Planungs- & Ausschreibungshilfen: > Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

   
  Worauf basieren die materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung in WECOBIS? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" (BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau. Dieser Steckbrief zielt auf die Reduktion bzw. Vermeidung von Stoffen und Produkten, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft (auch Innenraumluft) enthalten. Der Steckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein, wobei QN5 das höchste Qualitätsniveau darstellt und die strengsten Anforderungen stellt. QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und –deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1.

In einer zweiten Entwicklungsstufe bis 2016 sollen weitere baustoffrelevante Kriterien die Textbausteine ergänzen.

Tipp für die Planung

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien (Welche Einzelkriterien kann eine Produktgruppe, z.B. Linoleum-Bodenbeläge, i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen? Welche Einschränkungen bestehen für eine Produktgruppe?) findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch Informationen zu weiteren Kriterien aus dem BNB, z.B. zu den Kriteriensteckbriefen 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

  Ich will meine Gebäude gar nicht zertifizieren. Was nützen mir dann materialökologische Anforderungen nach BNB? Inhalt aufklappen
 

Auch wenn ein Gebäude nicht im Rahmen eines Bewertungssystems zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Die Textbausteine der Planungs- und Ausschreibungshilfen in WECOBIS haben deshalb einzelne Kriterien des Bewertungssystems zur Grundlage. Für die nun vorliegenden Textbausteine der ersten Entwicklungsstufe wurde Kriteriensteckbrief 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ herangezogen. Die verschiedenen Qualitätsniveaus in Kriteriensteckbrief 1.1.6 bieten die Möglichkeit, sich – abhängig von den projektspezifischen Anforderungen und Möglichkeiten - für ein Anforderungsniveau zu entscheiden. Es wird empfohlen für Kriteriensteckbrief 1.1.6 soweit möglich Qualitätsniveau QN4 oder QN5 zu realisieren. In einigen Fällen gibt es keinen Unterschied in den Anforderungen von verschiedenen Qualitätsniveaus. Das lässt sich in der Übersichtstabelle ablesen, auch in den Textbausteinen erfolgt dazu ein Hinweis.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird daher nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

In einer zweiten Entwicklungsstufe sollen weitere baustoffrelevante Kriterien die Textbausteine bis 2016 ergänzen.

  Was hilft mir die folgende Übersichtstabelle? Was bedeutet BNB, QN1, QN2 usw.? Inhalt aufklappen
 

Die folgende Übersichtstabelle zeigt die materialökologischen Einzelanforderungen des Kriteriensteckbriefs 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des BMUB. Der Kriteriensteckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein. QN5 ist dabei das höchste Qualitätsniveau und stellt die strengsten Anforderungen.

In einigen Fällen gibt es keinen Unterschied in den Anforderungen von verschiedenen Qualitätsniveaus. Das lässt sich in der Übersichtstabelle ablesen, auch in den Textbausteinen erfolgt dazu ein Hinweis. QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

Zum Teil werden in Kriteriensteckbrief 1.1.6. freiwillige Produktkennzeichnungen, z.B. der „Blaue Engel", als Hauptanforderung genannt. Gleichwertige Produkte, d.h. Produkte, welche die Anforderungen erfüllen, aber nicht mit dem „Blauen Engel" gekennzeichnet sind, sind hier zugelassen. Der Nachweis der Gleichwertigkeit ist dabei nur für die in Kriteriensteckbrief 1.1.6 genannten Schadstoffgruppen erforderlich. Aus diesem Grund werden für die Anforderung „Blauer Engel" hier die relevanten Einzelanforderungen aus den jeweiligen Vergaberichtlinien genannt. Produkte mit dem „Blauen Engel" erfüllen diese Einzelanforderungen automatisch. Wenn auch andere Zeichen oder Deklarationen bekannt sind, die diese Anforderungen erfüllen, sind sie bei der jeweiligen Einzelanforderung in der Tabelle aufgeführt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Wird als Anforderung ein GISCODE genannt, handelt es sich dabei um die Zuordnung zu einer Gruppe mit vergleichbarer Gesundheitsgefährdung. Dabei ordnen die Hersteller ihre Produkte entsprechend der Rezeptur eigenverantwortlich den Produktgruppen zu und übersenden die Sicherheitsdatenblätter, die Technischen Informationen und die Zuordnung zu der entsprechenden Produktgruppe an GISBAU. Der Nachweis enstspricht hier einer Herstellererklärung.

Erläuterung der Tabellenstruktur

In der Vertikalen teilt sich die Tabelle in 2 Hauptbereiche. In der linken Hälfte der Tabelle finden sich die materialökologischen Anforderungen. Neben der Anforderung selbst gibt die Tabelle noch Auskunft darüber, für welches Qualitätsniveau die jeweilige Anforderung besteht. Die rechte Hälfte der Tabelle gibt darüber Auskunft, wie der Nachweis für die jeweilige Einzelanforderung erbracht werden kann. Dabei wird zunächst der Standardnachweis entsprechend der Anforderung genannt. Das kann auch der Blaue Engel sein, wenn dieser als Anforderung genannt ist. Anschließend folgen Hinweise auf weitere Nachweismöglichkeiten wie z.B. Umweltzeichen, andere Produktdeklarationen oder chem. Analysen. In der Horizontalen gliedert sich die Tabelle in sinnvolle Abschnitte, die den ansteigenden Qualitätsniveaus im Kriteriensteckbrief 1.1.6 folgen.

Tipp für die Planung

Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.

  Gibt es in WECOBIS eine Übersicht mit Umweltzeichen (z.B. Blauer Engel) oder anderen Deklarationen (z.B. GISCODE, EPD) für Bodenbeläge aus Holz und Holzwerkstoffen? Inhalt aufklappen
 

In WECOBIS gibt es in jeder Produktgruppe einen Reiter zu Zeichen & Deklarationen. Dort findet sich eine Übersichtstabelle z.B. mit Umweltzeichen, GISCODES oder Umweltproduktdeklarationen für diese Produktgruppe. Für Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen sind das derzeit Informationen zu Holz-Bodenbelägen und Laminat-Bodenbelägen.

Was die hier genannten materialökologischen Kriterien betrifft, werden in der rechten Hälfte der Übersichtstabelle sowie bei den Textbausteinen mögliche Labels oder Deklarationen genannt, mit denen die Erfüllung des jeweiligen Kriteriums nachgewiesen werden kann.

  Wo finde ich Textbausteine? Wie sind die Textbausteine aufgebaut? Inhalt aufklappen
 

Die Übersichtstabelle im Reiter Übersicht zeigt alle Anforderungen in Kurzform. Im Reiter Erläuterung finden sich Hinweise zur Verwendung der Textbausteine. Die Textbausteine selbst sind den Reitern QN1 bis QN5 zugeordnet, entsprechend den Qualitätsniveaus in Kriteriensteckbrief 1.1.6. Die Texte sind einfach formatiert, um möglichst unkompliziert auch in Ausschreibungsprogrammen verwendet werden zu können.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

Beispiel

Im Reiter QN5 finden sich die Textbausteine für alle Anforderungen, die zur Erfüllung von Qualitätsniveau 5 gemäß Kriteriensteckbrief 1.1.6 erforderlich sind, einschließlich der Mindestanforderungen aus QN1.

Übersicht möglicher Einzelanforderungen (Kurztext)

Materialökologische Anforderungen
Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen
Stand 06/2016

Nachweismöglichkeiten

Kurztext

Anforderung gemäß BNB_BN_1.1.6 - Pos. 2b in Qualitätsniveau (QN)

Standard-
nachweise entsprechend Anforderung

Umweltzeichen (sofern nicht Standardnachweis)

Weitere Produktdeklarationen

Sonstige

QN1

QN2

QN3

QN4

QN5

                   

Mindestanforderungen QN1 - QN5

 

Allgemeine Produktdokumentation

+

+

+

+

+

Produktdatenblatt (PDB), Technisches Merkblatt (TM)

./.

EPD
(wenn vorh.)

./.

