der Bewertung am Markt aktuell verfügbaren technischen Verfahren. Alternativ können bei Bauteilen mit langer zu erwartender Nutzungsdauer Forschungsvorhaben, die praktikable Lösungsmöglichkeiten in absehbarer Zeit zur Verfügung stellen können, positiv bewertet werden. 

Aufgrund der üblichen Verlegeart werden Schaumglas-Dämmstoffe in der Regel in Deponien abgelagert. Die Anhaftungen von Bitumen können eine thermische Vorbehandlung der Abfälle bedingen.

Bei einer losen Verlegung der Platten oder wenn diese nur mechanisch fixiert wurden, wäre ein relativ einfacher Rückbau und die Gewinnung von sortenreinen Fraktionen möglich. In diesem Fall könnten die Dämmplatten auch stofflich verwertet werden.

Verwertungs-/ Beseitigungswege Hochwertige Verwertung Minderwertige Verwertung Energetische Verwertung Deponierung
Blähperlit-Dämmstoffe nicht möglich möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Calciumsilikat-Dämmplatten nicht möglich möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Dämmstoffe mit Aerogelen nicht möglich nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Mineralwolle-Dämmstoffe möglich möglich nicht möglich möglich
Schaumglas-Dämmstoffe möglich möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Vermiculite-Dämmstoffe

nicht möglich

möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Flachs/Hanf-Dämmstoffe nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Holzfaserdämmplatten nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Kork-Dämmstoffe nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Schafwolle-Dämmstoffe möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Zellulose-Dämmstoffe möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Expandiertes Polystyrol (EPS) möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Extrudiertes Polystyrol (XPS) nicht möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Polyurethan (PUR/PIR)-Spritzschaum nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) nicht möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Hochwertige Verwertung Die Produktgruppe wird zur Herstellung gleichwertiger Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Minderwertige Verwertung Die Produktgruppe wird zur Herstellung untergeordneter Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Energetische Verwertung Die Produktgruppe wird in einer Verbrennungsanlage energetisch verwertet.
Deponierung Die Produktgruppe wird ggf. nach thermischer Vorbehandlung deponiert

Quellen

Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt", verwendete Version / Stand 28.09.2017: 
BNB_BN_1.1.6 Version V 2015 (Textteil)
Anlage 1 / Übersichtstabelle aller Qualitätsanforderungen gemäß QN 1 bis 5 (sortiert nach Bauproduktgruppen)
Anlage 2 / Ergänzung zu Anlage 1: Einzelstoffe mit besonders besorgniserregenden Eigenschaften (nur zur Information)

Kriteriensteckbrief 3.1.3 "Innenraumlufthygiene", verwendete Version / Stand 01.03.2017: BNB_BN_3.1.3 Version V 2015

Kriteriensteckbrief 4.1.4 "Rückbau, Trennung und Verwertung", verwendete Version / Stand 01.03.2017: BNB_BN 4.1.4 Version V2015

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Technisches

 

 

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Technische Daten

Schaumglas-Dämmstoffe
Ausgewählte Produkte: 1) Dämmplatte 1 Dämmplatte 2 
5)
Dämmstein,
rundum bitumen-
beschichtet
Technische Regeln DIN EN
13167
DIN EN
13167
DIN EN
13167
Rohdichte [kg/m³] 100 120  165
Druckspannung bei 10% Stauchung bzw. Druckfestigkeit [kPa] 350 600

1.200

Bemessungswert Wärmeleitfähigkeit λd [W/mK]
(gemäß Anhang zu den Übereinstimmungszertifikaten)
0,038 0,042 0,050
Zuschlagsfaktor bezogen auf:
λd = 0,040 W/m²K
λd = 0,038 W/m²K
λd = 0,042 W/m²K
λd = 0,050W/m²K

1
0,095
-
-

1
-
1,05
-

1
-
-
1,25
Wärmespeicherkapazität c [J/(kg*K)] 0,84 0,84  0,84
Richtwert der Dampfdiffusionswiderstandszahl μ nach
DIN 4108-4
unendlich  unendlich  unendlich
Langzeitwasseraufnahme  0  0
Baustoffklasse nach DIN 4102  A1 A1 B2
Euroklasse nachDIN EN 13 501  A1 A1
Beständigkeit - resistent gegen organische Lösemittel, Säuren (außer Fluorwasserstoffsäure), schwache Laugen
- resistent gegen Verrottung, Ungeziefer, Pilzbefall
Anwendungsgebiete 4)  
Zulassung für Gefährdungsklasse 0 nach DIN 68 800-2 - - -
Decke, Dach  nach DIN 4108-10 DAD - + -
DAA - + (dh) -
DUK - - -
DZ - - -
DI - + -
DEO - + -
DES - - -
Wand nach DIN 4108-10 WAB + + +
WAA - + +
WAP - + +
WZ + + +
WH - - -
WI - + +
WTH - - -
WTR - + +
Perimeter nach DIN 4108-10 PW + (dh) + (dh) + (dh)
PB - + (dh) + (dh)

