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Begriffsdefinition

Zementgebundene Spanplatten sind plattenförmige Holzwerkstoffe. Sie bestehen aus kleinteiligen Holzpartikeln und Zement als Bindemittel.

Wesentliche Bestandteile

Zementgebundene Spanplatten werden aus ca. 25 % (bezogen auf Gewicht) Holzspänen und ca. 65 % Portlandzement hergestellt. Zudem werden dem Gemisch aus Spänen und Zement Wasser, Zusatzstoffe und evtl. Zuschlagstoffe beigemengt.

Charakteristik

Zementgebundene Spanplatten sind dreischichtig aufgebaut, wobei die Deckschichten feiner sind als die Mittelschicht. Die Platten besitzen aufgrund der hohen Rohdichte von 1,0 – 1,5 g/cm3 gute Schalldämmeigenschaften. Wegen des hohen Eigengewichts neigen liegende zementgebundene Spanplatten zu Verformungen. 

Als positive Eigenschaften sind das gute Brandverhalten sowie die Feuchte- und Pilzresistenz hervorzuheben.

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Referenz

 

Lieferzustand

Zementgebundene Spanplatten im Dickenbereich von 8 mm bis 40 mm sind in diversen handelsüblichen Formaten erhältlich:

  • Breite: 675 mm - 1250 mm
  • Länge: 2440 mm - 5000 mm

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

Zementgebundene Spanplatten werden als Brandschutzplatten eingesetzt. Zudem können sie je nach Dichte der Platten für Schall- und Wärmeschutz, als nicht tragende Innenwände und als mittragende und aussteifende Beplankung im Trocken-, Feucht- und Nassbereich verwendet werden.

Darüber hinaus sind sie auch als Fußbodenverlegeplatten (Trockenestrich) im Innenraum geeignet.

Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes (Hrsg.): Grundwissen moderner Holzbau – Praxishandbuch für Zimmerer. 5. Auflage. Köln: RM Rudolf Müller Medien GmbH & Co. KG, 2022

Holz Lexikon 2003: DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co., Leinefelden Echterdingen. ISBN 3-87181-355-9.

Informationsdienst Holz: Bauen und Leben mit Holz, Spezial März 2013, DHWR Deutscher Holzwirtschaftsrat e.V. (Hrsg), (Online-Quelle)

Wagenführ, A.; Kürschner, M. (Hrsg.): Taschenbuch der Holztechnik. 1. Auflage. München: Carl Hanser Verlag, 2012

www.dataholz.eu

 

Übersicht aktualisiert 2026
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Risikobetrachtung Lebenszyklusphasen

 

 

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Planungs- und Ausschreibungshilfen

 

 

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Umweltdeklarationen

 

 

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Bewertungssystem

 

 

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Technisches

 

 

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Technische Daten

Die Platten sind aufgrund der Alkalität des Bindemittels weitgehend beständig gegen Bewitterung, Frost, Insekten- sowie Pilzbefall. Die erzielten Biegefestigkeiten sind um 50 % geringer als bei kunstharzgebundenen Spanplatten.

Rohdichte

Nach DIN EN 12524 liegt die Rohdichte von zementgebundener Spanplatte bei 1200 [kg/m³]

Wärmeleitfähigkeit

Die Wärmeleitfähigkeit des Holzes ist abhängig von der Richtung, der Rohdichte und der Feuchte. In Faserrichtung ist sie ca. doppelt so hoch wie quer dazu und steigt in beiden Richtungen mit zunehmender Rohdichte an. Bei gleicher Rohdichte ist die Wärmeleitfähigkeit von Vollholz höher als die von Span- und Faserplatten.

Die Bemessungswärmeleitfähigkeit liegt nach DIN EN 12524 für zementgebundene Spanplatte mit einer Dichte von 1200 [kg/m³] bei 0,23 [W/m*K].

Wärmespeicherkapazität

Leitwert: ca. 1500 [J/kg*K]

Info: Die angegebene Wärmespeicherkapazität nach DIN EN 12524 bezieht sich auf einen Feuchtegehalt von 15%.

Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl

von 20 bis 120

Info: Der Wasserdampfdiffusionswiderstand ist dimensionslos und stark vom Feuchtegehalt abhängig. Die angegebenen Werte beziehen sich auf zementgebundene Spanplatten der Klassen 1 und 2 nach DIN EN 634.

