Kork-Dämmstoffe

Produktgruppeninformation

Kork

Begriffsdefinition

Kork-Dämmstoffe werden aus dem Kork der Rinde der Korkeiche hergestellt und gehören zu den organischen Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen. Korkschrot/Korkgranulat wird entweder „natur“ (getrocknete und granulierte Korkrinde) oder expandiert angeboten. Für Korkdämmplatten wird der gemahlene Kork ohne Zusätze im überhitzten Wasserdampf gebacken und dabei expandiert. Die Dämmwirkung wird durch die luftgefüllten Zellen erzeugt, die durch das Expandieren des Korks vergrößert werden.

Imprägnierter Kork (mit Heißbitumen als Bindemittel zu Blöcken verarbeitet) findet in Deutschland keine Anwendung mehr und fällt auch nicht in den Anwendungsbereich der DIN EN 13170 (s. Technische Regeln) für Korkdämmplatten.

Der Marktanteil von Kork-Dämmstoffen in Deutschland ist mit ca. 0,1% sehr gering.
Quelle:
Pfundstein, M; Gellert, R.; Spitzner, M.H.; Rudolphi, A.; Detail Praxis / Dämmstoffe – Grundlagen, Materialien, Anwendungen; 2007;Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG; München

Lieferzustand

- Platten oder Rollen aus expandiertem Kork (Dicke 10 – 320mm)
- Schüttstoff aus expandiertem (Durchm. 2 – 12mm) und nichtexpandiertem Korkgranulat (0,5 – 12mm)

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

- Korkschrot/Korkgranulat auch als Leichtzuschlag für Lehmprodukte

Verwendung in Bauteilen aus Holz nach DIN 68800-2 bei DZ (Zwischensparrrendämmung, DIN 4108-10) oder bei WH (Dämmung vonHolzrahmen-und Holztafelbauweise, DIN 4108- 10)
Bei Verwendung von Kork-Dämmstoffen in DZ oder WH ist eine Einstufung in Gefährdungsklasse 0 (GK0) nach DIN 68800-2 nicht möglich. Das heißt, dass z.B. bei Zwischensparrendämmung mit Kork-Dämmstoffen chemischer Holzschutz notwendig wäre.

genaue Erläuterung → Anwendungsbereiche Dämmstoffe

Kork-Dämmstoffe
Kork-Dämmstoffe

Planungs- und Ausschreibungshilfen

WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.

Informationen hier im Reiter Ausschreibung:

  • Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
  • Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien,
  • zusammenfassende Informationen zum Lebenszyklus

Übersicht Planungs- und Ausschreibungshilfen: Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen
Stand 04/2015

  Flachs-/Hanf-Dämmstoffe

Holzfaserdämmplatten

Holzwolle-Dämmplatten (nicht in Wecobis)

Kork-DämmstoffeSchafwolle-DämmstoffeZellulose-Dämmstoffe
             
  Material-
ökologische Anforderungen
Im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung. Inhalt aufklappen
   
Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS

organische Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

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Dämmstoffe in WDVS

organische Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

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Dämmstoffe in WDVS
organische Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

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Dämmstoffe in WDVS
organische Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen organische Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen
  Mögliche Quellen Die hier genannten Quellen, insbesondere BNB, bilden die Grundlage für Planungs- und Ausschreibungshilfen bzw. materialökologische Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS. Inhalt aufklappen
   
Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen

(BNB) des BMUB /
Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt)

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen. Die o.g. Textbausteine und materialökologischen Anforderungen in WECOBIS basieren derzeit auf Kriteriensteckbrief 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt. Dieser steht in engem Zusammehang mit Kriteriensteckbrief 3.1.3 Innenraumhygiene.

Auch wenn ein Gebäude nicht zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Einordung der jeweiligen Dämmstoffe hinsichtlich verschiedener Kriteriensteckbriefe siehe Reiter Bewertungssysteme in WECOBIS

