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Bildquelle: Informationsdienst Holz, mit freundlicher Genehmigung

Begriffsdefinition

Kammergetrocknetes Laubschnittholz wird durch Sägen und Zerspanen in Längsrichtung von Rundholz (bzw. Holz mit großem Querschnitt) hergestellt (DIN EN 844-3). Das eingeschnittene Holz wird technisch auf Endfeuchten von 20 bis 8 % getrocknet. Hierzu wird das Holz in sog. Paketen gestapelt und kontrolliert durch Zufuhr warmer Luft in Trocknern, meist durch Frischluft-Ablufttrocknung auf die gewünschte Zielfeuchte getrocknet.

Wesentliche Bestandteile

Kammergetrocknetes Laubschnittholz wird vorwiegend aus Buche, Eiche, Esche, Nussbaum und Ahorn hergestellt.

Charakteristik

Begriffe und Maße von Rund- und Schnittholz sind in DIN EN 844 Rund- und Schnittholz - Terminologie festgelegt. Nadelschnittholz für tragende und aussteifende Zwecke unterliegt der Normenreihe DIN EN 14081 Holzbauwerke - Nach Festigkeit sortiertes Bauholz für tragende Zwecke mit rechteckigem Querschnitt und den nationalen Regeln der DIN 4047-5 Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit - Teil 5: Laubschnittholz.

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Da die Trocknung von Laubschnittholz vergleichsweise lange dauert, wird in der Herstellung ca. 5 mal mehr Energie aus erneuerbaren Primärenergiequellen benötigt als in der Produktion von relativ schnell zu trocknendem Nadelschnittholz (Rüter & Diederichs 2012).

Lieferzustand

Laubschnittholz kann in jeglichen Dimensionen geliefert werden. Je nach Verwendungszweck können variable Längen geliefert werden.

Die Abmessungen, insbesondere die Querschnittmaße sind gemäß DIN 4074-1 zu unterschieden.

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

Laubschnittholz wird meist im Innenausbau für Holzverkleidungen, Geländer, Treppen und Fußböden eingesetzt.

In Außenanwendungen wird Laubschnittholz als Bauholz seltener als Nadelschnittholz eingesetzt. Es wird für Dachkonstruktionen, Skelettkonstruktionen für Wände und Decken, Fenster, Türen und Tore verwendet.

Bundebildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes (Hrsg.): Grundwissen moderner Holzbau – Praxishandbuch für Zimmerer. 5. Auflage. Köln: RM Rudolf Müller Medien GmbH & Co. KG, 2022

DIN 4047-1 Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit - Teil 1: Nadelschnittholz

DIN EN 844 Rund- und Schnittholz - Terminologie

DIN EN 14081 Holzbauwerke - Nach Festigkeit sortiertes Bauholz für tragende Zwecke mit rechteckigem Querschnitt

Holz Lexikon 2003: DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co., Leinefelden Echterdingen. ISBN 3-87181-355-9.

Rüter, S; Diederichs, S: 2012, Ökobilanz Basisdaten für Bauprodukte aus Holz, Hamburg, Johann Heinrich von Thünen Institut, Institut für Holztechnologie und Holzbiologie, Abschlussbericht

Wagenführ, A.; Kürschner, M. (Hrsg.): Taschenbuch der Holztechnik. 1. Auflage. München: Carl Hanser Verlag, 2012

 

Übersicht aktualisiert 2025
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Umweltdeklarationen

 

 

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Technisches

 

 

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Technische Daten

Bei Holz wird im Hinblick auf strukturelle Merkmale (z. B. Faserstruktur, Jahrringe) zwischen axialer, radialer und tangentialer Richtung unterschieden. Holz ist ein anisotroper Werkstoff, da seine Eigenschaften deutlich richtungsabhängig ausgeprägt sind.

Wichtige physikalische Kennwerte von Holz sind: Feuchte, Rohdichte und Festigkeit, wobei Abhängigkeiten untereinander bestehen. Fast alle Eigenschaften sind zudem stark von der jeweiligen Holzart abhängig.

