Bodenbeläge

Bodenbeläge

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Allgemeine Informationen

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Produktdefinition

Begriffsdefinition

Bodenbeläge lassen sich nach verschiedenen Merkmalen einteilen. Dabei kann z.B. eine Einteilung nach

  • dem Anwendungsbereich (Wohnen, Gewerbe, Industrie)
  • der Rohstoffherkunft (mineralisch, nachwachsend, fossil)
  • der Beschaffenheit der Oberfläche (textil, elastisch, hart)

vorgenommen werden. Die hier gewählte Einteilung orientiert sich an den in der Fachliteratur und der Bodenbelagsindustrie üblichen Bezeichnungen.

Produktgruppen von Bodenbelägen
organisch anorganische
textile elastische harte

Naturfaser-
Teppichböden

Kunstfaser-
Teppichböden

Linoleum-
Bodenbeläge

Polyolefin-
Bodenbeläge

PVC-
Bodenbeläge

Elastomer-
Bodenbeläge

Bodenbeläge aus Kork

Holz-
Bodenbeläge

Laminat-
Bodenbeläge

Naturstein-
Bodenbeläge

Kunststein-
Bodenbeläge

Steingut-Fliesen
und -Platten

Marktentwicklung Bodenbeläge Deutschland 1990 bis 2005, Absatz in Mio. m²

  1990 1995 2000 2001 2002 2003 2004 2005
Tufting/Nadelvlies/Webware 290 311 266 269 273 256 249 248
PVC-Beläge 60 54 54 52 50 48 49 48
Keramik 62 72 72 73 74 72 70 72
Holz/Parkett 11 22 23 22 21 19 20 20
Laminat 0,5 12 45 49 53 67 73 80
Linoleum 9,5 13 15 15 16 10 9 9
Kork 1,5 3,5 5,5 5,7 6 6,3 6,6 6,5
Elastomer (früher: Gummi) 4,5 6,5 6 6 7 7 7 6,5
Sonstige 4 5 5,5 6 6,5 5,5 4,4 6
Gesamt 443 499 492 498 506 483 488 496
Quelle: Statistisches Bundesamt, B2B, Interconsult, Intermarket, eigene Berechnungen des Deutschen Kork-Verbands e.V. (2007)

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

Für die Einteilung von Bodenbelägen in Anwendungsbereiche gibt es verschiedene Systeme. Elastische Bodenbeläge und Laminatböden können nach DIN EN 685 in Beanspruchungsklassen unterteilt werden. Bei der Erstellung der Beanspruchungsklassen werden Anwendungsbereiche nach der Beanspruchung unterschieden. Für jede Beanspruchungsklasse sind in DIN EN 685 Raumbeispiele angegeben (z.B. Gewerbebereich normale Beanspruchung: Klassenzimmer, Einzelbüros, Hotels, Boutiquen). Erfüllt ein Produkte die Anforderungen für eine Beanspruchungsklasse, so darf es entsprechend gekennzeichnet werden.

Anwendungs-
bereich
Wohnbereiche Gewerbebereiche Industriebereiche
Beanspruchung mäßig normal stark mäßig normal stark sehr
stark
mäßig normal stark
Beanspruch-
ungsklasse
21 22 23 31 32 33 34 41 42 43

Textile Bodenbeläge können gemäß DIN 66095 geprüft werden. Dabei wird der Strapazier- und der Komfortwert mit dem Teppich-Siegel der europäischen Teppichgemeinschaft (ETG) beschrieben. Die Anwendungsbereiche werden durch den Strapazierwert vorgegeben. Zu jedem Strapazierwert sind Raumbeispiele angegeben (z.B. Strapazierwert stark: Wartezimmer, Büroräume, Hotelhallen, Theater, Kino, Kindergärten, Schulen). Erfüllt ein Produkt die Anforderungen für einen Strapazierwert, so darf es entsprechend gekennzeichnet werden.