Anmerkungen:

1) Die angegebenen Werte gelten beispielhaft für einzelne Produkte und können herstellerbedingt differieren
4) Die angegebenen Anwendungsgebiete gelten für die ausgewählten Produkte und nicht für die gesamte Produktgruppe (dazu siehe Anwendungsbereiche Dämmstoffe incl. Erläuterung der Kurzzeichen)
5) Die meisten Produkte gibt es auch also sog. Boards, d.h. beidseitig mit Spezialglasvlies kaschiert. Dadurch verändert sich die Baustoffklasse  in B2 bzw. die Euroklasse in E. Die anderen Werte bleiben gleich, lediglich der Primärenergieaufwand und das Treibhauspotential dürften sich geringfügig erhöhen.

Technische Regeln (DIN, EN)

DIN EN 13167 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Schaumglas (CG)

CE-Zeichen

seit März 2003

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Literaturtipps

 

 

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Pfundstein, M; Gellert, R.; Spitzner, M.H.; Rudolphi, A.; Detail Praxis / Dämmstoffe – Grundlagen, Materialien, Anwendungen; 2007;Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG; München

Institut Bauen und Umwelt e.V.; Umwelt-Produktdeklarationen EPD, 2007

Zwiener, G.; Mötzl, H.; Ökologisches Baustoff-Lexikon; 2006; C.F. Müller Verlag; Heidelberg

Expositionsbeschreibung / Gesprächskreis Bitumen, Ausgabe März 2005:
Heißverarbeiten von Bitumen im Gießverfahren zum Verkleben von Dämmstoffen und Bitumenbahnen (Download)

KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung; Informationsbroschüre „Umweltverträglichkeit von Gebäudedämmstoffen“;Stand 12.12.2003; Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten des Landes Schleswig-Holstein, Kiel

Büro für Umweltchemie (Hrsg.); Graue Energie von Baustoffen; 1998; Zürich 

Zapke W., Blomensaht F.; Grundlagenermittlung zur Erarbeitung von Informationen über Fragen des gesunden Bauens und Wohnens im Zusammenhang mit Ausbaustoffen (F 736); 1994; Institut für Bauforschung e.V.; Hannover

 
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Rohstoffe / Ausgangsstoffe

 

 

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Hauptbestandteile

Basismaterial: 31% Kalk-Natronsilicatglas siehe Basisgläser
Rezyklat: 69% Altglas (Windschutz- und andere Fensterscheiben)
Schaumglas-Schotter: 100% Altglas
Verwertung von Produktionsabfällen: Glasstaub ( aus dem Zuschneiden der Platten)
Bindemittel: keine
Schäumungsmittel: Kohlenstoffpulver in Form von Koks, Magnesiumcarbonat, Calciumcarbonat, Zucker, Glycerin oder Glykol
Zusätze: Schwefelverbindungen

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Gewinnung der Primärrohstoffe

Schaumglas-Dämmstoffe werden überwiegend aus mineralischen Rohstoffen hergestellt, die in Deutschland noch flächendeckend und ausreichend vorhanden sind.
Die Gewinnung der mineralischen Rohstoffe erfolgt hauptsächlich im Tagebau. Damit verbunden sind Umweltbelastungen durch Eingriffe in Natur und Landschaft.
Zur Herstellung von Soda siehe Basisgläser

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Den größten Rohstoffanteil nimmt mittlerweile Altglas mit über 60% bei Schaumglasplatten und zu 100% bei Schaumglas-Schotter ein. Dadurch werden Rohstoffe und Wärmeenergie im Schmelzprozess gespart.

 
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Herstellung

 

 

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Prozesskette

Prozesskette Schaumglas-Dämmstoffe

Herstellungsprozess

Die Rohstoffe werden bei Temperaturen um 1250°C zu Rohglas geschmolzen. Das erkaltete Glas wird zu Pulver zermahlen und nach Zugabe von Kohlenstoff bei 850° unter Bildung von Kohlendioxid aufgeschäumt (Energieträger: Erdgas + Strom).
Dabei entsteht eine geschlossene und gasundurchlässige Zellstruktur, deren Poren i.W. Kohlendioxid CO2 (99%) enthalten. Nebenbestandteile der Gasfüllung sind Schwefelwasserstoff H2S (0,7%) und Stickstoff N2 (0,3%). Die Zellgase machen ca. 95 Vol.-% des Dämmstoffs aus.

