Dispersionslackfarben

Produktgruppeninformation

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Begriffsdefinition

In Dispersionslackfarben, auch als wasserverdünnbare Lackfarben bezeichnet, liegt das Bindemittel fein verteilt (dispergiert) in Wasser vor. Das Besondere gegenüber normalen Dispersionsfarben besteht darin, dass die Bindemittel so konzipiert sind, dass sie nach dem Trocknen einen schlagfesten zähen Lackfilm bilden. Obwohl sie wasserverdünnbar sind, kommen sie nicht ganz ohne Lösemittel aus. Die Dispersionslackfarben sind vor dem Hintergrund der Luftreinhaltepolitik und Arbeitshygiene als Alternativen zu den klassischen Kunstharzlacken (Alkydharzlackfarben) entwickelt worden.

Wesentliche Bestandteile

Dispersionslackfarben bestehen hauptsächlich aus Bindemittel, Wasser, Lösemittel, Füllstoffen, Pigmenten und Hilfsstoffen.

Charakteristik

Dispersionslackfarben nehmen eine Mittelstellung zwischen Dispersionsfarben und Alkydharzlackfarben ein. Sie vereinen verschiedene Bindemitteltypen dieser beiden Produktgruppen (z.B. Acrylate, Vinylpropionat, Alkydharze) und enthalten sowohl organische Lösemittel als auch Wasser. Die häufigsten Bindemittel sind Harze auf Acrylatbasis. Dispersionslackfarben auf Alkydharzbasis haben sich bis heute u.a. wegen ihrer schwierigen Verarbeitbarkeit als Malerlacke nicht durchgesetzt.

Lieferzustand

Dispersionslackfarben werden in Metallgebinden geliefert.

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

grundsätzliche Anwendungsbereiche von Dispersionslackfarben im Vergleich zu anderen Farben, Lacken, Lasuren siehe Anwendungsbereiche Farben, Lacke, Lasuren

  Innen Außen
Beanspruchung gering
 stark  
Putze x1) +1) +1)
Gips x2) +2)  
Gipskarton, Papier, Tapeten x +  
Beton x + +
Faserzement x + +
Massivholz x2) +2) +2)
Holzwerkstoffe x2) +2) +2)
Stahl x2) +2) +2)
Stahl verzinkt x2) +2) +2)
Aluminium x2) +2) +2)
+
geeignet
x
möglich, aber nicht gebräuchlich
-
nicht geeignet
0
bedingt geeignet
1)
nicht für Kalkputze geeignet
 
 
2)
nur mit entsprechender Grundierung
 
 

Dispersionslackfarben haben ein breites Anwendungsspektrum. Ihre Hauptanwendungsbereiche sind stark beanspruchte mineralische Untergründe (Wände) im Innenbereich sowie Holz und Holzwerkstoffe im Innen- und Außenbereich (Holzfassaden). Für Gipsplatten und stark saugende oder ungenügend gefestigte mineralische Untergründe sowie Holz und Metalluntergründe ist eine Grundierung erforderlich. Dispersionslackfarben für eisenhaltige unverzinkte Metalluntergründe enthalten in der Regel Korrosionsschutzpigmente, Holzgrundierungen im Außenbereich biologische Wirkstoffe. Wegen der verhältnismäßig geringen Dampfdurchlässigkeit von Dispersionslackfarben sind Untergründe aus Kalkputz nicht geeignet.

Alternativen hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Bei wenig beanspruchten Bauteilen im Innenbereich sind Dispersionsfarben lösemittelfrei und Naturharzfarben lösemittelfrei weniger umweltbelastende Alternativen. Ist jedoch ein schlagfester und zäher Lackfilm erwünscht, gibt es keine Alternativen mit geringerer Umweltbelastung. Sowohl die Alkydharzlackfarben als auch die Ölfarben und Naturharzlacke sind nach allgemein anerkannten Wertungen deutlich umweltbelastender.

