Kunstharzputz

Produktgruppeninformation

Begriffsdefinition

Kunstharzputze sind Beschichtungen mit putzartigem Aussehen. Für die Herstellung von Kunstharzputzen werden Beschichtungsstoffe aus organischen Bindemitteln, in der überwiegenden Anzahl der Fälle in Form von wässrigen Dispersionen, und aus Zuschlägen / Füllstoffen mit überwiegendem Kornanteil > 0,25mm verwendet. Kunstharzputze erfordern eine vorherige Grundierung auf Dispersionsbasis ("Tiefengrund").
Sie werden z. T. auf mineralischen Untergründen (auch Putzen) als Deckputz aufgebracht.

Wesentliche Bestandteile

  • Bindemittel (Polymerisatharze aus Acrylsäureestern, Metacrylsäureestern, Vinylacetat, Styrol, Butadien etc.)
  • Füllstoffe / Zuschlag (mineralisch oder organisch)
  • Zusatzstoffe (Weiß- bzw. Bundpigmente)
  • Zusatzmittel (filmbildende Hilfsstoffe, Entschäumer, Verdickungsmittel)
  • Wasser oder Lösungsmittel

Charakteristik

Kunstharzputze sind in erhöhtem Maße anfällig für Algen und Pilzsporen an schlecht austrocknenden bzw. schlecht belüfteten Bereichen. Der Grund liegt in einem hohen organischen Anteil des Bindemittels und der geringeren Dampfdurchlässigkeit gegenüber mineralischen Putzen. Kunstharzputze werden in der Regel werkseitig algen- und pilzresistent eingestellt. 

Kunstharzputze werden als Oberputze auf mineralischen Unterputzen als Deckschicht von Wärmedämmsystemen zur Beschichtung von Fertigteilen und Holzspanplatten eingesetzt. Ebene Untergründe sind wegen der dünnen Auftragsdicke Voraussetzung.

Kunstharzputze sind brennbar und weniger dampfdiffusionsoffen als mineralische Putze. Sie bieten einen guten Schutz gegen Regen und Schlagregen und wirken wasserabweisend bis wasserundurchlässig.

In den folgenden Angaben werden lediglich Kunstharzputze mit wässrigen Dispersionen als Bindemittel behandelt, da sie den überwiegenden Teil der am Markt erhältlichen Produkte darstellen.

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Kunstharzputze, die verarbeitungsfertig aber noch nicht erhärtet sind, sind in der Regel schädlich für Wasserorganismen und können in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben. Im abgebundenen Zustand gehen von Kunstharzputzen nach aktuellem Kenntnisstand keine Gefahren für Umwelt und Gesundheit aus.

Lieferzustand

  • Verarbeitungsfertig in Kunststoffgebinden
  • Regulierung der Konsistenz durch Zugabe von Wasser oder Lösemittel

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

  • Deckschicht außenliegender Wärmedämmsysteme
  • Beschichtung von Fertigteilen (Großtafelbau, Fertiggaragen)
  • Beschichtung von Holspanplatten (Fertighausbau)

Einteilung nach der Art der Anwendung

  • P Org 1 für Außen- und Innenputz
  • P Org 2 nur für Innenputz

Einteilung nach der Art des verwendeten Bindemittels

  • Putze mit Dispersionen als Bindemittel
  • Putze mit Epoxidharzprodukten lösemittelarm (bis 5 M.-% Lösemittel) - Sonderfälle
  • Putze mit Epoxidharzprodukten lösemittelhaltig (über 5 M.-% Lösemittel) - Sonderfälle

Quellen

Scholz/Hiese: Baustoffkenntnis; 17. Auflage, 2011; Werner Verlag (Wolters Kluwer Deutschland GmbH), Köln

Kunstharzputz
Kunstharzputz

Planungs- und Ausschreibungshilfen

Grundsätzliches

WECOBIS informiert produktneutral. An dieser Stelle soll der Nutzer jedoch eine Hilfestellung dazu erhalten, ob sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe gegenüber anderen hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz auszeichnen.
Damit wird keine Aussage über die technischen Einsatzmöglichkeiten der jeweiligen Produkte getroffen.