Rohdichte

Die mittlere Rohdichte der Europäischen Laubhölzer reicht von 600 bis 700 [kg/m³], in Ausnahmefällen treten Rohdichtewerte zwischen 300 und 800 [kg/m³] auf (Holzfeuchte 12-15%). Die Rohdichte hängt von der Holzfeuchte ab, die deshalb immer mit angegeben werden sollte. Der Wert der Darrdichte ρ0 (Rohdichte bei 0% Holzfeuchte) liegt etwa 10% unter dem Wert der Rohdichte im lufttrockenen Zustand (Holzfeuchte 12-15%). Weiterhin variiert die Rohdichte mit der verwendeten Holzart. Innerhalb einer Holzart können jedoch auch erhebliche Unterschiede vorliegen, was durch Standort- und wachstumsbedingte Einflüsse zu erklären ist.

Druckfestigkeit

Nach DIN EN 338 liegen die charakteristischen Druckfestigkeitswerte der Festigkeitsklassen D30 bis D70 bei faserparalleler Belastung und einem Feuchtegehalt von ca. 12 % zwischen 45 und 70 N/mm².

Wärmeleitfähigkeit

Die Wärmeleitfähigkeit des Holzes ist abhängig von der Richtung, der Rohdichte und der Feuchte. In Faserrichtung ist sie ca. doppelt so hoch wie quer dazu und steigt in beiden Richtungen mit zunehmender Rohdichte an. Bei gleicher Rohdichte ist die Wärmeleitfähigkeit von Vollholz höher als die von Span- und Faserplatten.

Nach DINV 4108-4 liegt der tabellierte Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit für Buche und Eiche bei 0,20 [W/m*K].

Wärmespeicherkapazität

Leitwert: 1700 [J/kg*K]

Info: Die angegebene Wärmespeicherkapazität bezieht sich auf einen Feuchtegehalt von 15 % und ist nahezu unabhängig von Holzart und -dichte.

Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl

von 20 bis 200

Info: Der Wasserdampfdiffusionswiderstand ist dimensionslos und stark vom Feuchtegehalt abhängig. Feuchtes Holz weist geringere µ-Werte auf als trockenes Holz.

Baustoffklasse nach DIN 4102-1

Kammergetrocknetes Laubschnittholz ist der Brandklasse B2, d.h. normalentflammbar zugeordnet.

Euroklasse nach DIN EN 13501-1

Kammergetrocknetes Laubschnittholz ist der Brandklasse D-d0 zugeordnet.

Färbung

Hell-gelblich (Splintholz) bis rosa-braun/dunkelbraun (bei Laubhölzern mit Farbkern)

Beständigkeit

Entspricht der natürlichen Dauerhaftigkeit der jeweiligen Holzart unter Berücksichtigung der Einbausituation.

Weitere wichtige Kennwerte für den Baustoff Holz

Biegefestigkeit

Hierbei handelt es sich um die zum Bruch einer Probe führenden Biegespannung. Die mittleren Biegefestigkeiten kleiner fehlerfreier Proben einheimischer Laubhölzer liegen zwischen 120 N/mm² bei Buche und 96 N/mm² bei Eiche (parallel zur Faserrichtung). Nadelhölzer haben im Mittel geringere Biegefestigkeiten (z. B. Fichte: 66-78 N/mm²).

Die Charakteristischen Biegefestigkeiten (5% Quantilwert) für die einheimischen Nadelhölzer liegen laut DIN EN 338 je nach Festigkeitsklasse zwischen 30 und 70 N/mm².

Elastizitätsmodul (E-Modul)

Der E-Modul ist ein Maß für die Verformungssteifigkeit eines Körpers oder Stoffes bei mechanischer Beanspruchung im elastischen Bereich. Nach DIN EN 338 liegen die charakteristischen Mittelwerte des Elastizitätsmoduls je nach Festigkeitsklasse zwischen 10 und 20 kN/mm².

Zugfestigkeit

Die Zugfestigkeit ist die Spannung, die im Zugversuch aus der maximal erreichten Zugkraft bezogen auf den ursprünglichen Querschnitt der Probe errechnet wird. Nach DIN EN 338 liegen die charakteristischen Zugfestigkeiten für Laubhölzer (parallel zur Faserrichtung) je nach Festigkeitsklasse zwischen 18 und 42 N/mm².

