Planungs- & Ausschreibungshilfen: > Kunstschaum-Dämmstoffe für Gebäude und Haustechnik

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

   
  Worauf basieren die materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung in WECOBIS? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau. Dieser Steckbrief zielt auf die Reduktion bzw. Vermeidung von Stoffen und Produkten, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft (auch Innenraumluft) enthalten. Der Steckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein, wobei QN5 das höchste Qualitätsniveau darstellt und die strengsten Anforderungen stellt. QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und –deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1.

In einer zweiten Entwicklungsstufe bis 2016 sollen weitere baustoffrelevante Kriterien die Textbausteine ergänzen.

Tipp für die Planung

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien (Welche Einzelkriterien kann eine Produktgruppe, z.B. Linoleum-Bodenbeläge, i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen? Welche Einschränkungen bestehen für eine Produktgruppe?) findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch Informationen zu weiteren Kriterien aus dem BNB, z.B. zu den Kriteriensteckbriefen 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

  Ich will meine Gebäude gar nicht zertifizieren. Was nützen mir dann materialökologische Anforderungen nach BNB? Inhalt aufklappen
 

Auch wenn ein Gebäude nicht im Rahmen eines Bewertungssystems zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Die Textbausteine der Planungs- und Ausschreibungshilfen in WECOBIS haben deshalb einzelne Kriterien des Bewertungssystems zur Grundlage. Für die nun vorliegenden Textbausteine der ersten Entwicklungsstufe wurde Kriteriensteckbrief 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ herangezogen. Die verschiedenen Qualitätsniveaus in Kriteriensteckbrief 1.1.6 bieten die Möglichkeit, sich – abhängig von den projektspezifischen Anforderungen und Möglichkeiten - für ein Anforderungsniveau zu entscheiden. Es wird empfohlen für Kriteriensteckbrief 1.1.6 soweit möglich Qualitätsniveau QN4 oder QN5 zu realisieren. In einigen Fällen gibt es keinen Unterschied in den Anforderungen von verschiedenen Qualitätsniveaus. Das lässt sich in der Übersichtstabelle ablesen, auch in den Textbausteinen erfolgt dazu ein Hinweis.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird daher nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

In einer zweiten Entwicklungsstufe sollen weitere baustoffrelevante Kriterien die Textbausteine bis 2016 ergänzen.

  Was hilft mir die folgende Übersichtstabelle? Was bedeutet BNB, QN1, QN2 usw.? Inhalt aufklappen
 

Die folgende Übersichtstabelle zeigt die materialökologischen Einzelanforderungen des Kriteriensteckbriefs 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des BMUB. Der Kriteriensteckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein. QN5 ist dabei das höchste Qualitätsniveau und stellt die strengsten Anforderungen.

In einigen Fällen gibt es keinen Unterschied in den Anforderungen von verschiedenen Qualitätsniveaus. Das lässt sich in der Übersichtstabelle ablesen, auch in den Textbausteinen erfolgt dazu ein Hinweis. QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

Zum Teil werden in Kriteriensteckbrief 1.1.6. freiwillige Produktkennzeichnungen, z.B. der „Blaue Engel", als Hauptanforderung genannt. Gleichwertige Produkte, d.h. Produkte, welche die Anforderungen erfüllen, aber nicht mit dem „Blauen Engel" gekennzeichnet sind, sind hier zugelassen. Der Nachweis der Gleichwertigkeit ist dabei nur für die in Kriteriensteckbrief 1.1.6 genannten Schadstoffgruppen erforderlich. Aus diesem Grund werden für die Anforderung „Blauer Engel" hier die relevanten Einzelanforderungen aus den jeweiligen Vergaberichtlinien genannt. Produkte mit dem „Blauen Engel" erfüllen diese Einzelanforderungen automatisch. Wenn auch andere Zeichen oder Deklarationen bekannt sind, die diese Anforderungen erfüllen, sind sie bei der jeweiligen Einzelanforderung in der Tabelle aufgeführt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Wird als Anforderung ein GISCODE genannt, handelt es sich um ein „Gebot". In diesen Fällen sind für das jeweilige Qualitätsniveau nur Produkte mit dem genannten GISCODE zugelassen.

Erläuterung der Tabellenstruktur

In der Vertikalen teilt sich die Tabelle in 2 Hauptbereiche. In der linken Hälfte der Tabelle finden sich die materialökologischen Anforderungen. Neben der Anforderung selbst gibt die Tabelle noch Auskunft darüber, für welches Qualitätsniveau die jeweilige Anforderung besteht. Die rechte Hälfte der Tabelle gibt darüber Auskunft, wie der Nachweis für die jeweilige Einzelanforderung erbracht werden kann. Dabei wird zunächst der Standardnachweis entsprechend der Anforderung genannt. Das kann auch der Blaue Engel sein, wenn dieser als Anforderung genannt ist. Anschließend folgen Hinweise auf weitere Nachweismöglichkeiten wie z.B. Umweltzeichen, andere Produktdeklarationen oder chem. Analysen. In der Horizontalen gliedert sich die Tabelle in sinnvolle Abschnitte, die den ansteigenden Qualitätsniveaus im Kriteriensteckbrief 1.1.6 folgen.

Tipp für die Planung

Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.

  Gibt es in WECOBIS eine Übersicht mit Umweltzeichen (z.B. Blauer Engel) oder anderen Deklarationen (z.B. GISCODE, EPD) für Dämmstoffe? Inhalt aufklappen
 

In WECOBIS gibt es in jeder Produktgruppe einen Reiter zu Zeichen & Deklarationen. Dort findet sich eine Übersichtstabelle z.B. mit Umweltzeichen, GISCODES oder Umweltproduktdeklarationen für diese Produktgruppe. Für Kunstschaum-Dämmstoffe sind das derzeit Informationen zu Expandiertem Polystyrolschaum (EPS), Extrudiertem Polystyrolschaum (XPS), Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) und Polyurethan(PUR/PIR)-Spritzschaum (s. eigene Anforderungen für Spritz- und Montageschäume). Desweiteren finden sich natürlich auch Datenblätter zu Dämmstoffen aus mineralischen Rohstoffen und Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen, für die aber ggf. andere Anforderungen bestehen.

Was die hier genannten materialökologischen Kriterien betrifft, werden in der rechten Hälfte der Übersichtstabelle sowie bei den Textbausteinen mögliche Labels oder Deklarationen genannt, mit denen die Erfüllung des jeweiligen Kriteriums nachgewiesen werden kann.

  Wo finde ich Textbausteine? Wie sind die Textbausteine aufgebaut? Inhalt aufklappen
 

Die Übersichtstabelle im Reiter Übersicht zeigt alle Anforderungen in Kurzform. Im Reiter Erläuterung finden sich Hinweise zur Verwendung der Textbausteine. Die Textbausteine selbst sind den Reitern QN1 bis QN5 zugeordnet, entsprechend den Qualitätsniveaus in Kriteriensteckbrief 1.1.6. Die Texte sind einfach formatiert, um möglichst unkompliziert auch in Ausschreibungsprogrammen verwendet werden zu können.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

Beispiel

Im Reiter QN5 finden sich die Textbausteine für alle Anforderungen, die zur Erfüllung von Qualitätsniveau 5 gemäß Kriteriensteckbrief 1.1.6 erforderlich sind, einschließlich der Mindestanforderungen aus QN1.