Deklaration besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) > 0,1%

+

+

+

+

+

Leistungserklärung (kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage)

natureplus Qualitätszeichen RL2009, Österr. UZ 56
(SVHC dürfen in Produkten mit diesen Zeichen nicht enthalten sein)

Blauer Engel RAL-UZ 176 mit Einschränkung (SVHC sind dort nur für die Beschichtungssysteme ausgeschlossen)

EPD

PDB/TM mit Einschränkung1

Anforderungen ab QN2

 

Einhaltung AgBB-Schema
*höhere Anforderungen ab QN4

- + + -* -*

abZ der Gruppen Z-156.606 (Laminate), Z-156.607 (Parkette u. Holzfußböden), Z-156.610 (Verbundbeläge), Z-156.612 (Bambus)

Blauer Engel RAL-UZ 176, natureplus Qualitätszeichen RL 2009, Österr. UZ 56  EPD mit Einschränkung1  -

Für werkseitige Beschichtungen gilt:

werkseitige technische Schutzmaßnahmen
*höhere Anforderungen ab QN4 gemäß RAL-UZ 176

- + + -* -*

Nachweis zur Einhaltung 31. BIMSchV, TA-Luft oder anderer europäischer Abgasregelungen

-

-

Bei fehlendem Standardnachweis gelten die Einzelanforderungen für Vor-Ort-Beschichtungen.

Für Vor-Ort Beschichtungen gilt Pos. 3b, Einzelanforderungen siehe Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen

- + + + +

siehe Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen

eitere Anforderungen ab QN4:
Blauer Engel (RAL-UZ 176)

oder gleichwertig2 hinsichtlich der Anfoderungen zu gefährlichen Stoffen und SVHC, sowie VOC einschließlich organischer Lösemittel

Ausschluss halogenierter organischer Verbindungen

- - -  +  + Blauer Engel (RAL-UZ 176) natureplus Qualitätszeichen RL 2009, Österr. UZ 56 EPD mit Einschränkung1 Herstellererklärung,
PDB/TM mit Einschränkung1

Beschränkung auf bestimmte Flammschutzmittel

- - -  + + Blauer Engel (RAL-UZ 176) natureplus Qualitätszeichen RL 2009, Österr. UZ 56 EPD mit Einschränkung1 Herstellererklärung,
PDB/TM mit Einschränkung1

Ausschluss von Bioziden (außer zur Topfkonservierung)

 - - -  + + Blauer Engel (RAL-UZ 176) natureplus Qualitätszeichen RL 2009, Österr. UZ 56 EPD mit Einschränkung1 Herstellererklärung,
PDB/TM mit Einschränkung1

Beschränkung der Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und Formaldehyd

-  - -  + + Blauer Engel (RAL-UZ 176) natureplus Qualitätszeichen RL 2009, Österr. UZ 56 EPD mit Einschränkung1 Prüfbericht zu Prüfkammeruntersuchung

Anforderung an Holzwerkstoffplatten: Beschränkung der Emissionen von Formaldehyd (0,1 ppm)

- -  - + + Blauer Engel (RAL-UZ 76 oder RAL-UZ 176)

natureplus Qualitätszeichen RL 2000ff, Österr. Umweltzeichen

EPD mit Einschränkung1

Prüfbericht zu Prüfkammeruntersuchung

Anforderung an die Beschichtung:
Ausschluss besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC)

-  - - +  + Blauer Engel (RAL-UZ 176)

natureplus Qualitätszeichen RL 2009, Österr. UZ 56

EPD mit Einschränkung1

Herstellererklärung,
PDB/TM mit Einschränkung1

Anforderung an die Beschichtung:
Ausschluss von CMR-Stoffen der EU-Kat. 1 und 2 nach GefStoffVO, TRGS 905 und MAK-Liste bzw. Kat. 1A, 1B gemäß EG-VO 1272/2008

- - - + + Blauer Engel (RAL-UZ 176)

natureplus Qualitätszeichen RL 2009, Österr. UZ 56

EPD mit Einschränkung1

Herstellererklärung,
PDB/TM mit Einschränkung1

1 Produktdatenblätter (PDB) oder Technische Merkblätter (TM) folgen keinerlei Regeln und können nur als Nachweis herangezogen werden, wenn die erforderlichen Informationen auch prüfbar (d.h. z.B. das Fehlen von ausgeschlossenen Stoffen muss genannt sein) enthalten sind.
EPD:  die angeführten Kriterien sind auch keine standardisierten Parameter einer EPD (Umweltproduktdeklaration) gemäß EN 15804 Grundregeln für die Produktkategorie Bauprodukte. In der Regel werden solche Informationen - wenn überhaupt - dann auch nur bei Produktdeklarationen und nicht bei Branchendeklarationen zu finden sein.

2 Sofern innerhalb der Qualitätsniveaus auf aggregierte Produktkennzeichnungen verwiesen wird (z.B. Blauer Engel), ist es zulässig vergleichbare Nachweise (weitere Umweltzeichen, Angaben in Sicherheits- oder Produktdatenblättern etc.) heranzuziehen. Dabei bezieht sich die Vergleichbarkeit nur auf die Anforderungen hinsichtlich der jeweiligen Schadstoffgruppen gemäß Anlage 1 + 2 / BNB Kriterium 1.1.6.. Bei den Einzelanforderungen werden deshalb nur die für die Vergleichbarkeit notwendigen Anforderungen genannt.

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.
verwendete Version / Stand 28.04.2016: BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

RAL Vergabegrundlage für Umweltzeichen: RAL-UZ 176 Emissionsarme Bodenbeläge, Paneele und Türen aus Holz und Holzwerkstoffen für Innenräume. Ausgabe Januar 2013 (Zugriff am 19.03.2015)

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Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

   
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Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau. Dieser Steckbrief zielt auf die Reduktion bzw. Vermeidung von Stoffen und Produkten, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft (auch Innenraumluft) enthalten. Der Steckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein, wobei QN5 das höchste Qualitätsniveau darstellt und die strengsten Anforderungen stellt. QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und –deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1.

In einer zweiten Entwicklungsstufe bis 2016 sollen weitere baustoffrelevante Kriterien die Textbausteine ergänzen.

Tipp für die Planung

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien (Welche Einzelkriterien kann eine Produktgruppe, z.B. Linoleum-Bodenbeläge, i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen? Welche Einschränkungen bestehen für eine Produktgruppe?) findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch Informationen zu weiteren Kriterien aus dem BNB, z.B. zu den Kriteriensteckbriefen 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

  Ich will meine Gebäude gar nicht zertifizieren. Was nützen mir dann materialökologische Anforderungen nach BNB? Inhalt aufklappen
 

Auch wenn ein Gebäude nicht im Rahmen eines Bewertungssystems zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Die Textbausteine der Planungs- und Ausschreibungshilfen in WECOBIS haben deshalb einzelne Kriterien des Bewertungssystems zur Grundlage. Für die nun vorliegenden Textbausteine der ersten Entwicklungsstufe wurde Kriteriensteckbrief 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ herangezogen. Die verschiedenen Qualitätsniveaus in Kriteriensteckbrief 1.1.6 bieten die Möglichkeit, sich – abhängig von den projektspezifischen Anforderungen und Möglichkeiten - für ein Anforderungsniveau zu entscheiden. Es wird empfohlen für Kriteriensteckbrief 1.1.6 soweit möglich Qualitätsniveau QN4 oder QN5 zu realisieren. In einigen Fällen gibt es keinen Unterschied in den Anforderungen von verschiedenen Qualitätsniveaus. Das lässt sich in der Übersichtstabelle ablesen, auch in den Textbausteinen erfolgt dazu ein Hinweis.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird daher nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

In einer zweiten Entwicklungsstufe sollen weitere baustoffrelevante Kriterien die Textbausteine bis 2016 ergänzen.

  Gibt es eine Übersicht zu den verschiedenen Anforderungen und Nachweismöglichkeiten? Inhalt aufklappen
 

Im Reiter Übersicht findet sich eine Übersichtstabelle mit den materialökologischen Einzelanforderungen des Kriteriensteckbriefs 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) und den zugehörigen Nachweismöglichkeiten in Kurzform.

Tipps zu weiteren Informationen in WECOBIS:

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien, d.h. welche Einzelanforderungen eine Produktgruppe (z.B. Linoleum-Bodenbeläge) i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen kann, bzw. welche Einschränkungen bestehen, findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch schon Informationen zu weiteren Kriterien in BNB, z.B. zu 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.

  Wo finde ich Textbausteine? Wie sind die Textbausteine aufgebaut? Inhalt aufklappen
 

Die Übersichtstabelle im Reiter Übersicht zeigt alle Anforderungen in Kurzform. Im Reiter Erläuterung finden sich Hinweise zur Verwendung der Textbausteine. Die Textbausteine selbst sind den Reitern QN1 bis QN5 zugeordnet, entsprechend den Qualitätsniveaus in Kriteriensteckbrief 1.1.6. Die Texte sind einfach formatiert, um möglichst unkompliziert auch in Ausschreibungsprogrammen verwendet werden zu können.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird daher nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

Beispiel

Im Reiter QN5 finden sich die Textbausteine für alle Anforderungen, die zur Erfüllung von Qualitätsniveau 5 gemäß Kriteriensteckbrief 1.1.6 erforderlich sind, einschließlich der Mindestanforderungen aus QN1.

