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Begriffsdefinition

Oriented Strand Boards (OSB) sind plattenförmige Holzwerkstoffe auf Basis von großen Spänen, sogenannten Strands. Neben Strands besteht OSB aus duroplastischen Bindemitteln.

Wesentliche Bestandteile

Für die OSB-Herstellung wird Kiefer- und Fichtenholz aus Durchforstungsmaßnahmen genutzt. Das Holz wird zu langen, flachen Holzspänen (Strands) verarbeitet. Als Bindemittel wird Polymethylendiisocyanat- (PMDI) für eine wasserfeste Verleimung verwendet. Für einige Plattentypen werden auch Melamin-Harnstoff-Phenol-Formaldehyd-Harze (MUPF) oder Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-Harze (MUF) eingesetzt.

Charakteristik

OSB-Platten (oriented strand board) werden aus Grobspänen (ca. 100-150 mm x 10-15 mm) hergestellt. Die Späne werden während des Streuvorganges mechanisch ausgerichtet, wodurch meist ein kreuzweiser Aufbau der Platte erzeugt werden kann. OSB-Platten besitzen gegenüber Spanplatten deutlich höhere Festigkeiten. Ihr Anwendungsgebiet im konstruktiven Holzbau ist teilweise vergleichbar mit dem der Spanplatte. 

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Der höhere Energiebedarf im Vergleich zur Spanplattenherstellung geht darauf zurück, dass die Herstellung des für OSB zum Einsatz kommenden PMDI Klebstoffs einen höheren Energiebedarf hat. Zudem benötigt die OSB-Verpressung deutlich mehr Energie als der Pressprozess in der Spanplattenherstellung (Rüter & Diederichs 2012).

Lieferzustand

OSB sind in diversen handelsüblichen Formaten erhältlich:

  • Breite: 675 mm - 1250 mm
  • Dicke: 6 mm - 40 mm
  • Länge: 2440 mm - 5000 mm

Je nach Hersteller sind größere Abmessungen und Sonderformate verfügbar.

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

OSB Platten können im Innenausbau, Möbelbau, Holzbau sowie als Verpackungsmaterial eingesetzt werden. Sie werden als Bauplatten, Wand- oder Dachbeplankung verwendet und dienen im Fußbodenbereich als Verlegeplatten. Im Dachausbau und als Fassade finden sie wie auch im Möbelbau dekorativen Einsatz. Darüber hinaus werden sie als Betonschalung verwendet.

Die Anwendungsbereiche werden wie folgt unterteilt:

  • OSB/1: Platten für allgemeine Zwecke und für Inneneinrichtungen (einschl. Möbel) zur Verwendung im Trockenbereich
  • OSB/2: Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Trockenbereich
  • OSB/3: Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Feuchtbereich
  • OSB/4: Hochbelastbare Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Feuchtbereich

Bundebildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes (Hrsg.): Grundwissen moderner Holzbau – Praxishandbuch für Zimmerer. 5. Auflage. Köln: RM Rudolf Müller Medien GmbH & Co. KG, 2022

Holz Lexikon 2003: DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co., Leinefelden Echterdingen. ISBN 3-87181-355-9.

Informationsdienst Holz: Bauen und Leben mit Holz, Spezial März 2013, DHWR Deutscher Holzwirtschaftsrat e.V. (Hrsg), (Online-Quelle)

Informationsdienst Holz: Span- und Faserplatten, OSB, Spezial Mai 2009, (Online-Quelle)

Rüter, S; Diederichs, S:2012, Ökobilanz Basisdaten für Bauprodukte aus Holz, Hamburg, Johann Heinrich von Thünen Institut, Institut für Holztechnologie und Holzbiologie, Abschlussbericht.

Wagenführ, A.; Kürschner, M. (Hrsg.): Taschenbuch der Holztechnik. 1. Auflage. München: Carl Hanser Verlag, 2012

https://vhi.de/produktionsprozess-osb/

 

Übersicht aktualisiert 2026
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Risikobetrachtung Lebenszyklusphasen

 

 

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Umweltdeklarationen

 

 

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Technisches

 

 

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Technische Daten

Durch die Verwendung langer und schlanker Strands werden gegenüber konventioneller Spanplatte insbesondere höhere Biegefestigkeiten erreicht.