Übersicht möglicher Einzelanforderungen (Kurztext)

Materialökologische Anforderungen
Kunstschaum-Dämmstoffe für Gebäude und
Haustechnik (z.B. Wand-, Decken-, Bodendämmung,
flexible TGA-Dämmung) innen und außen

(andere bzw. erweiterte Anforderungen gelten für
Spritz- und Montageschäume, Außenwanddämmungen , sowie Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen)
Stand 11/2016

Nachweismöglichkeiten

Kurztext

Anforderung gemäß BNB_BN_1.1.6 - Pos. 32a + 32b in Qualitätsniveau (QN)

Standard-
nachweise entsprechend Anforderung

Umweltzeichen (sofern nicht Standardnachweis)

Weitere Produktdeklarationen

Sonstige

QN1

QN2

QN3

QN4

QN5

                   

Mindestanforderungen QN1 - QN5

 

Allgemeine Produktdokumentation

+

+

+

+

+

Produktdatenblatt (PDB), Technisches Merkblatt (TM)

./.

EPD
(wenn vorh.)

./.

Deklaration besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) > 0,1%

+

+

+

+

+

Leistungserklärung (kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage)

Österr. UZ 43
Verlegeunterlagen:
Blauer Engel (RAL-UZ 156)3, Emicode: SVHC dürfen in Produkten mit diesen Zeichen nicht enthalten sein.

EPD

PDB/TM mit Einschränkung2

Anforderungen ab QN 2:

 

Ausschluss halogenierte Treibmittel

- +  + + +

Herstellererklärung

Österr. UZ 43
Verlegeunterlagen:
Blauer Engel (RAL-UZ 156)

EPD mit Einschränkung2

PDB/TM mit Einschränkung2

Für Dämmstoffe aus Polystyrol (EPS / XPS) im Innen- und Außenbereich gilt:

Ausschluss bestimmter Flammschutzmittel (HBCDD) > 0,1%
Info s. Umweltbundesamt: 
Hintergrundpapier zu HBCD

Leistungserklärung 
(wenn in/mit dieser keine HBCDD oder keine SVHC benannt sind;
kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage)
Österr. UZ 43
Verlegeunterlagen:
Blauer Engel (RAL-UZ 156), Emicode EC1, EC1plus

EPD, wenn dort kein HBCDD (=SVHC) deklariert ist.

Für EPS:
BFA Qualitätssiegel

PDB/TM mit Einschränkung2

Für Dämmstoffe aus PUR, PIR im Innen- und Außenbereich gilt:

Ausschluss bestimmter Flammschutzmittel (TCEP) > 0,1%

- + + +  +

Leistungserklärung 
(wenn in/mit dieser keineTCEP oder keine SVHC benannt sind; 
kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage)

Verlegeunterlagen: 
Blauer Engel (RAL-UZ 156)

EPD, wenn dort kein TCEP (=SVHC) deklariert ist.

pure life-Siegel der ÜGPU e.V.
(Überwachungs-gemeinschaft Polyurethan-Hartschaum e.V.)

ggf. zusätzliche Analyseergebnisse, PDB/TM mit Einschränkung2

Für gummiartige Dämmprodukte auf Kautschuk- und PP/PE/EPDM-Basis im Innenbereich gilt:

Ausschluss Altreifengranulat

- + + + +

Herstellererklärung

Hinweis: auch im Blauen Engel RAL-UZ 156 für Verlegeunterlagen nicht explizit ausgeschlossen

EPD mit Einschränkung2

PDB/TM mit Einschränkung2 

Für gummiartige Dämmprodukte auf Kautschuk- und PP/PE/EPDM-Basis im Innenbereich gilt:

Ausschluss bestimmter Flammschutzmittel (CP, PBDE) > 0,1%

 - + + + Herstellererklärung (Leistungserklärung genügt nicht, da nicht alle SVHC) Verlegeunterlagen:
Blauer Engel (RAL-UZ 156)
EPD mit Einschränkung2 ggf. zusätzliche Analyseergebnisse, PDB/TM mit Einschränkung2 

Anforderungen ab QN4 für Außenwanddämmungen:
Blauer Engel RAL-UZ 140(von Systemen mit Kunstschaum-Dämmstoffen derzeit nicht vollständig erfüllbar)

oder gleichwertig2 hinsichtlich der Anforderungen zu gefährlichen Stoffen und SVHC, Bioziden sowie halogenierten Treibmitteln

Blauer Engel RAL-UZ 140

*Hinweis: von Systemen mit Kunstschaum-Dämmstoffen derzeit nicht vollständig (nur mit Ausnahmegenehmigung) erfüllbar.

alle Einzelanforderungen siehe Außenwanddämmung

- - - (+)* (+)*

Blauer Engel RAL-UZ 140

./.

./.

alle Einzelnachweise
siehe Textbausteine
Außenwanddämmung

Anforderungen für mineralische und nicht mineralische Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen

oder gleichwertig2 hinsichtlich der Anforderungen zu gefährlichen Stoffen und SVHC, Bioziden sowie halogenierten Treibmitteln

Für Verlegeunterlagen gilt:

Vorlage abZ aus Gesundheitsschutzgründen (gesetzl. vorgeschrieben)

abZ der Gruppen Z-158.10 (Verlegeunterlagen) ...  ./.  ./.  ./.

Einhaltung AgBB-Bewertungsschema

-  - - +  +

Emissions-Prüfbericht

Blauer Engel
RAL-UZ 132

EPD mit Einschränkung2

für PU-Dämmstoffe:
p
ure life-Siegel der ÜGPU e.V. (Überwachungs-gemeinschaft Polyurethan-Hartschaum e.V.)

-

Blauer Engel RAL-UZ 1322

*Hinweis: von Kunstschaum-Dämmstoffen aus EPS/XPS/PUR/PIR derzeit nicht vollständig erfüllbar.

alle Einzelanforderungen siehe Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen

 - (+)*  Blauer Engel 
RAL-UZ 132

 ./.

 ./.

alle Einzelnachweise siehe Textbausteine
Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen

1 Produktdatenblätter (PDB) oder Technische Merkblätter (TM) folgen keinerlei Regeln und können nur als Nachweis herangezogen werden, wenn die erforderlichen Informationen auch prüfbar (d.h. z.B. das Fehlen von ausgeschlossenen Stoffen muss genannt sein) enthalten sind.
EPD: die angeführten Kriterien sind auch keine standardisierten Parameter einer EPD (Umweltproduktdeklaration) gemäß EN 15804 Grundregeln für die Produktkategorie Bauprodukte. In der Regel werden solche Informationen - wenn überhaupt - dann auch nur bei Produktdeklarationen und nicht bei Branchendeklarationen zu finden sein.

