Produktgruppeninformation |
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Sie befinden sich in einem WECOBIS-Oberbegriff mit übergeordneten Informationen. Hier sind jene Informationen zu finden sind, die für alle in WECOBIS aufgeführten Bauprodukte aus Holz gleichermaßen relevant sind. Inhalte, die für die einzelnen Vollholzprodukte, Holzwerkstoffe und Bodenbeläge aus Holz differenziert betrachtet werden müssen, sind jeweils in den einzelnen Produktgruppendatenblättern (Nadelschnittholz, Massivholzplatte etc.) zu finden. → Links siehe unten und/oder rechter Navigationsbalken |
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BegriffsdefinitionDer Begriff Holz, abgeleitet vom germanischen *holta bzw. vom indogermanischen *kl̩tˀo bezeichnet das Gewebe von Bäumen und Sträuchern. Das vom Kambium der Pflanze erzeugte Xylem (botanische Bezeichnung für Holz) dient als Stützgewebe. Zudem werden über das Xylem Wasser und darin gelöste Nährsalze transportiert. Die Verholzung einer aus dem Kambium gebildeten Zelle findet durch Verdickung der Zellwand und anschließender Einlagerung von Lignin statt. Die Zellen des Holzes sind überwiegend langgestreckt und in Richtung der Stammachse orientiert. Aufgrund der Orientierung der Zellen weist Holz unterschiedliche Eigenschaften in den drei anatomischen Richtungen auf (Anisotropie). Vollholz ist ein aus einem Baumstamm gesägtes, gehobeltes oder anderweitig bearbeitetes Holz, das nicht aus mehreren laminierten oder furnierten Schichten besteht (DIN EN 14081-1). Zu Vollholz gehören Produkte wie Kantholz, Bretter, Bohlen oder Balken, die aus einem einzigen Stück Holz hergestellt werden. Sie können mechanisch bearbeitet oder getrocknet sein, behalten aber ihre natürliche Faserstruktur bei. Holzwerkstoffe sind platten- oder stabförmige Produkte, die durch das Zusammenfügen von zerkleinertem Holz (Furniere, Späne, Strands oder Fasern) meist unter Zugabe von Bindemitteln und weiteren Hilfs- und Zusatzstoffen wie Härter, Holzschutz-, Flammschutz- und Hydrophobierungsmittel hergestellt werden. Schichtverklebte Kanthölzer, Bohlen, Lamellen oder Bretter zählen je nach Anwendungsfall zu den Holzwerkstoffen oder zu den Vollholzprodukten. In WECOBIS sind Brettschichtholz und Brettsperrholz den Vollholzprodukten, Massivholzplatten den Holzwerkstoffen zugeordnet. |
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Wesentliche BestandteileHolzHolz als organischer, nachwachsender Roh- und Werkstoff ist aus den Gerüstbausubstanzen Cellulose, Hemicellulosen und Lignin aufgebaut. Daneben sind in den Zellwänden und/oder im Hohlraumsystem des Holzes sogenannte Holzextraktstoffe zu finden. Sie gehören zu unterschiedlichen Substanzklassen wie z.B. den organischen Terpenen oder den anorganischen Silicaten. Für die Herstellung von Vollholzprodukten und Holzwerkstoffen werden unterschiedliche Holzarten eingesetzt. BindemittelAls Bindemittel werden häufig Kondensationsharze auf Basis von Formaldehyd eingesetzt. Sie entstehen durch Reaktion von Formaldehyd mit Harnstoff (Urea), Melamin, Phenol oder Resorcin bzw. aus einer Zusammensetzung dieser Verbindungen. Methylendiphenyldiisocyanat (MDI) und Emulsion-Polymer-Isocyanat (EPI) werden vorwiegend bei Holzwerkstoffen für den Einsatz in Feuchtbereichen verwendet. Insbesondere bei der Herstellung von OSB findet MDI Anwendung. Weitere Klebstoffsysteme sind Polyurethan (PUR), Zweikomponentensysteme und Schmelzkleber. HydrophobierungsmittelAls Hydrophobierungsmittel werden Paraffine und Wachse mit einem Anteil von 0,3 bis 2 % bezogen auf das Trockengewicht des Holzwerkstoffes verwendet, wodurch das Verhalten gegenüber kurzzeitiger Wassereinwirkung der Werkstoffe verbessert wird. Hydrophobierungsmittel werden als Dispersion oder Flüssigwachs während des Herstellungsprozesses zugesetzt. HolzschutzmittelZur vorbeugenden Behandlung gegen Holz zerstörende Pilze und Insekten können vor, während oder nach der Herstellung der Holzbauprodukte Holzschutzmittel eingebracht oder aufgetragen werde. Hierzu können wasserlösliche Holzschutzmittel auf Salzbasis, wasseremulgierbare, ölige oder lösemittelhaltige Holzschutzmittel verwendet werden. FlammschutzmittelDurch Tränkung, Zugabe über den Klebstoff oder Auftrag nach der Herstellung können zudem Flammschutzmittel wie Aluminiumoxidhydrate und Ammoniumphosphate auf das Holz bzw. in den Holzwerkstoff eingebracht werden. Durch Verwendung mineralischer Bindemittel wie Zement oder Magnesit kann bspw. die Brandklasse A2 (nach EN 1351 bzw. DIN 4102) erreicht werden. SonstigeHolzwerkstoffe unterschiedlicher Normtypen werden nach entsprechendem Anwendungsgebiet mit Farbstoffen eingefärbt, um die Gefahr einer Verwechslung zu mindern, wie z.B. bei der Kennzeichnung bei feuchtebeständigen Spanplatten. Holzwerkstoffe können zudem mit einer verbesserten Leitfähigkeit hergestellt werden, um eine elektrostatische Aufladung von Bodenbelägen in Büros oder Laboren zu vermeiden. Hierzu werden während des Herstellungsprozesses z.B. Ruß oder Graphit in Pulverform zugesetzt. |
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Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und GesundheitsrelevanzHolz ist ein nachwachsender Rohstoff, welcher durch photosynthetische Aktivität der Bäume gebildet wird. Bäume nehmen Sonnenenergie, Wasser und Kohlendioxid (CO2) auf, geben reinen Sauerstoff und Wasserdampf ab und bilden Glucosemoleküle, die zu Cellulose (Glucanketten) polymerisiert werden. Über die Nutzungsdauer der Holzprodukte wird CO2in Form von Kohlenstoff gebunden und kann so währenddessen nicht als atmosphärisches Treibhausgas fungieren. Der Kohlenstoffvorrat des Waldes in Deutschland wird auf 2200 Mio. Tonnen Kohlenstoff geschätzt (Bundeswaldinventur und Kohlenstoffinventur 2022). Darin sind die oberirdische Biomasse (1021 Mio. t), Totholz (46 Mio. t), Streuauflage und Mineralboden (936 Mio. t) sowie unterirdische Biomasse (163 Mio. t) beinhaltet.Zusätzlich beträgt der Kohlenstoffvorrat der Holzprodukte 212 Mio. Tonnen (BMELH 2024). Das entspricht ca. 10 % des Kohlenstoffvorrats der Wälder Neben seiner Eigenschaft als Rohstoffquelle und Kohlendioxidsenke übernimmt der Wald zahlreiche weitere Schutzfunktionen wie