Klarlacke lösemittelhaltig

Produktgruppeninformation

Begriffsdefinition

In lösemittelhaltigen Kunstharzklarlacken liegt das Bindemittel gelöst in organischen Lösemitteln vor. Klarlacke haben im Gegensatz zu deckenden Lacken einen höheren Bindemittelanteil und keine farbgebenden Pigmente oder Füllstoffe. Als Bindemittel werden dieselben Kunstharze wie in Polyurethanharze lösemittelhaltig und Alkydharzlackfarben verwendet. Vor allem Kombinationen von Acrylaten mit Isocyanaten, aber auch mit Cellulosenitrat sind gebräuchlich. Klarlacke mit Cellulosenitrat als Bindemittel werden auch als Cellulose- oder NC-Lacke bezeichnet. Sie zeichnen sich durch sehr kurze Trocknungszeiten aus. Ihr Verbrauch ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken.

Wesentliche Bestandteile

Die wesentlichen Bestandteile von lösemittelhaltigen Klarlacken sind BindemittelLösemittel und Hilfsstoffe.

Charakteristik

Nitrocellulose-Lacke sind wahrscheinlich über 100 Jahre alt und haben Anfang des Jahrhunderts bereits vor den Alkydharzlacken industrielle Bedeutung erlangt. Mit der zunehmenden Sensibilisierung für den Umweltschutz sind die NC-Lacke, die Weichmacher erfordern und bis zu 80% Lösemittel enthalten, nicht mehr so gebräuchlich. Nitrocellulose-Lacke können in vielen Kombinationen mit anderen Bindemitteln, insbesondere mit Alkydharzen verwendet werden (Nitrokombilacke) und auch bei den Polyurethanlacken ist die Zahl der gebräuchlichen Bindemittel erheblich. Die einzelnen Kombinationen, die bei konkreten Produkten oft nicht zu identifizieren sind, können die spezifischen Gebrauchseigenschaften maßgebend bestimmen.

Lieferzustand

Lösemittelhaltige Klarlacke werden in Metallgebinden geliefert.

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

grundsätzliche Anwendungsbereiche von Klarlacken lösemittelhaltig im Vergleich zu anderen Farben, Lacken, Lasuren siehe Anwendungsbereiche Farben, Lacke, Lasuren

  Innen Außen
Beanspruchung gering stark  
Putze - - -
Gips - -  
Gipskarton, Papier, Tapeten - -  
Beton - - -
Faserzement - - -
Massivholz x + 0
Holzwerkstoffe x + 0
Stahl x 1) x 1) 0
Stahl verzinkt x 1) x 1) 0
Aluminium x 1) x 1) 0
+
geeignet
x
möglich, aber nicht gebräuchlich
-
nicht geeignet
0
bedingt geeignet
1)
NC-Lacke nur mit entsprechender Grundierung
 
 

Lösemittelhaltige Kunstharzklarlacke werden hauptsächlich zum Schutz von Holz- und Metalloberflächen gegen mechanische Beanspruchung im Innenbereich eingesetzt. Für Anwendungen im Außenbereich sind nur speziell modifizierte Polyurethanharze und NC-Lacke geeignet. Auf metallischen Untergründen ist eine Anwendung von NC-Lacken nur mit entsprechender Grundierung möglich.

Alternativen hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Als weniger umweltbelastende Alternativen für stark beanspruchte Holzteile im Innenbereich können Klarlacke wasserverdünnbar verwendet werden. Bei geringer Beanspruchung sind Naturharzklarlacke lösemittelhaltig oder eine Behandlung mit Öl oder Wachsen mögliche Alternativen. Eine geölte Oberfläche lässt sich besser unterhalten als ein Klarlack, dessen Erneuerung sehr aufwendig ist.

Anstrichaufbau

Kunstharzklarlack lösemittelhaltig 200 g/m² Zwei Anstriche Standardrezeptur, Zwischenschliff

Beim angegebenen Anstrichaufbau handelt es sich um einen Standardaufbau für Holz im Innenbereich. Die produktbedingten Abweichungen sind gering. Für Hölzer in trockenen Innenräumen ist keine Behandlung mit Bioziden nötig.

Quellen

Eigene Datensammlung, büro für umweltchemie

Klarlacke lösemittelhaltig
Klarlacke lösemittelhaltig

Planungs- und Ausschreibungshilfen

WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.

