Planungs- & Ausschreibungshilfen: > Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

   
  Worauf basieren die materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung in WECOBIS? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau. Dieser Steckbrief zielt auf die Reduktion bzw. Vermeidung von Stoffen und Produkten, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft (auch Innenraumluft) enthalten. Der Steckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein, wobei QN5 das höchste Qualitätsniveau darstellt und die strengsten Anforderungen stellt. QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und –deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1.

In einer zweiten Entwicklungsstufe bis 2016 sollen weitere baustoffrelevante Kriterien die Textbausteine ergänzen.

Tipp für die Planung

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien (Welche Einzelkriterien kann eine Produktgruppe, z.B. Linoleum-Bodenbeläge, i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen? Welche Einschränkungen bestehen für eine Produktgruppe?) findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch Informationen zu weiteren Kriterien aus dem BNB, z.B. zu den Kriteriensteckbriefen 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

  Ich will meine Gebäude gar nicht zertifizieren. Was nützen mir dann materialökologische Anforderungen nach BNB? Inhalt aufklappen
 

Auch wenn ein Gebäude nicht im Rahmen eines Bewertungssystems zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Die Textbausteine der Planungs- und Ausschreibungshilfen in WECOBIS haben deshalb einzelne Kriterien des Bewertungssystems zur Grundlage. Für die nun vorliegenden Textbausteine der ersten Entwicklungsstufe wurde Kriteriensteckbrief 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ herangezogen. Die verschiedenen Qualitätsniveaus in Kriteriensteckbrief 1.1.6 bieten die Möglichkeit, sich – abhängig von den projektspezifischen Anforderungen und Möglichkeiten - für ein Anforderungsniveau zu entscheiden. Es wird empfohlen für Kriteriensteckbrief 1.1.6 soweit möglich Qualitätsniveau QN4 oder QN5 zu realisieren. In einigen Fällen gibt es keinen Unterschied in den Anforderungen von verschiedenen Qualitätsniveaus. Das lässt sich in der Übersichtstabelle ablesen, auch in den Textbausteinen erfolgt dazu ein Hinweis.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird daher nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

In einer zweiten Entwicklungsstufe sollen weitere baustoffrelevante Kriterien die Textbausteine bis 2016 ergänzen.

  Was hilft mir die folgende Übersichtstabelle? Was bedeutet BNB, QN1, QN2 usw.? Inhalt aufklappen
 

Die folgende Übersichtstabelle zeigt die materialökologischen Einzelanforderungen des Kriteriensteckbriefs 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des BMUB. Der Kriteriensteckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein. QN5 ist dabei das höchste Qualitätsniveau und stellt die strengsten Anforderungen.

In einigen Fällen gibt es keinen Unterschied in den Anforderungen von verschiedenen Qualitätsniveaus. Das lässt sich in der Übersichtstabelle ablesen, auch in den Textbausteinen erfolgt dazu ein Hinweis. QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

Zum Teil werden in Kriteriensteckbrief 1.1.6. freiwillige Produktkennzeichnungen, z.B. der „Blaue Engel", als Hauptanforderung genannt. Gleichwertige Produkte, d.h. Produkte, welche die Anforderungen erfüllen, aber nicht mit dem „Blauen Engel" gekennzeichnet sind, sind hier zugelassen. Der Nachweis der Gleichwertigkeit ist dabei nur für die in Kriteriensteckbrief 1.1.6 genannten Schadstoffgruppen erforderlich. Aus diesem Grund werden für die Anforderung „Blauer Engel" hier die relevanten Einzelanforderungen aus den jeweiligen Vergaberichtlinien genannt. Produkte mit dem „Blauen Engel" erfüllen diese Einzelanforderungen automatisch. Wenn auch andere Zeichen oder Deklarationen bekannt sind, die diese Anforderungen erfüllen, sind sie bei der jeweiligen Einzelanforderung in der Tabelle aufgeführt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Wird als Anforderung ein GISCODE genannt, handelt es sich um ein „Gebot". In diesen Fällen sind für das jeweilige Qualitätsniveau nur Produkte mit dem genannten GISCODE zugelassen.

Erläuterung der Tabellenstruktur

In der Vertikalen teilt sich die Tabelle in 2 Hauptbereiche. In der linken Hälfte der Tabelle finden sich die materialökologischen Anforderungen. Neben der Anforderung selbst gibt die Tabelle noch Auskunft darüber, für welches Qualitätsniveau die jeweilige Anforderung besteht. Die rechte Hälfte der Tabelle gibt darüber Auskunft, wie der Nachweis für die jeweilige Einzelanforderung erbracht werden kann. Dabei wird zunächst der Standardnachweis entsprechend der Anforderung genannt. Das kann auch der Blaue Engel sein, wenn dieser als Anforderung genannt ist. Anschließend folgen Hinweise auf weitere Nachweismöglichkeiten wie z.B. Umweltzeichen, andere Produktdeklarationen oder chem. Analysen. In der Horizontalen gliedert sich die Tabelle in sinnvolle Abschnitte, die den ansteigenden Qualitätsniveaus im Kriteriensteckbrief 1.1.6 folgen.

Tipp für die Planung

Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.

  Gibt es in WECOBIS eine Übersicht mit Umweltzeichen (z.B. Blauer Engel) oder anderen Deklarationen (z.B. GISCODE, EPD) für Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen? Inhalt aufklappen
 

In WECOBIS gibt es in jeder Produktgruppe einen Reiter zu Zeichen & Deklarationen. Dort findet sich eine Übersichtstabelle z.B. mit Umweltzeichen, GISCODES oder Umweltproduktdeklarationen für diese Produktgruppe. Für Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen  sind das derzeit Informationen zu DispersionslackfarbenPolyurethanharze wasserverdünnbar,  Polyurethanharze lösemittelhaltig, Klarlacken. Für Beschichtungen auf Öl- oder Wachsbasis gibt es derzeit noch keine Informationen in WECOBIS.

Was die hier genannten materialökologischen Kriterien betrifft, werden in der rechten Hälfte der Übersichtstabelle sowie bei den Textbausteinen mögliche Labels oder Deklarationen genannt, mit denen die Erfüllung des jeweiligen Kriteriums nachgewiesen werden kann.

  Wo finde ich Textbausteine? Wie sind die Textbausteine aufgebaut? Inhalt aufklappen
 

Die Übersichtstabelle im Reiter Übersicht zeigt alle Anforderungen in Kurzform. Im Reiter Erläuterung finden sich Hinweise zur Verwendung der Textbausteine. Die Textbausteine selbst sind den Reitern QN1 bis QN5 zugeordnet, entsprechend den Qualitätsniveaus in Kriteriensteckbrief 1.1.6. Die Texte sind einfach formatiert, um möglichst unkompliziert auch in Ausschreibungsprogrammen verwendet werden zu können.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

Beispiel

Im Reiter QN5 finden sich die Textbausteine für alle Anforderungen, die zur Erfüllung von Qualitätsniveau 5 gemäß Kriteriensteckbrief 1.1.6 erforderlich sind, einschließlich der Mindestanforderungen aus QN1.

Hinweis:
Die vorliegenden materialökologischen Anforderungen betreffen Vor-Ort verarbeitete Beschichtungen auf nicht mineralischen Bodenbelägen / Parkette und Holzfußböden (keine Öle und Wachse).
Für Vor-Ort verarbeitete

 

gibt es eigene materialökologische Anforderungen.

Werden die hier genannten Beschichtungen werkseitig aufgetragen ist nur die Einhaltung der 31. BIMSchV bzw. TA-Luft nachzuweisen. Kann dieser Nachweis nicht erbracht werden, gelten alle Einzelanforderungen an die Beschichtung entsprechend den Anforderungen an Vor-Ort-Beschichtungen. siehe auch materialökologische Anforderungen für 

 

Übersicht möglicher Einzelanforderungen (Kurztext)

Materialökologische Anforderungen
Vor-Ort verarbeitete3 Oberflächenbeschichtungen auf nicht mineralischen Bodenbelägen: Parkette und Holzfußböden (für Öle und Wachse s. eigene Anforderungen)
Stand 06/2016

Nachweismöglichkeiten

Kurztext

Anforderung gemäß BNB_BN_1.1.6 - Pos. 3b in Qualitätsniveau (QN)

Standard-
nachweise entsprechend Anforderung

Umweltzeichen
(sofern nicht Standardnachweis)

Weitere Produktdeklarationen

Sonstige

QN1

QN2

QN3

QN4

QN5

                   

Mindestanforderungen QN1 - QN5

 

Allgemeine Produktdokumentation

+

+

+

+

+

Produktdatenblatt (PDB), Technisches Merkblatt (TM), Sicherheitsdatenblatt
(SDB)

 ./.

EPD
(wenn vorh.)

./.

Deklaration besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) > 0,1%

+

+

+

+

+

Sicherheitsdatenblatt
(SDB)

Blauer Engel RAL-UZ 12a, Emicode, natureplus Qualitätszeichen (RL 0701, derzeit kein Produkt zertifiziert) oder Österr. UZ 01:
SVHC dürfen nicht enthalten sein.

EPD

PDB/TM mit Einschränkung1

Anforderungen ab QN2:

 

GISCODE W1, W1/DD, W2+W2/DD+, W3+, W3/DD+

 -  +  +  -  -4

GISCODE - Nachweis über: SDB / PDB / TM (sofern Information enthalten) oder Herstellererklärung

Blauer Engel RAL-UZ 12a4

-

-

GISCODE W1, W1/DD, W2+W2/DD+

-  -  - +  -4 GISCODE - Nachweis über: SDB / PDB / TM (sofern Information enthalten) oder Herstellererklärung Blauer Engel RAL-UZ 12a4  -  -
Keine Pigmente und Sikkative auf Basis von Blei-, Cadmium- und Chrom-VI-Verbindungen - + + + +

Herstellererklärung

Blauer Engel RAL-UZ 12a

EPD mit Einschränkung1

Herstellererklärung, ggf. chem. Analysen, PDB/TM mit Einschränkung1 
reproduktionstoxische Phthalate <0,1% - + + + +

Herstellererklärung

Blauer Engel RAL-UZ 12a

EPD mit Einschränkung1

Herstellererklärung, ggf. chem. Analysen, PDB/TM mit Einschränkung1
Einhaltung des AgBB-Schemas - + + + -5

Emissionsprüfbericht oder abZ der Gruppe Z-157.10 (Oberflächen-behandlungsmittel für Parkette / Holzfußböden)

Emicode EC1plus (auch: EC 1plus-R)6

 -  -

Weitere Anforderungen ab QN5:
Blauer Engel (RAL-UZ 12a)

oder gleichwertig2 hinsichtlich der Anfoderungen zu gefährlichen Stoffen und SVHC, sowie VOC einschließlich organischer Lösemittel
Ausschluss besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) - - - - + Blauer Engel RAL-UZ 12a

Emicode EC 1 (auch: EC 1-R), EC 1plus (auch: EC 1plus-R), EC 2 (auch: EC 2-R)

EPD mit Einschränkung1

Herstellererklärung, ggf. chem. Analysen, PDB/TM mit Einschränkung1

Ausschluss von CMR-Stoffen der EU-Kat. 1A, 1B + 2 gemäß EG-VO 1272/20085 Kat 1,2+3 gemäß TRGS 905 und MAK-Liste

- - - - +

Blauer Engel RAL-UZ 12a

Emicode EC 1 (auch: EC 1-R), EC 1plus (auch: EC 1plus-R), EC 2 (auch: EC 2-R)

EPD mit Einschränkung1

Herstellererklärung, ggf. chem. Analysen, PDB/TM mit Einschränkung1

Ausschluss toxischer und akut toxischer Stoffe gemäß EG-VO 1272/2008

- - - - + Blauer Engel RAL-UZ 12a -

EPD mit Einschränkung1

Herstellererklärung, ggf. chem. Analysen, PDB/TM mit Einschränkung1

Ausschluss umweltgefährdender Bestandteile

- - - - + Blauer Engel RAL-UZ 12a  

EPD mit Einschränkung1

Herstellererklärung, ggf. chem. Analysen, PDB/TM mit Einschränkung1

Ausschluss reizender Bestandteile

- - - - + Blauer Engel RAL-UZ 12a -

EPD mit Einschränkung1

Herstellererklärung, ggf. chem. Analysen, PDB/TM mit Einschränkung1

Ausschluss gesundheitsschädlicher, ätzender Bestandteile

- - - - + Blauer Engel RAL-UZ 12a -

EPD mit Einschränkung1

Herstellererklärung, ggf. chem. Analysen, PDB/TM mit Einschränkung1

Beschränkung des VOC-Gehalts

- - - - +5 Blauer Engel RAL-UZ 12a -

EPD mit Einschränkung1

Herstellererklärung, ggf. chem. Analysen, PDB/TM mit Einschränkung1

Beschränkung des Restmonomergehalts

- - - - + Blauer Engel RAL-UZ 12a -

EPD mit Einschränkung1

Herstellererklärung, ggf. chem. Analysen, PDB/TM mit Einschränkung1

Ausschluss von Bioziden (mit Ausnahme bestimmter Topfkonservierer)

- - - - + Blauer Engel RAL-UZ 12a -

EPD mit Einschränkung1

Herstellererklärung, ggf. chem. Analysen, PDB/TM mit Einschränkung1

Beschränkung der Emissionen von Formaldehyd und Reglementierung des Formaldhydgehalts

- - - - + Blauer Engel RAL-UZ 12a -

EPD mit Einschränkung1

Herstellererklärung, ggf. chem. Analysen, PDB/TM mit Einschränkung1

Ausschluss von Phthalaten und Organophosphaten als Weichmacher

- - - - + Blauer Engel RAL-UZ 12a -

EPD mit Einschränkung1

Herstellererklärung, ggf. chem. Analysen, PDB/TM mit Einschränkung1

Ausschluss von Alkylophenolethoxylaten

- - - - + Blauer Engel RAL-UZ 12a -

EPD mit Einschränkung1

Herstellererklärung, ggf. chem. Analysen, PDB/TM mit Einschränkung1

1 Produktdatenblätter (PDB) oder Technische Merkblätter (TM) folgen keinerlei Regeln und können nur als Nachweis herangezogen werden, wenn die erforderlichen Informationen auch prüfbar (d.h. z.B. das Fehlen von ausgeschlossenen Stoffen muss genannt sein) enthalten sind.