Baustoffklasse nach DIN 4102-1

Zementgebundene Spanplatten sind der Brandklasse A1 und B2, d.h. nicht brennbar mit Anteilen von schwer entflammbaren Baustoffen bis schwer entflammbar zugeordnet

Euroklasse nach DIN EN 13501-1

Zementgebundene Spanplatten sind der Brandklasse BS-d0 zugeordnet.

Färbung

Zementgrau

Beständigkeit

Die Beständigkeit im Nutzungszustand hängt vom Anwendungsfall ab. Generell sind zementgebundene Spanplatten gegenüber organisch gebundenen Spanplatten witterungsbeständiger.

Weitere wichtige Kennwerte für Holzwerkstoffe

Biegefestigkeit

Hierbei handelt es sich um die zum Bruch einer Probe führende Biegespannung.

Die Biegefestigkeit von zementgebundenen Spanplatten nach EN 310 beträgt je nach Anwendungsklasse zwischen 9 und 13 N/mm².

Elastizitätsmodul (E-Modul)

Der E-Modul ist ein Maß für die Verformungssteifigkeit eines Körpers oder Stoffes bei mechanischer Beanspruchung im elastischen Bereich.

Der E-Modul von zementgebundenen Spanplatten (Biegung) nach EN 310 liegt je nach Anwendungsklasse zwischen 4500 und 6000 N/mm².

Querzugfestigkeit

Die Querzugfestigkeit ist die zum Bruch führende Spannung im Zugversuch quer zur Plattenoberfläche bezogen auf die Fläche.

Die Zugfestigkeit quer zur Plattenebene liegt für zementgebundene Spanplatten der Klassen 1 und 2 nach DIN EN 634 zwischen 0,4 und 0,5 N/mm².

Referenz

Technische Regeln (DIN, EN)

Nutzungsklassen nach DIN EN 1995

Zementgebundene Spanplatte können nach DIN 1995 (Eurocode 5) Bemessung und Konstruktion von Holzbauten, Teil 1-1 Allgemeine Regeln und Regeln für den Hochbau, in den Nutzungsklassen 1 und 2 verwendet werden.

Nutzungsklasse (NK)
Klimabedingungen Anwendungsbereiche
Feuchte [u]

1

Die Nutzungsklasse 1 ist gekenn­zeichnet durch einen Feuchtegehalt in den Baustoffen, der einer Tem­peratur von 20 °C und einer re­la­ti­ven Luftfeuchte der umgebenden Luft entspricht, die nur für einige Wochen pro Jahr einen Wert von 65 % übersteigt.

ANMERKUNG: In Nutzungsklasse 1 übersteigt der mittlere Feuchtegehalt der meisten Nadelhölzer nicht 12 %.

z. B. in allseitig geschlossenen und beheizten Bauwerken 5 - 15 %

2

Die Nutzungsklasse 2 ist ge­kennzeichnet durch einen Feuchte­gehalt in den Baustoffen, der einer Temperatur von 20 °C und einer re­lativen Luftfeuchte der um­ge­ben­den Luft entspricht, die nur für einige Wochen pro Jahr einen Wert von 85 % übersteigt.

ANMERKUNG In Nutzungsklasse 2 übersteigt der mittlere Feuchte­gehalt der meisten Nadelhölzer nicht 20 %.

z. B. bei überdachten offenen Bauwerken 10 - 20 %
3

Die Nutzungsklasse 3 erfasst Klima­bedingungen, die zu höheren Feuch­te­gehalten als in Nutzungs­klasse 2 führen.

z. B. für Konstruktionen, die der Witterung ausgesetzt sind 12 -24 %

Darüber hinaus sind die technischen Regeln nach DIN EN 634 (Zementgebundene Spanplatten - Anforderungen) zu berücksichtigen.

Holzschutz

Ein Überblick bzgl. der Holzschutzmittelauswahl in Abhängigkeit von der Gebrauchsklasse (GK) nach DIN EN 68800 gibt nachfolgende Tabelle.

GK Beschreibung der Exposition Gefährdung / Beanspruchung durch
Insekten Pilze Auswaschung Moderfäule
0 Innen verbautes Holz, ständig trocken nein nein nein nein
1 ja (Iv) nein nein nein
2 Holz, das weder dem Erdkontakt noch direkt der Witterung ausgesetzt ist, vorübergehende Befeuchtung möglich ja (Iv) ja (P) nein nein
3 Holz der Witterung ausgesetzt, aber nicht im Erdkontakt ja (Iv) ja (P) ja (W) nein
4 Holz in dauerndem Erdkontakt oder ständig starker Befeuchtung ausgesetzt ja (Iv) ja (P) ja (W) ja (E)

Iv = gegen Insekten vorbeugend wirksam; P = gegen Pilze vorbeugend wirksam; W = witterungsbeständig; E = moderfäulig

Die Tabelle zeigt, dass in GK 0 infolge der nicht vorhandenen Gefährdung durch Insekten oder Pilze der Einsatz von Holzschutzmitteln nicht erforderlich ist. Von GK 1 bis GK 4 steigen die Anforderungen an das Holzschutzmittel stetig an. Detailierte Informationen zum Holzschutz finden Sie im Lexikon.