Anstrichaufbau

Grundierung 100 g/m³ Wasserverdünnbar, biozidhaltig bei Holzgrundierungen im Außenbereich
Dispersionslackfarbe 300 g/m² Zwei Anstriche Standardrezeptur, erster Anstrich mit wenig Wasser verdünnt

Beim angegebenen Anstrichaufbau handelt es sich um einen Standardaufbau für Holz im Außenbereich. Die produktbedingten Abweichungen können erheblich sein. Grundierungen auf Holz im Außenbereich sind in der Regel mit bioziden Wirkstoffen gegen Bläue und Fäulnisbildung versehen. Häufig werden auch Imprägnierungen auf Lösemittelbasis verwendet. Grundierung und Deckanstrich müssen nicht aus denselben Bestandteilen bestehen.

Quellen

Eigene Datensammlung, büro für umweltchemie

Dispersionslackfarben
Dispersionslackfarben

Planungs- und Ausschreibungshilfen

WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.

Informationen hier im Reiter Ausschreibung:

  • Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
  • Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien,
  • Hinweise zu möglichen Verwendungseinschränkungen hinsichtlich Gefahrstoffverordnung und zu Alternativen

Übersicht Planungs- und Ausschreibungshilfen: Lacke und Lasuren
Stand 03/2015

  

Polyurethanharze wasserverdünnbar

Polyurethanharze lösemittelhaltig

Dispersionslackfarben

Klarlacke

Alkydharzlackfarben

Ölfarben und Naturharzlacke

Holzlasuren

Epoxidharzdispersion

Epoxidharze lösemittelhaltig

           
  Material-
ökologische Anforderungen
Im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung. Inhalt aufklappen
   
Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS

Lacke, Lasuren, Beizen, inkl. Grundbeschichtung
---
Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen
---

Reaktive PU-Beschichtungen für die Beschichtung von Holz

Lacke, Lasuren, Beizen, inkl. Grundbeschichtung
---
Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen

Lacke, Lasuren, Beizen, inkl. Grundbeschichtung

Lacke, Lasuren, Beizen, inkl. Grundbeschichtung

  Mögliche Quellen Die hier genannten Quellen, insbesondere BNB, bilden die Grundlage für Planungs- und Ausschreibungshilfen bzw. materialökologische Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS. Inhalt aufklappen
   
Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen

(BNB) des BMUB /
Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt)

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen. Die o.g. Textbausteine und materialökologischen Anforderungen in WECOBIS basieren derzeit auf Kriteriensteckbrief 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt. Dieser steht in engem Zusammehang mit Kriteriensteckbrief 3.1.3 Innenraumhygiene.

Auch wenn ein Gebäude nicht zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Einordung der jeweiligen Lacke und Lasuren hinsichtlich verschiedener Kriteriensteckbriefe siehe Reiter Bewertungssysteme in WECOBIS

Umweltbundesamt
(UBA)
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Die Seiten werden gerade überarbeitet, sodass sich dort derzeit aus dem Baubereich nur Ausschreibungsempfehlungen zu Elastischen Bodenbelägen, Tapeten und Raufaser finden.
baubook ökologisch ausschreiben Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Lacke  und Lasuren finden sich Produktdeklarationen unter Beschichtungen und Imprägnierungen.
natureplus Ausschreibungstexte + + + +
  Mögliche Nachweis-
dokumente
weitere Nachweismöglichkeiten neben den folgend genannten sind Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, sowie Herstellererklärungen oder ggf. ein Anhang mit Nachhaltigkeitsmerkmalen zur bauaufsichtlichen Zulassung (abZ+). Inhalt aufklappen
   
gesetzlich vorgeschrieben: Welche Nachweisdokumente müssen vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden? Welcher Nachweis kann damit erbracht werden?
REACH / CLP:
Sicherheitsdatenblatt (SDB)
Lacke und Lasuren werden als Gemisch eingestuft. Für sie muss daher ein SDB gemäß den Anforderungen in Art.31 REACH-VO in Verbindung mit Anhang II erstellt werden. (Nachweis gefährliche Stoffe, Nachweis SVHC >= 0,1 Gew.-%).
Leistungserklärung gemäß BauPVO mit Angaben zu SVHC - -

 -

-

allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) aus Gesundheits-
schutzgründen

Beschichtungen für Parkette und Holzfußböden sowie für elastische Bodenbeläge benötigen bei der Verwendung in Aufenthaltsräumen einschließlich zugehöriger Nebenräume eine abZ aus Gesundheitsschutzgründen. Sie umfasst eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung von Formaldehyd, sowie flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas.