EPD: die angeführten Kriterien sind keine standardisierten Parameter einer EPD (Umweltproduktdeklaration) gemäß EN 15804 Grundregeln für die Produktkategorie Bauprodukte. Es handelt sich ggf. um freiwillige zusätzliche Deklarationen. In der Regel werden solche Informationen - wenn überhaupt - nur bei Produktdeklarationen und nicht bei Branchendeklarationen zu finden sein. Es handelt sich um ggf. freiwillige zusätzliche Deklaration.

2 Sofern innerhalb der Qualitätsniveaus auf aggregierte Produktkennzeichnungen verwiesen wird (Giscode, Emicode, Blauer Engel etc.), ist es zulässig vergleichbare Nachweise (weitere Umweltzeichen, Angaben in Sicherheits- oder Produktdatenblättern etc.) heranzuziehen. Dabei bezieht sich die Vergleichbarkeit nur auf die Anforderungen hinsichtlich der jeweiligen Schadstoffgruppen gemäß Anlage 1 + 2 / BNB Kriterium 1.1.6.. Bei den Einzelanforderungen werden deshalb nur die für die Vergleichbarkeit notwendigen Anforderungen genannt.

3 Die hier für Vor-Ort verarbeitete Beschichtungen dargestellten Anforderungen gelten auch vollständig für gleichartige Beschichtungen, die werkseitig aufgetragen werden, wenn vom Hersteller der Nachweis für die Einhaltung der 31. BIMSchV bzw. TA-Luft nicht erbracht wird. 
Gemäß Zitat BNB_BN_1.1.6 gilt hier:
"
Werkseitig verarbeitete flüssige und pastöse Bauprodukte (hier: Oberflächenbeschichtungen und Verlegewerkstoffe) stellen nur dann ein Risiko für die lokale Umwelt dar, sofern keine werkseitigen technischen Schutzmaßnahmen (z. B. Absaugung, Filterung, Abscheiden oder genehmigungspflichtige Anlage) gemäß 31. BIMSchV bzw. TA-Luft nachgewiesen werden können. In diesem Fall sind die entsprechenden Bauprodukte gemäß den Anforderungen für Vor-Ort verarbeiteten Bauprodukte einzustufen und nachzuweisen. 
Die Nachweise zur Einhaltung der 31. BIMSchV bzw. TA-Luft für werkseitig verarbeitete Oberflächenbeschichtungen und Verlegewerkstoffe sind in schriftlicher Form beim Hersteller oder Verarbeiter einzufordern."
siehe auch Materialökologische Anforderungen in WECOBIS für werkseitige Oberflächenbeschichtungen

4 GISCODE W2+ bzw. W2/DD+ begrenzt den Lösemittelgehalt mit 5 %. Der Blaue Engel (RAL-UZ 12a) sieht hier ein abgestuftes Gehaltsschema in Abhängigkeit vom Festkörpergehalt der Beschichtung vor. Für Beschichtungen mit einem Festkörpergehalt von 20 bis 30 % Festkörpergehalt ist ein VOC-Gehalt von 8 %, bei einem Festkörpergehalt ab 30 Masse% ein VOC-Gehalt von 10 Masse% zulässig (siehe Tabelle in Textbausteine Qualitätsniveau 5 / BNB_BN_1.1.6). Die Anforderung GISCODE maximal W2+ bzw. W2/DD+ ist in dieser Hinsicht also strenger als der Blaue Engel. Da ab QN5 der Blaue Engel aber alle anderen Anforderungen von QN2-4 ersetzt, wird er hier trotzdem als alternative Nachweismöglichkeit genannt.

5 Ab QN5 werden die Anforderungen des Blauen Engel RAL-UZ 12a als alleinige Voraussetzungen genannt. Laut Vergaberichtlinie des Blauen Engel RAL-UZ 12a (Zugriff am 1.7.2016) werden VOC-Emissionen aus Beschichtungssystemen in die Raumluft indirekt durch die Begrenzung des VOC-Gehalts vermieden. Die Grenzwerte zielen auf die Summe aller VOC und SVOC im Produkt ab, gefährliche Einzelsubstanzen werden zwar "toxiologisch bewertet", jedoch nicht reglementiert. Bezüglich VOC-Emissionen sieht die Richtlinie RAL-UZ 12a zwar vor, dass alle vier Jahre stichprobenartige Emissionsmessungen durchgeführt werden sollen, ein Bewertungschema und entsprechende Grenzwerte werden jedoch nicht genannt. Die Einhaltung des AgBB-Schemas kann daher durch die Kriterien des Blauen Engel nicht garantiert werden.

6 Die Grenzwerte für TVOC und TSVOC liegen bereits beim Emicode EC1 deutlich unter jenen des AgBB-Bewertungsschemas. Beim Emicode EC1 werden allerdings die stoffspezifischen Einstufungen des AgBB-Bewertungsschemas (NIK-Werte und R-Wert, Obergrenze für VOC ohne NIK und nicht identifizierbare VOC) nicht berücksichtigt. Daher muss mindestens Emicode EC1plus (bzw. EC1plus-R) vorliegen, um die Einhaltung des AgBB-Schemas nachweisen zu können.

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.
verwendete Version / Stand 28. April 2016: BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

RAL Vergabegrundlage für Umweltzeichen: RAL-UZ 12a Emissions- und schadstoffarme Lacke / Ausgabe August 2011 (Zugriff am 4. Juli 2016)

Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte e.V. (GEV): GEV – Einstufungskriterien / Anforderungen an emissionskontrollierte Oberflächenbehandlungsmittel für Parkett und Vergabe des EMICODE, Stand 05.05.2015 (Zugriff am 04.Juli 2016)

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Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

   
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Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau. Dieser Steckbrief zielt auf die Reduktion bzw. Vermeidung von Stoffen und Produkten, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft (auch Innenraumluft) enthalten. Der Steckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein, wobei QN5 das höchste Qualitätsniveau darstellt und die strengsten Anforderungen stellt. QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und –deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1.

In einer zweiten Entwicklungsstufe bis 2016 sollen weitere baustoffrelevante Kriterien die Textbausteine ergänzen.

Tipp für die Planung

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien (Welche Einzelkriterien kann eine Produktgruppe, z.B. Linoleum-Bodenbeläge, i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen? Welche Einschränkungen bestehen für eine Produktgruppe?) findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch Informationen zu weiteren Kriterien aus dem BNB, z.B. zu den Kriteriensteckbriefen 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

  Ich will meine Gebäude gar nicht zertifizieren. Was nützen mir dann materialökologische Anforderungen nach BNB? Inhalt aufklappen
 

Auch wenn ein Gebäude nicht im Rahmen eines Bewertungssystems zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Die Textbausteine der Planungs- und Ausschreibungshilfen in WECOBIS haben deshalb einzelne Kriterien des Bewertungssystems zur Grundlage. Für die nun vorliegenden Textbausteine der ersten Entwicklungsstufe wurde Kriteriensteckbrief 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ herangezogen. Die verschiedenen Qualitätsniveaus in Kriteriensteckbrief 1.1.6 bieten die Möglichkeit, sich – abhängig von den projektspezifischen Anforderungen und Möglichkeiten - für ein Anforderungsniveau zu entscheiden. Es wird empfohlen für Kriteriensteckbrief 1.1.6 soweit möglich Qualitätsniveau QN4 oder QN5 zu realisieren. In einigen Fällen gibt es keinen Unterschied in den Anforderungen von verschiedenen Qualitätsniveaus. Das lässt sich in der Übersichtstabelle ablesen, auch in den Textbausteinen erfolgt dazu ein Hinweis.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird daher nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

In einer zweiten Entwicklungsstufe sollen weitere baustoffrelevante Kriterien die Textbausteine bis 2016 ergänzen.

  Gibt es eine Übersicht zu den verschiedenen Anforderungen und Nachweismöglichkeiten? Inhalt aufklappen
 

Im Reiter Übersicht findet sich eine Übersichtstabelle mit den materialökologischen Einzelanforderungen des Kriteriensteckbriefs 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) und den zugehörigen Nachweismöglichkeiten in Kurzform.

Tipps zu weiteren Informationen in WECOBIS:

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien, d.h. welche Einzelanforderungen eine Produktgruppe (z.B. Linoleum-Bodenbeläge) i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen kann, bzw. welche Einschränkungen bestehen, findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch schon Informationen zu weiteren Kriterien in BNB, z.B. zu 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.

  Wo finde ich Textbausteine? Wie sind die Textbausteine aufgebaut? Inhalt aufklappen
 

Die Übersichtstabelle im Reiter Übersicht zeigt alle Anforderungen in Kurzform. Im Reiter Erläuterung finden sich Hinweise zur Verwendung der Textbausteine. Die Textbausteine selbst sind den Reitern QN1 bis QN5 zugeordnet, entsprechend den Qualitätsniveaus in Kriteriensteckbrief 1.1.6. Die Texte sind einfach formatiert, um möglichst unkompliziert auch in Ausschreibungsprogrammen verwendet werden zu können.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird daher nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

Beispiel

Im Reiter QN5 finden sich die Textbausteine für alle Anforderungen, die zur Erfüllung von Qualitätsniveau 5 gemäß Kriteriensteckbrief 1.1.6 erforderlich sind, einschließlich der Mindestanforderungen aus QN1.

  Wie können die Textbausteine konkret genutzt werden? Inhalt aufklappen
 

Die Textbausteine dienen zur

  • Definition der materialökologischen Anforderungen in Bauteilschichtenfolge und Regeldetails
    Bereits in der Vorentwurfs- und Entwurfsplanung helfen die Texte, zusammen mit der Übersichtstabelle und den Informationen und Hinweisen zu den jeweiligen Qualitätsniveaus, die möglichen Anforderungsstandards zu vergleichen. Damit können Entscheidungen für bestimmte Qualitätsniveaus und Planungsziele begründet getroffen werden. Den Baukosten-(Grob-) Elementen und den Regeldetails können diese Anforderungen zugrunde gelegt werden. Planungsstandards können bezüglich ihrer materialökologischen Qualität eingeordnet und ggfs. angepasst werden.
  • textlichen Beschreibung der Materialanforderungen in Werk- und Detailplanung
    Teile der Texte können in die Detailplanung als Anforderungen an bestimmte Materialien übernommen werden.
    Durch die schriftliche Ergänzung mit oder auch durch den Verweis auf die jeweiligen Textblöcke und Qualitätsniveaus können die materialökologischen Anforderungen umfassend in der Detailplanung festgelegt werden.
    Bei der Marktrecherche und der Verfügbarkeitsprüfung für geeignete Bauprodukte können die Textbausteine Herstelleranfragen zugrunde gelegt werden.
  • Kommunikation zwischen den Planungsbeteiligten
    An den Schnittstellen der unterschiedlichen Planungsbeteiligten, insbesondere zwischen Planung, Werkplanung und Ausschreibung (Vorbereitung der Vergabe, Vergabe) sowie Bauplanung - und Baudurchführung können mithilfe dieser Textbausteine die materialökologischen Anforderungen zwischen den verschiedenen Planungs- und Baubeteiligten in einheitlicher und effektiver Form übergeben und kommuniziert werden.
  • Leistungsbeschreibung in Leistungsverzeichnissen
    Die Textbausteine sind einfach formatiert und können per Download als RTF-Dokument übernommen werden. Der Link hierzu befindet sich jeweils am Anfang der Textbausteine zu jedem Qualitätsniveau. Damit ist eine Übernahme in unterschiedlichste Textbearbeitungs- und AVA-Programme mit geringem Bearbeitungsaufwand möglich.
    Die Texte können in Vertragsbedingungen, Hinweistexten oder Standardbeschreibungen als Vorbemerkung oder als Beschreibung einer Teilleistung eingefügt werden. Denkbar ist auch eine Bündelung der materialökologischen Anforderungen als Anlage zum Leistungsverzeichnis. Dies erfordert dann aber eine eindeutige Zuordnung zur jeweiligen materialökologischen Anforderung der Anlage in der Leistungsbeschreibung selbst.
    Grundsätzlich muss der Ersteller der Leistungsbeschreibung entscheiden, wie, an welcher Stelle und in welcher Form er die Texte in ein Leistungsverzeichnis einbindet. Insbesondere bei öffentlichen Auftraggebern ist er hier an die rechtlichen und formale Vorgaben der VOB gebunden, siehe auch VOB 2012 und Vergabehandbuch des Bundes oder die Vergabehandbücher der Länder. Auch die Verwendung des Standardleistungsbuches kann eine spezielle Struktur des Leistungsverzeichnisses erfordern, siehe auch Informationen und Downloads auf der Internetseite des GAEB (Gemeinsamer Ausschuss für Elektronik im Bauwesen).
    Hilfreiche Informationen findet man dazu auch auf den Seiten den Umweltbundesamtes (UBA). Das UBA hat für öffentliche Auftraggeber Schulungsskripte für die Beschaffung umweltfreundlicher Produkte (auch Bauprodukte) herausgegeben, die auch die Möglichkeiten in der Ausschreibung erörtern.
 
