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Alu-PU-Verbundplatte

Begriffsdefinition

Polyurethan(PUR/PIR)-Spritzschaum (auch: „Ortschaum“) ist ein Polyurethan-Hartschaum, der an der Verwendungsstelle durch Mischen eines Reaktionsgemisches aus Polyolen und Isocyanaten hergestellt wird (Zweikomponenten-Schaum).
Montageschäume sind eine besondere Form der Spritzschäume und werden als Dosenschäume (ca. 80% Einkomponenten-Schäume) auch für den Heimwerkergebrauch angeboten.
Im Bereich der Montageschäume werden inzwischen auch PIR-(Polyisocyanurat)Spritzschäume mit höherem Isocyanat-Anteil angeboten.

Wesentliche Bestandteile

Polyurethan-Spritzschaum besteht aus Polyolen und  Isocyanaten (Diphenylmethandiisocyanat oder Polymeres Diphenylmethandiisocyanat) die miteinander reagieren und zu Polyurethan vernetzen. Ferner enthalten Spritzschäume Treibgase (meistens eine Mischung aus HFKW und Kohlenstoffdioxid), Flammschutzmittel, Katalysatoren sowie Tenside.

Charakteristik

Die Dämmwirkung wird durch den Einschluss ruhender Luft bzw. von Treibgasen in den aufgeschäumten Zellen erzeugt.

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Verarbeitungssicherheit

Die Verarbeitung von PUR-Spritzschäumen erfordert spezielle Sicherheitsmassnahmen, das Tragen einer Schutzkleidung sowie Atemschutz. Sie ist generell mit deutlich höheren Risiken verbunden als die Verarbeitung von werkseitig hergestellten Dämmstoffen aus Mineralfasern oder Kunststoffschäumen.

Treibmittel

Für PUR-Spritzschaum kommen physikalische, HFKW-haltige Treibmittel oder Treibmittelgemische aus CO2 und HFKW (teilfluorierte Kohlenwasserstoffe) zum Einsatz. Montageschäume werden seit 2003 auch in Deutschland HFKW-frei angeboten. Das HFKW-freie Treibmittel Pentan, welches zum Schäumen von Dämmplatten aus Polyurethan Hartschaum eingesetzt wird, ist aufgrund seiner hohen Entzündlichkeit keine Alternative. Beim Auftragen von Ortschäumen handelt es sich um offene Anwendungen, weshalb hierfür aus Sicherheitsgründen schwer entflammbare flüssige Treibmittel verlangt werden. Insbesondere bei Innenverschäumungen ist Pentan ungeeignet, da sich in den Räumen explosive Konzentrationen aufbauen können.
Gemäß EG-Verordnung 842/2006 darf HFKW-haltiger Montageschaum (einkomponentig) seit dem 4.Juli 2008 nur noch in Verkehr gebracht werden, wenn dies zur Einhaltung nationaler Sicherheitsnormen erforderlich ist.
In Österreich ist gemäß HFKW-FKW-SF6-Verordnung (BGBl. 447/2002) der Einsatz von HFKW als Treibmittel inzwischen in allen Dämmschäumen verboten.

Flammschutzmittel

PUR-Spritzschäume weisen gegenüber PUR-Hartschaumplatten einen deutlich höheren Flammschutzmittel-Gehalt (ca. 10-25%) auf. Der Verzicht auf das schwer brennbare HFKW als Treibmittel bei Montageschäumen erfordert einen höheren Einsatz von Flammschutzmitteln zur Realisierung der Baustoffklasse B2 (bis zu 35% bei HFKW-freien Montageschäumen)
Bei hohem Anteil von Isocyanurat-Strukturen im Schaum (PIR-Schaum) kann bei gleich hoher Brandschutzeinstufung auf einen Teil der Flammschutzmittel verzichtet werden. Dieser sich abzeichnende Trend eröffnet ein bedeutendes Substitutions- und Einsparpotential bei Flammschutzmittel für PUR-Dämm- und Montageschäume.
Bei dem vor Ort verschäumten Spritzschaum („Dachspritzschaum“) ist aus Verarbeitungsgründen ein Übergang von PUR zu PIR nicht realisierbar. Im Bereich der Montageschäume sind inzwischen auch PIR-Schäume mit geringerem Flammschutzmittel-Gehalt erhältlich. Als wichtigstes Hindernis bei der Umstellung der Schaumformulierungen sehen die Dosenschaumhersteller allerdings die Kostenfrage, da der Dosenschaum mit der Neuformulierung teurer würde.

Lieferzustand

PUR-Spritzschaum: Einzelkomponenten in transportablen Fässern oder Containern
PUR/PIR-Montageschaum: aerosolgetriebene Ein-Komponenten(1K)-Dosenschäume (ca. 80%), aerosolgetriebene Zwei-Komponentent(2K)-Dosenschäume (ca. 15%), CO2-getriebene Kartuschenschäume (ca. 5%)

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

PUR-Spritzschaum: Sanierung von Flachdächern im Gebäudebestand („Dachspritzschaum“), Innendämmung von Dächern und Wänden
PUR/PIR-Montageschaum: Fugenabdichtung (ca. 80%), Türzargen-/Fensterbefestigung bzw. Ausfüllen / Wärmedämmung der umlaufenden Hohlräume (ca. 10%), Abdichtung von Rohrdurchführungen (ca. 10%)

Hinweise für die ökologische Produktauswahl

Treibmittel

Im Gegensatz zu Dachspritzschäumen werden Montageschäume auch HFKW-frei angeboten. Diese HFKW-freien Montageschäume sind allerdings aufgrund der alternativen Treibmittel (z.B. Propan, Butan) i.d.R. hochentzündlich (GISCODE PU 80 PU-Montageschäume, hochentzündlich / siehe Zeichen / Labels).

Flammschutzmittel

Zumindest im Bereich von Montageschäumen sind inzwischen Isocyanurat-modifizierte PUR-Spritzschäume (PIR) erhältlich, die mit geringerer Flammschutzmittel-Zugabe als PUR-Spritzschäume die erforderliche Brandschutzeinstufung erreichen.

Alternativprodukte

Beim Einbau von Tür- und Fensterrahmen können die umlaufenden Hohlräume alternativ auch mit Faserdämmstoffen oder Dämmzöpfen ausgestopft werden.

Becken K. et al., Fluorierte Treibhausgase vermeiden, Wege zum Ausstieg, Umweltbundesamt, 2010 (Download)

EG-Verordnung 842/2006 (Download)

Österreichische Verordnung HFKW-FKW-SF6-V (BGBl. 447/2002)

Leisewitz A., Kruse H., Schramm E.; Erarbeitung von Bewertungsgrundlagen zur Substitution umweltrelevanter Flammschutzmittel; Forschungsbericht 204 08 542 (alt) 297 44 542 (neu); Umweltbundesamt; Berlin; Dezember 2000 (Download)

Umweltproduktdeklarationen Institut Bauen und Umwelt e.V.: PU Europe - Polyurethane thermal insulation spray foam (closed-cell; density 40 kg/m³)
PU Europe - Polyurethane thermal insulation spray foam (closed-cell; density 60 kg/m³)

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Risikobetrachtung Lebenszyklusphasen

 

 

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Planungs- und Ausschreibungshilfen

 

 

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WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.

