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Begriffsdefinition

Einlagige Massivholzplatten bestehen aus einzelnen 20, 30 oder 50 mm breiten Lamellen aus Nadelholz oder Laubholz, die in der Länge keilgezinkt sein können. Die Lamellen werden mit Klebstoffen zu Platten unterschiedlicher Länge und Breite zusammengeleimt. Zur Herstellung der Längsstöße kommen wahlweise die drei Varianten Mikrozinken, Minizinken und Trapezzinken zum Einsatz. Im Handel werden einlagige Massivholzplatten auch als "Leimholzplatten" bezeichnet.

Mehrlagige Massivholzplatten weisen im Normalfall einen drei- oder fünflagigen Aufbau auf. Sie werden aus zwei Deckschichten und deren Mittellage(n) hergestellt. Die Faserrichtungen der Decklagen verlaufen zueinander parallel, während die Mittellagen je um 90 Grad versetzt sind.

Wesentliche Bestandteile

Für die Herstellung von Massivholzplatten kommen Vollholzlamellen, bevorzugt aus Nadelholz sowie Melamin Urea-Formaldehyd und ein entsprechender Härter (0,5 bis 4% bezogen auf den Leimanteil), meist Ammoniumsalze wie Ammoniumnitrat zum Einsatz. Auch PVAc Kleber kommen zum Einsatz.

Charakteristik

Einlagige Massivholzplatten besitzen sehr hohe Festigkeiten in Faserrichtung, aber geringe quer dazu. Bei mehrlagigen Massivholzplatten sind die Quell- und Schwindbewegungen durch die Kombination von verdrehten und verleimten Schichten reduziert.

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Der Klebstoffanteil und der Energieaufwand zur Herstellung der Massivholzplatten sind mit flächig verleimten Konstruktionshölzer vergleichbar (Rüter & Diederichs 2012), also vergleichsweise gering für einen Holzwerkstoff.

Lieferzustand

Massivholzplatten kommen in unterschiedlichen Dicken und Abmessungen in den Handel. Standardformate sind beispielsweise Plattengrößen von 5000 mm x 1250 oder 2050 mm bei Plattendicken zwischen 19 und 27 mm. Sonderformate sind auf Anfrage möglich. Durch Keilzinkung sind Längen bis 25 m möglich.

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

Massivholzplatten werden vorrangig für den Innenausbau als Raumteiler und Verkleidungen eingesetzt. Sie sind je nach Verklebungsklasse bauaufsichtlich zugelassen und für tragende und aussteifende konstruktive Bauteile einsetzbar. Zudem finden Massivholzplatten im Möbelbau Anwendung. Mehrlagige Massivholzplatten werden für tragende und aussteifende konstruktive Bauteile, Schalungen sowie im Innenausbau eingesetzt.

Bundebildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes (Hrsg.): Grundwissen moderner Holzbau – Praxishandbuch für Zimmerer. 5. Auflage. Köln: RM Rudolf Müller Medien GmbH & Co. KG, 2022

DIN EN 13353:2022-09 Massivholzplatten (SWP) - Anforderungen; Deutsche Fassung EN 13353:2022 

Holz Lexikon 2003: DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co., Leinefelden Echterdingen. ISBN 3-87181-355-9.

Informationsdienst Holz: Bauen und Leben mit Holz, Spezial März 2013, DHWR Deutscher Holzwirtschaftsrat e.V. (Hrsg), (Online-Quelle)

Rüter, S; Diederichs, S:2012, Ökobilanz Basisdaten für Bauprodukte aus Holz, Hamburg, Johann Heinrich von Thünen Institut, Institut für Holztechnologie und Holzbiologie, Abschlussbericht.

Wagenführ, A.; Kürschner, M. (Hrsg.): Taschenbuch der Holztechnik. 1. Auflage. München: Carl Hanser Verlag, 2012

 
Übersicht aktualisiert 2026
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Umweltdeklarationen

 

 

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Technisches

 

 

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Technische Daten

Bei Holz wird im Hinblick auf strukturelle Merkmale (z. B. Faserstruktur, Jahrringe) zwischen axialer, radialer und tangentialer Richtung unterschieden. Holz ist ein anisotroper Werkstoff, da seine Eigenschaften deutlich richtungsabhängig ausgeprägt sind.