Brinellhärte

Bei der Ermittlung der Brinellhärte wird eine Stahlkugel (Durchmesser: 10 mm) mit einer je nach Holzhärte zwischen 100 und 1000 N variierenden Kraft in das Holz gedrückt. Die Brinellhärte ist das Verhältnis der aufgewendeten Kraft zur Größe der Eindrucksfläche. Sie liegt bei europäischen Laubhölzern auf der Seitenfläche zumeist über 30 N/mm² (z. B. Eiche und Buche: 33 N/mm²). Bei Nadelhölzern ist die Brinellhärte mit ca. 12 bis 20 N/mm² im Mittel geringer.

Referenz

Technische Regeln (DIN, EN)

Nutzungsklassen nach DIN EN 1995

Trockensortiertes Laubschnittholz kann nach DIN EN 1995 (Eurocode 5) Bemessung und Konstruktion von Holzbauten, Teil 1-1 Allgemeine Regeln und Regeln für den Hochbau, in den Nutzungsklassen 1, 2 und 3 verwendet werden.

Nutzungsklasse (NK)
Klimabedingungen Anwendungsbereiche
Feuchte [u]

1

Die Nutzungsklasse 1 ist gekenn­zeichnet durch einen Feuchtegehalt in den Baustoffen, der einer Tem­peratur von 20 °C und einer re­la­ti­ven Luftfeuchte der umgebenden Luft entspricht, die nur für einige Wochen pro Jahr einen Wert von 65 % übersteigt.

ANMERKUNG: In Nutzungsklasse 1 übersteigt der mittlere Feuchtegehalt der meisten Nadelhölzer nicht 12 %.

z. B. in allseitig geschlossenen und beheizten Bauwerken 5 - 15 %

2

Die Nutzungsklasse 2 ist ge­kennzeichnet durch einen Feuchte­gehalt in den Baustoffen, der einer Temperatur von 20 °C und einer re­lativen Luftfeuchte der um­ge­ben­den Luft entspricht, die nur für einige Wochen pro Jahr einen Wert von 85 % übersteigt.

ANMERKUNG In Nutzungsklasse 2 übersteigt der mittlere Feuchte­gehalt der meisten Nadelhölzer nicht 20 %.

z. B. bei überdachten offenen Bauwerken 10 - 20 %
3

Die Nutzungsklasse 3 erfasst Klima­bedingungen, die zu höheren Feuch­te­gehalten als in Nutzungs­klasse 2 führen.

z. B. für Konstruktionen, die der Witterung ausgesetzt sind 12 -24 %

Holzschutz

Ein Überblick bzgl. der Holzschutzmittelauswahl in Abhängigkeit von der Gebrauchsklasse (GK) nach DIN EN 68800 gibt nachfolgende Tabelle

GK Beschreibung der Exposition Gefährdung / Beansprachung durch
Insekten Pilze Auswaschung Moderfäule
0 Innen verbautes Holz, ständig trocken nein nein nein nein
1 ja (Iv) nein nein nein
2 Holz, das weder dem Erdkontakt noch direkt der Witterung ausgesetzt ist, vorübergehende Befeuchtung möglich ja (Iv) ja (P) nein nein
3 Holz der Witterung ausgesetzt, aber nicht im Erdkontakt ja (Iv) ja (P) ja (W) nein
4 Holz in dauerndem Erdkontakt oder ständig starker Befeuchtung ausgesetzt ja (Iv) ja (P) ja (W) ja (E)

Iv = gegen Insekten vorbeugend wirksam; P = gegen Pilze vorbeugend wirksam; W = witterungsbeständig; E = moderfäulig

Die Tabelle zeigt, dass in GK 0 infolge der nicht vorhandenen Gefährdung durch Insekten oder Pilze der Einsatz von Holzschutzmitteln nicht erforderlich ist. Von GK 1 bis GK 4 steigen die Anforderungen an das Holzschutzmittel stetig an. Detaillierte Informationen zum Holzschutz finden Sie im Lexikon.