  Wie können die Textbausteine konkret genutzt werden? Inhalt aufklappen
 

Die Textbausteine dienen zur

  • Definition der materialökologischen Anforderungen in Bauteilschichtenfolge und Regeldetails
    Bereits in der Vorentwurfs- und Entwurfsplanung helfen die Texte, zusammen mit der Übersichtstabelle und den Informationen und Hinweisen zu den jeweiligen Qualitätsniveaus, die möglichen Anforderungsstandards zu vergleichen. Damit können Entscheidungen für bestimmte Qualitätsniveaus und Planungsziele begründet getroffen werden. Den Baukosten-(Grob-) Elementen und den Regeldetails können diese Anforderungen zugrunde gelegt werden. Planungsstandards können bezüglich ihrer materialökologischen Qualität eingeordnet und ggfs. angepasst werden.
  • textlichen Beschreibung der Materialanforderungen in Werk- und Detailplanung
    Teile der Texte können in die Detailplanung als Anforderungen an bestimmte Materialien übernommen werden.
    Durch die schriftliche Ergänzung mit oder auch durch den Verweis auf die jeweiligen Textblöcke und Qualitätsniveaus können die materialökologischen Anforderungen umfassend in der Detailplanung festgelegt werden.
    Bei der Marktrecherche und der Verfügbarkeitsprüfung für geeignete Bauprodukte können die Textbausteine Herstelleranfragen zugrunde gelegt werden.
  • Kommunikation zwischen den Planungsbeteiligten
    An den Schnittstellen der unterschiedlichen Planungsbeteiligten, insbesondere zwischen Planung, Werkplanung und Ausschreibung (Vorbereitung der Vergabe, Vergabe) sowie Bauplanung - und Baudurchführung können mithilfe dieser Textbausteine die materialökologischen Anforderungen zwischen den verschiedenen Planungs- und Baubeteiligten in einheitlicher und effektiver Form übergeben und kommuniziert werden.
  • Leistungsbeschreibung in Leistungsverzeichnissen
    Die Textbausteine sind einfach formatiert und können per Download als RTF-Dokument übernommen werden. Der Link hierzu befindet sich jeweils am Anfang der Textbausteine zu jedem Qualitätsniveau. Damit ist eine Übernahme in unterschiedlichste Textbearbeitungs- und AVA-Programme mit geringem Bearbeitungsaufwand möglich.
    Die Texte können in Vertragsbedingungen, Hinweistexten oder Standardbeschreibungen als Vorbemerkung oder als Beschreibung einer Teilleistung eingefügt werden. Denkbar ist auch eine Bündelung der materialökologischen Anforderungen als Anlage zum Leistungsverzeichnis. Dies erfordert dann aber eine eindeutige Zuordnung zur jeweiligen materialökologischen Anforderung der Anlage in der Leistungsbeschreibung selbst.
    Grundsätzlich muss der Ersteller der Leistungsbeschreibung entscheiden, wie, an welcher Stelle und in welcher Form er die Texte in ein Leistungsverzeichnis einbindet. Insbesondere bei öffentlichen Auftraggebern ist er hier an die rechtlichen und formale Vorgaben der VOB gebunden, siehe auch VOB 2012 und Vergabehandbuch des Bundes oder die Vergabehandbücher der Länder. Auch die Verwendung des Standardleistungsbuches kann eine spezielle Struktur des Leistungsverzeichnisses erfordern, siehe auch Informationen und Downloads auf der Internetseite des GAEB (Gemeinsamer Ausschuss für Elektronik im Bauwesen).
    Hilfreiche Informationen findet man dazu auch auf den Seiten den Umweltbundesamtes (UBA). Das UBA hat für öffentliche Auftraggeber Schulungsskripte für die Beschaffung umweltfreundlicher Produkte (auch Bauprodukte) herausgegeben, die auch die Möglichkeiten in der Ausschreibung erörtern.
 
  Rechtliche Hinweise für die Verwendung der Textbausteine Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" (BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.

Die gestellten Anforderungen zur Reduktion von problematischen Stoffen in Bauprodukten beziehen sich auf Maßnahmen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Die Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen für Schadstoffe wird vorausgesetzt.

Die nachfolgenden Textbausteine zu den Materialanforderungen sind in Entwicklung und befinden sich derzeit in einer Probe- und Anpassungsphase. Werden die Textbausteine einer Angebotseinholung oder Ausschreibung zugrunde gelegt und in die Leistungsbeschreibung eingearbeitet, hat der Ersteller der Leistungsbeschreibung und / oder die ausschreibende Stelle die Rechtssicherheit und die Aktualität der Texte eigenverantwortlich zu prüfen. Die Texte müssen der Struktur und dem Aufbau der jeweiligen Leistungsbeschreibung angepasst werden. Sowohl die inhaltlichen Grundlagen der Textbausteine als auch die Rechtslage sind in einer ständigen Entwicklung. Die Redaktion von WECOBIS lehnt daher jede Verantwortung für die Aktualität und die Rechtssicherheit ab.

Bei vollständiger Verwendung der Textbausteine wird empfohlen, den Planungs- bzw. den Ausschreibungsunterlagen den Kriteriensteckbrief 1.1.6 in Textform als Anlage beizufügen oder zumindest auf diesen zu verweisen. Download BNB_BN_1.1.6

Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen für Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen

   
  Welche Schadstoff- und Produktgruppen sind gemäß Kriteriensteckbrief 1.1.6 für Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen relevant? Inhalt aufklappen
 

Im Rahmen der Bewertung nach BNB_BN_1.1.6 werden Anforderungen in Bezug auf 6 Schadstoffgruppen formuliert. Für Bodenbeläge aus Holz- oder Holzwerkstoffen sind die hervorgehobenen Schadstoffgruppen zu bewerten:

1 Gefährliche und besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)
2 Gefährliche Stoffe, die ausgelaugt werden können
3 Schwermetalle
4 Flüchtige organische Verbindungen (VOC) einschließlich organische Lösemittel
5 Halogenierte Kälte- und Treibmittel
6 Biozide

Betroffene Produktgruppen:
Bodenbeläge aus Holz, Laminat-Bodenbeläge, Bambusparkette (nicht in Wecobis), auch Systeme (z.B. Bodenbelag, Kleber, Trägerplatte aus Holz oder Holzwerkstoffen) jeweils inc. ggf. vorhandener werkseitiger Beschichtungen. Für Vor-Ort-Beschichtungen gelten die Einzelanforderungen für Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen.

  Wo finde ich weitere Hilfestellung und Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Bodenbelägen aus Holz oder Holzwerkstoffen? Inhalt aufklappen
 

Weitere ausführliche Informationen finden sich in WECOBIS in den jeweiligen Produktgruppen zu Bodenbelägen aus Holz oder Holzwerkstoffen und dort z.B. in den Reitern Ausschreibung, Zeichen & Deklarationen, Bewertungssysteme oder zum Lebenszyklus.

 

 

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.
verwendete Version / Stand 28.04.2016: BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

RAL Vergabegrundlage für Umweltzeichen: Blauer Engel RAL-UZ 176 Emissionsarme Bodenbeläge, Paneele und Türen aus Holz und Holzwerkstoffen für Innenräume. Ausgabe Januar 2013; www.blauer-engel.de (Zugriff am 19.03.2015)

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Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen

   
  Gibt es eine Übersicht mit allen Anforderungen und Nachweismöglichkeiten? Inhalt aufklappen
 

Im Reiter Übersicht findet sich eine Übersichtstabelle mit den materialökologischen Einzelanforderungen des Kriteriensteckbriefs 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) und den zugehörigen Nachweismöglichkeiten in Kurzform.

Tipps zu weiteren Informationen in WECOBIS

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien, d.h. welche Einzelanforderungen eine Produktgruppe (z.B. Linoleum-Bodenbeläge) i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen kann, bzw. welche Einschränkungen bestehen, findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch schon Informationen zu weiteren Kriterien in BNB, z.B. zu 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.

  Was bedeutet QN1, QN2 usw.? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB). Der Kriteriensteckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein. QN5 ist dabei das höchste Qualitätsniveau und stellt die strengsten Anforderungen.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

  Warum können die Textbausteine zu den einzelnen QNs nicht kürzer gefasst werden? Inhalt aufklappen
 

Innerhalb der Qualitätsniveaus wird oft ersatzweise für Einzelanforderungen auf freiwillige Produktkennzeichnungen wie Umweltzeichen (z.B. Blauer Engel) als Hauptanforderung verwiesen. Diese stellen meist umfangreiche materialökologische Anforderungen an das Produkt.