ETG-Strapazierwert
ETG-Komfortwert
extrem
stark
normal
gering
einfach
gut
hoch
luxuriös

Für Bodenbeläge aus Holz existiert kein vergleichbares Beurteilungssystem. Die Eignung für einen Anwendungsbereich muss von Fall zu Fall abgeklärt werden.

Durch die DIN EN 685 "Elastische, textile und Laminat-Bodenbeläge - Klassifizierung" (aktuelle Ausgabe:2007-11) lassen sich diese drei Bodenbelagsgruppen nach ihren Verwendungsbereichen vergleichen.
Dieser Klassifizierung liegen praktische Anforderungen an Verwendungsbereiche und Nutzungsintensität zugrunde. Bislang galt die Einteilung nur für die elastischen und Laminat-Bodenbeläge - textile Beläge hatten bislang eine eigene Einteilung. Eine Erweiterung hat es auch um die Klasse 22+ gegeben, die Wohnräume, Eingangsflure, Esszimmer und Korridore als Verwendungszwecke nennt. Die DIN EN 685 gilt jeweils zusammen mit der jeweilige Bodenbelagsnorm - also DIN EN 1307/1470 für textile Beläge, DIN EN 13810 für Laminat und die verschiedenen Normen der elastischen Bodenbeläge.

In Vorbereitung ist die DIN EN 1470, Ausgabe:2008-09, " Textile Bodenbeläge - Einstufung von Nadelvlies-Bodenbelägen, ausgenommen Polvlies-Bodenbeläge"; Deutsche Fassung EN 1470:2008.

Informationen zu den Begriffen Nadelvlies und Polvlies findet man im Baunetz Wissen Boden

Hinweise für die ökologische Produktauswahl

Hier wird auf mögliche Alternativen hingewiesen, die eine geringere Umweltbelastung aufweisen.

Zeichen / Labels

Bodenbeläge

Stand 10/2008 Internet-Adresse
Umweltzeichen (Blauer Engel) + http://www.blauer-engel.de/
EU-Umweltzeichen (Blume)  - http://www.eco-label.com/
Österreichisches Umweltzeichen  - http://www.umweltzeichen.at/
GISBAU Produkt-Code  - http://www.wingis-online.de/wingisonline/
Gütezeichen RAL-GZ  - http://www.ral.de/
natureplus-Qualitätszeichen  - http://www.natureplus.org/
Zeichen / Labels aus Programmen für spezielle Produktgruppen:
FSC-Siegel  ./. http://www.fsc-deutschland.de/
Emicode  ./. http://www.emicode.com/
GuT-Signet  + http://www.gut-ev.org/
+ Zeichen / Label für diese Produktgruppe vorhanden
- Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./. Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

Emissionsarme Bodenbeläge aus Holz und Laminat können sich für eine Auszeichnung mit dem Blauen Engel qualifizieren, weil sie arm an Formaldehyd ( → Bindemittel Holzwerkstoffe / Emissionsarme Holzwerkstoffe) sind. Entsprechendes gilt auch für emissionsarme textile Bodenbeläge. Genaue Anforderungen und aktuelle Liste der Zeichenanwender.

http://www.blauer-engel.de/

Teppichenbodenbeläge können von der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden e.V. (GuT) das GuT-Signet Teppichboden schadstoffgeprüft erhalten.

→  Naturfaser-Teppichböden, Kunstfaser-Teppichböden

Umweltproduktdeklarationen

Bodenbeläge Stand 10/2008 Internet-Adresse
PCR-Dokument +  http://bau-umwelt.de/
Branchen-EPD -  
+ für diese Produktgruppe vorhanden
- für diese Produktgruppe nicht vorhanden
  • PCR - Floor Coverings; Product Category Rules: Environmental Product Declarations Harmonised Rules for Textile, Laminate and Resilient Floor Coverings

Technische Daten

Bei den technischen Daten wird auf die wichtigsten technischen Eigenschaften der verschiedenen Produktgruppen hingewiesen. Technische Eigenschaften können u.a. sein:

  • Rohdichte
  • Härte
  • Brandverhalten
  • wärmetechnische Eigenschaften (z.B. Wärmedurchlasswiderstand)
  • elektrostatisches Verhalten (z.B. Ableitwiderstand)
  • schalltechnische Eigenschaften (z.B. Trittschalldämmmaß)

Technische Regeln (DIN, EN)

Hier wird auf die DIN-Verständigungsnormen und auf die wichtigsten technischen Eigenschaften der verschiedenen Produktgruppen hingewiesen. Bei verschiedenen Produktgruppen wurden die bestehenden DIN-Normen an die neue EU-Normierung angepasst oder befindet sich in der Anpassungsphase. Bei neueren Produktgruppen (Polyolefin-Bodenbeläge, Laminatböden) bestehen noch keine Normen oder die Normierung befindet sich in der Erarbeitungsphase. Neben den Verständigungsnormen gibt es selbstverständlich Dutzende von Normen über die Prüfung der Eigenschaften von Bodenbelägen. Diese werden nicht referiert. Die meisten normierten Prüfungen mit großer Aussagekraft sind sehr teuer. Einzelne Produkte werden vergleichsweise selten den Normprüfungen unterzogen.

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

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Hauptbestandteile

Die Bestandteile lassen sich in folgende Gruppen einteilen:

  • nachwachsende Rohstoffe (z.B. Holz, Papier, Linoleumzement, Naturfasern)
  • fossile Rohstoffe (z.B. Kunstharz, Kunststoff, Chemikalien)
  • mineralische Rohstoffe (z.B. mineralische Füllstoffe)
Produktgruppe

nachwachsende
Rohstoffe [%]

fossile
Rohstoffe [%]

mineralische
Rohstoffe [%]

80 - 100
0 - 20
0
80 - 85
15 - 20
0
65 -75
< 1
25 - 35
0
30 - 90
10 - 70
0
35 - 55
45 - 65
0 - 10
20 - 55
45 - 70
45 - 100
0 - 35
0 - 35
0 - 5
55 - 100
0 - 45

Die Prozentangaben beziehen sich i.d.R. nicht auf den effektiven Aufwand an den entsprechenden Rohstoffen. Solche Zahlen sind nicht verfügbar. Die angegebenen Zahlen beziehen sich auf die Inhaltsstoffe mit ihrer entsprechenden Herkunft. In den Zahlen nicht enthalten sind alle erforderlichen Produktionshilfsstoffe, die nicht im Endprodukt enthalten sind. Dazu gehören insbesondere die Energieträger. Die Angaben haben deshalb eine beschränkte ökologische Aussagekraft (vgl. auch Herstellung).

Herstellung

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Herstellungsprozess

Die Herstellung von Bodenbelägen ist relativ einfach. Sie besteht in den meisten Fällen nur aus der Verarbeitung der einzelnen Rohstoffe zum fertigen Produkt und ist in der Regel mit keinen besonderen Risiken verbunden. Diese Risiken bestehen bei der Herstellung der Rohstoffe (Kunststoffen, Kunstharzen, Kunstfasern) in Großanlagen der chemischen Industrie. Einige Prozesse sind unter Polyethylen, Polypropylen, Elastomere, Polyester, Polyvinylchlorid und Formaldehydharze kurz beschrieben. Die Herstellung und Verarbeitung von Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen (Holz, Papier, Linoleum, Naturlatex, Naturfasern) ist in der Regel mit keinen besonderen Risiken verbunden.

Die meisten Füllstoffe sind bei der Herstellung verhältnismäßig unproblematisch. Es handelt sich um Gesteinsmehle wie Kaolin und Kreide sowie Holz- und Korkmehl. Die Herstellung umfasst im Wesentlichen einfache mechanische Prozesse (z.B. Mahlen, Reinigen) und Transporte. Etwas aufwendiger ist die Herstellung von speziellen Füllstoffen wie Aluminiumhydroxid (Flammschutz) und Ruß (Leitfähigkeit).

