Putzmörtel

Produktgruppeninformation

Begriffsdefinition

Putz ist ein an Wänden und Decken ein- oder mehrlagig in bestimmter Dicke aufgetragener Belag aus Putzmörteln oder Beschichtungsstoffen, der seine endgültigen Eigenschaften erst durch Verfestigung am Baukörper erreicht. (DIN 18550-1)

Wesentliche Bestandteile

  • Bindemittel (Zement, Kalk, Gips, Kunstharze)
  • Gesteinskörnung mit überwiegendem Kornanteil zwischen 0,25 und 4 mm (Oberputz der Kornanteil > 4 mm)
  • Wasser oder Lösungsmittel
  • Ggf. Zusatzstoffe und Zusatzmittel

Charakteristik

Generell werden Putze mit mineralischen Bindemitteln (Normalputze, Leichtputze, Wärmedämmputze) und Putze mit organischen Bindemitteln (Kunstharzputze) unterschieden. Nach dem Ort der Herstellung differenziert man zwischen Baustellen- und Werkmörtel, nach der Zugabe von Wasser (zum Gemisch der Ausgangsstoffe) im Werk oder erst auf der Baustelle zwischen Werkfrisch- und Werktrockenmörtel, nach der Konsistenz zwischen Frisch- (gebrauchsfertig, verarbeitbar) und Festmörtel (verfestigt).

Werktrockenmörtel werden seit Ende des 19. Jahrhunderts hergestellt. Bis in die 60er Jahre setzte man Werkmörtel zunächst im Bereich der Oberputze ein. Mit der Einführung neuer Maschinentechniken auf der Baustelle werden seit den 60er Jahren auch zum Erstellen von Unterputzen immer mehr "Maschinenputze" verwendet.

Die heutigen Anforderungen an Bauabläufe und -qualität haben inzwischen dazu geführt, dass fast ausschließlich Werktrockenmörtel zum Einsatz kommen. Baustellenmörtel wird nur noch in wenigen Fällen von meist untergeordneter Bedeutung verwendet. Die Vorteile der Werktrockenmörtel liegen in dem hohen Qualitätsniveau und rationellen Arbeitsverfahren (exakte Dosierung der Rezeptur und Möglichkeit der Eigen- und Fremdüberwachung der Produktion). Weiterhin hat vor allem die Hinwendung zu leichten, hochwärmedämmenden Wandbaustoffen dazu geführt, dass leichtere Putze mit entsprechendem Verformungsverhalten entwickelt wurden. Diese Leichtputze oder Wärmedämmputze sind auf wärmedämmendes Mauerwerk abgestimmt und mindern das Rissrisiko erheblich.

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Die Bindemittel Zement und Kalk in Putzmörteln führen zu Verätzungen der Haut und der Augen!!!

Kunstharzputze, die verarbeitungsfertig aber noch nicht erhärtet sind, sind in der Regel schädlich für Wasserorganismen und können in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben. Im abgebundenen Zustand gehen von Kunstharzputzen nach aktuellem Kenntnisstand keine Gefahren für Umwelt und Gesundheit aus.

Lieferzustand

  • Pulverförmig als Trockenputzmörtel
  • Plastische Konsistenz als Frischmörtel
  • Mineralisch gebundene Putze i. d. R. als Siloware
  • Kunstharzputze verarbeitungsfertig in Kunststoffgebinden

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

Innen- und Außenputze dienen zum ebenen, dichten Abschluss des Mauerwerks. Als Innenputze werden hauptsächlich Kalk-, Gips- oder Kalkgipsputze (Putzmörtelgruppen P I bzw. P IV) verwendet.
Heutiger Standardmörtel für Außenputze ist die Mörtelgruppe P II mit einem Standard-Bindemittel-Gemisch aus Weißkalkhydrat und Zement.

An Innenputze stellt man verschiedene Anforderungen: eine gute Haftung zum Untergrund, ebene und fluchtgerechte Flächen (für Tapeten, Farbanstriche, weitere Ausbauschichten geeignet), Wasserdampfdurchlässigkeit, ein gewisses Feuchtespeichervermögen zur vorübergehenden Aufnahme von überhöhter Raumfeuchte. Auch können Innenputze z.T. zur Verbesserung des Schall- und Brandschutzes dienen.

Des Weiteren werden bei der in Deutschland üblichen Bauweise Installationsleitungen (Elektro, Heizung, Sanitär) meist auf oder im Mauerwerk verlegt und von der geschlossenen Putzschicht verdeckt und geschützt.