Derzeit finden sich neben produktgruppenspezifischen Informationen Hinweise und wichtige Links zum Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB), zu UBA-Ausschreibungsempfehlungen, Umweltdeklarationen und REACH.
Der Bereich Planungs- und Ausschreibungshilfen soll kontinuierlich weiterentwickelt und auf die Bedürfnisse der Planer abgestimmt werden. Für 2013 ist ein weiteres Entwicklungsprojekt für diesen Bereich vorgesehen.

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) / Kriterium 1.1.6

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes ganzheitliches quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, nach dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. (detaillierte Informationen siehe www.nachhaltigesbauen.de).

Das BNB-Kriterium 1.1.6 befasst sich dabei mit den Risiken für die lokale Umwelt.

UBA-Ausschreibungsempfehlungen

Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) findet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“, u.a. mit Informationen und Ausschreibungsempfehlungen zu einzelnen Bauproduktgruppen.

Für Kunstharzputze finden sich dort derzeit (Stand 10/2013) noch keine Informationen. Es lohnt sich aber, die Seiten zu besuchen, da diese regelmäßig weiterentwickelt werden. Die Ausschreibungsempfehlungen des UBA orientieren sich an den jeweiligen Vorgaben eines zugehörigen Blauen Engels (s. Reiter Zeichen & Deklarationen).

Zeichen / Labels zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz (z.B. Blauer Engel, Giscode)

Unter dem Reiter Zeichen & Deklarationen finden sich eine Übersichtstabelle, weiterführende Informationen und Links zu Zeichen und Labels, die diese Produktgruppe betreffen können. Auch damit lassen sich Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz feststellen.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Für diese Informationen besteht eine Auskunftspflicht. Sie müssen aber nicht in Form eines Sicherheitsdatenblattes nach den Kriterien des Anhangs II der REACH-Verordnung gegeben werden.

Kunstharzputze werden als Gemisch eingestuft.

Produkt bezogene Informationen gemäß CLP-Verordnung müssen daher in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) der jeweiligen Produkte ausgewiesen sein.

Informationen und Unterstützung zu den Auskunftsrechten finden sich unter www.reach-info.de.

Gefahrstoffverordnung

Kunstharzputze sind nicht kennzeichnungspflichtig nach Gefahrstoffverordnung.

Kunstharzputz

Umweltdeklarationen

Zeichen und Labels zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

KunstharzputzStand
02/2010
Internet-Adresse
     
Umweltzeichen (Blauer Engel) - http://www.blauer-engel.de/
EU-Umweltzeichen (Blume) - http://www.eco-label.com/
Österreichisches Umweltzeichen - http://www.umweltzeichen.at/
GISBAU Produkt-Code + http://www.wingis-online.de/wingisonline/

Gütezeichen RAL-GZ

- http://www.ral.de/
natureplus-Qualitätszeichen - http://www.natureplus.org/
Zeichen / Labels aus Programmen für spezielle Produktgruppen:
FSC-Siegel ./. http://www.fsc-deutschland.de/
Emicode ./. http://www.emicode.com/
GUT-Signet ./. http://www.gut-ev.org/
+
Zeichen / Label für diese Produktgruppe vorhanden
-
Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./.
Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x
Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

Die VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. betreibt ein Internet-Portal mit umfangreicher Label-Datenbank (www.label-online.de). Die Label werden dort beschrieben und anhand von Kriterien hinsichtlich Nachhaltigkeit (umweltgerecht, sozial verträglich, gesundheitlich unbedenklich) bewertet.

Österreichisches Umweltzeichen
Richtlinie UZ 39: Mineralisch gebundene Bauprodukte

Umweltproduktdeklarationen

Für Produkte mit Umweltproduktdeklaration (Environmental Product Declaration, EPD) liegen umfassende Informationen zu wichtigen Umweltwirkungen wie z. B. Ressourcenverbrauch, globaler Treibhauseffekt, Ozonabbau oder Versauerung von Böden und Gewässern vor (genaue Erläuterungen siehe Lexikon und Textteil „Umweltproduktdeklarationen“). Diese bilden die Datengrundlage für die ökologische Gebäudebewertung.