Durch einen pH-Wert von 12 sind zementgebundene Spanplatten, im Gegensatz zu organisch gebundenen Spanplatten feuchteunempfindlich uns somit nicht gefährdet durch tierische Schädlinge. Daher sind sie auch ohne Holzschutzmittel mit V 100G, d.h. für den Einsatz im Feuchtbereich einsetzbar, gekennzeichnet. Durch Beschichtungs- oder Putzsysteme kann ein dauerhaft wirksamer Wetterschutz in Außenanwendung erzielt werden.

CE-Kennzeichen

Zementgebundene Spanplatte wird gemäß europäischer Zulassung mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet.

Die Vergabe des CE-Kennzeichens regelt die EN 13986 „Holzwerkstoffe zur Verwendung im Bauwesen – Eigenschaften, Bewertung der Konformität und Kennzeichnung“. Diese einzelne Produktnormen zusammenfassende sogenannte „Deckelnorm“ enthält die Festlegungen für Massivholzplatten, Sperrholz, OSB-Platten, organisch und zementgebundene Spanplatten und Faserplatten, untergliedert diese in technische Klassen.

Quellen

Holz Lexikon 2003: DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co., Leinefelden Echterdingen. ISBN 3-87181-355-9.

Informationsdienst Holz 2013: Bauen und Leben mit Holz

Informationsdienst Holz 2001: Konstruktive Holzwerkstoffe

  Die inhaltliche Bearbeitung dieser Seite erfolgt durch das Thünen Institut für Holzforschung

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Literaturtipps

 

 

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Literaturtipps finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Literaturtipps"

 

Literaturtipps aktualisiert 2025
 
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Rohstoffe / Ausgangsstoffe

 

 

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Hauptbestandteile

zementgebundene Spanplatte 2.1.1

Zusammensetzung nach Funktionen

  • 42-45 % Portlandzement
  • 13-17 % Primärholz
  • ca. 25 % Wasser
  • ca. 7 % Altholz

25 Gew.%. Anmachwasser der Streumischung zur Bildung des Zementsteins bleibt im Fertigprodukt zu ca. 2/3 gebunden.

Bei Platten der Brandschutzklasse A2 nach DIN 4102-1 werden ca. 7 Gew.-% des Holzes durch expandiertes Perlit ersetzt, ein durch Erhitzung aufgeschäumtes natürliches Gesteinsglas vulkanischen Ursprungs. Daneben kommen in A2 Platten noch Natriumbisulfat und Silicatgel vor, im Brandfall Kristallwasser abgebende Substanzen und Eisenoxid als roter Farbstoff zur Erkennung der nichtbrennbaren Platte.

Als Hilfsstoffe mit einem Anteil von 2 Gew.-% kommen Weißkalkhydrat, Natronwasserglas und Aluminiumsulfat hinzu. Sie dienen zur Steuerung des Zementabbindeprozesses und der Verbesserung der Langzeitbeständigkeit des Holzspans im Kontakt mit dem Zementstein.

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

zementgebundene Spanplatte 2.1.1

Zusammensetzung nach Rohstoffherkunft

Gewinnung der Primärrohstoffe

Primärholz

Primärholz findet in Form von Industrieholz, Waldhackschnitzeln und Industrierestholz Verwendung in der Spanplattenproduktion.

Bei Industrieholz für die Spanplattenherstellung handelt es sich um Rohholz verschiedener Arten, dass mechanisch zerkleinert wird. Es setzt sich vor allem aus dünneren oder minderwertigen Rohholzbestandteilen zusammen.

Waldhackschnitzel oder "grüne Hackschnitzel" sind aus Waldhackgut erzeugte Kleinteile, die entweder im teilmechanisierten Verfahren, d. h. durch manuelles Fällen und Zerhacken mit dem Anbauhacker oder im vollmechanisierten Verfahren (Aufarbeitung mit Vollerntern) hergestellt werden. Die Hackung erfolgt auf der Waldstraße oder am Lagerplatz.