Boden-, Wasser-, Klima- und Lawinenschutz und bietet darüber hinaus einen hohen Erholungswert für den Menschen. Der Energieaufwand bei der Herstellung von Holzprodukten hängt von dem Grad der Weiterbearbeitung ab. Unbehandelte oder nur mechanisch behandelte Hölzer wie z. B. Hobelware und Nutzhölzer oder verleimte, großformatige Produkte wie Brettschichtholz benötigen wenig Herstellungsenergie. Bei Produkten wie etwa Faser- und Schichtholzprodukten wie Holzfaserdämmstoffen, Mehrschichtparkett oder Sperrholzplatten, deren Komponenten vermischt, verleimt, anderweitig zusammengefügt oder auch getrocknet werden müssen, ist der Energieaufwand erheblich höher. Bezogen auf die eingebauten Schichtdicken und Massen liegt der Energieaufwand meist unter dem von mineralischen Produkten für den gleichen Anwendungsfall.. Eine optimale Nutzung der Ressource Holz setzt voraus, dass Abfälle und Nebenprodukte, die im Zuge der Holzbe- und -verarbeitung anfallen, verwendet werden. Beispielsweise werden bei der Fertigung von Holzwerkstoffen häufig auch Sägewerks- oder Industrieresthölzer eingesetzt. So kann die stoffliche Holznutzung deutlich erhöht werden. Die Holzbauweise ist grundsätzlich gut geeignet für die Errichtung von kreislauffähigen Gebäuden. Der Rohstoff Holz kann mehrfach wiederverwertet werden. Das einmal aufgewendete Frischholz wird auf diesem Weg mehrfach, in Europa über 1,5-Mal, genutzt (Mantau 2023). Die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft steht aber auch im Holzbau noch am Anfang. Durch die Wiederverwendung von Holzbauteilen und -produkten ließe sich die Nutzungskette weiter verlängern und der Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz deutlich steigern. Konkret werden dafür rückbaufähige Lösungen, d. h. leicht trennbare Konstruktionen und Komponenten, lösbare Verbindungen sowie technische Konzepte für Verwertungsstrategien (Reuse, Repair, Remanufacture) und auf Kreislauflösungen zugeschnittene rechtlich Rahmenbedingungen benötigt. In Konkurrenz zur stofflichen Verwertung steht die energetische Verwertung von Holz. Da diese mit der Freisetzung von CO2 verbunden ist, sollte sie erst dann greifen, wenn keine stoffliche Nutzung mehr möglich ist. Das gilt auch für die immer wieder als (vermeintlich) ökologische Alternative genannte Kompostierung. Holz kann - wie auch andere organische Bestandteile beinhaltende Bauprodukte - während der Nutzungsphase flüchtige organische Substanzen (VOC) abgeben. Ein gesundheitliches Risiko stellt Holzstaub dar. Holzstaub – Hartholz ausgenommen – zählt gemäß TRGS 905 zu den Stoffen, die wegen möglicher krebserzeugender Wirkung Anlass zur Besorgnis geben (Krebserzeugend Kategorie 2). Hartholzstaub von Eichen- und Buchenholz ist krebserzeugend (Kategorie 1 gemäß IARC und TRGS 906). |
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Einteilungssystematik |
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BMELH (2024): Der Wald in Deutschland. Ausgewählte Ergebnisse der vierten Bundeswaldinventur. Oktober 2024. (Online-Quelle) BUNDESBILDUNGSZENTRUM DES ZIMMERER- UND AUSBAUGEWERBES gGMBH (Hrsg.): Grundwissen moderner Holzbau – Praxishandbuch für Zimmerer. 5. Auflage. Köln: RM Rudolf Müller Medien GmbH & Co. KG, 2022 DIN EN 14081-1:2016-09 („Holzbauwerke – Tragende Bauprodukte aus Vollholz mit rechteckigem Querschnitt – Teil 1: Allgemeine Anforderungen“) Dunky, M. & Niemz, P. (2002): Holzwerkstoffe und Leime. Technologie und Einflussfaktoren, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg. Mantau, U. (2023): Holzrohstoffbilanzierung, Kreislaufwirtschaft und Kaskadennutzung – 20 Jahre Rohstoffmonitoring Holz, Gülzow, FNR, FKZ: 22015918, (Online-Quelle) Wagenführ, A.; Kürschner, M. (Hrsg.): Taschenbuch der Holztechnik. 1. Auflage. München: Carl Hanser Verlag, 2012.
Übersicht aktualisiert 2025 |
Risikobetrachtung Lebenszyklusphasen |
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Planungs- und Ausschreibungshilfen |
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Umweltdeklarationen |
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Bewertungssystem |
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Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)Referenz |
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BNB-Kriterium BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau)Referenz + spez |
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BNB-Kriterium BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)Referenz |
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BNB-Kriterium BN_3.1.3 - InnenraumhygieneReferenz |
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BNB-Kriterium BN_4.1.4 - Rückbau, Trennung, VerwertungReferenz |
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QuellenReferenz |
Technisches |
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Literaturtipps |
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BMELH (2024): Der Wald in Deutschland. Ausgewählte Ergebnisse der vierten Bundeswaldinventur. Oktober 2024. (Online-Quelle) Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes gGMBH (Hrsg.): Grundwissen moderner Holzbau – Praxishandbuch für Zimmerer. 5. Auflage. Köln: RM Rudolf Müller Medien GmbH & Co. KG, 2022 Dataholz.eu. Katalog bauphysikalisch und ökologisch geprüfter Holzbauteile. (Online-Quelle) Dunky, M. & Niemz, P. (2002): Holzwerkstoffe und Leime. Technologie und Einflussfaktoren, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg. Informationsdienst Holz: Informationen zum ältesten, fortschrittlichsten und natürlichsten Baustoff der Welt. (Online-Quelle) Mantau, U. (2023): Holzrohstoffbilanzierung, Kreislaufwirtschaft und Kaskadennutzung – 20 Jahre Rohstoffmonitoring Holz, Gülzow, FNR, FKZ: 22015918 (Online-Quelle) Rüter, S; Diederichs, S:2012, Ökobilanz Basisdaten für Bauprodukte aus Holz, Hamburg, Johann Heinrich von Thünen Institut, Institut für Holztechnologie und Holzbiologie, Abschlussbericht. Schutzgemeinschaft Deutscher Wald: Waldwissen. (Online-Quelle) Themenportal Holz der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (Online-Quelle) Wagenführ, A.; Kürschner, M. (Hrsg.): Taschenbuch der Holztechnik. 1. Auflage. München: Carl Hanser Verlag, 2012.