Umweltbundesamt
(UBA)
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Die Seiten werden gerade überarbeitet, sodass sich dort derzeit aus dem Baubereich nur Ausschreibungsempfehlungen zu Elastischen Bodenbelägen, Tapeten und Raufaser finden.
baubook ökologisch ausschreiben Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen finden sich Kriterien in der Gruppe der Dämmstoffe / Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen.
natureplus Ausschreibungstexte + + + + +
  Mögliche Nachweis-
dokumente
weitere Nachweismöglichkeiten neben den folgend genannten sind Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, sowie Herstellererklärungen oder ggf. ein Anhang mit Nachhaltigkeitsmerkmalen zur bauaufsichtlichen Zulassung (abZ+). Inhalt aufklappen
   
gesetzlich vorgeschrieben: Welche Nachweisdokumente müssen vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden? Welcher Nachweis kann damit erbracht werden?
REACH / CLP:
Sicherheitsdatenblatt (SDB)
Dämmstoffe in Plattenform werden als Erzeugnis eingestuft. Für Erzeugnisse ist kein SDB vorgeschrieben. Die pflichtgemäße Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung für Bauprodukte, die unter den Geltungsbereich der BauPVO fallen, muss Angaben über SVHC enthalten oder mitliefern (kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage). Für alle Bauprodukte (Erzeugnisse), also auch solche, die nicht im Geltungsbereich der BauPVO liegen, besteht ein Auskunftsrecht für SVHC. Für die Anfrage an den Hersteller steht auf dem Informationsportal des Umweltbundesamtes zu REACH ein Musterbrief zum Download zur Verfügung.

Alle Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen fallen in den Geltungsbereich der BauPVO (s. Listung in Bauregelliste B Teil 1 / 1.5 Dämmstoffe für den Wärme- und Schallschutz und 4.12.1 ff).

Die Einstufung von Dämmstoffen in loser Form (Schüttungen, Einblasflocken) ist schwierig. Werden sie als Stoff oder Gemisch eingestuft, müssen Produkt bezogene Informationen gemäß CLP-Verordnung in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) gemäß den Anforderungen in Art.31 REACH-VO in Verbindung mit Anhang II (Nachweis gefährliche Stoffe, Nachweis SVHC >= 0,1 Gew.-%) der jeweiligen Produkte ausgewiesen sein. Für Erzeugnisse gilt das o.g..

Leistungserklärung gemäß BauPVO mit Angaben zu SVHC (kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage) +
(s. BRL B Teil 1 / 4.12.1.2 ff)

+
(s. BRL B Teil 1 / 1.5.10)

+
(s. BRL B Teil 1 / 1.5.9)
+
(s. BRL B Teil 1 / 4.12.1.2 ff)
+
(s. BRL B Teil 1 / 4.12.1.2 ff)
allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) aus Gesundheits-
schutzgründen

Werkmäßig hergestellte Dämmstoffe aus pflanzlichen oder tierischen Fasern nach Bauregelliste B Teil 1 / 4.12.1.2 ff, 4.12.1.3 und 4.1.12.6 benötigen bei der Verwendung in Aufenthaltsräumen einschließlich zugehöriger Nebenräume eine abZ aus Gesundheitsschutzgründen. Sie umfasst eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas.

Dasselbe gilt für Dämmstoffe aller Materialien, die als Verlegeunterlagen unter Bodenbelägen verwendet werden (siehe auch Bauregelliste B Teil 1, lfd. Nr. 1.18.1 bzw. 1.18.3).

abZ der Gruppen Z-158.10-.... (Verlegeunterlagen)

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weitere Zulassungsnummer noch nicht vergeben siehe aktuelle Liste Gesundheitsschutz DIBt)

abZ der Gruppen Z-158.10-.... (Verlegeunterlagen) abZ der Gruppen Z-158.10-.... (Verlegeunterlagen)

abZ der Gruppen Z-158.10-....(Verlegeunterlagen)

---

weitere Zulassungsnummer noch nicht vergeben siehe aktuelle Liste Gesundheitsschutz DIBt

Zulassungsnummer noch nicht vergeben siehe aktuelle Liste Gesundheitsschutz DIBt
freiwillige Produktkenn-zeichnungen / -deklarationen Für einige Bauproduktgruppen existieren freiwillige Produktkennzeichnungen oder -deklarationen wie z.B. Umweltzeichen oder Umweltproduktdeklarationen, die als Nachweis für materialökologische Anforderungen dienen können. Eine Übersichtstabelle dazu mit detaillierten Informationen zu Produktgruppe findet sich im Reiter Zeichen & Deklarationen.