Industrierestholz ist ein in der mechanischen und chemischen Industrie bei der Herstellung eines Hauptprodukts anfallender Holzreststoff, der als Primärrohstoff angesehen werden muss, da er im Gegensatz zum Sekundärrohstoff Gebrauchtholz einen Produktionsabfall darstellt, der vor seiner Verwendung z. B. für die zementgebundene Spanplattenherstellung keiner anderweitigen Nutzung unterlag.

Informationen zur Gewinnung der Primärrohstoffe, zu Waldflächenanteilen und flächenbezogener Produktivität sowie zu Waldbewirtschaftungsformen in Deutschland finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".

Förderung von Zement

Die Rohstoffförderung für Zement (Kalkstein, Ton und Kalkmergel) wird im Tagebau durchgeführt. Hierfür kommen Sprengverfahren, Löffelbagger und Radschaufellader zum Einsatz. Um die Transportwege kurz zu halten, liegen die Zementwerke in unmittelbarer Umgebung der Abbaustätten.

Verfügbarkeit

Verfügbarkeit

Informationen zur Verfügbarkeit von Holzrohstoffen in Deutschland finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".

Gebrauchtholz und Industrierestholz

Im Jahr 2020 fiel in Deutschland eine Gesamtmenge von 8 Mio. Tonnen Altholz (Gebrauchtholz und Industrierestholz) an. Zusätzlich wurden 1,8 Mio. Tonnen importiert. Ungefähr 70 % der Altholzmengen wurden energetisch verwertet, 14,5 % wurden stofflich in der Spanplattenproduktion genutzt. Die verbleibende Menge wurde exportiert (14,2 %) oder anderweitig verwertet (0,3 %) (Döring, P.; Mantau, U. 2021). Die Spanplattenindustrie ist derzeit also der wichtigste Altholzabnehmer für stoffliche Verwertung.

Zement

Zur Zeit ist die Verfügbarkeit von Zement in ausreichendem Maße gewährleistet. Details siehe unter "Zement, Rohstoffe".

Waldholz

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Für die Herstellung von Spanplatten kommt ein hoher Anteil Gebrauchtholz (Recyclingmaterial) zum Einsatz, der 2020 bei ca. 36 % lag. Zusätzlich werden Sägenebenprodukte (ca. 41 %) und andere Industrieresthölzer (5,6 %) verarbeitet. (Döring, P.; Gieseking, L.; Mantau, U. 2021) Neben naturbelassenen, lediglich mechanisch behandelten A1-Hölzern können auch holzschutzmittelfreie, verleimte, gestrichene, beschichtete, lackierte oder anderweitig behandelte Althölzer ohne (A2) bzw. mit (A3) halogenorganischen Verbindungen in der Beschichtung zur Anwendung kommen, sofern Lackierungen und Beschichtungen zuvor entfernt werden.

Landinanspruchnahme (Landuse)

Landinanspruchnahme (Landuse)

Weitere Informationen zu waldbezogener Landnutzung in Deutschland finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".

Quellen

Basisdaten Wald und Holz 2025, Herausgeber: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), 4. Auflage, 2025, Gülzow-Prüzen, (Online-Quelle)

Döring, P.; Gieseking, L.; Mantau, U. 2021: Holzwerkstoffindustrie 2020. Entwicklung der Produktionskapazität und Holzrohstoffnutzung. Hamburg. 

Döring, P.; Mantau, U. 2021: Altholz im Entsorgungsmarkt. Aufkommen und Verwertung 2020. Hamburg

www.lwf.bayern.de/

www.bundeswaldinventur.de

 

Rohstoffe aktualisiert 2026
 
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Herstellung

 

 

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Prozesskette

Prozesskette zementgeb Spanplatte neu

Herstellungsprozess

3-4 Monate gelagertes, nicht fungizid behandeltes, entrindetes Nadelholz von Fichte und Tanne wird zerspant und getrennt nach Fein- und Grobgut in Spänesilos gelagert.

Im mechanischen Mischer wird die Streumischung aus Holzspänen, Zement, Rückführgut aus Besäumungsabfällen, den Hilfstoffen und Wasser in einem halbtrockenen Streuverfahren hergestellt. Über eine mechanische Wurfsichtung wird das Material getrennt nach Deck- und Mittelschichtmaterial gleichmäßig auf Trägerplatten verteilt. Überschüssiges Material wird der Streumaschine direkt wieder zugeführt. Der geformte Plattenrohling wird 24 Stunden verpresst und zum Abbinden in einer Klimakammer und Anschließend zum vollständigen Aushärten für ca. 4 Wochen im Reifelager gelagert.

