Mauermörtel

Produktgruppeninformation

Begriffsdefinition

Die Aufgabe von Mauermörtel ist es, Mauersteine kraftschlüssig zu verbinden und einen Ausgleich von Maßtoleranzen der Mauersteine zu gewährleisten. Das Größtkorn des Sandes beträgt 4 mm, bei Dünnbettmörtel 1 mm.

Hinsichtlich der verwendeten Bindemittel werden Mauermörtel in Zement-, Kalk-, Kalkzement- oder Putz- und Mauerbinder-Mörtel eingeteilt. Nach dem Ort der Herstellung unterscheidet man Werk- und Baustellenmörtel, nach der Zugabe von Wasser (zum Gemisch der Ausgangsstoffe) im Werk oder erst auf der Baustelle Werkfrisch- und Werktrockenmörtel, nach der Konsistenz Frisch- (gebrauchsfertig, verarbeitbar) und Festmörtel (verfestigt bzw. ausgehärtet). In Abhängigkeit von der Zusammensetzung, der Lagerfugendicke oder der Gesteinsart werden Normalmörtel (NM), Leichtmörtel (LM) und Dünnbettmörtel (DM) verwendet. Mineralische Fliesenkleber dienen als Dünnbettmörtel zum Verlegen keramischer Fliesen und Platten.

Seit Beginn der 60-er Jahre wird die Entwicklung von Werktrockenmörtel gefördert. Werkfrischmörtel wurden etwa im Jahr 1973 eingeführt. Seit Beginn der 80-er Jahre gewinnt der Anteil der in Silos gelieferten Mörtel zunehmend an Bedeutung.

Die heutigen Anforderungen an Bauabläufe und -qualität haben inzwischen dazu geführt, dass für über 90% des Mörtels, der als Mauer- oder Putzmörtel zum Einsatz kommt, Werkmörtel verwendet wird. Baustellenmörtel findet nur noch in wenigen Fällen von meist untergeordneter Bedeutung Verwendung. Weiterhin werden heute die Lagerfugen des Ziegelmauerwerks vorzugsweise mit Leichtmörtel bzw. bei Planziegeln mit Dünnbettmörtel vermauert.

Wesentliche Bestandteile

  • Bindemittel (Zement, Kalk)
  • Dichte Gesteinskörnung
  • Wasser
  • Ggf. Zusatzstoffe und Zusatzmittel bzw. Füllstoffe

Charakteristik

Mit Mauermörtel werden kraftschlüssige Verbindungen zwischen Mauersteinen hergestellt, bei denen die Zwischenräume vollfugig verfüllt werden. Des Weiteren werden mit ihnen Maßabweichungen der Mauersteine ausgeglichen.

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Zement und Kalk können zu Verätzungen der Haut und der Augen führen.

Lieferzustand

  • pulverförmig als Werktrockenmörtel bzw. Baustellenmörtel
  • plastische bis fließfähige Konsistenz als Werkfrischmörtel

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

  Innenwand Außenwand
einschalig zweischalig
schall-
dämm.
wärme-
dämmend
hochfest ohne
Wetter-
schutz
(Sichtmw.)
mit Wetter-
schutz
(z.B. Putz)
Verblend-
schale
Innen-
schale
Normalmörtel  + o / -
(vorzugsw.
MG II,IIa)
+
MGIII,IIIa
+
(vorzugsw.
MG II,IIa)
- 1)/ o1) / + +
(vorzugsw.
MG II, IIa2))
+
Leichtmörtel  o + - - o / +1) - - / o / +1)
Dünnbett-
mörtel
 
+ + + o +   o+
Mineralische
Fliesenkleber
 
Verlegen von Fliesen und Platten
Universalkleber für Mörtel- und Betonteile (innen und außen)
+
empfehlenswert
o
möglich
-
nicht empfehlenswert
1)
bei wärmedämmendem Mauerwerk (Dicke d. Mauersteine ≥ 365mm und Rechenwert d. Wärmeleitfähigkeit (einschließlich Vermörtelung, wenn nicht als Trockenmw. ausgeführt)
≤ 0,21 W/mK)
2)
nach DIN 1053, Teil 1 ausschließlich MG II, IIa

Quellen

Schubert P.; Heer B.; Institut für Bauforschung: Umweltverträgliche Verwertung von Mauerwerk-Baureststoffen, F 497, 1997, Aachen, S. 29

Mauermörtel
Mauermörtel

Planungs- und Ausschreibungshilfen

Grundsätzliches

WECOBIS informiert produktneutral. An dieser Stelle soll der Nutzer jedoch eine Hilfestellung dazu erhalten, ob sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe gegenüber anderen hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz auszeichnen.

Damit wird keine Aussage über die technischen Einsatzmöglichkeiten der jeweiligen Produkte getroffen.

Sie befinden sich in einem Oberbegriff. Daher werden hier zunächst die Inhalte der jeweiligen Themenbereiche erläutert, die dann in den einzelnen Datenblättern produktgruppenspezifisch behandelt werden. Auch sonstige Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz, die zu Unterschieden innerhalb der jeweiligen Produktgruppe führen, werden ggf. unter diesem Reiter aufgeführt.