  Rechtliche Hinweise für die Verwendung der Textbausteine Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" (BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.

Die gestellten Anforderungen zur Reduktion von problematischen Stoffen in Bauprodukten beziehen sich auf Maßnahmen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Die Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen für Schadstoffe wird vorausgesetzt.

Die nachfolgenden Textbausteine zu den Materialanforderungen sind in Entwicklung und befinden sich derzeit in einer Probe- und Anpassungsphase. Werden die Textbausteine einer Angebotseinholung oder Ausschreibung zugrunde gelegt und in die Leistungsbeschreibung eingearbeitet, hat der Ersteller der Leistungsbeschreibung und / oder die ausschreibende Stelle die Rechtssicherheit und die Aktualität der Texte eigenverantwortlich zu prüfen. Die Texte müssen der Struktur und dem Aufbau der jeweiligen Leistungsbeschreibung angepasst werden. Sowohl die inhaltlichen Grundlagen der Textbausteine als auch die Rechtslage sind in einer ständigen Entwicklung. Die Redaktion von WECOBIS lehnt daher jede Verantwortung für die Aktualität und die Rechtssicherheit ab.

Bei vollständiger Verwendung der Textbausteine wird empfohlen, den Planungs- bzw. den Ausschreibungsunterlagen den Kriteriensteckbrief 1.1.6 in Textform als Anlage beizufügen oder zumindest auf diesen zu verweisen. Download BNB_BN_1.1.6

Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen für Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen

   
  Welche Schadstoffgruppen und Produktgruppen sind gemäß Kriteriensteckbrief 1.1.6 für Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen relevant? Inhalt aufklappen
 

Im Rahmen der Bewertung nach BNB_BN_1.1.6 werden Anforderungen in Bezug auf 6 Schadstoffgruppen formuliert. Für Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen sind die hervorgehobenen Schadstoffgruppen zu bewerten:

1 Gefährliche und besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)
2 Gefährliche Stoffe, die ausgelaugt werden können (für Anwendungen in Kontakt mit Boden oder Wasser)
3 Schwermetalle
4 Flüchtige organische Verbindungen (VOC) einschließlich organische Lösemittel
5 Halogenierte Kälte- und Treibmittel
6 Biozide

Die vorliegenden materialökologischen Anforderungen betreffen Vor-Ort verarbeitete Beschichtungen auf nicht mineralischen Bodenbelägen / Parkette und Holzfußböden (keine Öle und Wachse).
Für Vor-Ort verarbeitete

 

gibt es eigene materialökologische Anforderungen.

Werden die hier genannten Beschichtungen werkseitig aufgetragen ist nur die Einhaltung der 31. BIMSchV bzw. TA-Luft nachzuweisen. Kann dieser Nachweis nicht erbracht werden, gelten alle Einzelanforderungen an die Beschichtung entsprechend den Anforderungen an Vor-Ort-Beschichtungen. siehe auch materialökologische Anforderungen für 

 
  Wo finde ich weitere Hilfestellung und Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Beschichtungen auf nicht mineralischen Bodenbelägen? Inhalt aufklappen
 

Weitere ausführliche Informationen finden sich in WECOBIS in den jeweiligen Produktgruppen zu Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen und dort z.B. in den Reitern Ausschreibung, Bewertungssysteme, Zeichen & Deklarationen oder zum Lebenszyklus:

 

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.
verwendete Version / Stand 28. April 2016: BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

Planungs- & Ausschreibungshilfen: > Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen

   
  Gibt es eine Übersicht mit allen Anforderungen und Nachweismöglichkeiten? Inhalt aufklappen
 

Im Reiter Übersicht findet sich eine Übersichtstabelle mit den materialökologischen Einzelanforderungen des Kriteriensteckbriefs 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) und den zugehörigen Nachweismöglichkeiten in Kurzform.

Tipps zu weiteren Informationen in WECOBIS

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien, d.h. welche Einzelanforderungen eine Produktgruppe (z.B. Linoleum-Bodenbeläge) i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen kann, bzw. welche Einschränkungen bestehen, findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch schon Informationen zu weiteren Kriterien in BNB, z.B. zu 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.

  Was bedeutet QN1, QN2 usw.? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB). Der Kriteriensteckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein. QN5 ist dabei das höchste Qualitätsniveau und stellt die strengsten Anforderungen.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

  Warum können die Textbausteine zu den einzelnen QNs nicht kürzer gefasst werden? Inhalt aufklappen
 

Innerhalb der Qualitätsniveaus wird oft ersatzweise für Einzelanforderungen auf freiwillige Produktkennzeichnungen wie Umweltzeichen (z.B. Blauer Engel) als Hauptanforderung verwiesen. Diese stellen meist umfangreiche materialökologische Anforderungen an das Produkt.

Im Rahmen der Zertifizierung nach BNB ist es zulässig, vergleichbare Nachweise heranzuziehen. Dieser Konformitätsnachweis kann z.B. direkt über andere Produktkennzeichnungen mit denselben Anforderungen erfolgen. (Hilfe dazu s. Reiter Übersicht und Nachweis in den Textbausteinen). Hat das Produkt jedoch keine passende Produktkennzeichnung, muss jede relevante Einzelanforderung der ursprünglich geforderten Produktkennzeichnung nachgewiesen werden.
Auch unabhängig von einer Zertifizierung müssen öffentliche Auftraggeber aus vergaberechtlichen Gründen Produkte zulassen, die eine geforderte oder damit vergleichbare Produktkennzeichnung nicht führen, wenn ein entsprechender Konformitätsnachweis für die gewünschten Anforderungen erbracht wird. (s. dazu auch Informationen unten zur öffentlichen Beschaffung)
In beiden Fällen genügt ein einfacher Verweis auf die gewünschte Produktkennzeichnung nicht. Um Nachweis und Prüfung zu ermöglichen, müssen die jeweiligen Einzelanforderungen der Produktkennzeichnung bekannt und benannt sein. Entsprechend umfangreich fällt daher ggf. die Beschreibung der materialökologischen Anforderungen aus.

Einem privaten Auftraggeber steht es u.U. frei, ein Produkt zu fordern, das über die entsprechende Produktkennzeichnung verfügt, ohne dass er hierzu auch den gesamten Anforderungskatalog aufzählen muss. Er kann dann die Textbausteine mit den materialökologischen Anforderungen, mit Bezugnahme auf die entsprechende Produktkennzeichnung, erheblich verkürzen.

Sind solche Produktkennzeichnungen ab einem bestimmten Qualitätsniveau den Anforderungen zugrunde gelegt, so werden diese zu Beginn der Textbausteine benannt.

Tipps für weitere Informationen zum Thema

 
  Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen, sowie zu Nachweisen über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel Inhalt aufklappen
 

Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen

In Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 finden sich umfangreiche Informationen zur Dokumentation und den erforderlichen Nachweisen. In Abhängigkeit von Produkt- und Schadstoffgruppe können das zum Beispiel Herstellerauskunft nach REACH, Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung,allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), PDB (Produktdatenblatt), TM (technisches Merkblatt), SDB (Sicherheitsdatenblatt), begründete Herstellererklärung oder EPDs (Umwelt-Produktdeklaration) sein. Unter anderem sind dort auch der Umfang der Dokumentationspflicht, die einzelnen Nachweisdokumente und geeignete Analysemethoden erläutert.
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Tabelle 2, Übersicht der grundsätzlich relevanten Nachweisdokumente
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Anlage 1, Übersichtstabelle aller Qualitätsanforderungen gemäß Qualitätsniveau 1 bis 5.

Zu beachten ist immer, dass bei freiwilligen Unterlagen, die nicht gesetzlich oder durch Verordnung vorgeschriebenen sind, die Angaben zu relevanten Schadstoffen unterschiedlich oder eventuell auch gar nicht enthalten sein können. Das bedeutet, dass beispielsweise PDB oder TM nur zum Nachweis durch den Hersteller dienen können, wenn hier auch hinreichende Angaben zu einer bestimmten Schadstoffgruppe gemacht werden. Das Fehlen von Angaben zu einer Schadstoffgruppe in diesen oder ähnlichen Dokumenten stellt keinesfalls sicher, dass diese in dem Produkt nicht enthalten sind, da es keine verbindlichen Vorgaben zu diesen Dokumenten gibt. Auch ein Sicherheitsdatenblatt unterliegt keiner Regelung über seinen Inhalt, wenn es für eine Produktgruppe nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Leistungserklärung, abZ und Sicherheitsdatenblatt werden in WECOBIS i.d.R. nur als Nachweismöglichkeit angegeben, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind. (siehe Reiter Übersicht)

Hinweise zur Nachweisführung über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel

Ein Konformitätsnachweis kann auch durch geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel, z. B. Blauer Engel, natureplus-Qualitätszeichen, Österreichisches Umweltzeichen oder andere Produktdeklarationen erfolgen. Bekannte Nachweismöglichkeiten über Umweltzeichen und Gütesiegel sind jeweils am Ende der stofflichen Anforderungen aufgeführt. Sie haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher kann es durchaus weitere Umweltzeichen oder Gütesiegel geben, die als Konformitätsnachweis geeignet sind.

  Rechtliche Hinweise für die Verwendung der Textbausteine Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.

Die gestellten Anforderungen zur Reduktion von problematischen Stoffen in Bauprodukten beziehen sich auf Maßnahmen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Die Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen für Schadstoffe wird vorausgesetzt.

Die nachfolgenden Textbausteine zu den Materialanforderungen sind in Entwicklung und befinden sich derzeit in einer Probe- und Anpassungsphase. Werden die Textbausteine einer Angebotseinholung oder Ausschreibung zugrunde gelegt und in die Leistungsbeschreibung eingearbeitet, hat der Ersteller der Leistungsbeschreibung und / oder die ausschreibende Stelle die Rechtssicherheit und die Aktualität der Texte eigenverantwortlich zu prüfen. Die Texte müssen der Struktur und dem Aufbau der jeweiligen Leistungsbeschreibung angepasst werden. Sowohl die inhaltlichen Grundlagen der Textbausteine als auch die Rechtslage sind in einer ständigen Entwicklung. Die Redaktion von WECOBIS lehnt daher jede Verantwortung für die Aktualität und die Rechtsicherheit ab.

Bei vollständiger Verwendung der Textbausteine wird empfohlen, den Planungs- bzw. den Ausschreibungsunterlagen den Kriteriensteckbrief 1.1.6 in Textform als Anlage beizufügen. Download BNB_BN_1.1.6

Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen für QN1 / Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen

   
  Welche Anforderungen werden in QN1 an Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen gestellt? Was kann damit erreicht werden? Inhalt aufklappen
 

QN1 betrifft die Produktdokumentation. Die Deklaration besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) ist hier grundsätzlich gefordert. Diese Dokumentation und Deklaration dient zum einen dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und zum anderen als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für die Erfüllung von QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird daher nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

Hinweis zur Planung

Soll ein Gebäude nach BNB zertifiziert werden, ist es im Rahmen von Kriteriensteckbrief 3.1.3 (Innenraumhygiene) u.a. erforderlich eine Raumluftmessung auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt durchzuführen. Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert.
Entsprechend kann es sinnvoll sein, höhere Anforderungen zu stellen als sie für niedrige QNs nach Kriteriensteckbrief 1.1.6 notwendig wären, um eine höhere Planungssicherheit bezüglich einer geplanten Raumluftmessung zu erreichen.
Im Fall der Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen werden ab QN5 höhere Anforderungen an zulässige Höchstwerte der wesentlichen  VOC- und SVOC-Emissionen gestellt.

Hinweise zum Geltungsbereich

Die hier für Vor-Ort verarbeitete Beschichtungen dargestellten Anforderungen gelten auch vollständig für gleichartige Beschichtungen, die werkseitig aufgetragen werden, wenn vom Hersteller der Nachweis für die Einhaltung der 31. BIMSchV bzw. TA-Luft nicht erbracht wird. 