Je nach Anwendungsfall besteht die Möglichkeit der Holzmodifikation und Hydrophobierung von Laubschnittholz als Alternative zum Holzschutzmitteleinsatz.

CE- und Ü-Kennzeichen

Laubschnittholz gemäß nationaler Zulassung wird mit dem Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen), solches gemäß europäischer Zulassung mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet.

Bei Verwendung von nicht gekennzeichneten Vollholzprodukten für tragende Konstruktionen liegt ein Verstoß gegen das Baurecht vor. Die internationale CE-Kennzeichnung garantiert die Übereinstimmung respektive Konformität mit den bauaufsichtlich eingeführten technischen Regeln. Die Kennzeichnung findet sich auf dem Produkt selbst, dem Warenbegleitschein oder der Verpackung. Sie gibt den Hersteller, die Produktbezeichnung, die Sortierklasse und den Tag der Herstellung an.

Die CE-Kennzeichnung erfolgt auf Grundlage der DIN EN 14081-1, die in Verbindung mit der Anwendungsnorm DIN 20000-5 bauaufsichtlich eingeführt ist.

Sortier- und Festigkeitsklassen

Laubschnittholz ist verfügbar in den Sortierklassen LS 10 und LS 13, die gemäß DIN EN 1912 den Festigkeitsklassen D 30, D 35 und D 40, nach EN 338 zugeordnet werden können.

Quellen

Holz Lexikon 2003: DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co., Leinefelden Echterdingen. ISBN 3-87181-355-9.

Informationsdienst Holz 2013: Bauen und Leben mit Holz

Informationsdienst Holz 2000: Konstruktive Vollholzprodukte

  Die inhaltliche Bearbeitung dieser Seite erfolgt durch das Thünen Institut für Holzforschung

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Literaturtipps

 

 

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Literaturtipps finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Literaturtipps"

 
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Rohstoffe / Ausgangsstoffe

 

 

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Hauptbestandteile

Kammergetrocknetes Laubschnittholz enthält im endfeuchten Zustand durchschnittlich ca. 11 % Wasser.

Flammschutzmittel

Flammschutzmittel dienen der Verringerung der Entzündbarkeit von Holz, Holzwerkstoffen und Holzbauteilen. In den meisten Fällen kann durch ihren Einsatz die Entflammbarkeit von Holzprodukten von normal entflammbar (B2) auf schwer entflammbar (B1) verringert werden.

Weiterführende Informationen zur Anwendung von Flammschutzmitteln im Zusammenhang mit Holzprodukten finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Zusammensetzung nach Rohstoffherkunft

Gewinnung der Primärrohstoffe

Kammergetrocknetes Laubschnittholz wird vorwiegend aus Buche, Eiche, Esche, Nussbaum und Ahorn hergestellt. Informationen zur Gewinnung der Primärrohstoffe, zu Waldflächenanteilen und flächenbezogener Produktivität sowie zu Waldbewirtschaftungsformen in Deutschland finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe.

Verfügbarkeit

Allgemeine Informationen zur Verfügbarkeit von Holzrohstoffen in Deutschland finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Für die Herstellung von Laubschnittholz werden keine Recyclingmaterialen / Produktionsabfälle verwendet.

Landinanspruchnahme (Landuse)

Referenz

 
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Herstellung

 

 

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Prozesskette

Prozesskette Laubschnittholz neu

Quelle: Rüter & Diederichs 2012

Herstellungsprozess

Das geerntete Stammholz wird teilweise bereits im Wald entrindet, auf Rundholz-LKW an die Sägewerke geliefert und visuell geprüft. Die Stämme werden, sofern noch nicht geschehen, entrindet, je nach Lieferlänge (teilweise bis 22 m) und den Auftragsvorgaben gekappt und nach Durchmessern und Holzart sortiert zwischengelagert oder direkt eingeschnitten.

Der Einschnitt erfolgt je nach verwendeter Technologie mittels Profilzerspanern, Kreissägen oder Bandsägen. Dabei können mehrere Maschinentypen in Reihe geschaltet sein oder ein Stamm bzw. dessen Teile mehrmals durch die gleiche Maschine gefahren werden.

