Gesteinsmehl

Produktgruppeninformation

Begriffsdefinition

Gesteinsmehle sind inerte Materialien (Zusatzstoff Typ I, feine Gesteinskörnung mit Durchmesser ca. 0,1mm), die im Gegensatz zu Flugasche oder Trass keine hydraulischen oder puzzolanischen Eigenschaften besitzen. Sie werden zementarmen Betonen bzw. feinteilarmen Sanden zugesetzt, um einen ausreichend hohen Mehlkorngehalt zu erreichen, der für die Verarbeitbarkeit und Dauerhaftigkeit des Betons notwendig ist.

Wesentliche Bestandteile

  • Quarzmehl (SiO2)
  • Kalksteinmehl (CaCO3)

Charakteristik

  • inert
  • hohe Feinheit

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Von Gesteinsmehlen geht keine Gefahr für die Umwelt aus. Quarzmehl kann alveolengängigen Quarz als Verunreinigung enthalten und ist daher als gefährlich gemäß Richtlinie 67/548/EWG eingestuft. Bei Verwendung von Quarzmehl sind entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Lieferzustand

pulverförmig

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

  • Zusatzstoff im Beton: besonders für Sichtbeton und Pumpbeton
  • Zementzusatzstoff für CEM II A/L (nur Kalksteinmehl)
  • Füller im Asphaltstraßenbau
Gesteinsmehl
Gesteinsmehl

Planungs- und Ausschreibungshilfen

WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.

Informationen hier im Reiter Ausschreibung:

  • Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
  • Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien,
  • Hinweise zu möglichen Verwendungseinschränkungen hinsichtlich Gefahrstoffverordnung und zu Alternativen

Übersicht Planungs- und Ausschreibungshilfen: Betonzusatzstoffe
Stand 06/2015

  Betonzusatzstoffe
     
  Material-
ökologische Anforderungen
Im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung. Inhalt aufklappen
   
Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS An Betonzusatzstoffe stellt der BNB-Kriterienkatalog 1.1.6 keine Anforderungen. Deshalb gibt es für diese Produktgruppe auch keine Textbausteine im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen".
  Mögliche Quellen Die hier genannten Quellen, insbesondere BNB, bilden die Grundlage für Planungs- und Ausschreibungshilfen bzw. materialökologische Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS. Inhalt aufklappen
   
Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen

(BNB) des BMUB /
Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt) 

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen. Die o.g. Textbausteine und materialökologischen Anforderungen in WECOBIS basieren derzeit auf Kriteriensteckbrief 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt. Dieser steht in engem Zusammehang mit Kriteriensteckbrief 3.1.3 Innenraumhygiene.

Auch wenn ein Gebäude nicht zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Einordung der jeweiligen Betonzusatzstoffe hinsichtlich verschiedener Kriteriensteckbriefe siehe Reiter Bewertungssysteme in WECOBIS

Umweltbundesamt
(UBA)
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Die Seiten werden gerade überarbeitet, sodass sich dort derzeit aus dem Baubereich nur Ausschreibungsempfehlungen zu Elastischen Bodenbelägen, Tapeten und Raufaser finden.
baubook ökologisch ausschreiben Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Betonzusatzstoffe finden gibt es derzeit keine Kriterien.
natureplus Ausschreibungstexte naturepus Ausschreibungstexte zu Betonzusatzstoffe sind derzeit nicht vorgesehen. 
  Mögliche Nachweis-
dokumente
weitere Nachweismöglichkeiten neben den folgend genannten sind Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, sowie Herstellererklärungen oder ggf. ein Anhang mit Nachhaltigkeitsmerkmalen zur bauaufsichtlichen Zulassung (abZ+). Inhalt aufklappen 
   
gesetzlich vorgeschrieben: Welche Nachweisdokumente müssen vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden? Welcher Nachweis kann damit erbracht werden? 
REACH / CLP:
Sicherheitsdatenblatt (SDB)
Betonzusatzstoffe werden als Stoff oder Gemisch eingestuft. Für sie muss daher ein SDB gemäß den Anforderungen in Art.31 REACH-VO in Verbindung mit Anhang II erstellt werden. (Nachweis gefährliche Stoffe, Nachweis SVHC >= 0,1 Gew.-%).
freiwillige Produktkenn-zeichnungen / -deklarationen Für einige Bauproduktgruppen existieren freiwillige Produktkennzeichnungen oder -deklarationen wie z.B. Umweltzeichen oder Umweltproduktdeklarationen, die als Nachweis für materialökologische Anforderungen dienen können. Eine Übersichtstabelle dazu mit detaillierten Informationen zu Betonzusatzstoffe findet sich im Reiter Zeichen & Deklarationen.