Putzsysteme für Innenwandputze bzw. Innendeckenputze

Auszug aus DIN 18 550, Teil 1, Tabellen 5 und 6 mit Ergänzungen

  Innenputz
Innenwand Innendecke
nur geringe
Beanspr.
übliche Be-
anspruchung
Feucht-
räume
4)
nur geringe
Beanspr.
übliche Be-
anspruchung
Feuchträume
4)
mineralische Bindem.            
PI: Kalkputz
Luftkalk, Wasserkalk,
Hydraulischer Kalk
x x x x x x
PII: Kalkputz, Zementputz
Hochhydraulischer Kalk,
Putz- und Mauerbinder,
Kalk-Zement-Gemisch
x1) x x x1) x x
PIII: Zementputz
Zement
--- x x --- --- x
PIV: Gipsputz
Baugips ohne / mit
Anteilen an Baukalk
x x --- x x ---
PV: Gipsputz
Anhydritbinder ohne / mit
Anteilen an Baukalk
--- x --- --- x ---
Leichtputz x x x x x x
organische Bindemittel  
Kunstharzputz
P Org 1, 2
--- x2)5) x2)3)5) --- x2)5) x2)3)5)
1)
nur Unterputz
2)
nur Oberputz
3)
nur P Org 1
4)
hierzu zählen nicht häusliche Küchen und Bäder
5)
falls kein Unterputz: nur bei Beton mit geschlossenem Gefüge als Putzgrund anzuwenden

Quelle Ergänzungen:
Bundesverband der Dt. Mörtelindustrie e.V. et al.: Putz auf Mauerwerk aus Leichtbetonsteinen, Merkblatt, Ausgabe 07/97

Außenputze sind ein wichtiger Bestandteil der Außenwand. Maßgebliche Funktionen sind der Schutz der Wandkonstruktion vor dem Eindringen von Witterungseinflüssen, wie z.B. Schlagregen und Frost, sowie die optische Gestaltung der Fassade. Diese Eigenschaften werden durch die Kombination von Festigkeit und wasserabweisender Wirkung sowie der Putzdicke gewährleistet. Weiterhin zählt heute vielfach die Verbesserung der Wärmedämmung zu den Aufgaben eines Außenputzes.

Putzsysteme für Außenputze bzw. Außendeckenputze

Auszug aus DIN 18 550, Teil 1, Tabellen 3 und 4 mit Ergänzungen

  Außenputz
Außenwandputz Keller-
wand-
außenputz
Außen-
sockel-
putz
Außen-
decken-
putz
ohne
besondere
Anford.
wasser-
hemmend
wasser-
abweisend
erhöhte
Festigkeit
mineralische Bindem.  
PI: Kalkputz
Luftkalk, Wasserkalk,
Hydraulischer Kalk
x x3) x3) --- --- --- x2)
PII: Kalkputz, Zementputz
Hochhydraulischer Kalk,
Putz- und Mauerbinder,
Kalk-Zement-Gemisch
x x x3) x (x) (x)3) x
PIII: Zementputz
Zement
x2) x2)5) x2)5) x2) x2) x x
PIV: Gipsputz
Baugips
ohne / mit Baukalk
--- --- --- --- --- --- x4)
Leichtputz x6) x6) x6) --- --- (x)3) x6)
 Wärmedämmputz x1) x1) x1) --- --- --- x1)
organische Bindemittel  
Kunstharzputz
P Org 1
x2)5) x2)5) x2)5) x2)5) --- x2)5) x2)5)
1)
nur Unterputz
2)
nur Oberputz
3)
Zusatzmittel erforderlich
4)
nur an feuchtigkeitsgeschützten Flächen
5)
falls kein Unterputz vorhanden: nur bei Beton mit geschlossenem Gefüge als Putzgrund anzuwenden
6)
Leichtputze mit organischem Zuschlag mit porigem Gefüge sind außen nur als Unterputze zu         verwenden (s. DIN 18 550, Teil 4)
(x)
nur bei bestimmten Putzgründen möglich

Quelle Ergänzungen:
Bundesverband der Dt. Mörtelindustrie e.V. et al.: Putz auf Mauerwerk aus Leichtbetonsteinen, Merkblatt, Ausgabe 07/97
Industrieverband Werktrockenmörtel e.V. et al.: Außenputz auf Ziegelmauerwerk; Werktrockenmörtel-Richtlinie Putzsysteme, Ausgabe 01.98, S. 9

Einfluss des Putzes auf den Wärmedurchgangswiderstand einer Wandkonstuktion

Übliche Putzlagen, auch Leichtputze mit Rohdichten < 1300kg/m³, wirken sich wegen ihrer geringen Dicke selbst nur unwesentlich auf den Wärmedurchgangswiderstand (k-Wert) von Außenwänden aus. Nur Wärmedämmputze mit Wärmeleitfähigkeiten zwischen 0,07 und 0,15 W/(mK) und größeren Schichtdicken verbessern deutlich den Wärmedurchgangswiderstand einer Wandkonstruktion.