Über die Herstellung der Vielzahl von Hilfsstoffen sind keine allgemein gültigen Aussagen möglich. Die Anzahl von möglichen Substanzen ist außerordentlich groß. Von sehr harmlosen bis zu sehr toxischen Verbindungen wie Bleisikkativen oder Bioziden ist alles möglich. Was schließlich verwendet wird, ist in den meisten Fällen sehr produktgruppen- und produktspezifisch.

Umweltindikatoren

Energieaufwand

Ein quantitatives Maß für den Verbrauch an fossilen Rohstoffen ist der kumulierte Primärenergieaufwand über alle Prozessketten vom Rohstoffabbau bis zum verkaufsfertigen Produkt ab Fabriktor. Neben der Rohstoffintensität ist der Primärenergieaufwand auch ein grober Indikator für alle mit dem Energieverbrauch verbundenen Umweltbelastungen wie Kohlendioxid-, Stickoxid- und andere energieträgerbedingte Luftbelastungen. Diese mit den Energieträgern verbundenen Umweltbelastungen werden pauschal mit dem Heizwert, bzw. der potentiell nutzbaren Energie der Primärenergieträger berechnet. Mit dem Primärenergieaufwand werden keine speziellen Schadstoffemissionen erfasst. Auch Lösemittelemissionen werden mit dem Primärenergieaufwand kaum berücksichtigt.

Einheitliche Werte zum Primärenergieaufwand soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMVBS liefern. Soweit Datensätze der Ökobau.dat für eine Produktgruppe in WECOBIS bereits vorliegen, erfolgt eine Darstellung unter Herstellung / Umweltindikatoren. Für Bodenbeläge liegen derzeit (Stand Oktober 2008) noch keine durchgängigen Datensätze in Ökobau.dat vor. Die bereits in Ecobis 2000 zitierten Werte der Grauen Energie werden daher hilfsweise noch angeboten.

In der Tabelle sind die berechneten Primärenergiewerte für sämtliche Produktgruppen in MJ/kg und MJ/m² angegeben. Die Werte für die Rohstoffe beziehen sich auf die Bandbreiten der Zusammensetzung innerhalb der Produktgruppen (vgl. Rohstoffe). Der kumulierte Primärenergieaufwand gibt in einer ersten Näherung die Umweltrelevanz der Herstellung einer Produktgruppe wieder.

Produktgruppe
Primärenergie-
aufwand [MJ/kg]
Primärenergieaufwand [MJ/m²]
Gesamt
Rohstoffe
Verarbeitung
Gesamt
5 - 30
-
-
75 - 255
20 - 40
120 - 320
5 - 20
135 - 335
15 - 20
25 - 65
15 - 20
40 - 85
30 - 90
90 - 150
5 - 25
115 - 160
45 - 55
95 - 145
15 - 25
115 - 165
35 - 65
70 - 270
55 - 110
130 - 375
10 - 35
25 - 95
5 - 15
30 - 110
50 - 130
105 - 215
15 - 25
130 - 225

Verarbeitung

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Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Befestigungsarten

Je nach Produktgruppe bestehen verschiedene Möglichkeiten der Verlegung auf dem Untergrund. Verlegearten mit geringer Umweltbelastung sind die lose Verlegung (z.T. mit Fixierung durch doppelseitiges Klebeband) und mechanische Befestigungsarten (Nageln, Schrauben, Verspannen). Eine andere Art der Befestigung erfolgt durch die Verlegung spezieller Matten, die den Bodenbelag über einen Klettverschluss fixieren.

Auch die schwimmende Verlegung ist mit geringer Umweltbelastung verbunden. Die einzelnen Bodenbelagselemente werden auf eine Schaumstofffolie oder andere trittschalldämmende Unterlagen nur durch Hinzugabe von Klebstoff in Nut und Feder an den Seiten miteinander verleimt. Eine Befestigung mit dem Untergrund erfolgt nicht. Eine weitere Möglichkeit der schwimmenden Verlegung ist die Verwendung eines Bügelsystems, wobei die Bodenbelagselemente über einen Metallbügel und eine Nut an der Unterseite miteinander verbunden werden.