Übersicht Lebenszyklusinformationen: Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

  Flachs-/Hanf-Dämmstoffe

Holzfaserdämmplatten

Holzwolle-Dämmplatten (nicht in Wecobis)

Kork-DämmstoffeSchafwolle-DämmstoffeZellulose-Dämmstoffe
             
  Rohstoffe Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Rohstoffe)
   
Hauptbestandteile nach Rohstoffherkunft
Anteil fossiler Rohstoffe

Flachs: 0-10 M-% (Stützfasern)

Hanf: 0 M-%

2-15 M-% (Verleimung, ggf. Hydrophobierung, ggf. Stützfasern) 0 M-% ggf. Stützfasern

Flocken: 0 M-%

Platten: bis zu 6 M-% Stützfasern

Anteil mineralischer Rohstofffe

Flachs: bis zu 10 M-%
(Flammschutzmittel)

Hanf: 2-5 M-%
(Flammschutzmittel)

0-8 M-%
(mineralische Zusätze)

0 M-%

1-6% (Mottenschutz, ggf. Flammschutz) bis zu 10 M-% (Flammschutzmittel)
Anteil erneuerbarer Rohstoffe

Flachs: 80-90 M-%

Hanf: 95-97 M-%

85-98 M-% (abh. von Dicke, Funktion, Herstellungsverfahren) 100 M-% 94-99% M-% 85-92 M-%
Charakteristische Inhaltsstoffe
Hauptanteil / Namensgeber

Flachsfasern,
bzw.
Hanffasern

Holzfasern (Fichte, Tanne, Kiefer) Kork Schafschurwolle Zellulose
Bindemittel / Verklebung

Flachs: Kartoffelstärke

Hanf: keine

Nassverfahren: holzeigene Harze möglich

Trockenverfahren:
Weißleim oder PUR-Verleimung

korkeigenes Harz keine nur bei Platten: Ligninsulfonat, Tallharz, Aluminiumsulfat (Alaun)
Flammschutzmittel

Flachs: i.d.R. Borsalze (Dinatriumoctaborat)

Hanf: Soda, Ammoniumphosphat

Ammmoniumpoly-
phoshat, Aluminium-
phosphat oder -sulfat, z.T. Borate
- ggf. 4-6% Kaliumfluorotitanat IV (nur bei sehr leichten / mit Stützfasern verfestigten Produkten erforderlich), i.d.R. boratfrei

Borsäure, jetzt i.d.R. zwar <5,5% (Einstufungsgrenzwert), aber >0,1% (Deklarationsgrenzwert SVHC)

alternativ boratfrei möglich:
bis zu 10% mineralische Additive, z.B. Ammoniumpolyphosphat

weitere mögliche Zusätze

Flachs: z.T. Polyesterfasern (Stützfasern)

Hanf: Polyesterfasern auf pflanzlicher Basis (z.B. soja-, maisbasiert / Stützfasern)

ggf. Hydrophobierung: Latex, Paraffin oder Bitumen

ggf. Stützfasern:
Polyolefinfasern

- 1-2% Kaliumfluorotitanat IV

ggf. Stützfasern bei Platten:
Polyolefinfasern

Eigenschaften
Struktur / Dämmwirkung durch ... pflanzlicher Faser-Dämmstoff / Luft in den Faserzwischenräumen pflanzlicher Faser-Dämmstoff / Luft in den Faserzwischenräumen pflanzlicher Schaum-Dämmstoff (expandiert) / luftgefüllte Zellen tierischer Faserdämmstoff / Luft in den Faser-zwischenräumen organischer Faserdämmstoff / Luft in den Faserzwischenräumen
Besonderheiten - - - geeignet zur Sanierung formaldehydbelasteter Innenräumen (Schadstoffabbau) -
Sonstiges
Verwendung von Recyclingmaterialien - - ggf. Flaschenkorken für die Herstellung von Korkschrot