abZ der Gruppen
Z-157.10 (Beschichtungen f. Parkette &  Holzfußböden)
Z-157.20 (Beschichtungen f. elastische Bodenbeläge)
Z-157.30 (Beschichtungen f. Korkbodenbeläge)

 -

 -

freiwillige Produktkenn-zeichnungen / -deklarationen Für einige Bauproduktgruppen existieren freiwillige Produktkennzeichnungen oder -deklarationen wie z.B. Umweltzeichen oder Umweltproduktdeklarationen, die als Nachweis für materialökologische Anforderungen dienen können. Eine Übersichtstabelle dazu mit detaillierten Informationen zu Lacken und Lasuren findet sich im Reiter Zeichen & Deklarationen.

Gefahrstoffverordnung

Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der GefStoffV ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden. Werden für eine Produktgruppe GISBAU Produkt-Codes oder GISCODES vergeben, lassen sich dadurch Unterschiede innerhalb der Produktgruppe feststellen. (s. Reiter Zeichen & Deklarationen).
Sofern eine Lackfarbe verwendet werden muss, gibt unter dem Aspekt der Umwelt- und Gesundheitsbelastungen keine vorteilhafteren Produkten (siehe Verarbeitung / Arbeitshygienische Risiken, Reiter Zeichen & Deklarationen, sowie GISBAU Produktdatenblätter M-LW01 / Ersatzstoffe).

Alternativen hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Bei wenig beanspruchten Bauteilen im Innenbereich sind Dispersionsfarben lösemittelfrei und Naturharzfarben lösemittelfrei weniger umweltbelastende Alternativen. Ist jedoch ein schlagfester und zäher Lackfilm erwünscht, gibt es keine Alternativen mit geringerer Umweltbelastung. Sowohl die Alkydharzlackfarben als auch die Ölfarben und Naturharzlacke sind nach allgemein anerkannten Wertungen deutlich umweltbelastender.

Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS

Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet das neue WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter Allgemeine Infos.

Dispersionslackfarben

Umweltdeklarationen

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen aus dem Bereich der Lacke und Lasuren. Neben Herstellererklärungen, Informationen in Sicherheitsdatenblättern (SDB) oder allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Ausschreibung) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.

Übersicht Umweltdeklarationen: Lacke und Lasuren
Stand 08/2015

  

Lacke und Lasuren lösemittelhaltig:

Alkydharzlackfarben

Ölfarben und Naturharzlacke

Klarlacke lösemittelhaltig

Naturharzklarlacke lösemittelhaltig

Lasuren lösemittelhaltig

Polyurethanharze lösemttelhaltig

Epoxidharze lösemittelhaltig

Kunstharzlacke und -lasuren
wasserverdünnbar:

Dispersionslackfarben

Klarlacke wasserverdünnbar

Lasuren wasserverdünnbar

Polyurethanharze wasserverdünnbar

Epoxidharzdispersionen

 

Naturharzlacke und -lasuren wasserverdünnbar:

derzeit noch keine Produktgruppen in WECOBIS

         
  Umweltzeichen

Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können. Inhalt aufklappen

   
Blauer Engel
weil emissionsarm /
RAL-UZ 12a
Schadstoffarme Lacke

x

(aufgrund der Inhaltsstoffe: Lösemittelgehalt >10%)

+

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

EU-Umweltzeichen (Blume) für Innenfarben und –lacke bzw. für Außenfarben und -lacke x +

+

(Produktverfügbarkeit nicht prüfbar)

Österreichisches Umweltzeichen /

Richtlinie UZ 01 für Lacke, Lasuren und Holzversiegelungslacke, ausgenommen sind Zweikomponentensysteme

x

+

(derzeit nur Parkettlacke zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

natureplus-
Qualitätszeichen /
RL0700 Oberflächen-beschichtungen aus nachwachsenden Rohstoffen (Lacke, Lasuren, Öle, Wachse)

x

(nur für Produkte aus nachwachsenden bzw. mineralischen Rohstoffen)

x

(nur für Produkte aus nachwachsenden bzw. mineralischen Rohstoffen)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

  GISBAU Klassifizierungs-system

Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden. (siehe unten: Ersatzproduktgruppe prüfen?) Inhalt aufklappen