Die Herstellung von Schaumglas-Platten erfolgt in Formen. Nach dem kontrollierten Abkühlen im Streckofen und nach dem spannungsfreien Auskühlen werden die Blöcke zugeschnitten.
Für die Herstellung von Schaumglasschotter wird das Altglas gemahlen und in Plattenform bei 900°C geschäumt und gebläht. Die vorgerillte Schaumglasplatte zerbricht während des Auskühlens als Folge von in den Platten entstehenden Spannungen in gleichmäßige Stücke.

Umweltindikatoren / Herstellung

Referenz

Energieaufwand

Nach Herstellerangabe stehen seit 2008 Produktionsanlagen zur Verfügung, die im Verfahren der Endlosschäumung die diskontinuierliche thermische Aufschäumtechnik von Schaumglas-Platten in Einzelwannen auf eine kontinuierliche Schäumung umgestellt haben. Damit würden die Prozessschritte vereinfacht und optimiert, so dass eine effektivere Ressourcennutzung und eine weitere, deutliche Verminderung des spezifischen Energieverbrauchs und entsprechend weniger Emissionen erreicht würden.

Graue Energie

Schaumglas 59 MJ/kg (= ca. 6.195 - 9.735 MJ/m³)
(Platten, Rohdichte 105 - 165 kg/m³)
Der geringe Wirkungsgrad des elektrischen Stroms und der zweistufige Produktionsprozess führen zu einem vergleichsweise hohen Wert der Grauen Energie.
Quelle:
Büro für Umweltchemie (Hrsg.); Graue Energie von Baustoffen; 1998; Zürich

 
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Verarbeitung

 

 

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Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Schaumglas-Platten werden in seltenen Fällen trocken verlegt. Da Schaumglas sehr spröde ist und bei punktueller Belastung leicht brechen kann, ist es erforderlich, das Material vollflächig in Bitumen einzuschlämmen.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Beim Schneiden von Schaumglas werden Zellgase (CO2, H2S) freigesetzt. Die Menge an freigesetztem CO2 ist im Vergleich zur ausgeatmeten Menge vom Menschen im gleichen Zeitraum jedoch äußerst gering und nicht relevant.
Durch die Freisetzung von Schwefelwasserstoff (Hydrogensulfid H2S) kann ein leichter Geruch nach faulen Eiern auftreten. Der beim Schneiden entstehende Glasstaub kann Augen, Atemwege und Haut reizen, entsprechende Schutzmaßnahmen sind vorzusehen.

Arbeitsplatzgrenzwerte AGW (früher: MAK-Wert): 

Allgemeiner Staub-Grenzwert
A-Staub: 3 mg/m³ (Alveolengängige Fraktion, früher: Feinstaub)
E-Staub: 10 mg/m³ (Einatembare Fraktion, früher: Gesamtstaub)

Schwefelwasserstoff (Hydrogensulfid H2S)
z.Zt. keine Bewertung, Stoff wurde in die Bearbeitungsliste des AGS, UA III überführt (d.h. aus zeitlichen Gründen war im Rahmen der Überarbeitung der TRGS 900 eine detaillierte inhaltliche Überprüfung dieser Stoffe bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht möglich)
bisheriger Grenzwert (MAK-Wert): 10 ppm (14mg/m3)
vorgeschlagener Grenzwert (AGW): 5 ppm (gem. Bearbeitungsliste)
Anm.:
Geruchsschwelle: 0,025 - 8 ppm
Augenreizungen: ab 20 ppm 

Bei der Verarbeitung von Schaumglas in Heißbitumen bzw. mit Kaltklebern auf Bitumenemulsionsbasis kann es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen. Die Kaltverarbeitung ist der Heißverarbeitung vorzuziehen. (siehe Bitumen + Literaturhinweis)

 
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Nutzung

 

 

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Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Belastungen der Innenraumluft durch eingebaute Schaumglas-Dämmstoffe sind nach heutigem Kenntnisstand nicht zu erwarten. Gemäß Umweltproduktdeklaration eines führenden Herstellers von Schaumglas-Dämmstoffen sind nach AgBB-Bewertungsschema weder VOC noch krebserzeugende Emissionen in die Raumluft nach 3 und 28 Tagen nachweisbar.

