Holzfaserdämmplatten

Produktgruppeninformation

Begriffsdefinition

Holzfaserdämmplatten sind poröse Faserplatten SB nach DIN EN 622-4 und gehören zu den plattenförmigen Holzwerkstoffen. Bei den Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen können sie den pflanzlichen Faserdämmstoffen zugeordnet werden.

Die Dämmwirkung wird durch den Einschluss ruhender Luft in den Faserzwischenräumen erzeugt.

Holzfaserdämmplatten (früher auch: Poröse Holzfaserdämmplatten, Holzweichfaserplatten) sind genormte Holzfaserdämmstoffe, die zu mindestens 80% aus Holzfasern bestehen und gegebenenfalls unter Hinzufügung von Bindemitteln und/oder Zusatzmitteln im Nass- oder Trockenverfahren hergestellt werden.
Holzfaserdämmplatten hatten 2004 einen Anteil von ca. 28% am Gesamtmarkt der Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen hatten 2004 einen Anteil von ca. 4-5% am gesamten deutschen Dämmstoffmarkt.
Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR); Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen; 2008

Hydrophobierte Holzfaserdämmplatten (früher: Bitumen-Holzfaserplatten) werden als Unterdeckplatten eingesetzt und in einer eigenen Norm als Holzwerkstoffplatten erfasst. Der Anteil bituminierter Holzfaserdämmplatten in diesem Bereich ist zugunsten latexvergüteter Platten mit denselben Anwendungsmöglichkeiten rückläufig. Eine Vertiefung dieses Themas erfolgt an dieser Stelle nicht. (s. Holzwerkstoffe)

Lieferzustand

Platten d= 3-32mm (Nassverfahren), d=20-240mm (Trockenverfahren) / Breite bis 2500mm

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

Verwendung in Bauteilen aus Holz nach DIN 68800-2 bei DZ (Zwischensparrrendämmung, DIN 4108-10) oder bei WH (Dämmung vonHolzrahmen-und Holztafelbauweise, DIN 4108- 10):

Für einzelne Dämmstoffprodukte aus losen Holzfasern wurden allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen für die Verwendung in DZ oder WH im Bereich der Gefährdungsklasse 0 (GK 0) nach DIN 68800-2 erteilt.
Quelle: Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt), Stand Juli 2008

genaue Erläuterung → Anwendungsbereiche Dämmstoffe

Hinweise für die ökologische Produktauswahl

Produkte mit dem FSC-Siegel wurden mit Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft hergestellt.
Produkte mit dem natureplus-Qualitätszeichen unterliegen einer Prüfung von Kriterien hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz, die den gesamten Produktlebenszyklus berücksichtigen.

genaue Erläuterungen siehe Zeichen / Labels

Holzfaserdämmplatten
Holzfaserdämmplatten

Planungs- und Ausschreibungshilfen

WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.

Informationen hier im Reiter Ausschreibung:

  • Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
  • Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien,
  • zusammenfassende Informationen zum Lebenszyklus

Übersicht Planungs- und Ausschreibungshilfen: Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen
Stand 04/2015

  Flachs-/Hanf-Dämmstoffe

Holzfaserdämmplatten

Holzwolle-Dämmplatten (nicht in Wecobis)

Kork-DämmstoffeSchafwolle-DämmstoffeZellulose-Dämmstoffe
             
  Material-
ökologische Anforderungen
Im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung. Inhalt aufklappen
   
Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS

organische Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

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Dämmstoffe in WDVS

organische Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

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Dämmstoffe in WDVS
organische Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

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Dämmstoffe in WDVS
organische Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen organische Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen
  Mögliche Quellen Die hier genannten Quellen, insbesondere BNB, bilden die Grundlage für Planungs- und Ausschreibungshilfen bzw. materialökologische Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS. Inhalt aufklappen
   
Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen

(BNB) des BMUB /
Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt)

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen. Die o.g. Textbausteine und materialökologischen Anforderungen in WECOBIS basieren derzeit auf Kriteriensteckbrief 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt. Dieser steht in engem Zusammehang mit Kriteriensteckbrief 3.1.3 Innenraumhygiene.