Um den Einschnitt je Stamm zu optimieren kann das Schnittbild (Einschnittvarianten eines Stammes) angepasst werden. Aus einem Stamm können Latten (Dicke ≤ 40 mm, Breite < 80 mm breit), Bretter (Dicke ≤ 40 mm dick, Breite ≥ 80 mm), Bohlen (Dicke > 40 mm bei mindestens dreifacher Breite) und Kanthölzer (Breite > 40 bei Höhe ≥ Breite und ≤ dreifache Breite) erzeugt werden.

Zur Trocknung wird das frische Laubschnittholz in Paketen voll- oder halbautomatisch gebündelt. Meist werden Trockenkammern mit Frischluft-Ablufttrocknung eingesetzt. Das Prinzip besteht darin, das im Holz enthaltene Wasser langsam und kontrolliert über Luftstrom im Trockner abzuführen. Hierbei spielen die Zuführung von Wasser und Wärmeenergie in Form von erhitzter Luft eine zentrale Rolle. In Abhängigkeit von der Anfangsfeuchte und der gewünschten Endfeuchte des Holzes, sowie der Dimension der einzelnen Schnittholzelemente, kann die Trocknung mehrere Tage dauern. Die teilweise anzutreffenden Tunneltrockner arbeiten nach dem gleichen Prinzip, sind aber bei spezialisierten Schnittholzveredlern in Gebrauch, da die Technik eine gleichbleibende Produktdimensionierung voraussetzt. Nach der Trocknung wird das Produkt für den Transport gestapelt und verpackt.

Umweltindikatoren / Herstellung

Referenz 

Energieaufwand

Erneuerbare Energieträger werden vornehmlich in Form von Holz zur Erzeugung von Prozesswärme eingesetzt. Da die Trocknung von Laubschnittholz vergleichsweise lange dauert, wird in der Herstellung ca. 5 mal mehr Energie aus erneuerbaren Primärenergiequellen benötigt als in der Produktion von relativ schnell zu trocknendem Nadelschnittholz. Nicht-erneuerbare Primärenergie wird hauptsächlich zur Stromerzeugung und in Form von Kraftstoffen für die Transportprozesse eingesetzt. Die Herstellung von Laubschnittholz benötigt ca. das doppelte der für die Bereitstellung von Nadelschnittholz nötigen nicht-erneuerbaren Primärenergie.

Mehr Informationen zu der in der Herstellung der einzelnen Holzprodukte zum Einsatz kommenden Primärenergie finden sich in (Rüter & Diederichs 2012).

Charakteristische Emissionen

Bei der Herstellung von Vollholzprodukten treten Emissionen insbesondere bei der Trocknung und bei der Verbrennung von Holz auf. Informationen zu Mengen und Zusammensetzungen jener Emissionen finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Herstellung".

Gerade auch durch den verhältnismäßig hohen Energiebedarf für Trocknungsprozesse fällt das Versauerungspotenzial von Laubschnittholz dreimal höher aus als das von Nadelschnittholz. Das für globale Erwärmung (aus fossilen Quellen) und das Photosmogbildungspotenzial relevanten Emissionen sind gegenüber der Herstellung von Nadelschnittholz um den Faktor 2 erhöht.

Angaben zu den Haupteinflussfaktoren während der Produktion von Furniersperrholz auf die Ökobilanzindikatoren finden sich in (Rüter & Diederichs 2012).

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Ein gesundheitliches Risiko stellt Holzstaub dar. Informationen dazu finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Herstellung“ sowie im Lexikonbegriff.

Maßnahmen Umweltschutz

Die im Sägewerk entstehende Abluft muss gemäß der gesetzlichen Bestimmungen gereinigt werden. Es entstehen keine Belastungen von Wasser und Boden. Die Abwässer werden in das lokale Abwassersystem eingespeist.