Gefahrstoffverordnung / Alternativen hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der GefStoffV ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden.

Werden für eine Produktgruppe GISBAU Produkt-Codes oder GISCODES vergeben, lassen sich z.B. dadurch Unterschiede innerhalb der Produktgruppe feststellen (s. Reiter Zeichen & Deklarationen).

Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS

Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet das neue WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter Allgemeine Infos.

Gesteinsmehl

Umweltdeklarationen

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen aus dem Bereich der Betonzusatzstoffe. Neben Herstellererklärungen, Informationen in Sicherheitsdatenblättern (SDB), Leistungserklärungen oder allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Ausschreibung) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.

Übersicht Umweltdeklarationen: Betonzusatzstoffe
Stand 06/2015

  Betonzusatzstoffe
     
  Umweltzeichen

Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können. Inhalt aufklappen

   
Blauer Engel
weil emissionsarm
-
EU-Umweltzeichen (Blume)
Österreichisches Umweltzeichen
natureplus-Qualitätszeichen -
Nordischer Schwan
  GISBAU Klassifizierungs-system

Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden. (siehe unten: Ersatzproduktgruppe prüfen?) Inhalt aufklappen

   

GISBAU Produkt-Code / GISCODE

-

GefStoffV: Prüfung von Alternativen erforderlich? (Minimierungsgebot)

-

geringstmögliche Belastung innerhalb der gleichen GISCODE-Produktgruppe (ggf. erst nach Prüfung von Alternativen)

-

  Umweltprodukt-deklaration (EPD)

Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1 Inhalt aufklappen

   
EPD1 -
Branchen-EPD1 -
  Umweltindikatoren

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB. Inhalt aufklappen

   
Ökobau.dat-Datensätze

siehe 1. Mineralische Baustoffe / 1.2 Zuschläge / 1.2.08 Kraftwerksnebenprodukte: Steinkohleflugasche

Für die anderen Betonzusatzstoffe (Gesteinsmehl, Silicastaub, Trass) gibt es derzeit keinen eigenen Datensatz in ÖKOBAUDAT

  Sonstiges

Sonstige freiwillige Produktkennzeichnungen, die Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Produkten liefern können. Inhalt aufklappen

   
baubook-Deklaration Die Plattform baubook bietet für Händler und Hersteller von Bauprodukten die Möglichkeit einer online-Deklaration anhand von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Betonzusatzstoffe gibt es derzeit keine Produktdeklarationen.
+
Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden
-
Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./.
Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x
Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

1 Die hier ggf. als vorhanden markierten EPDs oder Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V..

Quellen

Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt, abrufbar unter BNB_BN_1.1.6 Version V 2014_1 (Online-Quelle in Überarbeitung)

Gesteinsmehl
Gesteinsmehl

Technisches

Technische Daten

Kalksteinmehl / Quarzmehl

Baustoffklasse nach DIN 4102-1

A1 (nicht brennbar)

Färbung

Grau, braun, gelblich, weiß

Beständigkeit

Kalksteinmehl wird von Säuren zersetzt.

Technische Regeln (DIN, EN)

DIN 1045

 

Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton

                        -2

2008

Teil 2: Beton - Festlegung, Eigenschaften, Herstellung und Konformität - Anwendungsregeln zu DIN EN 206-1

BetonZusStoff ZulGS

2002

Grundsätze für die Erteilung von Zulassungen für anorganische Betonzusatzstoffe (Zulassungsgrundsätze)

BetonZusStoff ÜbwGrdsBer

2003

Grundsätze für die Überwachung von anorganischen Betonzusatzstoffen (Überwachungsgrundsätze)

BetonZusStoff ÜbwGS

2002

Grundsätze für die Überwachung von anorganischen Betonzusatzstoffen (Überwachungsgrundsätze)

Bauregelliste

Das Deutsche Institut für Bautechnik stellt in den Bauregellisten A, B und C die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten sowie bauaufsichtlich geregelte und nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten auf.
Nach Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder wird die Bauregelliste bekannt gegeben. Erwerb und weiterführende Informationen zu Bauregelliste und ihren Regelungsbereichen siehe unter → www.dibt.de
Eine Darstellung und Erläuterungen zur Klassifizierung von Bauprodukten siehe im Lexikon → Klassifizierung von Bauprodukten

Quellen

Dehn, F.; König, G.; Marzahn G.: Konstruktionswerkstoffe im Bauwesen, Verlag Ernst und Sohn, 1. Auflage, 2003