bis zu 60% des Hauptbestandteils (Glas bzw. Gestein) aus Produktions-abfällen

i.d.R. aus Tageszeitungs-Altpapier (Remittenden = nicht benutztes Zeitungspapier)
  Herstellung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Herstellung)
  Ökobau.dat-Datensätze Datensätze zu Flachs-/Hanf-Dämmstoffen: siehe 2. Dämmstoffe / 2.12 Flachsfaser bzw. 2.13 Hanffaser Datensätze zu Dämmstoffen aus Holz: siehe 2. Dämmstoffe / 2.7 Holzwolleplatten bzw. 2.10 Holzfasern Datensätze zu Kork-Dämmstoffen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Schafwolle-Dämmstoffen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Zellulosefaser-Dämmstoffen: siehe 2. Dämmstoffe / 2.11 Zellulosefaser
  Verarbeitung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Verarbeitung, zu ggf. vorhandenen verarbeitungsspezifischen Produktkennzeichnungen wie z.B. Giscode, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
  Verarbeitungsweise / Lieferzustand Platten, lose Fasern, Stopfwolle oder Schüttung Platten Platten, Granulat (Korkschrot) Platten/Matten, Stopfwolle lose Flocken, Platten
  Arbeitshygienische Risiken

Staubbelastung beim Einbringen loser Fasern (insbesondere beim Einblasen) möglich

Platten sind angenehm zu verarbeiten (kein Jucken, Kratzen)

keine, außer Staubemissionen beim Zuschneiden der Platten keine,
außer bei minderwertigen Backkork-Produkten, die mit zu hoher Temperatur expandiert wurden (PAK, Phenole / unangenehmer Geruch)

Staubbelastung beim Einbau möglich

Platten sind angenehm zu verarbeiten (kein Jucken, Kratzen)

Staubemissionen beim Einblasen loser Flocken möglich, darf nur von lizensierten Fachfirmen verarbeitet werden.
  Nutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nutzung, zur Innenraumhygiene nach BNB siehe siehe Reiter Bewertungssysteme, zu ggf. vorhandenen innenraumrelevanten Produktkennzeichnungen wie z.B. Blauer Engel, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
   
VOC-/SVOC-, Formaldehyd- Emissionen keine keine keine keine keine
  Nachnutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nachnutzung)
   
Rückbaubarkeit / Trennbarkeit bei loser Verlegung bzw. bei Schüttungen geringer Aufwand bei loser horizontaler Verlegung geringster Aufwand, bei mechanischer Befestigung mittlerer Aufwand, hoher Aufwand bei Verklebung in WDVS bei Schüttungen bzw. loser Verlegung geringer Aufwand geringer Aufwand, da i.d.R. lose oder mechanisch befestigt, nicht verklebt geringer Aufwand bei Einblasflocken oder loser Verlegung
Verwertbarkeit / Recyclingfähigkeit bei sortenreinem Ausbau und Rücknahmesystem (zum Teil vorhanden) des Herstellers möglich bei sortenreinem Ausbau theoretisch möglich, aber nicht wirtschaftlich, daher i.d.R. nicht praktiziert bei sortenreinem Ausbau möglich, z.B. Verarbeitung zu Korkschrot zur Bodenauflockerung, aber nicht wirtschaftlich bei sortenreinem Ausbau und Rücknahmesystem (zum Teil vorhanden) des Herstellers möglich bei sortenreinem Ausbau und Rücknahmesystem (zum Teil vorhanden) des Herstellers möglich
Typischer Entsorgungsweg

wenn kein Rücknahemsystem des Herstellers vorh.:

energetische Verwertung oder Kompostierung

energetische Verwertung

energetische Verwertung

wenn kein Rücknahemsystem des Herstellers vorh.:

energetische Verwertung oder Kompostierung

wenn kein Rücknahemsystem des Herstellers vorh.:

energetische Verwertung (Kompostierung aufgrund von Borsalz oder hohen Phosphatanteilen nicht bzw. nur eingeschränkt möglich)
Energiegewinnung möglich? möglich möglich möglich möglich möglich

Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS

Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet das neue WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter Allgemeine Infos.

Kork-Dämmstoffe

Umweltdeklarationen

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen aus dem Bereich der Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Neben Herstellererklärungen, Informationen in Sicherheitsdatenblättern (SDB), Leistungserklärungen oder allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Ausschreibung) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.

Übersicht Umweltdeklarationen: Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen
Stand 03/2015

  Flachs-/Hanf-Dämmstoffe

Holzfaserdämmplatten

Holzwolle-Dämmplatten (nicht in Wecobis)

Kork-DämmstoffeSchafwolle-DämmstoffeZellulose-Dämmstoffe
             
  Umweltzeichen Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können. Inhalt aufklappen
   
Blauer Engel
weil umweltgerechter Wärmeschutz / RAL-UZ 140 Wämedämmverbund-systeme

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

 

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

./.

./.