2 Sofern innerhalb der Qualitätsniveaus auf aggregierte Produktkennzeichnungen verwiesen wird (Giscode, Emicode, Blauer Engel etc.), ist es zulässig vergleichbare Nachweise (weitere Umweltzeichen, Angaben in Sicherheits- oder Produktdatenblättern etc.) heranzuziehen. Dabei bezieht sich die Vergleichbarkeit nur auf die Anforderungen hinsichtlich der jeweiligen Schadstoffgruppen gemäß Anlage 1 + 2 / BNB Kriterium 1.1.6.. Bei den Einzelanforderungen werden deshalb nur die für die Vergleichbarkeit notwendigen Anforderungen genannt.

3 Der Blaue Engel (RAL-UZ 140) schließt über seine Stoffausschlüsse auch alle SVHC (incl. HBCD, Borate) als "konstitutionelle Bestandteile" aus. Dies kann im Einzelfall zum geforderten Deklarations- oder Ausschluss-Grenzwert 0,1% differieren. Wer letztlich mehr ausschließt, kann nicht pauschal beurteilt werden. Die Unterschiede dürften aber gering sein.

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.

verwendete Version / Stand 28.04.2016: BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

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Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

   
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Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau. Dieser Steckbrief zielt auf die Reduktion bzw. Vermeidung von Stoffen und Produkten, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft (auch Innenraumluft) enthalten. Der Steckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein, wobei QN5 das höchste Qualitätsniveau darstellt und die strengsten Anforderungen stellt. QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und –deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1.

In einer zweiten Entwicklungsstufe bis 2016 sollen weitere baustoffrelevante Kriterien die Textbausteine ergänzen.

Tipp für die Planung

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien (Welche Einzelkriterien kann eine Produktgruppe, z.B. Linoleum-Bodenbeläge, i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen? Welche Einschränkungen bestehen für eine Produktgruppe?) findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch Informationen zu weiteren Kriterien aus dem BNB, z.B. zu den Kriteriensteckbriefen 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

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Auch wenn ein Gebäude nicht im Rahmen eines Bewertungssystems zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Die Textbausteine der Planungs- und Ausschreibungshilfen in WECOBIS haben deshalb einzelne Kriterien des Bewertungssystems zur Grundlage. Für die nun vorliegenden Textbausteine der ersten Entwicklungsstufe wurde Kriteriensteckbrief 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ herangezogen. Die verschiedenen Qualitätsniveaus in Kriteriensteckbrief 1.1.6 bieten die Möglichkeit, sich – abhängig von den projektspezifischen Anforderungen und Möglichkeiten - für ein Anforderungsniveau zu entscheiden. Es wird empfohlen für Kriteriensteckbrief 1.1.6 soweit möglich Qualitätsniveau QN4 oder QN5 zu realisieren. In einigen Fällen gibt es keinen Unterschied in den Anforderungen von verschiedenen Qualitätsniveaus. Das lässt sich in der Übersichtstabelle ablesen, auch in den Textbausteinen erfolgt dazu ein Hinweis.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird daher nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

In einer zweiten Entwicklungsstufe sollen weitere baustoffrelevante Kriterien die Textbausteine bis 2016 ergänzen.

  Gibt es eine Übersicht zu den verschiedenen Anforderungen und Nachweismöglichkeiten? Inhalt aufklappen
 

Im Reiter Übersicht findet sich eine Übersichtstabelle mit den materialökologischen Einzelanforderungen des Kriteriensteckbriefs 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) und den zugehörigen Nachweismöglichkeiten in Kurzform.

Tipps zu weiteren Informationen in WECOBIS:

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien, d.h. welche Einzelanforderungen eine Produktgruppe (z.B. Linoleum-Bodenbeläge) i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen kann, bzw. welche Einschränkungen bestehen, findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch schon Informationen zu weiteren Kriterien in BNB, z.B. zu 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.

  Wo finde ich Textbausteine? Wie sind die Textbausteine aufgebaut? Inhalt aufklappen
 

Die Übersichtstabelle im Reiter Übersicht zeigt alle Anforderungen in Kurzform. Im Reiter Erläuterung finden sich Hinweise zur Verwendung der Textbausteine. Die Textbausteine selbst sind den Reitern QN1 bis QN5 zugeordnet, entsprechend den Qualitätsniveaus in Kriteriensteckbrief 1.1.6. Die Texte sind einfach formatiert, um möglichst unkompliziert auch in Ausschreibungsprogrammen verwendet werden zu können.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird daher nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

Beispiel

Im Reiter QN5 finden sich die Textbausteine für alle Anforderungen, die zur Erfüllung von Qualitätsniveau 5 gemäß Kriteriensteckbrief 1.1.6 erforderlich sind, einschließlich der Mindestanforderungen aus QN1.

  Wie können die Textbausteine konkret genutzt werden? Inhalt aufklappen
 

Die Textbausteine dienen zur

  • Definition der materialökologischen Anforderungen in Bauteilschichtenfolge und Regeldetails
    Bereits in der Vorentwurfs- und Entwurfsplanung helfen die Texte, zusammen mit der Übersichtstabelle und den Informationen und Hinweisen zu den jeweiligen Qualitätsniveaus, die möglichen Anforderungsstandards zu vergleichen. Damit können Entscheidungen für bestimmte Qualitätsniveaus und Planungsziele begründet getroffen werden. Den Baukosten-(Grob-) Elementen und den Regeldetails können diese Anforderungen zugrunde gelegt werden. Planungsstandards können bezüglich ihrer materialökologischen Qualität eingeordnet und ggfs. angepasst werden.
  • textlichen Beschreibung der Materialanforderungen in Werk- und Detailplanung
    Teile der Texte können in die Detailplanung als Anforderungen an bestimmte Materialien übernommen werden.
    Durch die schriftliche Ergänzung mit oder auch durch den Verweis auf die jeweiligen Textblöcke und Qualitätsniveaus können die materialökologischen Anforderungen umfassend in der Detailplanung festgelegt werden.
    Bei der Marktrecherche und der Verfügbarkeitsprüfung für geeignete Bauprodukte können die Textbausteine Herstelleranfragen zugrunde gelegt werden.
  • Kommunikation zwischen den Planungsbeteiligten
    An den Schnittstellen der unterschiedlichen Planungsbeteiligten, insbesondere zwischen Planung, Werkplanung und Ausschreibung (Vorbereitung der Vergabe, Vergabe) sowie Bauplanung - und Baudurchführung können mithilfe dieser Textbausteine die materialökologischen Anforderungen zwischen den verschiedenen Planungs- und Baubeteiligten in einheitlicher und effektiver Form übergeben und kommuniziert werden.
  • Leistungsbeschreibung in Leistungsverzeichnissen
    Die Textbausteine sind einfach formatiert und können per Download als RTF-Dokument übernommen werden. Der Link hierzu befindet sich jeweils am Anfang der Textbausteine zu jedem Qualitätsniveau. Damit ist eine Übernahme in unterschiedlichste Textbearbeitungs- und AVA-Programme mit geringem Bearbeitungsaufwand möglich.
    Die Texte können in Vertragsbedingungen, Hinweistexten oder Standardbeschreibungen als Vorbemerkung oder als Beschreibung einer Teilleistung eingefügt werden. Denkbar ist auch eine Bündelung der materialökologischen Anforderungen als Anlage zum Leistungsverzeichnis. Dies erfordert dann aber eine eindeutige Zuordnung zur jeweiligen materialökologischen Anforderung der Anlage in der Leistungsbeschreibung selbst.
    Grundsätzlich muss der Ersteller der Leistungsbeschreibung entscheiden, wie, an welcher Stelle und in welcher Form er die Texte in ein Leistungsverzeichnis einbindet. Insbesondere bei öffentlichen Auftraggebern ist er hier an die rechtlichen und formale Vorgaben der VOB gebunden, siehe auch VOB 2012 und Vergabehandbuch des Bundes oder die Vergabehandbücher der Länder. Auch die Verwendung des Standardleistungsbuches kann eine spezielle Struktur des Leistungsverzeichnisses erfordern, siehe auch Informationen und Downloads auf der Internetseite des GAEB (Gemeinsamer Ausschuss für Elektronik im Bauwesen).
    Hilfreiche Informationen findet man dazu auch auf den Seiten den Umweltbundesamtes (UBA). Das UBA hat für öffentliche Auftraggeber Schulungsskripte für die Beschaffung umweltfreundlicher Produkte (auch Bauprodukte) herausgegeben, die auch die Möglichkeiten in der Ausschreibung erörtern.
 