Informationen hier im Reiter Ausschreibung:

  • Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
  • Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien,
  • Hinweise zu möglichen Verwendungseinschränkungen hinsichtlich Gefahrstoffverordnung und zu Alternativen

Übersicht Planungs- und Ausschreibungshilfen: Lacke und Lasuren
Stand 03/2015

  

Polyurethanharze wasserverdünnbar

Polyurethanharze lösemittelhaltig

Dispersionslackfarben

Klarlacke

Alkydharzlackfarben

Ölfarben und Naturharzlacke

Holzlasuren

Epoxidharzdispersion

Epoxidharze lösemittelhaltig

           
  Material-
ökologische Anforderungen
Im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung. Inhalt aufklappen
   
Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS

Lacke, Lasuren, Beizen, inkl. Grundbeschichtung
---
Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen
---

Reaktive PU-Beschichtungen für die Beschichtung von Holz

Lacke, Lasuren, Beizen, inkl. Grundbeschichtung
---
Beschichtungen von Holz-Bodenbelägen

Lacke, Lasuren, Beizen, inkl. Grundbeschichtung

Lacke, Lasuren, Beizen, inkl. Grundbeschichtung

  Mögliche Quellen Die hier genannten Quellen, insbesondere BNB, bilden die Grundlage für Planungs- und Ausschreibungshilfen bzw. materialökologische Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS. Inhalt aufklappen
   
Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen

(BNB) des BMUB /
Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt)

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen. Die o.g. Textbausteine und materialökologischen Anforderungen in WECOBIS basieren derzeit auf Kriteriensteckbrief 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt. Dieser steht in engem Zusammehang mit Kriteriensteckbrief 3.1.3 Innenraumhygiene.

Auch wenn ein Gebäude nicht zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Einordung der jeweiligen Lacke und Lasuren hinsichtlich verschiedener Kriteriensteckbriefe siehe Reiter Bewertungssysteme in WECOBIS

Umweltbundesamt
(UBA)
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Die Seiten werden gerade überarbeitet, sodass sich dort derzeit aus dem Baubereich nur Ausschreibungsempfehlungen zu Elastischen Bodenbelägen, Tapeten und Raufaser finden.
baubook ökologisch ausschreiben Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Lacke  und Lasuren finden sich Produktdeklarationen unter Beschichtungen und Imprägnierungen.
natureplus Ausschreibungstexte + + + +
  Mögliche Nachweis-
dokumente
weitere Nachweismöglichkeiten neben den folgend genannten sind Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, sowie Herstellererklärungen oder ggf. ein Anhang mit Nachhaltigkeitsmerkmalen zur bauaufsichtlichen Zulassung (abZ+). Inhalt aufklappen
   
gesetzlich vorgeschrieben: Welche Nachweisdokumente müssen vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden? Welcher Nachweis kann damit erbracht werden?
REACH / CLP:
Sicherheitsdatenblatt (SDB)
Lacke und Lasuren werden als Gemisch eingestuft. Für sie muss daher ein SDB gemäß den Anforderungen in Art.31 REACH-VO in Verbindung mit Anhang II erstellt werden. (Nachweis gefährliche Stoffe, Nachweis SVHC >= 0,1 Gew.-%).
Leistungserklärung gemäß BauPVO mit Angaben zu SVHC - -

 -

-

allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) aus Gesundheits-
schutzgründen

Beschichtungen für Parkette und Holzfußböden sowie für elastische Bodenbeläge benötigen bei der Verwendung in Aufenthaltsräumen einschließlich zugehöriger Nebenräume eine abZ aus Gesundheitsschutzgründen. Sie umfasst eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung von Formaldehyd, sowie flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas.

abZ der Gruppen
Z-157.10 (Beschichtungen f. Parkette &  Holzfußböden)
Z-157.20 (Beschichtungen f. elastische Bodenbeläge)
Z-157.30 (Beschichtungen f. Korkbodenbeläge)

 -

 -

freiwillige Produktkenn-zeichnungen / -deklarationen Für einige Bauproduktgruppen existieren freiwillige Produktkennzeichnungen oder -deklarationen wie z.B. Umweltzeichen oder Umweltproduktdeklarationen, die als Nachweis für materialökologische Anforderungen dienen können. Eine Übersichtstabelle dazu mit detaillierten Informationen zu Lacken und Lasuren findet sich im Reiter Zeichen & Deklarationen.