Informationen hier im Reiter Ausschreibung:

  • Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
  • Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien,
  • zusammenfassende Informationen zum Lebenszyklus

Übersicht Planungs- und Ausschreibungshilfen: Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen

  Expandierter Polystyrolschaum (EPS)Extrudierter Polystyrolschaum (XPS)Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR)
Dämmstoffe auf Kautschuk- und PE-Basis (noch nicht in WECOBIS)Melamin-/
Phenolharzschäume
(noch nicht in WECOBIS)

Polyurethan-Spritzschaum (PUR/PIR)

               
  Material-
ökologische Anforderungen
Im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung. Inhalt aufklappen
   
Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS

Kunstschaum-dämmstoffe

---

Dämmstoffe in WDVS

---

Dämmstoffe mit Kontakt zu Boden und Grundwasser

Kunstschaum-dämmstoffe

---

Dämmstoffe in WDVS

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Dämmstoffe mit Kontakt zu Boden und Grundwasser

Kunstschaum-dämmstoffe

---

Dämmstoffe in WDVS

---

Dämmstoffe mit Kontakt zu Boden und Grundwasser

Kunstschaum-dämmstoffe

Kunstschaum-
dämmstoffe
Ortschaum / Montage- und Bauschäume
  Mögliche Quellen Die hier genannten Quellen, insbesondere BNB, bilden die Grundlage für Planungs- und Ausschreibungshilfen bzw. materialökologische Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS. Inhalt aufklappen
   
Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen

(BNB) des BMUB /
Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt)

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen. Die o.g. Textbausteine und materialökologischen Anforderungen in WECOBIS basieren derzeit auf Kriteriensteckbrief 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt. Dieser steht in engem Zusammehang mit Kriteriensteckbrief 3.1.3 Innenraumhygiene.

Auch wenn ein Gebäude nicht zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Einordung der jeweiligen Dämmstoffe hinsichtlich verschiedener Kriteriensteckbriefe siehe Reiter Bewertungssysteme in WECOBIS

Umweltbundesamt
(UBA)
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Die Seiten werden gerade überarbeitet, sodass sich dort derzeit aus dem Baubereich nur Ausschreibungsempfehlungen zu Elastischen Bodenbelägen, Tapeten und Raufaser finden.
baubook ökologisch ausschreiben Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen finden sich Kriterien in der Gruppe der Dämmstoffe / synthetische Dämmstoffe.
natureplus Ausschreibungstexte + + + + + -
  Mögliche Nachweis-
dokumente
weitere Nachweismöglichkeiten neben den folgend genannten sind Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, sowie Herstellererklärungen oder ggf. ein Anhang mit Nachhaltigkeitsmerkmalen zur bauaufsichtlichen Zulassung (abZ+). Inhalt aufklappen
   
gesetzlich vorgeschrieben: Welche Nachweisdokumente müssen vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden? Welcher Nachweis kann damit erbracht werden?
REACH / CLP:
Sicherheitsdatenblatt (SDB)

Spritzschäume bzw. Ort- und Montageschäume werden als Gemisch eingestuft. Für sie muss daher ein SDB gemäß den Anforderungen in Art.31 REACH-VO in Verbindung mit Anhang II erstellt werden. (Nachweis gefährliche Stoffe, Nachweis SVHC >= 0,1 Gew.-%)

Dämmstoffe in Plattenform werden als Erzeugnis eingestuft. Für Erzeugnisse ist kein SDB vorgeschrieben. Die pflichtgemäße Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung für Bauprodukte, die unter den Geltungsbereich der BauPVO fallen, muss Angaben über SVHC enthalten. Für alle Bauprodukte (Erzeugnisse), also auch solche, die nicht im Geltungsbereich der BauPVO liegen, besteht ein Auskunftsrecht für SVHC. Für die Anfrage an den Hersteller steht auf dem Informationsportal des Umweltbundesamtes zu REACH ein Musterbrief zum Download zur Verfügung.

Alle Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen fallen in den Geltungsbereich der BauPVO (s. Listung in Bauregelliste B Teil 1 / 1.5 Dämmstoffe für den Wärme- und Schallschutz).

Leistungserklärung gemäß BauPVO mit Angaben zu SVHC + + + + + +
allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) aus Gesundheits-
schutzgründen

Werkmäßig hergestellte Dämmstoffe aus Phenolharzschaum benötigen bei der Verwendung in Aufenthaltsräumen einschließlich zugehöriger Nebenräume eine abZ aus Gesundheitsschutzgründen. Sie umfasst eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas. (siehe auch Bauregelliste B Teil 1, lfd. Nr. 1.5.5)

Dasselbe gilt für Dämmstoffe aller Materialien, die als Verlegeunterlagen unter Bodenbelägen verwendet werden (siehe auch Bauregelliste B Teil 1, lfd. Nr. 1.18.1 bzw. 1.18.3).

abZ der Gruppen Z-158.10-.... (Verlegeunterlagen) abZ der Gruppen Z-23.15- ... (Phenolharzschaum) -
freiwillige Produktkenn-zeichnungen / -deklarationen Für einige Bauproduktgruppen existieren freiwillige Produktkennzeichnungen oder -deklarationen wie z.B. Umweltzeichen oder Umweltproduktdeklarationen, die als Nachweis für materialökologische Anforderungen dienen können. Eine Übersichtstabelle dazu mit detaillierten Informationen zu Dämmstoffen aus synthetischen Rohstoffen findet sich im Reiter Zeichen & Deklarationen.

Übersicht Lebenszyklusinformationen: Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen

  Expandierter Polystyrolschaum (EPS)Extrudierter Polystyrolschaum (XPS)Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR)Polyurethan-Spritzschaum (PUR/PIR)
           
  Rohstoffe Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Rohstoffe)
   
Hauptbestandteile nach Rohstoffherkunft
Anteil fossiler Rohstoffe 100 M-% 100 M-% 100 M-% 100 M-%
Anteil mineralischer Rohstofffe 0 M-% 0 M-% 0 M-% 0 M-%
Anteil erneuerbarer Rohstoffe 0 M-% 0 M-% 0 M-% 0 M-%
Charakteristische Inhaltsstoffe
Ausgangsstoff Polystyrol Polystyrol