Gemäß Zitat BNB_BN_1.1.6 gilt hier:
"
Werkseitig verarbeitete flüssige und pastöse Bauprodukte (hier: Oberflächenbeschichtungen und Verlegewerkstoffe) stellen nur dann ein Risiko für die lokale Umwelt dar, sofern keine werkseitigen technischen Schutzmaßnahmen (z. B. Absaugung, Filterung, Abscheiden oder genehmigungspflichtige Anlage) gemäß 31. BIMSchV bzw. TA-Luft nachgewiesen werden können. In diesem Fall sind die entsprechenden Bauprodukte gemäß den Anforderungen für Vor-Ort verarbeiteten Bauprodukte einzustufen und nachzuweisen. 
Die Nachweise zur Einhaltung der 31. BIMSchV bzw. TA-Luft für werkseitig verarbeitete Oberflächenbeschichtungen und Verlegewerkstoffe sind in schriftlicher Form beim Hersteller oder Verarbeiter einzufordern."

  Wie können die Anforderungen für QN1 erfüllt bzw. die Erfüllung nachgewiesen werden? Inhalt aufklappen
 

Qualitätsniveau (QN)1 umfasst die Dokumentation und Deklaration der Bauprodukte und muss immer erfüllt werden. Bei Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen sind dafür mindestens das Produktdatenblatt (PDB) und/oder Technische Merkblatt (TM) sowie die Vorlage des Sicherheitsdatenblatts (Deklaration ggf. vorhandener SVHC, gesetzlich vorgeschrieben) erforderlich.

Textbausteine Qualitätsniveau 1 / BNB_BN_1.1.6

download als RTF-Textdatei

Hinweise:
Die folgenden Textbausteine gelten nur für die Beschichtung von Bodenbelägen und nicht für die Beschichtung anderer Holzflächen. Sie gelten auch nicht für  die Beschichtung mit Ölen und Wachsen, siehe hierzu
Beschichtungen auf Öl- und/oder Wachsbasis und Reaktive PU-Produkte zur Oberflächenbeschichtung auf Holz (kein Parkett). Die hier für Vor-Ort verarbeitete Beschichtungen dargestellten Anforderungen gelten auch vollständig für gleichartige Beschichtungen, die werkseitig aufgetragen werden, wenn vom Hersteller der Nachweis für die Einhaltung der 31. BIMSchV bzw. TA-Luft nicht erbracht wird. Siehe hierzu werkseitige Oberflächenbeschichtungen.

 

Nachfolgende Anforderungen an die Produkt-Dokumentation und -Deklaration sind für vor Ort verarbeitete Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen (gilt nicht für Öle und Wachse) einzuhalten:

Allgemeine Produktdokumentation

Die Dokumentation der eingesetzten Produkte und deren Eigenschaften dient dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte.

Mindestens vorzulegen sind hierfür:

Für werkseitig verarbeitete Beschichtungen sind die Nachweise zur Einhaltung der 31. BIMSchV bzw. TA-Luft in schriftlicher Form vorzulegen.
Falls diese nicht vorliegen sind die entsprechenden Bauprodukte gemäß den Anforderungen für Vor-Ort verarbeitete Bauprodukte einzustufen und nachzuweisen.

Deklaration besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC)

Deklaration von Stoffen, die unter der Chemikalienverordnung REACH (EG/1906/2006) als besonders besorgniserregend (SVHC) identifiziert und in die gemäß REACH Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste (sogenannte „Kandidatenliste“) aufgenommen wurden, ab 0,1 Gewichtsprozenten pro Einzelstoff.

Nachweismöglichkeiten:

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.
verwendete Version / Stand 28. April 2016: BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

Planungs- & Ausschreibungshilfen: > Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen
Planungs- & Ausschreibungshilfen: > Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen

   
  Gibt es eine Übersicht mit allen Anforderungen und Nachweismöglichkeiten? Inhalt aufklappen
 

Im Reiter Übersicht findet sich eine Übersichtstabelle mit den materialökologischen Einzelanforderungen des Kriteriensteckbriefs 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) und den zugehörigen Nachweismöglichkeiten in Kurzform.

Tipps zu weiteren Informationen in WECOBIS

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien, d.h. welche Einzelanforderungen eine Produktgruppe (z.B. Linoleum-Bodenbeläge) i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen kann, bzw. welche Einschränkungen bestehen, findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch schon Informationen zu weiteren Kriterien in BNB, z.B. zu 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.

  Was bedeutet QN1, QN2 usw.? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB). Der Kriteriensteckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein. QN5 ist dabei das höchste Qualitätsniveau und stellt die strengsten Anforderungen.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

  Warum können die Textbausteine zu den einzelnen QNs nicht kürzer gefasst werden? Inhalt aufklappen
 

Innerhalb der Qualitätsniveaus wird oft ersatzweise für Einzelanforderungen auf freiwillige Produktkennzeichnungen wie Umweltzeichen (z.B. Blauer Engel) als Hauptanforderung verwiesen. Diese stellen meist umfangreiche materialökologische Anforderungen an das Produkt.

Im Rahmen der Zertifizierung nach BNB ist es zulässig, vergleichbare Nachweise heranzuziehen. Dieser Konformitätsnachweis kann z.B. direkt über andere Produktkennzeichnungen mit denselben Anforderungen erfolgen. (Hilfe dazu s. Reiter Übersicht und Nachweis in den Textbausteinen). Hat das Produkt jedoch keine passende Produktkennzeichnung, muss jede relevante Einzelanforderung der ursprünglich geforderten Produktkennzeichnung nachgewiesen werden.
Auch unabhängig von einer Zertifizierung müssen öffentliche Auftraggeber aus vergaberechtlichen Gründen Produkte zulassen, die eine geforderte oder damit vergleichbare Produktkennzeichnung nicht führen, wenn ein entsprechender Konformitätsnachweis für die gewünschten Anforderungen erbracht wird. (s. dazu auch Informationen unten zur öffentlichen Beschaffung)
In beiden Fällen genügt ein einfacher Verweis auf die gewünschte Produktkennzeichnung nicht. Um Nachweis und Prüfung zu ermöglichen, müssen die jeweiligen Einzelanforderungen der Produktkennzeichnung bekannt und benannt sein. Entsprechend umfangreich fällt daher ggf. die Beschreibung der materialökologischen Anforderungen aus.

Einem privaten Auftraggeber steht es u.U. frei, ein Produkt zu fordern, das über die entsprechende Produktkennzeichnung verfügt, ohne dass er hierzu auch den gesamten Anforderungskatalog aufzählen muss. Er kann dann die Textbausteine mit den materialökologischen Anforderungen, mit Bezugnahme auf die entsprechende Produktkennzeichnung, erheblich verkürzen.

Sind solche Produktkennzeichnungen ab einem bestimmten Qualitätsniveau den Anforderungen zugrunde gelegt, so werden diese zu Beginn der Textbausteine benannt.

Tipps für weitere Informationen zum Thema

 
  Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen, sowie zu Nachweisen über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel Inhalt aufklappen
 

Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen

In Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 finden sich umfangreiche Informationen zur Dokumentation und den erforderlichen Nachweisen. In Abhängigkeit von Produkt- und Schadstoffgruppe können das zum Beispiel Herstellerauskunft nach REACH, Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung,allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), PDB (Produktdatenblatt), TM (technisches Merkblatt), SDB (Sicherheitsdatenblatt), begründete Herstellererklärung oder EPDs (Umwelt-Produktdeklaration) sein. Unter anderem sind dort auch der Umfang der Dokumentationspflicht, die einzelnen Nachweisdokumente und geeignete Analysemethoden erläutert.
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Tabelle 2, Übersicht der grundsätzlich relevanten Nachweisdokumente
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Anlage 1, Übersichtstabelle aller Qualitätsanforderungen gemäß Qualitätsniveau 1 bis 5.

Zu beachten ist immer, dass bei freiwilligen Unterlagen, die nicht gesetzlich oder durch Verordnung vorgeschriebenen sind, die Angaben zu relevanten Schadstoffen unterschiedlich oder eventuell auch gar nicht enthalten sein können. Das bedeutet, dass beispielsweise PDB oder TM nur zum Nachweis durch den Hersteller dienen können, wenn hier auch hinreichende Angaben zu einer bestimmten Schadstoffgruppe gemacht werden. Das Fehlen von Angaben zu einer Schadstoffgruppe in diesen oder ähnlichen Dokumenten stellt keinesfalls sicher, dass diese in dem Produkt nicht enthalten sind, da es keine verbindlichen Vorgaben zu diesen Dokumenten gibt. Auch ein Sicherheitsdatenblatt unterliegt keiner Regelung über seinen Inhalt, wenn es für eine Produktgruppe nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Leistungserklärung, abZ und Sicherheitsdatenblatt werden in WECOBIS i.d.R. nur als Nachweismöglichkeit angegeben, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind. (siehe Reiter Übersicht)

Hinweise zur Nachweisführung über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel

Ein Konformitätsnachweis kann auch durch geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel, z. B. Blauer Engel, natureplus-Qualitätszeichen, Österreichisches Umweltzeichen oder andere Produktdeklarationen erfolgen. Bekannte Nachweismöglichkeiten über Umweltzeichen und Gütesiegel sind jeweils am Ende der stofflichen Anforderungen aufgeführt. Sie haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher kann es durchaus weitere Umweltzeichen oder Gütesiegel geben, die als Konformitätsnachweis geeignet sind.

  Rechtliche Hinweise für die Verwendung der Textbausteine Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.

Die gestellten Anforderungen zur Reduktion von problematischen Stoffen in Bauprodukten beziehen sich auf Maßnahmen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Die Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen für Schadstoffe wird vorausgesetzt.

Die nachfolgenden Textbausteine zu den Materialanforderungen sind in Entwicklung und befinden sich derzeit in einer Probe- und Anpassungsphase. Werden die Textbausteine einer Angebotseinholung oder Ausschreibung zugrunde gelegt und in die Leistungsbeschreibung eingearbeitet, hat der Ersteller der Leistungsbeschreibung und / oder die ausschreibende Stelle die Rechtssicherheit und die Aktualität der Texte eigenverantwortlich zu prüfen. Die Texte müssen der Struktur und dem Aufbau der jeweiligen Leistungsbeschreibung angepasst werden. Sowohl die inhaltlichen Grundlagen der Textbausteine als auch die Rechtslage sind in einer ständigen Entwicklung. Die Redaktion von WECOBIS lehnt daher jede Verantwortung für die Aktualität und die Rechtsicherheit ab.

Bei vollständiger Verwendung der Textbausteine wird empfohlen, den Planungs- bzw. den Ausschreibungsunterlagen den Kriteriensteckbrief 1.1.6 in Textform als Anlage beizufügen. Download BNB_BN_1.1.6

Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen für QN3 (einschließlich QN2) / Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen

   
  Welche Anforderungen werden in QN3 (einschließlich QN2) an Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen gestellt? Was kann damit erreicht werden? Inhalt aufklappen
 

Für die Erfüllung von QN3 werden im Fall der Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen keine höheren Anforderungen gestellt als für die Erfüllung von QN2. Es finden sich deshalb nur unter QN3 Textbausteine, die die Anforderungen von QN2 automatisch mit erfüllen. 

Neben den Anforderungen zur Produktdokumentation und Deklaration besonders besorgniserregender Substanzen (SVHC) gemäß QN1 müssen Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen für QN3 in GISCODE W1, W1/DD, W2+, W2/DD+, W3+ oder W3/DD+ eingestuft sein. Blei-, Cadmium- und Chrom-VI-Verbindungen dürfen nicht eingesetzt werden. Die VOC-Emissionen in der Prüfkammer müssen dem AgBB-Bewertungsschema entsprechen.

 

Hinweise zum Geltungsbereich 

Die vorliegenden materialökologischen Anforderungen betreffen Beschichtungen auf nicht mineralischen Bodenbelägen / Parkette und Holzfußböden (keine Öle und Wachse).
Für 

gibt es eigene materialökologische Anforderungen.

  Wie können die Anforderungen für QN3 (einschließlich QN2) erfüllt bzw. die Erfüllung nachgewiesen werden? Inhalt aufklappen
 

Bei Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen sind für die Dokumentation und Deklaration ab Qualitätsniveau (QN)1 mindestens das Produktdatenblatt (PDB) und/oder Technische Merkblatt (TM) sowie die Vorlage des Sicherheitsdatenblatts (Deklaration ggf. vorhandener SVHC, gesetzlich vorgeschrieben) erforderlich. 
Ab QN2 ist außerdem ein Nachweis für die Einstufung des Produkts in einen der genannten GISCODES W1, W1/DD, W2+, W2/DD+, W3+, W3/DD+ erforderlich. Da es sich beim GISCODE um eine Selbsteinstufung durch den Hersteller handelt, kann diese auch bereits über die zur Dokumentation erforderlichen Unterlagen (SDB, PDB, TM) nachgewiesen werden. Enthalten diese dazu keine Informationen, ist eine zusätzliche Herstellererklärung erforderlich.
Das ab QN2 geltende Verbot für Cadmium-, Blei- und Chrom-VI-Verbindungen kann z.B. über eine Herstellererklärung nachgewiesen werden. EPDs sind als Nachweis nur geeignet, wenn die entsprechenden Informationen auch enthalten sind (s. auch allg. Hinweise zu Nachweisen).
Die Einhaltung des AgBB-Schemas kann, wie in BNB 1.1.6 direkt benannt, mit der abZ oder einem entsprechendem Prüfgutachten, das die Einhaltung der geforderten Grenzwerte für VOC belegt, nachgewiesen werden. Produkte mit Emicode EC1 (auch: EC1-R) oder EC1plus (auch: EC1plus-R) erfüllen diese Anforderungen jedenfalls.