   
 

Für Oberflächenbehandlungen gibt es aufgrund ihrer hohen arbeitshygienischen Relevanz zahlreiche Einstufungskataloge der GISBAU. Für Lacke und Lasuren kommen hier neben dem Einstufungskatalog für Farben und Lacke auch diejenigen für Epoxidharze, Oberflächenbehandlungsmittel für Parkett und andere Holzfußböden, sowie Polyurethanharzprodukte zur Verwendung. Aufgrund der Vielzahl der Produktcodes, wird in dieser Tabelle zunächst nur ein erster allgemeiner Überblick zur Systematik gegeben. Die für die jeweilige Produktgruppe im Einzelnen relevanten Links können dem rechten Navigationsbalken bzw. den produktgruppenspezifischen Informationen im Reiter Verarbeitung entnommen werden.

GISBAU Produkt-Code / GISCODE

Einstufungskatalog Lacke und Lasuren:
Lackfarben lösemittelverdünnbar:
M-LL01 - M-LL03 (Alkydharze)
M-LL04 - M-LL05 (Ölfarben)
Klarlacke, Holzlasuren lösemittelverdünnbar:
M-KH02 - M-KH05 (Alkydharz, Polymerisat, Naturharz)

Einstufungskatalog Polyurethanharzprodukte:
Polyurethanharze lösemittelhaltig:
PU20, PU30, PU50 (PU-Systeme)

Einstufungskatalog Epoxidharze:
Epoxidharzfarben lösemittelhaltig:
RE2, RE2,5, RE3 (Epoxidharzprodukte)

Einstufungkatalog Oberflächenbehandlungsmittel für Parkett und andere Holzfußböden:
G1-G3, KH1-KH2, DD1-DD2, SH1 (stark lösemittelhaltige Versiegelungen)
Ö40-Ö70, Ö80-Ö100 (Öle und Wachse, Lösemittelgehalt 5-15%)

Einstufungskatalog Lacke und Lasuren:
Lackfarben wasserverdünnbar:
M-LW01 (Dispersionlack)
Klarlacke, Holzlasuren wasserverdünnbar:
M-KH01 (Kunstharzdispersion)

Einstufungskatalog Polyurethanharzprodukte:
Polyurethanharze wasserverdünnbar:PU10 + PU40 (PU-Systeme)

Einstufungskatalog Epoxidharze:
Epoxidharzfarben lösemittelfrei:RE0, RE0,5 (Epoxidharzprodukte)

Einstufungkatalog Oberflächenbehandlungsmittel für Parkett und andere Holzfußböden:
W1, W1/DD (Wassersiegel, lösemittelfrei)
W2, W2+, W2/DD+ (Wassersiegel, Lösemittelgehalt max. 5%)
W3, W3+, W3/DD (Wassersiegel, Achtung! Lösemittelgehalt per Definition bis zu 15% erlaubt)
Ö10, Ö10+, Ö10/DD+ (Öle / Wachse, lösemittelfrei)
Ö20-Ö30, Ö20+, Ö80 (Öle und Wachse, Lösemittelgehalt max. 5%)

Einstufungkatalog Oberflächenbehandlungsmittel für Parkett und andere Holzfußböden:
Ö10, Ö10+, Ö10/DD+ (Öle / Wachse, lösemittelfrei)

wasserbasierte Naturharzlacke sind i.d.R. lösemittelfrei, evtl. kommt deshalb noch der Produktcode für Wassersiegel zur Verwendung:
W1, W1/DD (Wassersiegel, lösemittelfrei)

GefStoffV: Prüfung von Alternativen erforderlich? (Minimierungsgebot)

immer erforderlich (Einsatz muss technisch begründet sein) immer erforderlich bei Epoxidharz- und Polyurethanharzprodukten (Einsatz must technisch begründet sein), nicht erforderlich bei anderen wasserverdünnbaren Lacken und Lasuren mit Lösemittelgehalt bis 5%.  nicht erforderlich

geringstmögliche Belastung innerhalb der gleichen GISCODE-Produktgruppe (ggf. erst nach Prüfung von Alternativen)