Putzmörtel
Putzmörtel

Planungs- und Ausschreibungshilfen

WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.

Informationen hier im Reiter Ausschreibung:

  • Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
  • Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien
  • Hinweise zu möglichen Verwendungseinschränkungen hinsichtlich Gefahrstoffverordnung

Übersicht Planungs- und Ausschreibungshilfen: Putzmörtel
Stand 06/2015

  GipsputzKalkputzLeichtputzZementputzKunstharzputz
             
  Material-
ökologische Anforderungen
Im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung Inhalt aufklappen
   
Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS  - Fassadenputze Fassadenputze Fassadenputze Fassadenputze
Für Putzmörtel im Innenbereich gibt es derzeit keine materialökologischen Anforderungen.
  Mögliche Quellen Die hier genannten Quellen, insbesondere BNB, bilden die Grundlage für Planungs- und Ausschreibungshilfen bzw. materialökologische Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS. Inhalt aufklappen
   
Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen

(BNB) des BMUB /
Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt)

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen. Die o.g. Textbausteine und materialökologischen Anforderungen in WECOBIS basieren derzeit auf Kriteriensteckbrief 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt. Dieser steht in engem Zusammehang mit Kriteriensteckbrief 3.1.3 Innenraumhygiene.

Auch wenn ein Gebäude nicht zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Einordung der jeweiligen Putzmörtel hinsichtlich verschiedener Kriteriensteckbriefe siehe Reiter Bewertungssysteme in WECOBIS

Umweltbundesamt
(UBA)
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Die Seiten werden gerade überarbeitet, sodass sich dort derzeit aus dem Baubereich nur Ausschreibungsempfehlungen zu Elastischen Bodenbelägen, Tapeten und Raufaser finden.
baubook ökologisch ausschreiben Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Putzmörtel finden sich Kriterien in der Gruppe "Mauer- und Putzmörtel → Außenputze" und "Mauer- und Putzmörtel → Innenputze".
natureplus Ausschreibungstexte + + + + Kunstharzputze können die Kriterien definitionsgemäß nicht erfüllen (zu hoher Anteil an synthetischen Inhaltsstoffen).
  Mögliche Nachweis-
dokumente
weitere Nachweismöglichkeiten neben den folgend genannten sind Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, sowie Herstellererklärungen oder ggf. ein Anhang mit Nachhaltigkeitsmerkmalen zur bauaufsichtlichen Zulassung (abZ+). Inhalt aufklappen
   
gesetzlich vorgeschrieben: Welche Nachweisdokumente müssen vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden? Welcher Nachweis kann damit erbracht werden?
REACH / CLP:
Sicherheitsdatenblatt (SDB)
Putzmörtel werden als Gemisch eingestuft. Für sie muss daher ein SDB gemäß den Anforderungen in Art.31 REACH-VO in Verbindung mit Anhang II erstellt werden. (Nachweis gefährliche Stoffe, Nachweis SVHC >= 0,1 Gew.-%)
freiwillige Produktkenn-zeichnungen / -deklarationen Für einige Bauproduktgruppen existieren freiwillige Produktkennzeichnungen oder -deklarationen wie z.B. Umweltzeichen oder Umweltproduktdeklarationen, die als Nachweis für materialökologische Anforderungen dienen können. Eine Übersichtstabelle dazu mit detaillierten Informationen zu Putzmörtel findet sich im Reiter Zeichen & Deklarationen.

Gefahrstoffverordnung

Da Putzmörtel ggf. Zement und Kalk als Bindemittel enthalten, sind sie nach Gefahrstoffverordnung kennzeichnungspflichtig mit den GHS-Symbolen für „Gefahr“ GHS05 und GHS07.

Es gelten folgende H-Sätze zur Gesundheitsgefährdung:

  • H318 Verursacht schwere Augenschäden.
  • H335 Kann die Atemwege reizen.
  • H315 Verursacht Hautreizungen.

Diese Angaben gelten für den trockenen pulverförmigen Putzmörtel und den frischen Putzmörtel. Im abgebundenen Zustand, das heißt ausgehärteten Zustand, gehen keine Gesundheitsgefahren von Putzmörteln aus.

Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS

Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet das neue WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter Allgemeine Infos.

Putzmörtel

Umweltdeklarationen

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen aus dem Bereich der Putzmörtel. Neben Herstellererklärungen, Informationen in Sicherheitsdatenblättern (SDB), Leistungserklärungen oder allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Ausschreibung) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.