Wichtige physikalische Kennwerte von Holz sind: Feuchte, Rohdichte und Festigkeit, wobei Abhängigkeiten untereinander bestehen. Fast alle Eigenschaften sind zudem stark von der jeweiligen Holzart abhängig.

Rohdichte

Massivholzplatten werden zumeist in der Festigkeitsklasse C24 angeboten. Nach DIN EN 338 liegt die zugehörige charakteristische Rohdichte bei 350 [kg/m³] (Holzfeuchte 12-15%). Die Rohdichte hängt von der Holzfeuchte ab, die deshalb immer mit angegeben werden sollte. Der Wert der Darrdichte ρ0 (Rohdichte bei 0% Holzfeuchte) liegt etwa 10% unter dem Wert der Rohdichte im lufttrockenen Zustand (Holzfeuchte 12-15%). Weiterhin variiert die Rohdichte mit der verwendeten Holzart. Innerhalb einer Holzart können jedoch auch erhebliche Unterschiede vorliegen, was durch Standort- und wachstumsbedingte Einflüsse zu erklären ist.

Druckfestigkeit

Nach DIN EN 338 liegt die charakteristische Druckfestigkeitswerte der Festigkeitsklassen C24 bei faserparalleler Belastung und einem Feuchtegehalt von ca. 12 % bei 21 N/mm².

Wärmeleitfähigkeit

Die Wärmeleitfähigkeit des Holzes ist abhängig von der Richtung, der Rohdichte und der Feuchte. In Faserrichtung ist sie ca. doppelt so hoch wie quer dazu und steigt in beiden Richtungen mit zunehmender Rohdichte an. Bei gleicher Rohdichte ist die Wärmeleitfähigkeit von Massivholz höher als die von Span- und Faserplatten.

Nach DINV 4108-4 liegt der tabellierte Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit für die meisten einheimischen Nadelhölzer bei 0,13 [W/m*K], der für Buche und Eiche bei 0,20 [W/m*K].

Wärmespeicherkapazität

Leitwert: 1700 [J/kg*K]

Info: Die angegebene Wärmespeicherkapazität bezieht sich auf einen Feuchtegehalt von 15 % und ist nahezu unabhängig von Holzart und -dichte.

Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl

von 20 bis 200

Info: Der Wasserdampfdiffusionswiderstand ist dimensionslos und stark vom Feuchtegehalt abhängig. Feuchtes Holz weist geringere µ-Werte auf als trockenes Holz.

Baustoffklasse nach DIN 4102-1

Massivholzplatte ist der Brandklasse B2, d.h. normalentflammbar zugeordnet.

Euroklasse nach DIN EN 13501-1

Massivholzplatte ist der Brandklasse D-d0 zugeordnet.

Färbung

Gelblich-weiß (Splintholz) bis rosa-braun (bei Nadelhölzern mit Farbkern)

Beständigkeit

Entspricht unabhängig vom verwendeten Klebstoff der natürlichen Dauerhaftigkeit der jeweiligen Holzart unter Berücksichtigung der Einbausituation.

Weitere wichtige Kennwerte für den Baustoff Holz

Biegefestigkeit

Hierbei handelt es sich um die zum Bruch einer Probe führenden Biegespannung.

Massivholzplatten, die den Festigkeitsklassen C24 zugeordnet sind, weisen nach DIN EN 338 Biegefestigkeiten (5% Quantilwert) von 24 N/mm² auf.

Elastizitätsmodul (E-Modul)

Der E-Modul ist ein Maß für die Verformungssteifigkeit eines Körpers oder Stoffes bei mechanischer Beanspruchung im elastischen Bereich. Massivholzplatten, die der Festigkeitsklasse C24 zugeordnet sind, weisen nach DIN EN 338 ein E-Modul (charakteristische Mittelwerte parallel zur Faser) von 11 kN/mm² auf.