Im Rahmen der Zertifizierung nach BNB ist es zulässig, vergleichbare Nachweise heranzuziehen. Dieser Konformitätsnachweis kann z.B. direkt über andere Produktkennzeichnungen mit denselben Anforderungen erfolgen. (Hilfe dazu s. Reiter Übersicht und Nachweis in den Textbausteinen). Hat das Produkt jedoch keine passende Produktkennzeichnung, muss jede relevante Einzelanforderung der ursprünglich geforderten Produktkennzeichnung nachgewiesen werden.
Auch unabhängig von einer Zertifizierung müssen öffentliche Auftraggeber aus vergaberechtlichen Gründen Produkte zulassen, die eine geforderte oder damit vergleichbare Produktkennzeichnung nicht führen, wenn ein entsprechender Konformitätsnachweis für die gewünschten Anforderungen erbracht wird. (s. dazu auch Informationen unten zur öffentlichen Beschaffung)
In beiden Fällen genügt ein einfacher Verweis auf die gewünschte Produktkennzeichnung nicht. Um Nachweis und Prüfung zu ermöglichen, müssen die jeweiligen Einzelanforderungen der Produktkennzeichnung bekannt und benannt sein. Entsprechend umfangreich fällt daher ggf. die Beschreibung der materialökologischen Anforderungen aus.

Einem privaten Auftraggeber steht es u.U. frei, ein Produkt zu fordern, das über die entsprechende Produktkennzeichnung verfügt, ohne dass er hierzu auch den gesamten Anforderungskatalog aufzählen muss. Er kann dann die Textbausteine mit den materialökologischen Anforderungen, mit Bezugnahme auf die entsprechende Produktkennzeichnung, erheblich verkürzen.

Sind solche Produktkennzeichnungen ab einem bestimmten Qualitätsniveau den Anforderungen zugrunde gelegt, so werden diese zu Beginn der Textbausteine benannt.

Tipps für weitere Informationen zum Thema

 
  Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen, sowie zu Nachweisen über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel Inhalt aufklappen
 

Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen

In Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 finden sich umfangreiche Informationen zur Dokumentation und den erforderlichen Nachweisen. In Abhängigkeit von Produkt- und Schadstoffgruppe können das zum Beispiel Herstellerauskunft nach REACH, Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung, allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), PDB (Produktdatenblatt), TM (technisches Merkblatt), SDB (Sicherheitsdatenblatt), begründete Herstellererklärung oder EPDs (Umwelt-Produktdeklaration) sein. Unter anderem sind dort auch der Umfang der Dokumentationspflicht, die einzelnen Nachweisdokumente und geeignete Analysemethoden erläutert.
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Tabelle 2, Übersicht der grundsätzlich relevanten Nachweisdokumente
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Anlage 1, Übersichtstabelle aller Qualitätsanforderungen gemäß Qualitätsniveau 1 bis 5.

Zu beachten ist immer, dass bei freiwilligen Unterlagen, die nicht gesetzlich oder durch Verordnung vorgeschriebenen sind, die Angaben zu relevanten Schadstoffen unterschiedlich oder eventuell auch gar nicht enthalten sein können. Das bedeutet, dass beispielsweise PDB oder TM nur zum Nachweis durch den Hersteller dienen können, wenn hier auch hinreichende Angaben zu einer bestimmten Schadstoffgruppe gemacht werden. Das Fehlen von Angaben zu einer Schadstoffgruppe in diesen oder ähnlichen Dokumenten stellt keinesfalls sicher, dass diese in dem Produkt nicht enthalten sind, da es keine verbindlichen Vorgaben zu diesen Dokumenten gibt. Auch ein Sicherheitsdatenblatt unterliegt keiner Regelung über seinen Inhalt, wenn es für eine Produktgruppe nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Leistungserklärung, abZ und Sicherheitsdatenblatt werden in WECOBIS i.d.R. nur als Nachweismöglichkeit angegeben, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind. (siehe Reiter Übersicht)

Hinweise zur Nachweisführung über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel

Ein Konformitätsnachweis kann auch durch geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel, z. B. Blauer Engel, natureplus-Qualitätszeichen, Österreichisches Umweltzeichen oder andere Produktdeklarationen erfolgen. Bekannte Nachweismöglichkeiten über Umweltzeichen und Gütesiegel sind jeweils am Ende der stofflichen Anforderungen aufgeführt. Sie haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher kann es durchaus weitere Umweltzeichen oder Gütesiegel geben, die als Konformitätsnachweis geeignet sind.

  Rechtliche Hinweise für die Verwendung der Textbausteine Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.

Die gestellten Anforderungen zur Reduktion von problematischen Stoffen in Bauprodukten beziehen sich auf Maßnahmen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Die Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen für Schadstoffe wird vorausgesetzt.

Die nachfolgenden Textbausteine zu den Materialanforderungen sind in Entwicklung und befinden sich derzeit in einer Probe- und Anpassungsphase. Werden die Textbausteine einer Angebotseinholung oder Ausschreibung zugrunde gelegt und in die Leistungsbeschreibung eingearbeitet, hat der Ersteller der Leistungsbeschreibung und / oder die ausschreibende Stelle die Rechtssicherheit und die Aktualität der Texte eigenverantwortlich zu prüfen. Die Texte müssen der Struktur und dem Aufbau der jeweiligen Leistungsbeschreibung angepasst werden. Sowohl die inhaltlichen Grundlagen der Textbausteine als auch die Rechtslage sind in einer ständigen Entwicklung. Die Redaktion von WECOBIS lehnt daher jede Verantwortung für die Aktualität und die Rechtsicherheit ab.

Bei vollständiger Verwendung der Textbausteine wird empfohlen, den Planungs- bzw. den Ausschreibungsunterlagen den Kriteriensteckbrief 1.1.6 in Textform als Anlage beizufügen. Download BNB_BN_1.1.6

Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen für QN1 / Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen

   
  Welche Anforderungen werden in QN1 an Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen gestellt? Was kann damit erreicht werden? Inhalt aufklappen
 

QN1 betrifft die Produktdokumentation. Die Deklaration besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) ist hier grundsätzlich gefordert. Diese Dokumentation und Deklaration dient zum einen dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und zum anderen als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für die Erfüllung von QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird daher nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

Hinweis zur Planung

Soll ein Gebäude nach BNB zertifiziert werden, ist es im Rahmen von Kriteriensteckbrief 3.1.3 (Innenraumhygiene) u.a. erforderlich eine Raumluftmessung auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt durchzuführen. Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert. Entsprechend kann es sinnvoll sein, höhere Anforderungen zu stellen als sie für niedrige QNs nach BNB-Kriterium 1.1.6 notwendig wären, um eine höhere Planungssicherheit bezüglich einer geplanten Raumluftmessung zu erreichen.

Im Fall der Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen werden ab QN4 höhere Anforderungen entsprechend den Grenzwerten des Blauen Engels RAL-UZ 176 für Formaldehyd-, VOC- und SVOC-Emissionen gestellt.

  Wie können die Anforderungen für QN1 erfüllt bzw. die Erfüllung nachgewiesen werden? Inhalt aufklappen
 

Qualitätsniveau (QN)1 umfasst die Dokumentation und Deklaration der Bauprodukte und muss immer erfüllt werden. Bei Bodenbelägen aus Holz oder Holzwerkstoffen sind dafür mindestens das Produktdatenblatt (PDB) und/oder das Technische Merkblatt (TM) sowie die Vorlage der Leistungserklärung, mit der Informationen zu ggf. enthaltenen SVHC geliefert werden müssen (Achtung, kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage), und der abZ  (beide gesetzlich vorgeschrieben) erforderlich.

Textbausteine Qualitätsniveau 1 / BNB_BN_1.1.6

download als RTF-Textdatei

Nachfolgende Anforderungen an die Produkt-Dokumentation und -Deklaration sind für Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen einzuhalten. Dazu zählen Laminate, Parkette und Holzfußböden, Bambusparkette, aber auch Systeme (z.B. Bodenbelag, Kleber, Trägerplatte aus Holz oder Holzwerkstoffen) einschließlich Beschichtungssystem.
Unter „Beschichtungssystem“ werden im Werk aufgebrachte Systeme zum Schutz und zur Gestaltung der Oberflächen (z.B. Beizen, Grundierungen, Klarlacke, Decklacke, Folien, Dekorpapiere, Klebstoffe) verstanden. Für vor Ort verarbeitete Beschichtungssysteme gilt ein eigener Kriterienkatalog.