Textbausteine Qualitätsniveau 3 / BNB_BN_1.1.6

download als RTF-Textdatei

Hinweise:
Für die Erfüllung von QN3 werden im Fall der Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen keine höheren Anforderungen gestellt als für QN2. Es finden sich deshalb nur unter QN3 Textbausteine, die die Anforderungen von QN2 automatisch mit erfüllen. 
Die folgenden Textbausteine gelten nur für die Beschichtung von Bodenbelägen und nicht für die Beschichtung anderer Holzflächen. Sie gelten auch nicht für  die Beschichtung mit Ölen und Wachsen, siehe hierzu
Beschichtungen auf Öl- und/oder Wachsbasis und Reaktive PU-Produkte zur Oberflächenbeschichtung auf Holz (kein Parkett).
Die hier für Vor-Ort verarbeitete Beschichtungen dargestellten Anforderungen gelten auch vollständig für gleichartige Beschichtungen, die werkseitig aufgetragen werden, wenn vom Hersteller der Nachweis für die Einhaltung der 31. BIMSchV bzw. TA-Luft nicht erbracht wird. Siehe hierzu werkseitige Oberflächenbeschichtungen.

Produktanforderungen

Produkte gemäß GISCODE W1, W1/DD, W2+, W2/DD+, W3+ oder W3/DD+

Ausschluss von Blei-, Cadmium- und Chrom-VI-Verbindungen

Beschränkung von reproduktionstoxischen Phthalaten auf 0,1 %

Einhaltung des AgBB-Bewertungsschemas

 

Nachfolgende detaillierte Anforderungen an die Produkt-Dokumentation und -Deklaration sowie an die Inhaltsstoffe sind für vor Ort verarbeitete  Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen (gilt nicht für Öle und Wachse) einzuhalten.

Allgemeine Produktdokumentation

Die Dokumentation der eingesetzten Produkte und deren Eigenschaften dient dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte.

Mindestens vorzulegen sind hierfür:

Für werkseitig verarbeitete Beschichtungen sind die Nachweise zur Einhaltung der 31. BIMSchV bzw. TA-Luft in schriftlicher Form vorzulegen.
Falls diese nicht vorliegen sind die entsprechenden Bauprodukte gemäß den Anforderungen für Vor-Ort verarbeitete Bauprodukte einzustufen und nachzuweisen.

Deklaration besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC)

Deklaration von Stoffen, die unter der Chemikalienverordnung REACH (EG/1906/2006) als besonders besorgniserregend (SVHC) identifiziert und in die gemäß REACH Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste (sogenannte „Kandidatenliste“) aufgenommen wurden, ab 0,1 Gewichtsprozenten pro Einzelstoff.

Nachweismöglichkeiten:

Einstufung in GISCODE W1, W1/DD, W2+, W2/DD+, W3+ oder W3/DD+

Die für die Beschichtung auf Holz-Bodenbelägen eingesetzten Produkte müssen in GISCODE W1, W1/DD, W2+, W2/DD+, W3+ oder W3/DD+ eingestuft sein.

Nachweismöglichkeiten:

  • Sicherheitsdatenblatt (SDB) (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • Produktdatenblatt (PDB) / Technisches Merkblatt (TM) (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • Herstellererklärung

Ausschluss von Blei-, Cadmium- und Chrom-VI-Verbindungen

Pigmente und Sikkative auf der Basis von Blei, Cadmium, Chrom VI und deren Verbindungen dürfen in den Oberflächenbeschichtungen nicht enthalten sein. Ausgenommen sind natürliche oder produktionsbedingte Verunreinigungen in Mengen bis zu 100 ppm, bzw. für Blei bis zu 200 ppm, die im Rohstoff enthalten sein können.

Nachweismöglichkeiten:

  • Sicherheitsdatenblatt (SDB) (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Chemische Analysen (wenn vorhanden)
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 12a)

Ausschluss von reproduktionstoxischen Phthalaten

Bei der Herstellung von Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen dürfen keine reproduktionstoxischen Phthalate eingesetzt werden. Dies umfasst folgende Einzelstoffe:

  • Diisobutylphthalat (DIBP) CAS-Nr. 84-69-5
  • Benzylbutylphthalat (BBP) CAS-Nr. 85-68-7
  • Bis(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) CAS-Nr. 117-81-7
  • Dibutylphthalat (DBP) CAS-Nr. 84-74-2
  • Diisopentylphthalat (DIPP) CAS-Nr. 605-50-5
  • Dipentylphthalat (DPP) CAS-Nr. 131-18-0
  • N-Pentylisopentylphthalat (PIPP) CAS-Nr. 776297-69-9
  • Bis(2-methoxyethyl)phthalat (BMEP) CAS-Nr. 117-82-8

Als Verunreinigungen dürfen nicht mehr als 0,1 Masseprozent Phthalate im Bodenbelag enthalten sein.

Nachweismöglichkeiten:

  • Sicherheitsdatenblatt (SDB) (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Chemische Analysen (wenn vorhanden)
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 12a, Emicode EC 1, EC 1-R, EC 1plus, EC 1plus-R, EC 2, EC 2-R)

Einhaltung des AgBB-Bewertungsschemas

Zur Vermeidung von VOC-Emissionen in die Raumluft ist für Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen die Einhaltung des AgBB-Bewertungsschemas nachzuweisen. Grundlage der Bewertung ist eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen.

Nachweismöglichkeiten:

  • Emissions-Prüfbericht gemäß Teil II der Grundsätze des DIBt zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten in Innenräumen, basierend auf der Norm DIN EN ISO 16000-9, dass die Einhaltung dieser Anforderung bestätigt oder
  • abZ der Gruppen Z-157.10 (Oberflächenbehandlungsmittel für Parkette/Holzfußböden)
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Emicode EC 1plus, EC 1plus-R)

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.
verwendete Version / Stand 28. April 2016: BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

Planungs- & Ausschreibungshilfen: > Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen

   
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Im Reiter Übersicht findet sich eine Übersichtstabelle mit den materialökologischen Einzelanforderungen des Kriteriensteckbriefs 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) und den zugehörigen Nachweismöglichkeiten in Kurzform.

Tipps zu weiteren Informationen in WECOBIS

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien, d.h. welche Einzelanforderungen eine Produktgruppe (z.B. Linoleum-Bodenbeläge) i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen kann, bzw. welche Einschränkungen bestehen, findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch schon Informationen zu weiteren Kriterien in BNB, z.B. zu 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.

  Was bedeutet QN1, QN2 usw.? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB). Der Kriteriensteckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein. QN5 ist dabei das höchste Qualitätsniveau und stellt die strengsten Anforderungen.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

  Warum können die Textbausteine zu den einzelnen QNs nicht kürzer gefasst werden? Inhalt aufklappen
 

Innerhalb der Qualitätsniveaus wird oft ersatzweise für Einzelanforderungen auf freiwillige Produktkennzeichnungen wie Umweltzeichen (z.B. Blauer Engel) als Hauptanforderung verwiesen. Diese stellen meist umfangreiche materialökologische Anforderungen an das Produkt.

Im Rahmen der Zertifizierung nach BNB ist es zulässig, vergleichbare Nachweise heranzuziehen. Dieser Konformitätsnachweis kann z.B. direkt über andere Produktkennzeichnungen mit denselben Anforderungen erfolgen. (Hilfe dazu s. Reiter Übersicht und Nachweis in den Textbausteinen). Hat das Produkt jedoch keine passende Produktkennzeichnung, muss jede relevante Einzelanforderung der ursprünglich geforderten Produktkennzeichnung nachgewiesen werden.
Auch unabhängig von einer Zertifizierung müssen öffentliche Auftraggeber aus vergaberechtlichen Gründen Produkte zulassen, die eine geforderte oder damit vergleichbare Produktkennzeichnung nicht führen, wenn ein entsprechender Konformitätsnachweis für die gewünschten Anforderungen erbracht wird. (s. dazu auch Informationen unten zur öffentlichen Beschaffung)
In beiden Fällen genügt ein einfacher Verweis auf die gewünschte Produktkennzeichnung nicht. Um Nachweis und Prüfung zu ermöglichen, müssen die jeweiligen Einzelanforderungen der Produktkennzeichnung bekannt und benannt sein. Entsprechend umfangreich fällt daher ggf. die Beschreibung der materialökologischen Anforderungen aus.

Einem privaten Auftraggeber steht es u.U. frei, ein Produkt zu fordern, das über die entsprechende Produktkennzeichnung verfügt, ohne dass er hierzu auch den gesamten Anforderungskatalog aufzählen muss. Er kann dann die Textbausteine mit den materialökologischen Anforderungen, mit Bezugnahme auf die entsprechende Produktkennzeichnung, erheblich verkürzen.

Sind solche Produktkennzeichnungen ab einem bestimmten Qualitätsniveau den Anforderungen zugrunde gelegt, so werden diese zu Beginn der Textbausteine benannt.

Tipps für weitere Informationen zum Thema

 
  Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen, sowie zu Nachweisen über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel Inhalt aufklappen
 

Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen

In Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 finden sich umfangreiche Informationen zur Dokumentation und den erforderlichen Nachweisen. In Abhängigkeit von Produkt- und Schadstoffgruppe können das zum Beispiel Herstellerauskunft nach REACH, Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung,allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), PDB (Produktdatenblatt), TM (technisches Merkblatt), SDB (Sicherheitsdatenblatt), begründete Herstellererklärung oder EPDs (Umwelt-Produktdeklaration) sein. Unter anderem sind dort auch der Umfang der Dokumentationspflicht, die einzelnen Nachweisdokumente und geeignete Analysemethoden erläutert.
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Tabelle 2, Übersicht der grundsätzlich relevanten Nachweisdokumente
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Anlage 1, Übersichtstabelle aller Qualitätsanforderungen gemäß Qualitätsniveau 1 bis 5.

Zu beachten ist immer, dass bei freiwilligen Unterlagen, die nicht gesetzlich oder durch Verordnung vorgeschriebenen sind, die Angaben zu relevanten Schadstoffen unterschiedlich oder eventuell auch gar nicht enthalten sein können. Das bedeutet, dass beispielsweise PDB oder TM nur zum Nachweis durch den Hersteller dienen können, wenn hier auch hinreichende Angaben zu einer bestimmten Schadstoffgruppe gemacht werden. Das Fehlen von Angaben zu einer Schadstoffgruppe in diesen oder ähnlichen Dokumenten stellt keinesfalls sicher, dass diese in dem Produkt nicht enthalten sind, da es keine verbindlichen Vorgaben zu diesen Dokumenten gibt. Auch ein Sicherheitsdatenblatt unterliegt keiner Regelung über seinen Inhalt, wenn es für eine Produktgruppe nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Leistungserklärung, abZ und Sicherheitsdatenblatt werden in WECOBIS i.d.R. nur als Nachweismöglichkeit angegeben, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind. (siehe Reiter Übersicht)

Hinweise zur Nachweisführung über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel

Ein Konformitätsnachweis kann auch durch geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel, z. B. Blauer Engel, natureplus-Qualitätszeichen, Österreichisches Umweltzeichen oder andere Produktdeklarationen erfolgen. Bekannte Nachweismöglichkeiten über Umweltzeichen und Gütesiegel sind jeweils am Ende der stofflichen Anforderungen aufgeführt. Sie haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher kann es durchaus weitere Umweltzeichen oder Gütesiegel geben, die als Konformitätsnachweis geeignet sind.

  Rechtliche Hinweise für die Verwendung der Textbausteine Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.

Die gestellten Anforderungen zur Reduktion von problematischen Stoffen in Bauprodukten beziehen sich auf Maßnahmen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Die Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen für Schadstoffe wird vorausgesetzt.

Die nachfolgenden Textbausteine zu den Materialanforderungen sind in Entwicklung und befinden sich derzeit in einer Probe- und Anpassungsphase. Werden die Textbausteine einer Angebotseinholung oder Ausschreibung zugrunde gelegt und in die Leistungsbeschreibung eingearbeitet, hat der Ersteller der Leistungsbeschreibung und / oder die ausschreibende Stelle die Rechtssicherheit und die Aktualität der Texte eigenverantwortlich zu prüfen. Die Texte müssen der Struktur und dem Aufbau der jeweiligen Leistungsbeschreibung angepasst werden. Sowohl die inhaltlichen Grundlagen der Textbausteine als auch die Rechtslage sind in einer ständigen Entwicklung. Die Redaktion von WECOBIS lehnt daher jede Verantwortung für die Aktualität und die Rechtsicherheit ab.

Bei vollständiger Verwendung der Textbausteine wird empfohlen, den Planungs- bzw. den Ausschreibungsunterlagen den Kriteriensteckbrief 1.1.6 in Textform als Anlage beizufügen. Download BNB_BN_1.1.6

Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen für QN4 / Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen

   
  Welche Anforderungen werden in QN4 an Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen gestellt? Was kann damit erreicht werden? Inhalt aufklappen
 

Neben den Anforderungen zur Produktdokumentation und Deklaration besonders besorgniserregender Substanzen (SVHC) gemäß QN1 müssen Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen für QN3 in GISCODE W1, W1/DD, W2+ oder W2/DD+ eingestuft sein. Blei-, Cadmium- und Chrom-VI-Verbindungen dürfen nicht eingesetzt werden. Die VOC-Emissionen in der Prüfkammer müssen dem AgBB-Bewertungsschema entsprechen.