Literaturtipps aktualisiert 2025 |
Rohstoffe / Ausgangsstoffe |
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HauptbestandteileNeben dem Hauptrohstoff können Bauprodukte aus Holz folgende Bestandteile enthalten: KlebstoffeAls Bindemittel werden häufig Kondensationsharze auf Basis von Formaldehyd eingesetzt. Sie entstehen durch Reaktion von Formaldehyd mit Harnstoff (Urea), Melamin, Phenol oder Resorcin bzw. aus einer Zusammensetzung dieser Verbindungen. Methylendiphenyldiisocyanat (MDI) und Emulsion-Polymer-Isocyanat (EPI) werden vorwiegend bei Holzwerkstoffen für den Einsatz in Feuchtbereichen verwendet. Insbesondere bei der Herstellung von OSB findet MDI Anwendung. Weitere Klebstoffsysteme sind Polyurethan (PUR), Zweikomponentensysteme und Schmelzkleber. HydrophobierungIn der Herstellung von Spanplatten und MDF werden Paraffinemulsionen i. d. R. während der Beleimung zugegeben. Sie sind gegen kurzzeitigen Kontakt mit flüssigem Wasser wirksam, nicht jedoch gegen Luftfeuchteeinwirkung. Paraffine mindern das Quellen von Partikelwerkstoffen. Durch ihren Einsatz wird ein zeitlich begrenzter Schutz gewährt, gleichzeitig kann es jedoch zu Beeinträchtigungen der Verklebung kommen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, vornehmlich durch Tränkung der Späne oder Auftrag auf Vollholzprodukte, Öle in das Zelllumen einzubringen, und so die Wasseraufnahme/Abgabe zu minimieren bzw. zu verhindern. Da keine Einlagerung in die Zellwand erfolgt, handelt es sich bei der Hydrophobierung um keine echte Modifizierung des Holzes. Daher ist der Begriff Öl-Modifizierung für diesen Prozess irreführend. FlammschutzmittelDurch den Einsatz von Flammschutzmitteln kann die Entzündbarkeit von Holzprodukten deutlich herabgesetzt werden. Grundsätzlich wird in schaumschichtbildende Brandschutzmittel und Feuerschutzsalze unterschieden. Schaumschichtbildende MittelSchaumschichtbildende Brandschutzmittel sind wässrige Anstrichstoffe mit schaumbildenden Stoffen (z.B. Milchsäure). Sie schäumen im Brandfall zu einer wärmeisolierenden Schutzschicht auf, die mehrere cm dick werden kann und so das Entzünden des Holzes verzögert. Der klare, lasierende oder deckende Anstrichstoff wird mit Pinsel, Rolle oder Spritzgerät aufgebracht, weist keine besonderen gesundheitlichen Gefährdungen für den Verarbeiter auf und enthält keine toxischen Bestandteile. Mit schaumschichtbildenden Mitteln behandelte Holzteile dürfen nicht der Witterung ausgesetzt werden. Es besteht die Gefahr der Auswaschung, die eine Verringerung der Schutzwirkung zur Folge hätte. Ein evtl. notwendiger chemischer Holzschutz gegen Insekten oder Pilze ist vor der Behandlung mit schaumschichtbildenden Feuerschutzmitteln auszuführen. Das benutzte Holzschutzmittel muss auf das Brandschutzmittel abgestimmt und vor der Brandschutzbehandlung ausreichend getrocknet sein. FeuerschutzsalzeFeuerschutzsalze sind in Wasser gelöste Salze, die im Kesseldruckverfahren ins Holz eingebracht werden. Sie verringern die Entflammbarkeit des Holzes im Brandfall hauptsächlich durch die verstärkte Bildung und Verfestigung einer isolierenden Kohleschutzschicht auf der Holzoberfläche. Auch Feuerschutzsalze weisen eine nur geringe Fixierung auf und sollten nicht der Witterung ausgesetzt werden. Da Feuerschutzsalze nur im Kesseldruckverfahren aufgebracht werden können, haben sich in der betrieblichen Praxis weitestgehend schaumschichtbildende Mittel durchgesetzt. Für Zellulose-Dämmstoffe und andere natürliche organische Faserdämmstoffe werden unter anderem Borverbindungen als Flammschutzmittel eingesetzt. Einige Borsalze (z. B. Dinatriumtetraborat), die in der Vergangenheit vielfach verwendet wurden, sind in der EU-Chemikalienverordnung (REACH) inzwischen als reproduktionstoxisch (Kategorie 1B, H360FD) eingestuft und in der REACH-Kandidatenliste für besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC, engl. Substances of Very High Concern) aufgeführt. Sie werden tendenziell durch bisher nicht eingestufte Varianten (z. B. Dinatriumtetraborat) oder durch Ammoniumpolyphosphate ersetzt. |
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Umwelt- und GesundheitsrelevanzWaldflächenanteile und flächenbezogene ProduktivitätDie häufigste Baumart in deutschen Wäldern ist die Kiefer (22 %) gefolgt von der Fichte (21 %), Buche (17 %), Eiche (12 %). Weitere 47 Baumarten machen zusammen die verbleibenden 28 % der bewaldeten Flächen aus. NadelhölzerDie Fichte ist vor allem in Süd- und Südwestdeutschland verbreitet, vom Alpenvorland bis in die Hochlagen und in die Mittelgebirge Nordostbayerns. Seit 2018 verzeichnet die Fichte deutliche Flächeneinbußen infolge von Kalamitäten durch Stürme, Trockenheit und anschließenden Borkenkäferbefall. Aufgrund der starken kalamitätsbedingten Nutzungen der letzten Jahre unterschreitet das Rohholzangebot die potenzielle Nutzung deutlich. Modellierungen des Rohholzpotentials gehen in den nächsten Jahrzehnten von einem weiteren Rückgang der Fichte aus. Die Kiefer ist überwiegend in Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen beheimatet. Sie ist mit 2,4 Mio. Hektar die Baumart mit der größten Verbreitung. (BWI 2012). Grund für den Rückgang ist auch hier vor allem Trockenheit, gefolgt von Schädlingsbefall und Pilzen. Trotz Rückgang ist das Rohstoffpotential der Kiefer für die kommenden Jahre gesichert. (BMLEH 2025) Die flächenbezogene Produktivität von Douglasie, Tanne und Lärche liegt jeweils bei 9-10 %. Douglasien und Tannen gelten als klimaresiliente Baumarten und als Alternative zur Fichte. LaubhölzerDie Buche kommt schwerpunktmäßig in den Mittelgebirgen vor und das Verbreitungsgebiet erschreckt sich von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, über das nördliche Bayern nach Thüringen und bis nach Sachsen und Niedersachsen. Sie hat mit einer Fläche von 1,82 Mio. Hektar die größte Verbreitung bei den Laubbäumen. Der Buchenholzvorrat ist gestiegen und das Potential wird auch künftig weiter ansteigen, die flächenbezogene Produktivität beläuft sich auf 62,3 m³/ha. Die Eiche ist auf einer Fläche von 1,27 Mio. Hektar hauptsächlich in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz verbreitet. Zwar sind regional und klimawandelbedingt starke Schäden durch Schädlingsbefall festzustellen, dennoch ist der Vorrat angestiegen. Das Potential von Eichenholz liegt derzeit über dessen Nutzung und ist sehr hoch (BMLEH 2025). WaldbewirtschaftungDer Wald macht in Deutschland ca. 32 Prozent der Gesamtfläche aus. Das entspricht 11,4 Millionen Hektar Wald, wovon fast die Hälfte (48 %) Privatwald sind. Die meisten der 1,8 Millionen privaten Waldbesitzende sind Kleinst-Privatwaldbesitzende mit durchschnittlich 2,5 ha Waldfläche (BMEL 2021). Das Bundes- und Landeswaldgesetz (Bundeswaldgesetz) verpflichtet zur „ordnungsgemäß[en] und nachhaltig[en]“ Bewirtschaftung der Wälder. Hierbei müssen die Funktionen des Waldes als Rohstoffquelle (Nutzfunktion) zusammen mit seinen Leistungen für Klima, Wasserhaushalt, Luft- und Bodenqualität u. a. (Schutzfunktionen) berücksichtigt werden. Darüber hinaus soll der Wald als Freizeit- und Erholungsraum Bestand haben (Erholungsfunktion). Der Wald in Deutschland besteht zu 99 % aus Hochwald, der durch Naturverjüngung, Saat und Pflanzung entsteht. Hierzu gehört auch der Plenterwald, der fast ausschließlich in Bayern (zu 64,9 %) und in Baden-Württemberg (zu 31,6 %) vorhanden ist. Im Plenterwald treten Bäume unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Größe kleinflächig und dauerhaft gemischt auf, was zu einer stetigen Verjüngung und Ernte führt. Diese intensive Bewirtschaftungsform lässt nur schattenertragende Baumarten, wie Fichte, Tanne und Buche zu. Mittel- und Niederwaldanteile in Deutschland liegen bei nur 0,7 %. Bei dieser Waldnutzungsform werden Bäume in kurzen Abständen (ca. 15 bis 30 Jahren) genutzt. Die Verjüngung erfolgt hauptsächlich durch Stockausschlag und Wurzelbrut. Lichtbaumarten, wie die Eiche und Laubbäume mit niedriger Lebensdauer, wie z.B. die Birke und Erle sind hierfür typisch. Gewinnung der PrimärrohstoffeHolzeinschlagFür den Holzeinschlag kommen primitivste Werkzeuge sowie hochmechanisierte Holzvollernter zum Einsatz. Nach der Trennung des Baumstamms vom Wurzelstock erfolgt die Entastung und Entwipfelung des gefällten Baumes. Zur Einteilung der Sortimente und Erreichung der Transportfähigkeit wird die Aufteilung in kürzere Stammabschnitte vorgenommen. Die Entrindung wird heutzutage beinahe ausschließlich maschinell entweder am Waldlagerort oder im Sägewerk vorgenommen. Obwohl der Mechanisierungsgrad im Bereich der Holzernte sehr hoch ist, sind zahlreiche Erntearbeiten durch Forstarbeiter zu tätigen. Diese Arbeiten sind meist anstrengend, schwer und zudem trotz guten Arbeitssicherheitsmaßnahmen mit einem Unfallrisikobehaftet. BindemittelAls Bindemittel werden häufig Kondensationsharze auf Basis von Formaldehyd eingesetzt. Sie entstehen durch Reaktion von Formaldehyd mit Harnstoff (Urea), Melamin, Phenol oder Resorcin bzw. aus einer Zusammensetzung dieser Verbindungen. Bei der Verwendung von Urea- und Urea-Melamin-Formaldehydharzen sind zudem Härter notwendig. Meist werden geringe Anteile (0,5 bis 4 % auf dem Leimharzanteil) von Ammoniumsalzen (meist Ammoniumsulfat) eingesetzt. Die Reaktionen laufen i. d. R. bei Urea-Formaldehyd (UF) und Melamin-Urea-Formaldehyd (MUF) im sauren, bei Phenol-Formaldehyd (PF) Phenol-Urea-Formaldehyd (PUF) im alkalischen Milieu ab. Phenolharze erfordern keine Härter. Bei ihnen kommt als Beschleuniger zur Verkürzung der Presszeiten (Durchlauf bzw. Verweilzeit in der Presse, um ausreichendes Abbinden des Klebstoffes zu erreichen) Kaliumcarbonat (Pottasche) zum Einsatz. Zudem können Härtungsbeschleuniger wie Resorcinol, Alkylencarbonate, Guanidincarbonat, Halbester organischer Dicarbonsäuren, und Naturprodukte wie Tannine und Quebracho verwendet werden. Methylendiphenyldiisocyanat (MDI) und Emulsion-Polymer-Isocyanat (EPI) werden vorwiegend bei Holzwerkstoffen für den Einsatz in Feuchtbereichen verwendet. Insbesondere bei der Herstellung von OSB findet MDI Anwendung. VerfügbarkeitEinheimisches HolzDeutschland verfügt im EU-Vergleich über den größten Holzvorrat. Das verfügbare Rohholzpotential für den Zeitraum 2023-2037 liegt laut WEHAM um ca. 18 % über der Nutzung von den Jahren 2013-2022. Daher wird derzeit die Versorgung mit heimischem Holz als gesichert angesehen. Dies gilt jedoch nicht für alle Holzarten gleichermaßen. Das Rohholzpotenzial der Fichte (zusammen mit Tanne und Douglasie) unterschreitet derzeit die Nutzung deutlich. Zusätzlich gehen die Modellierungen in den nächsten Jahrzehnten von einem weiteren Rückgang der Fichte aus, sodass auch für die kommenden Jahre erwartet wird, dass die Fichtenholznutzung weiterhin höher ist als dessen heimisches Angebot. Dieser Rückgang wird durch andere Baumarten in der Gesamtbilanz, insbesondere den Zuwächsen bei Buche und Eiche, ausgeglichen. Die Veränderungen spiegeln einen strukturellen Umbau des Waldes wider – weg von Fichte und Kiefer, hin zu klimastabileren Mischbaumarten. (BMLEH 2025) Die Nutzung von Kiefernholz blieb in der Vergangenheit deutlich hinter ihrem Rohholzpotenzial zurück. Auch für die kommenden 15 Jahre wird prognostiziert, dass ausreichend Kiefernholz vorhanden ist und das Potential sogar noch steigt. (BMLEH 2025) Buchenholz ist reichlich für die Nutzung vorhanden, das Rohstoffpotential ist sehr hoch und bleibt derzeit weit hinter der Nutzung zurück. Für die kommenden Jahre wird prognostiziert, dass das Potential weiter ansteigt. Aus diesem Grund sollte die Buche stärker stofflich genutzt werden. Gleiches gilt für Eichenholz, auch hier liegt das Potential deutlich über dessen Nutzung. (BMLEH 2025) Insgesamt ist bei Fichte und Kiefer langfristig mit einem Rückgang, bedingt durch Kalamitäten und Waldumbau zu rechnen, während bei Laubbäumen wie Buche und Eiche ein nicht ausgeschöpftes Rohholzpotenzial zu erwarten ist. Nicht berücksichtigt sind in diesem Szenario unvorhersehbare Ereignisse, die langfristig oder plötzlich den Waldzustand und seine Entwicklung verändern und damit Einfluss auf das Rohholzpotenzial nehmen. Deshalb und im Hinblick auf die Zielsetzungen der EU-Kreislaufwirtschaftsstrategie ist eine Erhöhung der Wiederverwendungsquote von Holz und Holzprodukten