Gefahrstoffverordnung

Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der GefStoffV ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden.Werden für eine Produktgruppe GISBAU Produkt-Codes oder GISCODES vergeben, lassen sich z.B. dadurch Unterschiede innerhalb der Produktgruppe feststellen (s. Reiter Zeichen & Deklarationen).
In vielen Fällen können anstelle der lösemittelhaltigen wasserverdünnbare Produkte eingesetzt werden (siehe Verarbeitung / Arbeitshygienische Risiken, Reiter Zeichen & Deklarationen, sowie GISBAU Produktdatenblätter M-KH02, M-KH03, M-KH04, M-KH05 / Ersatzstoffe).

Alternativen hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Als weniger umweltbelastende Alternativen für stark beanspruchte Holzteile im Innenbereich können Klarlacke wasserverdünnbar verwendet werden. Bei geringer Beanspruchung sind Naturharzklarlacke lösemittelhaltig oder eine Behandlung mit Öl oder Wachsen mögliche Alternativen. Eine geölte Oberfläche lässt sich besser unterhalten als ein Klarlack, dessen Erneuerung sehr aufwendig ist.

Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS

Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet das neue WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter Allgemeine Infos.

Klarlacke lösemittelhaltig

Umweltdeklarationen

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen aus dem Bereich der Lacke und Lasuren. Neben Herstellererklärungen, Informationen in Sicherheitsdatenblättern (SDB) oder allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Ausschreibung) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.

Übersicht Umweltdeklarationen: Lacke und Lasuren
Stand 08/2015

  

Lacke und Lasuren lösemittelhaltig:

Alkydharzlackfarben

Ölfarben und Naturharzlacke

Klarlacke lösemittelhaltig

Naturharzklarlacke lösemittelhaltig

Lasuren lösemittelhaltig

Polyurethanharze lösemttelhaltig

Epoxidharze lösemittelhaltig

Kunstharzlacke und -lasuren
wasserverdünnbar:

Dispersionslackfarben

Klarlacke wasserverdünnbar

Lasuren wasserverdünnbar

Polyurethanharze wasserverdünnbar

Epoxidharzdispersionen

 

Naturharzlacke und -lasuren wasserverdünnbar:

derzeit noch keine Produktgruppen in WECOBIS

         
  Umweltzeichen

Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können. Inhalt aufklappen

   
Blauer Engel
weil emissionsarm /
RAL-UZ 12a
Schadstoffarme Lacke

x

(aufgrund der Inhaltsstoffe: Lösemittelgehalt >10%)

+

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

EU-Umweltzeichen (Blume) für Innenfarben und –lacke bzw. für Außenfarben und -lacke x +

+

(Produktverfügbarkeit nicht prüfbar)

Österreichisches Umweltzeichen /

Richtlinie UZ 01 für Lacke, Lasuren und Holzversiegelungslacke, ausgenommen sind Zweikomponentensysteme

x

+

(derzeit nur Parkettlacke zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

natureplus-
Qualitätszeichen /
RL0700 Oberflächen-beschichtungen aus nachwachsenden Rohstoffen (Lacke, Lasuren, Öle, Wachse)

x

(nur für Produkte aus nachwachsenden bzw. mineralischen Rohstoffen)

x

(nur für Produkte aus nachwachsenden bzw. mineralischen Rohstoffen)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

  GISBAU Klassifizierungs-system

Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden. (siehe unten: Ersatzproduktgruppe prüfen?) Inhalt aufklappen

   
 

Für Oberflächenbehandlungen gibt es aufgrund ihrer hohen arbeitshygienischen Relevanz zahlreiche Einstufungskataloge der GISBAU. Für Lacke und Lasuren kommen hier neben dem Einstufungskatalog für Farben und Lacke auch diejenigen für Epoxidharze, Oberflächenbehandlungsmittel für Parkett und andere Holzfußböden, sowie Polyurethanharzprodukte zur Verwendung. Aufgrund der Vielzahl der Produktcodes, wird in dieser Tabelle zunächst nur ein erster allgemeiner Überblick zur Systematik gegeben. Die für die jeweilige Produktgruppe im Einzelnen relevanten Links können dem rechten Navigationsbalken bzw. den produktgruppenspezifischen Informationen im Reiter Verarbeitung entnommen werden.