Innerhalb der gleichen GISCODE-Gruppe i.d.R. die Produktgruppe mit der niedrigsten Ziffer. Jedoch sollte grundsätzlich der Einsatz wasserverdünnbarer Produkte geprüft werden (s. rechts)

M-LW01, M-KH01, W1, Ö10+ W1, Ö10+
  Umweltprodukt-deklaration (EPD)

Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1 Inhalt aufklappen

   
EPD1
- - -
Branchen-EPD1 - - -
  Umweltindikatoren

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB. Inhalt aufklappen

   
Ökobau.dat-Datensätze

-> 5. Beschichtungen -> 5.6 Lacke und Lasuren

 

  • 5.6.01 Lacksysteme Holzfenster
  • 5.6.02 Lacksysteme Holzfassade
  • 5.6.03 Parkettlack
  • 5.6.04 Lacksysteme Metall
 
  Sonstiges

Sonstige freiwillige Produktkennzeichnungen, die Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Produkten liefern können. Inhalt aufklappen

   
baubook-Deklaration Die Plattform baubook bietet für Händler und Hersteller von Bauprodukten die Möglichkeit einer online-Deklaration anhand von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Lacke und Lasuren finden sich Produktdeklarationen unter Beschichtungen und Imprägnierungen.
+
Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden
-
Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./.
Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x
Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

1 Die hier als vorhanden markierten EPDs und Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V..

Dispersionslackfarben
Dispersionslackfarben

Technisches

Technische Daten

Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ: geringe Dampfdurchlässigkeit, µ = 1.500 - 10.000

Technische Regeln (DIN, EN)

Der Begriff Dispersionslackfarbe ist in DIN 55945 (Beschichtungsstoffe) definiert.

Bauregelliste

Das Deutsche Institut für Bautechnik stellt in den Bauregellisten A, B und C die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten sowie bauaufsichtlich geregelte und nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten auf.
Nach Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder wird die Bauregelliste bekannt gegeben. Erwerb und weiterführende Informationen zu Bauregelliste und ihren Regelungsbereichen siehe unter → www.dibt.de
Eine Darstellung und Erläuterungen zur Klassifizierung von Bauprodukten siehe im Lexikon → Klassifizierung von Bauprodukten

Dispersionslackfarben

Literaturtipps

Umweltbundesamt: Schadstoffarme Lacke - Geltungsbereich und Anforderungen, Umweltbundesamt, 1997, Berlin

ökoscience AG: Vergleichende ökologische Bewertung von Anstrichstoffen im Baubereich Band 1: Methode, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, 1992, Bern

Büro für Umweltchemie (Hrsg.): Graue Energie von Baustoffen, Büro für Umweltchemie, 1995, Zürich

Dispersionslackfarben

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

Dispersionslackfarben 2.1.1 neu

Abb. 1 / Zusammensetzung nach Funktionen

Als Bindemittel werden verschiedene Kunstharze mit einem durchschnittlichen Gehalt von etwa 25 % in der gebrauchsfertigen Farbe verwendet. Der Gehalt an Pigmenten und Füllstoffen liegt zwischen 20 und 35 %, wobei in weißen Dispersionslackfarben 15 bis 25 % Titandioxid als Weißpigment enthalten sind. Alle Dispersionslackfarben enthalten Wasser im Bereich von 30 bis 45 %, der Gehalt an organischen Lösemitteln (z.B. Glykole, Glykolether, Alkohole) beträgt durchschnittlich 6 %. Dispersionslackfarben enthalten in der Regel Konservierungs- und Stabilisierungsmittel sowie weitere Hilfsstoffe in zum Teil verhältnismäßig großen Mengen.
(siehe Abb.1 / Zusammensetzung nach Funktionen)

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Dispersionslackfarben 2.1.2 neu

Abb. 2 / Zusammensetzung nach Rohstoffherkunft

Gewinnung der Primärrohstoffe

In Dispersionslackfarben sind außer bei Alkydharzbindemitteln keine nachwachsenden Rohstoffe enthalten. Bei Alkydharzen kann der Anteil 60 % betragen. Die anderen Bindemitteltypen, die Lösemittel und die Hilfsstoffe stammen aus Erdölfraktionen. Die Pigmente, v.a. die Weißpigmente, werden aus Metallerzen in verhältnismäßig energieintensiven Prozessen gewonnen. Als Füllstoffe werden Gesteinsmehle aus Kalk oder Feldspat eingesetzt.
Die Gewinnung der fossilen Rohstoffe aus Erdöl, Erdgas und Kohle wie auch der mineralischen Rohstoffe ist mit Umweltrisiken verbunden.