Derzeit finden sich neben produktgruppenspezifischen Informationen Hinweise und wichtige Links zum Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB), zu UBA-Ausschreibungsempfehlungen, Umweltdeklarationen und REACH.
Der Bereich Planungs- und Ausschreibungshilfen soll kontinuierlich weiterentwickelt und auf die Bedürfnisse der Planer abgestimmt werden. Für 2013 ist ein weiteres Entwicklungsprojekt für diesen Bereich vorgesehen.

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) / Kriterium 1.1.6

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes ganzheitliches quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, nach dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. (detaillierte Informationen siehe www.nachhaltigesbauen.de).

Das BNB-Kriterium 1.1.6 befasst sich dabei mit den Risiken für die lokale Umwelt.

UBA-Ausschreibungsempfehlungen

Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) findet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“, u.a. mit Informationen und Ausschreibungsempfehlungen zu einzelnen Bauproduktgruppen.

Für Mauermörtel finden sich dort derzeit (Stand 10/2013) noch keine Informationen. Es lohnt sich aber, die Seiten zu besuchen, da diese regelmäßig weiterentwickelt werden. Die Ausschreibungsempfehlungen des UBA orientieren sich an den jeweiligen Vorgaben eines zugehörigen Blauen Engels (s. Reiter Zeichen & Deklarationen).

Zeichen / Labels zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz (z.B. Blauer Engel, Giscode)

Unter dem Reiter Zeichen & Deklarationen finden sich eine Übersichtstabelle, weiterführende Informationen und Links zu Zeichen und Labels, die diese Produktgruppe betreffen können. Auch damit lassen sich Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz feststellen.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Für diese Informationen besteht eine Auskunftspflicht. Sie müssen aber nicht in Form eines Sicherheitsdatenblattes nach den Kriterien des Anhangs II der REACH-Verordnung gegeben werden.

Mauermörtel werden als Gemisch eingestuft.

Produkt bezogene Informationen gemäß CLP-Verordnung müssen daher in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) der jeweiligen Produkte ausgewiesen sein.

Informationen und Unterstützung zu den Auskunftsrechten finden sich unter www.reach-info.de.

Gefahrstoffverordnung

Da Mauermörtel Zement oder Kalk als Bindemittel enthalten, sind sie nach Gefahrstoffverordnung kennzeichnungspflichtig mit den GHS-Symbolen für „Gefahr“ GHS05 und GHS07.

Es gelten folgende H-Sätze zur Gesundheitsgefährdung:

  • H318 Verursacht schwere Augenschäden.
  • H335 Kann die Atemwege reizen.
  • H315 Verursacht Hautreizungen.

Diese Angaben gelten für den trockenen pulverförmigen Mörtel und den frischen Mörtel. Im abgebundenen Zustand, das heißt ausgehärteten Zustand, gehen keine Gesundheitsgefahren von Mauermörteln aus.

Mauermörtel

Umweltdeklarationen

Zeichen und Labels zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

MauermörtelStand
10/ 2013
Internet-Adresse
     
Umweltzeichen (Blauer Engel) - http://www.blauer-engel.de/
EU-Umweltzeichen (Blume) - http://www.eco-label.com/
Österreichisches Umweltzeichen + http://www.umweltzeichen.at/
GISBAU Produkt-Code + http://www.wingis-online.de/wingisonline/

Gütezeichen RAL-GZ

+ http://www.ral.de/
natureplus-Qualitätszeichen + http://www.natureplus.org/
Zeichen / Labels aus Programmen für spezielle Produktgruppen:
FSC-Siegel ./.  http://www.fsc-deutschland.de/
Emicode ./.  http://www.emicode.com/
GUT-Signet ./.  http://www.gut-ev.org/
+
Zeichen / Label für diese Produktgruppe vorhanden
-
Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./.
Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x
Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

Die VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. betreibt ein Internet-Portal mit umfangreicher Label-Datenbank (www.label-online.de). Die Label werden dort beschrieben und anhand von Kriterien hinsichtlich Nachhaltigkeit (umweltgerecht, sozial verträglich, gesundheitlich unbedenklich) bewertet.

Österreichisches Umweltzeichen
Richtlinie UZ 39: Mineralisch gebundene Bauprodukte

Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU Produkt-Code
ZP1 (Download) Zementhaltige Produkte, chromatarm
ZP2 (Download) Zementhaltige Produkte, nicht chromatarm
Die Herstellung und Verwendung nicht chromatarmer zementhaltiger Produkte (GISCODE ZP2) ist seit dem 17. Januar 2005 verboten.

Gütezeichen RAL-GZ
RAL-GZ 544/3, Werktrockenmörtel

natureplus-Qualitätszeichen
Mörtel, Kleber und Putze
In Verbindung mit den RL0807 (Mauermörtel auf Kalk- und Zementbasis), RL0808 (Mineralische Klebe- und Spachtelmassen) und RL0000 (Basiskriterien für alle Produkte) können Mauermörtel künftig unter Einhaltung vorgegebener Kriterien u.a. hinsichtlich Zusammensetzung, Rohstoffgewinnung, Nutzung und Entsorgung mit dem natureplus Qualitätszeichen gekennzeichnet werden. - vollständige Vergabekriterien und Anforderungen soweit bereits vorhanden siehe aktuelle Vergaberichtlinien

Umweltproduktdeklarationen

Für Produkte mit Umweltproduktdeklaration (Environmental Product Declaration, EPD) liegen umfassende Informationen zu wichtigen Umweltwirkungen wie z. B. Ressourcenverbrauch, globaler Treibhauseffekt, Ozonabbau oder Versauerung von Böden und Gewässern vor (genaue Erläuterungen siehe Lexikon und Textteil „Umweltproduktdeklarationen“). Diese bilden die Datengrundlage für die ökologische Gebäudebewertung.