KunstharzputzeStand
10/ 2013
Download
     
PCR-Dokument* + Mineralische Werkmörtel
Branchen-EPD* + Putze und Mörtel
+
für diese Produktgruppe vorhanden
-
für diese Produktgruppe nicht vorhanden

* WECOBIS informiert produktneutral. Aus diesem Grund wird an dieser Stelle sofern vorhanden nur auf PCR-Dokumente (Produktgruppenregeln) und Branchen-EPDs verwiesen. Dies schließt nicht aus, dass für einzelne Produkte EPDs vorliegen können. Weitere Informationen und Downloads finden sich z. B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e. V.. → auch Lexikon Umweltproduktdeklaration

Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Ökobau.dat ist ein Baustein des Informationsportals Nachhaltiges Bauen in der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten und enthält Datensätze mit Umweltindikatoren von Bauprodukten. Die in der Ökobau.dat beschriebenen Umweltindikatoren bilden die Grundlage der im Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) vorgeschriebenen Berechnung von Ökobilanzen auf Gebäudeebene.

Der hierfür betrachtete Lebenszyklus eines Bauproduktes gliedert sich in die Herstellung und die Nachnutzungsphase. Die Bewertung basiert auf Indikatoren der

  • Sachbilanz / Input (PEIr, PEInr, Sekundärbrennstoffe, Wassernutzung)
  • Sachbilanz / Output (Abraum, Hausmüll/Gewerbeabfälle, Sonderabfälle)
  • Wirkbilanz (ADP, EP, ODP, POCP, GWP, AP)

Diese umfangreiche Sammlung verifizierter Daten steht unter http://www.nachhaltigesbauen.de/oekobaudat/ zur Ansicht zur Verfügung.
Download des gesamten Datensatzes unter → Ökobau.dat
Datensätze zu Kunstharzputze siehe → Mineralische Baustoffe (1) → Mörtel und Beton (4) → Putz- und Putzmörtel (04)
→ Kunstharzputz
→ Kunstharzputz - VDL
Und → Mineralische Baustoffe (1) → End of life - Prozesse (6) → End of life – Putz (01)
→ End of life - Kunstharzputz
→ End of life - Kunstharzputz - VDL

Kunstharzputz

Bewertungssysteme

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)

   
  Wofür steht das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)? Inhalt aufklappen
 

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen.
Ausführliche Informationen zum BNB-System siehe www.nachhaltigesbauen.de

  Welche Informationen liefert WECOBIS für BNB im Reiter Bewertungssysteme? Inhalt aufklappen
 

WECOBIS führt in den Datenblättern der Bauproduktgruppen umfangreiche Informationen zur Beantwortung der verschiedenen Fragestellungen im Hinblick auf Umwelt- und Gesundheitsaspekte. Im Reiter Bewertungssysteme bietet WECOBIS gezielt Antworten auf Fragestellungen baustoffrelevanter Steckbriefe. Durch die Bündelung von Aspekten z.B. bzgl. der Risiken für die lokale Umwelt, Fragen zur Innenraumhygiene und der Thematik Rückbau, Trennung, Verwertung gibt WECOBIS gezielte Hilfestellung bei der Einordnung einzelner Baustoffe. Tiefergehende Informationen finden sich über die Verknüpfungen in den jeweiligen Datenblättern.
Hinweis: Eine abschließende Beurteilung im Rahmen des Bewertungssystems und der genannten Kriterien erfolgt jedoch grundsätzlich in Abhängigkeit weiterer baulicher Gegebenheiten (z.B. eingebaute Menge).

BNB-Kriterium BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

BNB-Kriterium BN_1.1.6 zielt auf die Reduzierung bzw. Vermeidung von Stoffen und Produkten beim Neubau, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft (auch Innenraumluft) enthalten. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung der Substitution eines Stoffes.

Für den Umgang mit Materialien im Bestand und deren Einordnung ist Kriteriensteckbrief BK_1.1.6. heranzuziehen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau) und BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

Einordnung der Kunstharzputze

Bei Verwendung von Produkten aus der Gruppe der Kunstharzputze gibt es nach derzeitigem Kenntnisstand normalerweise keine Einschränkungen bei der Erfüllung der Anforderungen des BNB-Kriteriums 1.1.6 für Qualitätsniveau 2. Produkte können Qualitätsniveau 3 oder höher nur erreichen wenn sie das Kriterium RAL-UZ 140 erfüllen, d. h. u. a. schadstoffarm und biozidfrei sind.