Allgemeine Produktdokumentation

Die Dokumentation der eingesetzten Produkte und deren Eigenschaften dient dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte.
Mindestens vorzulegen sind hierfür:

  • Produktdatenblatt (PDB) / Technisches Merkblatt (TM) mit Herstellername und Produktbezeichnung
  • Leistungserklärung

Deklaration besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC)

Folgende Einsatzstoffe sind zu deklarieren, wenn sie im Produkt enthalten sind:
Stoffe, die unter der Chemikalienverordnung REACH (EG/1906/2006) als besonders besorgniserregend (SVHC) identifiziert und in die gemäß REACH Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste (sogenannte „Kandidatenliste“) aufgenommen wurden (ab 0,1 Gewichtsprozenten pro Einzelstoff).

Nachweismöglichkeiten:

  • Leistungserklärung (mit aussagekräftiger Information zu SVHC, kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage )
  • Sind bei einem Produkt mit Umweltzeichen oder Gütesiegel (z. B.: natureplus Qualitätszeichen RL 2009, Österr. UZ 56) SVHC ausgeschlossen, muss kein weiterer Nachweis für die Deklaration der SVHC erhoben werden.
    Hinweis: Der Blaue Engel (RAL-UZ 176) schließt SVHC nur für die Beschichtungsstoffe aus.
  • EPD
  • PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.
verwendete Version / Stand 28.04.2016: BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

Planungs- & Ausschreibungshilfen: > Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen
Planungs- & Ausschreibungshilfen: > Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen

   
  Gibt es eine Übersicht mit allen Anforderungen und Nachweismöglichkeiten? Inhalt aufklappen
 

Im Reiter Übersicht findet sich eine Übersichtstabelle mit den materialökologischen Einzelanforderungen des Kriteriensteckbriefs 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) und den zugehörigen Nachweismöglichkeiten in Kurzform.

Tipps zu weiteren Informationen in WECOBIS

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien, d.h. welche Einzelanforderungen eine Produktgruppe (z.B. Linoleum-Bodenbeläge) i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen kann, bzw. welche Einschränkungen bestehen, findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch schon Informationen zu weiteren Kriterien in BNB, z.B. zu 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.

  Was bedeutet QN1, QN2 usw.? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB). Der Kriteriensteckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein. QN5 ist dabei das höchste Qualitätsniveau und stellt die strengsten Anforderungen.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

  Warum können die Textbausteine zu den einzelnen QNs nicht kürzer gefasst werden? Inhalt aufklappen
 

Innerhalb der Qualitätsniveaus wird oft ersatzweise für Einzelanforderungen auf freiwillige Produktkennzeichnungen wie Umweltzeichen (z.B. Blauer Engel) als Hauptanforderung verwiesen. Diese stellen meist umfangreiche materialökologische Anforderungen an das Produkt.

Im Rahmen der Zertifizierung nach BNB ist es zulässig, vergleichbare Nachweise heranzuziehen. Dieser Konformitätsnachweis kann z.B. direkt über andere Produktkennzeichnungen mit denselben Anforderungen erfolgen. (Hilfe dazu s. Reiter Übersicht und Nachweis in den Textbausteinen). Hat das Produkt jedoch keine passende Produktkennzeichnung, muss jede relevante Einzelanforderung der ursprünglich geforderten Produktkennzeichnung nachgewiesen werden.
Auch unabhängig von einer Zertifizierung müssen öffentliche Auftraggeber aus vergaberechtlichen Gründen Produkte zulassen, die eine geforderte oder damit vergleichbare Produktkennzeichnung nicht führen, wenn ein entsprechender Konformitätsnachweis für die gewünschten Anforderungen erbracht wird. (s. dazu auch Informationen unten zur öffentlichen Beschaffung)
In beiden Fällen genügt ein einfacher Verweis auf die gewünschte Produktkennzeichnung nicht. Um Nachweis und Prüfung zu ermöglichen, müssen die jeweiligen Einzelanforderungen der Produktkennzeichnung bekannt und benannt sein. Entsprechend umfangreich fällt daher ggf. die Beschreibung der materialökologischen Anforderungen aus.

Einem privaten Auftraggeber steht es u.U. frei, ein Produkt zu fordern, das über die entsprechende Produktkennzeichnung verfügt, ohne dass er hierzu auch den gesamten Anforderungskatalog aufzählen muss. Er kann dann die Textbausteine mit den materialökologischen Anforderungen, mit Bezugnahme auf die entsprechende Produktkennzeichnung, erheblich verkürzen.

Sind solche Produktkennzeichnungen ab einem bestimmten Qualitätsniveau den Anforderungen zugrunde gelegt, so werden diese zu Beginn der Textbausteine benannt.

Tipps für weitere Informationen zum Thema

 
  Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen, sowie zu Nachweisen über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel Inhalt aufklappen
 

Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen

In Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 finden sich umfangreiche Informationen zur Dokumentation und den erforderlichen Nachweisen. In Abhängigkeit von Produkt- und Schadstoffgruppe können das zum Beispiel Herstellerauskunft nach REACH, Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung, allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), PDB (Produktdatenblatt), TM (technisches Merkblatt), SDB (Sicherheitsdatenblatt), begründete Herstellererklärung oder EPDs (Umwelt-Produktdeklaration) sein. Unter anderem sind dort auch der Umfang der Dokumentationspflicht, die einzelnen Nachweisdokumente und geeignete Analysemethoden erläutert.
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Tabelle 2, Übersicht der grundsätzlich relevanten Nachweisdokumente
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Anlage 1, Übersichtstabelle aller Qualitätsanforderungen gemäß Qualitätsniveau 1 bis 5.

Zu beachten ist immer, dass bei freiwilligen Unterlagen, die nicht gesetzlich oder durch Verordnung vorgeschriebenen sind, die Angaben zu relevanten Schadstoffen unterschiedlich oder eventuell auch gar nicht enthalten sein können. Das bedeutet, dass beispielsweise PDB oder TM nur zum Nachweis durch den Hersteller dienen können, wenn hier auch hinreichende Angaben zu einer bestimmten Schadstoffgruppe gemacht werden. Das Fehlen von Angaben zu einer Schadstoffgruppe in diesen oder ähnlichen Dokumenten stellt keinesfalls sicher, dass diese in dem Produkt nicht enthalten sind, da es keine verbindlichen Vorgaben zu diesen Dokumenten gibt. Auch ein Sicherheitsdatenblatt unterliegt keiner Regelung über seinen Inhalt, wenn es für eine Produktgruppe nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Leistungserklärung, abZ und Sicherheitsdatenblatt werden in WECOBIS i.d.R. nur als Nachweismöglichkeit angegeben, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind. (siehe Reiter Übersicht)

Hinweise zur Nachweisführung über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel

Ein Konformitätsnachweis kann auch durch geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel, z. B. Blauer Engel, natureplus-Qualitätszeichen, Österreichisches Umweltzeichen oder andere Produktdeklarationen erfolgen. Bekannte Nachweismöglichkeiten über Umweltzeichen und Gütesiegel sind jeweils am Ende der stofflichen Anforderungen aufgeführt. Sie haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher kann es durchaus weitere Umweltzeichen oder Gütesiegel geben, die als Konformitätsnachweis geeignet sind.

  Rechtliche Hinweise für die Verwendung der Textbausteine Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.

Die gestellten Anforderungen zur Reduktion von problematischen Stoffen in Bauprodukten beziehen sich auf Maßnahmen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Die Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen für Schadstoffe wird vorausgesetzt.

Die nachfolgenden Textbausteine zu den Materialanforderungen sind in Entwicklung und befinden sich derzeit in einer Probe- und Anpassungsphase. Werden die Textbausteine einer Angebotseinholung oder Ausschreibung zugrunde gelegt und in die Leistungsbeschreibung eingearbeitet, hat der Ersteller der Leistungsbeschreibung und / oder die ausschreibende Stelle die Rechtssicherheit und die Aktualität der Texte eigenverantwortlich zu prüfen. Die Texte müssen der Struktur und dem Aufbau der jeweiligen Leistungsbeschreibung angepasst werden. Sowohl die inhaltlichen Grundlagen der Textbausteine als auch die Rechtslage sind in einer ständigen Entwicklung. Die Redaktion von WECOBIS lehnt daher jede Verantwortung für die Aktualität und die Rechtsicherheit ab.