Verfügbarkeit

Mit der allmählichen Erschöpfung der Erdölvorräte vermindert sich auch das Potential zur Gewinnung von fossilen Rohstoffe in wenigen Jahrzehnten. Allerdings könnten die Rohstoffe auch aus Kohle hergestellt werden, was jedoch mit einem größeren Energieaufwand verbunden wäre.
Die mineralischen Rohstoffe sind auch langfristig nicht erschöpft, eine Knappheit ist nicht zu erwarten.

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Die Verwendung von Sekundärrohstoffen in der Produktion von Dispersionslackfarben ist evtl. denkbar, wird jedoch in der Praxis gegenwärtig nicht umgesetzt. Produktionsabfälle werden in modernen Industriebetrieben wo möglich genutzt. Detaillierte Informationen für die Farben- und Lackproduktion liegen jedoch nicht vor.

Radioaktivität

Radioaktivität ist für Farben und Lacke nicht relevant.

Quellen

Eigene Datensammlung, büro für umweltchemie

Dispersionslackfarben

Herstellung

Prozesskette

Prozess Lasuren

Herstellungsprozess

Die Herstellung der Bindemittel für Dispersionslackfarben erfolgt vorwiegend in großen Chemieindustriebetrieben. Es handelt sich um eine Reihe von chemischen Syntheseprozessen, bei denen auch verschiedene Gefahrstoffe (z. B. Blausäure, Vinylchlorid, Ethylenoxid), z. T. mit eindeutig krebserzeugender Wirkung, Verwendung finden. Die Herstellung der Pigmente und Füllstoffe ist nicht produktgruppenspezifisch.

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB liefern.

Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Live- Datensätze.

Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Im Kapitel Energieaufwand finden sich ggf. allgemeine Informationen zum Thema, die die Produktgruppe prägen.

Energieaufwand

Wichtigste Einflussgrößen für die Herstellungsenergie von Dispersionslackfarben sind die Mengen der Bindemittel und der Weißpigmente. Die Art der Bindemittel, die Füllstoffe und die Hilfsstoffe haben eine geringe Bedeutung.

Graue Energie

  Dispersionsfarben Dispersionslackfarben Alkydharzlackfarben
[MJ/m²] 12 - 13 11 - 14 20 - 24

Die Bandbreite der Grauen Energie ergibt sich aus den produktbedingten Abweichungen in den Rezepturen und bezieht sich auf den Standardaufbau für weißdeckende Lacke.

Belastungszahl BZ gemäß BUWAL-Methode

Der BZ-Indikator ist das Ergebnis einer in der Schweiz entwickelten Bewertungsmethode der Umweltbelastung während der Herstellung und Verarbeitung von Anstrichstoffen und basiert auf der Stoff- und Energiebilanzierung.

 
Dispersionsfarben Dispersionslackfarben Alkydharzlackfarben
BZ [-/m²] 14 - 17 15 - 19 31 - 38

Die Unterschiede zu Alkydharzlackfarben als vergleichbares Anstrichsystem für Holz sind groß und werden vor allem durch die Lösemittel verursacht. In der Umweltbelastung vergleichbar sind die Dispersionsfarben. Pro Masseneinheit sind die Dispersionslackfarben wegen des höheren Gehaltes an Bindemittel, Pigmenten und Lösemittel deutlich umweltbelastender als Dispersionsfarben. Dieser Nachteil wird allerdings durch den geringeren Farbverbrauch pro Flächeneinheit so gut wie aufgehoben.

Charakteristische Emissionen

Emissionen in der Herstellung von Lacken sind von deren Zusammensetzung abhängig. Lösemittelhaltige Lacke führen in der Produktion typischerweise zu Lösemittelemissionen, die kontrolliert werden müssen, z. B. durch Absaugung aus geschlossenen Systemen. Mineralische Füllstoffe können zu Staubemissionen führen. Prozesswasser muss, soweit vorhanden, gemäß den Vorgaben der „Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer“ kontrolliert und behandelt werden.