Transport

Nach einer 37 Sägewerke in ganz Deutschland berücksichtigenden Ökobilanzstudie (Rüter und Diederichs 2012) liegt die durchschnittliche Transportdistanz der für die Herstellung von kammergetrocknetem Laubschnittholz notwendigen Holzrohstoffe bei etwa 97 km. Etwa 83 % der bezogenen Holzrohstoffe stammen aus Deutschland. Im Vergleich zu Nadelschnittholz bestehen keine signifikanten Unterschiede bzgl. Transportdistanzen der Holzrohstoffe zum Sägewerk. Jene der übrigen Vollholzprodukte (Konstruktionsvollholz, Brettschichtholz, Balkenschichtholz) sind sind im Durchschnit jedoch deutlich länger.

Weitere, allgemeine Informationen zum Transport von Rundholz finden Sie "Bauprodukte aus Holz, Transport".

 
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Verarbeitung

 

 

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Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Laubschnittholz kann mit den für die Vollholzbearbeitung üblichen Werkzeugen bearbeitet werden.

Neben der Wahl einer geeigneten Holzart und Holzqualität ist gemäß DIN 68800 Teil 2 & Teil 3 ein vorbeugender baulicher Holzschutz bzw., wenn nicht anders möglich, ein chemischen Holzschutz anzuwenden.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Bei der Verarbeitung ist die Konzentration von Holzstaub in der Luft auf ein Mindestmaß zu beschränken. Mit Holzschutz- oder Flammschutzmittel behandeltes Laubschnittholz kann borhaltig sein, so dass ihre Stäube beeinträchtigend für die Fortpflanzungsfähigkeit und fruchtschädigend (reproduktionstoxisch) sein können. In diesem Fall ist zur Vermeidung von Gesundheitsschäden während der Bearbeitung ein geeigneter Atemschutz (mindestens Partikelfilter FFP2 nach DIN EN 143) zu tragen.

AGW-Werte

Auf Baustellen sind Absaugemöglichkeiten häufig nicht vorhanden, so dass bei spanabhebenden Arbeiten Holzstaubemissionen auftreten können. Nach derzeitigem Stand der Technik ist eine Konzentration für Holzstaub in der Luft am Arbeitsplatz (Schichtmittelwert) von max. 2 mg/m³ einzuhalten.

Eichen- und Buchenholzstäube sind nach TRGS 905 (K3) als krebserzeugend eingestuft. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter dem Begriff Holzstaub im WECOBIS-Lexikon.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden.

Unbehandeltes Laubschnittholz wird als Erzeugnis eingestuft. Aus diesem Grund ist kein Sicherheitsdatenblatt erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden, was für unbehandeltes Nadelschnittholz jedoch entfällt. Je nach Einbausituation möglicherweise eingesetzte Flammschutz- und Holzschutzmittel können jedoch SVHC-haltig sein. Produkt bezogene Informationen hierzu finden sich dann in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) des Herstellers.

 
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Nutzung

 

 

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Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Formaldehydemission

Der Formaldehyd-Gehalt von natürlich gewachsenem Vollholz ist sehr gering. Bei Messungen nach DIN EN 717-1 liegen die Ausgleichskonzentration typischerweise deutlich unter 0,01 ppm (zum Vergleich: Die Emissionsklasse E1 für Holzwerkstoffe entspricht einer Ausgleichskonzentration von 0,1 ppm).

Allgemeine Informationen zu den natürlich aus Holz vorkommenden Formaldehydemissionen finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

VOC-Emissionen

Holz gibt während der Nutzungsphase flüchtige organische Stoffe (VOC) in die Raumluft ab. Allgemeine Informationen zu VOC-Emissionen aus Holz und zur Gesundheitsrelevanz finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Nach heutigem Erkenntnisstand sind bei sachgerechter Verwendung von unbehandeltem Laubschnittholz keine Gefährdungen für Wasser, Luft und Boden zu erwarten.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Nach Risholm-Sundman et al. (1998) liegen die VOC Emissionen von Laubschnittholz unter denen von Nadelschnittholz, durch das nach heutigem Erkenntnisstand bei sachgerechter Verwendung keine gesundheitlichen Schäden und Beeinträchtigungen zu erwarten sind (vgl. "Nadelschnittholz, Nutzung"). Bei sachgerechter Verwendung von Laubschnittholz sind daher auch keine gesundheitlichen Schäden und Beeinträchtigungen zu erwarten.