Hinsichtlich des VOC-Gehaltes gibt es nach derzeitigem Kenntnisstand normalerweise keine Einschränkungen bei der Erfüllung der Anforderungen des BNB-Kriteriums 1.1.6 für Qualitätsniveau 3. Üblicherweise enthalten diese Produkte max. 3% VOC und können somit Qualitätsniveau 4 erreichen. Sind die Produkte emissions- und lösemittelfrei, erfüllen sie die Anforderungen für Qualitätsniveau 5.

Hinweis:
Eine abschließende Beurteilung im Rahmen des Bewertungssystems und des genannten Kriteriums erfolgt jedoch grundsätzlich in Abhängigkeit weiterer baulicher Gegebenheiten (z. B. eingebaute Menge).

BNB-Kriterium BN_4.1.4 - Rückbau, Trennung, Verwertung

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_4.1.4 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im BNB Kriteriensteckbrief 4.1.4 werden Konstruktionen nach ihrer Rückbaubarkeit, Trennbarkeit und Verwertbarkeit eingestuft.
WECOBIS kann eine aktuelle Information über mögliche Umwelt- und Gesundheitsgefährdungsaspekte im Zuge von Rückbau und Entsorgung auf Bauproduktgruppenebene geben. Eine Betrachtung von ganzen Konstruktionen kann derzeit in WECOBIS noch nicht erfolgen. Ein Bauteilmodul ist jedoch in planung. Ergänzend zu Leitfäden und Arbeitshilfen helfen die bauproduktgruppenspezifischen Aspekte dem Koordinator jedoch auch jetzt schon, die Komponenten Umwelt und Gesundheit für den Steckbrief 4.1.4 einzuordnen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_4.1.4 – Rückbau, Trennung, Vewertung

Putzmörtel werden für die in BNB-Kriterium 4.1.4 genannten Bauelemente Keller-Außenwände, Außen- und Innenwände eingesetzt. Zu beachten sind in diesem Zusammenhang die Massivbaustoffe BetonKalksandsteineLehmbaustoffePorenbeton und Ziegel.

Rückbaubarkeit

Für die Bewertung gemäß BNB 4.1.4 wirkt sich der Einsatz abfallarmer Konstruktionen, die die Möglichkeit eines sortenreinen Rückbaus erlauben, günstig aus. Die Rückbaubarkeit beschreibt den Aufwand, der für Demontage oder Abbruch eines Bauteils aus dem Gebäudeverband nötig ist.

Putzmörtel fallen mit Mauerwerk- oder Betonwänden als Verbundstoffe an. Eine Trennung von Putzschicht und Putzgrund ist aufwändig; diese zielt auf die Verwertung des Massivbaustoffes, nicht des Putzes, ab. In der Regel ist nicht von sortenreinem Rückbau auszugehen.

Weitere Informationen siehe Reiter Nachnutzung / Rückbaubarkeit und Sortenreinheit

Sortenreinheit

Beschreibt den Aufwand, der für die sortenreine Trennung mehrschichtiger und / oder inhomogener Bauteile anfällt. Eine hohe Sortenreinheit z. B. durch homogene Baustoffe und leicht trennbare Bauteilschichten führt tendenziell zur Aufwertung in der Bewertung nach Kriterium 4.1.4.

Kunstharzputz wird als Bestandteil mineralischen Bauschutts deponiert, üblicherweise erfolgt keine sortenreine Trennung.

Weitere Informationen siehe Reiter Nachnutzung / Rückbaubarkeit und Sortenreinheit

Verwertbarkeit

Für die Bewertung der Verwertbarkeit der Baustofffraktionen gelten die zur Zeit der Bewertung am Markt aktuell verfügbaren technischen Verfahren. Eine bessere Verwertbarkeit / höherwertige Verwertung führt tendenziell zu einer Aufwertung. Eine theoretische aber nicht realisierte Verwertbarkeit führt tendenziell zu einer Abwertung. Alternativ können bei Bauteilen mit langer zu erwartender Nutzungsdauer Forschungsvorhaben, die praktikable Lösungsmöglichkeiten in absehbarer Zeit zur Verfügung stellen können, positiv bewertet werden.

Bei Kunstharzputz ist von der Deponierung auszugehen. Die Kunstharzanteile verhindern eine stoffliche Verwertung und erschweren die Deponierbarkeit.