mit möglichst langen Nutzungsdauern anzustreben (siehe auch "Nachnutzung"). Verfügbarkeitsinformationen zu einzelnen Holzarten sowie zu Industrieholz, Industrierestholz und Gebrauchtholz finden Sie in den für das jeweilige Holzaufkommen relevanten Produktdatenblättern. So liegen unter "Spanplatte, Rohstoffe" bspw. Inhalte zur Verfügbarkeit von Industrierestholz vor. HolzimporteDer Rohholzbedarf in Deutschland wurde in den letzten 10 Jahren mit ca. 90 % überwiegend durch heimischen Einschlag gedeckt. Nur 6-12 % des Rohholzes wurden in diesem Zeitraum importiert. Der Inlandsverbrauch konnte im Zeitraum von 2018-2022 auch ohne die Importe gedeckt werden (Thünen-Institut 2018). Die Exportbilanz der fertigen Holzprodukte in den letzten zehn Jahre war positiv. Dies bedeutet, dass die Exporte die Importe übertrafen. Zwei Drittel dieser Exporte wurden in die EU geliefert, während rund drei Viertel (76-79 %) der Importe aus der EU kamen (Weimer et al. 2025). Landinanspruchnahme (Landuse)Deutschland ist eines der waldreichsten Länder der Europäischen Union. Mit 11,5 Millionen Hektar ist knapp ein Drittel der 35,8 Mio. Hektar Landfläche mit Wald bedeckt. Damit ist der Wald nach der Landwirtschaft die zweithäufigste Landnutzungsform in Deutschland. Trotz der sich verstärkenden Konkurrenz in der Flächennutzung hat die Waldfläche in den letzten Jahren geringfügig zugenommen. Neuwaldflächen sind u.a. auf Dauergrünland, Abbauflächen, Deponien, Ackerflächen entstanden (ca. 82.000 ha im Jahr 2022). Aus der Umwandlung von Waldflächen zu Dauergrünland, Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsflächen ergibt sich ein Waldverlust von ca. 66.000 ha im Jahr 2022 (BMEL 2024). Eine möglichst naturnahe Zusammensetzung der Baumarten führt dazu, dass der Wald widerstandsfähiger wird, da die Bäume besser an ihren Standort angepasst sind und dadurch Schädlingen, Trockenheit und den Folgen des Klimawandels besser standhalten können. Von Natur aus würde Deutschlands Waldlandschaft vor allem von Buchenwäldern geprägt sein, ergänzt durch einen kleineren Anteil an Eichenwäldern. Die Naturnähe der Zusammensetzung der Baumarten der Hauptbestockung hat sich in den letzten Jahren leicht verbessert: 16 % des deutschen Waldes sind als sehr naturnah und 22 % als naturnah einzustufen, d.h., dass auf über einem Drittel der Waldfläche natürliche Hauptbaumarten vertreten sind. Besonders vielversprechend ist die Entwicklung bei der Jungbestockung, also den jungen Bäumen bis vier Meter Höhe: Hier zeigt sich der Fortschritt im naturnahen Waldumbau noch deutlicher, da bereits rund 50 % dieser jungen Bäume eine naturnahe oder sehr naturnahe Zusammensetzung aufweisen. (BMEL 2024) |
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QuellenBMEL (2016): Wald und Rohholzpotential der nächsten 40 Jahre. Ausgewählte Ergebnisse der Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung 2013-2052 (Online-Quelle) BMEL (2021): Waldbericht der Bundesregierung 2021. Erfurt. Juni 2021. (Online-Quelle) BMELH (2024): Der Wald in Deutschland. Ausgewählte Ergebnisse der vierten Bundeswaldinventur. Oktober 2024. (Online-Quelle) BMLEH (2025): Waldentwicklung und Rohholzaufkommen. Modellierung für die Jahre 2023 bis 2062. Juni 2025. Bonn. (Online-Quelle) Eurostat (2025): Forstes, forestry and logging. (Online-Quelle) Oehmichen, K., Klatt, S., Gerber, K., Polley, H., Röhling, S., Dunger,K. (2018): Die alternativen WEHAM-Szenarien: Holzpräferenz, Naturschutzpräferenz und Trendfortschreibung. Szenarienentwicklung, Ergebnisse und Analyse. Thünen Report 59. (Online-Quelle) Thünen-Institut (2018): Rohholzbilanz der Bundesrepublik Deutschland in Mio. m³ (Rohholzäquivalent). (Online-Quelle) Weimar et al. (2025): Weimer, Holger; Morland, Christian; Schier, Franziska: Schnittholz und Papier sind gefragte Exportgüter. (Online-Quelle) Rohstoffe aktualisiert 2025 |
Herstellung |
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Charakteristische EmissionenEinige Fertigungsprozesse erfordern, dass das Holz vor der Weiterverarbeitung getrocknet wird. Wird die Trocknungswärme durch fossile Energieträger oder durch Verbrennung von Biomasse erzeugt, wird CO2 freigesetzt. Auch Feinstaub, Stickoxid- und Kohlenmonoxid können dabei entstehen. Durch den Trocknungsprozess können außerdem holzeigene, flüchtige organische Verbindungen (VOC) freigesetzt werden, wobei das Ausmaß der Emissionen von verschiedenen Einflussfaktoren abhängt, vor allem von der Holzart, der Holzfeuchte, der Trocknungsdauer und der Trocknungstemperatur. Angaben zur Zusammensetzung der Emissionen und zu den Haupteinflussfaktoren der Holztrocknung und -verbrennung auf die Ökobilanzindikatoren finden sich in (Rüter & Diederichs 2012). Wird Holz mechanisch bearbeitet (z. B. mit Sägen, Hobeln oder Fräsen), entsteht Holzstaub. |
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Maßnahmen GesundheitsschutzHolzstaubHolzstaub stellt ein gesundheitliches Risiko dar. Holzstaub – Hartholz ausgenommen – zählt gemäß TRGS 905 zu den Stoffen, die wegen möglicher krebserzeugender Wirkung Anlass zur Besorgnis geben (Krebserzeugend Kategorie 2). Hartholzstaub von Eichen- und Buchenholz ist krebserzeugend (Kategorie 1 gemäß IARC und TRGS 906). Grundsätzlich ist bei allen spanabhebenden Bearbeitungsverfahren, z.B. an Holzbearbeitungsmaschinen, Handmaschinen und Handschleifarbeitsplätzen eine Absaugung notwendig. Für alveolengängigen Holzstaub (mit Ausnahme von Hartholz) ist ein Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) von 2 mg/m³ bezogen auf die einatembare Fraktion gemäß TRGS 900 festgelegt. Für Harthölzer gelten strengere Maßnahmen durch TRGS 553 und TRGS. KlebstoffeMaschinen und Anlagen, die zu einer erhöhten Isocyanatexposition aus PUR-Klebstoffen bzw. zu einer erhöhten Formaldehydemission aus MUF- oder PRF-Klebstoffen führen können, sind vorzugsweise geschlossen auszuführen oder mit Einhausungen und wirksamen Absaugungen auszurüsten. Hierbei sind alle Emissionsquellen zu berücksichtigen. Allgemein ist ein direkter Hautkontakt mit den Klebstoffen zu vermeiden. Die Angaben in Sicherheitsdatenblättern sind zu beachten. |