GISBAU Produkt-Code / GISCODE

Einstufungskatalog Lacke und Lasuren:
Lackfarben lösemittelverdünnbar:
M-LL01 - M-LL03 (Alkydharze)
M-LL04 - M-LL05 (Ölfarben)
Klarlacke, Holzlasuren lösemittelverdünnbar:
M-KH02 - M-KH05 (Alkydharz, Polymerisat, Naturharz)

Einstufungskatalog Polyurethanharzprodukte:
Polyurethanharze lösemittelhaltig:
PU20, PU30, PU50 (PU-Systeme)

Einstufungskatalog Epoxidharze:
Epoxidharzfarben lösemittelhaltig:
RE2, RE2,5, RE3 (Epoxidharzprodukte)

Einstufungkatalog Oberflächenbehandlungsmittel für Parkett und andere Holzfußböden:
G1-G3, KH1-KH2, DD1-DD2, SH1 (stark lösemittelhaltige Versiegelungen)
Ö40-Ö70, Ö80-Ö100 (Öle und Wachse, Lösemittelgehalt 5-15%)

Einstufungskatalog Lacke und Lasuren:
Lackfarben wasserverdünnbar:
M-LW01 (Dispersionlack)
Klarlacke, Holzlasuren wasserverdünnbar:
M-KH01 (Kunstharzdispersion)

Einstufungskatalog Polyurethanharzprodukte:
Polyurethanharze wasserverdünnbar:PU10 + PU40 (PU-Systeme)

Einstufungskatalog Epoxidharze:
Epoxidharzfarben lösemittelfrei:RE0, RE0,5 (Epoxidharzprodukte)

Einstufungkatalog Oberflächenbehandlungsmittel für Parkett und andere Holzfußböden:
W1, W1/DD (Wassersiegel, lösemittelfrei)
W2, W2+, W2/DD+ (Wassersiegel, Lösemittelgehalt max. 5%)
W3, W3+, W3/DD (Wassersiegel, Achtung! Lösemittelgehalt per Definition bis zu 15% erlaubt)
Ö10, Ö10+, Ö10/DD+ (Öle / Wachse, lösemittelfrei)
Ö20-Ö30, Ö20+, Ö80 (Öle und Wachse, Lösemittelgehalt max. 5%)

Einstufungkatalog Oberflächenbehandlungsmittel für Parkett und andere Holzfußböden:
Ö10, Ö10+, Ö10/DD+ (Öle / Wachse, lösemittelfrei)

wasserbasierte Naturharzlacke sind i.d.R. lösemittelfrei, evtl. kommt deshalb noch der Produktcode für Wassersiegel zur Verwendung:
W1, W1/DD (Wassersiegel, lösemittelfrei)

GefStoffV: Prüfung von Alternativen erforderlich? (Minimierungsgebot)

immer erforderlich (Einsatz muss technisch begründet sein) immer erforderlich bei Epoxidharz- und Polyurethanharzprodukten (Einsatz must technisch begründet sein), nicht erforderlich bei anderen wasserverdünnbaren Lacken und Lasuren mit Lösemittelgehalt bis 5%.  nicht erforderlich

geringstmögliche Belastung innerhalb der gleichen GISCODE-Produktgruppe (ggf. erst nach Prüfung von Alternativen)

Innerhalb der gleichen GISCODE-Gruppe i.d.R. die Produktgruppe mit der niedrigsten Ziffer. Jedoch sollte grundsätzlich der Einsatz wasserverdünnbarer Produkte geprüft werden (s. rechts)

M-LW01, M-KH01, W1, Ö10+ W1, Ö10+
  Umweltprodukt-deklaration (EPD)

Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1 Inhalt aufklappen

   
EPD1
- - -
Branchen-EPD1 - - -
  Umweltindikatoren

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB. Inhalt aufklappen

   
Ökobau.dat-Datensätze

-> 5. Beschichtungen -> 5.6 Lacke und Lasuren

 

  • 5.6.01 Lacksysteme Holzfenster
  • 5.6.02 Lacksysteme Holzfassade
  • 5.6.03 Parkettlack
  • 5.6.04 Lacksysteme Metall
 
  Sonstiges

Sonstige freiwillige Produktkennzeichnungen, die Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Produkten liefern können. Inhalt aufklappen

   
baubook-Deklaration Die Plattform baubook bietet für Händler und Hersteller von Bauprodukten die Möglichkeit einer online-Deklaration anhand von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Lacke und Lasuren finden sich Produktdeklarationen unter Beschichtungen und Imprägnierungen.
+
Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden
-
Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./.
Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x
Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

1 Die hier als vorhanden markierten EPDs und Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V..

Klarlacke lösemittelhaltig
Klarlacke lösemittelhaltig

Technisches

Technische Daten

Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ: sehr geringe Dampfdurchlässigkeit (je nach Bindemittel µ = 12.000 - 40.000 )

Technische Regeln (DIN, EN)

Der Begriff Klarlack ist in DIN 55945 (Beschichtungsstoffe) definiert.