Übersicht Umweltdeklarationen: Putzmörtel
Stand 06/2015

  GipsputzKalkputzLeichtputzZementputzKunstharzputz
             
  Umweltzeichen Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können. Inhalt aufklappen
   
Blauer Engel nur für Putze als Bestandteil von WDVS - - - RAL-UZ 140 Wärmedämmverbundsysteme RAL-UZ 140 Wärmedämmverbundsysteme
EU-Umweltzeichen (Blume) - - - -  -
Österreichisches Umweltzeichen - - - -  -
natureplus-Qualitätszeichen RL 0800ff (nur für Produkte aus nachwach. und/oder umweltverträglich gewonnenen mineral. Rohstoffen / mind. 85 Masse%)

RL0802 Gips- bzw. gipshaltige Putzmörtel für Innen (Richtlinie ist in Vorbereitung)

RL 0801 Kalk- und Kalk-Zement-Putzmörtel für Innen

RL 0805 Putzmörtel für Außenanwendungen

RL 0806 Wärmedämmputzmörtel

RL 0805 Putzmörtel für Außenanwendungen

RL 0300 Wärmedämm-verbundsysteme

 x

Nordischer Schwan - - - -  -
  GISBAU Klassifizierungs-system

Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden. (siehe unten: Ersatzproduktgruppe prüfen?) Inhalt aufklappen

   

GISBAU Produkt-Code / GISCODE

-

 -  -

ZP1 Zementhaltige Produkte, chromatarm
ZP2 Zementhaltige Produkte, nicht chromatarm

 -
  Umweltprodukt-deklaration (EPD)

Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1 Inhalt aufklappen

   
EPD1 + + + +  +
Branchen-EPD1 - + + + +
  Umweltindikatoren

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB. Inhalt aufklappen

   
Ökobau.dat-Datensätze

Derzeit (06/2015) befinden sich unter → 1. Mineralische Baustoffe / 1.4 Mörtel und Beton / 1.4.04 Putz- und Putzmörtel
folgende Datensätze für Putz- und Putzmörtel:

  • Gipsputz (Gips); 1000 kg/m3
  • Gipsputz (Gips-Kalk-Putz); 1200 kg/m3
  • Kalk-Gips-Innenputz; 1600 kg/m3
  • Kalk-Innenputz; 1600 kg/m3
  • Kunstharzputz; 1400 kg/m3
 
  Sonstiges Sonstige freiwillige Produktkennzeichnungen, die Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Produkten liefern können. Inhalt aufklappen
   
baubook-Deklaration Die Plattform baubook bietet für Händler und Hersteller von Bauprodukten die Möglichkeit einer online-Deklaration anhand von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Putzmörtel finden sich Produktdeklarationen unter "Mauer- und Putzmörtel → Außenputze" und "Mauer- und Putzmörtel → Innenputze".
+ Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden
- Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./. Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

1 Die hier als vorhanden markierten EPDs und Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V..

Putzmörtel
Putzmörtel

Technisches

Technische Daten

Wärme- und feuchteschutztechnische Kennwerte in Anlehnung an DIN 4108
Baustoff Rohdichte
[kg/m³]
Rechenwert der
Wärmeleitfähigkeit
[W/(m.K)]
Dampfdiffusionswiderstand
Gipsputz  1.200 0,35 10
Kalkgipsputz 1.400 0,70 10
Kalkputz  1.800 0,87 15
Kalkzementputz 1.800 0,87 15-35
Zementputz  2.000 1,40 15-35
Kunstharzputz  1.100 0,70 50-200
Leichtputz  600-1300 0,2-0,52 15-20
Polystyrol-Wärme-
dämmputz (EPS)
 
≤ 200 0,06-0,1 5-20
Perlite- / Vermiculite-
Wärmedämmputz
≈ 600 0,20 5-20

 

Mörtelgruppe Art der Bindemittel Mindestdruckfestigkeit [N/mm²]
PI a Luftkalk keine Anforderungen
PI b Wasserkalk keine Anforderungen
PI c Hydraulischer Kalk 1,0
PII a Hochhydraulischer Kalk oder
Putz- und Mauerbinder
2,5
PII b Kalk-Zement-Gemisch 2,5
PIII a Zement + Kalkhydrat 10
PIII b Zement 10
PIV a Gips 2,0
PIV b Gips (mit Sand) 2,0
PIV c Gips + Kalk 2,0
PIV d Kalk + Gips keine Anforderungen
PV a Anhydrit 2,0
PV b Anhydrit + Kalk 2,0
P Org 1 Organ. Bindemittel; Außen- und Innenputz keine Anforderungen
P Org 2 Organ. Bindemittel; Innenputz keine Anforderungen