Rohdichte

Laut EN 12369-1 ist die charakteristische Rohdichte für die Anwendungsklassen OSB/2, OSB/3, OSB/4 nach EN 300 mit 550 kg/m³ anzunehmen.

Wärmeleitfähigkeit

Die Wärmeleitfähigkeit des Holzes ist abhängig von der Richtung, der Rohdichte und der Feuchte. In Faserrichtung ist sie ca. doppelt so hoch wie quer dazu und steigt in beiden Richtungen mit zunehmender Rohdichte an. Bei gleicher Rohdichte ist die Wärmeleitfähigkeit von Vollholz höher als die von Span- und Faserplatten.

Nach DINV 4108-4 liegt der tabellierte Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit für OSB bei 0,13 [W/m*K].

Wärmespeicherkapazität

von ca. 1700 bis 2100 [J/kg*K]

Info: Die angegebene Wärmespeicherkapazität bezieht sich auf einen Feuchtegehalt von 15%. Die Wärmespeicherkapazität variiert mit der Art des Bindemittels.

Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl

von 100 bis 300

Der Wasserdampfdiffusionswiderstand ist dimensionslos und stark vom Feuchtegehalt abhängig. Die angegebenen Werte wurden der DIN 52615 entnommen.

Baustoffklasse nach DIN 4102-1

OSB Platten sind der Brandklasse B2, d.h. normalentflammbar zugeordnet.

Euroklasse nach DIN EN 13501-1

OSB Platten sind der Brandklasse D-s2, d0 zugeordnet.

Färbung

Hell-gelb bis rot-braun

Beständigkeit

Die Beständigkeit im Nutzungszustand ist von den Anwendungsklassen abhängig.

Weitere wichtige Kennwerte für Holzwerkstoffe

Biegefestigkeit

Hierbei handelt es sich um die zum Bruch einer Probe führende Biegespannung.

Die Biegefestigkeit von OSB nach EN 310 liegt je nach Anwendungsklasse gemäß EN 300 zwischen 9 und 36 N/mm².

Elastizitätsmodul (E-Modul)

Der E-Modul ist ein Maß für die Verformungssteifigkeit eines Körpers oder Stoffes bei mechanischer Beanspruchung im elastischen Bereich.

Die Anforderung an den E-Modul von OSB (Biegung) nach EN 310 liegt je nach Anwendungsklasse zwischen 1200 und 4800 N/mm².

Querzugfestigkeit

Die Querzugfestigkeit ist die zum Bruch führende Spannung im Zugversuch quer zur Plattenoberfläche bezogen auf die Fläche.

Die Anforderung an die Zugfestigkeit quer zur Plattenebene beträgt nach EN 319 je nach Anwendungsklasse zwischen 0,26 und 0,50 N/mm².

Referenz

Technische Regeln (DIN, EN)

Nutzungsklassen nach DIN EN 1995

OSB können nach DIN EN 1995 (Eurocode 5) Bemessung und Konstruktion von Holzbauten, Teil 1-1 Allgemeine Regeln und Regeln für den Hochbau, in den Nutzungsklassen 1 und 2 verwendet werden.

Nutzungsklasse (NK)
Klimabedingungen Anwendungsbereiche
Feuchte [u]

1

Die Nutzungsklasse 1 ist gekenn­zeichnet durch einen Feuchtegehalt in den Baustoffen, der einer Tem­peratur von 20 °C und einer re­la­ti­ven Luftfeuchte der umgebenden Luft entspricht, die nur für einige Wochen pro Jahr einen Wert von 65 % übersteigt.

ANMERKUNG: In Nutzungsklasse 1 übersteigt der mittlere Feuchtegehalt der meisten Nadelhölzer nicht 12 %.

z. B. in allseitig geschlossenen und beheizten Bauwerken 5 - 15 %

2

Die Nutzungsklasse 2 ist ge­kennzeichnet durch einen Feuchte­gehalt in den Baustoffen, der einer Temperatur von 20 °C und einer re­lativen Luftfeuchte der um­ge­ben­den Luft entspricht, die nur für einige Wochen pro Jahr einen Wert von 85 % übersteigt.