Bauregelliste

Das Deutsche Institut für Bautechnik stellt in den Bauregellisten A, B und C die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten sowie bauaufsichtlich geregelte und nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten auf.
Nach Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder wird die Bauregelliste bekannt gegeben. Erwerb und weiterführende Informationen zu Bauregelliste und ihren Regelungsbereichen siehe unter → www.dibt.de
Eine Darstellung und Erläuterungen zur Klassifizierung von Bauprodukten siehe im Lexikon → Klassifizierung von Bauprodukten

Klarlacke lösemittelhaltig

Literaturtipps

Umweltbundesamt: Schadstoffarme Lacke - Geltungsbereich und Anforderungen, Umweltbundesamt, 1997, Berlin

ökoscience AG: Vergleichende ökologische Bewertung von Anstrichstoffen im Baubereich Band 1: Methode, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, 1992, Bern

Büro für Umweltchemie (Hrsg.): Graue Energie von Baustoffen, Büro für Umweltchemie, 1995, Zürich

Klarlacke lösemittelhaltig

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

Klarlacke lösemittelhaltig 2.1.1b neu

Abb. 1 / Zusammensetzung nach Funktionen

Der Bindemittelgehalt von lösemittelverdünnbaren Kunstharzklarlacken variiert wegen der verschiedenen Bindemitteltypen in einem großen Bereich. Bei NC-Lacken liegt er zwischen 15 und 20 %, bei polyurethanmodifizierten Kunstharzklarlacken deutlich höher. Pigment sind in lösemittelverdünnbaren Kunstharzklarlacken keine enthalten, in seltenen Fällen geringe Mengen an Füllstoffen. Als Lösemittel kommen neben Testbenzin und aromatischen Lösemittel wie Xylol oder Ethylbenzol eine Vielzahl spezieller Lösemittel (Ketone, höhere Alkohole, Ester) zum Einsatz. Bei NC-Lacken kann der Lösemittelgehalt bis zu 85 % betragen. Lösemittelverdünnbare Kunstharzklarlacke enthalten verschiedene Hilfsstoffe in wenigen Prozenten.

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Klarlacke lösemittelhaltig 2.1.2b neu

Abb. 2 / Zusammensetzung nach Rohstoffherkunft

Gewinnung der Primärrohstoffe

In Cellulosenitrat stammt ein Teil, in Alkydharzbindemitteln bis zu maximal 60 % der Inhaltsstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Je nach Bindemittelkombination beträgt so der Anteil nachwachsender Rohstoffe im fertig formulierten Kunstharzklarlack bis 25 %. Die restlichen Bindemittelbestandteile, die Lösemittel und die Hilfsstoffe bestehen größtenteils aus fossilen Rohstoffen. Mineralische Rohstoffe sind in der Regel keine enthalten.

Die Gewinnung der fossilen Rohstoffe aus Erdöl, Erdgas und Kohle ist mit Umweltrisiken verbunden. Die Gewinnung der nachwachsenden Rohstoffe ist mit geringen Umweltrisiken verbunden.

Verfügbarkeit

Mit der allmählichen Erschöpfung der Erdölvorräte vermindert sich auch das Potential zur Gewinnung von fossilen Rohstoffe in wenigen Jahrzehnten. Allerdings könnten die Rohstoffe auch aus Kohle hergestellt werden, was jedoch mit einem größeren Energieaufwand verbunden wäre. Nachwachsende Rohstoffe sind definitionsgemäß unerschöpflich. Die benötigte Produktionsfläche steht jedoch in Konkurrenz zu Naturräumen und den Anbauflächen für Lebensmittel oder anderen technischen Produkten und ist nur begrenzt verfügbar.

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Die Verwendung von Sekundärrohstoffen in der Produktion von lösemittelhaltigen Klarlacken ist evtl. denkbar, wird jedoch in der Praxis gegenwärtig nicht umgesetzt. Produktionsabfälle werden in modernen Industriebetrieben wo möglich genutzt. Detaillierte Informationen für die Farbenproduktion liegen jedoch nicht vor.

Radioaktivität

Radioaktivität ist für Lacke nicht relevant.