Gesteinsmehl

Literaturtipps

Deutscher Ausschuss für Stahlbeton, DAfStb (Hrsg.): Umweltverträglichkeit zementgebundener Baustoffe. Sachstandsbericht, Beuth Verlag GmbH, 1996, Berlin, Köln

Dehn, F.; König, G.; Marzahn G.: Konstruktionswerkstoffe im Bauwesen, Verlag Ernst und Sohn, 1. Auflage, 2003

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoff:

Online-Quelle Metamorphite Quarzit

Online-Quelle Sedimentgesteine Kalk

Gesteinsmehl

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

In Deutschland üblicherweise eingesetzte Gesteinsmehle sind Kalksteinmehle und Quarzmehle.

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Gewinnung der Primärrohstoffe

Vorkommen von Kalk- und Dolomitgestein:
Schwäbisch-Fränkische Alb, Neckar-Gebiet, Unterfranken, Alpen, Nordrand des Bergischen Landes, des Sauerlandes und des Harzes, Saarland, Eifel, Hessisches Bergland, Weserbergland, Harzvorland, Thüringer Becken, Norddeutsche Tiefebene, Gebiet östlich von Berlin. Kalkmergelsteine (zur Zementherstellung): außerdem im Teutoburger Wald, im Münsterländer und im Mainzer Becken. Hochreine Kalksteine: Schwäbische Alb, Rheinisches Schiefergebirge (Lahn-Dill-Gebiet, Eifel), Harz, südliches Schleswig-Holstein. Hochreine Dolomitsteine: Raum Berchtesgaden.

Vorkommen von Quarzit:
Hunsrück, Taunus, Westerwald, Thüringisches Schiefergebirge.

Verfügbarkeit

Aufgrund zahlreicher Vorkommen sind Gesteinsmehle gut verfügbar.

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Zur Verwendung von Recyclingmaterialien als Rohstoffe für Gesteinsmehle stehen derzeit keine Informationen zur Verfügung.

Radioaktivität

Natürlich Radionuklide in Baustoffen können vorkommen in Abhängigkeit von Material und Zuschlagstoffen. Zum Schutz der Bevölkerung vor Strahlenbelas­tungen werden in Deutschland seit mehr als 20 Jahren Untersuchungen und Bewertungen der radioaktiven Stoffe in Baumaterialien durchge­führt. Nach einer Studie des BfS wurden in Deutschland keine zu Bauzwecken verwendbaren Materialien festgestellt, die infol­ge erhöhter Uran- und Radiumkonzentrationen zu höhe­ren Konzentrationen des Radon-222 (Radon) in Räumen führen könnten.

Bei den derzeit handelsüblichen Bauproduktgruppen sind aus der Sicht des Strahlenschutzes keine Einschränkungen erforderlich. Allerdings ist auch weiterhin die vorgegebene Beschränkung des Anteils industrieller Rückstände als Zuschlag zu beachten, siehe ausführliche BfS-Informationen zu Baustoffen unter http://www.bfs.de/de/ion/anthropg/baustoffe.html.

Gesteinsmehle weisen keine erhöhte Radioaktivität auf.

Quellen

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoff:

Online-Quelle Metamorphite Quarzit

Online-Quelle Sedimentgesteine Kalk

Gesteinsmehl

Herstellung

Herstellungsprozess

Bei der Herstellung von Gesteinsmehlen muss zwischen den Gesteinsmehlen aus Filteranlagen und den gemahlenen und aufbereiteten Gesteinsmehlen unterschieden werden. Beide Gesteinsmehlarten unterscheiden sich in ihren technischen Eigenschaften.

Die bei der Aufbereitung des Gesteins unweigerlich anfallenden Stäube (Brechen, Sieben) werden an den Entstehungsorten abgesaugt und in Schlauchfiltern abgeschieden. Durch eigene Feinmahlung von Gesteinskörnungen und Abscheidung in Wirbelsichtern werden die gemahlenen Gesteinsmehle erzeugt.

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB liefern.

Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Live- Datensätze.
Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Im Kapitel Energieaufwand finden sich ggf. allgemeine Informationen zum Thema, die die Produktgruppe prägen.

Graue Energie

Angaben zum Energieaufwand oder Ökobilanzen sind derzeit in Deutschland nicht erhältlich. Eine schweizer Quelle gibt einen Energieaufwand (Graue Energie) für Kalksteinmehl von 390 MJ/t bzw. für getrocknetes Gesteinsmehl von 590 MJ/t an.