Polyole, Isocyanate

Polyole, Isocyanate / an der Verwendungsstelle gemischter Spritzschaum (auch: Ortschaum, zweikomponentig) oder als Montageschaum (Dosenschaum, meist einkomponentig)
Treibmittel Pentan zu 80% CO2 mit Co-Treibmittel (Ethanol oder Aceton), auch: HFKWs R-134a, R-152a, neu: HFO-1234ze zu 95% Pentan, auch: HFKW HFKW oder CO2 / HFKW, oder: Gemische aus leichtentzündlichen Kohlenwasserstoffen (Propan, Butan, Dimethylether)
Problematische Inhaltsstoffe
Flammschutzmittel ca. 0,5-2 % HBCD (SVHC), Ersatzstoff: bromiertes Polymer ca. 0,5 - 3% HBCD (SVHC), Ersatzstoff: bromiertes Polymer ca. 2-5% halogenierte Phosphorsäureester:TCEP (SVHC)
und TCPP
ca. 10 - 25% TCEP (SVHC), TEP, TCPP,
bei HFKW-freien Montageschäumen bis zu 35% Flammschutzmittel möglich,
bei PIR-Schäumen ca.-Halbierung der Flammschutzmittel möglich
Sonstiges
Verwendung von Recyclingmaterialien Verwendung von Produktionsabfälle; in der Schweiz auch Verwendung von sortenreinen Baustellenabfällen derzeit nur Verwendung von Produktionsabfällen, Extruderprozess erfordert hohen Reinheitsgrad nur Verwendung von Produktionsabfällen nur Verwendung von Produktionsabfällen
  Herstellung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Herstellung)
  Ökobau.dat-Datensätze Datensätze zu Expandiertem Polystyrol (EPS): siehe 2. Dämmstoffe / 2.2. Expandiertes Polystyrol Datensätze zu Extrudiertem Polystyrol (XPS): siehe 2. Dämmstoffe / 2.3. Extrudiertes Polystyrol Datensätze zu Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR): siehe 2. Dämmstoffe / 2.4. Polyurethan-Hartschaum (PUR) Datensätze für Polyurethan-Spritzschaum (PUR/PIR) liegen noch nicht vor (Stand 02/2015)
  Verarbeitung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Verarbeitung, zu ggf. vorhandenen verarbeitungsspezifischen Produktkennzeichnungen wie z.B. Giscode, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
  Verarbeitungsweise / Lieferzustand Plattenware (weiß oder grau); offenporig; für Anwendungen mit Feuchtebelastung auch intensiv geschäumt / geschlossenporig Plattenware (i.d.R. farbig, je nach Hersteller), geschlossenzellig Plattenware, geschlossenzellig anspruchsvolle Verarbeitung vor Ort, bei Spritzschäumen nur dur Fachfirmern, Montageschäume auch für den Heimwerkerbereich
  Arbeitshygienische Risiken Gefährdung durch Staub bei mechanischer Verarbeitung, durch Styrol beim Schneiden mit Heißdraht Gefährdung durch Staub bei mechanischer Verarbeitung, durch Styrol beim Schneiden mit Heißdraht - TRGS 430 "Isocyanate – Gefährdungsbeurteilung und Schutzmaß- nahmen"
  Nutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nutzung, zur Innenraumhygiene nach BNB siehe siehe Reiter Bewertungssysteme, zu ggf. vorhandenen innenraumrelevanten Produktkennzeichnungen wie z.B. Blauer Engel, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
   
VOC-/SVOC-Emissionen keine VOC-/Formaldehydemissionen zu erwarten in geringen Mengen flüchtige organische Verbindungen (VVOC, VOC) aus dem Treibmittel Pentan Unmittelbar nach der Anwendung können geringe Mengen an Treibmittel (Propan, Butan, Dimethylether) emittiert werden. Mit anderen Emissionen im Innenraum ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu rechnen.
Brandfall im Brandfall Entstehung giftiger Brandgase (Dioxine und Furane) giftige Brandgase giftige Brandgase
  Nachnutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nachnutzung)
   
Rückbaubarkeit / Trennbarkeit hoher Aufwand bei Verklebung (z.B. Perimeterdämmung, Fassadendämmung), sortenreiner Rückbau oft schwierig, geringer Aufwand bei loser Verlegung hoher Aufwand durch Anhaftung an anderen Bauteilen, Sorternreinheit kaum möglich
Verwertbarkeit / Recyclingfähigkeit hochwertige Verwertung aus sortenreinen Abfällen möglich, in der Schweiz auch praktiziert derzeit keine hochwertige Vewertung möglich, Extruderprozess erfordert hohen Reinheitsgrad derzeit keine hochwertige Vewertung möglich keine stoffliche Verwertung möglich
Typischer Entsorgungsweg energetische Verwertung (Verbrennung) energetische Verwertung (Verbrennung) energetische Verwertung (Verbrennung) energetische Verwertung (Verbrennung)
Energiegewinnung möglich? ja (hoher Heizwert) ja (hoher Heizwert) bedingt (Heizwert niedriger als bei EPS und XPS) bedingt (Heizwert niedriger als bei EPS und XPS)

Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS

Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet das neue WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter Allgemeine Infos.

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DatenblattansichtPolyurethan-Spritzschaum (PUR/PIR)
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Umweltdeklarationen

 

 

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So können Sie einzelne Bauproduktgruppen sowie Grundstoffe nebeneinander ansehen.

 

Gehen Sie, wie gewohnt über das große Ausklappmenü. Wenn Sie in dem linken Feld die Auswahl ändern möchten so entriegeln Sie einfach das Schloss durch anklicken.

 

Das Datenblatt wird in dem entriegelten, grünen Feld eingefügt.

 

Ist für einen Eintrag im Ausklappmenü derzeit kein Datenblatt verfügbar, so ist dieser grau und kursiv dargestellt. Trotz der fehlenden Interaktionsmöglichkeit zu solch einem Eintrag muss dieser im Aufklappmenü angezeigt werden, da sonst nicht alle tiefer liegenden Datenblätter auswählbar wären.

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen aus dem Bereich der Dämmstoffe. Neben Herstellererklärungen oder Informationen in Sicherheitsdatenblättern (SDB) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Ausschreibung) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.

Übersicht Umweltdeklarationen: Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen
Stand 10/2016

  Expandierter Polystyrolschaum (EPS)Extrudierter Polystyrolschaum (XPS)Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR)Polyurethan-Spritzschaum (PUR/PIR)
           
  Umweltzeichen Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können. Inhalt aufklappen
   

Blauer Engel
weil umweltgerechter Wärmeschutz / RAL-UZ 140 Wämedämmverbund-systeme

x

(aufgrund der Inhaltsstoffe / Ausschluss halogenierter organischer Verbindungen als Flammschutzmittel. Das gilt auch für die derzeit bekannten HBCD-Ersatzstoffe aus bromierten Polymeren. ausführliche Infos zu HBCD siehe Hintergrundpapier HBCD / Umweltbundesamt vom Juli 2016)

x

(aufgrund der Inhaltsstoffe / Ausschluss halogenierter organischer Verbindungen als Flammschutzmittel)

./.

Blauer Engel
weil emissionsarm

x

Emissionsarme Wärmedämmstoffe und Unterdecken für die Anwendung in Gebäuden können sich für den Blauen Engel RAL-UZ 132 qualifizieren. Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen können die Anforderung "Ausschluss halogenierter organischer Verbindungen" aufgrund der enthaltenen Flammschutzmittel nicht erfüllen.

-
Blauer Engel
weil emissionsarm

+

Emissionsarme Verlegeunterlagen für Bodenbeläge können sich für den Blauen Engel RAL-UZ 156 qualifizieren. Dazu gehören auch dünne Dämmunterlagen, die z.B. aus EPS-, XPS- oder PUR-Schäumen oft in Kombination mit weiteren Materialien bestehen können. Verlegeunterlagen mit dem Emicode EC1plus (s.u.) müssen bei fast allen Prüfparametern niedrigere Grenzwerte einhalten.

-
Qualitätssiegel BFA QS EPS (kein Umweltzeichen, aber Nachweismöglichkeit für HBCD-Freiheit) +

./.

Nachweis HBCD-Freiheit über EPD mit Zusatz "mit alternativem Flammschutzmittel" möglich

./. ./.
pure life-Siegel der ÜGPU e.V. (Überwachungs-gemeinschaft Polyurethan-Hartschaum e.V.) ./. ./.