Quelle:
Riechers H.-J.: Werkmörtel für den Mauerwerksbau, S. 513-529, Mauerwerk-Kalender, Ernst & Sohn Verlag, 1997, S. 523

Baustoffklasse

Zement-, Kalk-, und Gipsputze

Zement-, kalk-, und gipsgebundene Putze mit mineralischen Zuschlägen Klasse A1, nichtbrennbare Baustoffe
 
Kunstharzputze
ausschließlich mineralische Zuschläge auf massivem, mineralischen Untergrund Klasse B1, schwerentflammbare Baustoffe
  andernfalls: Prüfzeichen zum Nachweis des Brandverhaltens
 
Leichtputze
Gesamtgehalt an organischen Anteilen
(Zuschlag u. Zusätze)Klasse A1, nichtbrennbare Baustoffe
  andernfalls: Prüfzeichen zum Nachweis des Brandverhaltens
 
Wärmedämmputze
nach DIN 18 550, Teil 3 Klasse B1, schwerentflammbare Baustoffe
 ausschließlich mineralische Zuschläge Klasse A1, nichtbrennbare Baustoffe
 überwiegend mineralische Leichtzuschläge Klasse A2, nichtbrennbare Baustoffe
 

Bauregelliste

Das Deutsche Institut für Bautechnik stellt in den Bauregellisten A, B und C die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten sowie bauaufsichtlich geregelte und nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten auf.
Nach Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder wird die Bauregelliste bekannt gegeben. Erwerb und weiterführende Informationen zu Bauregelliste und ihren Regelungsbereichen siehe unter → www.dibt.de
Eine Darstellung und Erläuterungen zur Klassifizierung von Bauprodukten siehe im Lexikon → Klassifizierung von Bauprodukten

Putzmörtel
Putzmörtel

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

Bindemittel
mineralisch
Kalk, Zement, Gips, Anhydrit, Putz- und Mauerbinder (enthalten i.w. Zement, Gesteinsmehle und Luftporenbildner, evtl. Kalkhydrat und weitere Zusatzmittel; Mauerbinder dürfen nicht mit Gips vermischt werden) oder bauaufsichtlich zugelassene Bindemittel
organisch:
Polymerisatharze (→ Kunstharzputz) als Dispersion oder als Lösung

Gesteinskörnung
natürliche Gesteinskörnung, leichte Gesteinskörnungen (Blähglas, Blähglimmer, Blähperlit, Blähton, Naturbims), bei Leichtputz / Wärmedämmputz auch organische Gesteinskörnungen (z. B. expandiertes Polystyrol EPS, Sägemehl)

Die Aufbereitung der Gesteinskörnungen ist maßgebend für die hohe Qualität eines Putzes. Für Werktrockenmörtel müssen restlos trockene oder feuergetrocknete Gesteinskörnungen verwendet werden, um die Haltbarkeit und damit die Lagerung zu ermöglichen.

Wasser

ggf. Zusatzstoffe, Zusatzmittel
Betonzusatzstoffe und / oder Betonzusatzmittel verändern bzw. verbessern bestimmte Mörteleigenschaften, wie z. B. Erstarren, Erhärten, Farbe des Mörtels, Haftverbund zwischen Mörtel und Untergrund, Verarbeitbarkeit, Wasserrückhaltevermögen, Wasserundurchlässigkeit.

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Gewinnung der Primärrohstoffe

Zement / Kalk
Die Rohstoffe (Kalkstein, Ton, Dolomit und Kalkmergel) werden ausschließlich im Tagebau gefördert.

Leichte Gesteinskörnung
Die Rohstoffe für Blähglimmer, Blähperlit oder Bims werden im Tagebau gewonnen.

Genauere Informationen siehe Grundstoffe Kalk, Zement, Natürliche Gesteinskörnungen

Verfügbarkeit

Zement
Die Rohstoffe sind (noch) in ausreichendem Maße vorhanden. Teilweise muss ein Teilrohstoff (Quarz, Kalk), der in den Abbaustätten nicht (mehr) vorhanden ist, aus der weiteren Umgebung angeliefert werden. Dies führt zu einer erhöhten Belastung der Umwelt (höherer Energieverbrauch, erhöhte Lärm- und Schadstoffemission, etc.). Teilweise werden auch Sekundärrohstoffe wie Kalkschlämme oder Gießerei-Altsande verwendet. Statt des reinen Portlandzementes (CEM I) werden inzwischen standardmäßig Portlandkomposit- bzw. -hüttenzemente (CEM II bzw. CEM III) angeboten und verwendet, um Primärrohstoffe zu schonen.