MauermörtelStand
10/ 2013
Download
     
PCR-Dokument* + Mineralische Werkmörtel
Branchen-EPD* + Putze und Mörtel
+
für diese Produktgruppe vorhanden
-
für diese Produktgruppe nicht vorhanden

* WECOBIS informiert produktneutral. Aus diesem Grund wird an dieser Stelle sofern vorhanden nur auf PCR-Dokumente (Produktgruppenregeln) und Branchen-EPDs verwiesen. Dies schließt nicht aus, dass für einzelne Produkte EPDs vorliegen können. Weitere Informationen und Downloads finden sich z. B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e. V.. → auch Lexikon Umweltproduktdeklaration

Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Ökobau.dat ist ein Baustein des Informationsportals Nachhaltiges Bauen in der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten und enthält Datensätze mit Umweltindikatoren von Bauprodukten. Die in der Ökobau.dat beschriebenen Umweltindikatoren bilden die Grundlage der im Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) vorgeschriebenen Berechnung von Ökobilanzen auf Gebäudeebene.

Der hierfür betrachtete Lebenszyklus eines Bauproduktes gliedert sich in die Herstellung und die Nachnutzungsphase. Die Bewertung basiert auf Indikatoren der

  • Sachbilanz / Input (PEIr, PEInr, Sekundärbrennstoffe, Wassernutzung)
  • Sachbilanz / Output (Abraum, Hausmüll/Gewerbeabfälle, Sonderabfälle)
  • Wirkbilanz (ADP, EP, ODP, POCP, GWP, AP)

Diese umfangreiche Sammlung verifizierter Daten steht unter http://www.nachhaltigesbauen.de/oekobaudat/ zur Ansicht zur Verfügung.
Download des gesamten Datensatzes unter → Ökobau.dat
Datensätze zu Mauermörtel siehe → Mineralische Baustoffe (1) → Mörtel und Beton (4) → Mauermörtel (02) → Leichtmörtel LM21-IWM → Normalmörtel-IWM → Sondermörtel (Dünnbettmörtel) → Sondermörtel (Vormauer-Fugenmörtel)-IWM

Mauermörtel
Mauermörtel

Technisches

Technische Daten

  Normalmörtel Leichtmörtel LM21 Leichtmörtel LM36 Zementmörtel
Trockenrohdichte ≥1.500 kg/m³
(~ 1.800 kg/m³)
≤700 kg/m³ ≥ 1.000 kg/m³ ~  2.000 kg/m³
Rechenwert der Wärme-
leitfähigkeit
1,0 W/(mK) 0,21 W/(mK) 0,36 W/(mK) 1,4 W/(mK)
Baustoffklasse A1
A1
Bei Zumischung von EPS: A2
A1

Technische Regeln (DIN, EN)

DIN 1053-4

2013

Mauerwerk - Teil 4: Fertigbauteile

DIN 18157-1

1979

Ausführung keramischer Bekleidungen im Dünnbettverfahren; Hydraulisch erhärtende Dünnbettmörtel

DIN 18555-9

1999

Prüfung von Mörteln mit mineralischen Bindemitteln - Teil 9: Festmörtel; Bestimmung der Fugendruckfestigkeit

DIN V 18580

2007

Mauermörtel mit besonderen Eigenschaften

 

DIN 18581

2008

Anleitung zur werkseigenen Produktionskontrolle für die CE-Kennzeichnung (Konformitätsnachweisverfahren 2+) von Mauermörteln nach Eignungsprüfung

DIN 18946

2013

Lehmmauermörtel - Begriffe, Anforderungen, Prüfverfahren

DIN V 20000-412

2004

Anwendung von Bauprodukten in Bauwerken - Teil 412: Regeln für die Verwendung von Mauermörtel nach DIN EN 998-2:2003-09

DIN EN 934-3

2009+ A1:2012

Zusatzmittel für Beton, Mörtel und Einpressmörtel - Teil 3: Zusatzmittel für Mauermörtel - Definitionen, Anforderungen, Konformität, Kennzeichnung und Beschriftung

DIN EN 998

 

Festlegungen für Mörtel im Mauerwerksbau -

                        -2

2010

Teil 2: Mauermörtel

DIN EN 1015

 

Prüfverfahren für Mörtel für Mauerwerk

                        -9

1999+ A1:2006

Teil 9: Bestimmung der Verarbeitbarkeitszeit und der Korrigierbarkeitszeit von Frischmörtel

                        -10

1999+ A1:2006

Teil 10: Bestimmung der Trockenrohdichte von Festmörtel

                        -14

1999

Teil 14: Bestimmung der Dauerhaftigkeit von erhärtetem Mauermörtel (Festmörtel) (mit einem Zementanteil an der Gesamtbindemittelmenge von mehr als 50 %)

