Spritzschaum (PUR, UF)

Produktgruppeninformation

Alu-PU-Verbundplatte

Begriffsdefinition

Als Spritzschaum (auch: „Ortschaum“) zur Wärmedämmung von Gebäuden werden heute meist Schäume aus Polyurethan-Hartschaum eingesetzt. Für die Kerndämmung von zweischaligem Mauerwerk werden auch Schäume auf Harnstoff-Formaldehyd-Basis (UF-Ortschaum) verwendet. Beiden Schäumen gemeinsam ist die Herstellung an der Verwendungsstelle durch Mischen eines Reaktionsgemisches. Bei PUR-Spritzschaum besteht das Reaktionsgemisch aus Polyolen und Isocyanaten, bei UF-Spritzschaum erfolgt die Herstellung durch das Vermischen einer wässerigen Harnstoff-Formaldehyd-Lösung mit einer mit Druckluft aufgeschäumten wässerigen Tensid-Lösung.

Wesentliche Bestandteile

Polyurethan-Spritzschaum besteht aus Polyolen und  Isocyanaten (Diphenylmethandiisocyanat oder Polymeres Diphenylmethandiisocyanat) die miteinander reagieren und zu Polyurethan vernetzen. Ferner enthalten Spritzschäume Treibgase (meistens eine Mischung aus HFKW und Kohlenstoffdioxid), Flammschutzmittel, Katalysatoren sowie Tenside.

UF-Spritschäume bestehen aus einem UF-Harz und einem Tensid auf Phosphorsäurebasis. Zum Schäumen wird in der Regel Druckluft verwendet. Die verfügbaren Informationen zu UF-Spritzschäumen von Verarbeitern und Herstellern sind sehr dürftig. Oft wird auch nicht explizit erwähnt, dass es sich um einen Schaum auf Harnstoff-Formaldehydbasis handelt. Es wird vermutet, dass dies im Zusammenhang mit dem schlechten Image von Formaldehyd steht.

Charakteristik

Die Dämmwirkung wird durch den Einschluss ruhender Luft bzw. von Treibgasen in den aufgeschäumten Zellen erzeugt.

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Verarbeitungssicherheit

Die Verarbeitung von PUR-Spritzschäumen erfordert spezielle Sicherheitsmassnahmen, das Tragen einer Schutzkleidung sowie Atemschutz. Sie ist generell mit deutlich höheren Risiken verbunden als die Verarbeitung von werkseitig hergestellten Dämmstoffen aus Mineralfasern oder Kunststoffschäumen.

UF-Spritzschäume dürfen nach DIN nur von fachkundigen Unternehmen ausgeführt werden. Während der Abbindezeit wird Formaldehyd in die Luft abgegeben. Als bauliche Voraussetzung zur Anwendung des Verfahrens muss gemäß EBT-Richtlinie UF-Ortschaum ein ausreichender Widerstand des Zweischalenmauerwerks gegen den Durchgang von Formaldehyd vorhanden sein. Der Aufbau der Bauteile muss von dem Ausschäumen überprüft werden. Risse und Fehlstellen in Fugen sind vor Einbringung der Kerndämmung auszubessern. Ebenso muss sichergestellt werden, dass dass Mauerwerk nicht durchfeuchtet ist. Bei nicht Einhaltung der Bestimmungen der EBT-Richtlinie kann es zu lang anhaltenden Formaldehydemissionen und zu einer erheblichen Belastung von Innenräumen kommen. Aus der Literatur sind mehrere Fälle von Dämmungen mit UF-Ortschaum bekannt, die zu hohen Formaldehydbelastungen der Innenraumluft geführt haben.

Treibmittel

Für PUR-Spritzschaum kommen physikalische, HFKW-haltige Treibmittel oder Treibmittelgemische aus CO2 und HFKW (teilfluorierte Kohlenwasserstoffe) zum Einsatz. Das HFKW-freie Treibmittel Pentan, welches zum Schäumen von Dämmplatten aus Polyurethan Hartschaum eingesetzt wird, ist aufgrund seiner hohen Entzündlichkeit keine Alternative. Beim Auftragen von Ortschäumen handelt es sich um offene Anwendungen, weshalb hierfür aus Sicherheitsgründen schwer entflammbare flüssige Treibmittel verlangt werden. Insbesondere bei Innenverschäumungen ist Pentan ungeeignet, da sich in den Räumen explosive Konzentrationen aufbauen können.
In Österreich ist gemäß HFKW-FKW-SF6-Verordnung (BGBl. 447/2002) der Einsatz von HFKW als Treibmittel inzwischen in allen Dämmschäumen verboten.

UF-Ortschäume werden in der Regel mit Luft geschäumt. Da es sich um einen offenzelligen Schaumstoff handelt, werden keine wärmedämmenden Treibgase eingesetzt werden. Andere verwendete Treibmittel als Luft sind nicht bekannt.

Flammschutzmittel

PUR-Spritzschäume weisen gegenüber PUR-Hartschaumplatten einen deutlich höheren Flammschutzmittel-Gehalt (ca. 10-25%) auf.
Bei hohem Anteil von Isocyanurat-Strukturen im Schaum (PIR-Schaum) kann bei gleich hoher Brandschutzeinstufung auf einen Teil der Flammschutzmittel verzichtet werden. Jedoch ist bei dem vor Ort verschäumten Spritzschaum („Dachspritzschaum“)  aus Verarbeitungsgründen ein Übergang von PUR zu PIR nicht realisierbar.

Ob Flammschutzmittel bei UF-Spritzschäumen eingesetzt werden, ist nicht bekannt.

Lieferzustand

PUR-Spritzschaum: Einzelkomponenten in transportablen Fässern oder Containern
UF-Spritzschaum: Einzelkomponenten werden in Gebinden an Verarbeiter geliefert.

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

PUR-Spritzschaum: Sanierung von Flachdächern im Gebäudebestand („Dachspritzschaum“), Innendämmung von Dächern und Wänden
UF-Spritzschaum: Wird in der Regel als Kerndämmung in Hohlschichten von zweischaligen Mauerwerken nachträglich eingeschäumt.

Alternative Produktgruppen

Zweischalenmauerwerke können nachträglich auch mit Einblasdämmstoffen auf der Basis von Zellulose oder Mineralwolle gedämmt werden. Diese sind deutlich weniger umwelt- und gesundheitsbelastend als PUR- und UF-Spritzschäume.

Quellen

Becken K. et al., Fluorierte Treibhausgase vermeiden, Wege zum Ausstieg, Umweltbundesamt, 2010 (Download)

EG-Verordnung 842/2006 (Download)

Österreichische Verordnung HFKW-FKW-SF6-V (BGBl. 447/2002)

Leisewitz A., Kruse H., Schramm E.; Erarbeitung von Bewertungsgrundlagen zur Substitution umweltrelevanter Flammschutzmittel; Forschungsbericht 204 08 542 (alt) 297 44 542 (neu); Umweltbundesamt; Berlin; Dezember 2000 (Download)

Umweltproduktdeklarationen Institut Bauen und Umwelt e.V.: PU Europe - Polyurethane thermal insulation spray foam (closed-cell; density 40 kg/m³)
PU Europe - Polyurethane thermal insulation spray foam (closed-cell; density 60 kg/m³)

EBT-Richtlinie zur Begrenzung der Formaldehydemission in die Raumluft bei der Verwendung von Harnstoff-Formaldehydharz-Ortschaum, Ausgabe April 1985

Heinzow B. et al., Gesundheitsbeschwerden nach Kerndämmung mit UF-Ortschaum, Gefahrstoffe-Reinhaltung der Luft, 72(2012) Nr. 3 - März

Datenblätter von Produkten und Informationen von Verarbeitern von UF-Spritzschaum

Spritzschaum (PUR, UF)
Spritzschaum (PUR, UF)

Planungs- und Ausschreibungshilfen

WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.

Informationen hier im Reiter Ausschreibung:

  • Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
  • Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien,
  • zusammenfassende Informationen zum Lebenszyklus
  • Informationen zu möglichen Alternativen.