Bei der vollflächigen Verklebung wird der Bodenbelag auf der ganzen Fläche mit Klebstoff auf dem Untergrund befestigt.

Für alle Klebearbeiten stehen verschiedene Arten von Klebstoffen zur Verfügung. Die ökologisch günstigste Variante ist die Verklebung durch Dispersions-Klebstoffe. Bei diesen ist das Bindemittel in Wasser dispergiert. Lösemittelfreie Produkte (0 % Lösemittel) sind Stand der Technik. Im Regelfall sollten Dispersions-Klebstoffe mit GISCODE D1 bzw. EMICODE EC1 verwendet werden. Weitere Klebstoffarten sind Lösemittel-Klebstoffe (30 bis 85 % Lösemittel) und Polyurethan-Klebstoffe (in der Regel 0 bis 10 % Lösemittel). Bei beiden sind arbeitshygienische Risiken durch die Lösemittel möglich, bei den Polyurethan-Klebstoffen zusätzlich durch weitere Bestandteile. Sie sollten nur in Ausnahmefällen verwendet werden.

Vor dem Aufbringen des Klebstoffes ist der Untergrund zu prüfen. Bei porösen, stark saugenden oder schlecht haftenden Untergründen muss der Untergrund entsprechend vorbehandelt werden (Haftgrundierung, Spachtelung). Auch bei diesen Arbeiten können i.d.R. lösemittelfreie Produkte verwendet werden.

Oberflächenbehandlungen:

Verschiedene Produktgruppen werden vor der Auslieferung zum Schutz mit einer Oberflächenbehandlung (nicht immer erforderlich) versehen. Diese ist i.d.R. systembedingt vorgegeben. Anders verhält es sich bei den Bodenbelägen aus Holz, wo der Verbraucher die Möglichkeit hat, die Art der Oberflächenbehandlung zu bestimmen. Die Umweltbelastung von Oberflächenbehandlungen von Holzböden kann mit der BZ-Methode beurteilt werden. Diese wurde in der Meinung, mit der Ökobilanzmethode den Anstrichstoffen nicht gerecht zu werden und zuwenig Daten zur Verfügung zu haben, in der Schweiz Mitte der Neunzigerjahre entwickelt, um Farben und Lacke gesamtheitlich und ökologisch zu bewerten (vgl. Farben, Lacke, Lasuren). Daraus ist die Umweltbelastungszahl, der BZ-Indikator entstanden, der Herstellung und Verarbeitung im Rahmen eines, nur auf Anstrichstoffe anwendbaren Bewertungssystems, berücksichtigt. Die Methode basiert auf der Stoff- und Energiebilanzierung.

Weitere Informationen zu Risiken und Schutzmaßnahmen → Stoff-/Produktgruppen GISBAU sowie die TRGS 610 (Ersatzstoffe für stark lösemittelhaltige Vorstriche und Ersatzverfahren und Klebstoffe für den Bodenbereich).

Arbeitshygienische Risiken

Bei der Verarbeitung von Bodenbelägen bestehen unter Umständen arbeitshygienische Risiken durch Klebstoffe für die Verlegung, bei Bodenbelägen aus Holz zusätzlich durch Sägen und Schleifen Holzstaub und bauseitige Oberflächenbehandlungen.

Durch das Verschweißen der Verlegeschnüre können Monomere der Bindemittel freigesetzt werden. Durch Wechselwirkung mit den Rückseitenbeschichtungen und den Klebern können Stoffe aus den Weichmachern, wie Ethylhexanol freigesetzt werden. Beim Trocknen von Linoleumböden können höhere Aldehyde wie Hexanal freigesetzt werden.