                        -18

2002

Teil 18: Bestimmung der kapillaren Wasseraufnahme von erhärtetem Mörtel (Festmörtel)

DIN EN 12878

2012

Pigmente zum Einfärben von zement- und/oder kalkgebundenen Baustoffen - Anforderungen und Prüfverfahren

DIN EN 13139

2013

Gesteinskörnungen für Mörtel

DIN EN 13055

2012

Leichte Gesteinskörnungen für Beton, Mörtel, Einpressmörtel, bitumengebundene Mischungen, Oberflächenbehandlungen und für ungebundene und gebundene Anwendungen

                        -1

2002

Teil 1: Leichte Gesteinskörnungen für Beton, Mörtel und Einpressmörtel

                        -2

2004

Teil 2: Leichte Gesteinskörnungen für Asphalte und Oberflächenbehandlungen sowie für ungebundene und gebundene Verwendung

DIN EN 16572

2013

Erhaltung des kulturellen Erbes - Glossar für Mauermörtel, Putzmörtel und Gipsmörtel zur Verwendung am kulturellen Erbe

DBCh Zusatzmittel, Mauermörtel

2005

Informationsschrift - Herstellung und Verwendung von Zusatzmitteln für Mauermörtel in Deutschland

DGfM Mauermörtel

1996

Vorläufige Richtlinie zur Ergänzung der Eignungsprüfung von Mauermörtel - Druckfestigkeit in der Lagerfuge - Anforderungen, Prüfung

RAL-GZ 544/3

 

Werktrockenmörtel - Gütesicherung

Bauregelliste

Das Deutsche Institut für Bautechnik stellt in den Bauregellisten A, B und C die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten sowie bauaufsichtlich geregelte und nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten auf.
Nach Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder wird die Bauregelliste bekannt gegeben. Erwerb und weiterführende Informationen zu Bauregelliste und ihren Regelungsbereichen siehe unter → www.dibt.de
Eine Darstellung und Erläuterungen zur Klassifizierung von Bauprodukten siehe im Lexikon → Klassifizierung von Bauprodukten

Mauermörtel

Literaturtipps

Institut Bauen und Umwelt e.V. / Service / Downloads von Broschüren / Produktgruppenregeln (PCR) / Umweltproduktdeklarationen (EPD)

Scholz/Hiese: Baustoffkenntnis; 17. Auflage, 2011; Werner Verlag (Wolters Kluwer Deutschland GmbH), Köln

Zwiener, G.; Mötzl, H.; Ökologisches Baustoff-Lexikon; 2006; C.F. Müller Verlag; Heidelberg

Industrieverband Werktrockenmörtel e.V. et al.: Außenputz auf Ziegelmauerwerk; Werktrockenmörtel-Richtlinie Putzsysteme, Ausgabe 01.98

Berger J., Arbeitsgemeinschaft der Bau-Berufsgenossenschafte: Gemeinsam gegen Maurerkrätze

Büro für Umweltchemie (Hrsg.): Graue Energie von Baustoffen, 1998, Zürich

Gänßmantel J.: Ökologische Aspekte von Putz- und Mauermörtel: Rohstoffe, Herstellung, Transport und Verarbeitung, 24. bis 26. Sep. 1997, S. 2-0703 - 2-0714, 13. Int. Baustofftagung, 1997, Weimar

Heer B.; Schubert P.: Umweltverträglichkeit und Wiederverwertbarkeit von Mauerwerkbaustoffen, S. 757-776, Mauerwerk-Kalender, Ernst & Sohn Verlag, 1999

Metzemacher H.: Ökologische Aspekte von Putz- und Mauermörteln - Gesamtbilanzierung von Wandkonstruktionen, 24. bis 26. Sep. 1997, S. 1-0971 - 1-0980, 13. Int. Baustofftagung, 1997, Weimar

Metzemacher H.; Riechers H.-J.: Moderne Werkmörtel, Grundlagen und Anwendungsregeln von Mauermörtel und Putzmörtel, 1/1997, Hf. 4, S. 234-239, Das Mauerwerk, 1997

Müller A.: Stoffkreisläufe für Mauerwerksabbruch?, 24. bis 26. Sep. 1997, S. 2-1001 - 2-1011, 13. Int. Baustofftagung, 1997, Weimar

Neroth G., Vollenschaar D.; Wendehorst Baustoffkunde, Vieweg + Teubner Verlag, 27. Auflage, 2012

Riechers H.-J.: Werkmörtel für den Mauerwerksbau, S. 513-529, Mauerwerk-Kalender, Ernst & Sohn Verlag, 1997

Riechers H.-J.: Werkmörtel für den Mauerwerksbau, S. 547-562, Mauerwerk-Kalender, Ernst & Sohn Verlag, 1999

Schubert P.; Heer B.; Institut für Bauforschung: Umweltverträgliche Verwertung von Mauerwerk-Baureststoffen, F 497, 1997, Aachen

Mauermörtel

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

Mauermörtel 2.1.1

Bindemittel
Luftkalk, hydraulischer Kalk, Zement sowie Putz- und Mauerbinder (PM-Binder enthalten i.w. Zement, Gesteinsmehle und Luftporenbildner, evtl. Kalkhydrat und weitere Zusatzmittel. Sie dürfen nicht mit Gips oder Tonerdeschmelzzement vermischt werden).