Zugfestigkeit

Die Zugfestigkeit ist die Spannung, die im Zugversuch aus der maximal erreichten Zugkraft bezogen auf den ursprünglichen Querschnitt der Probe errechnet wird. Nach DIN EN 338 liegen die charakteristischen Zugfestigkeiten für Massivholzplatten der Festigkeitsklasse C24 (parallel zur Faserrichtung) bei 14 N/mm².

Brinellhärte

Bei der Ermittlung der Brinellhärte wird eine Stahlkugel (Durchmesser: 10 mm) mit einer je nach Holzhärte zwischen 100 und 1000 N variierenden Kraft in das Holz gedrückt. Die Brinellhärte ist das Verhältnis der aufgewendeten Kraft zur Größe der Eindrucksfläche. Sie liegt bei europäischen Nadelhölzern auf der Seitenfläche im Durchschnitt zwischen 12 und 20 N/mm². Bei Laubhölzern liegt die Brinellhärte höher (z.B. Buche: 33 N/mm²).

Referenz

Technische Regeln (DIN, EN)

Nutzungsklassen nach DIN EN 1995

Massivholzplatten können nach DIN EN 1995 (Eurocode 5) Bemessung und Konstruktion von Holzbauten, Teil 1-1 Allgemeine Regeln und Regeln für den Hochbau, in den Nutzungsklassen 1 und 2 verwendet werden.

Nutzungsklasse (NK)
Klimabedingungen Anwendungsbereiche
Feuchte [u]

1

Die Nutzungsklasse 1 ist gekenn­zeichnet durch einen Feuchtegehalt in den Baustoffen, der einer Tem­peratur von 20 °C und einer re­la­ti­ven Luftfeuchte der umgebenden Luft entspricht, die nur für einige Wochen pro Jahr einen Wert von 65 % übersteigt.

ANMERKUNG: In Nutzungsklasse 1 übersteigt der mittlere Feuchtegehalt der meisten Nadelhölzer nicht 12 %.

z. B. in allseitig geschlossenen und beheizten Bauwerken 5 - 15 %

2

Die Nutzungsklasse 2 ist ge­kennzeichnet durch einen Feuchte­gehalt in den Baustoffen, der einer Temperatur von 20 °C und einer re­lativen Luftfeuchte der um­ge­ben­den Luft entspricht, die nur für einige Wochen pro Jahr einen Wert von 85 % übersteigt.

ANMERKUNG In Nutzungsklasse 2 übersteigt der mittlere Feuchte­gehalt der meisten Nadelhölzer nicht 20 %.

z. B. bei überdachten offenen Bauwerken 10 - 20 %
3

Die Nutzungsklasse 3 erfasst Klima­bedingungen, die zu höheren Feuch­te­gehalten als in Nutzungs­klasse 2 führen.

z. B. für Konstruktionen, die der Witterung ausgesetzt sind 12 -24 %

Darüber hinaus sind die technischen Regeln zur Klassifizierung und Terminologie von Massivholzplatten nach DIN EN 12775 zu berücksichtigen.

Holzschutz

Ein Überblick bzgl. der Holzschutzmittelauswahl in Abhängigkeit von der Gebrauchsklasse (GK) nach DIN EN 68800 gibt nachfolgende Tabelle.

GK Beschreibung der Exposition Gefährdung / Beanspruchung durch
Insekten Pilze Auswaschung Moderfäule
0 Innen verbautes Holz, ständig trocken nein nein nein nein
1 ja (Iv) nein nein nein
2 Holz, das weder dem Erdkontakt noch direkt der Witterung ausgesetzt ist, vorübergehende Befeuchtung möglich ja (Iv) ja (P) nein nein
3 Holz der Witterung ausgesetzt, aber nicht im Erdkontakt ja (Iv) ja (P) ja (W) nein
4 Holz in dauerndem Erdkontakt oder ständig starker Befeuchtung ausgesetzt ja (Iv) ja (P) ja (W) ja (E)

Iv = gegen Insekten vorbeugend wirksam; P = gegen Pilze vorbeugend wirksam; W = witterungsbeständig; E = moderfäulig

Die Tabelle zeigt, dass in GK 0 infolge der nicht vorhandenen Gefährdung durch Insekten oder Pilze der Einsatz von Holzschutzmitteln nicht erforderlich ist. Von GK 1 bis GK 4 steigen die Anforderungen an das Holzschutzmittel stetig an. Detailierte Informationen zum Holzschutz finden Sie im Lexikon.