Übersicht Planungs- und Ausschreibungshilfen: Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen
Stand 10/2016

    Expandierter Polystyrolschaum (EPS) Extrudierter Polystyrolschaum (XPS) Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR)
Dämmstoffe auf Kautschuk- und PE-Basis (noch nicht in WECOBIS) Melamin- und
Phenolharzschäume

Spritzschaum (PUR/UF)

               
  Material-
ökologische Anforderungen
Im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung. Inhalt aufklappen
   
Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS

Kunstschaum-dämmstoffe für Gebäude und Haustechnik

---

Außenwand-dämmung

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Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen

Kunstschaum-dämmstoffe für Gebäude und Haustechnik

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Außenwand-dämmung

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Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen

Kunstschaum-dämmstoffe für Gebäude und Haustechnik

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Außenwand-dämmung

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Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen

Kunstschaum-
dämmstoffe für
Gebäude und
Haustechnik

Kunstschaum-dämmstoffe für Gebäude und Haustechnik

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Dämmstoffe in Aufenthaltsräumen

Kunstschaum-dämmstoffe für Gebäude und Haustechnik
  Mögliche Quellen Die hier genannten Quellen, insbesondere BNB, bilden die Grundlage für Planungs- und Ausschreibungshilfen bzw. materialökologische Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS. Inhalt aufklappen
   
Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen

(BNB) des BMUB /
Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt)

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen. Die o.g. Textbausteine und materialökologischen Anforderungen in WECOBIS basieren derzeit auf Kriteriensteckbrief 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt. Dieser steht in engem Zusammehang mit Kriteriensteckbrief 3.1.3 Innenraumhygiene.

Auch wenn ein Gebäude nicht zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Einordung der jeweiligen Dämmstoffe hinsichtlich verschiedener Kriteriensteckbriefe siehe Reiter Bewertungssysteme in WECOBIS

Umweltbundesamt
(UBA)
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Dort finden sich Ausschreibungsempfehlungen, die die Anforderungen verschiedener Blauer Engel aus dem Baubereich umsetzen.
baubook ökologisch ausschreiben Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen finden sich Kriterien in der Gruppe der Dämmstoffe / synthetische Dämmstoffe.
natureplus Ausschreibungstexte + + + + + -
  Mögliche Nachweis-
dokumente
weitere Nachweismöglichkeiten neben den folgend genannten sind Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, sowie Herstellererklärungen oder ggf. ein Anhang mit Nachhaltigkeitsmerkmalen zur bauaufsichtlichen Zulassung (abZ+). Inhalt aufklappen
   
gesetzlich vorgeschrieben: Welche Nachweisdokumente müssen vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden? Welcher Nachweis kann damit erbracht werden?
REACH / CLP:
Sicherheitsdatenblatt (SDB)

Spritzschäume bzw. Ort- und Montageschäume werden als Gemisch eingestuft. Für sie muss daher ein SDB gemäß den Anforderungen in Art.31 REACH-VO in Verbindung mit Anhang II erstellt werden. (Nachweis gefährliche Stoffe, Nachweis SVHC >= 0,1 Gew.-%)

Dämmstoffe in Plattenform werden als Erzeugnis eingestuft. Für Erzeugnisse ist kein SDB vorgeschrieben. Die pflichtgemäße Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung für Bauprodukte, die unter den Geltungsbereich der BauPVO fallen, muss Angaben über SVHC enthalten. Für alle Bauprodukte (Erzeugnisse), also auch solche, die nicht im Geltungsbereich der BauPVO liegen, besteht ein Auskunftsrecht für SVHC. Für die Anfrage an den Hersteller steht auf dem Informationsportal des Umweltbundesamtes zu REACH ein Musterbrief zum Download zur Verfügung.

Alle Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen fallen in den Geltungsbereich der BauPVO (s. Listung in Bauregelliste B Teil 1 / 1.5 Dämmstoffe für den Wärme- und Schallschutz).

Leistungserklärung gemäß BauPVO mit Angaben zu SVHC + + + + + +
allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) aus Gesundheits-
schutzgründen

Werkmäßig hergestellte Dämmstoffe aus Phenolharzschaum benötigten bis 15.10.2016 bei der Verwendung in Aufenthaltsräumen einschließlich zugehöriger Nebenräume eine abZ aus Gesundheitsschutzgründen. Sie umfasste eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas. (siehe auch Bauregelliste B Teil 1, lfd. Nr. 1.5.5).

Dasselbe gilt auch weiterhin für Dämmstoffe aller Materialien, die als Verlegeunterlagen unter Bodenbelägen verwendet werden (siehe auch Bauregelliste B Teil 1, lfd. Nr. 1.18.1 bzw. 1.18.3).

abZ der Gruppen Z-158.10-.... (Verlegeunterlagen) abZ der Gruppen Z-23.15- ... (Phenolharzschaum) -
freiwillige Produktkenn-zeichnungen / -deklarationen Für einige Bauproduktgruppen existieren freiwillige Produktkennzeichnungen oder -deklarationen wie z.B. Umweltzeichen oder Umweltproduktdeklarationen, die als Nachweis für materialökologische Anforderungen dienen können. Eine Übersichtstabelle dazu mit detaillierten Informationen zu Dämmstoffen aus synthetischen Rohstoffen findet sich im Reiter Zeichen & Deklarationen.

Übersicht Lebenszyklusinformationen: Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen

    Expandierter Polystyrolschaum (EPS) Extrudierter Polystyrolschaum (XPS) Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) Melamin- und Phenolharzschäume Spritzschaum (PUR, UF)
             
  Rohstoffe Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Rohstoffe)
   
Hauptbestandteile nach Rohstoffherkunft
Anteil fossiler Rohstoffe 100 M-% 100 M-% 100 M-% 100 M-% 100 M-%
Anteil mineralischer Rohstofffe 0 M-% 0 M-% 0 M-% 0 M-% 0 M-%
Anteil erneuerbarer Rohstoffe 0 M-% 0 M-% 0 M-% 0 M-% 0 M-%
Charakteristische Inhaltsstoffe
Ausgangsstoff Polystyrol Polystyrol

Polyole, Isocyanate

MF: Melaminformaldehydharz

PF: Phenolformaldehydharz

PUR: Polyole, Isocyanate 

UF: Harnstoff-Formldehydharz und Tenside 

Spritzschäume werden an der Verwendungsstelle gemischt (auch: Ortschaum)

Treibmittel Pentan zu 80% CO2 mit Co-Treibmittel (Ethanol oder Aceton), auch: HFKWs R-134a, R-152a, neu: HFO-1234ze zu 95% Pentan, auch: HFKW

MF: Pentan, Hexan

PF: Pentan, Isobutan

PUR: HFKW oder CO2 / HFKW

UF: In der Regel Luft

Problematische Inhaltsstoffe
Flammschutzmittel ca. 0,5-2 % HBCD (SVHC), Ersatzstoff: bromiertes Polymer ca. 0,5 - 3% HBCD (SVHC), Ersatzstoff: bromiertes Polymer ca. 2-5% halogenierte Phosphorsäureester:TCEP (SVHC)
und TCPP

MF: keine

PF: Ammoniumphospaht, Borsäure (Anteil nicht bekannt

PUR: ca. 10 - 25% TEP, TCPP

UF: nicht bekannt

Sonstiges
Verwendung von Recyclingmaterialien Verwendung von Produktionsabfälle; in der Schweiz auch Verwendung von sortenreinen Baustellenabfällen derzeit nur Verwendung von Produktionsabfällen, Extruderprozess erfordert hohen Reinheitsgrad nur Verwendung von Produktionsabfällen nein nein
  Herstellung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Herstellung)
  Ökobau.dat-Datensätze Datensätze zu Expandiertem Polystyrol (EPS): siehe 2. Dämmstoffe / 2.2. Expandiertes Polystyrol Datensätze zu Extrudiertem Polystyrol (XPS): siehe 2. Dämmstoffe / 2.3. Extrudiertes Polystyrol Datensätze zu Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR): siehe 2. Dämmstoffe / 2.4. Polyurethan-Hartschaum (PUR)

Datensatz zu Melaminharzschaum siehe 2. Dämmstoffe / 2.17.01 Melaminharz-Schau

Datensätze für Phenolharzschaum liegen noch nicht vor (Stand 11/2016)

Datensätze für Polyurethan-Spritzschaum (PUR/PIR) liegen noch nicht vor (Stand 10/2016)