Gesteinskörnungen
natürliche Gesteinskörnungen, leichte Gesteinskörnungen (Blähglas, Blähglimmer, Blähperlit, Blähton, Naturbims), bei Leichtmörtel auch expandiertes Polystyrol

Die Aufbereitung der Gesteinskörnungen ist maßgebend für die hohe Qualität eines Mörtels. Für Werktrockenmörtel müssen restlos trockene, z. T. feuergetrocknete Gesteinskörnungen verwendet werden, um die Haltbarkeit und damit die Lagerung zu ermöglichen.

Wasser

ggf. Zusatzstoffe/Zusatzmittel
Zusatzstoffe/Zusatzmittel verändern bzw. verbessern bestimmte Mörteleigenschaften, z. B. Erstarren, Erhärten, Farbe des Mörtels, Haftverbund zwischen Mörtel und Untergrund, Verarbeitbarkeit, Wasserrückhaltevermögen, und/oder Wasserundurchlässigkeit bzw. Wasseraufnahme.

siehe Betonzusatzstoffe, Betonzusatzmittel

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Gewinnung der Primärrohstoffe

Die Rohstoffe (Kalkstein, Ton und Kalkmergel) werden ausschließlich im Tagebau gefördert:

Kalk
Die Rohstoffe Kalkstein, Dolomit oder Kalkmergel werden ausschließlich im Tagebau gefördert.

Natürliche Gesteinskörnung
Gesteinskörnungen werden ausschließlich im Tagebau (Abbau in Gruben oder Nassbaggerung in Seen) gewonnen. Damit verbunden sind Umweltbelastungen durch Eingriffe in Natur und Landschaft.

Leichte Gesteinskörnung
Die Rohstoffe für Blähglimmer, Blähperlit oder Bims werden im Tagebau gewonnen.

Genauere Informationen siehe Grundstoffe Kalk, Zement, Natürliche Gesteinskörnungen, Leichte Gesteinskörnungen

Verfügbarkeit

Zement
Die Rohstoffe sind (noch) in ausreichendem Maße vorhanden. Teilweise muss ein Teilrohstoff (Quarz, Kalk), der in den Abbaustätten nicht (mehr) vorhanden ist, aus der weiteren Umgebung angeliefert werden. Dies führt zu einer erhöhten Belastung der Umwelt (höherer Energieverbrauch, erhöhte Lärm- und Schadstoffemission, etc.). Teilweise werden auch Sekundärrohstoffe wie Kalkschlämme oder Gießerei-Altsande verwendet. Statt des reinen Portlandzementes (CEM I) werden inzwischen standardmäßig Portlandkomposit- bzw. -hüttenzemente (CEM II bzw. CEM III) angeboten und verwendet, um Primärrohstoffe zu schonen.

Kalk
Die Rohstoffe sind in Deutschland noch in ausreichendem Maße vorhanden (z. B. fränkischer und schwäbischer Jura, Eifel, Fichtelgebirge).

Gesteinskörnung
Natürliche Gesteinskörnungen sind (noch) in ausreichendem Maß vorhanden. Rohstoffe für leichte Gesteinskörnungen (z. B. Bims) sind in Deutschland nur noch begrenzt verfügbar. Dadurch kann es z. T. zu langen Transportwegen kommen.

Genauere Informationen siehe Grundstoffe Kalk, Zement, Natürliche Gesteinskörnungen, Leichte Gesteinskörnungen

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Trockene Abfälle in der Herstellungsphase von Werktrockenmörteln werden i. d. R. zu 100% in die Produktion rückgeführt.

Radioaktivität

Natürlich Radionuklide in Baustoffen können vorkommen in Abhängigkeit von Material und Zuschlagstoffen. Zum Schutz der Bevölkerung vor Strahlenbelas­tungen werden in Deutschland seit mehr als 20 Jahren Untersuchungen und Bewertungen der radioaktiven Stoffe in Baumaterialien durchge­führt. Nach einer Studie des BfS wurden in Deutschland keine zu Bauzwecken verwendbaren Materialien festgestellt, die infol­ge erhöhter Uran- und Radiumkonzentrationen zu höhe­ren Konzentrationen des Radon-222 (Radon) in Räumen führen könnten.

Bei den derzeit handelsüblichen Bauproduktgruppen sind aus der Sicht des Strahlenschutzes keine Einschränkungen erforderlich. Allerdings ist auch weiterhin die vorgegebene Beschränkung des Anteils industrieller Rückstände als Zuschlag zu beachten, siehe ausführliche BfS-Informationen zu Baustoffen unter http://www.bfs.de/de/ion/anthropg/baustoffe.html.

Mauermörtel

Herstellung

Prozesskette

Prozesskette Mauermörtel

Herstellungsprozess

Der Herstellungsprozess beschränkt sich auf folgende Verfahrensstufen:

  • Antransport der Ausgangsstoffe
  • Dosieren
  • Mischen
  • Fördern
  • Verpacken als Sackware oder Abfüllen in einen Baustellensilo

Werkmörtel unterscheiden sich grundsätzlich nach den Lieferformen in zwei Hauptgruppen:

Werktrockenmörtel
Fertiges Gemisch der Ausgangsstoffe, dem bei der Aufbereitung auf der Baustelle nur noch Wasser zugemischt wird.