 

Hinweise zum Geltungsbereich 

Die vorliegenden materialökologischen Anforderungen betreffen Beschichtungen auf nicht mineralischen Bodenbelägen / Parkette und Holzfußböden (keine Öle und Wachse).
Für 

gibt es eigene materialökologische Anforderungen.

  Wie können die Anforderungen für QN4 erfüllt bzw. die Erfüllung nachgewiesen werden? Inhalt aufklappen
 

Bei Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen sind für die Dokumentation und Deklaration ab Qualitätsniveau (QN)1 mindestens das Produktdatenblatt (PDB) und/oder Technische Merkblatt (TM) sowie die Vorlage des Sicherheitsdatenblatts (Deklaration ggf. vorhandener SVHC, gesetzlich vorgeschrieben) erforderlich. 
Ab QN2 ist außerdem ein Nachweis für die Einstufung des Produkts in einen der genannten GISCODES W1, W1/DD, W2+, W2/DD+ erforderlich. Da es sich beim GISCODE um eine Selbsteinstufung durch den Hersteller handelt, kann diese auch bereits über die zur Dokumentation erforderlichen Unterlagen (SDB, PDB, TM) nachgewiesen werden. Enthalten diese dazu keine Informationen, ist eine zusätzliche Herstellererklärung erforderlich.
Das ab QN2 geltende Verbot für Cadmium-, Blei- und Chrom-VI-Verbindungen kann z.B. über eine Herstellererklärung nachgewiesen werden. EPDs sind als Nachweis nur geeignet, wenn die entsprechenden Informationen auch enthalten sind (s. auch allg. Hinweise zu Nachweisen).
Die Einhaltung des AgBB-Bewertungsschemas kann, wie in BNB 1.1.6 direkt benannt, mit der abZ oder einem entsprechendem Prüfgutachten, das die Einhaltung der geforderten Grenzwerte für VOC belegt, nachgewiesen werden. Produkte mit Emicode EC1 (auch: EC1-R) oder EC1plus (auch: EC1plus-R) erfüllen diese Anforderungen jedenfalls.

Textbausteine Qualitätsniveau 4 / BNB_BN_1.1.6

download als RTF-Textdatei

Hinweise:
Die folgenden Textbausteine gelten nur für die Beschichtung von Bodenbelägen und nicht für die Beschichtung anderer Holzflächen. Sie gelten auch nicht für  die Beschichtung mit Ölen und Wachsen, siehe hierzu
Beschichtungen auf Öl- und/oder Wachsbasis und Reaktive PU-Produkte zur Oberflächenbeschichtung auf Holz (kein Parkett).
Die hier für Vor-Ort verarbeitete Beschichtungen dargestellten Anforderungen gelten auch vollständig für gleichartige Beschichtungen, die werkseitig aufgetragen werden, wenn vom Hersteller der Nachweis für die Einhaltung der 31. BIMSchV bzw. TA-Luft nicht erbracht wird. Siehe hierzu werkseitige Oberflächenbeschichtungen.

Produktanforderungen

Produkte gemäß GISCODE W1, W1/DD, W2+ oder W2/DD+

Ausschluss von Blei-, Cadmium- und Chrom-VI-Verbindungen

Einhaltung des AgBB-Bewertungsschemas

 

Nachfolgende detaillierte Anforderungen an die Produkt-Dokumentation und -Deklaration sowie an die Inhaltsstoffe sind für vor Ort verarbeitete  Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen (gilt nicht für Öle und Wachse) einzuhalten.

Allgemeine Produktdokumentation

Die Dokumentation der eingesetzten Produkte und deren Eigenschaften dient dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte.

Mindestens vorzulegen sind hierfür:

Für werkseitig verarbeitete Beschichtungen sind die Nachweise zur Einhaltung der 31. BIMSchV bzw. TA-Luft in schriftlicher Form vorzulegen.
Falls diese nicht vorliegen sind die entsprechenden Bauprodukte gemäß den Anforderungen für Vor-Ort verarbeitete Bauprodukte einzustufen und nachzuweisen.

Deklaration besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC)

Deklaration von Stoffen, die unter der Chemikalienverordnung REACH (EG/1906/2006) als besonders besorgniserregend (SVHC) identifiziert und in die gemäß REACH Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste (sogenannte „Kandidatenliste“) aufgenommen wurden, ab 0,1 Gewichtsprozenten pro Einzelstoff.

Nachweismöglichkeiten:

Einstufung in GISCODE W1, W1/DD, W2+, W2/DD+, W3+ oder W3/DD+

Die für die Beschichtung auf Holz-Bodenbelägen eingesetzten Produkte müssen in GISCODE W1, W1/DD, W2+ oder W2/DD+ eingestuft sein.

Nachweismöglichkeiten:

  • Sicherheitsdatenblatt (SDB) (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • Produktdatenblatt (PDB) / Technisches Merkblatt (TM) (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • Herstellererklärung

Ausschluss von Blei-, Cadmium- und Chrom-VI-Verbindungen

Pigmente und Sikkative auf der Basis von Blei, Cadmium, Chrom VI und deren Verbindungen dürfen in den Oberflächenbeschichtungen nicht enthalten sein. Ausgenommen sind natürliche oder produktionsbedingte Verunreinigungen in Mengen bis zu 100 ppm, bzw. für Blei bis zu 200 ppm, die im Rohstoff enthalten sein können.

Nachweismöglichkeiten:

  • Sicherheitsdatenblatt (SDB) (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Chemische Analysen (wenn vorhanden)
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 12a)

Ausschluss von reproduktionstoxischen Phthalaten

Bei der Herstellung Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen dürfen keine reproduktionstoxischen Phthalate eingesetzt werden. Dies umfasst folgende Einzelstoffe:

  • Diisobutylphthalat (DIBP) CAS-Nr. 84-69-5
  • Benzylbutylphthalat (BBP) CAS-Nr. 85-68-7
  • Bis(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) CAS-Nr. 117-81-7
  • Dibutylphthalat (DBP) CAS-Nr. 84-74-2
  • Diisopentylphthalat (DIPP) CAS-Nr. 605-50-5
  • Dipentylphthalat (DPP) CAS-Nr. 131-18-0
  • N-Pentylisopentylphthalat (PIPP) CAS-Nr. 776297-69-9
  • Bis(2-methoxyethyl)phthalat (BMEP) CAS-Nr. 117-82-8

Als Verunreinigungen dürfen nicht mehr als 0,1 Masseprozent Phthalate im Bodenbelag enthalten sein.

Nachweismöglichkeiten:

  • Sicherheitsdatenblatt (SDB) (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Chemische Analysen (wenn vorhanden)
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 12a, Emicode EC 1, EC 1-R, EC 1plus, EC 1plus-R, EC 2, EC 2-R)

Einhaltung des AgBB-Bewertungsschemas

Zur Vermeidung von VOC-Emissionen in die Raumluft ist für Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen die Einhaltung des AgBB-Bewertungsschemas nachzuweisen. Grundlage der Bewertung ist eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen.

Nachweismöglichkeiten:

  • Emissions-Prüfbericht gemäß Teil II der Grundsätze des DIBt zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten in Innenräumen, basierend auf der Norm DIN EN ISO 16000-9, dass die Einhaltung dieser Anforderung bestätigt oder
  • abZ der Gruppen Z-157.10 (Oberflächenbehandlungsmittel für Parkette/Holzfußböden)
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Emicode EC 1plus, EC 1plus-R)

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.
verwendete Version / Stand 28. April 2016: BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

 

Planungs- & Ausschreibungshilfen: > Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen

Materialökologische Anforderungen für Planung und Ausschreibung

Allgemeine Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen

   
  Gibt es eine Übersicht mit allen Anforderungen und Nachweismöglichkeiten? Inhalt aufklappen
 

Im Reiter Übersicht findet sich eine Übersichtstabelle mit den materialökologischen Einzelanforderungen des Kriteriensteckbriefs 1.1.6 „Risiken für die lokale Umwelt“ des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) und den zugehörigen Nachweismöglichkeiten in Kurzform.

Tipps zu weiteren Informationen in WECOBIS

Die Einordnung einer Produktgruppe hinsichtlich BNB-Kriterien, d.h. welche Einzelanforderungen eine Produktgruppe (z.B. Linoleum-Bodenbeläge) i.d.R. erfüllen oder auch nicht erfüllen kann, bzw. welche Einschränkungen bestehen, findet sich im Reiter Bewertungssysteme im jeweiligen Datenblatt. Dort gibt es auch schon Informationen zu weiteren Kriterien in BNB, z.B. zu 3.1.3 Innenraumhygiene und 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung.

Eine umfangreiche Übersicht zu Umweltzeichen und Deklarationen mit vielen Erklärungen findet sich in jeder Produktgruppe im Reiter Zeichen & Deklarationen.

  Was bedeutet QN1, QN2 usw.? Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB). Der Kriteriensteckbrief teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus (QN1 – QN5) ein. QN5 ist dabei das höchste Qualitätsniveau und stellt die strengsten Anforderungen.

QN1 betrifft ausschließlich die Produktdokumentation und -deklaration und gilt als Mindestanforderung. Die qualitative Bewertung der Bauprodukte erfolgt erst ab QN2 bis QN5. Voraussetzung für QN2 bis QN5 ist immer auch die Erfüllung der Mindestanforderungen gemäß QN1. Es wird nicht empfohlen, allein QN1 als Ziel für die Bauproduktauswahl zu definieren.

  Warum können die Textbausteine zu den einzelnen QNs nicht kürzer gefasst werden? Inhalt aufklappen
 

Innerhalb der Qualitätsniveaus wird oft ersatzweise für Einzelanforderungen auf freiwillige Produktkennzeichnungen wie Umweltzeichen (z.B. Blauer Engel) als Hauptanforderung verwiesen. Diese stellen meist umfangreiche materialökologische Anforderungen an das Produkt.

Im Rahmen der Zertifizierung nach BNB ist es zulässig, vergleichbare Nachweise heranzuziehen. Dieser Konformitätsnachweis kann z.B. direkt über andere Produktkennzeichnungen mit denselben Anforderungen erfolgen. (Hilfe dazu s. Reiter Übersicht und Nachweis in den Textbausteinen). Hat das Produkt jedoch keine passende Produktkennzeichnung, muss jede relevante Einzelanforderung der ursprünglich geforderten Produktkennzeichnung nachgewiesen werden.
Auch unabhängig von einer Zertifizierung müssen öffentliche Auftraggeber aus vergaberechtlichen Gründen Produkte zulassen, die eine geforderte oder damit vergleichbare Produktkennzeichnung nicht führen, wenn ein entsprechender Konformitätsnachweis für die gewünschten Anforderungen erbracht wird. (s. dazu auch Informationen unten zur öffentlichen Beschaffung)
In beiden Fällen genügt ein einfacher Verweis auf die gewünschte Produktkennzeichnung nicht. Um Nachweis und Prüfung zu ermöglichen, müssen die jeweiligen Einzelanforderungen der Produktkennzeichnung bekannt und benannt sein. Entsprechend umfangreich fällt daher ggf. die Beschreibung der materialökologischen Anforderungen aus.

Einem privaten Auftraggeber steht es u.U. frei, ein Produkt zu fordern, das über die entsprechende Produktkennzeichnung verfügt, ohne dass er hierzu auch den gesamten Anforderungskatalog aufzählen muss. Er kann dann die Textbausteine mit den materialökologischen Anforderungen, mit Bezugnahme auf die entsprechende Produktkennzeichnung, erheblich verkürzen.

Sind solche Produktkennzeichnungen ab einem bestimmten Qualitätsniveau den Anforderungen zugrunde gelegt, so werden diese zu Beginn der Textbausteine benannt.

Tipps für weitere Informationen zum Thema

 
  Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen, sowie zu Nachweisen über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel Inhalt aufklappen
 

Allgemeine Hinweise zu Dokumentation und Nachweisen

In Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 finden sich umfangreiche Informationen zur Dokumentation und den erforderlichen Nachweisen. In Abhängigkeit von Produkt- und Schadstoffgruppe können das zum Beispiel Herstellerauskunft nach REACH, Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung,allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), PDB (Produktdatenblatt), TM (technisches Merkblatt), SDB (Sicherheitsdatenblatt), begründete Herstellererklärung oder EPDs (Umwelt-Produktdeklaration) sein. Unter anderem sind dort auch der Umfang der Dokumentationspflicht, die einzelnen Nachweisdokumente und geeignete Analysemethoden erläutert.
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Tabelle 2, Übersicht der grundsätzlich relevanten Nachweisdokumente
→ Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 / Anlage 1, Übersichtstabelle aller Qualitätsanforderungen gemäß Qualitätsniveau 1 bis 5.