  Rechtliche Hinweise für die Verwendung der Textbausteine Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" (BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.

Die gestellten Anforderungen zur Reduktion von problematischen Stoffen in Bauprodukten beziehen sich auf Maßnahmen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Die Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen für Schadstoffe wird vorausgesetzt.

Die nachfolgenden Textbausteine zu den Materialanforderungen sind in Entwicklung und befinden sich derzeit in einer Probe- und Anpassungsphase. Werden die Textbausteine einer Angebotseinholung oder Ausschreibung zugrunde gelegt und in die Leistungsbeschreibung eingearbeitet, hat der Ersteller der Leistungsbeschreibung und / oder die ausschreibende Stelle die Rechtssicherheit und die Aktualität der Texte eigenverantwortlich zu prüfen. Die Texte müssen der Struktur und dem Aufbau der jeweiligen Leistungsbeschreibung angepasst werden. Sowohl die inhaltlichen Grundlagen der Textbausteine als auch die Rechtslage sind in einer ständigen Entwicklung. Die Redaktion von WECOBIS lehnt daher jede Verantwortung für die Aktualität und die Rechtssicherheit ab.

Bei vollständiger Verwendung der Textbausteine wird empfohlen, den Planungs- bzw. den Ausschreibungsunterlagen den Kriteriensteckbrief 1.1.6 in Textform als Anlage beizufügen oder zumindest auf diesen zu verweisen. Download BNB_BN_1.1.6

Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen für Kunstschaum-Dämmstoffe für Gebäude und Haustechnik

   
  Welche Schadstoffgruppen sind gemäß Kriteriensteckbrief 1.1.6 für Kunstschaum-Dämmstoffe relevant? Inhalt aufklappen
 

Im Rahmen der Bewertung nach BNB_BN_1.1.6 werden Anforderungen in Bezug auf 6 Schadstoffgruppen formuliert. Für Kunstschaum-Dämmstoffe sind die hervorgehobenen Schadstoffgruppen zu bewerten. Biozide sind nur für Außenwanddämmungen, VOC nur für Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen adressiert, für die es aber eigene Textbausteine gibt:

1 Gefährliche und besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)
2 Gefährliche Stoffe, die ausgelaugt werden können
3 Schwermetalle (bei Bodenbelägen als Stabilisatoren in Kunststoffen)
4 Flüchtige organische Verbindungen (VOC) einschließlich organische Lösemittel
5 Halogenierte Kälte- und Treibmittel
6 Biozide

  Wo finde ich weitere Hilfestellung und Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Kunstschaum-Dämmstoffen? Inhalt aufklappen
 

Weitere ausführliche Informationen finden sich in WECOBIS in den jeweiligen Produktgruppen zu Dämmstoffen aus synthetischen Rohstoffen und dort z.B. in den Reitern Ausschreibung, Bewertungssysteme, Zeichen & Deklarationen oder zum Lebenszyklus.

Expandierter Polystyrolschaum (EPS)
Extrudierter Polystyrolschaum (XPS)
Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR)
Polyurethan(PUR/PIR)-Spritzschaum (s. eigene Anforderungen für Spritz- und Montageschäume)

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.

verwendete Version / Stand 28.04.2016: BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

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Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen

   
  Gibt es eine Übersicht mit allen Anforderungen und Nachweismöglichkeiten? Inhalt aufklappen
 

Im Reiter Übersicht findet sich eine Übersichtstabelle mit den materialökologischen Einzelanforderungen des Kriteriensteckbriefs 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) und den zugehörigen Nachweismöglichkeiten in Kurzform.

Tipps zu weiteren Informationen in WECOBIS

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien, d.h. welche Einzelanforderungen eine Produktgruppe (z.B. Linoleum-Bodenbeläge) i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen kann, bzw. welche Einschränkungen bestehen, findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch schon Informationen zu weiteren Kriterien in BNB, z.B. zu 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.

  Was bedeutet QN1, QN2 usw.? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB). Der Kriteriensteckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein. QN5 ist dabei das höchste Qualitätsniveau und stellt die strengsten Anforderungen.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

  Warum können die Textbausteine zu den einzelnen QNs nicht kürzer gefasst werden? Inhalt aufklappen
 

Innerhalb der Qualitätsniveaus wird oft ersatzweise für Einzelanforderungen auf freiwillige Produktkennzeichnungen wie Umweltzeichen (z.B. Blauer Engel) als Hauptanforderung verwiesen. Diese stellen meist umfangreiche materialökologische Anforderungen an das Produkt.

Im Rahmen der Zertifizierung nach BNB ist es zulässig, vergleichbare Nachweise heranzuziehen. Dieser Konformitätsnachweis kann z.B. direkt über andere Produktkennzeichnungen mit denselben Anforderungen erfolgen. (Hilfe dazu s. Reiter Übersicht und Nachweis in den Textbausteinen). Hat das Produkt jedoch keine passende Produktkennzeichnung, muss jede relevante Einzelanforderung der ursprünglich geforderten Produktkennzeichnung nachgewiesen werden.
Auch unabhängig von einer Zertifizierung müssen öffentliche Auftraggeber aus vergaberechtlichen Gründen Produkte zulassen, die eine geforderte oder damit vergleichbare Produktkennzeichnung nicht führen, wenn ein entsprechender Konformitätsnachweis für die gewünschten Anforderungen erbracht wird. (s. dazu auch Informationen unten zur öffentlichen Beschaffung)
In beiden Fällen genügt ein einfacher Verweis auf die gewünschte Produktkennzeichnung nicht. Um Nachweis und Prüfung zu ermöglichen, müssen die jeweiligen Einzelanforderungen der Produktkennzeichnung bekannt und benannt sein. Entsprechend umfangreich fällt daher ggf. die Beschreibung der materialökologischen Anforderungen aus.