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HolzmodifikationAls Alternative zum Einsatz von Hölzern mit einer hohen natürlichen Dauerhaftigkeit und zur Anwendung von Holzschutzmitteln gibt es verschiedene Verfahren, um die Dauerhaftigkeit, Dimensionsstabilität und das Stehvermögen von Holz zu verbessern. Chemische ModifizierungUnter dem Begriff chemischen Modifizierung werden unterschiedliche Verfahren verstanden, bei denen die funktionellen Gruppen des Holzes (va. Hemicellulose und Lignin) mit den eingesetzten reaktiven Chemikalien reagieren: Neben Modifizierungsverfahren mit Ölen und Wachsen oder Silikon / Silan sind die Furfurylierung und Holzvernetzung (Belmadur®) bekannt. Das aktuell bedeutendste chemische Modifizierungsverfahren von Holz ist die so genannte Acetylierung. Hierbei wird Essigsäure-Anhydrid in das Holz eingebracht, und bei erhöhter Temperatur (ca. 120 °C) unter Überdruck erfolgt dann eine Reaktion des Anhydrids mit den Hydroxylgruppen des Holzes. Diese werden dabei in Acetylgruppen verestert und Essigsäure wird freigesetzt. Um eine unerwünschte Geruchsbelästigung des Produktes durch Essigsäure zu vermeiden, ist eine Nachbehandlung mit einer Vakuumextraktion erforderlich. Dabei werden überschüssiges Essigsäure-Anhydrid und die entstandene Essigsäure aus dem Holz extrahiert. Durch dieses Verfahren wird die Fähigkeit des Holzes Wasser aufzunehmen stark reduziert (Sorptionsvergütung). Das hat zur Folge, dass die Gleichgewichtsfeuchte und dadurch auch das Quell- und Schwindvermögen des Materials deutlich vermindert ist, d.h. das Stehvermögen des Holzes ist besser. Aufgrund der geringeren Feuchte ist auch die Dauerhaftigkeit des Materials erhöht, weil die für das Pilzwachstum notwendige Mindestfeuchte nicht mehr erreicht wird. Ein Vorteil der Acetylierung ist, dass die mechanischen Eigenschaften des Holzes durch dieses Verfahren im Wesentlichen nicht beeinträchtigt werden. Thermische ModifizierungBei der thermischen Modifizierung werden keine Chemikalien in das Holz eingebracht, sondern es wird Temperaturen von über 150 °C (meist darüber: 180 °C bis max. 250°C) unter Sauerstoffabschluss ausgesetzt. Dafür kommen unterschiedliche Medien zum Einsatz: z. B. Wasserdampf, Stickstoff oder pflanzliche Öle. Durch diesen Prozess werden die Hydroxylgruppen der Holz-Zucker, die Hemicellulose und teilweise auch die Cellulose verändert oder abgebaut. Dabei entsteht vornehmlich Essigsäure und Furfural bzw. 5-Methylfurfural, die im Produkt verbleiben und den typischen „Thermo-Holz-Geruch“ ausmachen. Dieses Verfahren hat ebenfalls eine Sorptionsvergütung zur Folge, so dass das Stehvermögen und die Dauerhaftigkeit des Material erhöht ist. Allerdings nimmt die Festigkeit des Holzes dabei ab und es tritt Versprödung ein. Hitzebehandeltes Holz ist oft dunkel verfärbt, wobei der Grad der Verfärbung kein Qualitätsmerkmal ist. |
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FlammschutzmittelDurch den Einsatz von Flammschutzmitteln kann die Entzündbarkeit von Holzprodukten deutlich herabgesetzt werden. Grundsätzlich wird in schaumschichtbildende Brandschutzmittel und Feuerschutzsalze unterschieden. Schaumschichtbildende Mittel Schaumschichtbildende Brandschutzmittel sind wässrige Anstrichstoffe mit schaumbildenden Stoffen (z.B. Milchsäure). Sie schäumen im Brandfall zu einer wärmeisolierenden Schutzschicht auf, die mehrere cm dick werden kann und so das Entzünden des Holzes verzögert. Der klare, lasierende oder deckende Anstrichstoff wird mit Pinsel, Rolle oder Spritzgerät aufgebracht, weist keine besonderen gesundheitlichen Gefährdungen für den Verarbeiter auf und enthält keine toxischen Bestandteile. Mit schaumschichtbildenden Mitteln behandelte Holzteile dürfen nicht der Witterung ausgesetzt werden. Es besteht die Gefahr der Auswaschung, die eine Verringerung der Schutzwirkung zur Folge hätte. Ein evtl. notwendiger chemischer Holzschutz gegen Insekten oder Pilze ist vor der Behandlung mit schaumschichtbildenden Feuerschutzmitteln auszuführen. Das benutzte Holzschutzmittel muss auf das Brandschutzmittel abgestimmt und vor der Brandschutzbehandlung ausreichend getrocknet sein. Feuerschutzsalze Feuerschutzsalze sind in Wasser gelöste Salze, die im Kesseldruckverfahren ins Holz eingebracht werden. Sie verringern die Entflammbarkeit des Holzes im Brandfall hauptsächlich durch die verstärkte Bildung und Verfestigung einer isolierenden Kohleschutzschicht auf der Holzoberfläche. Auch Feuerschutzssalze weisen eine nur geringe Fixierung auf und sollten nicht der Witterung ausgesetzt werden. Für Zellulose-Dämmstoffe und andere natürliche organische Faserdämmstoffe kommt Borax zum Einsatz. Nach Einschätzung des Umweltbundesamtes ist die Anwendung von Borax als Flammschutzmittel unter toxikologischen und ökotoxikologischen Gesichtspunkten akzeptabel. Für diese Beurteilung wesentlich ist, dass Borax kaum flüchtig ist und nicht in den Nahrungsketten akkumuliert. Bislang fehlen jedoch Untersuchungen zu Borkonzentrationen in Wohnungen, die mit borhaltigen Dämmstoffen ausgerüstet sind. Aus einer Untersuchung zu Naturfaserdämmstoffen geht indes hervor, dass selbst während des Einbauverfahrens borhaltiger Zelluloseflocken unter worst-case-Bedingungen der bestehende Grenzwert für Bor im Gesamtstaub deutlich eingehalten wird. Neben Borax kann darüber hinaus auch die unter SVHC Liste fallende Borsäure in verwendeten Flammschutzmitteln für Holz enthalten sein, die nach REACH als reproduktionstoxisch (d.h. es kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigt werden und das Kind im Mutterleib kann geschädigt werden) zu bewerten ist. Da Feuerschutzssalze nur im Kesseldruckverfahren aufgebracht werden können, haben sich in der betrieblichen Praxis weitestgehend schaumschichtbildende Mittel durchgesetzt. |
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TransportNach Borcherding (2007) liegt der LKW-Anteil an der Gesamttransportleistung von Rundholz in Deutschland bei ca. 81 %. 18,1 % werden mit der Bahn und 1,1 % auf dem Wasser transportiert. Durchschnittliche Transportdistanzen von Rundholz zum Sägewerk