Mehrkammer-Silomörtel
In einem Silo sind in getrennten Kammern die Mörtelausgangsstoffe enthalten. Sie werden auf der Baustelle unter Wasserzugabe in einem fest einprogrammierten, baustellenseitig nicht veränderbaren Mischungsverhältnis gemischt.

Nassmörtel
Sammelbegriff für alle Werkmörtel, die im nassen oder feuchten Zustand auf die Baustelle geliefert werden.

Werkfrischmörtel
Werkfrischmörtel wird gebrauchsfertig in verarbeitbarer Konsistenz angeliefert. In der Regel ist er 36 Stunden verarbeitbar.

Werk-Vormörtel
Werkvormörtel ist ein Gemisch aus erdfeuchtem Sand und Kalk sowie gegebenenfalls weiteren Zusätzen. Auf der Baustelle müssen Zement und Wasser zugegeben werden. Werk-Vormörtel sind v.a. in Norddeutschland verbreitet.

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB liefern.
Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Live- Datensätze.

Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Im Kapitel Energieaufwand finden sich ggf. allgemeine Informationen zum Thema, die die Produktgruppe prägen.

Energieaufwand

Der Energieaufwand setzt sich bei Putz- und Mauermörteln aus dem Energieaufwand der einzelnen Rohstoffe sowie dem Zusammenfügen und Mischen der Bestandteile zusammen. Letztere erfordern im Vergleich nur geringe Energiemengen und sind abhängig von den verwendeten Mischaggregaten.

Bei der Herstellung von Werktrockenmörtel wird der Energie- und Kostenaufwand auch durch die werkseitige Trocknung des Sandes beeinflusst.

Charakteristische Emissionen

Bei der Fertigung im Werk treten praktisch keine Staubemissionen auf, da die stationären Produktionsanlagen eingehaust sind.

Schadstoffemission und Treibhauspotential (GWP) werden bei Mauermörtel überwiegend von Menge und Art der Bindemittel, bei Leichtmörtel zusätzlich von den leichten Gesteinskörnungen bestimmt. Organische Zusatzmittel haben - außer bei Spezialprodukten wie z.B. Dünnbett-(Klebe)-Mörtel - darauf nur einen geringen Einfluss.

Generell hat die Herstellung von Werktrockenmörteln im Vergleich zur Rohstoffherstellung einen untergeordneten Einfluss auf die Gesamtbilanz des Energieaufwandes, der Kohlendioxidemission (CO2-Emission) und des Treibhauspotentials (GWP).

In Verbindung mit Mauerwerk ist wiederum der Einfluss der Mauersteine dominierend, so dass sich Veränderungen des Primärenergieinhalts (PEI) sowie der CO2-Emissionen von Mauermörtel nur entsprechend geringfügig auf die Gesamtsachbilanz einer Mauerwerkswand auswirken.

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Beim offenen Mischen auf der Baustelle (heute eher selten) kommt es zu Staubentwicklungen. Atemschutz ist dann empfehlenswert.

Maßnahmen Umweltschutz

Trockene Abfälle in der Herstellungsphase der Werktrockenmörtel werden i.d.R. 100%-ig in die Produktion rückgeführt. Überall dort, wo Staub entstehen kann, wird dieser durch entsprechende Absaugungsanlagen einem zentralen Filtersystem zugeführt. Der darin abgeschiedene Feinststaub kann in geringen Mengenteilen erneut dem Herstellungsprozess zugeführt werden. Im Rahmen der Prozessüberwachung erkannte Fehlchargen werden über entsprechende Rückstellwaren-Silos in geringen Anteilen erneut dem Produktionsprozess zugeführt. Diese Vorgehensweise wird auch bei Produktrestmengen von der Baustelle praktiziert, die in Silos oder Säcken zum Herstellwerk in geringen Mengen zurücktransportiert werden.

Aufgrund des zunehmenden Anteils von Werkfrischmörtel erfolgt praktisch eine Abfallvermeidung auf der Baustelle. Da die Rohstoffe im Werk zu 100% in das Produkt Werktrockenmörtel eingehen und Ausschuss betriebsintern sofort recycelt wird, ist der Produktionsprozess selbst als abfallarm und mit geringen Auswirkungen auf die Umwelt zu bezeichnen.

Darüber hinaus liegen keine Informationen vor, dass auf der Baustelle besondere Umweltschutzmaßnahmen durchgeführt werden.

Transport

Mauermörtel kommen meist als fertiges Trockengemisch entweder als Sackware, als Siloware oder als Werkfrischmörtel im Transportmischer auf die Baustelle.

Mauermörtel werden in Deutschland von diversen Unternehmen an verschiedenen Standorten hergestellt, so dass ein Transport auf nationaler Ebene mit relativ kurzen Transportwegen möglich ist.

Mauermörtel

Verarbeitung

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Gesundheitsgefahren gehen nach heutigem Kenntnisstand überwiegend von der stark alkalischen Lösung aus, die sich beim Anmachen des Zements oder Kalks mit Wasser bildet (pH-Wert 12,5 bis 13,5) und Reizungen und Verätzungen verursacht.