Einem privaten Auftraggeber steht es u.U. frei, ein Produkt zu fordern, das über die entsprechende Produktkennzeichnung verfügt, ohne dass er hierzu auch den gesamten Anforderungskatalog aufzählen muss. Er kann dann die Textbausteine mit den materialökologischen Anforderungen, mit Bezugnahme auf die entsprechende Produktkennzeichnung, erheblich verkürzen.

Sind solche Produktkennzeichnungen ab einem bestimmten Qualitätsniveau den Anforderungen zugrunde gelegt, so werden diese zu Beginn der Textbausteine benannt.

Tipps für weitere Informationen zum Thema

 
  Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen, sowie zu Nachweisen über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel Inhalt aufklappen
 

Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen

In Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 finden sich umfangreiche Informationen zur Dokumentation und den erforderlichen Nachweisen. In Abhängigkeit von Produkt- und Schadstoffgruppe können das zum Beispiel Herstellerauskunft nach REACH, Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung,allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), PDB (Produktdatenblatt), TM (technisches Merkblatt), SDB (Sicherheitsdatenblatt), begründete Herstellererklärung oder EPDs (Umwelt-Produktdeklaration) sein. Unter anderem sind dort auch der Umfang der Dokumentationspflicht, die einzelnen Nachweisdokumente und geeignete Analysemethoden erläutert.
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Tabelle 2, Übersicht der grundsätzlich relevanten Nachweisdokumente
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Anlage 1, Übersichtstabelle aller Qualitätsanforderungen gemäß Qualitätsniveau 1 bis 5.

Zu beachten ist immer, dass bei freiwilligen Unterlagen, die nicht gesetzlich oder durch Verordnung vorgeschriebenen sind, die Angaben zu relevanten Schadstoffen unterschiedlich oder eventuell auch gar nicht enthalten sein können. Das bedeutet, dass beispielsweise PDB oder TM nur zum Nachweis durch den Hersteller dienen können, wenn hier auch hinreichende Angaben zu einer bestimmten Schadstoffgruppe gemacht werden. Das Fehlen von Angaben zu einer Schadstoffgruppe in diesen oder ähnlichen Dokumenten stellt keinesfalls sicher, dass diese in dem Produkt nicht enthalten sind, da es keine verbindlichen Vorgaben zu diesen Dokumenten gibt. Auch ein Sicherheitsdatenblatt unterliegt keiner Regelung über seinen Inhalt, wenn es für eine Produktgruppe nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Leistungserklärung, abZ und Sicherheitsdatenblatt werden in WECOBIS i.d.R. nur als Nachweismöglichkeit angegeben, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind. (siehe Reiter Übersicht)

Hinweise zur Nachweisführung über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel

Ein Konformitätsnachweis kann auch durch geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel, z. B. Blauer Engel, natureplus-Qualitätszeichen, Österreichisches Umweltzeichen oder andere Produktdeklarationen erfolgen. Bekannte Nachweismöglichkeiten über Umweltzeichen und Gütesiegel sind jeweils am Ende der stofflichen Anforderungen aufgeführt. Sie haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher kann es durchaus weitere Umweltzeichen oder Gütesiegel geben, die als Konformitätsnachweis geeignet sind.

  Rechtliche Hinweise für die Verwendung der Textbausteine Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.

Die gestellten Anforderungen zur Reduktion von problematischen Stoffen in Bauprodukten beziehen sich auf Maßnahmen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Die Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen für Schadstoffe wird vorausgesetzt.

Die nachfolgenden Textbausteine zu den Materialanforderungen sind in Entwicklung und befinden sich derzeit in einer Probe- und Anpassungsphase. Werden die Textbausteine einer Angebotseinholung oder Ausschreibung zugrunde gelegt und in die Leistungsbeschreibung eingearbeitet, hat der Ersteller der Leistungsbeschreibung und / oder die ausschreibende Stelle die Rechtssicherheit und die Aktualität der Texte eigenverantwortlich zu prüfen. Die Texte müssen der Struktur und dem Aufbau der jeweiligen Leistungsbeschreibung angepasst werden. Sowohl die inhaltlichen Grundlagen der Textbausteine als auch die Rechtslage sind in einer ständigen Entwicklung. Die Redaktion von WECOBIS lehnt daher jede Verantwortung für die Aktualität und die Rechtsicherheit ab.

Bei vollständiger Verwendung der Textbausteine wird empfohlen, den Planungs- bzw. den Ausschreibungsunterlagen den Kriteriensteckbrief 1.1.6 in Textform als Anlage beizufügen. Download BNB_BN_1.1.6

Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen für QN1 / Kunstschaum-Dämmstoffe für Gebäude und Haustechnik

   
  Welche Anforderungen werden in QN1 an Kunstschaum-Dämmstoffe gestellt? Was kann damit erreicht werden? Inhalt aufklappen
 

QN1 betrifft die Produktdokumentation. Die Deklaration besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) ist hier grundsätzlich gefordert. Diese Dokumentation und Deklaration dient zum einen dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und zum anderen als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für die Erfüllung von QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird daher nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

Hinweise zu Außenwanddämmungen

Für Kunstschaum-Dämmstoffe an Außenwänden (z.B. WDVS) wird zusätzlich die Deklaration biozider Wirkstoffe gefordert. Ab QN4 ist dann u.a. der Einsatz biozider Wirkstoffe ausgeschlossen. Allerdings können Kunstschaum-Dämmstoffe andere Anforderungen für Außenwanddämmungen ab QN4 nicht erfüllen (detaillierte Anforderungen siehe Materialökologische Anforderungen für Außenwanddämmungen).

Hinweise zu Dämmstoffen in Aufenthaltsräumen

Für Kunstschaum-Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen gelten erweiterte Anforderungen. Die Anforderungen ab QN5 für Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen können Kunstschaum-Dämmstoffe derzeit nicht vollständig erfüllen  (detaillierte Anforderungen siehe Materialökologische Anforderungen für Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen).

Dämmstoffe als Verlegeunterlagen in Aufenthaltsräumen
Dämmstoffe, die  als Verlegeunterlagen verwendet werden, benötigen aus Gründen des Gesundheitsschutzes und ggf. des Brandschutzes eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ). Diese Regelung für Verlegeunterlagen ist nicht vom EuGH-Urteil betroffen und gilt weiterhin. 
Dämmstoffe aus Phenolharzschäumen in Aufenthaltsräumen

Dämmstoffe aus Phenolharzschäumen benötigten für die Verwendung in Aufenthaltsräumen bis 16.10.2016 eine zusätzliche abZ aus Gründen des Gesundheitsschutzes. Diese Zulassung war für die Verwendung bestimmter Bauproduktgruppen (weitere Informationen siehe Lexikon / abZ) in Aufenthaltsräumen gesetzlich vorgeschrieben und gewährleistete die Einhaltung von Grenzwerten für Formaldehyd, sowie VOC und SVOC entsprechend dem AgBB-Bewertungsschema. Aufgrund des EuGH-Urteils C-100/13 ist diese Regelung für alle Produktgruppen, die bereits auf europäischer Ebene geregelt sind, derzeit ausgesetzt.