Auch wenn ein Gebäude nicht zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Einordung der jeweiligen Dämmstoffe hinsichtlich verschiedener Kriteriensteckbriefe siehe Reiter Bewertungssysteme in WECOBIS

Umweltbundesamt
(UBA)
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Die Seiten werden gerade überarbeitet, sodass sich dort derzeit aus dem Baubereich nur Ausschreibungsempfehlungen zu Elastischen Bodenbelägen, Tapeten und Raufaser finden.
baubook ökologisch ausschreiben Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen finden sich Kriterien in der Gruppe der Dämmstoffe / Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen.
natureplus Ausschreibungstexte + + + + +
  Mögliche Nachweis-
dokumente
weitere Nachweismöglichkeiten neben den folgend genannten sind Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, sowie Herstellererklärungen oder ggf. ein Anhang mit Nachhaltigkeitsmerkmalen zur bauaufsichtlichen Zulassung (abZ+). Inhalt aufklappen
   
gesetzlich vorgeschrieben: Welche Nachweisdokumente müssen vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden? Welcher Nachweis kann damit erbracht werden?
REACH / CLP:
Sicherheitsdatenblatt (SDB)
Dämmstoffe in Plattenform werden als Erzeugnis eingestuft. Für Erzeugnisse ist kein SDB vorgeschrieben. Die pflichtgemäße Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung für Bauprodukte, die unter den Geltungsbereich der BauPVO fallen, muss Angaben über SVHC enthalten oder mitliefern (kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage). Für alle Bauprodukte (Erzeugnisse), also auch solche, die nicht im Geltungsbereich der BauPVO liegen, besteht ein Auskunftsrecht für SVHC. Für die Anfrage an den Hersteller steht auf dem Informationsportal des Umweltbundesamtes zu REACH ein Musterbrief zum Download zur Verfügung.

Alle Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen fallen in den Geltungsbereich der BauPVO (s. Listung in Bauregelliste B Teil 1 / 1.5 Dämmstoffe für den Wärme- und Schallschutz und 4.12.1 ff).

Die Einstufung von Dämmstoffen in loser Form (Schüttungen, Einblasflocken) ist schwierig. Werden sie als Stoff oder Gemisch eingestuft, müssen Produkt bezogene Informationen gemäß CLP-Verordnung in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) gemäß den Anforderungen in Art.31 REACH-VO in Verbindung mit Anhang II (Nachweis gefährliche Stoffe, Nachweis SVHC >= 0,1 Gew.-%) der jeweiligen Produkte ausgewiesen sein. Für Erzeugnisse gilt das o.g..

Leistungserklärung gemäß BauPVO mit Angaben zu SVHC (kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage) +
(s. BRL B Teil 1 / 4.12.1.2 ff)

+
(s. BRL B Teil 1 / 1.5.10)

+
(s. BRL B Teil 1 / 1.5.9)
+
(s. BRL B Teil 1 / 4.12.1.2 ff)
+
(s. BRL B Teil 1 / 4.12.1.2 ff)
allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) aus Gesundheits-
schutzgründen

Werkmäßig hergestellte Dämmstoffe aus pflanzlichen oder tierischen Fasern nach Bauregelliste B Teil 1 / 4.12.1.2 ff, 4.12.1.3 und 4.1.12.6 benötigen bei der Verwendung in Aufenthaltsräumen einschließlich zugehöriger Nebenräume eine abZ aus Gesundheitsschutzgründen. Sie umfasst eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas.

Dasselbe gilt für Dämmstoffe aller Materialien, die als Verlegeunterlagen unter Bodenbelägen verwendet werden (siehe auch Bauregelliste B Teil 1, lfd. Nr. 1.18.1 bzw. 1.18.3).

abZ der Gruppen Z-158.10-.... (Verlegeunterlagen)

---

weitere Zulassungsnummer noch nicht vergeben siehe aktuelle Liste Gesundheitsschutz DIBt)

abZ der Gruppen Z-158.10-.... (Verlegeunterlagen) abZ der Gruppen Z-158.10-.... (Verlegeunterlagen)

abZ der Gruppen Z-158.10-....(Verlegeunterlagen)

---

weitere Zulassungsnummer noch nicht vergeben siehe aktuelle Liste Gesundheitsschutz DIBt

Zulassungsnummer noch nicht vergeben siehe aktuelle Liste Gesundheitsschutz DIBt
freiwillige Produktkenn-zeichnungen / -deklarationen Für einige Bauproduktgruppen existieren freiwillige Produktkennzeichnungen oder -deklarationen wie z.B. Umweltzeichen oder Umweltproduktdeklarationen, die als Nachweis für materialökologische Anforderungen dienen können. Eine Übersichtstabelle dazu mit detaillierten Informationen zu Produktgruppe findet sich im Reiter Zeichen & Deklarationen.