ANMERKUNG In Nutzungsklasse 2 übersteigt der mittlere Feuchte­gehalt der meisten Nadelhölzer nicht 20 %.

z. B. bei überdachten offenen Bauwerken 10 - 20 %
3

Die Nutzungsklasse 3 erfasst Klima­bedingungen, die zu höheren Feuch­te­gehalten als in Nutzungs­klasse 2 führen.

z. B. für Konstruktionen, die der Witterung ausgesetzt sind 12 -24 %

Darüber hinaus sind die technischen Regeln nach DIN EN 300 (Platten aus langen, flachen, ausgerichteten Spänen (OSB) - Definitionen, Klassifizierung und Anforderungen) zu berücksichtigen.

Holzschutz

Ein Überblick bzgl. der Holzschutzmittelauswahl in Abhängigkeit von der Gebrauchsklasse (GK) nach DIN EN 68800 gibt nachfolgende Tabelle.

GK Beschreibung der Exposition Gefährdung / Beanspruchung durch
Insekten Pilze Auswaschung Moderfäule
0 Innen verbautes Holz, ständig trocken nein nein nein nein
1 ja (Iv) nein nein nein
2 Holz, das weder dem Erdkontakt noch direkt der Witterung ausgesetzt ist, vorübergehende Befeuchtung möglich ja (Iv) ja (P) nein nein
3 Holz der Witterung ausgesetzt, aber nicht im Erdkontakt ja (Iv) ja (P) ja (W) nein
4 Holz in dauerndem Erdkontakt oder ständig starker Befeuchtung ausgesetzt ja (Iv) ja (P) ja (W) ja (E)

Iv = gegen Insekten vorbeugend wirksam; P = gegen Pilze vorbeugend wirksam; W = witterungsbeständig; E = moderfäulig

Die Tabelle zeigt, dass in GK 0 infolge der nicht vorhandenen Gefährdung durch Insekten oder Pilze der Einsatz von Holzschutzmitteln nicht erforderlich ist. Von GK 1 bis GK 4 steigen die Anforderungen an das Holzschutzmittel stetig an. Detailierte Informationen zum Holzschutz finden Sie im Lexikon.

Für OSB ist im Gegensatz zu Spanplatten eine Zugabe von Holzschutzmitteln während der Herstellung nicht bekannt.

CE-Kennzeichen

Spanplatte wird gemäß europäischer Zulassung mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet.

Die Vergabe des CE-Kennzeichens regelt die EN 13986 „Holzwerkstoffe zur Verwendung im Bauwesen – Eigenschaften, Bewertung der Konformität und Kennzeichnung“. Diese einzelne Produktnormen zusammenfassende sogenannte „Deckelnorm“ enthält die Festlegungen für Massivholzplatten, Sperrholz, OSB-Platten, organisch und zementgebundene Spanplatten und Faserplatten, untergliedert diese in technische Klassen.

Weitere Kennzeichnung

Zusätzlich wird ein Farb-Kennzeichungssystem verwendet, welches angibt, ob die Platte allgemein und für Innenanwendung (OSB/1) oder tragende bis hochbelastbare Zwecke (OSB/4) eingesetzt werden kann.

Der Verband der deutschen Holzwerkstoffindustrie gibt eine Übersicht zur Produktkennzeichnung von Holzwerkstoffen.

Quellen

Institut Bauen und Umwelt 2012: EPD nach ISO 14025. Deklarationsinhaber: Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e. V.

Holz Lexikon 2003: DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co., Leinefelden Echterdingen. ISBN 3-87181-355-9.

Dunky und Niemz 2002: Holzwerkstoffe und Leime; Technologie und Einflussfaktoren, Springer, 926 S.