Je nach Anwendungsfall besteht die Möglichkeit der Holzmodifikation und Hydrophobierung von Brettsperrholz als Alternative zum Holzschutzmitteleinsatz.

CE-Zeichen

Mit dem CE-Zeichen sind Massivholzplatten nur bei Verwendung als tragende und/oder aussteifende Beplankung für Holzbauwerke aufgrund von Zulassungsbescheiden (Bauaufsichtliche Zulassung Z-9.1-320 bzw. CE-Kennzeichnung nach EN 13986) zu versehen.

Festigkeitsklassen

Nach EN 338 müssen die für Massivholzplatte verwendeten Lamellen der Festigkeitsklasse C24 oder C16 angehören, wobei der Anteil der C16-Lamellen 10 % nicht überschreiten darf.

Quellen

Dunky, M. & Niemz, P. (2002): Holzwerkstoffe und Leime, Springer.

Holz Lexikon 2003: DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co., Leinefelden Echterdingen. ISBN 3-87181-355-9.

Informationsdienst Holz 2013: Bauen und Leben mit Holz

Informationsdienst Holz 2001: Konstruktive Holzwerkstoffe

 

  Die inhaltliche Bearbeitung dieser Seite erfolgt durch das Thünen Institut für Holzforschung

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Literaturtipps

 

 

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Literaturtipps finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Literaturtipps"

 

Literaturtipps aktualisiert 2025
 
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Rohstoffe / Ausgangsstoffe

 

 

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Hauptbestandteile

Massivholzplatte 2.1.1

Durchschnittliche Zusammensetzung nach Funktionen

Die Inhaltsstoffe von Massivholzplatte liegen ca. bei:

Flammschutzmittel

Flammschutzmittel dienen der Verringerung der Entzündbarkeit von Holz, Holzwerkstoffen und Holzbauteilen. In den meisten Fällen kann durch ihren Einsatz die Entflammbarkeit von Holzprodukten von normal entflammbar (D) auf schwer entflammbar (C) verringert werden.

Weiterführende Informationen zur Anwendung von Flammschutzmitteln im Zusammenhang mit Holzprodukten finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Massivholzplatte 2.1.1

Zusammensetzung nach Rohstoffherkunft

Gewinnung der Primärrohstoffe

Holz

Informationen zur Gewinnung der Primärrohstoffe, zu Waldflächenanteilen und flächenbezogener Produktivität sowie zu Waldbewirtschaftungsformen in Deutschland finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".

Melamin-Urea-Formaldehyd (MUF)

Verfügbarkeit

Verfügbarkeit

Allgemeine Informationen zur Verfügbarkeit von Holzrohstoffen in Deutschland finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Für die Herstellung von Massivholzplatten werden keine Recyclingmaterialen / Produktionsabfälle verwendet.

Landinanspruchnahme (Landuse)

Landinanspruchnahme (Landuse)

Allgemeine Informationen zu waldbezogener Landnutzung in Deutschland finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Rohstoffe".

Quellen

Basisdaten Wald und Holz 2025, Herausgeber: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), 4. Auflage, 2025, Gülzow-Prüzen, (Online-Quelle)

Rüter, S; Diederichs, S:2012, Ökobilanz Basisdaten für Bauprodukte aus Holz, Hamburg, Johann Heinrich von Thünen Institut, Institut für Holztechnologie und Holzbiologie, Abschlussbericht.

www.bundeswaldinventur.de

 

Rohstoffe aktualisiert 2026
 
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Herstellung

 

 

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Prozesskette

Prozesskette Massivholzplatte neu

Quelle: Rüter & Diederichs 2012

Herstellungsprozess

Für die Herstellung von Massivholzplatten werden Bretter und Bohlen aus Nadel- oder Laubholz zunächst auf weniger als 15 % Holzfeuchte getrocknet und gehobelt. Die Lamellen werden je nach Erscheinungsklasse sortiert, in der Länge über Keilzinken gestoßen und verklebt. Bei Einschichtplatten werden lediglich die Schmalseiten der Lamellen verklebt. Nach Aushärtung wird die Platte gehobelt und geschliffen.