Blauer Engel
weil emissionsarm / RAL-UZ 132 (Wärmedämmstoffe und Unterdecken)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

 

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

Blauer Engel
weil emissionsarm / RAL-UZ 156 (Verlegeunterlagen)

-

(nicht im Geltungsbereich, aber als Verlegeunterlage möglich)

+

+

(derzeit nur als Kombiprodukt)

-

(nicht im Geltungsbereich, aber als Verlegeunterlage möglich)

./.
EU-Umweltzeichen (Blume) -
- - - -
Österreichisches Umweltzeichen /

Richtlinie UZ 44
Wärmedämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

+

+

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+
natureplus-Qualitätszeichen / RL 0100ff (nur für Produkte aus nachwach. und/oder umweltverträglich gewonnenen mineral. Rohstoffen / mind. 85 Masse%)

RL 0101 (Hanf)

---

RL 0102 (Flachs / derzeit kein Produkt zertifiziert)

RL 0104 (Holzfaserdämmplatten)

---
RL 0105 / 0108 (Einblas- und Schüttdämmstoffe aus Holzfasern / Holzspänen)

RL 0113 (Kork / derzeit kein Produkt zertifiziert) RL 0103 (Schafwolle)

RL 0106 (Dämmplatten auf Basis Zellulose / derzeit kein Produkt zertifiziert)

RL 0107 (Einblasdämmstoffe auf Basis von Zellulose)

Nordischer Schwan - - - - -

EMICODE
/ Raumlufthygiene,
hier: ggf. für Verlegeunterlagen

+

(möglich, aber nicht üblich für Produktgruppe)

+

(möglich, aber nicht üblich für Produktgruppe)

+

+

(möglich, aber nicht üblich für Produktgruppe)

./.
Eurofins Zertifizierung "Indoor Air Comfort Gold" (Formaldehyd-Grenzwert strenger / VOC-Grenzwerte weniger streng als Blauer Engel)

-

(derzeit nicht im Geltungsbereich)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

-

(derzeit nicht im Geltungsbereich)

-

(derzeit nicht im Geltungsbereich)

  GISBAU Klassifizierungs-system

Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden. (siehe unten: Ersatzproduktgruppe prüfen?) Inhalt aufklappen

   

GISBAU Produkt-Code / GISCODE

Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind nicht im GISBAU-System über GISCODES klassifiziert. Informationen zu arbeitshygienischen Risiken siehe Reiter Verarbeitung.

  Umweltprodukt-deklaration (EPD)

Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1 Inhalt aufklappen

   
EPD1 - + - - -
Branchen-EPD1 - - - - -
  Umweltindikatoren

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB. Inhalt aufklappen

   
Ökobau.dat-Datensätze Datensätze zu Flachs-/Hanf-Dämmstoffen: siehe 2. Dämmstoffe / 2.12 Flachsfaser bzw. 2.13 Hanffaser Datensätze zu Dämmstoffen aus Holz: siehe 2. Dämmstoffe / 2.7 Holzwolleplatten bzw. 2.10 Holzfasern Datensätze zu Kork-Dämmstoffen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Schafwolle-Dämmstoffen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Zellulosefaser-Dämmstoffen: siehe 2. Dämmstoffe / 2.11 Zellulosefaser
  Sonstiges Sonstige freiwillige Produktkennzeichnungen, die Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Produkten liefern können. Inhalt aufklappen
   
baubook-Deklaration Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen finden sich Kriterien in der Gruppe der Dämmstoffe / Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen.
+ Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden
- Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./. Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

1 Die hier als vorhanden markierten EPDs und Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V..

Kork-Dämmstoffe
Kork-Dämmstoffe

Technisches

Technische Daten

Kork-Dämmstoffe
Ausgewählte Produkte: 1) Korkdämmplatte
Technische Regeln DIN EN 13170
Rohdichte [kg/m³] 100 - 220
Druckspannung bei 10% Stauchung bzw. Druckfestigkeit [kPa] 100 - 200
Bemessungswert Wärmeleitfähigkeit λd [W/mK]
(gemäß Anhang zu den Übereinstimmungszertifikaten)
0,045
0,060
Zuschlagsfaktor 2) bezogen auf:
λd = 0,040 W/m²K
λd = 0,045 W/m²K
λd = 0,060 W/m²K