GISBAU-Produktgruppeninformation Calciumhydroxid, Calciumoxid
Zement / Verarbeitung
GISBAU-Produktgruppeninformation ZP1 - Zementhaltige Produkte, chromatarm

Bei der Verarbeitung zement- und kalkhaltiger Produkte sind persönliche Schutzmaßnahmen erforderlich (u. a. Augenschutz, Handschutz, Hautschutz, Körperschutz).

Allergische Hautreaktionen auf Chromat (sogenannte „Maurerkrätze“) sind heutzutage nicht mehr zu erwarten, da die Herstellung und Verwendung nicht chromatarmer zementhaltiger Produkte (GISCODE ZP2) seit dem 17. Januar 2005 verboten ist.

AGW-Werte

  • Alveolengängige Fraktion: A – Staub 3 mg/m³ (Feinstaub)
  • Einatembare Fraktion: E – Staub 10 mg/m³ (Gesamtstaub)
  • Portlandzement (Staub) 5 mg/m³ gemessen in der einatembaren Fraktion nach TRGS 900.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.
Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden.

Mauermörtel werden als Gemisch eingestuft. Produkt bezogene Informationen gemäß CLP-Verordnung müssen daher in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) der jeweiligen Produkte ausgewiesen sein.

Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Produkt bezogene Informationen hierzu finden sich dann in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) des Herstellers.

Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU

ZP1 Zementhaltige Produkte, chromatarm
ZP2 Zementhaltige Produkte, nicht chromatarm

Die Herstellung und Verwendung nicht chromatarmer zementhaltiger Produkte (GISCODE ZP2) ist seit dem 17. Januar 2005 verboten.

Emissionen

Bei der Verarbeitung von Trockenmörtel kann es zu einer Staubentwicklung kommen.

Es liegen keine Informationen vor, nach denen es bei der Verarbeitung von bereits mit Wasser angemischtem Mörtel zu Emissionen kommt.

Umweltrelevante Informationen

Energiebedarf

Bei der Verarbeitung von Mauermörteln wird Energie beim Mischen zu einem verarbeitbaren Mörtel verbraucht. Die Energiemenge ist abhängig von den verwendeten Mischaggregaten.

Wassergefährdung

Eindringen von verdünnter Zementsuspension (Waschwasser) in Boden, Gewässer und Kanalisation muss aufgrund Freisetzung basischer Bestandteile durch Auslaugen / Auswaschen vermieden werden (WGK 1: schwach wassergefährdend). Hierzu zählen keine Bodeninjektionen oder dergleichen, bei denen die Zemente bzw. Zementmörtel aufgrund ihrer Zusammensetzung und ihrer schnellen Erhärtung kaum eine lang andauernde Beeinträchtigung darstellen.

Mauermörtel

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Umwelt- und gesundheitsrelevante Beeinträchtigungen im Neuzustand und während der Nutzung sind nicht bekannt. Grundsätzlich besteht bei Mauerwerkbaustoffen - Mauersteine, Mauermörtel sowie Innen- und Außenputze auf Mauerwerk - die Möglichkeit, dass schädliche Salze und/oder Schwermetalle durch Einwirkung von Feuchtigkeit, wie z. B. Niederschlagswasser oder Grundwasser, ausgewaschen werden. Unter praxisrelevanten Bedingungen sind allerdings nur sehr geringe Auslaugraten zu erwarten, da die Inhaltsstoffe fest in die Bindermatrix eingebunden sind. Emissionen von Inhaltsstoffen sind nicht relevant.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Mauermörtel bergen in der Regel keine brandrelevante Gefährdung. Bei Zugabe von z. B. Polystyrol als leichte Gesteinskörnung erfolgt die Einstufung in die Baustoffklasse A2. Abtropfen/Abfallen von brennendem Material ist aber nicht zu erwarten.

Wassereinwirkung

Es sind keine Umwelt- und Gesundheitsrisiken zu erwarten.

Beständigkeit Nutzungszustand

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.
Datenbank als PDF

Instandhaltung

Abplatzungen oder Fehlstellen in Mörtelfugen können instandgesetzt werden, indem der geschädigte (eventuelle mit Salzen belastete) Mörtel entfernt bzw. rausgekratzt wird und Risse oder fugen neu verfüllt werden. Bei einer Instandsetzung ist die Verträglichkeit des Instandsetzungsmörtels mit dem ursprünglichen Mörtel und dem Mauerwerk zu klären. Bei Einsatz z. B. von hydraulisch gebundenen Mörteln (enthält Zement) bei gipshaltigem Mauerwerk kann es zu Ettringitbildung kommen, die schwere Schäden an der Bausubstanz hervorrufen kann.

Mauermörtel

Nachnutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

Beim Ausbau ist auf ausreichenden Staubschutz zu achten. Die Möglichkeit des Absaugens sollte geprüft werden.

Wiederverwendung

Abbruch von Mauerwerk bringt vergleichsweise ungünstige Voraussetzungen für die Wiederverwendung mit sich. So besteht Mauerwerk selbst bei recyclingfreundlicher Ausführung aus mehreren, z. T. schwer trennbaren Komponenten bzw. Komponentengemischen. Eine Wiederverwendung von Mörtel ist daher derzeit nicht möglich.