Datensatz zu UF-Ortschaum: siehe 2. Dämmstoffe / 2.16.01 Ortschaum

  Verarbeitung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Verarbeitung, zu ggf. vorhandenen verarbeitungsspezifischen Produktkennzeichnungen wie z.B. Giscode, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
  Verarbeitungsweise / Lieferzustand Plattenware (weiß oder grau); offenporig; für Anwendungen mit Feuchtebelastung auch intensiv geschäumt / geschlossenporig Plattenware (i.d.R. farbig, je nach Hersteller), geschlossenzellig Plattenware, geschlossenzellig

MF: Platten, Matten, offenzelliger Schaumstoff

PF: Plattenware, geschlossenzelliger Schaumstoffe

anspruchsvolle Verarbeitung vor Ort, bei Spritzschäumen nur durch Fachfirmern
  Arbeitshygienische Risiken Gefährdung durch Staub bei mechanischer Verarbeitung, durch Styrol beim Schneiden mit Heißdraht Gefährdung durch Staub bei mechanischer Verarbeitung, durch Styrol beim Schneiden mit Heißdraht - -

PUR: TRGS 430 "Isocyanate – Gefährdungsbeurteilung und Schutzmaß- nahmen"

UF: Gefährdung durch Formaldehydemissionen

  Nutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nutzung, zur Innenraumhygiene nach BNB siehe siehe Reiter Bewertungssysteme, zu ggf. vorhandenen innenraumrelevanten Produktkennzeichnungen wie z.B. Blauer Engel, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
   
VOC-/SVOC-Emissionen keine VOC-/Formaldehydemissionen zu erwarten in geringen Mengen flüchtige organische Verbindungen (VVOC, VOC) aus dem Treibmittel Pentan

MF: Formaldhydemissionen möglich

PF: Emissionen von Formaldehyd sind möglich. Emissionen von 2-Chlorpropan könnten in Abhängigkeit der eingesetzten Treibmittel auftreten.

PUR: Unmittelbar nach der Anwendung können geringe Mengen an Treibmittel (Propan, Butan, Dimethylether) emittiert werden. Mit anderen Emissionen im Innenraum ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu rechnen.

UF: Aus der Literatur sind Fälle bekannt, wo UF-Spritzschäume zu einer erheblichen Formaldehydbelastung der Innenraumluft geführt haben.

Brandfall im Brandfall Entstehung giftiger Brandgase (Dioxine und Furane) giftige Brandgase giftige Brandgase giftige Brandgase
  Nachnutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nachnutzung)
   
Rückbaubarkeit / Trennbarkeit hoher Aufwand bei Verklebung (z.B. Perimeterdämmung, Fassadendämmung), sortenreiner Rückbau oft schwierig, geringer Aufwand bei loser Verlegung hoher Aufwand durch Anhaftung an anderen Bauteilen, Sorternreinheit kaum möglich
Verwertbarkeit / Recyclingfähigkeit hochwertige Verwertung aus sortenreinen Abfällen möglich, in der Schweiz auch praktiziert derzeit keine hochwertige Vewertung möglich, Extruderprozess erfordert hohen Reinheitsgrad derzeit keine hochwertige Vewertung möglich derzeit keine hochwertige Verwertung möglich keine stoffliche Verwertung möglich
Typischer Entsorgungsweg energetische Verwertung (Verbrennung) energetische Verwertung (Verbrennung) energetische Verwertung (Verbrennung) energetische Verwertung (Verbrennung) energetische Verwertung (Verbrennung)
Energiegewinnung möglich? ja (hoher Heizwert) ja (hoher Heizwert) bedingt (Heizwert niedriger als bei EPS und XPS) bedingt (Heizwert niedriger als bei EPS und XPS) bedingt (Heizwerte von PUR und UF niedriger als bei EPS und XPS)

Alternativen hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Verarbeitungssicherheit

Die Verarbeitung von PUR-Spritzschäumen erfordert spezielle Sicherheitsmassnahmen, das Tragen einer Schutzkleidung sowie Atemschutz. Sie ist generell mit deutlich höheren Risiken verbunden als die Verarbeitung von werkseitig hergestellten Dämmstoffen aus Mineralfasern oder Kunststoffschäumen.

UF-Spritzschäume dürfen nach DIN nur von fachkundigen Unternehmen ausgeführt werden. Während der Abbindezeit wird Formaldehyd in die Luft abgegeben. Als bauliche Voraussetzung zur Anwendung des Verfahrens muss gemäß EBT-Richtlinie UF-Ortschaum ein ausreichender Widerstand des Zweischalenmauerwerks gegen den Durchgang von Formaldehyd vorhanden sein. Der Aufbau der Bauteile muss von dem Ausschäumen überprüft werden. Risse und Fehlstellen in Fugen sind vor Einbringung der Kerndämmung auszubessern. Ebenso muss sichergestellt werden, dass dass Mauerwerk nicht durchfeuchtet ist. Bei nicht Einhaltung der Bestimmungen der EBT-Richtlinie kann es zu lang anhaltenden Formaldehydemissionen und zu einer erheblichen Belastung von Innenräumen kommen. Aus der Literatur sind mehrere Fälle von Dämmungen mit UF-Ortschaum bekannt, die zu hohen Formaldehydbelastungen der Innenraumluft geführt haben.

Treibmittel

Für PUR-Spritzschaum kommen physikalische, HFKW-haltige Treibmittel oder Treibmittelgemische aus CO2 und HFKW (teilfluorierte Kohlenwasserstoffe) zum Einsatz. Das HFKW-freie Treibmittel Pentan, welches zum Schäumen von Dämmplatten aus Polyurethan Hartschaum eingesetzt wird, ist aufgrund seiner hohen Entzündlichkeit keine Alternative. Beim Auftragen von Ortschäumen handelt es sich um offene Anwendungen, weshalb hierfür aus Sicherheitsgründen schwer entflammbare flüssige Treibmittel verlangt werden. Insbesondere bei Innenverschäumungen ist Pentan ungeeignet, da sich in den Räumen explosive Konzentrationen aufbauen können.
In Österreich ist gemäß HFKW-FKW-SF6-Verordnung (BGBl. 447/2002) der Einsatz von HFKW als Treibmittel inzwischen in allen Dämmschäumen verboten.

UF-Ortschäume werden in der Regel mit Luft geschäumt. Da es sich um einen offenzelligen Schaumstoff handelt, werden keine wärmedämmenden Treibgase eingesetzt werden. Andere verwendete Treibmittel als Luft sind nicht bekannt.

Flammschutzmittel

PUR-Spritzschäume weisen gegenüber PUR-Hartschaumplatten einen deutlich höheren Flammschutzmittel-Gehalt (ca. 10-25%) auf.
Bei hohem Anteil von Isocyanurat-Strukturen im Schaum (PIR-Schaum) kann bei gleich hoher Brandschutzeinstufung auf einen Teil der Flammschutzmittel verzichtet werden. Jedoch ist bei dem vor Ort verschäumten Spritzschaum („Dachspritzschaum“)  aus Verarbeitungsgründen ein Übergang von PUR zu PIR nicht realisierbar.

Ob Flammschutzmittel bei UF-Spritzschäumen eingesetzt werden, ist nicht bekannt.

Alternative Produktgruppen

Zweischalenmauerwerke können nachträglich auch mit Einblasdämmstoffen auf der Basis von Zellulose oder Mineralwolle gedämmt werden. Diese sind deutlich weniger umwelt- und gesundheitsbelastend als PUR- und UF-Spritzschäume.

Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS

Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet das neue WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter Allgemeine Infos.

Spritzschaum (PUR, UF)

Umweltdeklarationen

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen aus dem Bereich der Dämmstoffe. Neben Herstellererklärungen oder Informationen in Sicherheitsdatenblättern (SDB) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Ausschreibung) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.