Kalk
Die Rohstoffe sind in Deutschland noch in ausreichendem Maße vorhanden (z. B. fränkischer und schwäbischer Jura, Eifel, Fichtelgebirge).

Gesteinskörnung
Rohstoffe für leichte Gesteinskörnungen (z. B. Bims, Blähglas (abhängig von Altglasmenge)) sind in Deutschland nur noch begrenzt verfügbar. Dadurch kann es z. T. zu langen Transportwegen kommen.

Genauere Informationen siehe Grundstoffe Kalk, Zement, Natürliche Gesteinskörnungen

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Der Einsatz von Sekundärrohstoffen ist bei der Putzherstellung möglich, wobei entweder das Grundmaterial selbst oder die Gesteinskörnung aus diesen Stoffen bestehen kann. Beispiele sind REA-Gipsputz, Wärmedämmputz mit Altglasgranulat (Blähglasgranulat) sowie Wärmedämmputz mit Alt-EPS.

Radioaktivität

Natürlich Radionuklide in Baustoffen können vorkommen in Abhängigkeit von Material und Zuschlagstoffen. Zum Schutz der Bevölkerung vor Strahlenbelas­tungen werden in Deutschland seit mehr als 20 Jahren Untersuchungen und Bewertungen der radioaktiven Stoffe in Baumaterialien durchge­führt. Nach einer Studie des BfS wurden in Deutschland keine zu Bauzwecken verwendbaren Materialien festgestellt, die infol­ge erhöhter Uran- und Radiumkonzentrationen zu höhe­ren Konzentrationen des Radon-222 (Radon) in Räumen führen könnten.

Bei den derzeit handelsüblichen Bauproduktgruppen sind aus der Sicht des Strahlenschutzes keine Einschränkungen erforderlich. Allerdings ist auch weiterhin die vorgegebene Beschränkung des Anteils industrieller Rückstände als Zuschlag zu beachten, siehe ausführliche BfS-Informationen zu Baustoffen unter http://www.bfs.de/de/ion/anthropg/baustoffe.html.

Putzmörtel

Herstellung

Prozesskette

prozess putzmoertel

Herstellungsprozess

Der Herstellungsprozess besteht bei allen Putzmörteln aus folgenden Verfahrensstufen:

  • Antransport der Ausgangsstoffe
  • Dosieren
  • Mischen
  • Fördern
  • ggf. Zwischenlagern in Silos
  • Verpacken als Sackware oder Abfüllen in einen Baustellensilo

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB liefern.

Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Live- Datensätze. Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Im Kapitel Energieaufwand finden sich ggf. allgemeine Informationen zum Thema, die die Produktgruppe prägen.

Energieaufwand

Bei der Verarbeitung von Putzmörteln wird Energie beim Mischen verbraucht. Die Energiemenge ist abhängig von den verwendeten Mischaggregaten. Die Mischenergie ist im Vergleich zur Energie für die Herstellung und Aufbereitung der Ausgangsstoffe (z. B. Brennen des Bindemittels Zement oder Kalk, Trocknung der Gesteinskörnung etc.) vergleichsweise gering.

Charakteristische Emissionen

Bei der Herstellung eines Trockenmörtels im Werk fallen aufgrund von Einhausungen und Filteranlagen etc. keine Emissionen an. Bei der Herstellung des frischen Putzmörtels durch Mischen von Trockenmörtel und Wasser direkt auf der Baustelle fallen Lärm- und Staubemission für die Umgebung an.

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Es sollte persönliche Schutzausrüstung (Augen-, Atem- und Gehörschutz) getragen werden.

Maßnahmen Umweltschutz

Da die Rohstoffe im Werk zu 100% in das Produkt Werktrockenmörtel eingehen und Ausschuss betriebsintern sofort recycelt wird, ist der Produktionsprozess selbst als abfallarm und mit geringen Auswirkungen auf die Umwelt zu bezeichnen.

Transport

Putzmörtel werden in Deutschland von diversen Unternehmen an verschiedenen Standorten hergestellt, so dass ein Transport auf nationaler Ebene mit relativ kurzen Transportwegen möglich ist.

Putzmörtel

Verarbeitung

Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Früher verwendete Innenputze waren i. d. R. mehrlagig aufgebaut, inzwischen werden zunehmend einlagige Putze eingesetzt.

Der Putzauftrag erfolgt heute überwiegend mit einer Spritzmaschine und erzeugt eine geringe Staubentwicklung, da der Mörtel direkt aus dem Silo gemischt und gepumpt wird. Die beim Spritzauftrag anfallenden Rückprallmengen (< 5%) werden mit dem Bauschutt entsorgt. Eine Rückführung in den Produktionsprozess ist wegen Verunreinigungen nicht möglich.