Bei vollständiger Verwendung der Textbausteine wird empfohlen, den Planungs- bzw. den Ausschreibungsunterlagen den Kriteriensteckbrief 1.1.6 in Textform als Anlage beizufügen. Download BNB_BN_1.1.6

Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen für QN3 (einschließlich QN2) / Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen

   
  Welche Anforderungen werden in QN3 (einschließlich QN2) an Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen gestellt? Was kann damit erreicht werden? Inhalt aufklappen
 

Neben den Anforderungen zur Dokumentation und Deklaration gemäß QN1 muss für Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen ab QN2 und ohne Änderung bis einschließlich QN3 die Einhaltung bestimmter Grenzwerte für VOC entsprechend dem AgBB-Schema nachgewiesen werden.

Für ggf. vorhandene werkseitige Beschichtungen ist der Nachweis zur Einhaltung der 31. BIMSchV, der TA-Luft oder anderer europäischer Abgasregelungen vorzulegen. Können diese Nachweise nicht vorgelegt werden, gelten dieselben Anforderungen wie für Vor-Ort-Beschichtungen → siehe Einzelanforderungen und Textbausteine für Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen

Hinweis zur Planung

Soll ein Gebäude nach BNB zertifiziert werden, ist es im Rahmen von Kriteriensteckbrief 3.1.3 (Innenraumhygiene) u.a. erforderlich eine Raumluftmessung auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt durchzuführen. Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert.
Entsprechend kann es sinnvoll sein, höhere Anforderungen zu stellen als sie für niedrige QNs nach BNB-Kriterium 1.1.6 notwendig wären, um eine höhere Planungssicherheit bezüglich einer geplanten Raumluftmessung zu erreichen.

Im Fall der Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen werden ab QN4 bis einschließlich QN5 gemäß Kriteriensteckbrief 1.1.6 deutlich höhere Anforderungen entsprechend den Grenzwerten des Blauen Engels RAL-UZ 176 für Formaldehyd-, VOC- und SVOC-Emissionen gestellt. Hier sind die zulässigen Höchstwerte für die wesentlichen VOC- und SVOC-Emissionen auf ca. 1/3 der Werte nach AgBB-Bewertungsschema beschränkt. Neben dem Blauen Engel erfüllen beispielsweise auch Produkte mit dem natureplus-Qualitätszeichen oder dem Österreichischen Umweltzeichen diese Anforderungen für QN4+5 (empfohlen).

  Wie können die Anforderungen für QN3 (einschließlich QN2) erfüllt bzw. die Erfüllung nachgewiesen werden? Inhalt aufklappen
 

Bei Bodenbelägen aus Holz oder Holzwerkstoffen sind für die Dokumentation und Deklaration in Qualitätsniveau (QN)1 mindestens das Produktdatenblatt und/oder Technisches Merkblatt sowie die Vorlage der Leistungserklärung (gesetzlich vorgeschrieben) erforderlich.
Für den Nachweis der Einhaltung des AgBB-Schemas ist ein Emissionsprüfbericht erforderlich.

Für die Erfüllung von QN3 werden im Fall der Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen keine höheren Anforderungen als für QN2 gestellt.

Textbausteine Qualitätsniveau 3 / BNB_BN_1.1.6

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Hinweise:
Für die Erfüllung von QN3 werden im Fall der Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen keine höheren Anforderungen gestellt als für QN2. Es finden sich deshalb nur unter QN3 Textbausteine, die die Anforderungen von QN2 automatisch mit erfüllen. 

Für Vor-Ort-Beschichtungen gelten die Einzelanforderungen für Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen.

Produktanforderungen

Einhaltung des AgBB-Schemas

Einhaltung der 31.BIMSchV, der TA-Luft oder anderer europäischer Abgasregelungen für werkseitige Beschichtungen

 

Nachfolgende detaillierte Anforderungen an die Produkt-Dokumentation und -Deklaration sowie an die Inhaltsstoffe sind für Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen einzuhalten. Dazu zählen Laminate, Parkette und Holzfußböden, Bambusparkette, aber auch Systeme (z.B. Bodenbelag, Kleber, Trägerplatte aus Holz oder Holzwerkstoffen) einschließlich Beschichtungssystem.
Unter „Beschichtungssystem“ werden im Werk aufgebrachte Systeme zum Schutz und zur Gestaltung der Oberflächen (z.B. Beizen, Grundierungen, Klarlacke, Decklacke, Folien, Dekorpapiere, Klebstoffe) verstanden. Für vor Ort verarbeitete Beschichtungssysteme gilt ein eigener Kriterienkatalog.

Allgemeine Produktdokumentation

Die Dokumentation der eingesetzten Produkte und deren Eigenschaften dient dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte.
Mindestens vorzulegen sind hierfür:

  • Produktdatenblatt (PDB) / Technisches Merkblatt (TM) mit Herstellername und Produktbezeichnung
  • Leistungserklärung

Deklaration besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC)

Folgende Einsatzstoffe sind zu deklarieren, wenn sie im Produkt enthalten sind:
Stoffe, die unter der Chemikalienverordnung REACH (EG/1906/2006) als besonders besorgniserregend (SVHC) identifiziert und in die gemäß REACH Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste (sogenannte „Kandidatenliste“) aufgenommen wurden (ab 0,1 Gewichtsprozenten pro Einzelstoff).

Nachweismöglichkeiten:

  • Leistungserklärung (mit aussagekräftiger Information zu SVHC, kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage )
  • Sind bei einem Produkt mit Umweltzeichen oder Gütesiegel (z. B.: natureplus Qualitätszeichen RL 2009, Österr. UZ 56) SVHC ausgeschlossen, muss kein weiterer Nachweis für die Deklaration der SVHC erhoben werden.
    Hinweis: Der Blaue Engel (RAL-UZ 176) schließt SVHC nur für die Beschichtungsstoffe aus.
  • EPD
  • PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Einhaltung des AgBB-Bewertungsschemas

Für alle elastischen Bodenbeläge ist bei Verwendung in Aufenthaltsräumen einschließlich zugehöriger Nebenräume ein Emissionsprüfbericht vorzulegen, der die Einhaltung des  AgBB-Bewertungsschemas zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen nachweist.

Nachweismöglichkeiten:

  • Emissionsprüfbericht
  • abZ der Gruppen Z-156.606 (Laminate), Z-156.607 (Parkette u. Holzfußböden), Z-156.610 (Verbundbeläge), Z-156.612 (Bambus)

Einhaltung der 31. BIMSchV, der TA-Luft oder anderer europäischer Abgasregelungen für werkseitige Oberflächenbeschichtungen

Für werkseitig verarbeitete flüssige und pastöse Bauprodukte (hier: Oberflächenbeschichtungen und Verlegewerkstoffe) sind werkseitige technische Schutzmaßnahmen (z. B. Absaugung, Filterung, Abscheiden oder genehmigungspflichtige Anlage) gemäß 31. BIMSchV bzw. TA-Luft oder Abgasreinigungseinrichtungen nach europäischern Regelungen nachzuweisen.

Nachweismöglichkeiten:

Die Nachweise zur Einhaltung der 31. BIMSchV bzw. TA-Luft oder anderer europäischen Abgasregelungen für werkseitig verarbeitete Oberflächenbeschichtungen und Verlegewerkstoffe sind in schriftlicher Form vom Hersteller oder Verarbeiter vorzulegen.

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.
verwendete Version / Stand 28.04.2016: BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

Planungs- & Ausschreibungshilfen: > Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen
Planungs- & Ausschreibungshilfen: > Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen

   
  Gibt es eine Übersicht mit allen Anforderungen und Nachweismöglichkeiten? Inhalt aufklappen
 

Im Reiter Übersicht findet sich eine Übersichtstabelle mit den materialökologischen Einzelanforderungen des Kriteriensteckbriefs 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) und den zugehörigen Nachweismöglichkeiten in Kurzform.

Tipps zu weiteren Informationen in WECOBIS

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien, d.h. welche Einzelanforderungen eine Produktgruppe (z.B. Linoleum-Bodenbeläge) i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen kann, bzw. welche Einschränkungen bestehen, findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch schon Informationen zu weiteren Kriterien in BNB, z.B. zu 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.

  Was bedeutet QN1, QN2 usw.? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB). Der Kriteriensteckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein. QN5 ist dabei das höchste Qualitätsniveau und stellt die strengsten Anforderungen.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

  Warum können die Textbausteine zu den einzelnen QNs nicht kürzer gefasst werden? Inhalt aufklappen
 

Innerhalb der Qualitätsniveaus wird oft ersatzweise für Einzelanforderungen auf freiwillige Produktkennzeichnungen wie Umweltzeichen (z.B. Blauer Engel) als Hauptanforderung verwiesen. Diese stellen meist umfangreiche materialökologische Anforderungen an das Produkt.