1
1,125
1,5
Wärmespeicherkapazität c [J/(kg*K)] 1.700 - 2.100 
Richtwert der Dampfdiffusionswiderstandszahl μ nach
DIN 4108-4
5 - 10 
Langzeitwasseraufnahme  k.A.
Baustoffklasse nach DIN 4102  B2
Euroklasse nach DIN EN 13 501  D
Beständigkeit - resistent gegen Säuren, Laugen, Verrottung, Ungeziefer
- bei längerer Nässe ist Pilzbefall möglich
Umweltindikatoren 
Summe Primärenergieaufwand nicht regenerierbar [MJ/m³] k.A.
Zum Vergleich: Heizwert [MJ/m³] 4)
(berechnet aus: 16,7 MJ/kg)
 1.670 - 3.674
Treibhauspotential [kg CO2-Äquivalent/m³] k.A.
Anwendungsbereiche 5)
Zulassung für Gefährdungsklasse 0 nach DIN 68 800-2 -
Decke, Dach  nach DIN 4108-10 DAD +
DAA +
DUK -
DZ +
DI +
DEO +
DES -
Wand nach DIN 4108-10 WAB +
WAA -
WAP +
WZ +
WH +
WI +
WTH -
WTR +
Perimeter nach DIN 4108-10 PW -
PB -

Anmerkungen:

1) Die angegebenen Werte gelten beispielhaft für einzelne Produkte und können herstellerbedingt differieren. Die Datenlage ist allerdings grundsätzlich schlecht.
2) Der Zuschlagsfaktor berücksichtigt die unterschiedliche Dämmleistung der einzelnen Dämmstoffe (= Bemessungswert für die Wärmeleitfähigkeit). Ein Dämmstoff A mit λD = 0,03 (W/mK) erbringt z.B. mit einer Dicke von 75mm die gleiche Dämmleistung wie ein Dämmstoff B mit λD = 0,04 (W/mK) und einer Dicke von 100mm. Der Zuschlagsfaktor beträgt in diesem Beispiel 0,75. Will man z.B. den Primärenergieaufwand für zwei unterschiedliche Dämmstoffarten vergleichen, muss diesem Sachverhalt Rechnung getragen werden. Hat z.B. Dämmstoff A mit λD = 0,03 (W/mK) einen Primärenergieaufwand von 3.500 MJ/m³ und Dämmstoff B mit λD = 0,04 (W/mK) einen Primärenergieaufwand von 2.900 MJ/m³, muss für Dämmstoff A 3.500*0,75 = 2.650 MJ/m³ mit 2.900 MJ/m³ für Dämmstoff B verglichen werden.
4) Quelle Heizwert : KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung; Informationsbroschüre „Umweltverträglichkeit von Gebäudedämmstoffen“;06/2003; Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten des Landes Schleswig-Holstein, Kiel
Anm.:
Gem. KrW-/AbfG ist eine energetische Verwertung erst ab einem Heizwert von mind. 11 MJ/kg zulässig.
5) Die angegebenen Anwendungsgebiete gelten für die ausgewählten Produkte und nicht für die gesamte Produktgruppe (dazu siehe Anwendungsbereiche Dämmstoffe incl. Erläuterung der Kurzzeichen)

Technische Regeln (DIN, EN)

Korkdämmplatten aus expandiertem ohne zusätzliche Bindemittel gebundenem Kork (ICB Insulation Cork Board) mit und ohne Kaschierung:
DIN EN 13170 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus expandiertem Kork (ICB)

Korkschrot fällt nicht in den Anwendungsbereich der DIN EN 13170 und benötigt eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung.

Bauregelliste

Korkdämmplatten nach DIN EN 13170:    
Bauregelliste B / Teil 1 / 1.5.9   Anlage 01, 04 + 05

Das Deutsche Institut für Bautechnik stellt in den Bauregellisten A, B und C die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten sowie bauaufsichtlich geregelte und nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten auf.
Nach Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder wird die Baurregelliste bekannt gegeben. Erwerb und weiterführende Informationen zu Baurregelliste und ihren Regelungsbereichen siehe unter → www.dibt.de
Eine Darstellung und Erläuterungen zur Klassifizierung von Bauprodukten siehe im Lexikon → Klassifizierung von Bauprodukten