Vor der Auslieferung werden die Platten auf die entsprechende Ausgleichsfeuchte (9 ± 3 %) konditioniert, besäumt bzw. einer Sonderbehandlung wie Schleifen, Schneiden, Kantenprofilierung, Grundierung, Beschichtung unterzogen.

Umweltindikatoren / Herstellung

Für zementgebundene Spanplatten liegen im Gegensatz zu den übrigen Holzprodukten keine lebenszyklusabschnittscharfen repräsentativen Ökobilanzergebnisse nach DIN EN 15804 vor. Nachfolgende Angaben zum Primärenergiebedarf und den Umweltwirkungen sind bezogen auf die gesamte Herstellung von zementgebundenen Spanplatten.

Energieaufwand

Der Energieaufwand für die Herstellung von zementgebundenen Spanplatten stammt zum großen Teil aus der Herstellung des Zements.

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Ein gesundheitliches Risiko stellt Holzstaub dar. Informationen dazu finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Herstellung" sowie im Lexikonbegriff.

 
Herstellung aktualisiert 2025
 
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Verarbeitung

 

 

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Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Zementgebundene Spanplatten können mit üblichen Maschinen gesägt, gefräst, gehobelt, geschliffen und gebohrt werden. Verarbeitungsempfehlungen können den entsprechenden Datenblättern entnommen werden. Im Vergleich zu organisch gebundenen Spanplatten führt die Bearbeitung von zementgebundenen Spanplatten zu einer schnelleren Werkzeugabnutzung. Es empfiehlt sich daher die Bearbeitung mit hartmetallbestückten Holzwerkzeugen. Auf einen bauphysikalisch fachgerechten Einbau ist zu achten.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Bei der Verarbeitung der Produkte sind die üblichen Schutzmaßnahmen (Staubmaske, Handschuhe, Schutzkleidung, Staubabsaugung etc.) zu beachten.

AGW-Werte

Nach derzeitigem Stand der Technik ist eine Konzentration für Holzstaub in der Luft am Arbeitsplatz (Schichtmittelwert) von max. 2 mg/m³ einzuhalten. Die maximal zulässige Zementstaubbelastung am Arbeitsplatz liegt bei 5 mg/m³, gemessen im Gesamtstaub.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden.

Zementgebundene Spanplatte wird als Erzeugnis eingestuft. Aus diesem Grund ist kein Sicherheitsdatenblatt erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen.
Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Produkt bezogene Informationen hierzu finden sich dann in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) des Herstellers.

 
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Nutzung

 

 

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Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Formaldehydemission

Der Formaldehyd-Gehalt von natürlich gewachsenem Vollholz ist sehr gering. Relevante Formaldehyd-Emissionen sind aufgrund der Verwendung von Zement als Bindemittel nicht zu erwarten.

VOC-Emissionen

Relevante VOC-Emissionen sind aufgrund des verwendeten Bindemittels nicht zu erwarten.

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Nach heutigem Erkenntnisstand sind bei sachgerechter Verwendung von zementgebundenen Spanplatten keine Gefährdungen für Wasser, Luft und Boden zu erwarten.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Zementgebunden Spanplatten sind nicht brennbar oder schwer entflammbar (Brandstoffklassen A2 oder B1) und finden daher als Branschutzelemente Verwendung.

Weitere Informationen zum Brandverhalten von Holzkonstruktionen finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

Wassereinwirkung

Aufgrund des Bindemittels sind zementgebundene Spanplatten feuchteunempfindlich und bedürfen auch im Anwendungsfall keines chem. Holzschutzmittels. Durch Beschichtungs- oder Putzsysteme kann ein dauerhaft wirksamer Wetterschutz erzielt werden.

DIN 68800 regelt die Anwendungsspezifika von Holzwerkstoffen in den verschiedenen Gebrauchsklassen.

Beständigkeit Nutzungszustand

Die Gebrauchsdauer von Holz und Holzprodukten bzw. deren Verwendbarkeit wird maßgeblich durch deren natürliche Dauerhaftigkeit sowie der Gebrauchsklasse, in der das Holzprodukt eingesetzt werden soll, bestimmt. Informationen hierzu finden Sie unter dem Lexikoneintrag Holzschutz.