Quellen

Eigene Datensammlung, büro für umweltchemie

Klarlacke lösemittelhaltig

Herstellung

Prozesskette

Prozess Klarlacke lösemittelhaltig

Herstellungsprozess

Die Herstellung der Polyurethan-, Acryl- und Alkydharze erfolgt ausschließlich in großen Chemieindustriebetrieben. Die Prozessketten von Harzen und Härtern umfassen verhältnismäßig viele Stufen, an denen verschiendene Gefahrstoffe, z. T. mit erheblichem arbeits- und umwelthygienischem Risikopotential (z. B. Benzol, Phosgen, Isocyanate, Blausäure, Ethylenoxid), beteiligt sind. Cellulosenitrat als Bindemittel für NC-Lacke wird aus Holz- oder Baumwolle-Cellulose (Baumwoll-Linters) durch Behandlung mit Nitriersäuren (Salpetersäure, Schwefelsäure) hergestellt. Gefahrstoffe mit erheblichem arbeits- und umwelthygienischem Risikopotential sind am Herstellungsprozess nicht beteiligt. Cellulosenitrat selbst ist hochexplosiv und darf nur wasser- oder alkoholfeucht (phlegmatisiert) vermarktet werden.
Die Verarbeitung zu Klarlacken beinhaltet das Einwägen und Mischen der Ausgangsstoffe gemäß Rezeptur. Anschließend werden die Lacke in Gebinde eingefüllt und zur Auslieferung auf Paletten verpackt.

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB liefern.

Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Live- Datensätze.

Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Im Kapitel Energieaufwand finden sich ggf. allgemeine Informationen zum Thema, die die Produktgruppe prägen.

Energieaufwand

Die wichtigsten Einflussgrößen für die Herstellungsenergie von lösemittelhaltigen Kunstharzklarlacken sind die Bindemittel und die organischen Lösemittel. Die Hilfsstoffe haben nur eine geringe Bedeutung.

Graue Energie

  Naturharzklarlacke lösemittelhaltig Kunstharzklarlacke lösemittelhaltig Klarlacke wasserverdünnbar
[MJ/m²] 1.5 - 4.5 14 - 22 4.5 - 8

Die Bandbreite der Grauen Energie ergibt sich aus den produktbedingten Abweichungen in den Rezepturen und bezieht sich auf den Standardaufbau für einen Klarlack auf Holz. Die Unterschiede in der Herstellungsenergie zu Klarlacken wasserverdünnbar sind durch den hohen Gehalt an organischen Lösemitteln, die niedrigen Werte der Naturharzklarlacke lösemittelhaltig durch die nachwachsenden und energiearmen Bindemittel (Naturharze und -öle) bedingt.

Belastungszahl BZ gemäß BUWAL-Methode

Der BZ-Indikator ist das Ergebnis einer in der Schweiz entwickelten Bewertungsmethode der Umweltbelastung während der Herstellung und Verarbeitung von Anstrichstoffen und basiert auf der Stoff- und Energiebilanzierung.

  Naturharzklarlacke lösemittelhaltig Kunstharzklarlacke lösemittelhaltig Klarlacke wasserverdünnbar
BZ [-/m²] 5.5 - 7 21 - 28 3 - 10

Die Umweltbelastungszahl ist im Vergleich zu möglichen Alternativen hoch. Zwischen 50 und 70 % der Umweltbelastung wird während der Verarbeitung, hauptsächlich von aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Xylol und Toluol aber auch von den reaktiven Bestandteilen der 2K-Polyurethansysteme verursacht.

Lösemittelhaltige Kunstharzklarlacke gehören zu den rohstoff- und herstellungsintensiven Anstrichstoffen.

Charakteristische Emissionen

Emissionen in der Herstellung von Lacken sind von deren Zusammensetzung abhängig. Die Lösemittel in Lasuren führen in der Produktion typischerweise zu Lösemittelemissionen, die kontrolliert werden müssen, z. B. durch Absaugung aus geschlossenen Systemen. Mineralische Füllstoffe können zu Staubemissionen führen. Prozesswasser muss, soweit vorhanden, gemäß den Vorgaben der „Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer“ kontrolliert und behandelt werden.

Transport

Der Transport jener Ausgangsstoffe welche auf fossilen Rohstoffen basieren (Bindemittel, Pigmente, Lösemittel, Hilfsstoffe) ist generell mit längeren Transportwegen und größeren Umweltrisiken behaftet als der Transport der Ausgangsstoffe welche auf nachwachsenden Rohstoffen basieren (Bindemittel). In der Produktionskette werden auch Güter mit Gefahrstoffkennzeichnung transportiert. Da jedoch Bindemittel, Lösemittel sowie Hilfsstoffe in einer Vielzahl von verschiedenen Produkten verwendet werden (nicht nur in Klarlacken) ist die Umweltrelevanz des Transports nicht spezifisch für die Herstellung von Klarlacken.