CE-Zeichen

seit März 2005

Kork-Dämmstoffe

Literaturtipps

Pfundstein, M; Gellert, R.; Spitzner, M.H.; Rudolphi, A.; Detail Praxis / Dämmstoffe – Grundlagen, Materialien, Anwendungen; 2007;Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG; München

Zwiener, G.; Mötzl, H.; Ökologisches Baustoff-Lexikon; 2006; C.F. Müller Verlag; Heidelberg

KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung; Informationsbroschüre „Umweltverträglichkeit von Gebäudedämmstoffen“;Stand 12.12.2003; Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten des Landes Schleswig-Holstein, Kiel

Büro für Umweltchemie (Hrsg.); Graue Energie von Baustoffen; 1998; Zürich

Kork-Dämmstoffe

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

Basismaterial: Rinde der Korkeiche (abgestorbenes Zellgewebe, hauptsächlich Cellulose)
davon Rezyklat: z.B. Flaschenkorken für die Herstellung von Korkschrot
Bindemittel:

korkeigene Naturharze / Wachsschichten (Suberin)
i.d.R. kein Zusatz von Bindemitteln 

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Gewinnung der Primärrohstoffe

Das Schälen der Rinde schadet der Korkeiche nicht, solange nur ein Drittel der gesamten Baumrinde geschält und die 2 - 3 mm starke Wachstumsschicht nicht zerstört wird, unter der wieder neuer Kork heranwachsen kann und die den Baum vor dem Austrocknen schützt. Die erste Schälung (besonders harzreich, Jungfernrinde) der Korkeichen erfolgt nach 25 - 40 Jahren. Dieser erste Kork hat eine harte und unregelmäßige Struktur und wird im Wesentlichen zu Kork-Dämmstoffen verarbeitet. Nach der Ernte der Jungfernrinde bildet sich eine neue Korkschicht. Weitere Schälungen mit abnehmendem Harzgehalt können nur alle 9 - 12 Jahre erfolgen, damit sich die Rinde regenerieren kann. Die erste dieser Schälungen wird 'secondary cork' genannt, jede weitere wird mit 'amadia' bezeichnet. 'Secondary cork' ist gleichmäßiger als die Jungfernrinde, erreicht aber noch nicht die Qualität von 'amadia', aus der schließlich Weinkorken und Korkbodenbeläge hergestellt werden.
Korkeichen können bis zu einem Alter von 100 - 150 Jahren Kork liefern. Korkeichenwälder sind widerstandsfähig bei Waldbränden, erosionsmindernd durch tiefes Wurzelwerk, schattengebend und wasserspeichernd.
Nach der Schälung muss die Korkrinde 6 Monate zum Trocknen und Stabilisieren gelagert werden. Anschließend werden die Korkplatten zum Abtöten von Insekten eine Stunde lang in Wasser gekocht. Zum Abtöten von Pilzsporen muss dem Kochwasser ein Mittel gegen Pilze zugesetzt werden.

Verfügbarkeit

Kork gehört zu den nachwachsenden Rohstoffen und ist bei entsprechender Bewirtschaftung ausreichend verfügbar. Das Hauptanbaugebiet der Korkeiche liegt in Portugal (ca. 51%, Spanien ca. 28%), wo der Korkan- und Korkabbau strengen gesetzlichen Regeln unterworfen ist. Die Abholzung der artenreichen Korkeichenwälder wurde eingestellt und die Wälder werden wieder maßvoll bewirtschaftet.

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Für die Herstellung von Korkschrot finden auch Flaschenkorken oder Produktionsabfälle aus der Korken und Bodenbelagsherstellung Verwendung. Die Verwendung von alten Kork-Dämmplatten oder Kork-Bodenbelägen ist ebenfalls möglich, sofern keine Verunreinigungen z.B. durch Kleberreste vorliegen.