Im Rahmen der Zertifizierung nach BNB ist es zulässig, vergleichbare Nachweise heranzuziehen. Dieser Konformitätsnachweis kann z.B. direkt über andere Produktkennzeichnungen mit denselben Anforderungen erfolgen. (Hilfe dazu s. Reiter Übersicht und Nachweis in den Textbausteinen). Hat das Produkt jedoch keine passende Produktkennzeichnung, muss jede relevante Einzelanforderung der ursprünglich geforderten Produktkennzeichnung nachgewiesen werden.
Auch unabhängig von einer Zertifizierung müssen öffentliche Auftraggeber aus vergaberechtlichen Gründen Produkte zulassen, die eine geforderte oder damit vergleichbare Produktkennzeichnung nicht führen, wenn ein entsprechender Konformitätsnachweis für die gewünschten Anforderungen erbracht wird. (s. dazu auch Informationen unten zur öffentlichen Beschaffung)
In beiden Fällen genügt ein einfacher Verweis auf die gewünschte Produktkennzeichnung nicht. Um Nachweis und Prüfung zu ermöglichen, müssen die jeweiligen Einzelanforderungen der Produktkennzeichnung bekannt und benannt sein. Entsprechend umfangreich fällt daher ggf. die Beschreibung der materialökologischen Anforderungen aus.

Einem privaten Auftraggeber steht es u.U. frei, ein Produkt zu fordern, das über die entsprechende Produktkennzeichnung verfügt, ohne dass er hierzu auch den gesamten Anforderungskatalog aufzählen muss. Er kann dann die Textbausteine mit den materialökologischen Anforderungen, mit Bezugnahme auf die entsprechende Produktkennzeichnung, erheblich verkürzen.

Sind solche Produktkennzeichnungen ab einem bestimmten Qualitätsniveau den Anforderungen zugrunde gelegt, so werden diese zu Beginn der Textbausteine benannt.

Tipps für weitere Informationen zum Thema

 
  Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen, sowie zu Nachweisen über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel Inhalt aufklappen
 

Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen

In Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 finden sich umfangreiche Informationen zur Dokumentation und den erforderlichen Nachweisen. In Abhängigkeit von Produkt- und Schadstoffgruppe können das zum Beispiel Herstellerauskunft nach REACH, Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung, allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), PDB (Produktdatenblatt), TM (technisches Merkblatt), SDB (Sicherheitsdatenblatt), begründete Herstellererklärung oder EPDs (Umwelt-Produktdeklaration) sein. Unter anderem sind dort auch der Umfang der Dokumentationspflicht, die einzelnen Nachweisdokumente und geeignete Analysemethoden erläutert.
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Tabelle 2, Übersicht der grundsätzlich relevanten Nachweisdokumente
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Anlage 1, Übersichtstabelle aller Qualitätsanforderungen gemäß Qualitätsniveau 1 bis 5.

Zu beachten ist immer, dass bei freiwilligen Unterlagen, die nicht gesetzlich oder durch Verordnung vorgeschriebenen sind, die Angaben zu relevanten Schadstoffen unterschiedlich oder eventuell auch gar nicht enthalten sein können. Das bedeutet, dass beispielsweise PDB oder TM nur zum Nachweis durch den Hersteller dienen können, wenn hier auch hinreichende Angaben zu einer bestimmten Schadstoffgruppe gemacht werden. Das Fehlen von Angaben zu einer Schadstoffgruppe in diesen oder ähnlichen Dokumenten stellt keinesfalls sicher, dass diese in dem Produkt nicht enthalten sind, da es keine verbindlichen Vorgaben zu diesen Dokumenten gibt. Auch ein Sicherheitsdatenblatt unterliegt keiner Regelung über seinen Inhalt, wenn es für eine Produktgruppe nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Leistungserklärung, abZ und Sicherheitsdatenblatt werden in WECOBIS i.d.R. nur als Nachweismöglichkeit angegeben, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind. (siehe Reiter Übersicht)

Hinweise zur Nachweisführung über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel

Ein Konformitätsnachweis kann auch durch geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel, z. B. Blauer Engel, natureplus-Qualitätszeichen, Österreichisches Umweltzeichen oder andere Produktdeklarationen erfolgen. Bekannte Nachweismöglichkeiten über Umweltzeichen und Gütesiegel sind jeweils am Ende der stofflichen Anforderungen aufgeführt. Sie haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher kann es durchaus weitere Umweltzeichen oder Gütesiegel geben, die als Konformitätsnachweis geeignet sind.

  Rechtliche Hinweise für die Verwendung der Textbausteine Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.

Die gestellten Anforderungen zur Reduktion von problematischen Stoffen in Bauprodukten beziehen sich auf Maßnahmen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Die Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen für Schadstoffe wird vorausgesetzt.

Die nachfolgenden Textbausteine zu den Materialanforderungen sind in Entwicklung und befinden sich derzeit in einer Probe- und Anpassungsphase. Werden die Textbausteine einer Angebotseinholung oder Ausschreibung zugrunde gelegt und in die Leistungsbeschreibung eingearbeitet, hat der Ersteller der Leistungsbeschreibung und / oder die ausschreibende Stelle die Rechtssicherheit und die Aktualität der Texte eigenverantwortlich zu prüfen. Die Texte müssen der Struktur und dem Aufbau der jeweiligen Leistungsbeschreibung angepasst werden. Sowohl die inhaltlichen Grundlagen der Textbausteine als auch die Rechtslage sind in einer ständigen Entwicklung. Die Redaktion von WECOBIS lehnt daher jede Verantwortung für die Aktualität und die Rechtsicherheit ab.

Bei vollständiger Verwendung der Textbausteine wird empfohlen, den Planungs- bzw. den Ausschreibungsunterlagen den Kriteriensteckbrief 1.1.6 in Textform als Anlage beizufügen. Download BNB_BN_1.1.6

Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen für QN5 (einschließlich QN4) / Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen

   
  Welche Anforderungen werden in QN5 (einschließlich QN4) an Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen gestellt? Was kann damit erreicht werden? Inhalt aufklappen
 

Neben den Anforderungen zur Dokumentation und Deklaration gemäß QN1 wird für Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen ab QN4 und ohne Änderung bis einschließlich QN5 die Qualität des Blauen Engels (RAL-UZ 176) oder gleichwertig gefordert. Diese Anforderungen können nur von emissionsarmen Produkten erfüllt werden. Mit der Anforderung "Blauer Engel (RAL-UZ 176)" kommen außerdem verschiedene Stoffausschlüsse und Grenzwerte zu Schadstoffen dazu (s. dazu auch Übersichtstabelle / Reiter Übersicht). Auch für werkseitige Beschichtungen genügt nun nicht mehr nur der Nachweis der Einhaltung von Abgasregelungen, denn der Blaue Engel stellt auch Anforderungen für Beschichtungssysteme.

  Wie können die Anforderungen für QN5 (einschließlich QN4) erfüllt bzw. die Erfüllung nachgewiesen werden? Inhalt aufklappen
 

Bei Bodenbelägen aus Holz oder Holzwerkstoffen sind für die Dokumentation und Deklaration in Qualitätsniveau (QN)1 mindestens das Produktdatenblatt und/oder Technisches Merkblatt sowie die Vorlage der Leistungserklärung (gesetzlich vorgeschrieben) erforderlich.
Die Anforderungen zu VOC/gefährlichen Stoffen ab QN4 können, wie in BNB 1.1.6 direkt benannt, mit dem Blauen Engel (RAL-UZ 176) einfach nachgewiesen werden. Auch Produkte mit dem natureplus Qualitätszeichen RL 2009 oder dem Österreichischen Umweltzeichen UZ 56 erfüllen alle Anforderungen.
Bei Einzelnachweisen ohne Umweltzeichen müssen alle Anforderungen über Herstellerklärungen und ggf. chem. Analysen für die genannten Stoffausschlüsse sowie eine Prüfkammeruntersuchung für die Beschränkung der Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und Formaldehyd erfolgen.

Für die Erfüllung von QN5 werden im Fall der Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen keine höheren Anforderungen als für QN4 gestellt.

Textbausteine Qualitätsniveau 5 / BNB_BN_1.1.6

download als RTF-Textdatei

Hinweise: 
Für die Erfüllung von QN5 werden im Fall der Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen keine höheren Anforderungen gestellt als für QN4. Es finden sich deshalb nur unter QN5 Textbausteine, die die Anforderungen von QN4 automatisch mit erfüllen. 

Für Vor-Ort-Beschichtungen gelten die Einzelanforderungen für Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen.