Für eine Wieder- und Weiterverwendung von verputztem Mauerwerk nach erfolgtem Rückbau fehlt derzeit die praktische Erfahrung.

Verwertungs- / Beseitigungswege Hochwertige Verwertung Minderwertige Verwertung Energetische Verwertung Deponierung
Gipsputz Nicht möglich Bedingt möglich1
Nicht möglich Momentan der übliche Beseitigungsweg2
Kunstharzputz Nicht möglich Nicht möglich
Nicht möglich Momentan der übliche Beseitigungsweg2 3
Leichtputz Nicht möglich Bedingt möglich4
Nicht möglich Momentan der übliche Beseitigungsweg2 3
Zementputz Nicht möglich Bedingt möglich4
Nicht möglich Momentan der übliche Beseitigungsweg2
Kalkputz Nicht möglich Bedingt möglich4
Nicht möglich Momentan der übliche Beseitigungsweg2
Hochwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung gleichwertiger Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Minderwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung untergeordneter Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Energetische Verwertung
Die Produktgruppe wird in einer Verbrennungsanlage energetisch verwertet.
Deponierung
Die Produktgruppe wird ggf. nach thermischer Vorbehandlung deponiert.

Gips stellt bei der Aufbereitung von Mauerwerk als Betonzuschlag einen Störstoff dar.
2 als Bestandteil des Mauerwerks bzw. je nach Erfüllung der Zuordnungskriterien in die jeweilige Deponieklasse
3 ev. Vorbehandlung notwendig
4 Eine stoffliche Verwertung findet aus wirtschaftlichen Gründen nur in Form der Aufbereitung von gemischtem Mauerwerksabbruch/Bauschutt statt, wobei hier der Putz eine Verunreinigung darstellt und die Qualität vermindert.

Weitere Informationen siehe Reiter Nachnutzung / Stoffliche Verwertung, Energetische Verwertung

Kunstharzputz

Technisches

Technische Daten

siehe auch Putzmörtel

Technische Regeln (DIN, EN)

siehe auch Putzmörtel

DIN 18558

1985

Kunstharzputze; Begriffe, Anforderungen, Ausführung

DIN EN 1062

 

Beschichtungsstoffe - Beschichtungsstoffe und Beschichtungssysteme für mineralische Substrate und Beton im Außenbereich

                        -1

2004

Teil 1: Einteilung

                        -3

2008

Teil 3: Bestimmung der Wasserdurchlässigkeit

                        -6

2002

Teil 6: Bestimmung der Kohlenstoffdioxid-Diffusionsstromdichte (Permeabilität)

                        -7

2004

Teil 7: Bestimmung der rissüberbrückenden Eigenschaften

                        -11

2002

B1 2005

Teil 11: Verfahren für die Konditionierung vor der Prüfung

DIN EN 16566

2013

Beschichtungsstoffe - Spachtelmassen bei Innen- und/oder Außenarbeiten - Anpassung der Spachtelmassen an die europäischen Normen

Bauregelliste

Das Deutsche Institut für Bautechnik stellt in den Bauregellisten A, B und C die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten sowie bauaufsichtlich geregelte und nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten auf.
Nach Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder wird die Bauregelliste bekannt gegeben. Erwerb und weiterführende Informationen zu Bauregelliste und ihren Regelungsbereichen siehe unter → www.dibt.de
Eine Darstellung und Erläuterungen zur Klassifizierung von Bauprodukten siehe im Lexikon → Klassifizierung von Bauprodukten

Kunstharzputz

Literaturtipps

ifib TH Karlsruhe, HAB Weimar, ESU+ETH Zürich: Baustoffdaten-Ökoinventare, 1995, Karlsruhe/Weimar/Zürich

Landesinstitut für Bauwesen+angewandte Bauschadensforschung: Umweltbewußte Bauteil- und Baustoffauswahl, LBB NRW (Hrsg.), 1993, Aachen

Kunstharzputz

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

Kunstharzputz 2.1.1

1Zwiener, Mötzl: Ökologisches Baustofflexikon, 2006, 3. Auflage, C.F. Müller Verlag, Heidelberg

Bindemittel
meist wässrige Dispersionen: i. d. R. von Acrylatharzen (→ Polyacrylate), sowie Vinylacetat (Polyvinylacetat).