Übersicht Umweltdeklarationen: Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen
Stand 10/2016

    Expandierter Polystyrol-
schaum (EPS)
Extrudierter Polystyrol-
schaum (XPS)
Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) Melamin- und
Phenolharz-
schäume
Spritzschaum (PUR, UF) Montageschäume
               
  Umweltzeichen Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können. Inhalt aufklappen
   

Blauer Engel
weil umweltgerechter Wärmeschutz /
RAL-UZ 140 Wämedämm-verbundsysteme

x

(aufgrund der Inhaltsstoffe / Ausschluss halogenierter organischer Verbindungen als Flammschutzmittel. Das gilt auch für die derzeit bekannten HBCD-Ersatzstoffe aus bromierten Polymeren. ausführliche Infos zu HBCD siehe Hintergrundpapier HBCD / Umweltbundesamt vom Juli 2016)

x

(aufgrund der Inhaltsstoffe / Ausschluss halogenierter organischer Verbindungen als Flammschutz-
mittel)

Melaminharz-
schäume werden nicht in WDVS eingesetzt.

Phenolharz-
schäume können die Anforderungen erfüllen, sofern sie nicht mit halogenhaltigen Treibmitteln geschäumt sind.

./. ./.

Blauer Engel
weil emissionsarm / RAL-UZ 132 

x

Emissionsarme Wärmedämmstoffe und Unterdecken
für die Anwendung in Gebäuden können sich für den
Blauen Engel RAL-UZ 132 qualifizieren.
Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen können
die Anforderung "Ausschluss halogenierter
organischer Verbindungen" aufgrund der enthaltenen Flammschutzmittel nicht erfüllen.

Melaminharz-
schäume können die Anforderungen von RAL-UZ 132  erfüllen, wenn sie die vorgegebenen Emissionswerte in der Prüfkammer-
messung nicht überschreiten.

Phenolharz-
schäume können die Anforderungen von 
RAL-UZ 132  erfüllen, sofern sie nicht mit halogenhaltigen Treibmitteln geschäumt sind und die vorgegebenen Emissionswerte der Prüfkammer-
messung nicht überschreiten.

- ./.
Blauer Engel
weil emissionsarm / RAL-UZ 156

+

Emissionsarme Verlegeunterlagen für Bodenbeläge können
sich für den Blauen Engel RAL-UZ 156 qualifizieren.
Dazu gehören auch dünne Dämmunterlagen, die z.B. aus
EPS-, XPS- oder PUR-Schäumen oft in Kombination mit
weiteren Materialien bestehen können. Verlegeunterlagen
mit dem Emicode EC1plus (s.u.) müssen bei fast allen
Prüfparametern niedrigere Grenzwerte einhalten.

 - - ./.
Qualitätssiegel
BFA QS EPS
(kein Umweltzeichen, aber Nachweis-
möglichkeit für HBCD-Freiheit)
+

./.

Nachweis HBCD-Freiheit über EPD
mit Zusatz "mit alternativem Flammschutzmittel" möglich

./. ./. ./. ./.
pure life-Siegel der ÜGPU e.V. (Überwachungs-gemeinschaft Polyurethan-Hartschaum e.V.) ./. ./.

+

(u.a. TCEP-frei, frei von halogenierten Treibmitteln, Einhaltung AgBB-Schema)

./. ./. ./.
EU-Umweltzeichen (Blume) -
- - - - -
Österreichisches Umweltzeichen
Richtlinie UZ 43 : stoffliche Einschränkungen, keine Emissions-anforderungen

+

(nur für intensiv geschäumtes EPS ohne HBCD)

Richtlinie UZ 43
Hartschaum-Dämmplatten aus polymeren 
Rohstoffen

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

Richtlinie UZ 43
Hartschaum-Dämmplatten aus polymeren 
Rohstoffen

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

Richtlinie UZ 43
Hartschaum-Dämmplatten aus polymeren 
Rohstoffen

Melaminharz-
schaum: ./.

Phenolharz-
schaum: +
(derzeit kein Produkt zertifiziert)

Richtlinie UZ 43
Hartschaum-
Dämmplatten aus polymeren Rohstoffen

./. ./.
natureplus-Qualitätszeichen (nur für Produkte aus nachwachsenden und/oder mineralischen Rohstoffen / mind. 85 Masse%)

x

x

x

x

x

x

Nordischer Schwan  - - - - - -
EMICODE
/ Raumlufthygiene

 +

Emissionsarme Verlegeunterlagen können sich für den EMICODE EC1plus (sehr emissionsarm) - EC2 (emissionsarm) qualifizieren. Dazu gehören auch dünne Dämmunterlagen, die z.B. aus EPS-, XPS- oder PUR-Schäumen oft in Kombination mit weiteren Materialien bestehen können.

 -

-

+

EC1plus (sehr emissionsarm) -
EC2 (emissionsarm)

Eurofins
Zertifizierung
"Indoor Air Comfort Gold"
(Formaldehyd-Grenzwert  strenger / VOC-Grenzwerte weniger streng als Blauer Engel)

 +

(für Dämmstoffe möglich, derzeit jedoch kein Dämmstoff aus synthetischen Rohstoffen / Schaumkunststoff zertifiziert)

 

 

-
  GISBAU Klassifizierungs-system

Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden. (siehe unten: Ersatzproduktgruppe prüfen?) Inhalt aufklappen

   

GISBAU
Produkt-Code / GISCODE

Platten-Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen sind nicht im GISBAU-System klassifiziert. Informationen zu arbeitshygienischen Risiken siehe Reiter Verarbeitung.

 

 

 

 

Ortschäume welche als Dämmstoff eingesetzt werden, sind im GISBAU-System nich klassifiziert. Informationen zu arbeitshygienischen Risiken siehe Reiter Verarbeitung.

PU 70 PU-Montage-schäume

PU 80 PU-Montage-schäume, hochent-zündlich

GefStoffV:
Prüfung von Alternativen erforderlich? (Minimierungsgebot)

- - -  -

Der Verzicht auf Ortschäume ist zu bevorzugen.

Der Verzicht auf Montageschäume ist zu bevorzugen.

geringstmögliche Belastung innerhalb der gleichen GISCODE-Produktgruppe
(ggf. erst nach
Prüfung von Alternativen)

- - - - - PU 70 (aufgrund der geringeren Brandgefahr), es gibt auch "isocyanatfreie" Schäume (ohne GISBAU-Einstufung) mit etwas geringerer Belastung. Der Verzicht auf Montageschäume ist zu bevorzugen. 
  Umweltprodukt-deklaration (EPD)

Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1 Inhalt aufklappen

   
EPD1 - + - + -
Branchen-EPD1

+

Infos zu HBCD oder alternativem FSM Polymer-FR im Geltungsbereich oder unter Rohstoffe

+

HBCD-frei mit Zusatz "... mit alternativem Flammschutz-
mittel" im Titel

+

-

+

(nur für PUR-Spritzschaum, nicht für UF-Spritzschaum)

  Umwelt-
indikatoren

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB. Inhalt aufklappen

   
Ökobau.dat-Datensätze Datensätze zu Expandiertem Polystyrol (EPS): siehe 2. Dämmstoffe / 2.2. Expandiertes Polystyrol

Datensätze zu Extrudiertem Polystyrol (XPS): siehe 2. Dämmstoffe / 2.3. Extrudiertes
Polystyrol

Datensätze zu Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR): siehe 2. Dämmstoffe / 2.4. Polyurethan-Hartschaum (PUR)

Datensatz zu Melaminharz-
schaum: siehe 2. Dämmstoffe / 2.17.01 Melaminharz-
schaum

Datensätze zu Phenolharz-
schaum liegen noch nicht vor (Stand 11/2016)

Datensätze für Polyurethan-
Spritzschaum (PUR/PIR)
liegen noch nicht vor (Stand 10/2016)

Datensatz zu UF-Spritzschaum: siehe 2. Dämmstoffe / 2.16 Harnstoff-Formaldehydharz / 2.16.01 Ortschaum

Datensätze für Montageschaum 
liegen noch nicht vor (Stand 10/2016)
  Sonstiges Sonstige freiwillige Produktkennzeichnungen, die Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Produkten liefern können. Inhalt aufklappen
   
baubook-Deklaration Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen finden sich Kriterien in der Gruppe der Dämmstoffe / synthetische Dämmstoffe. Für Montageschäume finden sich Kriterien in der Gruppe der Kleb- und Füllstoffe. 
+ Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden
- Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./. Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

1 Die hier als vorhanden markierten EPDs und Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V..

Spritzschaum (PUR, UF)