+

(u.a. TCEP-frei, frei von halogenierten Treibmitteln, Einhaltung AgBB-Schema)

./.
EU-Umweltzeichen (Blume) -
- - -
Österreichisches Umweltzeichen
Richtlinie UZ 43 : stoffliche Einschränkungen, keine Emissionsanforderungen

+

(nur für intensiv geschäumtes EPS ohne HBCD)

Richtlinie UZ 43
Hartschaum-Dämmplatten aus fossilen Rohstoffen

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

Richtlinie UZ 43
Hartschaum-Dämmplatten aus fossilen Rohstoffen

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

Richtlinie UZ 43
Hartschaum-Dämmplatten aus fossilen Rohstoffen

-
natureplus-Qualitätszeichen (nur für Produkte aus nachwachsenden und/oder mineralischen Rohstoffen / mind. 85 Masse%)

x

x

x

x

Nordischer Schwan  - - - -
EMICODE
/ Raumlufthygiene

 +

Emissionsarme Verlegeunterlagen können sich für den EMICODE EC1plus (sehr emissionsarm) - EC2 (emissionsarm) qualifizieren. Dazu gehören auch dünne Dämmunterlagen, die z.B. aus EPS-, XPS- oder PUR-Schäumen oft in Kombination mit weiteren Materialien bestehen können.

+

EC1plus (sehr emissionsarm) -
EC2 (emissionsarm)

(nur für Montageschäume, nicht für sog. Spritzschäume mit großflächiger Anwendung)

Eurofins Zertifizierung "Indoor Air Comfort Gold" (Formaldehyd-Grenzwert  strenger / VOC-Grenzwerte weniger streng als Blauer Engel)

 +

(für Dämmstoffe möglich, derzeit jedoch kein Dämmstoff aus synthetischen Rohstoffen / Schaumkunststoff zertifiziert)

-
  GISBAU Klassifizierungs-system

Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden. (siehe unten: Ersatzproduktgruppe prüfen?) Inhalt aufklappen

   

GISBAU Produkt-Code / GISCODE

Platten-Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen sind nicht im GISBAU-System klassifiziert. Informationen zu arbeitshygienischen Risiken siehe Reiter Verarbeitung.

 

 

PU 70 PU-Montageschäume (i.d.R. HFKW-haltige Schäume)

PU 80 PU-Montageschäume, hochentzündlich (auch HFKW-freie Schäume möglich)

GefStoffV: Prüfung von Alternativen erforderlich? (Minimierungsgebot)

- - -

Der Verzicht auf Montageschäume ist zu bevorzugen.

geringstmögliche Belastung innerhalb der gleichen GISCODE-Produktgruppe (ggf. erst nach Prüfung von Alternativen)

- - - PU 70 (aufgrund der geringern Brandgefahr), es gibt auch "isocyanatfreie" Schäume (ohne GISBAU-Einstufung) mit etwas geringerer Belastung. Der Verzicht auf Montageschäume ist zu bevorzugen.
  Umweltprodukt-deklaration (EPD)

Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1 Inhalt aufklappen

   
EPD1 - + - -
Branchen-EPD1

+

Infos zu HBCD oder alternativem FSM Polymer-FR im Geltungsbereich oder unter Rohstoffe

+

HBCD-frei mit Zusatz "... mit alternativem Flammschutzmittel" im Titel

+

+

(nur für flächig aufgetragenen Spritzschaum, nicht für Montageschäume)

  Umweltindikatoren

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB. Inhalt aufklappen

   
Ökobau.dat-Datensätze Datensätze zu Expandiertem Polystyrol (EPS): siehe 2. Dämmstoffe / 2.2. Expandiertes Polystyrol

Datensätze zu Extrudiertem Polystyrol (XPS): siehe 2. Dämmstoffe / 2.3. Extrudiertes Polystyrol

Datensätze zu Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR): siehe 2. Dämmstoffe / 2.4. Polyurethan-Hartschaum (PUR) Datensätze für Polyurethan-Spritzschaum (PUR/PIR) liegen noch nicht vor (Stand 10/2016)
  Sonstiges Sonstige freiwillige Produktkennzeichnungen, die Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Produkten liefern können. Inhalt aufklappen
   
baubook-Deklaration Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffen finden sich Kriterien in der Gruppe der Dämmstoffe / synthetische Dämmstoffe.
+ Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden
- Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./. Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

1 Die hier als vorhanden markierten EPDs und Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V..

Mehrfachansicht
DatenblattansichtPolyurethan-Spritzschaum (PUR/PIR)
Anzeigebereich für ein zweites Datenblatt

Bewertungssysteme

 

 

Sie befinden sich in der Mehrfachansicht!

 

So können Sie einzelne Bauproduktgruppen sowie Grundstoffe nebeneinander ansehen.

 

Gehen Sie, wie gewohnt über das große Ausklappmenü. Wenn Sie in dem linken Feld die Auswahl ändern möchten so entriegeln Sie einfach das Schloss durch anklicken.

 

Das Datenblatt wird in dem entriegelten, grünen Feld eingefügt.

 

Ist für einen Eintrag im Ausklappmenü derzeit kein Datenblatt verfügbar, so ist dieser grau und kursiv dargestellt. Trotz der fehlenden Interaktionsmöglichkeit zu solch einem Eintrag muss dieser im Aufklappmenü angezeigt werden, da sonst nicht alle tiefer liegenden Datenblätter auswählbar wären.

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)

   
  Wofür steht das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)? Inhalt aufklappen
 

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen.
Ausführliche Informationen zum BNB-System siehe www.nachhaltigesbauen.de

  Welche Informationen liefert WECOBIS für BNB im Reiter Bewertungssysteme? Inhalt aufklappen
 

WECOBIS führt in den Datenblättern der Bauproduktgruppen umfangreiche Informationen zur Beantwortung der verschiedenen Fragestellungen im Hinblick auf Umwelt- und Gesundheitsaspekte. Im Reiter Bewertungssysteme bietet WECOBIS gezielt Antworten auf Fragestellungen baustoffrelevanter Steckbriefe. Durch die Bündelung von Aspekten z.B. bzgl. der Risiken für die lokale Umwelt, Fragen zur Innenraumhygiene und der Thematik Rückbau, Trennung, Verwertung gibt WECOBIS gezielte Hilfestellung bei der Einordnung einzelner Baustoffe. Tiefergehende Informationen finden sich über die Verknüpfungen in den jeweiligen Datenblättern.
Hinweis: Eine abschließende Beurteilung im Rahmen des Bewertungssystems und der genannten Kriterien erfolgt jedoch grundsätzlich in Abhängigkeit weiterer baulicher Gegebenheiten (z.B. eingebaute Menge).

BNB-Kriterium BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau)

   
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BNB-Kriterium BN_1.1.6 zielt auf die Reduzierung bzw. Vermeidung von Stoffen und Produkten beim Neubau, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft (auch Innenraumluft) enthalten. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung der Substitution eines Stoffes.

