Galvanik

Bei der Reinigung von Galvanikabwässern anfallender Schlamm. Mit Hilfe der Galvanik werden die Oberflächen von Werkstücken mit dünnen Metallschichten überzogen, wodurch sie Eigenschaften wie Glanz, Härte, Korrosionsfestigkeit (siehe auch Korrosionsschutz) oder Leitfähigkeit erhalten sollen. Galvanikschlamm enthält alle im Galvanikprozess verwendeten Metalle in Form ihrer Hydroxide oder Oxidhydrate, insbesondere Eisen, Chrom, Nickel, Kupfer, Zink sowie in geringerem Umfang  Blei, Zinn und  Cadmium.
Bei der Elektrolyse, der Umsetzung von Substanzen (Elektrolyt) an Elektroden durch elektrischen Strom, wandern Anionen mit negativer Ladung an die Anode (positive Kontaktstelle) und Kationen mit positiver Ladung an die Kathode (negative Kontaktstelle). Wird die sogenannte Zersetzungsspannung überschritten, kommt es zu chemischen Umsätzen (Oxidation/Elektronenabgabe, Reduktion/Elektronenaufnahme).

Diesen physikalischen Vorgang der Elektrolyse macht man sich vor allem beim Galvanisieren zunutze, um Oberflächen von Metallen zu reinigen (durch Oxidation) oder solche Oberflächen zu überziehen (durch Reduktion von Kupfer oder Silber - Verkupfern, Versilbern).
Die dabei erforderlichen Verfahrensschritte führen zu einer Verschleppung der ausgefällten Metalle aus den Behandlungsbädern. Dabei ergeben sich Stoffverluste von bis zu 20% - bezogen auf den Materialeinsatz der Elektrolyte. Bei der Reinigung der Abwässer aus der Galvanik durch Fällungs- und Flockungsreaktionen (Flockung) entstehen die Galvanikschlämme. Sie sind zunächst dünnflüssig und haben einen Wassergehalt von 95 - 99 %. Der Gesamtmetallgehalt dieser Dünnschlämme liegt bei 1 %. Nach weiterer Behandlung durch Filterpressen (Bandfilterpresse) werden Wassergehalte von 60 - 85 % erzielt. Zu Wiederverwertung sind Galvanikschlämme aufgrund ihres Schwermetallgehalts (siehe auch Schwermetalle) häufig nicht geeignet. Sie gehören deshalb zum besonders überwachungsbedürftigen Abfall.

siehe auch KrW-/AbfG