Bewertungssystem

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)

   
  Wofür steht das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)? Inhalt aufklappen
 

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen.
Ausführliche Informationen zum BNB-System siehe www.nachhaltigesbauen.de

  Welche Informationen liefert WECOBIS für BNB im Reiter BNB-Kriterien? Inhalt aufklappen
 

WECOBIS führt in den Datenblättern der Bauproduktgruppen umfangreiche Informationen zur Beantwortung der verschiedenen Fragestellungen im Hinblick auf Umwelt- und Gesundheitsaspekte. Im Reiter Bewertungssysteme bietet WECOBIS gezielt Antworten auf Fragestellungen baustoffrelevanter Steckbriefe. Durch die Bündelung von Aspekten z.B. bzgl. der Risiken für die lokale Umwelt, Fragen zur Innenraumhygiene und der Thematik Rückbau, Trennung, Verwertung gibt WECOBIS gezielte Hilfestellung bei der Einordnung einzelner Baustoffe. Tiefergehende Informationen finden sich über die Verknüpfungen in den jeweiligen Datenblättern.
Hinweis: Eine abschließende Beurteilung im Rahmen des Bewertungssystems und der genannten Kriterien erfolgt jedoch grundsätzlich in Abhängigkeit weiterer baulicher Gegebenheiten (z.B. eingebaute Menge).

BNB-Kriterium BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

BNB-Kriterium BN_1.1.6 zielt auf die Reduzierung bzw. Vermeidung von Stoffen und Produkten beim Neubau, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft (auch Innenraumluft) enthalten. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung der Substitution eines Stoffes.

Für den Umgang mit Materialien im Bestand und deren Einordnung ist Kriteriensteckbrief BK_1.1.6. heranzuziehen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau) und BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

Einordnung der Spritzschäume (PUR/UF)
Stand 08/2017

Für die Bewertung nach Kriterium BNB_BN_1.1.6 (Version V 2014_1) werden sechs potenzielle Schadstoffgruppen betrachtet. Für die Einordnung der Polyurethan-Spritzschäume (PUR/PIR) gemäß 1.1.6 sind die hervorgehobenen Schadstoffgruppen relevant:
1 Gefährliche und besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)
2 Gefährliche Stoffe, die ausgelaugt werden können
3 Schwermetalle (bei Bodenbelägen als Stabilisatoren in Kunststoffen)
4 Flüchtige organische Verbindungen (VOC) einschließlich organische Lösemittel
5 Halogenierte Kälte- und Treibmittel
6 Biozide 

Spritzschäume (PUR, UF) werden in 1.1.6 über folgende Einsatzbereiche adressiert (s. BNB_BN_1.1.6 Anlage 1 / Allgemeine Anforderungsliste, Anlage 2 / Einzelstoffe mit besonders besorgniserregenden Eigenschaften):

  • Pos. 32a Kunstschaum-Dämmstoffe für Gebäude und Haustechnik
  • Pos. 33 Ortschaum / Spritz- und Montageschäume

Im folgenden werden die Anforderungen an die Verwendung von Spritzschäumen (PUR/UF) dargestellt. Die eigentlichen Anforderungen der genannten Position in Anlage 1 betreffen ggf. auch andere Dämmstoffe.

Qualitätsniveau (QN)

Anforderungen an Ortschaum / Spritz- und Montageschäume (gem. Pos.32a + Pos. 33)

1 (= Mindestanforderung)

Produktdokumentation1 incl. Deklaration von SVHC der Kandidatenliste > 0,1 Gew.-%                                                                          

2 (zusätzlich zu QN1)

Es dürfen nur Produkte verwendet werden,

 

  • die frei von  Formaldehyd sind (= keine UF-Schäume)
  • frei von halogenierten Treibmitteln,
  • und keines der folgenden Flammschutzmittel (<0,1%) enthalten: TCEP 
 

3 (zusätzlich zu QN1)

4 (zusätzlich zu QN1)

Auf die Verwendung von Spritz- und Montageschäumen ist zu verzichten (außer bei Fugen mit wärmetechnischer Anforderung gemäß abZ)

5 (zusätzlich zu QN1)
Kommentierung

Durch den Verzicht auf jegliche Spritzschäume werden die Anforderungen für Qualitätsniveau 5 erfüllt. UF-Schäume dürfen bereits ab QN2 nicht mehr verwendet werden.

Tabelle: Anforderungen an die Verwendung von Spritzschäumen (PUR/UF)

1 Die Produktdokumentation (z.B. über Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, Sicherheitsdatenblätter) ist die Mindestanforderung, die mindestens für alle durch BNB 1.1.6 betroffenen Produktgruppen erfüllt sein muss. Zusätzlich ist für alle diese Produktgruppen immer auch die Deklaration von SVHC der Kandidatenliste nach REACH (z.B. über LeistungserklärungSicherheitsdatenblätter, Herstellererklärung) erforderlich. Produktgruppenabhängig können auch noch andere Nachweise gefordert sein.

Planungs- und Ausschreibungshilfen mit Textbausteinen

Tabellarische Übersichten mit allen Einzelkriterien für Planung und Ausschreibung sind im neuen Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter "Dämmstoffe" zu finden. Die Tabellen dort enthalten auch detaillierte Informationen zu den Nachweismöglichkeiten (z.B. über andere Produktkennzeichnungen) und damit zur Prüfung der angebotenen Produkte. Außerdem finden sich dort auch die für die verschiedenen Qualitätsniveaus zugehörigen Textbausteine (auch als rtf-Download).

BNB-Kriterium BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BK_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im Falle einer Sanierungsmaßnahme wird BN_1.1.6 ergänzt durch das BNB-Kriterium BK_1.1.6. Dieses zielt auf die Adressierung und Ausschleusung von Materialien in der bestehenden Bausubstanz, die ein Risikopotenzial für Mensch und Umwelt darstellen. Die Bewertung erfolgt anhand einer Einstufung der Baumaterialien in ein vorgegebenes Schadstoffkataster mit 14 Schadstoffgruppen aufgrund ihres Schädigungspotentials und der jeweiligen Sanierungsmaßnahmen. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 4 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung er Substitution eines Stoffes.

Weitere Informationen zu den Einzelkriterien im Bestand siehe BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung). Für den Einbau von neuen Materialien gilt BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau).

Die Einordnung von Materialien im Bestand erfolgt in WECOBIS jeweils gesammelt für die ganze Obergruppe der Dämmstoffe. Siehe dazu Dämmstoffe im Bestand.

Die an dieser Stelle beschriebenen Dämmstoffe (= aktuell am Markt verfügbare Produktgruppen) enthalten normalerweise keine Problemstoffe, welche bei der Sanierung relevant sind.
Alte PUR-Spritzschäume können FCKW enthalten (bis ca. 1990).

BNB-Kriterium BN_3.1.3 - Innenraumhygiene

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_3.1.3 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Ziel des BNB-Kriteriums 3.1.3 ist die Sicherstellung der Luftqualität im Innenraum unter hygienischen Gesichtspunkten, die zu keinen negativen Effekten hinsichtlich der Befindlichkeit der Raumnutzer führt, die hygienische Sicherheit garantiert und somit möglichst auch eine empfundene hohe olfaktorische Luftqualität gewährleistet.
Die Bewertung erfolgt anhand der Berechnung der personenbezogenen Luftwechselrate sowie anhand von Raumluftmessungen auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt.
Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert und der Einsatz emissionsarmer Materialien die Bauphase begleitend dokumentiert wird. BNB-Kriterium 3.1.3 steht deshalb in engem Zusammenhang mit der Erfüllung der Einzelkriterien für BNB-Kriterium 1.1.6.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_3.1.3 Innenraumhygiene (Neubau)

Einordnung der Spritzschäume

Unmittelbar nach der Anwendung können PUR-Spritzschäume geringe Mengen an Treibmittel (Propan, Butan, Dimethylether) emittiert werden. Mit anderen Emissionen im Innenraum ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu rechnen. 

Bei UF-Spritzschäumen besteht ein erhöhtes Risiko, dass es nach dem Einbau zu einer Formaldehydbelastung der Innenraumluft kommen kann.

