Umweltproduktdeklaration

Wozu Umweltproduktdeklarationen?

  • Umwelt-Produktdeklarationen bilden die Datengrundlage für die ökologische Gebäudebewertung. Dies wird aktuell in dem neuen europäischen Normungsprojekt "Nachhaltigkeit von Bauwerken" festgelegt.
  • Umwelt-Produktdeklarationen basieren auf internationalen Normen (ISO 14025; ISO 14040ff) sowie der Europäischen DIN EN 15804 und sind somit international abgestimmt. 
  • Umwelt-Produktdeklarationen bieten die relevante Datengrundlage um Umwelteigenschaften eines Produktes im Marketing oder Verkauf darzustellen.

Umweltproduktdeklarationen (Environmental Product Declaration, EPD)

Die EN 15804 „Nachhaltigkeit von Bauwerken - Umweltproduktdeklarationen - Grundregeln für die Produktkategorie Bauprodukte; Deutsche Fassung EN 15804:2012“ wurde im April 2012 veröffentlicht. Sie regelt die Berechnungsmethoden, Auswahl von Umweltindikatoren und Verifizierungsregeln für Umweltproduktdeklarationen.

Inhalte
Die Typ-III-Deklaration nach  ISO 14025 und DIN EN 15804 wendet sich mit quantitativen Aussagen über die Umweltleistung von Bauprodukten, an viele Adressaten: Planer, Architekten, Bauunternehmen, Immobiliengesellschaften, Facility Manager und natürlich an Unternehmen, die mit Herstellung und Dienstleistung an der Wertschöpfungskette von den Rohstoffen bis zum Gebäude beteiligt sind. 

Umweltdeklarationen von Bauprodukten bieten wichtige Informationen zu dem Produkt selbst und zu seiner Anwendung. Unterschiedliche Produkte sind aufgrund der einheitlichen Informationsstruktur und -qualität vergleichbar und finden deshalb z. B. Anwendung in der Ökobilanzierung auf Gebäudeebene. 

Die Deklaration macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft. 
Ressourcenverbrauch und Emissionen in die Umwelt werden über den gesamten Herstellungsprozess aufgenommen. Der resultierende Beitrag zum Treibhauseffekt oder beispielsweise der Beitrag zur Überdüngung oder Versauerung von Gewässern kann mit der Ökobilanzmethodik quantifiziert und bewertet werden.

Struktur
Die EN 15804 fordert eine Zuordnung der Datensätze zu den Lebenswegmodulen A bis D gemäß Tabelle 1. Die Module A1-A3 beschreiben die Herstellungsphase, die Module A4 und A5 die Errichtungsphase (Transport zur Baustelle und Bau / Einbau), die Module B1–B7 die Nutzungsphase, die Module C1–C4 die Phasen der Entsorgung inklusive Abbruch und Transporte und Modul D die Recycling-, Rückgewinnung- oder Wiederverwendungspotenziale für das nächste Produktsystem.

Anwendung
Ökobilanzen liefern also eine systematische und standardisierte Datengrundlage, um im "Baukastensystem" aus Deklarationen einzelner Bauprodukte z. B. eine ökologische Bewertung eines Bauwerks zu erstellen. In einer Lebenszyklus-Analyse wird die ganze Lebensdauer des Gebäudes, die Bauphase, die Nutzungsphase mit möglichen Umnutzungen sowie Abriss und Entsorgung berücksichtigt. Der Beitrag der Bauprodukte zur Energieeffizienz oder zu weiteren Aspekten nachhaltiger Bewirtschaftung eines Gebäudes kann dargestellt werden.

siehe auch Deklarationstypen, PCR

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des IBU (Institut Bauen und Umwelt e.V.)
Download Umwelt-Produktdeklarationen (EPD)

Quelle

Informationsportal Nachhaltiges Bauen / Baustoff- und Gebäudedaten / EPD
Informationsportal Institut Bauen und Umwelt e.V.