Mehrlagige Massivholzplatten werden aus einlagigen kreuzweise zu drei- oder fünflagigen verleimt, gehobelt, geschliffen und gefast.

Die Verklebung von Massivholzplatten wird vornehmlich mittels Melamin-Urea-Formaldehyd-Bindemittel durchgeführt.

Umweltindikatoren / Herstellung

Referenz

Energieaufwand

Erneuerbare Energieträger werden vornehmlich in Form von Holz zur Erzeugung von Prozesswärme eingesetzt. Nicht-erneuerbare Primärenergie wird hauptsächlich zur Stromerzeugung und in Form von Kraftstoffen für die Transportprozesse eingesetzt.

Der Herstellungsprozess und die Klebstoffanteile sind im Gegensatz zu Partikelwerkstoffen, wie Spanplatte oder MDF weitestgehend vergleichbar mit denen für flächig verleimte Konstruktionshölzer wie Brettsperrholz, Brettschichtholz und Balkenschichtholz, so dass der Energieaufwand zur Herstellung vergleichbar ist. Mehr Informationen zu der in der Herstellung der einzelnen Holzprodukte zum Einsatz kommenden Primärenergie finden sich in (Rüter & Diederichs 2012).

Charakteristische Emissionen

Bei der Herstellung von Vollholzprodukten treten Emissionen insbesondere bei der Trocknung und bei der Verbrennung von Holz auf. Informationen zu Mengen und Zusammensetzungen jener Emissionen finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Herstellung".

Die Herstellung von Massivholzplatten ist mit ähnlich hohen Umweltwirkungen wie Balkenschichtholz, Brettschichtholz oder Brettsperrholz verbunden. Ursächlich auch hierfür sind die vergleichbaren Herstellungsprozesse sowie Klebstoff- und Holzanteile.

Angaben zu den Haupteinflussfaktoren während der Produktion von Massivholzplatten auf die Ökobilanzindikatoren finden sich in (Rüter & Diederichs 2012).

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Ein gesundheitliches Risiko stellt Holzstaub dar. Informationen dazu finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Herstellung" sowie im Lexikonbegriff.

Maschinen und Anlagen, die zu einer erhöhten Formaldehydemission aus dem MUF-Klebstoff führen können, sind vorzugsweise geschlossen auszuführen oder mit Einhausungen und wirksamen Absaugungen auszurüsten. Hierbei sind alle Emissionsquellen zu berücksichtigen. Allgemein ist ein direkter Hautkontakt mit den Klebstoffen zu vermeiden. Die Angaben in Sicherheitsdatenblättern sind zu beachten.

Maßnahmen Umweltschutz

Die im Plattenwerk entstehende Abluft muss gemäß der gesetzlichen Bestimmungen gereinigt werden. Es entstehen keine Belastungen von Wasser und Boden. Die Abwässer werden in das lokale Abwassersystem eingespeist. Lärmintensive Maschinen sind durch bauliche Maßnahmen entsprechend gekapselt.

Transport

Nach einer insgesamt 2 Plattenwerke in Hessen und Bayern berücksichtigenden Ökobilanzstudie (Rüter und Diederichs 2012) liegt die Transportdistanz der für die Herstellung notwendigen Holzrohstoffe im Mittel bei 396 km. Der größte Anteil der bezogenen Rohstoffe ist Rundholz in Rinde. Etwa 47 % der bezogenen Holzrohstoffe stammen aus Deutschland und 32 % aus Belgien.

Weitere, allgemeine Informationen zum Transport von Rundholz finden Sie "Bauprodukte aus Holz, Transport".