  Wie können die Anforderungen für QN1 erfüllt bzw. die Erfüllung nachgewiesen werden? Inhalt aufklappen
 

Qualitätsniveau (QN)1 umfasst die Dokumentation und Deklaration der Bauprodukte und muss immer erfüllt werden. Für Kunstschaum-Dämmstoffe sind dafür mindestens das Produktdatenblatt (PDB) und/oder Technisches Merkblatt (TM), die Vorlage der Leistungserklärung, mit der Informationen zu ggf. enthaltenen SVHC geliefert werden müssen (Achtung, kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage),  sowie ggf. die Vorlage der jeweiligen abZ aus Gesundheitsschutzgründen (s.o.) erforderlich.

Textbausteine Qualitätsniveau 1 / BNB_BN_1.1.6

download als RTF-Textdatei

Hinweise:
Für Kunstschaum-Dämmstoffe an Außenwänden (z.B. in WDVS) bzw. in Aufenthaltsräumen gelten weitergehende Anforderungen, siehe hierzu die materialökologischen Anforderungen / Textbausteine  fürAußenwanddämmung bzw. Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen.
(z.B. gelten für alle Außenwanddämmungen ab QN4 die Anforderungen entsprechend Blauer Engel, RAL-UZ 140).
 
Die folgenden Textbausteine gelten nicht für 
Spritz- und Montageschäume, siehe hierzu materialökologische Anforderungen für Spritz- und Montageschäume

 

Nachfolgende Anforderungen an die Produkt-Dokumentation und -Deklaration sind für Kunstschaum-Dämmstoffe und geschäumte Elastomere (EPS  /XPS  /PUR/PIR Dämmprodukte, Melamin- und Phenolharzschäume sowie gummiartige Dämmprodukte auf Kautschuk- und PP/PE/EPDM-Basis etc.) einzuhalten:

Allgemeine Produktdokumentation

Die Dokumentation der eingesetzten Produkte und deren Eigenschaften dient dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte.
Mindestens vorzulegen sind hierfür:

  • Produktdatenblatt (PDB) / Technisches Merkblatt (TM) mit Herstellername und Produktbezeichnung
  • Leistungserklärung

Deklaration besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)

Deklaration von Stoffen, die unter der Chemikalienverordnung REACH (EG/1906/2006) als besonders besorgniserregend (SVHC) identifiziert und in die gemäß REACH Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste (sogenannte „Kandidatenliste“) aufgenommen wurden, ab 0,1 Gewichtsprozenten pro Einzelstoff.

Nachweismöglichkeiten:

  • Leistungserklärung  (mit aussagekräftiger Information zu SVHC, kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage )
  • Sind bei einem Produkt mit Umweltzeichen oder Gütesiegel (z. B.: Blauer Engel RAL-UZ 156Österr. UZ 43, Emicode) SVHC ausgeschlossen, muss kein weiterer Nachweis für die Deklaration der SVHC erhoben werden.
  • EPD
  • PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.

verwendete Version / Stand 28.04.2016: BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

Planungs- & Ausschreibungshilfen: > Kunstschaum-Dämmstoffe für Gebäude und Haustechnik
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Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen

   
  Gibt es eine Übersicht mit allen Anforderungen und Nachweismöglichkeiten? Inhalt aufklappen
 

Im Reiter Übersicht findet sich eine Übersichtstabelle mit den materialökologischen Einzelanforderungen des Kriteriensteckbriefs 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) und den zugehörigen Nachweismöglichkeiten in Kurzform.

Tipps zu weiteren Informationen in WECOBIS

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien, d.h. welche Einzelanforderungen eine Produktgruppe (z.B. Linoleum-Bodenbeläge) i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen kann, bzw. welche Einschränkungen bestehen, findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch schon Informationen zu weiteren Kriterien in BNB, z.B. zu 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.

  Was bedeutet QN1, QN2 usw.? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB). Der Kriteriensteckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein. QN5 ist dabei das höchste Qualitätsniveau und stellt die strengsten Anforderungen.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

  Warum können die Textbausteine zu den einzelnen QNs nicht kürzer gefasst werden? Inhalt aufklappen
 

Innerhalb der Qualitätsniveaus wird oft ersatzweise für Einzelanforderungen auf freiwillige Produktkennzeichnungen wie Umweltzeichen (z.B. Blauer Engel) als Hauptanforderung verwiesen. Diese stellen meist umfangreiche materialökologische Anforderungen an das Produkt.

Im Rahmen der Zertifizierung nach BNB ist es zulässig, vergleichbare Nachweise heranzuziehen. Dieser Konformitätsnachweis kann z.B. direkt über andere Produktkennzeichnungen mit denselben Anforderungen erfolgen. (Hilfe dazu s. Reiter Übersicht und Nachweis in den Textbausteinen). Hat das Produkt jedoch keine passende Produktkennzeichnung, muss jede relevante Einzelanforderung der ursprünglich geforderten Produktkennzeichnung nachgewiesen werden.
Auch unabhängig von einer Zertifizierung müssen öffentliche Auftraggeber aus vergaberechtlichen Gründen Produkte zulassen, die eine geforderte oder damit vergleichbare Produktkennzeichnung nicht führen, wenn ein entsprechender Konformitätsnachweis für die gewünschten Anforderungen erbracht wird. (s. dazu auch Informationen unten zur öffentlichen Beschaffung)
In beiden Fällen genügt ein einfacher Verweis auf die gewünschte Produktkennzeichnung nicht. Um Nachweis und Prüfung zu ermöglichen, müssen die jeweiligen Einzelanforderungen der Produktkennzeichnung bekannt und benannt sein. Entsprechend umfangreich fällt daher ggf. die Beschreibung der materialökologischen Anforderungen aus.

Einem privaten Auftraggeber steht es u.U. frei, ein Produkt zu fordern, das über die entsprechende Produktkennzeichnung verfügt, ohne dass er hierzu auch den gesamten Anforderungskatalog aufzählen muss. Er kann dann die Textbausteine mit den materialökologischen Anforderungen, mit Bezugnahme auf die entsprechende Produktkennzeichnung, erheblich verkürzen.

Sind solche Produktkennzeichnungen ab einem bestimmten Qualitätsniveau den Anforderungen zugrunde gelegt, so werden diese zu Beginn der Textbausteine benannt.

Tipps für weitere Informationen zum Thema

 
  Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen, sowie zu Nachweisen über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel Inhalt aufklappen
 

Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen

In Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 finden sich umfangreiche Informationen zur Dokumentation und den erforderlichen Nachweisen. In Abhängigkeit von Produkt- und Schadstoffgruppe können das zum Beispiel Herstellerauskunft nach REACH, Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung,allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), PDB (Produktdatenblatt), TM (technisches Merkblatt), SDB (Sicherheitsdatenblatt), begründete Herstellererklärung oder EPDs (Umwelt-Produktdeklaration) sein. Unter anderem sind dort auch der Umfang der Dokumentationspflicht, die einzelnen Nachweisdokumente und geeignete Analysemethoden erläutert.
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Tabelle 2, Übersicht der grundsätzlich relevanten Nachweisdokumente
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Anlage 1, Übersichtstabelle aller Qualitätsanforderungen gemäß Qualitätsniveau 1 bis 5.