BNB-Kriterium BN_4.1.4 - Rückbau, Trennung, Verwertung

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_4.1.4 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im BNB Kriteriensteckbrief 4.1.4 werden Konstruktionen nach ihrer Rückbaubarkeit, Trennbarkeit und Verwertbarkeit eingestuft.
WECOBIS kann eine aktuelle Information über mögliche Umwelt- und Gesundheitsgefährdungsaspekte im Zuge von Rückbau und Entsorgung auf Bauproduktgruppenebene geben. Eine Betrachtung von ganzen Konstruktionen kann derzeit in WECOBIS noch nicht erfolgen. Ein Bauteilmodul ist jedoch in planung. Ergänzend zu Leitfäden und Arbeitshilfen helfen die bauproduktgruppenspezifischen Aspekte dem Koordinator jedoch auch jetzt schon, die Komponenten Umwelt und Gesundheit für den Steckbrief 4.1.4 einzuordnen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_4.1.4 – Rückbau, Trennung, Vewertung

Rückbaubarkeit

Für die Bewertung wirkt sich der Einsatz abfallarmer Konstruktionen, die die Möglichkeit eines sortenreines Rückbaus erlauben, günstig aus. Die Rückbaubarkeit beschreibt den Aufwand, der für Demontage oder Abbruch eines Bauteils aus dem Gebäudeverband nötig ist.

Der Rückbauaufwand von Polyurethan-Spritzschäumen ist aufgrund der Anhaftung auf anderen Bauteilen hoch. Eine sortenreine Trennung ist kaum möglich.

Rückbaubarkeit    Geringer Rückbauaufwand => => => => => => => hoher Rückbauaufwand
Konstruktionsweise lose Verlegung mechanische Fixierung (vollflächige) Verklebung
Blähperlit-Dämmstoffe X    
Calciumsilikat-Dämmplatten     X
Dämmstoffe mit Aerogelen X X X
Mineralwolle-Dämmstoffe X X X
Schaumglas-Dämmstoffe     X
Vermiculite-Dämmstoffe X    
Flachs/Hanf-Dämmstoffe X X X
Holzfaserdämmplatten X X X
Kork-Dämmstoffe X X X
Schafwolle-Dämmstoffe X X  
Zellulose-Dämmstoffe X X X
Expandiertes Polystyrol (EPS) X X X
Extrudiertes Polystyrol (XPS) X X X
Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) X X X
Spritzschaum (PUR/UF)     X
Melamin- und Phenolharzschäume X X X
Montageschäume     X

Sortenreinheit

Beschreibt den Aufwand, der für die sortenreine Trennung mehrschichtiger und / oder inhomogener Bauteile anfällt.

Aufgrund der Anhaftung von Spritzschäumen auf anderen Bauteilen ist eine sortenreine Trennung in der Praxis unmöglich.

Verwertbarkeit

Für die Bewertung der Verwertbarkeit der Baustofffraktionen gelten die zur Zeit der Bewertung am Markt aktuell verfügbaren technischen Verfahren. Alternativ können bei Bauteilen mit langer zu erwartender Nutzungsdauer Forschungsvorhaben, die praktikable Lösungsmöglichkeiten in absehbarer Zeit zur Verfügung stellen können, positiv bewertet werden. 

Da Spritzschäume nur mit erheblichen Aufwand sortenrein ausgebaut werden können und kein Rücknahmesystem vorhanden ist, ist eine stoffliche Verwertung nicht möglich. Im besten Fall können Spritzschäume energetisch verwertet werden. Als Anhaftung auf mineralischen Baustoffen könnten Spritzschäume auch in die Deponie gelangen.

Verwertungs-/ Beseitigungswege Hochwertige Verwertung Minderwertige Verwertung Energetische Verwertung Deponierung
Blähperlit-Dämmstoffe nicht möglich möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Calciumsilikat-Dämmplatten nicht möglich möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Dämmstoffe mit Aerogelen nicht möglich nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Mineralwolle-Dämmstoffe möglich möglich nicht möglich möglich
Schaumglas-Dämmstoffe möglich möglich nicht möglich möglich
Vermiculite-Dämmstoffe

nicht möglich

möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Flachs/Hanf-Dämmstoffe nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Holzfaserdämmplatten nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Kork-Dämmstoffe nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Schafwolle-Dämmstoffe möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Zellulose-Dämmstoffe möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Expandiertes Polystyrol (EPS) möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Extrudiertes Polystyrol (XPS) nicht möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) nicht möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Spritzschaum (PUR/UF) nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Melamin- und Phenolharzschäume nicht möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Montageschäume nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Hochwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung gleichwertiger Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Minderwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung untergeordneter Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Energetische Verwertung
Die Produktgruppe wird in einer Verbrennungsanlage energetisch verwertet.
Deponierung
Die Produktgruppe wird ggf. nach thermischer Vorbehandlung deponiert

Quellen

Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt, abrufbar unter BNB_BN_1.1.6 Version V 2015 (Online-Quelle)

Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 3.1.3 Innenraumhygiene, abrufbar unter BNB_BN2011-1_313 (Online-Quelle)

Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 4.1.4 Rückbau, Trennung und Verwertung, abrufbar unter BNB_BN2011-1_414 (Online-Quelle)

Spritzschaum (PUR, UF)

Technisches

Technische Daten

PUR-Spritzschaum

Rohdichte ρ [kg/m3]: von 35 bis 60

Druckfestigkeit fc [N/mm²]: von 0,17 bis 0,50

Wärmeleitfähigkeit λ [W/(m*K)]: von 0,026 bis 0,028

Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl μ: von 50 bis 150

Euroklasse nach DIN EN 13501-1: E

Baustoffklasse nach DIN 4102: B2

UF-Spritzschaum

Rohdichte ρ [kg/m3]: von 10 bis 15

Druckfestigkeit fc [N/mm²]: sehr gering

Wärmeleitfähigkeit λ [W/(m*K)]: 0.035

Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl μ: von 2 bis 4

Baustoffklasse nach DIN 4102: B2

Technische Regeln (DIN, EN)

EN 14315-1:2013, in Deutschland umgesetzt durch DIN EN 14315-1:2013-04 Wärmedämmstoffe für Gebäude – An der Verwendungsstelle hergestellte Wärmedämmung aus Polyurethan (PUR)-Spritzschaum
Anm.: Die Bezeichnung PUR umfasst auch Polyisocyanurat (PIR)-Produkte.

DIN 18159-2:1978-06 Schaumkunststoffe als Ortschäume im Bauwesen; Harnstoff-Formaldehydharz-Ortschaum für die Wärmedämmung, Anwendung, Eigenschaften, Ausführung, Prüfung
Zusätzlich gilt: ETB-Richtlinie zur Begrenzung der Formaldehydemission in die Raumluft bei Verwendung von Harnstoff-Formaldehydharz-Ortschaum (1985-04)
und DIN 4102-1:1998-05 in Verbindung mit Anlage 0.2.1 bzw. DIN EN ISO 11925-2:2011-02 in Verbindung mit DIN EN 13501-1:2010-01 und Anlagen 0.2.2 und 0.2.3

Spritzschaum (PUR, UF)

Literaturtipps

Pfundstein, M; Gellert, R.; Spitzner, M.H.; Rudolphi, A.; Detail Praxis / Dämmstoffe – Grundlagen, Materialien, Anwendungen; 2007;Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG; München

Zwiener, G.; Mötzl, H.; Ökologisches Baustoff-Lexikon; 2006; C.F. Müller Verlag; Heidelberg

Verordnung (EG) Nr.842/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17.Mai 2006 über bestimmte fluorierte Treibhausgase; Amtsblatt der Europäischen Union; 14.06.2006 (Download)

Fluorierte Treibhausgase in Produkten und Verfahren – Technische Maßnahmen zum Klimaschutz; Bericht des Umweltbundesamtes 20. Februar 2004; Berlin; 2004

Steimle, P.; Energieeffizientes Bauen – Wärmedämmung ist der erste Schritt, Dämmstoffe im Überblick; 2004; GDI – Gesamtverband Dämmstoffindustrie; Frankfurt (Download)

KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung; Informationsbroschüre „Umweltverträglichkeit von Gebäudedämmstoffen“;06/2003; Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten des Landes Schleswig-Holstein, Kiel