Für den Umgang mit Materialien im Bestand und deren Einordnung ist Kriteriensteckbrief BK_1.1.6. heranzuziehen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau) und BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

Einordnung der Polyurethan-Spritzschäume (PUR/PIR):

Für die Bewertung nach Kriterium BNB_BN_1.1.6 (Version V 2014_1) werden sechs potenzielle Schadstoffgruppen betrachtet. Für die Einordnung der Polyurethan-Spritzschäume (PUR/PIR) gemäß 1.1.6 sind die hervorgehobenen Schadstoffgruppen 1 und 5 relevant:
1 Gefährliche und besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)
2 Gefährliche Stoffe, die ausgelaugt werden können
3 Schwermetalle (bei Bodenbelägen als Stabilisatoren in Kunststoffen)
4 Flüchtige organische Verbindungen (VOC) einschließlich organische Lösemittel
5 Halogenierte Kälte- und Treibmittel
6 Biozide

 

*Hinweis:
Für Dämmstoffe enthält Kriteriensteckbrief 1.1.6 derzeit nur im Rahmen allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassungen gestellte innenraumrelevante Anforderungen an bestimmte Bauproduktgruppen, weshalb die folgenden Anforderungen diesen Aspekt auch nur sehr begrenzt abdecken. Das Fehlen solcher Anforderungen bedeutet nicht, dass diese bei Verwendung in Innenräumen nicht erforderlich sein könnten. Eine diesbezügliche Ergänzung ist in Arbeit.

 

Aus der Gruppe der Polyurethan-Spritzschäume (PUR/PIR) werden in 1.1.6 derzeit nur Montage- und Bauschäume adressiert (s. BNB_BN_1.1.6 Anlage 1 / Allgemeine Anforderungsliste, Anlage 2 / Anforderungen an Einzelstoffe mit besonders besorgniserregenden Eigenschaften):

  • Pos.33 Ortschaum / Montage- und Bauschäume
  • Pos.40 / Anlage 2-C Flammhemmend ausgerüstete Bauprodukte (Erzeugnisse) / Dämmstoffe (PUR,PIR)

Im folgenden werden die Anforderungen bzw. Einschränkungen für die Verwendung von Montage- und Bauschäumen (PUR/PIR) dargestellt. Die eigentlichen Anforderungen der genannten Position in Anlage 1 betreffen ggf. auch andere Dämmstoffe.

Qualitätsniveau (QN)

Anforderungen für Montage- und Bauschäume (PUR/PIR) (gem. Pos.33 + Pos. 40-C)

1 (= Mindestanforderung)

Produktdokumentation1 incl. Deklaration von SVHC der Kandidatenliste > 0,1 Gew.-%                                                                          

2 (zusätzlich zu QN1)

Es dürfen nur Produkte verwendet werden,

 

  • die frei von halogenierten Treibmitteln,
  • und frei von  Formaldehyd sind, sowie
  • keines der folgenden Flammschutzmittel (<0,1%) enthalten: CP, PBB, PBDE, TCEP (Details s. 1.1.6 Anlage 2/C)
 

3 (zusätzlich zu QN1)

4 (zusätzlich zu QN1)

Es dürfen nur Produkte verwendet werden,

 

  • frei von sämtlichen halogenierten Stoffen,
  • und frei von  Formaldehyd sind, sowie
  • keines der folgenden Flammschutzmittel (<0,1%) enthalten: CP, PBB, PBDE, TCEP (Details s. 1.1.6 Anlage 2/C)

Alternative für die Erfüllung von QN4 und QN5:
Verzicht auf die Verwendung von Montage- und Bauschäumen

5 (zusätzlich zu QN1)
Kommentierung

Durch den Verzicht auf Montage- und Bauschäume werden die Anforderungen für Qualitätsniveau 4+5 erfüllt.

Tabelle: Anforderungen an die Verwendung von Bau- und Montageschäumen aus Polyurethan

1 Die Produktdokumentation (z.B. über Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, Sicherheitsdatenblätter) ist die Mindestanforderung, die mindestens für alle durch BNB 1.1.6 betroffenen Produktgruppen erfüllt sein muss. Zusätzlich ist für alle diese Produktgruppen immer auch die Deklaration von SVHC der Kandidatenliste nach REACH (z.B. über LeistungserklärungSicherheitsdatenblätter, Herstellererklärung) erforderlich. Produktgruppenabhängig können auch noch andere Nachweise gefordert sein.

Planungs- und Ausschreibungshilfen mit Textbausteinen

Tabellarische Übersichten mit allen Einzelkriterien für Planung und Ausschreibung sind im neuen Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter "Dämmstoffe" zu finden. Die Tabellen dort enthalten auch detaillierte Informationen zu den Nachweismöglichkeiten (z.B. über andere Produktkennzeichnungen) und damit zur Prüfung der angebotenen Produkte. Außerdem finden sich dort auch die für die verschiedenen Qualitätsniveaus zugehörigen Textbausteine (auch als rtf-Download).

BNB-Kriterium BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

   
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Im Falle einer Sanierungsmaßnahme wird BN_1.1.6 ergänzt durch das BNB-Kriterium BK_1.1.6. Dieses zielt auf die Adressierung und Ausschleusung von Materialien in der bestehenden Bausubstanz, die ein Risikopotenzial für Mensch und Umwelt darstellen. Die Bewertung erfolgt anhand einer Einstufung der Baumaterialien in ein vorgegebenes Schadstoffkataster mit 14 Schadstoffgruppen aufgrund ihres Schädigungspotentials und der jeweiligen Sanierungsmaßnahmen. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 4 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung er Substitution eines Stoffes.

Weitere Informationen zu den Einzelkriterien im Bestand siehe BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung). Für den Einbau von neuen Materialien gilt BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau).

Die Einordnung von Materialien im Bestand erfolgt in WECOBIS jeweils gesammelt für die ganze Obergruppe der Dämmstoffe. Siehe dazu Dämmstoffe im Bestand.

Die an dieser Stelle beschriebenen Dämmstoffe (= aktuell am Markt verfügbare Produktgruppen) enthalten normalerweise keine Problemstoffe, welche bei der Sanierung relevant sind.
Alte PUR-Spritzschäume können FCKW enthalten (bis ca. 1990).

BNB-Kriterium BN_3.1.3 - Innenraumhygiene

   
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Ziel des BNB-Kriteriums 3.1.3 ist die Sicherstellung der Luftqualität im Innenraum unter hygienischen Gesichtspunkten, die zu keinen negativen Effekten hinsichtlich der Befindlichkeit der Raumnutzer führt, die hygienische Sicherheit garantiert und somit möglichst auch eine empfundene hohe olfaktorische Luftqualität gewährleistet.
Die Bewertung erfolgt anhand der Berechnung der personenbezogenen Luftwechselrate sowie anhand von Raumluftmessungen auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt.
Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert und der Einsatz emissionsarmer Materialien die Bauphase begleitend dokumentiert wird. BNB-Kriterium 3.1.3 steht deshalb in engem Zusammenhang mit der Erfüllung der Einzelkriterien für BNB-Kriterium 1.1.6.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_3.1.3 Innenraumhygiene (Neubau)

Einordnung der Polyurethan-Spritzschäume

Unmittelbar nach der Anwendung können geringe Mengen an Treibmittel (Propan, Butan, Dimethylether) emittiert werden. Mit anderen Emissionen im Innenraum ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu rechnen. 