Gesteinskörnung
Naturliche Gesteinskörnungen
mineralische Füllstoffe, z. B. Kreiden, Kalkmehle, Marmorkörnungen, Talkum, Quarzkörnungen, Glimmer.
In Sonderfällen können auch organische Füllstoffe (z. B. Kunststoffgranulate) aus dekorativen Zwecken enthalten sein.

Wasser (Verdünnungsmittel)

Ggf. Zusatzmittel
z. B. Filmbildehilfsmittel, Entschäumer (→ Betonzusatzmittel), Verdickungsmittel, Weichmacher

Ggf. Zusatzstoffe
z. B. Weiß- und Buntpigmente.
Auf Grund der Vielfalt der möglichen eingesetzten Stoffe ist es empfehlenswert, sich für die in Frage kommenden Produkte die detaillierten Herstellerangaben übersenden zu lassen.

Mischungsverhältnis:
Die Bindemittelanteile bei Kunstharzputzen liegen i. d. R. zwischen 7% und 13%, die Zuschlaganteile dementsprechend bei rd. 87% - 93%.

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Gewinnung der Primärrohstoffe

 Die Herstellung von Kunstharzen aus Erdöl belastet die Umwelt. siehe auch Grundstoffe / Polyacrylate

Verfügbarkeit

Im Gegensatz zu den Rohstoffen der mineralischen Zuschläge, die in Deutschland noch ausreichend vorhanden sind, stellt Erdöl, das ein wesentlicher Rohstoff der Kunstharzproduktion ist, eine begrenzt vorkommende Ressource dar.

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Hierzu liegen derzeit keine Informationen vor.

Radioaktivität

Natürlich Radionuklide in Baustoffen können vorkommen in Abhängigkeit von Material und Zuschlagstoffen. Zum Schutz der Bevölkerung vor Strahlenbelas­tungen werden in Deutschland seit mehr als 20 Jahren Untersuchungen und Bewertungen der radioaktiven Stoffe in Baumaterialien durchge­führt. Nach einer Studie des BfS wurden in Deutschland keine zu Bauzwecken verwendbaren Materialien festgestellt, die infol­ge erhöhter Uran- und Radiumkonzentrationen zu höhe­ren Konzentrationen des Radon-222 (Radon) in Räumen führen könnten.

Bei den derzeit handelsüblichen Bauproduktgruppen sind aus der Sicht des Strahlenschutzes keine Einschränkungen erforderlich. Allerdings ist auch weiterhin die vorgegebene Beschränkung des Anteils industrieller Rückstände als Zuschlag zu beachten, siehe ausführliche BfS-Informationen zu Baustoffen unter http://www.bfs.de/de/ion/anthropg/baustoffe.html.

Kunstharzputz

Herstellung

Prozesskette

Prozesskette siehe Putzmörtel

Herstellungsprozess

Der Herstellungsprozess besteht bei Putzmörtel, und somit auch bei Kunstharzputzen, aus folgenden Verfahrensstufen:

  • Antransport der Ausgangsstoffe
  • Dosieren
  • Mischen
  • Fördern
  • ggf. Zwischenlagern in Silos
  • Verpacken als Sackware oder Abfüllen in Eimer

Die Herstellung der organischen Bindemittel in der chemischen Industrie erfolgt durch Erdölspaltung, Destillation, Synthese der Ausgasungsverbindungen, Polymerisation und Kunstharzreinigung. Der Energieeinsatz bei Transport und Herstellung der Kunstharzputze ist somit sehr hoch, je nach Bindemittelanteil können umweltgefährdende Emissionen bei der Herstellung freigesetzt werden (siehe auch Polyacrylate).

Kunstharzputze werden im Werk fertig gemischt, in Kunststoffgebinden oder Säcken abgepackt und (bei flüssigen Produkten in Eimern, bei trockenen Produkten in Eimern oder Säcken) fertig zur Verarbeitung geliefert. Bei Trockenprodukten muss auf der Baustelle nur noch Wasser zugegeben werden.

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB liefern.

Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Live- Datensätze. Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Im Kapitel Energieaufwand finden sich ggf. allgemeine Informationen zum Thema, die die Produktgruppe prägen.