Kemmlein S., Hahn O., Jann O. / Bundesanstalt für Materialforschung und Prüfung; Emissionen von Flammschutzmitteln aus Bauprodukten und Konsumgütern; Texte 55/03; Forschungsbericht 299 65 321 UBA-FB 000475; Umweltbundesamt; Berlin; September 2003 (Download)

Leisewitz A., Kruse H., Schramm E.; Erarbeitung von Bewertungsgrundlagen zur Substitution umweltrelevanter Flammschutzmittel; Forschungsbericht 204 08 542 (alt) 297 44 542 (neu); Umweltbundesamt; Berlin; Dezember 2000 (Download)

EBT-Richtlinie zur Begrenzung der Formaldehydemission in die Raumluft bei der Verwendung von Harnstoff-Formaldehydharz-Ortschaum, Ausgabe April 1985

Heinzow B. et al., Gesundheitsbeschwerden nach Kerndämmung mit UF-Ortschaum, Gefahrstoffe-Reinhaltung der Luft, 72(2012) Nr. 3 - März

Raus hier, Der Spiegel, Nr. 7/1981

Baumann-Frankenthal H., Herstellung und Verarbeitung von UF-Schaumkunststoffen, neue wissenschaftliche und technische Erkenntnisse, Sonderdruck aus "Plastverarbeiter" Heft 5

DIBt, Wärmedämmschaum als Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk für Außenwände "Durolan", AbZ, Zulassungsnummer  Z-23.12.1663, 2012

Spritzschaum (PUR, UF)

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

PUR-Spritzschaum

siehe auch Polyurethan, Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR)

Basismaterial:

PUR:
ca. 30-35% Polyether-Polyole
ca. 45-55% Diphenylmethan-Diisocyanat (MDI)

Treibmittel: ca. 5-8 Gew.% HFKW-haltige Treibmittel oder Treibmittelgemische aus CO2 und HFKW
Additive:

Flammschutzmittel:
ca. 10 - 25% TCPP, TEP

Katalysatoren

Tenside (Silikonpolymere)

UF-Spritzschaum

siehe auch Formaldehydharze und  Harnstoff-Formaldehyd (UF)

UF-Spritzschaum wird durch Vermischen einer wässerigen Harnstoff-Formaldehydharz-Lösung und einer mit Druckluft aufgeschäumten wässerigen Tensidlösung auf Phosphorsäurebasis hergestellt. Der ausgehärtete Schaum besteht hauptsächlich aus Harnstoff-Formaldehydharz und Luft. Die genauere Zusammensetzung des Spritzschaums ist nicht bekannt.

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Gewinnung der Primärrohstoffe

PUR-Spritzschaum

siehe auch Polyurethan 
Die Herstellung der Komponenten von PUR-Spritzschaum erfolgt aus Erdölprodukten (Polyole und Isocyanate), die an die verarbeitenden Betriebe geliefert werden.

UF-Spritzschaum

siehe auch Formaldehydharze

Harnstoff wird aus Ammoniak in großen Anlagen hergestellt. Das Ammoniak wird aus Wasser, Erdgas und Luft im Haber-Bosch-Verfahren gewonnen. Formaldehyd wird durch Oxidation von Methanol hergestellt. Das zur Methanolherstellung notwendige Synthesegas wird zu einem großen Teil aus fossilen Rohstoffen (Kohle, Erdöl) gewonnen. 

Verfügbarkeit

Mit der allmählichen Erschöpfung der Erdölvorräte vermindert sich auch das Potential zur Gewinnung von fossilen Rohstoffe in wenigen Jahrzehnten. Allerdings könnten die Rohstoffe auch aus Kohle hergestellt werden, was jedoch mit einem größeren Energieaufwand verbunden wäre.

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Die Verwendung von Sekundärrohstoffen in der Produktion von Spritzschäumen ist evtl. denkbar, wird jedoch in der Praxis gegenwärtig nicht umgesetzt. Produktionsabfälle werden in modernen Industriebetrieben wo möglich genutzt. Detaillierte Informationen für die Produktion liegen jedoch nicht vor.

Radioaktivität

Für PUR- und UF-Spritzschäume nicht relevant

Treibmittel

Für die Herstellung von PUR-Spritzschaum kommen fluorierte Treibhausgase (HFKW) zur Verwendung. Diese tragen nicht nur direkt sondern auch indirekt durch den mit ihrem Einsatz verbundenen Energieverbrauch zum globalen Klimawandel bei.

Für die Herstellung von UF-Spritzschaum wird in der Regel Luft als Treibmittel eingesetzt.

Flammschutzmittel

TCPP und TEP werden in PUR-Spritzschäumen eingesetzt. Beide Verbindungen sind gemäss EU-Gefahrenstoffkennzeichnung als gesundheitsschädlich eingestuft.

Über den Einsatz von Flammschutzmitteln bei UF-Spritzschaum liegen keine Informationen vor.

Spritzschaum (PUR, UF)

Herstellung

Herstellungsprozess

PUR-Spritzschaum

PUR-Spritzschaum wird mittels transportabler Schäumeinrichtungen im Spritz- oder Gießverfahren direkt am Bauobjekt hergestellt. Die Einzelkomponenten werden in flüssiger Form, z.B. in Fässern oder Containern auf die Baustelle geliefert.
Die Herstellung entspricht in diesem Fall der Verarbeitung.

Spritzverfahren:
Ein stark aktiviertes Reaktionsgemisch wird unter Druck über Düsen eines Mischkopfes in fein verteilter Form auf eine Fläche aufgespritzt. Dort schäumt es sofort auf und erhärtet als Schaumkunststoff.

Gießverfahren:
Ein flüssiges Reaktionsgemisch wird über Schlauchleitungen aus einem Mischkopf in Hohlräume eingegossen, wo es nach kurzer Zeit aufschäumt und als Schaumstoff erhärtet.

UF-Spritzschaum

UF-Schäume werden mit transportablen Schäumeinrichtungen vor Ort mit Druckluft geschäumt und über Schlauch- oder Rohrleitungen in die zu dämmenden Bauteile geleitet. Die Herstellung entspricht in diesem Fall der Verarbeitung.

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB liefern.

Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Live- Datensätze.

Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Zeichen & Deklarationen → Umweltindikatoren

Charakteristische Emissionen

siehe PolyurethanFormaldehydharze, weiter siehe Verarbeitung

Quellen

EPD Institut Bauen und Umwelt e.V.

Spritzschaum (PUR, UF)

Verarbeitung

Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Die Verarbeitung von PUR- und UF-Spritzschaum darf ausschließlich von Fachfirmen vorgenommen werden.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Ortsveränderliche Anlagen, wie sie zur Herstellung / Verarbeitung von PUR-Spritzschäumen („Dachspritzschaum“) verwendet werden, können i.d.R. nicht mit Absauganlagen ausgerüstet werden.
Für die Verarbeitung von PUR-Spritzschaum und die entsprechenden umfangreichen Arbeitsschutzmaßnahmen existieren eigene Branchenregelungen.

UF-Spritzschaum wird in der Regel über Bohrungen im Mauerwerk direkt in die Hohlräume eingeleitet. Aus diesem Grund sind nicht Arbeitsschutzmaßnahmen vom selben Umfang wie bei PUR-Spritzschaum erforderlich. Allerdings muss das ausführende Unternehmen vor der Anwendung des Verfahrens sicherstellen, dass ein ausreichender Widerstand des Mauerwerks (Dichtheit der Innenschale, Anforderung an die Verkleidung) gegen den Durchgang von Formaldehyd vorhanden ist. Ebenso muss sichergestellt werden, dass das Mauerwerk keine Durchfeuchtung zeigt. Zudem muss bei der Herstellung des Schaums vor Ort darauf geachtet geachtet werden, dass die Schaumkomponenten im korrekten Verhältnis gemischt werden.

AGW-Werte

Für eine Reihe von Isocyanaten sowie für Formaldehyd existieren AGW gemäss TRGS 900. Zudem sind für Isocyanate Expositionsleitwerte gemäss TRGS 430 zu beachten.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Für diese Informationen besteht eine Auskunftspflicht. Sie müssen aber nicht in Form eines Sicherheitsdatenblattes nach den Kriterien des Anhangs II der REACH-Verordnung gegeben werden.