Formaldehydemissionen

Die Formaldehydemissionen von unbehandeltem Laubschnittholz während der Nutzung sind - wie auch im Neuzustand - sehr gering.

VOC

Allgemeine Informationen zu VOC-Emissionen aus Holz und zur Gesundheitsrelevanz finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Unbehandeltes Laubschnittholz verursacht bei bestimmungsgemäßer Nutzung keine umweltrelevanten Schadstoffabgaben / Emissionen in den Außenraum.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Im Brandfall verhält sich kammergetrocknetes Laubschnittholz nicht tropfend. Die Toxizität der Brandgase entspricht der von naturbelassenem Holz. Bei Verwendung von Holzschutzmitteln (verlinken) können gefährliche Gifte freigesetzt werden. Unbehandeltes Laubschnittholz ist den Brandklassen B2 (nach DIN 4102-1), d.h. normalentflammbar und D- s2 d0 (nach DIN EN 13501-1) zugeordnet. Nach DIN 4102-4 liegt die rechnerische Abbrandrate der meisten Laubhölzer mit Rohdichten von mehr als 600 kg/m³ bei ca. 0,56 mm/min. Eine Ausnahme bildet die Buche, deren Abbrandgeschwindigkeit, wie die der meisten Nadelhölzer 0,8 mm/min beträgt.

Wassereinwirkung

Generelle Hinweise zu temporärer Wassereinwirkung und Tauwasserbefall von Holz finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

Beständigkeit Nutzungszustand

Die Gebrauchsdauer von Holz und Holzprodukten bzw. deren Verwendbarkeit wird maßgeblich durch deren natürliche Dauerhaftigkeit sowie der Gebrauchsklasse, in der das Holzprodukt eingesetzt werden soll, bestimmt. Informationen hierzu finden Sie unter dem Lexikoneintrag Holzschutz.

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.
Datenbank als PDF

Dauerhaftigkeit nach DIN EN 350-2

Dauerhaftigkeit gegenüber holzzerstörenden Pilzen

Hinsichtlich der natürlichen Dauerhaftigkeit gegen holzzerstörende Pilze ist die vorwiegend für Laubschnittholz verwendete Holzart Buche als nicht dauerhaft (Klasse 5) eingestuft. Die ebenfalls zum Einsatz kommende Eiche ist als dauerhaft eingestuft (Klasse 2).

Dauerhaftigkeit gegenüber Hausbock, Gemeinem Nagekäfer, Bohrkäfer und aschgrauem Abendbock

Buchen- und Eichenholz ist gegenüber Käferbefall der Klasse S (anfällig) zugeordnet.

Nach DIN EN 335-2 ist das Risiko für holzzerstörende als auch holzverfärbende Pilze bei Vollholz in Gebrauchsklasse (GK) 1 nach DIN EN 68800 allerdings unbedeutend. Von GK 2 bis GK 5 steigt das Risiko an. Das Risiko eines Insektenbefall tritt ab GK 1 mit ansteigender Wahrscheinlichkeit bis GK 5 auf.

Instandhaltung

Die möglichen Instandhaltungsmaßnahmen variieren je nach Anwendungsfall im Innen- oder Außenraum.

Allgemeine Informationen zur Instandhaltung von Holzprodukten im Baubereich finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

Quellen

Institut Bauen und Umwelt 2012: EPD nach ISO 14025 und DIN EN 15804 für Konstruktionsvollholz (KVH®). Deklarationsinhaber: Überwachungsgemeinschaft Konstruktionsvollholz e. V., (Quelle-Online)

Informationsdienst Holz 2013: Bauen und Leben mit Holz

Meyer, B. und Boehme, C. (1994): Formaldehyd-Abgabe von natürlich gewachsenem Holz. Holz-Zentralblatt 120, S. 1969 ff.

 
DatenblattansichtLaubschnittholz (kammergetrocknet)
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Nachnutzung

 

 

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Referenz

Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

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Wiederverwendung

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Stoffliche Verwertung

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Quellen

 

Nachnutzung aktualisiert 2025