Informationsdienst Holz 2013: Bauen und Leben mit Holz

Informationsdienst Holz 2001: Konstruktive Holzwerkstoffe

  Die inhaltliche Bearbeitung dieser Seite erfolgt durch das Thünen Institut für Holzforschung

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Literaturtipps

 

 

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Literaturtipps finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Literaturtipps"

 

Literaturtipps aktualisiert 2025
 
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Rohstoffe / Ausgangsstoffe

 

 

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Hauptbestandteile

OSB 2.1.1

Durchschnittliche Zusammensetzung nach Funktionen

Nach Rüter & Diederichs 2012 liegen die Bestandteile von OSB durchschnittlich bei:

  • Holz ca. 88,5 %
  • Wasser ca. 4,5 %
  • Klebstoffe ca. 5,1 % 
  • Paraffin ca. 1,9 %

Je nach Hersteller und abhängig vom Produkttyp kann der Kleberanteil geringer sein.

Flammschutzmittel

Flammschutzmittel dienen der Verringerung der Entzündbarkeit von Holz, Holzwerkstoffen und Holzbauteilen. In den meisten Fällen kann durch ihren Einsatz die Entflammbarkeit von Holzprodukten von normal entflammbar (D) auf schwer entflammbar (C) verringert werden.

Weiterführende Informationen zur Anwendung von Flammschutzmitteln im Zusammenhang mit Holzprodukten finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

OSB 2.1.1

Zusammensetzung nach Rohstoffherkunft

Gewinnung der Primärrohstoffe

Holz

Für die Herstellung von OSB kommt ausschließlich Industrieholz zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um Rohholz verschiedener Arten (vornehmlich Kiefer), das bei Durchforstungsmaßnahmen gewonnen und mechanisch zerkleinert wird. Es setzt sich vor allem aus dünneren oder minderwertigen Rohholzbestandteilen zusammen.

Informationen zur Gewinnung der Primärrohstoffe, zu Waldflächenanteilen und flächenbezogener Produktivität sowie zu Waldbewirtschaftungsformen in Deutschland finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".

Polymeres Methyldiphenyl Diisocyanat (PMDI)

Melamin-Harnstoff-Phenol-Formaldehyd (MUPF) / Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-Harz (MUF)

Harnstoff-Formaldehyd (UF)

Melamin-Formaldehyd (MF)

Phenol-Formaldehyd (PF)

Verfügbarkeit

Verfügbarkeit

Im Jahr 2020 belief sich der Faserholzverbrauch für OSB Platten auf 1,64 Mio. Fm. Davon entfielen knapp 95 % auf Industrieholz, überwiegend aus Nadelholz mit einem geringen Anteil (3,8 %) aus Laubholz. Zudem wurden 3,8 % (0,063 Mio. Fm) Sägenebenprodukte sowie Rinde (1,3 %) eingesetzt. (Döring, P.; Gieseking, L.; Mantau, U. 2021) 

Informationen zur Verfügbarkeit des Rohstoffes Holz in Deutschland finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Für die Herstellung von OSB Platten kommen im Gegensatz zu Spanplatten keine Recyclingmaterialien / Produktionsabfälle zum Einsatz.

Landinanspruchnahme (Landuse)

Landinanspruchnahme (Landuse)

Weitere Informationen zu waldbezogener Landnutzung in Deutschland finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".

Quellen

Mantau, U. et al. (2010): EUwood. Real potential for changes in growth and use of EU forests. Final report. Univercity of Hamburg.

Döring, P.; Gieseking, L.; Mantau, U. 2021: Holzwerkstoffindustrie 2020. Entwicklung der Produktionskapazität und Holzrohstoffnutzung. Hamburg.

Mantau, U. et al. (2010): EUwood. Real potential for changes in growth and use of EU forests. Final report. Univercity of Hamburg.