BNB-Kriterium BN_4.1.4 - Rückbau, Trennung, Verwertung

   
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Im BNB Kriteriensteckbrief 4.1.4 werden Konstruktionen nach ihrer Rückbaubarkeit, Trennbarkeit und Verwertbarkeit eingestuft.
WECOBIS kann eine aktuelle Information über mögliche Umwelt- und Gesundheitsgefährdungsaspekte im Zuge von Rückbau und Entsorgung auf Bauproduktgruppenebene geben. Eine Betrachtung von ganzen Konstruktionen kann derzeit in WECOBIS noch nicht erfolgen. Ein Bauteilmodul ist jedoch in planung. Ergänzend zu Leitfäden und Arbeitshilfen helfen die bauproduktgruppenspezifischen Aspekte dem Koordinator jedoch auch jetzt schon, die Komponenten Umwelt und Gesundheit für den Steckbrief 4.1.4 einzuordnen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_4.1.4 – Rückbau, Trennung, Vewertung

Rückbaubarkeit

Für die Bewertung wirkt sich der Einsatz abfallarmer Konstruktionen, die die Möglichkeit eines sortenreines Rückbaus erlauben, günstig aus. Die Rückbaubarkeit beschreibt den Aufwand, der für Demontage oder Abbruch eines Bauteils aus dem Gebäudeverband nötig ist.

Der Rückbauaufwand von Polyurethan-Spritzschäumen ist aufgrund der Anhaftung auf anderen Bauteilen hoch. Eine sortenreine Trennung ist kaum möglich.

Rückbaubarkeit    Geringer Rückbauaufwand => => => => => => => hoher Rückbauaufwand
Konstruktionsweise lose Verlegung mechanische Fixierung (vollflächige) Verklebung
Blähperlit-Dämmstoffe  X    
Calciumsilikat-Dämmplatten     X
Dämmstoffe mit Aerogelen  X  X  X
Mineralwolle-Dämmstoffe X X X
Schaumglas-Dämmstoffe     X
Vermiculite-Dämmstoffe  X    
Flachs/Hanf-Dämmstoffe  X X  X
Holzfaserdämmplatten X X X
Kork-Dämmstoffe X X X
Schafwolle-Dämmstoffe X X  
Zellulose-Dämmstoffe X  X  X
Expandiertes Polystyrol (EPS) X X X
Extrudiertes Polystyrol (XPS) X X X
Polyurethan (PUR/PIR)-Spritzschaum     X
Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) X X X

Sortenreinheit

Beschreibt den Aufwand, der für die sortenreine Trennung mehrschichtiger und / oder inhomogener Bauteile anfällt.

Aufgrund der Anhaftung auf anderen Bauteilen ist eine sortenreine Trennung in der Praxis unmöglich.

Verwertbarkeit

Für die Bewertung der Verwertbarkeit der Baustofffraktionen gelten die zur Zeit der Bewertung am Markt aktuell verfügbaren technischen Verfahren. Alternativ können bei Bauteilen mit langer zu erwartender Nutzungsdauer Forschungsvorhaben, die praktikable Lösungsmöglichkeiten in absehbarer Zeit zur Verfügung stellen können, positiv bewertet werden. 

Da Polyurethan-Spritzschäume nur mit erheblichen Aufwand sortenrein ausgebaut werden können und kein Rücknahmesystem vorhanden ist, ist eine stoffliche Verwertung nicht möglich. Im besten Fall können Spritzschäume energetisch verwertet werden. Als Anhaftung auf mineralischen Baustoffen könnten Polyurethan-Spritzschäume auch in die Deponie gelangen.

Verwertungs-/ Beseitigungswege Hochwertige Verwertung Minderwertige Verwertung Energetische Verwertung Deponierung
Blähperlit-Dämmstoffe  nicht möglich  möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Calciumsilikat-Dämmplatten  nicht möglich  möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Dämmstoffe mit Aerogelen  nicht möglich  nicht möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Mineralwolle-Dämmstoffe  möglich  möglich  nicht möglich  möglich
Schaumglas-Dämmstoffe  möglich möglich  nicht möglich möglich
Vermiculite-Dämmstoffe

nicht möglich

 möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Flachs/Hanf-Dämmstoffe nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Holzfaserdämmplatten nicht möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Kork-Dämmstoffe nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Schafwolle-Dämmstoffe  möglich  möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Zellulose-Dämmstoffe  möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Expandiertes Polystyrol (EPS)  möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Extrudiertes Polystyrol (XPS) nicht möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg   nicht zulässig
Polyurethan (PUR/PIR)-Spritzschaum nicht möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) nicht möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Hochwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung gleichwertiger Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Minderwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung untergeordneter Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Energetische Verwertung
Die Produktgruppe wird in einer Verbrennungsanlage energetisch verwertet.
Deponierung
Die Produktgruppe wird ggf. nach thermischer Vorbehandlung deponiert

Quellen

Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt, abrufbar unter BNB_BN_1.1.6 Version V 2014_1 (Online-Quelle)

Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 3.1.3 Innenraumhygiene, abrufbar unter BNB_BN2011-1_313 (Online-Quelle)

Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 4.1.4 Rückbau, Trennung und Verwertung, abrufbar unter BNB_BN2011-1_414 (Online-Quelle)

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DatenblattansichtPolyurethan-Spritzschaum (PUR/PIR)
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Technisches

 

 

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Technische Daten

Rohdichte ρ [kg/m3]

von 35 bis 60

Druckfestigkeit fc [N/mm²]

von 0,17 bis 0,50

Wärmeleitfähigkeit λ [W/(m*K)]

von 0,026 bis 0,028

Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl μ

von 50 bis 150

Euroklasse nach DIN EN 13501-1

E

Technische Regeln (DIN, EN)

EN 14 315 Wärmedämmstoffe für Gebäude – An der Verwendungsstelle hergestellte Wärmedämmung aus Polyurethan (PUR)-Spritzschaum
Anm.: Die Bezeichnung PUR umfasst auch Polyisocyanurat (PIR)-Produkte.

Bauregelliste

Bauregelliste A / Teil 1

Das Deutsche Institut für Bautechnik stellt in den Bauregellisten A, B und C die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten sowie bauaufsichtlich geregelte und nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten auf.
Nach Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder wird die Baurregelliste bekannt gegeben. Erwerb und weiterführende Informationen zu Baurregelliste und ihren Regelungsbereichen siehe unter → www.dibt.de
Eine Darstellung und Erläuterungen zur Klassifizierung von Bauprodukten siehe im Lexikon → Klassifizierung von Bauprodukten

CE-Zeichen

Ab November 2014 müssen alle PUR-Spritzschämume die CE-Kennzeichnung gemäss EN 14 315 tragen.

Quellen

Produktdatenblätter diverser Hersteller

PU Europe, Factsheet n°22 (Download)

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Literaturtipps

 

 

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Pfundstein, M; Gellert, R.; Spitzner, M.H.; Rudolphi, A.; Detail Praxis / Dämmstoffe – Grundlagen, Materialien, Anwendungen; 2007;Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG; München

Zwiener, G.; Mötzl, H.; Ökologisches Baustoff-Lexikon; 2006; C.F. Müller Verlag; Heidelberg

Verordnung (EG) Nr.842/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17.Mai 2006 über bestimmte fluorierte Treibhausgase; Amtsblatt der Europäischen Union; 14.06.2006 (Download)

Fluorierte Treibhausgase in Produkten und Verfahren – Technische Maßnahmen zum Klimaschutz; Bericht des Umweltbundesamtes 20. Februar 2004; Berlin; 2004

Steimle, P.; Energieeffizientes Bauen – Wärmedämmung ist der erste Schritt, Dämmstoffe im Überblick; 2004; GDI – Gesamtverband Dämmstoffindustrie; Frankfurt (Download)

KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung; Informationsbroschüre „Umweltverträglichkeit von Gebäudedämmstoffen“;06/2003; Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten des Landes Schleswig-Holstein, Kiel

Kemmlein S., Hahn O., Jann O. / Bundesanstalt für Materialforschung und Prüfung; Emissionen von Flammschutzmitteln aus Bauprodukten und Konsumgütern; Texte 55/03; Forschungsbericht 299 65 321 UBA-FB 000475; Umweltbundesamt; Berlin; September 2003 (Download)

Leisewitz A., Kruse H., Schramm E.; Erarbeitung von Bewertungsgrundlagen zur Substitution umweltrelevanter Flammschutzmittel; Forschungsbericht 204 08 542 (alt) 297 44 542 (neu); Umweltbundesamt; Berlin; Dezember 2000 (Download)

Büro für Umweltchemie (Hrsg.); Graue Energie von Baustoffen; 1998; Zürich

 
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Rohstoffe / Ausgangsstoffe

 

 

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Hauptbestandteile

siehe auch Polyurethan, Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR)

Basismaterial:

PUR:
ca. 30-35% Polyether-Polyole
ca. 45-55% Diphenylmethan-Diisocyanat (MDI)
Bei Montageschäumen z.T. PIR-(Polyisocyanurat-)modifizierter PUR-Schaum mit höherem Isocyanat-Anteil und Polyester-Polyolen

Treibmittel: ca. 5-8 Gew.% HFKW-haltige Treibmittel oder Treibmittelgemische aus CO2 und HFKW, bei HFKW-freien Montageschäumen auch Gemische aus leichtentzündlichen Kohlenwasserstoffen (Propan, Butan, Dimethylether)
Additive:

Flammschutzmittel:
ca. 10 - 25% TCPP, TCEP, TEP
bei HFKW-freien Montageschäumen bis zu 35% Flammschutzmittel möglich
bei PIR-Schäumen ca.-Halbierung der Flammschutzmittel möglich

Katalysatoren

Tenside (Silikonpolymere)

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Gewinnung der Primärrohstoffe

siehe auch Polyurethan
Die Herstellung von PUR/PIR-Dämmstoffen erfolgt aus Erdölprodukten (Polyole und Isocyanate), die an die verarbeitenden Betriebe geliefert werden.

Verfügbarkeit

Mit der allmählichen Erschöpfung der Erdölvorräte vermindert sich auch das Potential zur Gewinnung von fossilen Rohstoffe in wenigen Jahrzehnten. Allerdings könnten die Rohstoffe auch aus Kohle hergestellt werden, was jedoch mit einem größeren Energieaufwand verbunden wäre.

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Die Verwendung von Sekundärrohstoffen in der Produktion von Polyurethan-Spritzschäumen ist evtl. denkbar, wird jedoch in der Praxis gegenwärtig nicht umgesetzt. Produktionsabfälle werden in modernen Industriebetrieben wo möglich genutzt. Detaillierte Informationen für die PUR-Produktion liegen jedoch nicht vor.

Radioaktivität

Für PUR-Spritzschäume nicht relevant

Treibmittel

Für die Herstellung von PUR-Spritzschaum kommen fluorierte Treibhausgase (HFKW) zur Verwendung. Diese tragen nicht nur direkt sondern auch indirekt durch den mit ihrem Einsatz verbundenen Energieverbrauch zum globalen Klimawandel bei.

Flammschutzmittel

Isocyanurat-modifizierte PUR-Schaumstoffe (PIR) erreichen mit geringerer Flammschutzmittel-Zugabe als PUR-Dämmstoffe die erforderliche Brandschutzeinstufung. Inzwischen sind auch PIR-Montageschäume mit geringerem Flammschutzmittel-Gehalt erhältlich. Die Umstellung auf HFKW-freie Montageschäume mit leicht entzündlichen Treibmitteln führt allerdings wiederum zu einer Erhöhung des Flammschutzmittel-Gehalts.

 
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Herstellung

 

 

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Herstellungsprozess

PUR-Spritzschaum wird mittels transportabler Schäumeinrichtungen im Spritz- oder Gießverfahren direkt am Bauobjekt hergestellt. Die Einzelkomponenten werden in flüssiger Form, z.B. in Fässern oder Containern auf die Baustelle geliefert.
Die Herstellung entspricht in diesem Fall der Verarbeitung.

Spritzverfahren:
Ein stark aktiviertes Reaktionsgemisch wird unter Druck über Düsen eines Mischkopfes in fein verteilter Form auf eine Fläche aufgespritzt. Dort schäumt es sofort auf und erhärtet als Schaumkunststoff.

Gießverfahren:
Ein flüssiges Reaktionsgemisch wird über Schlauchleitungen aus einem Mischkopf in Hohlräume eingegossen, wo es nach kurzer Zeit aufschäumt und als Schaumstoff erhärtet.

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB liefern.

Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Live- Datensätze.

Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Graue Energie

PUR-Ortschaum 73 MJ/kg (378 MJ/m2 bei einer Dicke von 13 cm)
(Rohdichte ca. 40 kg/m³)
Die Rohstoffe (Polyole, Isocyanat) erzeugen den größten Teil der Grauen Energie. Flammschutzmittel, Treibgase und andere Zusatzstoffe, sowie der Herstellungsprozess spielen hierbei nur eine untergeordnete Rolle.

Charakteristische Emissionen

siehe Polyurethan, weiter siehe Verarbeitung

 
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Verarbeitung

 

 

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Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Die Verarbeitung von PUR-Spritzschaum darf ausschließlich von Fachfirmen vorgenommen werden. Montageschäume werden auch für den Heimwerker und die Heimwerkerin angeboten.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Ortsveränderliche Anlagen, wie sie zur Herstellung / Verarbeitung von PUR-Spritzschäumen („Dachspritzschaum“) verwendet werden, können i.d.R. nicht mit Absauganlagen ausgerüstet werden.
Für die Verarbeitung von PUR-Spritzschaum und die entsprechenden umfangreichen Arbeitsschutzmaßnahmen existieren eigene Branchenregelungen. Die Arbeiten mit PUR-Montageschäumen unterliegen den Bestimmungen der TRGS 430 "Isocyanate – Gefährdungsbeurteilung und Schutzmaß- nahmen".

Arbeiten mit den als gesundheitsgefährlich (Xn) eingestuften PUR-Montageschäumen sollten nur bei Frischluftzufuhr ausgeführt werden.
Isocyanat-sensibilisierte Personen können schon auf sehr geringe Expositionen reagieren und sollten daher keinen weiteren Kontakt mit solchen Produkten haben.
Stäube, die nach dem Aushärten beim Schneiden entstehen, sollten nicht eingeatmet werden.

AGW-Werte

Für eine Reihe von Isocyanaten existieren AGW gemäss TRGS 900. Zudem sind Expositionsleitwerte gemäss TRGS 430 zu beachten.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Für diese Informationen besteht eine Auskunftspflicht. Sie müssen aber nicht in Form eines Sicherheitsdatenblattes nach den Kriterien des Anhangs II der REACH-Verordnung gegeben werden.

Spritzschäume werden als Gemisch eingestuft.

Produkt bezogene Informationen gemäß CLP-Verordnung müssen daher in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) der jeweiligen Produkte ausgewiesen sein.

Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU

Für Montageschäume mit GISCODE PU 70 oder PU 80 gelten die dort genannten Risiken und umfangreiche Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Aufgrund der höheren Brandgefahr von hochentzündlichen PU-Montageschäumen (PU 80) wird dazu geraten PU-Montageschäume mit nicht brennbaren Treibmitteln (PU 70) vorzuziehen, die allerdings wiederum i.d.R. HFKW-haltig sind.

Grenzwerte und Einstufungen gemäß Giscode PU 70:
Diphenylmethan-4,4'-diisocyanat
AGW: 0,05 mg/m³
Gefahr der Sensibilisierung (S)
K3 (TRGS 905) Stoffe, die wegen möglicher krebserzeugender Wirkung beim Menschen Anlass zur Besorgnis geben.
Kohlendioxid
AGW: 9100 mg/m³ bzw. 5000 ml/m³ (ppm)
Ethylenglykol
AGW: 26 mg/m³ bzw. 10 ml/m³ (ppm)
Bemerkung Y (TRGS 900): Ein Risiko der Fruchtschädigung braucht bei Einhaltung des AGW und des BGW nicht befürchtet zu werden.
Gefahr der Hautresorption (H)

Grenzwerte und Einstufungen gemäß Giscode PU 80:
Diphenylmethan-4,4'-diisocyanat
AGW: 0,05 mg/m³
Gefahr der Sensibilisierung (S)
K3 (TRGS 905) Stoffe, die wegen möglicher krebserzeugender Wirkung beim Menschen Anlass zur Besorgnis geben.
n-Propan
AGW: 1800 mg/m³ bzw. 1000 ml/m³ (ppm)
n-Butan
AGW: 2400 mg/m³ bzw. 1000 ml/m³ (ppm)
Dimethylether
AGW: 1900 mg/m³ bzw. 1000 ml/m³ (ppm)
Ethylenglykol
AGW: 26 mg/m³ bzw. 10 ml/m³ (ppm)
Bemerkung Y (TRGS 900): Ein Risiko der Fruchtschädigung braucht bei Einhaltung des AGW und des BGW nicht befürchtet zu werden.
Gefahr der Hautresorption (H)

Emissionen

Als Emissionen bei der Verarbeitung treten sowohl nicht reagierte Isocyanate und Polyole sowie Treibmittel auf.

Die Herstellung von PUR-Hartschäumen ist prozessbedingt mit hohen Treibmittelemissionen verbunden, während in der Nutzungsphase die laufenden Jahresemissionen aus dem fertigen Produkt vergleichsweise gering sind. Beim Einsatz HFKW-haltiger Treibmittel kommt es z.B. bei der Herstellung von PUR-Spritzschaum zur Freisetzung von ca. 25% (Verluste im ersten Jahr / Anlagen-Emissionen) der eingesetzten Treibhausgase.

Aus arbeitshygienischer Sicht sind die auftretenden Isocyanat-Dämpfe am gefährlichsten, da sie sensibilisierend wirken können.

Umweltrelevante Informationen

Wassergefährdung

Das Eindringen der Flüssigkomponenten in Boden, Gewässer und Kanalisation muss vermieden werden. (wassergefährdend – WGK2)

Quellen

Fluorierte Treibhausgase in Produkten und Verfahren – Technische Maßnahmen zum Klimaschutz; Bericht des Umweltbundesamtes 20. Februar 2004; Berlin; 2004 (Download)

 
DatenblattansichtPolyurethan-Spritzschaum (PUR/PIR)
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Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Untersuchungen zeigen, dass unmittelbar nach der Herstellung Treibmittel in geringen Mengen ausgasen können. Falls die Schäume bei ungeeigneten Witterungsbedingungen appliziert werden, können auch langfristig erhebliche Emissionen nicht reagierte Polyole und Isocyanate auftreten.

Weitere Informationen über Belastungen der Innenraumluft durch korrekt eingebauten Polyurethan(PUR/PIR)-Spritzschaum liegen nicht vor.

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Gefährdungen für Wasser, Luft und Boden aus ausgehärteten HFKW-freien Polyurethan(PUR/PIR)-Spritzschäumen sind nach heutigem Kenntnisstand nicht zu erwarten.
Bei HFKW-geschäumtem PUR-Spritzschaum entweichen ca. 25% des Zellgases bei der Herstellung. Danach ist mit einer jährlichen Emissionsrate von ca. 1,5% zu rechnen.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

siehe Polyurethan, Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR)

Wassereinwirkung

Ausgehärtete Montageschäume sind im Allgemeinen wasserbeständig.

Beständigkeit Nutzungszustand

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.

Datenbank als PDF

Instandhaltung

Eine Instandhaltung ist nur durch Entfernung und Ersatz bestehender Montage- oder Dämmschäume möglich.

Quellen

Fluorierte Treibhausgase in Produkten und Verfahren – Technische Maßnahmen zum Klimaschutz; Bericht des Umweltbundesamtes 20. Februar 2004; Berlin; 2004

 
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Wiederverwendung

Durch den Einbau von Polyurethan(PUR/PIR)-Spritzschäumen entstehen Verbundbaustoffe, die eine spätere Trennung erschweren. Ein zerstörungsfreier Ausbau von Spritzschäumen ist nicht möglich und eine Wiederverwendung daher ausgeschlossen.

Stoffliche Verwertung

siehe auch Polyurethan

Verbauter Montageschaum fällt mit dem Bauschutt an. Eine Trennung ist aufgrund der kleinteiligen Einbausituation und der Verhaftung mit dem jeweiligen Untergrund nur schwer möglich. Auch Rückbau und Trennung großflächig eingebauter Spritzschäume ist aufgrund ihrer Verklebung mit dem Untergrund aufwändig bzw. schlecht möglich.
Eine stoffliche Verwertung von Bau- und Abbruchabfällen aus PUR-Spritzschaum findet daher nicht statt.
Bei alten PUR-Abfällen, für die FCKW als Treibmittel nicht ausgeschlossen werden kann, käme es zudem beim Zerkleinern für eine weitere stoffliche Verwertung zu einer Freisetzung der Treibhausgase.
PUR-Schaumdosen mit dem PU-Logo werden im Rahmen des PU-Dosen-Recyclings ohne zusätzliche Kosten auf Anforderung im Originalkarton zur Wiederverwertung abgeholt. Einzeldosen mit dem PU-Logo nehmen die kommunalen Sammelstellen entgegen.

Energetische Verwertung

Bau- und Abbruchabfälle aus PUR-Spritzschaum müssen der energetischen Verwertung zugeführt werden. Heizwert: 25 MJ/kg
In modernen Verbrennungsanlagen mit nachgeschalteter Rauchgaswäsche werden die in alten PUR-Dämmstoffen noch enthaltenen FCKWs zerstört.

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Eine Deponierung von PUR/PIR ist seit dem 01.05.2005 ohne thermische / energetische Vorbehandlung nicht mehr möglich.

EAK-Abfallschlüssel

17 Bau- und Abbruchabfälle
17 02 03 Kunststoff
17 06 04 Dämmmaterial mit Ausnahme desjenigen, das unter 17 06 01 und 17 06 03 fällt

siehe auch Lexikon / Abfallschlüssel