Zu beachten ist immer, dass bei freiwilligen Unterlagen, die nicht gesetzlich oder durch Verordnung vorgeschriebenen sind, die Angaben zu relevanten Schadstoffen unterschiedlich oder eventuell auch gar nicht enthalten sein können. Das bedeutet, dass beispielsweise PDB oder TM nur zum Nachweis durch den Hersteller dienen können, wenn hier auch hinreichende Angaben zu einer bestimmten Schadstoffgruppe gemacht werden. Das Fehlen von Angaben zu einer Schadstoffgruppe in diesen oder ähnlichen Dokumenten stellt keinesfalls sicher, dass diese in dem Produkt nicht enthalten sind, da es keine verbindlichen Vorgaben zu diesen Dokumenten gibt. Auch ein Sicherheitsdatenblatt unterliegt keiner Regelung über seinen Inhalt, wenn es für eine Produktgruppe nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Leistungserklärung, abZ und Sicherheitsdatenblatt werden in WECOBIS i.d.R. nur als Nachweismöglichkeit angegeben, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind. (siehe Reiter Übersicht)

Hinweise zur Nachweisführung über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel

Ein Konformitätsnachweis kann auch durch geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel, z. B. Blauer Engel, natureplus-Qualitätszeichen, Österreichisches Umweltzeichen oder andere Produktdeklarationen erfolgen. Bekannte Nachweismöglichkeiten über Umweltzeichen und Gütesiegel sind jeweils am Ende der stofflichen Anforderungen aufgeführt. Sie haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher kann es durchaus weitere Umweltzeichen oder Gütesiegel geben, die als Konformitätsnachweis geeignet sind.

  Rechtliche Hinweise für die Verwendung der Textbausteine Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.

Die gestellten Anforderungen zur Reduktion von problematischen Stoffen in Bauprodukten beziehen sich auf Maßnahmen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Die Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen für Schadstoffe wird vorausgesetzt.

Die nachfolgenden Textbausteine zu den Materialanforderungen sind in Entwicklung und befinden sich derzeit in einer Probe- und Anpassungsphase. Werden die Textbausteine einer Angebotseinholung oder Ausschreibung zugrunde gelegt und in die Leistungsbeschreibung eingearbeitet, hat der Ersteller der Leistungsbeschreibung und / oder die ausschreibende Stelle die Rechtssicherheit und die Aktualität der Texte eigenverantwortlich zu prüfen. Die Texte müssen der Struktur und dem Aufbau der jeweiligen Leistungsbeschreibung angepasst werden. Sowohl die inhaltlichen Grundlagen der Textbausteine als auch die Rechtslage sind in einer ständigen Entwicklung. Die Redaktion von WECOBIS lehnt daher jede Verantwortung für die Aktualität und die Rechtsicherheit ab.

Bei vollständiger Verwendung der Textbausteine wird empfohlen, den Planungs- bzw. den Ausschreibungsunterlagen den Kriteriensteckbrief 1.1.6 in Textform als Anlage beizufügen. Download BNB_BN_1.1.6

Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen für QN5 (einschließlich QN2-4) / Kunstschaum-Dämmstoffe für Gebäude und Haustechnik

   
  Welche Anforderungen werden in QN5 (einschließlich QN2-4) an Kunstschaum-Dämmstoffe gestellt? Was kann damit erreicht werden? Inhalt aufklappen
 

Qualitätsniveau (QN)1 umfasst die Dokumentation und Deklaration der Bauprodukte und muss immer erfüllt werden. Für Kunstschaum-Dämmstoffe sind dafür mindestens das Produktdatenblatt (PDB) und/oder Technisches Merkblatt (TM), die Vorlage der Leistungserklärung, mit der Informationen zu ggf. enthaltenen SVHC geliefert werden müssen (Achtung, kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage) erforderlich. Ab QN2 sind bei allen Kunstschaum-Dämmstoffen halogenierte Treibmittel und je nach Material bestimmte Flammschutzmittel ausgeschlossen. Gummiartige Dämmprodukte auf Kautschuk- und PE-Basis dürfen kein Altreifengranulat enthalten.

Hinweise zu Außenwanddämmungen

Für Kunstschaum-Dämmstoffe an Außenwänden (z.B. WDVS) wird zusätzlich die Deklaration biozider Wirkstoffe gefordert. Ab QN4 ist dann u.a. der Einsatz biozider Wirkstoffe ausgeschlossen. Allerdings können Kunstschaum-Dämmstoffe andere Anforderungen für Außenwanddämmungen ab QN4 nicht erfüllen (detaillierte Anforderungen siehe Materialökologische Anforderungen für Außenwanddämmungen).

Hinweise zu Dämmstoffen in Aufenthaltsräumen

Für Kunstschaum-Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen gelten erweiterte Anforderungen. Die Anforderungen ab QN5 für Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen können Kunstschaum-Dämmstoffe derzeit nicht vollständig erfüllen  (detaillierte Anforderungen siehe Materialökologische Anforderungen für Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen).

Dämmstoffe als Verlegeunterlagen in Aufenthaltsräumen
Dämmstoffe, die  als Verlegeunterlagen verwendet werden, benötigen aus Gründen des Gesundheitsschutzes und ggf. des Brandschutzes eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ). Diese Regelung für Verlegeunterlagen ist nicht vom EuGH-Urteil betroffen und gilt weiterhin. 
Dämmstoffe aus Phenolharzschäumen in Aufenthaltsräumen

Dämmstoffe aus Phenolharzschäumen benötigten für die Verwendung in Aufenthaltsräumen bis 16.10.2016 eine zusätzliche abZ aus Gründen des Gesundheitsschutzes. Diese Zulassung war für die Verwendung bestimmter Bauproduktgruppen (weitere Informationen siehe Lexikon / abZ) in Aufenthaltsräumen gesetzlich vorgeschrieben und gewährleistete die Einhaltung von Grenzwerten für Formaldehyd, sowie VOC und SVOC entsprechend dem AgBB-Bewertungsschema. Aufgrund des EuGH-Urteils C-100/13 ist diese Regelung für alle Produktgruppen, die bereits auf europäischer Ebene geregelt sind, derzeit ausgesetzt. 

  Wie können die Anforderungen für QN5 (einschließlich QN2-4) erfüllt bzw. die Erfüllung nachgewiesen werden? Inhalt aufklappen
 

Qualitätsniveau (QN)1 umfasst die Dokumentation und Deklaration der Bauprodukte und muss immer erfüllt werden. Für Kunstschaum-Dämmstoffe sind dafür mindestens das Produktdatenblatt (PDB) und/oder Technisches Merkblatt (TM), die Vorlage der Leistungserklärung, mit der Informationen zu ggf. enthaltenen SVHC geliefert werden müssen (Achtung, kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage), sowie ggf. die Vorlage der jeweiligen abZ aus Gesundheits- oder Umweltschutzgründen (s.o.) erforderlich.

Ab QN2 sind außerdem Nachweise für den Ausschluss halogenierter Treibmittel und bestimmter gefährlicher oder besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) erforderlich. Für SVHC kann das ggf. über die Leistungserklärung oder eine EPD nachgewiesen werden. Ansonsten ist i.d.R. eine Herstellererklärung erforderlich.