Transport

Der Transport jener Ausgangsstoffe welche auf fossilen Rohstoffe basieren (Bindemittel, Lösemittel, Hilfsstoffe) ist generell mit längeren Transportwegen und größeren Umweltrisiken behaftet als der Transport der Ausgangsstoffe welche auf mineralischen Rohstoffe basieren (Füllstoffe, Pigmente). In der Produktionskette werden auch Güter mit Gefahrstoffkennzeichnung transportiert. Da jedoch Bindemittel, Lösemittel, Pigmente sowie Hilfsstoffe in einer Vielzahl von verschiedenen Produkten verwendet werden (nicht nur in Farben) ist die Umweltrelevanz des Transports nicht spezifisch für die Herstellung von Farben.

Quellen

ökoscience AG: Vergleichende ökologische Bewertung von Anstrichstoffen im Baubereich Band 1: Methode, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, 1992, Bern

Büro für Umweltchemie (Hrsg.): Graue Energie von Baustoffen, Büro für Umweltchemie, 1995, Zürich

Dispersionslackfarben

Verarbeitung

Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Dispersionslackfarben stellen keine besonderen Anforderungen an die Verarbeitung.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Dispersionslackfarben können durch Einatmen der Dämpfe oder Aufnahme über die Haut zu Gesundheitschäden führen. Die in Dispersionslackfarben enthaltenen Lösemittel können die Atemwege, die Augen und die Haut reizen sowie vorübergehende Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen und Übelkeit verursachen.

AGW-Werte

Für Lösemittel existieren Arbeitsplatzgrenzwerte. Diese sind je nach Lösemittel verschieden hoch. Informationen zu den Grenzwerten finden sich in den GISBAU Produktdatenblättern (hier: M-LW01) jeweils unter "Grenzwerte und Einstufungen".

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden.

Farben werden als Gemisch eingestuft.

Produkt bezogene Informationen gemäß CLP-Verordnung müssen daher in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) der jeweiligen Produkte ausgewiesen sein.

Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU

GISBAU / Produkt-Code:

M-LW01 Dispersionslackfarben

Emissionen

  Dispersionsfarben Dispersionslackfarben Alkydharzlackfarben
[g/m²] 4 - 8 13 - 23 120 - 150

Dispersionslackfarben verursachen nur geringe Lösemittelemissionen bei der Verarbeitung. Die Lösemittelemissionen von Alkydharzlackfarben sind bis zu 10-mal höher, diejenigen von Dispersionsfarben im Durchschnitt etwas geringer.

Umweltrelevante Informationen

Wassergefährdung

Dispersionslackfarben sind gemäß VwVwS (Einstufung aufgrund der Verwaltungsvorschrift wassergefährdender Stoffe) als “schwach wassergefährdend“ eingestuft.

Transport

Dispersionslackfarben sind nicht als Gefahrgut gekennzeichnet. Für den Transport bestehen daher keine spezifischen Auflagen.

Quellen

Eigene Berechnungen und Daten, büro für umweltchemie

Datenbank für wassergefährdende Stoffe, Umweltbundesamt

Dispersionslackfarben

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Der Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) hat ein Bewertungsschema (AgBB-Bewertungsschema) zur gesundheitlichen Bewertung der Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC und SVOC) aus Bauprodukten entwickelt. Darin sind auch Anforderungen für Farben formuliert.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

TVOC: Dispersionslackfarben enthalten im Vergleich zu stark lösemittelhaltigen Produkten weniger flüchtige Bestandteile. Diese gasen dafür über einen längeren Zeitraum aus. Die Geruchsimmissionen sind am Anfang verhältnismäßig niedrig, dauern oft länger als bei lösemittelhaltigen Kunstharzlacken.