Energieaufwand

Die Energie, die bei der Verarbeitung von Kunstharzputzen verbraucht wird, ist im Vergleich zur Energiemenge während der Herstellung der Harze im Allgemeinen gering. Die Menge der Energie bei der Verarbeitung ist abhängig von den verwendeten Mischaggregaten.

Putztyp Anwendungsbereich, Spezifikation Zusammensetzung  Rohdichte
[kg/m3]
Graue Energie
[MJ/kg]
Kunstharzputz Deckputz 11 % organ. Bindemittel, 0,6 % Lösemittel, 2.45 % Zusatzmittel 1.500 11,4
Silikatputz Deckputz
auf Wasserglasbasis
8 % Wasserglas, 4,8 % organ. Bindemittel, 0,9 % Lösemittel,
2,6 % Zusatzmittel
1.500 7,5
Silikonharzputz Deckputz 5 % organ. Bindemittel, 1,6 % Lösemittel, 3,5 % Zusatzmittel 1.500 8,4

Quelle: Büro für Umweltchemie (Hrsg.): Graue Energie von Baustoffen, 1998, Zürich

Charakteristische Emissionen

Bei der Herstellung eines Trockenmörtels im Werk fallen aufgrund von Einhausungen und Filteranlagen etc. keine Emissionen an. Bei der Herstellung des frischen Putzmörtels durch Mischen von Trockenmörtel und Wasser direkt auf der Baustelle fallen Lärm- und Staubemission für die Umgebung an.

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Es sollte persönliche Schutzausrüstung (Augen-, Atem- und Gehörschutz) getragen werden.

Maßnahmen Umweltschutz

Bei der Herstellung und Verarbeitung von Kunstharzputzen auf der Baustelle ist zu gewährleisten, dass keine Kontamination des Bodens oder Wassers erfolgen kann.

Transport

Putzmörtel und somit auch Kunstharzputze, kommen i. d. R. als fertiges Trockengemisch entweder als Sack- oder Siloware bzw. in Eimern auf die Baustelle.

Putzmörtel werden in Deutschland von diversen Unternehmen an verschiedenen Standorten hergestellt, so dass ein Transport auf nationaler Ebene mit relativ kurzen Transportwegen möglich ist.

Kunstharzputz

Verarbeitung

Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Kunstharzputze sind leicht zu verarbeiten. Sie werden meist als Maschinenputz aufgetragen (Schichtstärke: 2 - 3 mm).

Kunstharzputze auf der Basis von wässrigen Dispersionen erhärten durch die Abgabe des im Putz enthaltenen Wassers an die Umgebung. Durch diese Wasserabgabe verringern sich die Abstände der einzelnen, in der Dispersion vorhandenen Polymere, es kommt zur Vernetzung. Der so entstandene Film ist dann nicht mehr wasserlöslich bzw. in Wasser dispergierbar.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Während der Verarbeitung ist der Kontakt mit Haut oder Augen zu vermeiden. Bei Arbeiten mit Kunstharzputzen sind die Räume stets gut zu durchlüften.

AGW-Werte

Orientierende Messungen zeigen, dass mit einer Grenzwertüberschreitung nicht zu rechnen ist.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.
Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden.

Kunstharzputze werden als Gemisch eingestuft. Produkt bezogene Informationen gemäß CLP-Verordnung müssen daher in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) der jeweiligen Produkte ausgewiesen sein.

Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Produkt bezogene Informationen hierzu finden sich dann in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) des Herstellers.

Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU

  • M-DF01 Dispersionsfarben, lösemittelfrei
  • M-DF02 Dispersionsfarben
  • M-SF01 für Siliconharzfarben, wasserverdünnbar

Emissionen

Bei der Verarbeitung von Kunstharzputzen auf Basis alkoholischer Lösemittel kommt es zur Verdunstung dieser Lösemittel, weshalb die Räume stets gut zu durchlüften sind.

Umweltrelevante Informationen

Energiebedarf

Da Kunstharzputze oft Fertig gemischt in Kunststoffgebinden auf die Baustelle geliefert wird, fällt keine zusätzliche Energie fürs Mischen an. Energie wird nur bei Auftragen durch Pumpen/Spritzen verbraucht.

Wassergefährdung

Kunstharzputze, die verarbeitungsfertig aber noch nicht erhärtet sind, sind in der Regel schädlich für Wasserorganismen und können in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben. Der ausgehärtete Kunstharzputz ist physiologisch unbedenklich. Elutionen von Inhaltsstoffen sind zwar in der Praxis nicht bekannt aber auch nicht ausgeschlossen. Dieses Thema ist Teil aktueller Forschung.