Stoffliche Verwertung

Eine Abtrennung der Mauerwerkbestandteile Mörtel und Putz vom Mauerstein ist aufgrund der unterschiedlichen Möglichkeiten der Zerkleinerung und/oder der unterschiedlichen Rohdichten (ausreichende Unterschiede) prinzipiell denkbar.

Eine effektive Trennung zwischen Bindemittel und Sand ist mit einer konventionellen Aufbereitung nicht erreichbar.
In der Praxis ist das Trennen von Mauermörtel und Stein jedoch sehr aufwendig und i. d. R. schwierig, da ein guter Haftverbund zwischen Mörtel und Stein ein wichtiges Kriterium für die Qualität eines Mauermörtels ist. In der Regel fällt daher kein sortenreiner Mauermörtel an, sondern gemischter Mauerwerkabbruch, bestehend aus Mauersteinen und Mörtel sowie gegebenenfalls weiteren Stoffen (z. B. Beschichtungen, Putze).
Generell kommt als Möglichkeit zur Verwertung von Mauermörtel daher nur "down-cycling" in Frage, wobei hinsichtlich der Umweltverträglichkeit mit Ausnahme der Dünnbettmörtel keine problematischen Aspekte bekannt sind. 

Nach einer vorliegenden Untersuchung wurden nur in wenigen Fällen Gehalte an auslaugbaren und umweltrelevanten Bestandteilen ermittelt, die nach den derzeitig verfügbaren Beurteilungskriterien die Verwertungsmöglichkeit einschränken. Es ist davon auszugehen, dass die untersuchten bzw. die bislang üblicherweise verwendeten Mauerwerksbaustoffe mobilisierbare, umweltrelevante Bestandteile, wenn überhaupt, dann nur in geringen Mengen enthalten.  

Die Verwertung von gemischtem Mauerwerkabbruch erfolgt im Rahmen der Aufbereitung von Bauschutt und umfasst gegenwärtig den nicht klassifizierten Straßenbau, sowie den Landschafts- und Tiefbau. Zu nennen sind Einsatzgebiete wie Bodenverfestigungen, Untergrundverbesserungen, Verkehrsflächen und Wegebau, Hinterfüllungen, Überschüttungen, Verfüllungen von Leitungsgräben, Sauberkeitsschichten unter Gebäuden, Lärmschutzwälle. Die bautechnischen Anforderungen, die bei diesen Einsatzgebieten an den aufbereiteten Mauerwerkabbruch gestellt werden, sind gering. Es gelten die Technischen Regeln der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA).
Weitere Einsatzgebiete für Recyclingbaustoffe aus Mauerwerkabbruch können genutzt werden, wenn zusätzliche Anforderungen an die Korngrößenverteilung, die Sortenreinheit bzw. die chemische Zusammensetzung erfüllt werden. Beispiele sind Bettungsmaterial für Pflasterarbeiten (Körnungen 0/4 bzw. 0/8mm), Drainagematerial für ausgewählte Einsatzgebiete (sandfreie Körnungen 4/8 bzw. 4/5mm), Tragschichten im Sportplatzbau (feinkornreduzierte Körnungen 0/32mm). Überdies besteht die Möglichkeit der Herstellung von autoklavgehärteten Steinen aus Mauerwerkabbruch sowie des Einsatzes als Zumahlstoff für Zement.

Dichte Recycling-Sande aus Mauerwerkabbruch könnten in größerem Umfang bzw. auch als alleinige Körnungsbeigabe für die Mauermörtelproduktion zum Einsatz kommen. Notwendig dafür ist jedoch eine möglichst sortenreine Aufbereitung der Recycling-Sande. 
Eine weitere Möglichkeit zur Verwertung von Mauermörtel bietet die Betonherstellung, die bereits in den Nachkriegsjahren praktiziert wurde. Der aus dem Abbruch von Ziegelmauerwerk gewonnene Trümmersand wurde als Gesteinskörnung (Zuschlag) zur Betonherstellung (sogenannter Ziegelsplittbeton) genutzt.

Diese Art der Verwertung wird heute kaum noch praktiziert

Energetische Verwertung

Eine energetische Verwertung ist bei Mauermörtel aufgrund der überwiegend mineralischen Natur nicht möglich bzw. nicht sinnvoll.

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Mauermörtel müssen am Ende ihrer Lebensdauer auf einer Deponie abgelagert werden. Mauermörtel können als Bauschutt auf Deponieklasse I (hauptsächlich für mineralische Abfälle) abgelagert werden.

EAK-Abfallschlüssel

Abfälle aus der Herstellung von Zement, Branntkalk, Gips und Erzeugnissen aus diesen

101311 Abfälle aus der Herstellung anderer Verbundstoffe auf Zementbasis mit Ausnahme derjenigen, die unter 10 13 09 und 10 13 10 fallen
101314 Betonabfälle und Betonschlämme

Bau- und Abbruchabfälle

170101  Beton (Bau- und Abbruchabfälle)
170701 gemischte Bau- und Abbruchabfälle (gemäß KrW-/AbfG, BestüVAbfV, überwachungsbedürftige Abfälle zur Verwertung)