Für einzelne Anforderungen ist der Nachweis auch über Umweltzeichen möglich (s. Hinweis bei Nachweismöglichkeiten).

Textbausteine Qualitätsniveau 5 / BNB_BN_1.1.6

download als RTF-Textdatei

Hinweise:
Für die Erfüllung von QN5 werden im Fall der Kunstschaum-Dämmstoffe keine höheren Anforderungen gestellt als für QN2,3+4. Es finden sich deshalb nur unter QN5 Textbausteine, die die Anforderungen von QN2-4 automatisch mit erfüllen. 
Für Kunstschaum-Dämmstoffe an Außenwänden (z.B. in WDVS) bzw. in Aufenthaltsräumen gelten weitergehende Anforderungen, siehe hierzu die materialökologischen Anforderungen / Textbausteine  fürAußenwanddämmung bzw. Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen.
(z.B. gelten für alle Außenwanddämmungen ab QN4 die Anforderungen entsprechend Blauer Engel, RAL-UZ 140).
 
Die folgenden Textbausteine gelten nicht für 
Spritz- und Montageschäume, siehe hierzu materialökologische Anforderungen für Spritz- und Montageschäume

 

Produktanforderung

Ausschluss halogenierter Treibmittel für alle Kunstschaum-Dämmstoffe

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe (Flammschutzmittel HBCDD) , maximal zugelassener Grenzwert kleiner 0,1 Gewichtsprozent, zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus EPS und XPS

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe (Flammschutzmittel TCEP) , maximal zugelassener Grenzwert kleiner 0,1 Gewichtsprozent, zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus PUR, PIR

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe (Flammschutzmittel CP, PBDE) , maximal zugelassener Grenzwert kleiner 0,1 Gewichtsprozent, zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus Kautschuk, PP, PE und EPDM

Ausschluss von Altreifengranulat zusätzlich für gummiartige Dämmprodukte auf Kautschuk- und PP/PE/EPDM-Basis im Innenbereich

 

Nachfolgende detaillierte Anforderungen an die Produkt-Dokumentation und -Deklaration sowie an die Inhaltsstoffe sind für Kunstschaum-Dämmstoffe (EPS/ XPS/ PUR/ PIR Dämmprodukte, Melamin- und Phenolharzschäume sowie gummiartige Dämmprodukte auf Kautschuk- und PP/PE/EPDM-Basis etc.) einzuhalten:

Allgemeine Produktdokumentation

Die Dokumentation der eingesetzten Produkte und deren Eigenschaften dient dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte.
Mindestens vorzulegen sind hierfür:

  • Produktdatenblatt (PDB) / Technisches Merkblatt (TM) mit Herstellername und Produktbezeichnung
  • Leistungserklärung

Deklaration besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)

Deklaration von Stoffen, die unter der Chemikalienverordnung REACH (EG/1906/2006) als besonders besorgniserregend (SVHC) identifiziert und in die gemäß REACH Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste (sogenannte „Kandidatenliste“) aufgenommen wurden, ab 0,1 Gewichtsprozenten pro Einzelstoff.

Nachweismöglichkeiten:

  • Leistungserklärung  (mit aussagekräftiger Information zu SVHC, kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage )
  • Sind bei einem Produkt mit Umweltzeichen oder Gütesiegel (z. B.: Blauer Engel RAL-UZ 156Österr. UZ 43, Emicode) SVHC ausgeschlossen, muss kein weiterer Nachweis für die Deklaration der SVHC erhoben werden.
  • EPD
  • PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss halogenierter Treibmittel für alle Kunstschaum-Dämmstoffe

Für Kunstschaum-Dämmstoffe ist nachzuweisen, dass diese frei sind von

  • halogenierten Treibmitteln

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B.:Blauer Engel RAL-UZ 156, Österr. UZ 43)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe  (Flammschutzmittel HBCDD) 
zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus EPS oder XPS

Für die Kunstschaum-Dämmstoffen aus EPS oder XPS ist zusätzlich nachzuweisen, dass diese keine der folgenden Stoffe als konstitutionelle Bestandteile (d.h. als Stoffe, die unverändert im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten oder abspalten:

  • Hexabromcyclododecan (HBCDD)

Hinweis: HBCDD wird regelmäßig als Flammschutzmittel verwendet.

Verunreinigungen sind bis höchstens 0,1 Gewichtsprozent erlaubt.

Nachweismöglichkeiten:

  • Leistungserklärung (wenn in/mit dieser keine HBCDD oder keine SVHC benannt sind; kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage)
  • Herstellererklärung, ggf. zusätzlich Analysenergebnisse
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B.: Österr. UZ 43)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe (Flammschutzmittel TCEP) 
zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus PUR, PIR

Für die Kunstschaum-Dämmstoffen aus PUR, PIR ist zusätzlich nachzuweisen, dass diese keine der folgenden Stoffe als konstitutionelle Bestandteile (d.h. als Stoffe, die unverändert im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten oder abspalten:

  • Tris(2-chlorethyl)phosphat TCEP

Hinweis: TCEP wird regelmäßig als Flammschutzmittel verwendet.

Verunreinigungen sind bis höchstens 0,1 Gewichtsprozent erlaubt.

Nachweismöglichkeiten:

  • Leistungserklärung (wenn in/mit dieser keine TCEP oder keine SVHC benannt sind; kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage)
  • Herstellererklärung, ggf. zusätzlich Analysenergebnisse
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B.: Österr. UZ 43)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss bestimmter gefährlicher Stoffe (Flammschutzmittel CP, PBDE) 
zusätzlich für Kunstschaum-Dämmstoffe aus PP, PE, EPDM, Kautschuk

Für die Kunstschaum-Dämmstoffen aus PP, PE, EPDM oder Kautschuk ist zusätzlich nachzuweisen, dass diese keine der folgenden Stoffe als konstitutionelle Bestandteile (d.h. als Stoffe, die unverändert im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten oder abspalten:

  • Chlorparaffine C10-C>17 (CP)
  • Polybromierte Diphenylether (PBDE)

Hinweis: Diese Stoffe werden regelmäßig als Flammschutzmittel verwendet.

Verunreinigungen sind bis höchstens 0,1 Gewichtsprozent erlaubt.

Nachweismöglichkeiten:

  • Leistungserklärung (wenn in/mit dieser keine HBCDD oder keine SVHC benannt sind; kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage)
  • Herstellererklärung, ggf. zusätzlich Analysenergebnisse
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B.: Österr. UZ 43)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss von Altreifengranulat
zusätzlich für gummiartige Dämmprodukte auf Kautschuk- und PP, PE, EPDM-Basis im Innenbereich

Für gummiartige Dämmprodukte auf Kautschuk- und PP, PE, EPDM-Basis im Innenbereich ist nachzuweisen, dass sie frei sind von

  • Altreifengranulat

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Für Kunstschaum-Dämmstoffe an Außenwänden (z.B. in WDVS) bzw. in Aufenthaltsräumen gelten weitergehende Anforderungen, siehe hierzu die materialökologischen Anforderungen / Textbausteine  für Außenwanddämmung bzw. Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen.

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.

verwendete Version / Stand 28.04.2016: BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

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