Zu beachten ist immer, dass bei freiwilligen Unterlagen, die nicht gesetzlich oder durch Verordnung vorgeschriebenen sind, die Angaben zu relevanten Schadstoffen unterschiedlich oder eventuell auch gar nicht enthalten sein können. Das bedeutet, dass beispielsweise PDB oder TM nur zum Nachweis durch den Hersteller dienen können, wenn hier auch hinreichende Angaben zu einer bestimmten Schadstoffgruppe gemacht werden. Das Fehlen von Angaben zu einer Schadstoffgruppe in diesen oder ähnlichen Dokumenten stellt keinesfalls sicher, dass diese in dem Produkt nicht enthalten sind, da es keine verbindlichen Vorgaben zu diesen Dokumenten gibt. Auch ein Sicherheitsdatenblatt unterliegt keiner Regelung über seinen Inhalt, wenn es für eine Produktgruppe nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Leistungserklärung, abZ und Sicherheitsdatenblatt werden in WECOBIS i.d.R. nur als Nachweismöglichkeit angegeben, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind. (siehe Reiter Übersicht)

Hinweise zur Nachweisführung über geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel

Ein Konformitätsnachweis kann auch durch geeignete Umweltzeichen oder Gütesiegel, z. B. Blauer Engel, natureplus-Qualitätszeichen, Österreichisches Umweltzeichen oder andere Produktdeklarationen erfolgen. Bekannte Nachweismöglichkeiten über Umweltzeichen und Gütesiegel sind jeweils am Ende der stofflichen Anforderungen aufgeführt. Sie haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher kann es durchaus weitere Umweltzeichen oder Gütesiegel geben, die als Konformitätsnachweis geeignet sind.

  Rechtliche Hinweise für die Verwendung der Textbausteine Inhalt aufklappen
 

Die in WECOBIS abgebildeten Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt"(BNB_BN_1.1.6) des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.

Die gestellten Anforderungen zur Reduktion von problematischen Stoffen in Bauprodukten beziehen sich auf Maßnahmen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Die Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen für Schadstoffe wird vorausgesetzt.

Die nachfolgenden Textbausteine zu den Materialanforderungen sind in Entwicklung und befinden sich derzeit in einer Probe- und Anpassungsphase. Werden die Textbausteine einer Angebotseinholung oder Ausschreibung zugrunde gelegt und in die Leistungsbeschreibung eingearbeitet, hat der Ersteller der Leistungsbeschreibung und / oder die ausschreibende Stelle die Rechtssicherheit und die Aktualität der Texte eigenverantwortlich zu prüfen. Die Texte müssen der Struktur und dem Aufbau der jeweiligen Leistungsbeschreibung angepasst werden. Sowohl die inhaltlichen Grundlagen der Textbausteine als auch die Rechtslage sind in einer ständigen Entwicklung. Die Redaktion von WECOBIS lehnt daher jede Verantwortung für die Aktualität und die Rechtsicherheit ab.

Bei vollständiger Verwendung der Textbausteine wird empfohlen, den Planungs- bzw. den Ausschreibungsunterlagen den Kriteriensteckbrief 1.1.6 in Textform als Anlage beizufügen. Download BNB_BN_1.1.6

Informationen und Hinweise zu den Textbausteinen für QN5 / Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen

   
  Welche Anforderungen werden in QN5 an Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen gestellt? Was kann damit erreicht werden? Inhalt aufklappen
 

Neben den Anforderungen zur Produktdokumentation und Deklaration besonders besorgniserregender Substanzen (SVHC) gemäß QN1 müssen vor-Ort verarbeitete Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen ab QN4 in die eingestuft sein. Blei-, Cadmium- und Chrom-VI-Verbindungen dürfen nicht eingesetzt werden. Die für QN4 geltenden Anforderungen bezüglich GISCODE W1, W1/DD, W2+, W2/DD+ und Einhaltung des AgBB-Bewertungsschemas bezüglich VOC-Emissionen in der Prüfkammer gelten ab QN5 nicht mehr. Für die Erfüllung der Anforderungen von QN5 gilt ausschließlich die Einhaltung bestimmter Kriterien des Blauen Engel RAL-UZ 12a.

Aufgrund folgender Zusammenhänge kann es jedoch sinnvoll sein, die vorangegangenen Anforderungen zu den GISCODES sowie zur Einhaltung des AgBB-Schemas weiterhin zusätzlich einzuhalten:

  • GISCODE W2+ bzw. W2/DD+ begrenzt den Lösemittelgehalt mit 5 %. Der Blaue Engel (RAL-UZ 12a) sieht hier ein abgestuftes Gehaltsschema in Abhängigkeit vom Festkörpergehalt der Beschichtung vor. Für Beschichtungen mit einem Festkörpergehalt von 20 bis 30 % Festkörpergehalt ist ein VOC-Gehalt von 8 %, bei einem Festkörpergehalt ab 30 Masse% ein VOC-Gehalt von 10 Masse% zulässig (siehe Tabelle in Textbausteine Qualitätsniveau 5 / BNB_BN_1.1.6). Die Anforderung GISCODE maximal W2+ bzw. W2/DD+ ist in dieser Hinsicht also strenger als der Blaue Engel. 
  • Laut Vergaberichtlinie des Blauen Engel RAL-UZ 12a (Zugriff am 1.7.2016) werden VOC-Emissionen aus Beschichtungssystemen in die Raumluft indirekt durch die Begrenzung des VOC-Gehalts vermieden. Die Grenzwerte zielen auf die Summe aller VOC und SVOC im Produkt ab, gefährliche Einzelsubstanzen werden zwar "toxiologisch bewertet", jedoch nicht reglementiert. Bezüglich VOC-Emissionen sieht die Richtlinie RAL-UZ 12a zwar vor, dass alle vier Jahre stichprobenartige Emissionsmessungen durchgeführt werden sollen, ein Bewertungschema und entsprechende Grenzwerte werden jedoch nicht genannt. Die Einhaltung des AgBB-Schemas kann daher durch die Kriterien des Blauen Engel nicht garantiert werden. 

Hinweis: Die vorliegenden materialökologischen Anforderungen betreffen Beschichtungen auf nicht mineralischen Bodenbelägen / Parkette und Holzfußböden (keine Öle und Wachse).
Für 

gibt es eigene materialökologische Anforderungen.

  Wie können die Anforderungen für QN5 bei Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen erfüllt bzw. die Erfüllung nachgewiesen werden? Inhalt aufklappen
 

Bei Beschichtungen auf Holz-Bodenbelägen sind für die Dokumentation und Deklaration ab Qualitätsniveau (QN)1 mindestens das Produktdatenblatt (PDB) und/oder Technische Merkblatt (TM) sowie die Vorlage des Sicherheitsdatenblatts (Deklaration ggf. vorhandener SVHC, gesetzlich vorgeschrieben) erforderlich.

Die Anforderungen für QN5 können, wie im QN direkt benannt, mit dem Blauen Engel RAL-UZ 12a einfach nachgewiesen werden. Bei Einzelnachweisen ohne Umweltzeichen müssen alle Anforderungen über Herstellerklärungen und ggf. chem. Analysen für die genannten Stoffausschlüsse erfolgen.

Textbausteine Qualitätsniveau 5 / BNB_BN_1.1.6

download als RTF-Textdatei

Hinweise:
Die folgenden Textbausteine gelten nur für die Beschichtung von Bodenbelägen und nicht für die Beschichtung anderer Holzflächen. Sie gelten auch nicht für  die Beschichtung mit Ölen und Wachsen, siehe hierzu
Beschichtungen auf Öl- und/oder Wachsbasis und Reaktive PU-Produkte zur Oberflächenbeschichtung auf Holz (kein Parkett).
Die hier für Vor-Ort verarbeitete Beschichtungen dargestellten Anforderungen gelten auch vollständig für gleichartige Beschichtungen, die werkseitig aufgetragen werden, wenn vom Hersteller der Nachweis für die Einhaltung der 31. BIMSchV bzw. TA-Luft nicht erbracht wird. Siehe hierzu: werkseitige Oberflächenbeschichtungen.

Produktanforderungen

Produkte gemäß Blauer Engel RAL-UZ 12a

 

Nachfolgende detaillierte Anforderungen an die Produkt-Dokumentation und -Deklaration sowie an die Inhaltsstoffe und Emissionen sind für vor Ort verarbeitete Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen (gilt nicht für Öle und Wachse) einzuhalten:

Allgemeine Produktdokumentation

Die Dokumentation der eingesetzten Produkte und deren Eigenschaften dient dem vollständigen Nachweis der eingebauten Materialien und als Grundlage zur Bewertung der relevanten Bauprodukte.

Mindestens vorzulegen sind hierfür:

Für werkseitig verarbeitete Beschichtungen sind die Nachweise zur Einhaltung der 31. BIMSchV bzw. TA-Luft in schriftlicher Form vorzulegen.
Falls diese nicht vorliegen sind die entsprechenden Bauprodukte gemäß den Anforderungen für Vor-Ort verarbeitete Bauprodukte einzustufen und nachzuweisen.

Ausschluss besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) nach REACH-Verordnung

Stoffe oder Gemische, die unter der Chemikalienverordnung REACH (EG/1906/2006) als besonders besorgniserregend identifiziert und in die gemäß REACH Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste (sogenannte „Kandidatenliste“) aufgenommen wurden, dürfen nicht enthalten sein. Die Anforderung gilt für alle konstitutionellen Bestandteile (d.h. Stoffe, die im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen). Es gilt die jeweils aktuelle Fassung der Kandidatenliste.

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Leistungserklärung (mit aussagekräftiger Information zu SVHC, kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage )
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 12a, Emicode EC 1 (auch: EC 1-R), EC 1plus (auch: EC 1plus-R), EC 2 (auch: EC 2-R))
  • EPD (wenn dort keine SVHC deklariert sind)
  • PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss von Blei-, Cadmium- und Chrom-VI-Verbindungen

Pigmente und Sikkative auf der Basis von Blei, Cadmium, Chrom VI und deren Verbindungen dürfen in den Oberflächenbeschichtungen nicht enthalten sein. Ausgenommen sind natürliche oder produktionsbedingte Verunreinigungen in Mengen bis zu 100 ppm, bzw. für Blei bis zu 200 ppm, die im Rohstoff enthalten sein können.

Nachweismöglichkeiten:

  • Sicherheitsdatenblatt (SDB) (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Chemische Analysen (wenn vorhanden)
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 12a)

Ausschluss krebserzeugender, erbgutverändernder, fortpflanzungsgefährdender (CMR-)Stoffe

Es dürfen keine Stoffe oder Gemische mit folgenden Eigenschaften als konstitutionelle Bestandteile (d.h. Stoffe, die im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten sein:

  • Stoffe oder Gemische, die gemäß den Kriterien der EG-VO 1272/2008 eingestuft sind als
    karzinoge
    n (krebserzeugend) der Kategorie Carc. 1A, 1B oder 2 keimzellmutagen (erbgutverändernd) der Kategorie Muta. 1A, 1B oder 2, reproduktionstoxisch (fortpflanzungsgefährdend) der Kategorie Repr. 1A, 1B oder 2
    Diesen Gefahrenkategorien entsprechen folgende H- bzw. R-Sätze:
    H340: Kann genetische Defekte verursachen.
    H350: Kann Krebs erzeugen.
    H360F: Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
    H360D: Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
    H360FD: Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
    H360Fd: Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen.
    H360Df: Kann das Kind im Mutterleib schädigen. Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
  • Stoffe oder Gemische, die in der TRGS 905 eingestuft sind als:
    - krebserzeugend (K1, K2, K3)
    - erbgutverändernd (M1, M2, M3)
    - fruchtbarkeitsgefährdend (RF1, RF2, RF3)
    - fruchtschädigend (RE1, RE2, RE3)
  • Stoffe oder Gemische, die in der MAK-Liste eingestuft sind als:
    - krebserzeugende Arbeitsstoffe Kategorie 1 oder Kategorie 2
    - keimzellmutagene Arbeitsstoffe Kategorie 1 oder Kategorie 2
  • Stoffe oder Gemische, die nach wissenschaftlicher Erkenntnis
    einer der in den Ziffern 1 bis 3 aufgeführten Kategorien als krebserzeugend, erbgutverändernd, fortpflanzungsgefährdend oder
    fruchtschädigend zugeordnet werden müssen oder sonstige chronisch schädigende Eigenschaften besitzen oder die selbst oder deren Verunreinigungen oder Zersetzungsprodukte geeignet sind, erhebliche Gefahren oder erhebliche Nachteile für die Allgemeinheit herbeizuführen.

Produktions-bzw. rohstoffbedingte Verunreinigungen an Stoffen der jeweiligen Kategorien 1A und 1B gemäß EG-VO 1272/2008 bzw. 1 und 2 gemäß 67/548/EWG dürfen 0,01 Masse-% im einzelnen Vorprodukt nicht überschreiten.
Produktions-bzw. rohstoffbedingte Verunreinigungen an Stoffen der jeweiligen Kategorie 2 gemäß EG-VO 1272/2008 bzw. 3 gemäß 67/548/EWG dürfen 0,1 Masse-% im einzelnen Vorprodukt nicht überschreiten.