Quelle: Büro für Umweltchemie (Hrsg.): Graue Energie von Baustoffen, 1998, Zürich

Charakteristische Emissionen

Bei der Herstellung fällt je nach technischer Ausrüstung Staub und Lärm an.

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Persönliche Schutzausrüstung tragen, insbesondere Atemschutz.

Maßnahmen Umweltschutz

Einhausung der Brech-, Mahl- und Sieb- bzw. Sichteranlagen.

Gesteinsmehl

Verarbeitung

Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Beim Einsatz von Gesteinsmehlen in Mörtel oder Beton sind wegen der meist industriellen Verarbeitung keine gesonderten Maßnahmen nötig.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Umweltauswirkungen durch die Verarbeitung von Gesteinsmehlen sind nicht bekannt. Kalksteinmehl wird nach heutigem Kenntnisstand als unbedenklich eingestuft.

AGW-Werte

Allgemeiner Staubgrenzwert, alveolengängige Fraktion
AGW: 3 mg/m³

Allgemeiner Staubgrenzwert, einatembare Fraktion AGW: 10 mg/m³
Quarzstaub (A-Fraktion)

K1 (TRGS 906) Tätigkeiten oder Verfahren, bei denen Beschäftigte alveolengängigen Stäuben aus kristallinem Siliziumdioxid in Form von Quarz und Cristobalit ausgesetzt sind, werden als krebserzeugend bezeichnet

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden.

Gesteinsmehle wie Kalksteinmehl oder Basaltmehl sind keine gefährlichen Substanzen oder keine gefährlichen Gemische im Sinne der EG-Richtlinien 67/548/EWG oder 1999/45/EG und deshalb nicht kennzeichnungspflichtig. Quarzmehl hingegen enthält alveolengängigen Quarz als Verunreinigung und ist daher als gefährlich gemäß Richtlinie 67/548/EWG eingestuft.
Produkt bezogene Informationen gemäß CLP-Verordnung müssen daher in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) der jeweiligen Produkte ausgewiesen sein.

Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Produkt bezogene Informationen hierzu finden sich dann in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) des Herstellers.

Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU

In WINGIS-online liegen für Kalksteinmehl folgende Angaben zur Gesundheitsgefährdung vor:
„Einatmen oder Verschlucken kann zu Gesundheitsschäden führen. Bei langandauerndem Kontakt mit Stäuben oder konzentrierten Lösungen können bei empfindlichen Personen Haut- oder Schleimhautreizungen nicht ausgeschlossen sein.“

Für quarzhaltige Stäube werden folgende Angaben in WINGIS-online gemacht:
„Einatmen von mineralischen quarzhaltigen Stäuben in hohen Konzentrationen über lange Zeiträume kann zu Gesundheitsschäden führen. Neben vorübergehenden Beschwerden wie Husten können chronische Schädigungen (z.B. Silikose) auftreten. Quarzstaub kann Krebs erzeugen“

Emissionen

Bei der Verarbeitung von Gesteinsmehlen kann es zu einer Staubentwicklung kommen.

Umweltrelevante Informationen

Wassergefährdung

Gesteinsmehle sind nicht wassergefährdend.

Gesteinsmehl

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Wassereinwirkung

Es sind keine Umwelt- und Gesundheitsrisiken zu erwarten.

Gesteinsmehl

Nachnutzung

Stoffliche Verwertung

Durch die Verwendung von Gesteinsmehl wird die Recyclingfähigkeit von Beton nicht beeinträchtigt.

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Gesteinsmehl ist im Normalfall problemlos deponierbar. Der Einsatz von Gesteinsmehlen in Mörtel und Beton beeinträchtigt nicht deren Deponierbarkeit.

EAK-Abfallschlüssel

01 01 02 Abfälle aus dem Abbau von nichtmetallhaltigen Bodenschätzen
01 04 08 Abfälle von Kies- und Gesteinsbruch mit Ausnahme derjenigen,
die unter 01 04 07 fallen
01 04 09 Abfälle von Sand und Ton
01 04 10 staubende und pulvrige Abfälle mit Ausnahme derjenigen, die unter 01 04 07 fallen
19 12 09 Mineralien (Sand, Steine)
17 01 01 Beton
17 07 01 gemischte Bau- und Abbruchabfälle (wenn nicht sortenrein rückbaubar)
10 13 14 Betonabfälle und Betonschlämme

Quellen

Abfallkatalog auf Basis des Europäischen Abfallverzeichnisses Stand: 2002, Berichtsjahr 2012 (Online-Quelle)