Rüter, S; Diederichs, S:2012, Ökobilanz Basisdaten für Bauprodukte aus Holz, Hamburg, Johann Heinrich von Thünen Institut, Institut für Holztechnologie und Holzbiologie, Abschlussbericht.

www.bundeswaldinventur.de

 

Rohstoffe aktualisiert 2026 
 
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Herstellung

 

 

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Prozesskette

Prozesskette OSB neu

Quelle: Rüter & Diederichs 2012

Herstellungsprozess

Aus entrindetem Rundholz werden im feuchten Zustand durch rotierende Messer (häufig Messerringzerspaner) Strands herausgeschnitten. Anschließend werden die Strands in Trommeltrocknern getrocknet und in einer Beleimtrommel meist mit PMDI benetzt. Hierbei können Wachse und Additive zugegeben werden. Zur Streuung der Matte werden bspw. Metallscheibenvorrichtungen verwendet, bei denen die Strands nur mit bestimmter Ausrichtung auf das Formband fallen können. Die Matte wird in einer kontinuierlichen Presse, selten in einer diskontinuierlichen Presse, unter hohem Druck und bei Temperaturen von ca. 220 °C verpresst. Der Plattenstrang wird anschließend aufgetrennt, formatiert und in Sternwendern abgekühlt und abgestapelt. 

Umweltindikatoren / Herstellung

Referenz

Energieaufwand

Erneuerbare Energieträger werden vornehmlich in Form von Holz zur Erzeugung von Prozesswärme eingesetzt. Nicht erneuerbare Energie wird hauptsächlich zur Stromerzeugung und in Form von Kraftstoffen für die Transportprozesse eingesetzt.

Der höhere Energiebedarf im Vergleich zur Spanplattenherstellung geht darauf zurück, dass die Herstellung des für OSB zum Einsatz kommenden PMDI Klebstoffs einen höheren Energiebedarf hat. Zudem ist der Energieaufwand zur Herstellung von Holzwerkstoffen von der Permeabilität (Durchlässigkeit) des Werkstoffs abhängig. Eine hohe Permeabilität wirkt sich positiv auf den Energiebedarf des Pressprozesses aus. Da die Permeabilität im Allgemeinen mit geringerer Partikelgröße steigt, benötigt die OSB-Verpressung deutlich mehr Energie als der Pressprozess in der Spanplattenherstellung.

Mehr Informationen zu der zum Einsatz kommenden Primärenergie in der Herstellung von OSB finden sich in (Rüter & Diederichs 2012).

Charakteristische Emissionen

Bei der Herstellung von Holzwerkstoffen treten Emissionen insbesondere bei der Verbrennung von Holz auf. Informationen zu Mengen und Zusammensetzungen jener Emissionen finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Herstellung".

Emissionen bei der Trocknung von Fasern oder Spänen für die Holzwerkstoffherstellung sowie beim Verpressen

Bei der Trocknung von Fasern oder Spänen treten aufgrund der größeren Oberfläche des Trocknungsgutes und der höheren Temperaturen deutlich höhere Emissionen auf als bei der Rundholztrocknung. Die Höhe der Emissionen variiert dabei in Abhängigkeit von der verwendeten Holzart. Sowohl bei der Herstellung von Span- als auch von MDF-Platten entstehen im Zuge der Trocknungs- und Pressprozesse flüchtige organische Verbindungen (VOC) sowie geringe Mengen an Formaldehyd, Acetaldehyd und Methanol. Vergleichbare Emissionen sind auch bei der Herstellung von OSB-Platten zu erwarten.

Angaben zu den Haupteinflussfaktoren während der Produktion von OSB-Platten auf die Ökobilanzwirkungsindikatoren finden sich in (Rüter & Diederichs 2012).

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Ein gesundheitliches Risiko stellt Holzstaub dar. Informationen dazu finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Herstellung" sowie im Lexikonbegriff.

Durch Formatierung der OSB-Platten nach Pressenausgang und eventuell prozessbedingter Wärmeentwicklung kann es zu erhöhten Emissionen der aus dem Holz und Klebstoff entweichenden flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) kommen. Der Pressenausgang sowie alle weiteren Maschinen und Anlagen sind vorzugsweise geschlossen ausgeführt oder mit Einhausungen und wirksamen Absaugungen ausgerüstet. Hierbei sind alle Emissionsquellen zu berücksichtigen. Ein direkter Hautkontakt mit den Klebstoffen ist zu vermeiden. Im Zusammenhang mit dem Einsatz von Hydrophobierungsmitteln wie Paraffinwachs - oder emulsion ist Staubentwicklung, Aerosolbildung und Substanzkontakt zu vermeiden. Persönliche Schutzausrüstung ist zu tragen. Die Angaben in Sicherheitsdatenblättern sind zu beachten.