Für den Transport auf der Straße kommen Kurzholztransporter (für Stammabschnitte bis 8 m), Sattelauflieger und Spezialfahrzeuge für Langholztransporte zum Einsatz. Maximal können Stammabschnitte bis 22 m transportiert werden. |
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QuellenBorcherding, M. 2007: Rundholztransportlogistik in Deutschland - eine transaktionskostenorientierte empirische Analyse, Dissertation Universität Hamburg, 250 S. Holz Lexikon 2003: DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co., Leinefelden Echterdingen. ISBN 3-87181-355-9 Rapp, A. O., Sailer, M. und Peek, R.-D. 2000: Innovative Holzvergütung zur Erhöhung der Dauerhaftigkeit. in: Mitteilungen der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft Nr. 200, 27-34 Rüter, S; Diederichs, S:2012, Ökobilanz Basisdaten fürBauprodukte aus Holz, Hamburg, Johann Heinrich von Thünen Institut, Institut für Holztechnologie und Holzbiologie, Abschlussbericht. Umweltbundesamt: Erarbeitung von Bewertungsgrundlagen zur Substitution umweltrelevanter Flammschutzmittel, UBA-Texte 25/01, 26/01, 27/01, Berlin 2001
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Umwelt- und Gesundheitsrisiken NeuzustandFormaldehyd aus Holz und HolzwerkstoffenFormaldehyd kommt in der Natur als Stoffwechselprodukt in Lebewesen vor und kann daher auch in unbearbeitetem Holz nachgewiesen werden. Formaldeyhd zählt zu den leichtflüchtigen Verbindungen (VVOC, Very Volatile Organic Compounds; vgl. VOC). Der Formaldehyd-Gehalt von natürlich gewachsenem Vollholz ist sehr gering. Douglasie, Fichte und Kiefer zeigen beispielsweise bei Messungen nach DIN EN 717-1 Formaldehydkonzentrationen zwischen 0,003 und 0,004 ppm. Typische Formaldehydkonzentrationen heimischer Laubhölzer wie Eiche und Buche liegen bei 0,009 ppm bzw. 0,002 ppm (Meyer, Boehme 1994). Bei Holzwerkstoffen werden Klebstoffsysteme eingesetzt, die Formaldehyd als Reaktionspartner haben (UF, MUF, PF). Insbesondere die Verwendung von Urea-Formaldehyd kann zu Formaldehydemission führen, die über denen des natürlichen Holzes liegen. Holzwerkstoffe, die in Deutschland hergestellt, in Verkehr gebracht und verwendet werden, müssen die Emissionsklasse E1 gemäß Gefahrstoffverordnung einhalten; dies entspricht einer Ausgleichskonzentration im Prüfraum von 0,1 ppm. VOCs aus Bauprodukten aus HolzHolz kann leicht flüchtige organische Bestandteile emittieren. Diese werden als VOC (volatile organic compounds) bezeichnet. Es werden grundsätzlich primäre und sekundäre VOC unterschieden. Die Stoffe, die als flüchtige Substanzen im Holz vorliegen und unmittelbar emittieren können, werden als primäre Emittenten bezeichnet. Sie sind vornehmlich Bestandteile der akzessorischen Holzextraktstoffe. Einheimische Nadelhölzer wie z.B. Kiefer oder Fichte weisen im frischen Zustand mit einen Extraktstoffanteil von 4 bis 6 % (bezogen auf atro Holz) einen höheren Anteil als einheimisches Laubholz auf. Diese Werte unterscheiden sich je nach Holzart, Splint- oder Kernholz, Stammhöhe und Alter, einzelner Expositionen, genetischer Variation, Varietät und Provenienz. Durch Lagerung, Prozess- und Herstellungsbedingungen können zudem aus den Hauptbestandteilen Cellulose, Hemicellulosen, Lignin und den Holzextraktstoffen sekundäre Emittenten durch Umwandlungs- oder Abbauprozesse gebildet werden. VOC-Emissionen aus HolzTerpeneMengenmäßig bestimmend sind bei Nadelholz die Monoterpene. Kiefer und Fichte besitzen einen Anteil im frischen Zustand von ca. 0,5 bis 2 % (bezogen auf atro Holz). Bei Fichte sind überwiegend α-Pinen (bei Kiefer ca. 90 %) und β-Pinen, bei Kiefer zusätzlich 3-Caren vorzufinden. Weiterhin bedeutend sind bei Nadelhölzern Myrcen, Limonen, Camphen, β-Phellandren, Terpinen und Terpinolen. Die genannten Monoterpene sind Hauptbestandteile des typischen Geruchs von frischem Nadelholz. FettsäureabbauprodukteHolz kann Fette und Fettsäuren enthalten, wobei i. d. R. Nadelhölzer einen höheren Anteil als Laubhölzer aufweisen. Ausnahmen bilden bei den einheimischen Holzarten Linde und Birke, die im Vergleich zu anderen Laubhölzern einen hohen Fettsäuregehalt besitzen. Fette und Fettsäuren sind bei Raumtemperatur nicht flüchtig. Ungesättigte Fette und Fettsäuren können aber durch oxidative Reaktionen während der Lagerung oder in Verarbeitungsprozessen (z.B. technische Trocknung) zu flüchtigen Substanzen reagieren. Vornehmlich werden Aldehyde gebildet, zudem können in geringen Mengen Ketone, Alkohole, Alkane und Säuren entstehen. In Kiefern- und Fichtenholz stellt Linolsäure neben Ölsäure und Linolensäure die häufigste Fettsäure dar, folglich ist bei diesen Holzarten meist Hexanal als Emittent nachzuweisen, das wesentlich zum holzartentypischen Geruch beiträgt. Weitere SubstanzenHolz kann zudem Essig- und Ameisensäure emittieren. Diese sind keine akzessorischen Bestandteile des Holzes, sondern können insbesondere durch Temperatureinwirkung (z. B. während der Trocknung) hydrolytisch von Hemicellulosen abgespalten werden. Die Höhe der Säureabgabe hängt u.a. von der Prozesstemperatur ab. Emissionen aus HolzwerkstoffenHolzwerkstoffe werden grundsätzlich durch Zerkleinerung und anschließendem Zusammenfügen von Holz erzeugt. Während der Trocknung werden Furniere, Späne, Strands und Fasern erhöhten Temperaturen ausgesetzt. Zudem wird beim Pressvorgang der Holzwerkstoffe stark erhitzt, um die Aushärtung des Klebstoffes zu erreichen. Es werden (wasserdampf-) flüchtige Kohlenwasserstoffe freigesetzt. Zudem können durch Reaktionen aus wenig- bis nichtflüchtigen Holzbestandteilen vermehrt Aldehyde und Carbonsäuren, insbesondere Essigsäure, resultieren. Folglich ändert sich während der Herstellung und Verarbeitung die Emissionscharakteristik der Holzwerkstoffe im Vergleich zum ursprünglich eingesetzten Holz. Zeitabhängigkeit der EmissionenDie Emissionen werden nicht nur von der Holzart und den oben genannten Faktoren beeinflusst: Sie sind zeitabhängig. Nach Back et al. (2000) klingen die Terpenemissionen mit der Zeit ab. Aufgrund von Autoxidationsprozesse von Fetten und Fettsäuren während der Lagerung steigen die Aldehydemission zunächst an, erreichen ein Maximum und nehmen erst danach wieder ab (vgl. Makowski et al 2005).