Quellen

Holz Lexikon 2003: DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co., Leinefelden Echterdingen. ISBN 3-87181-355-9.

Rüter, S; Diederichs, S:2012, Ökobilanz Basisdaten für Bauprodukte aus Holz, Hamburg, Johann Heinrich von Thünen Institut, Institut für Holztechnologie und Holzbiologie, Abschlussbericht.

 

Herstellung aktualisiert 2026
 
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Verarbeitung

 

 

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Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Massivholzplatten können mit den üblichen Maschinen gesägt, gefräst, gehobelt, geschliffen und gebohrt werden. Um tertiäre Bläue zu vermeiden, sind bei der Lagerung von Massivholzplatte feuchte Bedingungen zu vermeiden.

Die Verwendung eines vorbeugenden chemischen Holzschutzes ist unüblich, da in der Mehrzahl der Anwendungsfälle ein baulicher Holzschutz ausreichend ist. Bedeutend ist beim baulichen bzw. konstruktiven Holzschutz Wasser möglichst vom Holz fernzuhalten oder ein schnelles Ablaufen zu gewährleisten und durch Luftumspülung die schnelle Abtrocknung zu ermöglichen.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Nach derzeitigem Stand der Technik ist eine Konzentration für Holzstaub in der Luft am Arbeitsplatz (Schichtmittelwert) von 2 mg/m³ oder weniger einzuhalten. Mit Holzschutz- oder Flammschutzmitteln behandeltes Brettschichtholz kann borhaltig sein, so dass ihre Stäube beeinträchtigend für die Fortpflanzungsfähigkeit und fruchtschädigend (reproduktionstoxisch) sein können. In diesem Fall ist zur Vermeidung von Gesundheitsschäden während der Bearbeitung ein geeigneter Atemschutz (mindestens Partikelfilter FFP2 nach DIN EN 143) zu tragen.

AGW-Werte

Auf Baustellen sind Absaugemöglichkeiten häufig nicht vorhanden, so dass bei spanabhebenden Arbeiten Holzstaubemissionen auftreten können. Der gesetzlich vorgeschriebene Maximalwert von 2 mg/m³ ist einzuhalten.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden.

Massivholzplatte wird als Erzeugnis eingestuft. Aus diesem Grund ist kein Sicherheitsdatenblatt erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen.
Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Produkt bezogene Informationen hierzu finden sich dann in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) des Herstellers.

 
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Nutzung

 

 

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Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Formaldehydemissionen

Laut Chemikalien-Verbotsverordnung dürfen in Deutschland nur Holzwerkstoffe der Emissionsklasse E1 verwendet werden. Dies entspricht einer Ausgleichskonzentration im Prüfraum von 0,1 ml/m3 (ppm).

Allgemeine Informationen zur Formaldehydemission finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

VOC-Emissionen

Holz gibt während der Nutzungsphase flüchtige organische Stoffe (VOC) in die Raumluft ab. Allgemeine Informationen zu VOC-Emissionen aus Holz und ihrer Gesundheitsrelevanz finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Nach heutigem Erkenntnisstand sind bei sachgerechter Verwendung von Massivholzplatten aus unbehandeltem Nadelschnittholz keine Gefährdungen für Wasser, Luft und Boden zu erwarten.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Vgl. 2.4.1 Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Vgl. 2.4.1 Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Im Brandfall verhält sich Massivholzplatte nicht tropfend. Die Toxizität der Brandgase entspricht der von naturbelassenem Holz. Massivholzplatte ist den Brandklassen B2 (nach DIN 4102-1), d.h. normalentflammbar und D-s2 d0 (nach DIN EN 13501-1) zugeordnet. Nach Fischer & Treml (2012) liegt die Abbrandrate von Massivholzplatten zwischen 0,64 und 0,78 min/mm und somit unter der rechnerischen Abbrandrate nach DIN 4104-4 für Nadelholz von 0,8 mm/min.