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Umweltrelevante Bestandteile

  • Dispersionslackfarben mit Alkydharzbindemittel können 0.1 % Metallsikkative enthalten, alle anderen Systeme sind physikalisch trocknend
  • enthalten in der Regel bis 0.2 % Konservierungsmittel
  • enthalten keine Weichmacher
  • enthalten in der Regel eine Reihe von gesundheitsgefährdenden Hilfsstoffen auf polymerer Basis im Bereich von 0.5 - 5 %

Umweltrelevante Bestandteile können durch Abwitterung, Versprödung, Diffusion oder bei der Renovierung (z.B. durch Schleifen) in die Umwelt gelangen. Zudem können alle buntpigmentierten Dispersionslackfarben, insbesondere die kräftig leuchtenden Pigmente, umweltrelevante Schwermetalle wie Chrom, KobaltNickel, Blei oder Cadmium enthalten.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Im Brandfall sind keine besonderen Risiken für Umwelt und Gesundheit zu erwarten.

Wassereinwirkung

Es sind keine besonderen Risiken für die Umwelt zu erwarten. Dispersionslackfarben enthalten keine gemäß Gefahrstoffverordnung kennzeichnungspflichtigen Bestandteile, welche wasserlöslich sind.

Beständigkeit Nutzungszustand

Mechanische Beständigkeit
Abriebfestigkeit Abwaschbar- und Scheuerbeständigkeit Härte und Kratzfestigkeit
sehr gut gut gut
Alterungsverhalten
Vergilbungsneigung Witterungsbeständigkeit
gering, bei Alkydharzbindemitteln vorhanden gut bis sehr gut

Aufgrund der Tendenz zur Vergilbung sind wässrige Alkydharz-Farbsysteme für Außenanwendungen nur bedingt geeignet.

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.
Datenbank als PDF

Instandhaltung

Intakte Farbfilme können abgewaschen, geschliffen und wieder überstrichen werden. Der Aufwand für eine vollständige Entfernung des Farbfilms ist hoch. Insbesondere die Lackdispersionen mit Reinacrylatbindemitteln sind thermoplastisch und lassen sich sowohl mit Schleifen als auch mit Abbeizen nur sehr schlecht und mit viel Aufwand entfernen.

Quellen

Daten und eigene Berechnungen, büro für umweltchemie. Zürich

Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten, AgBB-Bewertungsschema 2012, Online-Quelle abgerufen am 10. Juli 2012

DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik) (2010), Grundsätze zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten in Innenräumen, Stand Oktober 2010, Online-Quelle abgerufen am 10. Juli 2012

Dispersionslackfarben

Nachnutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

Mit dem Rückbau sind keine besonderen Risiken für Umwelt und Gesundheit verbunden.

Wiederverwendung

Eine Wiederverwendung von Farben ist nicht möglich. Oberflächenbehandlungen von Bauteilen können die Wiederverwendung erschweren.

Stoffliche Verwertung

Eine stoffliche Verwertung von Farben kommt aufgrund ihrer Verarbeitungsform grundsätzlich nicht in Frage. Mit Farben behandelte Baustoffe werden in ihrer Recyclierbarkeit beeinträchtigt. Dies kann zu Qualitätseinbußen von Sekundärbaustoffen führen.

Energetische Verwertung

Dispersionslackfarben können in Verbrennungsanlagen energetisch verwertet werden und ergeben bei vorschriftsmäßiger Rauchgasreinigung keine relevanten Emissionen.

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Reine Dispersionslackfarben dürfen nicht deponiert werden. Da Dispersionslackfarben auf anderen Materialen anhaften, die je nach Material deponiert werden, können sie dennoch in Deponien gelangen. Somit können die Abbauprodukte der Lacke die Deponieabwässer belasten.

EAK-Abfallschlüssel

vgl. auch Farben, Lacke, Lasuren

Unverarbeitete und unausgehärtete Dispersionslackfarben

08 01 Abfälle aus Herstellung, Zubereitung, Vertrieb, Anwendung und Entfernung von Farben und Lacken
08 01 11 Farb- und Lackabfälle, die organische Lösemittel oder andere gefährliche Stoffe enthalten

(Gemäß KrW-/AbfG, BestbüAbfV besonders überwachungsbedürftige Abfälle)

Ausgehärtete Produktreste
Ausgehärtete Produktreste gelten nicht mehr als Problemmüll und können mit dem Restmüll entsorgt werden.

Quellen

Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis (Abfallverzeichnis-Verordnung – AVV, zuletzt geändert am 24. Februar 2012, Online-Quelle abgerufen am 11.7.2012