Spritzschäume werden als Gemisch eingestuft.

Produkt bezogene Informationen gemäß CLP-Verordnung müssen daher in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) der jeweiligen Produkte ausgewiesen sein.

Emissionen

PUR-Spritzschaum

Als Emissionen bei der Verarbeitung treten sowohl nicht reagierte Isocyanate und Polyole sowie Treibmittel auf.

Die Herstellung von PUR-Hartschäumen ist prozessbedingt mit hohen Treibmittelemissionen verbunden, während in der Nutzungsphase die laufenden Jahresemissionen aus dem fertigen Produkt vergleichsweise gering sind. Beim Einsatz HFKW-haltiger Treibmittel kommt es z.B. bei der Herstellung von PUR-Spritzschaum zur Freisetzung von ca. 25% (Verluste im ersten Jahr / Anlagen-Emissionen) der eingesetzten Treibhausgase.

Aus arbeitshygienischer Sicht sind die auftretenden Isocyanat-Dämpfe am gefährlichsten, da sie sensibilisierend wirken können.

UF-Spritzschaum

Ein Überschuss an freiem Formaldehyd ist für die Bildung der UF-Spritzschäume erforderlich. Das freie Formaldehyd verflüchtigt sich beim Austrocknen des Schaums und kann in geschlossenen Räumen ohne Belüftung gesundheitsgefährdend sein (siehe auch Informationen unter Formaldehydharze und  Formaldehyd). Eine unsachgemäße Verarbeitung z.B. durch nicht Beachten der korrekten Mischverhältnisse oder Anwendung bei durchfeuchteten Mauerwerk, kann zu lang anhaltenden Formaldehydemissionen führen.

Umweltrelevante Informationen

Wassergefährdung

Das Eindringen der Flüssigkomponenten in Boden, Gewässer und Kanalisation muss vermieden werden (teilweise wassergefährdend – WGK2).

Quellen

Fluorierte Treibhausgase in Produkten und Verfahren – Technische Maßnahmen zum Klimaschutz; Bericht des Umweltbundesamtes 20. Februar 2004; Berlin; 2004 (Download)

EBT-Richtlinie zur Begrenzung der Formaldehydemission in die Raumluft bei der Verwendung von Harnstoff-Formaldehydharz-Ortschaum, Ausgabe April 1985

Heinzow B. et al., Gesundheitsbeschwerden nach Kerndämmung mit UF-Ortschaum, Gefahrstoffe-Reinhaltung der Luft, 72(2012) Nr. 3 - März

Spritzschaum (PUR, UF)

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Der Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) hat ein Bewertungsschema (AgBB-Bewertungsschema) zur gesundheitlichen Bewertung der Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC und SVOC) aus Bauprodukten entwickelt. Darin sind auch Anforderungen für Produkte formuliert, die PUR oder Formaldehydharze enthalten.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

PUR-Spritzschaum

Untersuchungen zeigen, dass unmittelbar nach der Herstellung Treibmittel in geringen Mengen ausgasen können. Falls die Schäume bei ungeeigneten Witterungsbedingungen appliziert werden, können auch langfristig erhebliche Emissionen nicht reagierte Polyole und Isocyanate auftreten.

Weitere Informationen über Belastungen der Innenraumluft durch korrekt eingebauten Polyurethan(PUR/PIR)-Spritzschaum liegen nicht vor.

UF-Spritzschaum

UF-Schäume geben beim Austrocknen Formaldehyd ab. Zudem können Verarbeitungsfehler oder bauliche Gegebenheiten dazu führen, dass Formaldehyd aus UF-Schäume auch über längere Zeitperioden emittiert wird. Es sind Fälle bekannt, bei denen es zu massiven Belastungen der Innenraumluft mit Formaldehyd kam. Auch drei Monate nach Abschluss der Bauarbeiten wurden in Innenräumen eines Hauses mit Kerndämmung aus UF-Spritzschaum Formaldehydkonzentrationen deutlich über dem Richtwert von 0.1 ppm gemessen. Ausgehärtete UF-Harze sind nicht hydrolysebeständig. Demzufolge kann sich u.a. durch die Einwirkung von Feuchtigkeit Formaldehyd aus dem ausgetrockneten Schaum abspalten.

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

PUR-Spritzschaum

Gefährdungen für Wasser, Luft und Boden aus ausgehärteten HFKW-freien Polyurethan(PUR/PIR)-Spritzschäumen sind nach heutigem Kenntnisstand nicht zu erwarten.
Bei HFKW-geschäumtem PUR-Spritzschaum entweichen ca. 25% des Zellgases bei der Herstellung. Danach ist mit einer jährlichen Emissionsrate von ca. 1,5% zu rechnen.

UF-Spritzschaum

UF-Spritzschäume werden mit Druckluft geschäumt. Es sind keine Emissionen bekannt, welche eine Gefährdung für Wasser, Boden oder Luft darstellen könnten.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Für PUR-Spritzschaum siehe PolyurethanPolyurethan-Hartschaum (PUR/PIR)

Für UF-Spritzschaum siehe Formaldehydharze

UF-Harze gehören zu den duroplastischen Kunstststoffen. Sie werden durch die Einwirkung von Hitze nicht weich, sondern zersetzten sich bei hohen Temperaturen u.a. zu Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoff, Formaldehyd und Cyanwasserstoff. In der Flamme hinterlässt ein UF-Schaum ein schaumartiges Gerüst aus Kohlenstoff. Aufgrund des erhöhten Stickstoffgehalts sind UF-Harze nicht leicht entflammbar.

Wassereinwirkung

PUR-Schäume sind im Allgemeinen wasserbeständig.

UF-Schäume sind wenig beständig gegen Wassereinwirkung.

Beständigkeit Nutzungszustand

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.

Datenbank als PDF

Instandhaltung

Eine Instandhaltung ist nur durch Entfernung und Ersatz bestehender Dämmschäume möglich.

Quellen

Fluorierte Treibhausgase in Produkten und Verfahren – Technische Maßnahmen zum Klimaschutz; Bericht des Umweltbundesamtes 20. Februar 2004; Berlin; 2004

Heinzow B. et al., Gesundheitsbeschwerden nach Kerndämmung mit UF-Ortschaum, Gefahrstoffe-Reinhaltung der Luft, 72(2012) Nr. 3 - März

Raus hier, Der Spiegel, Nr. 7/1981

Spritzschaum (PUR, UF)

Nachnutzung

Wiederverwendung

Durch den Einbau von Spritzschäumen entstehen Verbundbaustoffe, die eine spätere Trennung erschweren. Ein zerstörungsfreier Ausbau von Spritzschäumen ist nicht möglich und eine Wiederverwendung daher ausgeschlossen.

Stoffliche Verwertung

siehe auch Polyurethan und Formaldehydharze

Der Rückbau und  die Trennung großflächig eingebauter Spritzschäume ist aufgrund ihrer Verklebung mit dem Untergrund aufwändig bzw. schlecht möglich.
Eine stoffliche Verwertung von Bau- und Abbruchabfällen aus Spritzschaum findet daher nicht statt.
Bei alten PUR-Abfällen, für die FCKW als Treibmittel nicht ausgeschlossen werden kann, käme es zudem beim Zerkleinern für eine weitere stoffliche Verwertung zu einer Freisetzung der Treibhausgase.

Energetische Verwertung

Bau- und Abbruchabfälle aus Spritzschaum müssen der energetischen Verwertung zugeführt werden. Heizwert PUR: 25 MJ/kg, UF: 15 MJ/kg.
In modernen Verbrennungsanlagen mit nachgeschalteter Rauchgaswäsche werden die in alten PUR-Dämmstoffen noch enthaltenen FCKWs zerstört.

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Eine Deponierung von PUR/PIR- und UF-Schäumen ist seit dem 01.05.2005 ohne thermische / energetische Vorbehandlung nicht mehr möglich.

EAK-Abfallschlüssel

17 Bau- und Abbruchabfälle
17 02 03 Kunststoff
17 06 04 Dämmmaterial mit Ausnahme desjenigen, das unter 17 06 01 und 17 06 03 fällt

siehe auch Lexikon / Abfallschlüssel