Wassereinwirkung

Tertiäre Bläue

Bei Bläue handelt es sich um eine bläuliche, blaugraue Verfärbung von Holz, die durch bestimmte Pilzarten hervorgerufen wird. Sie kommt bevorzugt auf Nadelhölzern, insbesondere auf Kiefer vor, während sie auf Laubhölzern vergleichsweise selten zu finden ist. Von tertiärer Bläue ist die Rede, wenn bereits getrocknetes Holz wieder feucht wird und die mit dem Wasser eingetragen Bläueerreger noch vorhanden sind und erneut anfangen zu wachsen, was auch während Wassereinwirkung in der Nutzungsphase passieren kann.

Bläuepilze selbst zerstören das Holz nicht, d.h. die Festigkeit und tragenden Eigenschaften des Holzes werden durch die Bläue nicht wesentlich beeinträchtigt. Dennoch sind sie ein Indikator für hohe Feuchtigkeit, was bedeutet, dass auch andere Holzschädlinge wie z. B. Porlinge, Blättlinge oder Schwämme ein gutes Wachstumsklima vorfinden, deren Befall das Holz schädigen kann.

Beständigkeit Nutzungszustand

Die Gebrauchsdauer von Holz und Holzprodukten bzw. deren Verwendbarkeit wird maßgeblich durch deren natürliche Dauerhaftigkeit sowie der Gebrauchsklasse, in der das Holzprodukt eingesetzt werden soll, bestimmt. Informationen hierzu finden Sie unter dem Lexikoneintrag Holzschutz

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.
Datenbank als PDF

Die vorgesehene Nutzungsdauer der Massivholzplatte wird mit 50 Jahren angenommen (Anforderungen in der Europäischen Technischen Zulassung ETA-06/0138).

Dauerhaftigkeit nach DIN EN 350-2

Dauerhaftigkeit gegenüber holzzerstörenden Pilzen

Hinsichtlich der natürlichen Dauerhaftigkeit gegen holzzerstörende Pilze ist die vorwiegend zur Herstellung von Massivholzplatte verwendete Holzart Fichte als wenig dauerhaft (Klasse 4) eingestuft. Ebenfalls zum Einsatz kommende Douglasien und Lärchen sind als wenig bis mäßig dauerhaft eingestuft (Klassen 3-4), während Eiche als dauerhaft (Klasse 2) und Buche als nicht dauerhaft (Klasse 5) eingestuft sind.

Dauerhaftigkeit gegenüber Hausbock, Gemeinem Nagekäfer, Bohrkäfer und aschgrauem Abendbock

Das zumeist für Massivholzplatte zum Einsatz kommende Fichte ist gegenüber Käferbefall der Klasse SH (auch das Kernholz ist als anfällig bekannt) zugeordnet. Die ebenfalls verwendeten Nadel- und Laubhölzer fallen in die Klasse S (anfällig).

Nach DIN EN 335-3 ist das Risiko für holzzerstörende als auch holzverfärbende Pilze bei Massivholzplatte in Gebrauchsklasse (GK) 1 nach DIN EN 68800 allerdings unbedeutend. Von GK 2 bis GK 5 steigt das Risiko an. Das Risiko eines Insektenbefall tritt ab GK 1 mit ansteigender Wahrscheinlichkeit bis GK 5 auf.

Instandhaltung

Die möglichen Instandhaltungsmaßnahmen variieren je nach Anwendungsfall im Innen- oder Außenraum.

Allgemeine Informationen zur Instandhaltung von Holzprodukten im Baubereich finden Sie unter "Bauprodukte aus Holz, Nutzung".

Quellen

Informationsdienst Holz 2001: Konstruktive Holzwerkstoffe

Informationsdienst Holz 2013: Bauen und Leben mit Holz

Fischer, N. & Treml, S. (2012): Abbrandgeschwindigkeit von Holz und Holzwerkstoffen in Abhängigkeit von der Rohdichte, der Spangröße und der Ausrichtung der Späne. Eur. J. Wood Prod. (2012) 70:327–335.

Wilke, O. et al (2012):Emissionsverhalten von Holz und Holzwerkstoffen. Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

 
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Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

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Wiederverwendung

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Stoffliche Verwertung

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Quellen

 

Nachnutzung aktualisiert 2025