Die mittlere Dicke von Putzen, die allgemeinen Anforderungen genügen, muss außen 20mm (zulässige Mindestdicke 15mm) und innen 15mm betragen (zulässige Mindestdicke 10mm), bei einlagigen Innenputzen aus Werktrockenmörtel sind 10mm ausreichend (zulässige Mindestdicke 5mm). Einlagige wasserabweisende Putze aus Werkmörtel sollen an Außenflächen eine mittlere Dicke von 15mm (erforderliche Mindestdicke 10mm) haben.

Bei mehrlagigen Putzsystemen ist zwischen dem Auftragen des Unterputzes und dem Auftragen des Oberputzes eine ausreichend lange Zeitspanne einzuhalten. Vor dem Putzauftrag ist meist eine Vorbereitung des Untergrundes erforderlich. Dies sind entweder Spritzbewurf auf Zementbasis, Putzhaftbrücke auf der Basis organischer Bindemittel oder organische Grundierungen.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Wenn der Putzmörtel Kalk oder Zement enthält gehen Gesundheitsgefahren nach heutigem Kenntnisstand überwiegend von der stark alkalischen Lösung aus, die sich beim Anmachen des Kalkes bzw. Zements mit Wasser bildet (pH-Wert 12,5 bis 13,5) und Reizungen verursacht.

Bei der Verarbeitung kalk- und zementhaltiger Produkte sind persönliche Schutzmaßnahmen erforderlich (u. a. Augenschutz, Handschutz, Hautschutz, Körperschutz).

Allergische Hautreaktionen auf Chromat (sogenannte „Maurerkrätze“) sind heutzutage nicht mehr zu erwarten, da die Herstellung und Verwendung nicht chromatarmer zementhaltiger Produkte (GISCODE ZP2) seit dem 17. Januar 2005 verboten ist.

AGW-Werte

  • Alveolengängige Fraktion: A – Staub 3 mg/m³ (Feinstaub)
  • Einatembare Fraktion: E – Staub 10 mg/m³ (Gesamtstaub)
  • Portlandzement (Staub) 5 mg/m³ gemessen in der einatembaren Fraktion nach TRGS 900.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden.

Putzmörtel werden als Gemisch eingestuft. Produkt bezogene Informationen gemäß CLP-Verordnung müssen daher in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) der jeweiligen Produkte ausgewiesen sein.

Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Produkt bezogene Informationen hierzu finden sich dann in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) des Herstellers.

Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU

  • ZP1 Zementhaltige Produkte, chromatarm
  • ZP2 Zementhaltige Produkte, nicht chromatarm
  • Die Herstellung und Verwendung nicht chromatarmer zementhaltiger Produkte (GISCODE ZP2) ist seit dem 17. Januar 2005 verboten
  • M-DF01 Dispersionsfarben, lösemittelfrei
  • M-DF02 Dispersionsfarben
  • M-SF01 für Siliconharzfarben, wasserverdünnbar

Emissionen

Bei der Verarbeitung von trockenem Putzmörtel kann es zu einer Staubentwicklung kommen, die durch Absaugeinrichtungen beseitigt werden kann.

Es liegen keine Informationen vor, nach denen es bei der Verarbeitung von bereits mit Wasser angemischten Putzmörteln zu Emissionen kommt.

Umweltrelevante Informationen

Energiebedarf

Bei der Verarbeitung von Putzmörteln wird Energie beim Mischen zu einem verarbeitbaren Mörtel, und zum Pumpen/Spritzen verbraucht. Die Energiemenge ist abhängig von den verwendeten Mischaggregaten und Pumpen.

Wassergefährdung

Eine Wassergefährdung wird durch das Eindringen von verdünnten Kalk- oder Zementsuspension (Waschwasser) in Boden, Gewässer und Kanalisation verursacht, da basische Bestandteile ausgelaugt oder ausgewaschen werden können. Deshalb ist eine Kontamination zu vermeiden (WGK 1: schwach wassergefährdend).

Putzmörtel

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Umwelt- und gesundheitsrelevante Beeinträchtigungen im Neuzustand und während der Nutzung sind nicht bekannt. Grundsätzlich besteht bei Mauerwerkbaustoffen - Mauersteine, Mauermörtel sowie Innen- und Außenputze auf Mauerwerk - die Möglichkeit, dass schädliche Salze und/oder Schwermetalle durch Einwirkung von Feuchtigkeit, wie z. B. Niederschlagswasser oder Grundwasser, ausgewaschen werden. Unter praxisrelevanten Bedingungen sind allerdings nur sehr geringe Auslaugraten zu erwarten, da die Inhaltsstoffe fest in die Bindermatrix eingebunden sind. Emissionen von Inhaltsstoffen sind nicht relevant.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Putzmörtel bergen in der Regel keine brandrelevante Gefährdung. Bei Zugabe von z. B. Polystyrol als leichte Gesteinskörnung erfolgt die Einstufung in die Baustoffklasse A2. Abtropfen/Abfallen von brennendem Material ist aber nicht zu erwarten.