Nutzung

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Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

In der Nutzungsphase werden alle umweltgefährdenden Stoffe, die in Bodenbelägen enthalten sind oder sich bilden können und durch Versprödung, Diffusion, Auswaschung (Elution), Abrasion (Abrieb, Abtrag) oder bei der Renovierung (z.B. durch Schleifen) in die Umwelt gelangen können, angegeben. Als umweltgefährdend gelten alle Stoffe, die nicht chemisch gebunden im fertigen Produkt vorliegen und als reine Stoffe (unabhängig von der Konzentration) nach EU-Gefahrstoffverordnung kennzeichnungspflichtig sind. Mögliche Hilfsstoffe mit Umweltrelevanz sind schwermetallhaltige Trocknungsstoffe (Sikkative), Stabilisatoren, Flammschutzmittel, Weichmacher und Biozide. Dabei bestehen große Unterschiede zwischen den verschiedenen Produktgruppen und Produkten.

Über die Austretenswahrscheinlichkeit eines umweltgefährdenden Stoffes aus einem Bodenbelag lassen sich grundsätzlich keine genauen Angaben machen. Wenn immer möglich sollte das Vermeidungsprinzip angewendet werden.

Beständigkeit Nutzungszustand

Zwischen den verschiedenen Produktgruppen bestehen größere Unterschiede. Bodenbeläge aus Holz, Laminat und Linoleum sind empfindlich gegen Feuchtigkeit. Teppichbodenbeläge sind schmutzempfindlicher als die meisten anderen Bodenbeläge und haben in der Regel eine kürzere Lebensdauer. Bei den Bodenbelägen aus Kunststoffen lässt sich die Beständigkeit durch den Einsatz bestimmter Hilfsstoffe gezielt beeinflussen.

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank  mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.
-> Datenbank als PDF

Pflege, Wartung

Allen Produktgruppen gemeinsam ist, dass durch zweckmäßig geplante Schmutzschleusen der Reinigungsaufwand beträchtlich reduziert werden kann. Die Unterhaltsreinigung ist i.d.R. einfach und wenig umweltbelastend (Feuchtwischen, Nasswischen, Trockensaugen, Bürstsaugen). Bei der Grundreinigung bestehen größere Unterschiede. Laminat- und Gummi-Bodenbeläge benötigen keine Grundreinigung. Bei den Teppich-Bodenbelägen ist sie verhältnismäßig wenig umweltbelastend (Shampoonieren, Trockenshampoonieren, Trockenpulverreinigen, Sprühextraktion). Bei Linoleum, Polyolefin und PVC ist die periodische Grundbehandlung (Pflege) aufwendig und vergleichsweise umweltbelastend. Systeme wie die Sprayreinigung oder die Wischpflege sind der Beschichtung mit Acryl-Dispersionen vorzuziehen.

Außer bei Bodenbelägen aus Holz kann die Oberfläche nicht durch Schleifen und eine neue Oberflächenbehandlung erneuert werden. Kleine Schäden in der Oberfläche können bei Laminat-, Linoleum-, und Polyolefinböden mit entsprechenden Reparaturmaßen ausgebessert werden.

Nachnutzung

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Stoffliche Verwertung

Die stoffliche Verwertung von alten Bodenbelägen ist vom Vorhandensein einer Rücknahmelogistik und geeigneten Anlagen zur Verarbeitung der Altmaterialien abhängig. Voraussetzung dazu ist zudem ein einfacher Ausbau, der bei einer vollflächigen Verklebung allerdings in der Regel außerordentlich aufwändig ist.

Aus ökonomischer Sicht lohnt sich die stoffliche Verwertung nicht. Die Kosten für den separaten Ausbau, für das Konditionieren und für den Transport sind im Vergleich zu den üblichen Entsorgungskosten verhältnismäßig hoch.

Energetische Verwertung

Alte Bodenbeläge lassen sich in dafür zugelassenen Anlagen energetisch verwerten. Dabei können problematische Rückstände entstehen, die deponiert werden müssen. Auf Grund des Energiegewinnes und der in der Regel geringen Menge an problematischen Rückständen ist die Verbrennung von Bodenbelägen unproblematisch und der sinnvollste Entsorgungsweg.

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Bodenbeläge sind keine besonders überwachungsbedürftigen Abfälle. Seit 1. Juni 2005 dürfen Bodenbeläge aus organischen Rohstoffen  nach der TA-Siedlungsabfall nicht mehr abgelagert werden.