Maßnahmen Umweltschutz

Die Abluft des OSB-Werks muss gemäß der gesetzlichen Bestimmungen gereinigt werden. Es entstehen keine Belastungen von Wasser und Boden. Die Abwässer werden in das lokale Abwassersystem eingespeist. Lärmintensive Maschinen sind durch bauliche Maßnahmen entsprechend gekapselt.

Transport

Nach einer 28 % der deutschen OSB-Produktion abdeckenden Ökobilanzstudie (Rüter und Diederichs 2012) liegt die Transportdistanz der für die Herstellung notwendigen Holzrohstoffe bei 95 km.

Weitere, allgemeine Informationen zum Transport von Rundholz finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Transport".

 
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Verarbeitung

 

 

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Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

OSB-Platten können mit üblichen Maschinen gesägt, gefräst, gehobelt, geschliffen und gebohrt werden. Verarbeitungsempfehlungen können den entsprechenden Datenblättern entnommen werden. Auf einen bauphysikalisch fachgerechten Einbau ist zu achten. Bei der Auswahl von Zusatzprodukten ist darauf zu achten, dass diese die beschriebenen Eigenschaften der Umweltverträglichkeit nicht nachteilig beeinflussen.

Die Verwendung eines vorbeugenden chemischen Holzschutzes ist unüblich, da in der Mehrzahl der Anwendungsfälle ein baulicher Holzschutz ausreichend ist. Bedeutend ist beim baulichen bzw. konstruktiven Holzschutz Wasser möglichst vom Holz fernzuhalten oder ein schnelles Ablaufen zu gewährleisten und durch Luftumspülung eine schnelle Abtrocknung zu ermöglichen.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Bei der Verarbeitung der Produkte sind die üblichen Schutzmaßnahmen (Staubmaske, Handschuhe, Schutzkleidung, Staubabsaugung etc.) zu beachten. Mit Holzschutz- oder Flammschutzmittel behandelte Holzwerkstoffe können borhaltig sein, so dass ihre Stäube beeinträchtigend für die Fortpflanzungsfähigkeit und fruchtschädigend (reproduktionstoxisch) sein können. In diesem Fall ist zur Vermeidung von Gesundheitsschäden während der Bearbeitung geeigneter Atemschutz (mindestens Partikelfilter FFP2 nach DIN EN 143) zu tragen.

AGW-Werte

Auf Baustellen sind Absaugemöglichkeiten häufig nicht vorhanden, so dass bei spanabhebenden Arbeiten Holzstaubemissionen auftreten können. Der gesetzlich vorgeschriebene Maximalwert von 2 mg/m³ ist einzuhalten.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden.

OSB wird als Erzeugnis eingestuft. Aus diesem Grund ist kein Sicherheitsdatenblatt erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen.
Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Produkt bezogene Informationen hierzu finden sich dann in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) des Herstellers.

 
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Nutzung

 

 

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Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Formaldehydemission

Laut Chemikalien-Verbotsverordnung dürfen in Deutschland nur Holzwerkstoffe der Emissionsklasse E1 verwendet werden. Dies entspricht einer Ausgleichskonzentration im Prüfraum von 0,1 ml/m3 (ppm).

OSB Platten werden meist mit PMDI verklebt. In diesem Fall liegen die Formaldehydemissionen im Bereich von natürlichem, unbehandeltem Nadelholz.

Allgemeine Informationen zur Formaldehydemission finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

VOC-Emissionen

Holzwerkstoffe geben während der Nutzungsphase flüchtige organische Stoffe (VOC) in die Raumluft ab. Allgemeine Informationen zu VOC-Emissionen aus Holz und ihrer Gesundheitsrelevanz finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

MDI (Methylendiphenyldiisocyanat)

Aufgrund der hohen Reaktivität des MDI gegenüber Wasser (Luft- und Holzfeuchte) ist davon auszugehen, dass mit PMDI-Klebstoffen verklebte OSB-Platten bereits kurze Zeit nach Herstellung und somit auch im Neuzustand und während der Nutzung eine MDI-Emission im Bereich des Nullwertes aufweisen.