Quellen

ökoscience AG: Vergleichende ökologische Bewertung von Anstrichstoffen im Baubereich Band 1: Methode, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, 1992, Bern

Büro für Umweltchemie (Hrsg.): Graue Energie von Baustoffen, Büro für Umweltchemie, 1995, Zürich

Klarlacke lösemittelhaltig

Verarbeitung

Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Lösemittelhaltige Klarlacke stellen keine besonderen Anforderungen an die Verarbeitung.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Lösemittelhaltige Kunstharzklarlacke können beim Verschlucken Lungenschäden verursachen und müssen entsprechend gekennzeichnet sein (Gefahrenkennzeichung gemäß EU-Richtlinie R 65). Sie können durch Einatmen der Dämpfe zu Gesundheitsschäden führen. Die in lösemittelhaltigen Kunstharzklarlacken enthaltenen Lösemittel können die Augen und die Haut reizen sowie vorübergehende Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen und Übelkeit verursachen. Zudem entfetten sie die Haut.

AGW-Werte

Für Lösemittel existieren Arbeitsplatzgrenzwerte. Diese sind je nach Lösemittel verschieden hoch. Informationen zu den Grenzwerten finden sich in den GISBAU Produktdatenblättern (hier: M-KH02, M-KH03, M-KH04, M-KH05) jeweils unter "Grenzwerte und Einstufungen".

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden.

Farben werden als Gemisch eingestuft.

Produkt bezogene Informationen gemäß CLP-Verordnung müssen daher in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) der jeweiligen Produkte ausgewiesen sein.

Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU

GISBAU / Produkt-Codes:

Klarlacke/ Holzlasuren
M-KH02 M-KH03 M-KH04 M-KH05
entaromatisiert aromatenreich aromatenreich lösemittelverdünnbar

Aromatenreiche und lösemittelverdünnbare Kunstharzlasuren (M-KH04 und M-KH05) reizen die Atemwege und müssen entsprechend gekennzeichnet sein (Gefahrenkennzeichung gemäß EU-Richtlinie R 37 respektive H335), bei entaromatisierten und aromatenarmen Kunstharzlasuren (M-KH02 und M-KH03) ist eine Reizung der Atemwege möglich. Aus luft- und arbeitshygienischen Gründen sind Produkte mit den GISBAU Produkt-Codes M-KH02 und M-KH03 den Produkten mit den GISBAU Produkt-Codes M-KH04 und M-KH05 vorzuziehen.
Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der GefStoffV ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden.

Emissionen

  Naturharzklarlacke lösemittelhaltig Kunstharzklarlacke lösemittelhaltig Klarlacke wasserverdünnbar
[g/m²] 80 - 120 100 - 170 4 - 16

Die Lösemittelemissionen der lösemittelhaltigen Kunstharzklarlacke sind verglichen mit möglichen Alternativen auf Wasserbasis (Klarlacke wasserverdünnbar) deutlich höher, gegenüber lösemittelhaltigen Systemen auf Naturharzbasis (Naturharzklarlacke lösemittelhaltig) rund doppelt so hoch.

Umweltrelevante Informationen

Lösemittelhaltige Klarlacke sind schädlich für Wasserorganismen und können in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben (R 52/53 bzw. H412)

Transport

Lösemittelhaltige Klarlacke sind als Gefahrgut gekennzeichnet. Für den Transport bestehen daher spezifischen Auflagen.

Quellen

Eigene Berechnungen und Daten, büro für umweltchemie

Datenbank für wassergefährdende Stoffe, Umweltbundesamt

Klarlacke lösemittelhaltig

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Der Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) hat ein Bewertungsschema (AgBB-Bewertungsschema) zur gesundheitlichen Bewertung der Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC und SVOC) aus Bauprodukten entwickelt. Darin sind auch Anforderungen für Farben formuliert.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

TVOC: Aus punktuellen Messungen in der Prüfkammer muss man davon ausgehen, dass bei Polyurethan-Klarlacken das Risiko längerfristiger Schadstoffabgabe nicht ganz ausgeschlossen werden kann. Vor allem bei unsachgemäßer Verarbeitung von Zweikomponentensystemen können Probleme entstehen, insbesondere wenn die Mischungsverhältnisse, Verarbeitungstemperaturen oder Luftfeuchtigkeiten zu wenig genau beachtet werden. Die Verarbeitung dieser Systeme erfordert erhöhte Sachkenntnis. Bei NC-Lacken können während der Nutzungsphase Weichmacher (Phtalate) herausdiffundieren.