Produktanforderung

Produkte gemäß Blauer Engel RAL UZ 176

 

Nachfolgende detaillierte Anforderungen an die Produkt-Dokumentation und -Deklaration sowie an die Inhaltsstoffe sind für Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen einzuhalten. Dazu zählen Laminate, Parkette und Holzfußböden, Bambusparkette, aber auch Systeme (z.B. Bodenbelag, Kleber, Trägerplatte aus Holz oder Holzwerkstoffen einschließlich Beschichtungssystemen.
Unter „Beschichtungssystem“ werden im Folgenden im Werk aufgebrachte Systeme zum Schutz und zur Gestaltung der Oberflächen (z.B. Beizen, Grundierungen, Klarlacke, Decklacke, Folien, Dekorpapiere, Klebstoffe) verstanden. Für vor Ort verarbeitete Beschichtungssysteme gilt ein eigener Kriterienkatalog.

Allgemeine Produktdokumentation

Die Dokumentation der eingesetzten Produkte und deren Eigenschaften dient dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte.
Mindestens vorzulegen sind hierfür:

  • Produktdatenblatt (PDB) / Technisches Merkblatt (TM) mit Herstellername und Produktbezeichnung
  • Leistungserklärung

Deklaration besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC)

Folgende Einsatzstoffe sind zu deklarieren, wenn sie im Produkt enthalten sind:
Stoffe, die unter der Chemikalienverordnung REACH (EG/1906/2006) als besonders besorgniserregend (SVHC) identifiziert und in die gemäß REACH Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste (sogenannte „Kandidatenliste“) aufgenommen wurden (ab 0,1 Gewichtsprozenten pro Einzelstoff).

Nachweismöglichkeiten:

  • Leistungserklärung (mit aussagekräftiger Information zu SVHC, kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage )
  • Sind bei einem Produkt mit Umweltzeichen oder Gütesiegel (z. B.: natureplus Qualitätszeichen RL 2009, Österr. UZ 56) SVHC ausgeschlossen, muss kein weiterer Nachweis für die Deklaration der SVHC erhoben werden.
    Hinweis: Der Blaue Engel (RAL-UZ 176) schließt SVHC nur für die Beschichtungsstoffe aus.
  • EPD
  • PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Stoffbeschränkungen für Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen

Für Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen gelten folgende Stoffbeschränkungen:

  • Bei der Herstellung der Produkte einschließlich der für die Herstellung eingesetzten Materialien (Holzwerkstoffe, Klebstoffe, Beschichtungen usw.) dürfen keine halogenierten organischen Verbindungen (z. B. als Bindemittel, Flammschutzmittel) eingesetzt werden.
  • Als Flammschutzmittel dürfen ausschließlich anorganischen Ammoniumphosphaten (Diammoniumphosphat, Ammoniumpolyphosphat etc.), andere wasserabspaltende Minerale (Aluminiumtrihydrat o ä.) oder Blähgraphit eingesetzt werden.
  • Der Einsatz von Bioziden ist nicht zulässig. Hiervon ausgenommen sind Biozide, die allein zur Topfkonservierung in wässrigen Beschichtungsstoffen und Leimen eingesetzt werden oder die oben erwähnten Flammschutzmittel.

Nachweismöglichkeiten:

Grenzwerte für flüchtige organische Verbindungen (VOC) und Formaldehyd

Die  Produkte  dürfen  in  Anlehnung  an  die  vom  Ausschuss  zur  gesundheitlichen  Bewertung  von  Bauprodukten  erarbeitete  „Vorgehensweise  bei  der  gesundheitlichen  Bewertung  der  Emissionen  von  flüchtigen  organischen  Verbindungen (VOC) aus Bauprodukten“ die folgenden Emissionswerte in der Prüfkammer nicht überschreiten:

  • Summe flüchtiger organischer Verbindungen C6 - C16 (TVOC):
    maximal 3 mg je m3 nach 3 Tagen
    maximal 0,3 mg je m3 nach 28 Tagen
  • Summe schwer flüchtiger organischer Verbindungen C16 - C26 (TSVOC):
    maximal 0,1 mg je m3 nach 28 Tagen
  • krebserzeugende Stoffe (K1 und 2 nach Richtlinie 67/548/EWG bzw. Klassen 1A und 1B nach CLP-Verordnung 1272/2008):
    maximal 0,01 mg je m3 nach 3 Tagen
    maximal 0,001 mg je m3 nach 28 Tagen
  • Summe aller VOC ohne NIK:
    maximal 0,1 mg je m3 nach 28 Tagen
  • R-Wert: maximal 1 nach 28 Tagen
  • Formaldehyd: maximal 0,05 ppm
  • Ammoniak (*): maximal 0,1 mg je m3 nach 28 Tagen

(*) Eine Messung für Ammoniak ist nur für Holz erforderlich, dass mit Ammoniak behandelt wurde. Der für Ammoniak geforderte Endwert entspricht der Geruchsschwelle.

Die Prüfung kann am 7. Tag nach Beladung abgebrochen werden, wenn die geforderten Endwerte des 28. Tages erreicht werden und im Vergleich zur Messung am 3. Tag kein Konzentrationsanstieg einer der nachgewiesenen Substanzen feststellbar ist.

Nachweismöglichkeiten:

Grenzwert für Formaldehydemissionen aus Holzwerkstoffplatten

Werden für die Herstellung der Bodenbeläge Holzwerkstoffe eingesetzt, dürfen sie im Rohzustand, d.h. vor einer Bearbeitung oder Beschichtung, eine Ausgleichskonzentration für Formaldehyd von 0,1 ppm im Prüfraum nicht überschreiten.

Nachweismöglichkeiten:

Ausschluss besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) im Beschichtungssystem

Stoffe, die unter der Chemikalienverordnung REACH (EG/1906/2006) als besonders besorgniserregend identifiziert und in die gemäß REACH Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste (sogenannte „Kandidatenliste“) aufgenommen wurden, dürfen im Beschichtungssystem nicht enthalten sein. Die Anforderung gilt für alle konstitutionellen Bestandteile (d.h. Stoffe, die im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen). Es gilt die jeweils aktuelle Fassung der Kandidatenliste.

Von den Regelungen ausgenommen sind

  • prozessbedingte, technisch unvermeidbare Verunreinigungen die unterhalb der Einstufungsgrenzen für Gemische liegen.
  • Monomere oder Additive, die bei der Kunststoffherstellung zu Polymeren reagieren oder chemisch fest (kovalent) in den Kunststoff eingebunden werden, wenn ihre Restkonzentrationen unterhalb der Einstufungsgrenze für Gemische liegen.

Nachweismöglichkeiten:

Ausschluss krebserzeugender, erbgutverändernder, fortpflanzungsgefährdender (CMR-)Stoffe im Beschichtungssystem

Im Beschichtungssystem dürfen keine Stoffe mit folgenden Eigenschaften als konstitutionelle Bestandteile (d.h. Stoffe, die im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten sein:

  • Stoffe, die gemäß den Kriterien der EG-VO 1272/2008 eingestuft sind als
    karzinoge
    n (krebserzeugend) der Kategorie Karc. 1A oder Karc. 1B, keimzellmutagen (erbgutverändernd) der Kategorie Muta. 1A oder Muta. 1B, reproduktionstoxisch (fortpflanzungsgefährdend) der Kategorie Repr. 1A oder Repr. 1B
    Diesen Gefahrenkategorien entsprechen folgende H- bzw. R-Sätze:

    H340, R46: Kann genetische Defekte verursachen.
    H350, R45: Kann Krebs erzeugen.
    H360F, R60: Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
    H360D, R61: Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
    H360FD, R60/61: Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
    H360Fd, R60/63: Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen.
    H360Df, R61/62: Kann das Kind im Mutterleib schädigen. Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Von den Regelungen ausgenommen sind

  • prozessbedingte, technisch unvermeidbare Verunreinigungen die unterhalb der Einstufungsgrenzen für Gemische liegen.
  • Monomere oder Additive, die bei der Kunststoffherstellung zu Polymeren reagieren oder chemisch fest (kovalent) in den Kunststoff eingebunden werden, wenn ihre Restkonzentrationen unterhalb der Einstufungsgrenze für Gemische liegen.

Nachweismöglichkeiten:

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.
verwendete Version / Stand 28.04.2016: BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

RAL Vergabegrundlage für Umweltzeichen: RAL-UZ 176 Emissionsarme Bodenbeläge, Paneele und Türen aus Holz und Holzwerkstoffen für Innenräume. Ausgabe Januar 2013 (Zugriff am 19.03.2015)

Planungs- & Ausschreibungshilfen: > Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen
Planungs- & Ausschreibungshilfen: > Bodenbeläge aus Holz oder Holzwerkstoffen