Wassereinwirkung

Es sind keine Umwelt- und Gesundheitsrisiken zu erwarten.

Beständigkeit Nutzungszustand

Die Dauerhaftigkeit eines Putzes hängt i.w. von folgenden Faktoren ab:

  • Zusammensetzung
  • Festigkeit
  • Wassersaugvermögen
  • Verformungsmodul
  • Putzuntergrund und Vorbereitung
  • Auftrag
  • Kantenanschluss
  • Nachbehandlung
  • Wartung und Pflege
  • u. a. m.

Die in Normen gestellten Anforderungen an wasserabweisende Putze werden von Putzen aus Werktrockenmörteln in der Praxis i. d. R. deutlich unterschritten.

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.
Datenbank als PDF

Instandhaltung

Abplatzungen oder Fehlstellen von Putzen können instandgesetzt werden, indem der geschädigte (eventuelle mit Salzen belastete) Putz entfernt und die Wand neu verputzt wird. Gegebenenfalls müssen Salzgehalte erst durch Aufbringen eines Opferputzes/Entsalzungskompressen aus dem Mauerwerk entfernt werden. Darüber hinaus können auch nachträglich Hydrophobierungsmittel aufgebracht werden, um das Eindringen von Feuchtigkeit durch den Putz zu verhindern.

Putzmörtel

Nachnutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

Beim Ausbau ist auf ausreichenden Staubschutz zu achten (s. Verarbeitung). Die Möglichkeit des Absaugens sollte geprüft werden.

Wiederverwendung

Eine Wiederverwendung von Putzmörteln ist nicht möglich.

Stoffliche Verwertung

Putzmörtel fallen ähnlich wie Mauermörtel mit Mauerwerk- oder Betonwänden als Verbundstoffe an. Eine Trennung von Putzschicht und Putzgrund ist i. d. R. nur mit hohem technischen und finanziellen Aufwand möglich, jedoch prinzipiell durchführbar (z. B. Hochdruckwasserstrahlen).

Eine effiziente stoffliche Verwertung ist z. Z. nur für Kalk- und Zementputze im Rahmen der Aufbereitung von gemischtem Mauerwerksabbruch/Bauschutt möglich.

Die Einsatzmöglichkeiten von aufbereitetem Bauschutt aus Mauerwerk sind z. B. im Straßenbau zu finden: Verfüllung von Leitungsgräben, Lärmschutzwälle sowie Bodenverbesserungs- und Bodenverfestigungsmaßnahmen.
siehe auch Mauermörtel

Auf Grund der unterschiedlichen Inhaltsstoffe sind bei der stofflichen Verwertung von Gipsputz, Kunstharzputz und Wärmedämmputz mit EPS entsprechende Besonderheiten zu beachten.

Insgesamt wird der in Zukunft anfallende Bauschutt zunehmend inhomogener werden und nicht zuletzt auch wegen der vermehrt eingebrachten unterschiedlichen Stoffe (z. B. expandiertes Polystyrol) schwerer zu entsorgen bzw. aufzubereiten sein.

Energetische Verwertung

Eine energetische Verwertung ist bei Putzmörteln aufgrund der überwiegend mineralischen Natur nicht möglich bzw. nicht sinnvoll. Bei größeren Anteilen leichter organischer Zuschlagstoffe (EPS) ist eine energetische Verwertung zu prüfen.

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Putzmörtel müssen am Ende ihrer Lebensdauer auf einer Deponie abgelagert werden. Sie können als Bauschutt auf Deponieklasse I (hauptsächlich für mineralische Abfälle) abgelagert werden. In Abhängigkeit vom Anteil organischer Zuschlagstoffe ist unter Umständen eine thermische Vorbehandlung nötig.

Bei einer angenommenen mittleren Lebensdauer von 50 Jahren, ist ab etwa 2030 in größeren Mengen mit den modernen Putzen (Leicht-, Kunstharz-, Wärmedämmputze), die einen höheren Anteil an organischen Stoffen aufweisen, im Abbruch zu rechnen.

EAK-Abfallschlüssel

Bau- und Abbruchabfälle

17 01 01 Beton (Bau- und Abbruchabfälle)
17 07 01 gemischte Bau- und Abbruchabfälle
(gemäß KrW-/AbfG, BestüVAbfV, überwachungsbedürftige Abfälle zur Verwertung)