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.
Datenbank als PDF

Entsprechend den im Gebrauch zu erwartenden Feuchtigkeitsbedingungen besteht eine Gefahr durch angreifende Organismen wie holzzerstörende Pilze, Schimmelpilze oder Insekten. Um Gefährdungen durch angreifende Organismen (z. B. Bläue- und Schimmelpilze) abzumindern muss der baulichen Pflege und Instandhaltung bei der Verwendung von Holzwerkstoffplatten eine besondere Aufmerksamkeit gegeben werden. Oberflächen sollten rechtzeitig von Nährboden darstellenden Stoffablagerungen gereinigt werden.

Instandhaltung

Zementgebundene Spanplatten können in Innen- und Außenanwendung verbaut werden. Bei einer Verwendung im Innenraum unterliegen sie keiner Abnutzung. Um die Wartungsintervalle zu erhöhen muss bei der Verwendung im Außenraum jedoch ein dauerhafter Wetterschutz durch eine geeignete Beschichtung und / oder einem Putz gewährleistet sein.

Allgemeine Informationen zur Instandhaltung von Holzprodukten im Baubereich finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

 
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Nachnutzung

 

 

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Wiederverwendung / Wiederverwertung / Beseitigung

Das Entsorgungs- und Recyclingpotenzial von Zementgebundene Spanplatten ist hinsichtlich zwei Aspekten als kritisch zu bewerten:

  • Zementgebundene Spanplatten sind ein mineralisch / organisches Verbundmaterial.
  • Abfälle aus Zementgebundene Spanplatten fallen zum großen Teil mit Bauschutt und Bauabfall vermischt an.

Rückbau – Verfahren

Die Rückbaufähigkeit der zementgebundenen Spanplatten ist von der Einbausituation abhängig.
Verschraubte Platten können meist gut von der Unterkonstruktion getrennt werden, die Entfernung von Klammern ist dagegen aufwändig.
Bei der Errichtung eines Schwimmfußbodens werden die Platten lose auf die Trittschalldämmung gelegt. Sie können einfach entnommen werden – wenn zuvor der Fußbodenbelag abgetrennt werden kann. Bei zweilagiger Verlegung werden die beiden Spanplatten untereinander mechanisch verbunden (geschraubt oder geklammert).
Bei Verklebung (z.B. bei Einsatz als Trockenestrich in Böden mit Fußbodenheizung) ist ein Rückbau auf der Baustelle nicht mit vertretbarem Aufwand möglich.
Gegebenenfalls vorkommende Putzschichten oder keramische Beläge bei Wandverkleidungen können abgeschlagen werden. Der Aufwand wird meist nicht getrieben, da alle Abfälle gemeinsam als gemischte Bau- und Abbruchabfälle entsorgt werden können.

Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

Beim Rückbau sind – unter Beachtung der jeweiligen Einbausituation und möglicher Holzstaubemission – keine baustoffspezifischen Risiken für Umwelt und Gesundheit zu erwarten.

Wiederverwendung

Zementgebundene Spanplatten können wiederverwendet werden, wenn sie trocken sind, unzerstört und sauber ausgebaut und getrennt gesammelt wurden.
Eine Wiederverwendung von verputzten Zementgebundene Spanplatten ist aufgrund des Zustands der rückgebauten Platten in der Regel ausgeschlossen.

Verbrennung

Durch den Holzanteil werden die zulässigen organischen Bestandteile für die Deponieklasse II (TOC ≤ 5 %) überschritten. Die Platten müssen vor einer Deponierung zunächst in einer Müllverbrennungsanlage thermisch behandelt werden. Von einer energetischen Verwertung kann man hier nicht sprechen, weil sich durch das Verbrennen der Platten kaum Energie in nennenswerter Menge erzeugen lässt.

Deponierung

Zementgebundene Spanplatten müssen wegen des hohen organischen Anteils vor der Deponierung aufbereitet werden (siehe Verbrennung).

EAK-Abfallschlüssel

siehe auch Lexikon / Abfallschlüssel

17 Bau- und Abbruchabfälle
17 09 04 gemischte Bau- und Abbruchabfälle

Quellen

Fortentwicklung und Evaluierung des BNB-Kriteriensteckbriefs 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung. Forschungsprogramm. Anlage 4 Nachnutzung von Baustoffen. Hildegund Figl, Maria Fellner, Caroline Thurner. IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie GmbH, Wien. Zukunft Bau, Aktenzeichen SWD 10.08.17.7-20.36 (ID 88). Berichtsdatum: 31. Januar 2024. (Online-Quelle)

 

Nachnutzung aktualisiert 2025