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Umweltrelevante Bestandteile:

Die Art der umweltrelevanten Bestandteile ist vom Bindmitteltyp abhängig. Reine Alkydharzklarlacke enthalten immer Metallsikkative (Trockner). Kunstharzklarlacke auf Nitrocellulosebasis in der Regel Phthalate als Weichmacher. Auch polyurethanbasierende Klarlacke können Weichmacher enthalten. Umweltrelevante Bestandteile können durch Versprödung, Diffusion oder bei der Renovierung (z.B. durch Schleifen) in die Umwelt gelangen.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Im Brandfall sind keine besonderen Risiken für Umwelt und Gesundheit zu erwarten.

Wassereinwirkung

Es sind keine besonderen Risiken für die Umwelt zu erwarten. Kunstharzlasuren enthalten keine gemäß Gefahrstoffverordnung kennzeichnungspflichtigen Bestandteile, welche wasserlöslich sind.

Beständigkeit Nutzungszustand

Mechanische Beständigkeit
Abriebfestigkeit Abwaschbar- und Scheuerbeständigkeit Härte und Kratzfestigkeit
sehr gut gut gut
Alterungsverhalten
Vergilbungsneigung Witterungsbeständigkeit
abhängig von der Bindemittelart Außenanwendungen nicht gebräuchlich

Außenanwendungen von lösemittelhaltigen Klarlacken sind nicht gebräuchlich. Die meisten Systeme lassen sich aber so modifizieren, dass sie die Anforderungen für Vergilbungfestigkeit und Wetterbeständigkeit erfüllen. Diese enthalten sogenannte UV-Absorber, die jedoch in der Wirksamkeit umstritten sind.

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.
Datenbank als PDF

Instandhaltung

Intakte Lackfilme können gereinigt, geschliffen und wieder überstrichen werden. Die Haftbarkeit auf bereits gehärteten und gealterten 2K-Klarlack-Polyurethansystemen ist eingeschränkt. Auch die Anwendung von Klarlacken auf alten Kunstharzen kann zu Problemen führen. Der Aufwand für eine vollständige Entfernung des Lackfilms ist hoch.

Quellen

Daten und eigene Berechnungen, büro für umweltchemie. Zürich

Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten, AgBB-Bewertungsschema 2012, Online-Quelle abgerufen am 10. Juli 2012

DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik) (2010), Grundsätze zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten in Innenräumen, Stand Oktober 2010, Online-Quelle abgerufen am 10. Juli 2012

Klarlacke lösemittelhaltig

Nachnutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

Mit dem Rückbau sind keine besonderen Risiken für Umwelt und Gesundheit verbunden.

Wiederverwendung

Eine Wiederverwendung von Farben ist nicht möglich. Oberflächenbehandlungen von Bauteilen können die Wiederverwendung erschweren.

Stoffliche Verwertung

Eine stoffliche Verwertung von Lacken kommt aufgrund ihrer Verarbeitungsform grundsätzlich nicht in Frage. Mit Farben behandelte Baustoffe werden in ihrer Recyclierbarkeit beeinträchtigt. Dies kann zu Qualitätseinbußen von Sekundärbaustoffen führen.

Energetische Verwertung

Lösemittelhaltige Klarlacke können in Verbrennungsanlagen energetisch verwertet werden und ergeben bei vorschriftsmäßiger Rauchgasreinigung keine relevanten Emissionen.

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Reine lösemittelhaltige Klarlacke dürfen nicht deponiert werden. Da die Lacke ausschließlich für Holzwerkstoffe verwendet werden, sollten sie auch nach ihrer Anwendung nicht in eine Deponie gelangen, da alle brennbaren Abfälle verbrannt werden müssen.

EAK-Abfallschlüssel

vgl. auch Farben, Lacke, Lasuren

Unverarbeitete und unausgehärtete lösemittelhaltige Kunstharzklarlacke

08 01 Abfälle aus Herstellung, Zubereitung, Vertrieb, Anwendung und Entfernung von Farben und Lacken
08 01 11 Farb- und Lackabfälle, die organische Lösemittel oder andere gefährliche Stoffe enthalten

(Gemäß KrW-/AbfG, BestbüAbfV besonders überwachungsbedürftige Abfälle)

Ausgehärtete Produktreste
Ausgehärtete Produktreste gelten nicht mehr als Problemmüll und können mit dem Restmüll entsorgt werden.

Quellen

Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis (Abfallverzeichnis-Verordnung – AVV, zuletzt geändert am 24. Februar 2012, Online-Quelle abgerufen am 11.7.2012