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Gefährdungen für Wasser, Luft und Boden aus eingebauten Schaumglas-Dämmstoffen sind nach heutigem Kenntnisstand nicht zu erwarten.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Im Brandfall besteht bei bitumenverklebten Schaumglasplatten die Gefahr der Bildung toxischer Pyrolyseprodukte. (siehe Bitumen)

Beständigkeit Nutzungszustand

Aufgrund ihrer Beständigkeitsmerkmale sind Schaumglas-Dämmstoffe nahezu unbegrenzt gebrauchsfähig. Aufgrund der hermetisch eingeschlossenen Zellgase bleibt die Dämmleistung von Schaumglas-Dämmstoffen auch langfristig erhalten. Bei der Renovierung von Dächern und Fassaden mit auf Schaumglas-Platten aufliegenden Abdichtungen oder Verkleidungen kann ggf. auf den Ausbau der Schaumglas-Dämmschicht verzichtet und die alte Schaumglasschicht als Unterlage für eine neue Dämmschicht, Abdichtung oder Verkleidung dienen.

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.

Datenbank als PDF

 
DatenblattansichtSchaumglas-Dämmstoffe
Anzeigebereich für ein zweites Datenblatt

Nachnutzung

 

 

Sie befinden sich in der Mehrfachansicht!

 

So können Sie einzelne Bauproduktgruppen sowie Grundstoffe nebeneinander ansehen.

 

Gehen Sie, wie gewohnt über das große Ausklappmenü. Wenn Sie in dem linken Feld die Auswahl ändern möchten so entriegeln Sie einfach das Schloss durch anklicken.

 

Das Datenblatt wird in dem entriegelten, grünen Feld eingefügt.

 

Ist für einen Eintrag im Ausklappmenü derzeit kein Datenblatt verfügbar, so ist dieser grau und kursiv dargestellt. Trotz der fehlenden Interaktionsmöglichkeit zu solch einem Eintrag muss dieser im Aufklappmenü angezeigt werden, da sonst nicht alle tiefer liegenden Datenblätter auswählbar wären.

Wiederverwendung

Ein zerstörungsfreier Ausbau von Schaumglas-Platten ist i.d.R. aufgrund der vollflächigen Verklebung und der geringen mechanischen Belastbarkeit (zerbröselt bei Punktbelastung) nicht möglich und eine Wiederverwendung damit ausgeschlossen. Bei der Renovierung von Dächern und Fassaden mit auf Schaumglas-Platten aufliegenden Abdichtungen oder Verkleidungen kann ggf. auf den sehr aufwändigen Ausbau der Schaumglas-Dämmschicht verzichtet und die alte Schaumglasschicht als Unterlage für eine neue Dämmschicht, Abdichtung oder Verkleidung dienen.

Stoffliche Verwertung

Bei sortenreiner Trennung können Schaumglas-Produkte wieder aufgemahlen und als Zusatzstoff bei der Herstellung von Schaumglas-Produkten der Verwertung zugeführt werden. Bitumenverklebte Produkte können zerkleinert und als Füll- und Schüttmaterial im Tiefbau, Straßenbau oder z.B. für Lärmschutzwälle verwendet werden. Der Rückbauaufwand für vollflächig verklebte Schaumglas-Produkte ist sehr hoch.

Energetische Verwertung

Energetische Verwertung nicht möglich/sinnvoll, da Heizwert gewöhnlich Null und wenn vorhanden, dann nur durch Bitumen-Ummantelung gegeben. Durch Bitumen evtl. thermische Behandlung vor Deponierung erforderlich.
Heizwert: 0 MJ/kg

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Mineralische Dämmstoffe müssen am Ende ihrer Lebensdauer auf einer Deponie abgelagert werden.
Schaumglas-Dämmstoffe ohne anhaftende Bitumenreste können als Bauschutt auf Deponieklasse I (hauptsächlich für mineralische Abfälle) abgelagert werden.
Eine Deponierung bituminierter Produkte ist abhängig vom Anteil der Bituminierung ohne vorherige thermische Behandlung nicht möglich. (zu Anhaftungen von Kleberesten siehe auch Bitumen).
Wegen des hohen Zellgasanteils ist bei Zertrümmerung des Materials eine Reduzierung des Volumens bis auf 4,8% möglich. Eine Belastung des Grundwassers durch Schwefelwasserstoff ist nicht zu erwarten. Der bei der Zerkleinerung von Schaumglas freiwerdende Anteil an Kohlendioxid hat keinen signifikanten Einfluss auf den Treibhauseffekt.

EAK-Abfallschlüssel

17 Bau- und Abbruchabfälle
17 08 04 Dämmmaterial mit Ausnahme desjenigen, das unter 17 06 01 und 17 06 03 fällt

siehe auch Lexikon / Abfallschlüssel