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Umwelt- und Gesundheitsrisiken im SchadensfallBrandfallIm Brandfall bildet sich auf Holz eine Holzkohleschicht mit vergleichsweise schlechter Wärmeleitfähigkeit und daher feuerhemmender Wirkung. Holz erhöht allerdings aufgrund seiner im Brandfall wärmefreisetzenden Eigenschaft die Brandlast beträchtlich. Bei der Verbrennung wird insbesondere CO2 und Wasserdampf emittiert. Mit Holzschutzmitteln behandeltes Holz kann gefährliche Substanzen (chlorierte Verbindungen) freisetzen. WassereinwirkungTemporäre Wassereinwirkung lässt die Holzoberfläche zwar vergrauen, das Holz bleibt aber sehr formstabil. Es werden keine Inhaltsstoffe ausgewaschen, die wassergefährdend sein könnten. Geringe Tauwassermengen stellen für Vollholz und Holzwerkstoffe kein Problem dar. Erhöhter Tauwasseranfall (in DIN 68800-1 als Kondensation, in EN 335 als Befeuchtung bezeichnet) ist - auch wenn im Gebäude Gebrauchsbedingungen herrschen, die eine Einordnung in die Gebrauchsklasse 0 oder max.1 zulassen - insbesondere in Ausbausituationen zu erwarten. Wird z.B. ein Dachgeschoß erst später ausgebaut und bliebe zunächst unbeheizt, so können in der Holzbalkendecke ungünstige Gebrauchsbedingungen auftreten, die eine zeitweilige Zuordnung zur Gebrauchsklasse 3 (Holz der Witterung ausgesetzt, aber nicht in Erdkontakt) erfordern. Als baulich konstruktive Maßnahme zum vorbeugenden Holzschutz gegenüber tauwasserbedingtem Schimmelbefall kommt in einem solchen Fall beispielsweise der Einbau einer Dampfsperre (auf der warmen Seite) in Frage. |
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InstandhaltungDie verwendeten Bauprodukte aus Holz können mitunter je nach Wechselwirkung durch Klima und Beanspruchung durch den Nutzer einer Wartung bedürfen. Jedoch ist dieser Aufwand durch richtige Wahl der verwendeten Werkstoffe/Holzarten und/oder Beschichtungen zu minimieren und kann somit schon durch konstruktiven und/oder chemischen Holzschutz bei Planung und Aufbau berücksichtigt und definiert werden. Generell ist dabei zu unterscheiden, ob eine Holzkonstruktion unter Dach ist oder aber ständiger Bewitterung ausgesetzt ist. Holz in AußenanwendungIn Außenanwendung verbautes Holz ist durch regelmäßige Wartungsintervalle gut instand zu halten. Holzprodukte unterliegen jedoch teilweise irreversiblen Alterungsprozessen. So neigt die Oberfläche in Außenanwendung zum Vergrauen und sollte somit bei der Planung von z. B. einer Lärchenholzfassade bedacht werden. Im Wesentlichen wird Holz im Außenraum beansprucht durch: Im Rahmen der regelmäßigen Wartung sind Schmutzablagerungen und evtl. Bewuchs zu entfernen. Dabei ist auch die Qualität der Lasur bzw. des Anstriches zu begutachten. Bei entsprechender Rissbildung in Lasur oder Lackoberfläche sollte ein neuer Anstrich vorgenommen werden. Holz in InnenanwendungHolz im nicht bewitterten Verbau dunkelt i. d. R. nach. Holz als Bodenbelag wie z. B. Parkett neigt durch Nutzung und Abrieb bei gleichzeitiger Beschädigung der Lack-, Wachs- oder Ölschichtoberfläche zum Vergrauen. Dem kann je nach Nutzungsgrad durch geeignetere Oberflächenbeschichtungen oder regelmäßige Wartungsintervalle (i. d. R. mehrere Jahre) vorgebeugt werden. |
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QuellenBack, E.L., Johansson, I., Nussbaum, R. und Östman, B., (2000): Effect of wood resin on timber and building boards. In: E.L. Back and L.H. Allen (Hrsg.), Pitch Control, Wood Resin and Deresination. Atlanta: TAPPI Press Englund, F., Nussbaum, R. (2000): Monoterpenens in Scots Pine and Norway Spruce and their emission during kiln drying. Holzforschung 54 (5). Fengel, D. und Wegener, G., 1989. Wood - Chemistry, Ultrastructure, Reactions. Berlin, New York: Walter de Gruyter, 613 S. Gminski, R., Kevekordes, S., Ebner, W., Marutzky, R., Fuhrmann, F., Bürger, W., Hauschke, D., Mersch-Sundermann, V. (2011): Sensorische und irritative Effekte durch Emissionen aus Holz- und Holzwerkstoffen;eine kontrollierte Expositionsstudie. Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin, S. 459-468. Makowski M, Ohlmeyer M, Meier D (2005): Long-term development of VOC emissions from OSB after hot pressing. In: Holzforschung 59: 519–523. Mersch-Sundermann, V., Marutzky, R. (2011): Holz – ein gesundheitsverträglicher Baustoff? Holz- Zentralblatt, S. 186 Shmulsky, R. (2000): Influence of lumber dimension on VOC emissions from kiln-drying lobolly pine lumber- Forest Products Journal 50 (3). Sjöström, E., (1993). Wood Chemistry - Fundamentals and Applications. New York: Academic Press, 277 S. Steckl, V. (2011): Einfluss von Trocknungs- und Prüfbedingungen auf die Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen aus Kiefer (Pinus sylvestris L.) und Fichte (Picea abies (L.) H. Karst.). Dissertation. Universität Hamburg. Holz Lexikon 2003: DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co., Leinefelden Echterdingen. ISBN 3-87181-355-9.
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Umwelt- und Gesundheitsrisiko RückbauReferenz |
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WiederverwendungReferenz |
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Stoffliche VerwertungRecycling (RC) in der SpanplattenindustrieDie stoffliche Verwertung von Altholz findet vorwiegend in der Spanplattenindustrie statt. Das Altholz wird dabei zu Holzspänen aufbereitet und gemeinsam mit den Primärholzspänen verarbeitet. Metallische Verunreinigungen wie Nägel werden (über Magnetabscheider in Hammermühlen etc.) abgetrennt und an Metallaufbereiter weiterverkauft. Altholz aus Vollholz und vielen anderen Holzwerkstoffe eignet sich dafür. Nicht geeignet sind faserige Holzwerkstoffe (HDF, MDF, Holzfaser). A I- und A II-Hölzer sind für die Verwertung in der Holzwerkstoffindustrie uneingeschränkt zulässig (Anhang I der AltholzV), solange sie die in Anhang II der AltholzV genannten Grenzwerte für ausgewählte Schwermetalle (Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Quecksilber), Halogene (Chlor, Fluor) und halogenorganische Verbindungen (Pentachlorphenol, Polychlorierte Biphenyle) nicht überschreiten. Als Störstoffe gelten gemäß Altholzverordnung: anorganische oder organische holzfremde Stoffe, insbesondere Bodenmaterial, Steine, Beton, Metallteile, Papier, Pappe, Textilien, Kunststoffe oder Folien, die dem Altholz anhaften, beigemengt oder mit diesem verbunden sind, soweit diese die Verwertung behindern. Altholz kann außer in der Spanplattenindustrie auch bei der Herstellung anderer Holzwerkstoffe wie MDF-Platten und Holzwolleplatten eingesetzt werden. Recycling (RC) von Faserplatte (MDF, HDF, Holzfaserplatten, Hartfaserplatten)Ein MDF-Hersteller hat 2018 ein Verfahren entwickelt, dass es ermöglicht, die Fasern mit Hilfe von Dampf und Wärme vom Bindemittel zu lösen[12]. Das Verfahren wird zunächst für intern produziertes Material am Produktionsstandort in Frankreich erprobt. Später sollen die Kapazitäten auf extern gesammelte Faserplatten erhöht werden. Bis 2030 sollen 25 % des Rohstoffmixes aus Recyclingfasern bestehen. Über ein Rücknahmeprogramm will das Unternehmen bis 2030 55 000 Tonnen MDF-Platten pro Jahr sammeln. Ein weiterer Hersteller hat auf einer externen Versuchsanlage mit ersten Versuchen zur Zerfaserung von Post-consumer-MDF gestartet. Die Versuchsergebnisse führen nun in die Konzeptionierung einer eigenen Pilotanlage zum Recycling von Post-Consumer-MDF-Platten[13]. Auch das „Horizon Europe“-Projekt „EcoReFibre“[14] hat zum Ziel, Holzfasern am Ende ihres Lebenszyklus wiederaufzubereiten und zur Herstellung neuer Faserplatten zu verwenden. Bis 2026 wollen die zwanzig Partnerorganisationen Lösungen entwickeln und in der Praxis testen, mit denen bis zu 25 Prozent der zur Herstellung von Holzfaserplatten verwendeten Frischholzfasern durch recycelte Sekundärfasern ersetzt werden können. Pilot- oder Forschungsvorhaben zum Recycling von Hartfaserplatten sind den Autorinnen nicht bekannt. |
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Quellen[12] Unilin-Mitteilung: Warum sollte MDF recycelt werden? (1.Online-Quelle); (2.Online-Quelle), Zugriff am 20.11.2023 [13] Egger Nachhaltigkeitsbericht 2022 / 2023, Seite 68, (Online-Quelle) [14] Möbelfertigung: Recycling von MDF (Online-Quelle), zuletzt abgerufen am 20.11.2023 |


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