Kunstharzputz

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Kunstharzputze auf der Basis von wässrigen Dispersionen sind nach Herstellerangaben für den Benutzer gesundheitlich unbedenklich. Bei Einsätzen im Innenbereich können sich auf Grund der geringeren Sorptionsfähigkeit Auswirkungen auf das Innenraumklima zeigen, die jedoch im Regelfall unbedenklich sind.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Aufgrund des geringen organischen Bindemittelanteils werden Kunstharzputze herstellerseitig als nicht brennbar eingestuft und bergen in der Regel keine brandrelevante Gefährdung.

Wassereinwirkung

Der ausgehärtete Kunstharzputz ist physiologisch unbedenklich. Elutionen von Inhaltsstoffen sind zwar in der Praxis nicht bekannt aber auch nicht ausgeschlossen. Dieses Thema ist Teil aktueller Forschung.

Beständigkeit Nutzungszustand

Die Dauerhaftigkeit eines Putzes hängt i.w. von folgenden Faktoren ab:

  • Zusammensetzung
  • Festigkeit
  • Wassersaugvermögen
  • Verformungsmodul
  • Putzuntergrund und Vorbereitung
  • Auftrag
  • Kantenanschluss
  • Nachbehandlung
  • Wartung und Pflege
  • u. a. m.

Die in Normen gestellten Anforderungen an wasserabweisende Putze werden von Putzen aus Werktrockenmörteln in der Praxis i. d. R. deutlich unterschritten.

Das Deutsche Institut für Bautechnik stellt in den Bauregellisten A, B und C die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten sowie bauaufsichtlich geregelte und nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten auf.
Nach Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder wird die Bauregelliste bekannt gegeben. Erwerb und weiterführende Informationen zu Bauregelliste und ihren Regelungsbereichen siehe unter → www.dibt.de
Eine Darstellung und Erläuterungen zur Klassifizierung von Bauprodukten siehe im Lexikon → Klassifizierung von Bauprodukten

Instandhaltung

Abplatzungen oder Fehlstellen von Putzen können instandgesetzt werden, indem der geschädigte (eventuelle mit Salzen belastete) Putz entfernt und die Wand neu verputzt wird. Gegebenenfalls müssen Salzgehalte erst durch Aufbringen eines Opferputzes/Entsalzungskompressen aus dem Mauerwerk entfernt werden. Darüber hinaus können auch nachträglich Hydrophobierungsmittel aufgebracht werden, um das Eindringen von Feuchtigkeit durch den Putz zu verhindern.

Kunstharzputz

Nachnutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

Beim Ausbau ist auf ausreichenden Staubschutz zu achten (s. Verarbeitung). Die Möglichkeit des Absaugens sollte geprüft werden.

Wiederverwendung

Eine Wiederverwendung von Kunstharzputzen ist nicht möglich.

Stoffliche Verwertung

Eine stoffliche Verwertung im Rahmen der Aufbereitung von Bauschutt als rezyklierte Gesteinskörnung für Beton ist nicht möglich.
Ein gesondertes Verwertungskonzept für Kunstharzputze liegt derzeit nicht vor.

Energetische Verwertung

Bei vielen mineralischen Baustoffen, die Kunstharze als Bindemittel oder Beschichtung enthalten, ist eine energetische Verwertung abhängig vom Anteil organischen Materials. Im Fall von Kunstharzputzen ist der Kunstharzanteil zu gering für eine energetische Verwertung.

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Ausgehärtete Produkte und Produktreste gelten nicht als besonders überwachungsbedürftiger Abfall. Seit Ablauf der Übergangsfristen der TA-Siedlungsabfall 2005 dürfen Abfälle aus Kunstharzputzen nicht mehr ohne Vorbehandlung zur Reduzierung des organischen Anteils abgelagert werden.

EAK-Abfallschlüssel

Bau- und Abbruchabfälle

170101 Beton (Bau- und Abbruchabfälle)
170701  gemischte Bau- und Abbruchabfälle (gemäß KrW-/AbfG, BestüVAbfV, überwachungsbedürftige Abfälle zur Verwertung)