Ausnahmen:

  • in begründeten Ausnahmefällen dürfen Stoffe mit geringer Wirkungsrelevanz im Lack enthalten sein, wenn nachgewiesen werden kann, dass diese Stoffe bei der sachgerechten Verwendung der Produkte nicht freigesetzt oder aus dem durchgetrockneten Lackfilm emittiert werden.
  • Konservierungsmittel und Formaldehyd gelten eigene Kriterien.

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 12a, Emicode EC 1, EC 1-R, EC 1plus, EC 1plus-R, EC 2, EC 2-R)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss toxischer und akut toxischer Stoffe

Es dürfen keine Stoffe oder Gemische als konstitutionelle Bestandteile (d.h. Stoffe, die im Endprodukt verbleiben und in diesem eine Funktion erfüllen) enthalten sein, die gemäß den Kriterien der EG-VO 1272/2008 eingestuft sind als

  • akut toxisch (giftig) der Kategorie Acute Tox. 1, Acute Tox. 2, Acute Tox. 3
  • toxisch für spezifische Zielorgane der Kategorie STOT SE 1, STOT RE 1

Produktions-bzw. rohstoffbedingte Verunreinigungen dürfen 0,01 Masse-% im einzelnen Vorprodukt nicht überschreiten.

Ausnahmen:

  • in begründeten Ausnahmefällen dürfen Stoffe mit geringer Wirkungsrelevanz im Lack enthalten sein, wenn nachgewiesen werden kann, dass diese Stoffe bei der sachgerechten Verwendung der Produkte nicht freigesetzt oder aus dem durchgetrockneten Lackfilm emittiert werden.
  • Konservierungsmittel und Formaldehyd gelten eigene Kriterien.

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 12a)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss umweltgefährdender Bestandteile

Beschichtungen dürfen keine Stoffe oder Gemische in solchen Konzentrationen enthalten, die nach EG-Verordnung 1272/2008 (CLP-Verordnung) zu folgender Einstufung des Produkts führen:

  • Gewässergefährdend mit der Zuordnung des Symbols GHS09 „Umwelt“, ggf. dem Signalwort „Achtung“ und den H-Sätzen H400, H410 oder H411.

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 12a)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss reizender Bestandteile

Beschichtungen dürfen keine Stoffe oder Gemische in solchen Konzentrationen enthalten, die nach EG-Verordnung 1272/2008 (CLP-Verordnung) zu folgender Einstufung des Produkts führen:

  • Reizwirkung für Haut, Augen, Atemwege mit der Zuordnung des Symbols GHS05 „Ätzwirkung“, dem Signalwort „Gefahr“ und dem H-Satz H318 (Verursacht schwere Augenschäden) oder der Zuordnung des Symbols GHS07 „dickes Ausrufezeichen“, dem Signalwort „Achtung“ und den H-Sätzen H315, H319 oder H335 (Reizt die Haut, Augen oder die Atemwege) oder H 317 (Kann allergische Hautreaktionen verursachen).

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 12a)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss gesundheitsschädlicher und ätzender Bestandteile

Beschichtungen dürfen Stoffe oder Gemische nur bis zu 40 Masse-% der Grenzkonzentrationen (< 40 Masse-%) enthalten, die nach der EG-Verordnung 1272/2008 (CLP-Verordnung) zu einer der folgenden Einstufungen des Produkts führen:

  • Gesundheitsschädlich mit der Zuordnung des Symbols GHS07 „dickes Ausrufezeichen“, dem Signalwort „Achtung“ und den H-Sätzen H302, H312 oder H332 (Gesundheitsschädlich bei Verschlucken, Hautkontakt oder Einatmen) oder der Zuordnung des Symbols GHS08 „Gesundheitsgefahr (Torso)“, den Signalwörtern „Gefahr“ oder „Achtung“ und den H-Sätzen H304 (Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein), H334 (Kann bei Einatmen Allergie, asthmaartige Symptome oder Atembeschwerden verursachen), H371 oder H373 (Kann Organe bei einmaliger oder wiederholter Exposition schädigen).
  • Ätzend mit der Zuordnung des Symbols GHS05 „Ätzwirkung“, dem Signalwort „Gefahr“ und dem H-Satz 314 (schwere Verätzungen der Haut und der Augen).

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 12a)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Beschränkung des VOC-Gehalts

Für den maximal zulässigen Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen in Beschichtungssystemen gilt in Abhängigkeit vom Festkörpergehalt folgende Anforderung:

Festkörpergehalt

Parameter

unter 20 %

20 % bis
unter 30 % 

ab 30 %

VOC bis 200°C

2,0 Masse%

8,0 Masse%

10,0 Masse%

davon VOC mit NIK < 100 µg/m³ und Stoffe ohne NIK

1,0 Masse%

1,0 Masse%

1,0 Masse%

VOC über 200°C

1,0 Masse%

3,0 Masse%

3,0 Masse%

davon VOC mit NIK < 100 µg/m³ und Stoffe ohne NIK

0,5 Masse%

0,5 Masse%

0,5 Masse%

SVOC

0,1 Masse%

0,2 Masse%

0,3 Masse%

VOC und SVOC gesamt

2,0 Masse%

8,0 Masse%

10,0 Masse%

davon VOC mit NIK < 100 µg/m³ und Stoffe ohne NIK

1,0 Masse%

1,0 Masse%

1,0 Masse%


Anmerkungen:
Verbindungen mit einem höheren Siedepunkt werden strenger bewertet, um vor allem schwerflüchtige Substanzen, die über einen langen Zeitraum emittieren können, zu vermeiden. Die einzelnen Verbindungen werden zudem mit Hilfe der NIK-Werte der vom Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten erarbeiteten „Vorgehensweise bei der gesundheitlichen Bewertung der Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) aus Bauprodukten“ toxikologisch bewertet.
Sind aufgrund mangelnder Datenbasis nicht klassierbare organische Verbindungen oder unidentifizierte Substanzen enthalten, werden diese aus Vorsorgegründen den „VOC mit NIK < 100 µg/m³ und Stoffe ohne NIK“ zugeordnet.

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 12a, Emicode EC 1, EC 1-R, EC 1plus, EC 1plus-R, EC 2, EC 2-R)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • Chemische Analysen (wenn vorhanden)

Beschränkung des Restmonomergehalts im Bindemittel

Restmonomere dürfen - sofern sie nicht spezifiziert sind - im Bindemittel 0,05 Masse-% nicht überschreiten.

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 12a)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • Chemische Analysen (wenn vorhanden)

Ausschluss von Bioziden (mit Ausnahme bestimmter Topfkonservierer)

Die Beschichtungssysteme dürfen keine Biozide enthalten, außer folgende Wirkstoffe bzw. Wirkstoffkombinationen, welche alternativ zur Topfkonservierung verwendet werden dürfen:
a) Titandioxid/Silberchlorid max. 100 ppm bezogen auf Silberchlorid
b) 2-Methyl-2(H)-isothiazol-3-on/ 1,2-Benzisothiazol-3(2H)-on im Verhältnis 1:1 max. 200 ppm
c) 5-Chlor-2-methyl-4-isothiazolin-3-on / 2-Methyl-4-isothiazolin-3-on im Verhältnis 3:1 max 15 ppm
d) 3-Jod-2-propinyl-butylcarbamat max. 80 ppm
e) 1,2- Benzisothiazol-3(2H)-on max. 200 ppm
f) 2-Brom-2-nitropropan-1,3-diol (BNPD) max. 200 ppm
g) BNPD1) + CIT/MIT (3:1)3) max. 130 ppm + max. 15 ppm
h) BNPD1) + CIT/MIT (3:1)3) max. 150 ppm + max. 10 ppm
i) BNPD1) + CIT/MIT (3:1)3) max. 170 ppm + max. 5 ppm
j) MIT/BIT2) (1:1) + CIT/MIT (3:1) 3) max. 150 ppm + max. 12,5 ppm
k) MIT/BIT2) (1:1) + CIT/MIT (3:1) 3) max. 125 ppm + max. 15 ppm
l) 1,2-Dibrom-2,4-dicyanbutan (DBDCB) max. 500 ppm
m) BIT4) + CIT/MIT (3:1) 3) max. 150 ppm + max. 12,5 ppm
n) BNPD1) + MIT/BIT2) (1:1) max. 120 ppm + max. 75 ppm
o) Zinkpyrithion (ZNP) + BIT4) max. 100 ppm + max. 100 ppm
p) Zinkpyrithion (ZNP) + MIT/BIT2) (1:2 bis 1:1) max. 50 ppm + max. 150 ppm
q) BNPD1) + BIT2) max. 100 ppm + max. 100 ppm
r) Natriumpyrithion (NaP) + BIT4) max. 50 ppm + max. 150 ppm
s) N-(3-aminopropyl)-N-dodecylpropane-1,3-diamine (CAS 2372-82-9) + MIT/BIT2) (1:1) max. 81 ppm + max. 150 ppm

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung, dass die Anforderungen erfüllt werden
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 12a)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • Chemische Analysen (wenn vorhanden)

Hinweis: Die Deklaration der bioziden Wirkstoffe in allen Biozid-Produkten (Schutzmitteln) und für alle mit Bioziden behandelte Waren (Gemische und Erzeugnisse) ist nach der Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012 erforderlich (siehe Kennzeichnungspflichten auf dem Etikett für Biozid-Produkte nach Artikel 69 bzw. für behandelte Waren nach Artikel 58 der Biozid-VO).

Reglementierung des Formaldhydgehalts

Die Beschichtungssysteme dürfen Formaldehyd enthalten, wenn eines der drei folgenden Kriterien eingehalten ist:
a) Die Raumluftemission von Formaldehyd in einem Prüfkammerverfahren darf während der Verarbeitung und Trocknung den Wert von 0,25 ppm nicht überschreiten und muss spätestens 24 Stunden nach Beginn des Farbauftrages unter 0,05 ppm liegen.
b) Die freie in-can Formaldehydkonzentration darf 100 mg/kg nicht überschreiten.
c) Für Beschichtungsssteme mit weniger als 10 ppm freiem Formaldehyd. Bei Anwendung des vereinfachten Prüfverfahrens darf der Gehalt an freiem Formaldehyd 10 mg/kg (10 ppm) nicht überschreiten. Formaldehyddepotstoffe dürfen nur in solchen Mengen zugegeben werden, dass damit der Gesamtgehalt an freiem Formaldehyd von 10 mg/kg nicht überschritten wird.

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind und Vorlage des Prüfprotokolls
    ad a) Prüfkammeruntersuchung entsprechend der in der gültigen Veröffentlichung im Bundesgesundheitsblatt bzw. im Amts- und Mitteilungsblatt der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung für „Prüfverfahren für Holzwerkstoffe“ genannten Bedingungen. Abweichend hiervon ist die Messung in einer kleinen Prüfkammer sowie der Nachweis mit DNPH möglich.
    ad b) Bestimmung nach VdL-RL03 "Richtlinie zur Bestimmung der Formaldehydkonzentration in Lacken und verwandte Produkte“, Ausgabe Mai 1997, Ziffer 4.1“ Bestimmung der freien in-can Formaldehydkonzentration mit der Acetylaceton-Methode“
    ad c) Doppelbestimmung über den Gehalt an freiem Formaldehyd gemäß der Merckoquantmethode nach Anhang 2 der Vergabegrundlage RAL-UZ 12a
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 12a)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)

Ausschluss von Phthalaten und Organophosphaten als Weichmacher

Beschichtungssysteme dürfen keine weichmachenden Substanzen aus der Gruppe der Phthalate oder der Organophasphate enthalten.
Als Verunreinigungen dürfen nicht mehr als 0,1 Masseprozent Phthalate im Beschichtungssstem enthalten sein.

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 12a)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • Chemische Analysen (wenn vorhanden)

Ausschluss von Alkylophenolethoxylaten

Beschichtungssysteme dürfen keine Alkylphenolethoxylate und/oder deren Derivate enthalten.
Als Verunreinigungen dürfen nicht mehr als 0,1 Masseprozent Phthalate im Beschichtungssstem enthalten sein.

Nachweismöglichkeiten:

  • Herstellererklärung, dass keine entsprechenden Stoffe enthalten sind
  • Umweltzeichen oder Gütesiegel, deren Vergaberichtlinien diesen Anforderungen entsprechen (z. B. Blauer Engel RAL-UZ 12a)
  • EPD, PDB, TM (nur sofern die entsprechenden Informationen enthalten sind)
  • Chemische Analysen (wenn vorhanden)

Quellen

Die in WECOBIS abgebildeten materialökologischen Anforderungen und Textbausteine basieren auf dem Kriteriensteckbrief 1.1.6 "Risiken für die lokale Umwelt" des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) / Modul Büro und Verwaltungsbauten - Neubau.
verwendete Version / Stand 28. April 2016: BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

RAL Vergabegrundlage für Umweltzeichen: RAL-UZ 12a Emissions- und schadstoffarme Lacke / Ausgabe August 2011 (Zugriff am 4. Juli 2016)

Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte e.V. (GEV): GEV –Einstufungskriterien / Anforderungen an emissionskontrollierte Oberflächenbehandlungsmittel für Parkett und Vergabe des EMICODE, Stand 05.05.2015 (Zugriff am 04.07.2016)

Planungs- & Ausschreibungshilfen: > Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen
Planungs- & Ausschreibungshilfen: > Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen