EMICODE

Ähnlich dem GISCODE (oder Produkt-Code) im Arbeitsschutzbereich stellt der EMICODE ein System zur Kennzeichnung von Produktgruppen für den Bereich Raumluftqualität und Verbraucherschutz dar.

Die Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte e. V. (GEV) hat unter dem markenrechtlich geschützten EMICODE-Siegel eine Einteilung für emissionsarme Produkte in drei Emissionsklassen erarbeitet. → EMICODE Siegelkategorien

Emissionsklassifizierung von Verlegewerkstoffen, Klebstoffen und anderen Bauprodukten*

  nach 3 Tagen TVOC
[µg/ m³]

nach 28 Tagen TVOC/ TSVOC
[µg/ m³]

EMICODE EC 1PLUS sehr emissionsarm < 750 < 60/ 40
EMICODE EC 1 sehr emissionsarm < 1000 < 100/ 50
EMICODE EC 2 emissionsarm < 3000 < 300/ 100

TVOC: Gesamtkonzentration an flüchtigen organischen Verbindungen in der Luft,
TSVOC: Gesamtkonzentration an mittel bis schwer flüchtigen organischen Verbindungen in der Luft

z.B. EMICODE EC 1 R: Produkte, die Maßnahmen für den Arbeitsschutz erfordern, müssen mit dem zusätzlichen Buchstaben R gekennzeichnet sein (s.u. Einstufungskriterien)

* für Parkettlacke gelten eigene Grenzwerte

Der EMICODE soll Architekten, Planern, Verarbeitern und Herstellern als Orientierungshilfe bei der Auswahl emissionsarmer Produkte dienen.
Um einen verbindlichen Rahmen für eine einheitliche Verwendung dieser Klassifizierung zu schaffen, haben sich Hersteller von Verlegewerkstoffen Anfang 1997 zum Verein "Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe e. V." - GEV zusammengeschlossen.
Die anfangs nur für Verlegewerkstoffe gültigen Kriterien wurden inzwischen auf weitere Produktgruppen erweitert. Neben Klebstoffen für Bodenbeläge aller Art und Spachtelmassen werden auch Dichtstoffe, Unterlagsbahnen, Klebebänder und -folien, Grundierungen, Fliesenklebstoffe und -klebemörtel, Fugenmörtel,  Verlegeunterlagen, Flächendichtstoffe, Fugendichtstoffe,  Fensterabdichtungssysteme sowie wasserbasierte Parkettlacke daraufhin untersucht, ob sie flüchtige, organische Stoffe (Emissionen) an die Raumluft abgeben und zu Gerüchen führen.

Die GEV vergibt die Berechtigungslizenz zur Verwendung des geschützten Zeichens EMICODE in Verbindung mit den geschützten Emissionsklassen EC 1PLUS bis EC 2. Der EMICODE darf nur von GEV-Mitgliedern verwendet werden.

Neben den o.g. Emissionsanforderungen bestehen noch weitere Anforderungen, z.B. Stoffbeschränkungen, Emissionsgrenzwerte für flüchtige K-Stoffe (Formaldehyd und Acetaldehyd).

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