Kork-Dämmstoffe

Herstellung

Prozesskette

Prozesskette Kork-Dämmstoffe

Herstellungsprozess

Expandierter Kork:
Dem Naturkorkgranulat wird unter Druck und Luftabschluss überhitzter Wasserdampf zugeführt. Dabei werden Fettsäuren ausgetrieben und dadurch ein Großteil der Substanzen entzogen, die Nährboden für Bakterien sein könnten. Der Korkschrot expandiert auf das 2- bis 4-fache Volumen. Das korkeigene Harz (Suberin) wandert an die Außenseite der Körner und verklebt sie zu großen Blöcken (Backkork, niedrig-rein-expandierter Kork). Je höher der korkeigene Harzgehalt, desto niedriger ist die benötigte Expansionstemperatur (hoher Harzgehalt 250° - 280°, niedriger Harzgehalt 300° - 400°). Nach dem Backen werden die Blöcke mit ca. 70° heißem Wasser besprüht, abgekühlt und in die entsprechenden Plattenformate zugeschnitten. Aus den Schnittresten wird expandiertes Korkgranulat hergestellt.
Beim Expandieren vergrößert sich das Volumen des Korkgranulats ohne Zerstörung der Zellstruktur. Dies verbessert die Wärmedämmeigenschaft im Vergleich zu Naturkorkschrot.
Für die Herstellung von imprägniertem Kork (IK) werden dem erhitzten Granulat zusätzliche Bindemittel (Kunstharze, Bitumen) beigemischt. IK findet nach Herstellerangaben im Dämmstoffbereich in Deutschland i. d. R. keine Anwendung mehr.

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB liefern.

Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Live- Datensätze.

Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Graue Energie

Korkplatten 12,7 MJ/kg (= ca. 1.143 - 1.524 MJ/m³)
(Rohdichte 90 - 120 kg/m³)
Enthalten ist ein Transportaufwand von Portugal bis in die Schweiz von ca. 1,2 MJ/kg.
Quelle: Büro für Umweltchemie (Hrsg.); Graue Energie von Baustoffen; 1998; Zürich

Kork-Dämmstoffe

Verarbeitung

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Kork-Dämmstoffe sind i.d.R. ohne besondere Sicherheitsmaßnahmen zu verarbeiten. Wurden die notwendigen Temperaturen beim Expandieren überschritten, können polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Phenole enthalten sein, was meist am unangenehmen Geruch zu erkennen ist.
Bei Verarbeitung mit Heißbitumen siehe Bitumen.

Kork-Dämmstoffe

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Wurden die notwendigen Temperaturen beim Expandieren überschritten (minderwertige Backkorkprodukte), können Verschwelungsprodukte abgegeben werden, was i.d.R. aber am unangenehmen Geruch zu erkennen ist. Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) aus Kork-Dämmstoffen wurden in aktuellen Messungen nicht mehr festgestellt.
Da für die Herstellung von Korkdämmplatten heute i.d.R. keine Kunstharze mehr eingesetzt werden, ist mit einer Formaldehydemission nicht zu rechnen.
siehe auch Kork-Bodenbeläge

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank  mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.
-> Datenbank als PDF (Zwischenauswertung vom 01.09.2008)

Beständigkeit Nutzungszustand

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.

Datenbank als PDF

Kork-Dämmstoffe

Nachnutzung

Wiederverwendung

Bei zerstörungsfreiem Ausbau ist eine Wiederverwendung von gebrauchten Korkdämmplatten theoretisch möglich. Kork-Schrot / Kork-Granulat könnte abgesaugt und wiederverwendet werden.
Abhängig vom Alter des eingebauten Kork-Dämmstoffes besteht die Gefahr von Emissionen durch Formaldehyd oder PAK (siehe Nutzung).

Stoffliche Verwertung

→ auch Lexikon / Verwertung
Korkbruchstücke ohne anhaftende Klebereste lassen sich zu Korkschrot verarbeiten und zur Auflockerung von Böden verwenden.
Kork-Dämmstoffe ohne künstliche Bindemittel können im Prinzip als strukturbildende Komponente kompostiert werden.

Energetische Verwertung

Ist eine stoffliche Verwertung nicht möglich, müssen Kork-Dämmstoffe der energetischen Verwertung zugeführt werden.
Heizwert: 16,7 MJ/kg
Quelle:
KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung; Informationsbroschüre „Umweltverträglichkeit von Gebäudedämmstoffen“;06/2003; Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten des Landes Schleswig-Holstein, Kiel

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Eine Deponierung des organischen Dämmstoffs Kork ist seit dem 01.05.2005 ohne thermische / energetische Vorbehandlung nicht mehr möglich.

EAK-Abfallschlüssel

17 Bau- und Abbruchabfälle
17 06 04 Dämmmaterial mit Ausnahme desjenigen, das unter 17 06 01 und 17 06 03 fällt

siehe auch Lexikon / Abfallschlüssel