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Nach heutigem Erkenntnisstand sind bei sachgerechter Verwendung von OSB keine Gefährdungen für Wasser, Luft und Boden zu erwarten.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Vgl. 2.4.1 Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Vgl. 2.4.1 Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Im Brandfall verhält sich OSB normal qualmend und nicht tropfend und sind daher den Brandklassen B2 (nach DIN 4102-1), d.h. normalentflammbar und D-s2 d0 (nach DIN EN 13501-1) zugeordnet. Nach DIN 4102-4 liegen die rechnerischen Abbrandraten von OSB bei 0,9 mm/min.

Wassereinwirkung

Generelle Hinweise zu temporärer Wassereinwirkung und Tauwasserbefall von Holz finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

Gegenüber dauerhafter Wassereinwirkung sind OSB nicht beständig. Sie werden bei entsprechender Wasserzufuhr bzw. Holzfeuchte genauso durch holzzerstödende Pilze befallen und zerstört, wie die jeweiligen Holzarten, aus denen sie hergestellt wurden. DIN 68800 regelt die Anwendungsspezifika von Holzwerkstoffen in den verschiedenen Gebrauchsklassen.

Aus OSB werden keine Inhaltstoffe ausgewaschen, die wassergefährdend sein könnten. Schadhafte Stellen können lokal ausgewechselt werden.

Beständigkeit Nutzungszustand

Die Gebrauchsdauer von Holz und Holzprodukten bzw. deren Verwendbarkeit wird maßgeblich durch deren natürliche Dauerhaftigkeit sowie der Gebrauchsklasse, in der das Holzprodukt eingesetzt werden soll, bestimmt. Informationen hierzu finden Sie unter dem Lexikoneintrag Holzschutz.

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.
Datenbank als PDF

Dauerhaftigkeit nach DIN EN 350-2

Dauerhaftigkeit gegenüber holzzerstörenden Pilzen

Heimische Nadelhölzer, die in der OSB-Produktion verwendet werden sind als wenig bis mäßig dauerhaft (Klasse 3-4) eingestuft. Ebenfalls häufig verwendetes Buchen- und Eichenholz sind als dauerhaft (Klasse 2) bzw. nicht dauerhaft (Klasse 5) klassifiziert.

Dauerhaftigkeit gegenüber Hausbock, Gemeinem Nagekäfer, Bohrkäfer und aschgrauem Abendbock

Fichte ist gegenüber Käferbefall der Klasse SH (auch das Kernholz ist als anfällig bekannt) zugeordnet. Douglasie, Kiefer, Lärche, Buche und Eiche fallen in die Klasse S (anfällig).

Nach DIN EN 335-3 ist das Risiko für holzzerstörende als auch holzverfärbende Pilze bei OSB in Gebrauchsklasse (GK) 1 nach DIN EN 68800 allerdings unbedeutend. Von GK 2 bis GK 3 steigt das Risiko an. Das Risiko eines Käferbefalls ist für GK 1 bis GK 3 unbedeutend.

Instandhaltung

Die Instandhaltung von OSB-Platten ist in der Regel nicht erforderlich, da der Werkstoff meist im nicht sichtbaren Bereich bei produktspezifischem Anwendungszweck (insbesondere Berücksichtigung der Nutzungsklassen 1 bis 4 für OSB) keiner Abnutzung unterliegt.

Allgemeine Informationen zur Instandhaltung von Holzprodukten im Baubereich finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

Quellen

www.holzfragen.de

Informationsdienst Holz 2001: Konstruktive Holzwerkstoffe

Informationsdienst Holz 2013: Bauen und Leben mit Holz

 
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Nachnutzung

 

 

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Referenz

Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

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Wiederverwendung

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Stoffliche Verwertung

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Quellen

 

Nachnutzung aktualisiert 2025