Übersicht Lebenszyklusinformationen: Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

  Flachs-/Hanf-Dämmstoffe

Holzfaserdämmplatten

Holzwolle-Dämmplatten (nicht in Wecobis)

Kork-DämmstoffeSchafwolle-DämmstoffeZellulose-Dämmstoffe
             
  Rohstoffe Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Rohstoffe)
   
Hauptbestandteile nach Rohstoffherkunft
Anteil fossiler Rohstoffe

Flachs: 0-10 M-% (Stützfasern)

Hanf: 0 M-%

2-15 M-% (Verleimung, ggf. Hydrophobierung, ggf. Stützfasern) 0 M-% ggf. Stützfasern

Flocken: 0 M-%

Platten: bis zu 6 M-% Stützfasern

Anteil mineralischer Rohstofffe

Flachs: bis zu 10 M-%
(Flammschutzmittel)

Hanf: 2-5 M-%
(Flammschutzmittel)

0-8 M-%
(mineralische Zusätze)

0 M-%

1-6% (Mottenschutz, ggf. Flammschutz) bis zu 10 M-% (Flammschutzmittel)
Anteil erneuerbarer Rohstoffe

Flachs: 80-90 M-%

Hanf: 95-97 M-%

85-98 M-% (abh. von Dicke, Funktion, Herstellungsverfahren) 100 M-% 94-99% M-% 85-92 M-%
Charakteristische Inhaltsstoffe
Hauptanteil / Namensgeber

Flachsfasern,
bzw.
Hanffasern

Holzfasern (Fichte, Tanne, Kiefer) Kork Schafschurwolle Zellulose
Bindemittel / Verklebung

Flachs: Kartoffelstärke

Hanf: keine

Nassverfahren: holzeigene Harze möglich

Trockenverfahren:
Weißleim oder PUR-Verleimung

korkeigenes Harz keine nur bei Platten: Ligninsulfonat, Tallharz, Aluminiumsulfat (Alaun)
Flammschutzmittel

Flachs: i.d.R. Borsalze (Dinatriumoctaborat)

Hanf: Soda, Ammoniumphosphat

Ammmoniumpoly-
phoshat, Aluminium-
phosphat oder -sulfat, z.T. Borate
- ggf. 4-6% Kaliumfluorotitanat IV (nur bei sehr leichten / mit Stützfasern verfestigten Produkten erforderlich), i.d.R. boratfrei

Borsäure, jetzt i.d.R. zwar <5,5% (Einstufungsgrenzwert), aber >0,1% (Deklarationsgrenzwert
SVHC)

alternativ boratfrei möglich:
bis zu 10% mineralische Additive, z.B. Ammoniumpolyphosphat

weitere mögliche Zusätze

Flachs: z.T. Polyesterfasern (Stützfasern)

Hanf: Polyesterfasern
auf pflanzlicher Basis (z.B. soja-, maisbasiert / Stützfasern)

ggf. Hydrophobierung: Latex, Paraffin oder Bitumen

ggf. Stützfasern:
Polyolefinfasern

- 1-2% Kaliumfluorotitanat IV

ggf. Stützfasern bei Platten:
Polyolefinfasern

Eigenschaften
Struktur / Dämmwirkung durch ... pflanzlicher Faser-Dämmstoff / Luft in den Faserzwischenräumen pflanzlicher Faser-Dämmstoff / Luft in den Faserzwischenräumen pflanzlicher Schaum-Dämmstoff (expandiert) / luftgefüllte Zellen tierischer Faserdämmstoff / Luft in den Faser-zwischenräumen organischer Faserdämmstoff / Luft in den Faserzwischenräumen
Besonderheiten - - - geeignet zur Sanierung formaldehydbelasteter Innenräumen (Schadstoffabbau) -
Sonstiges
Verwendung von Recyclingmaterialien - - ggf. Flaschenkorken für die Herstellung von Korkschrot

bis zu 60% des Hauptbestandteils (Glas bzw. Gestein) aus Produktions-abfällen

i.d.R. aus Tageszeitungs-Altpapier (Remittenden = nicht benutztes Zeitungspapier)
  Herstellung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Herstellung)
  Ökobau.dat-Datensätze Datensätze zu Flachs-/Hanf-Dämmstoffen: siehe 2. Dämmstoffe / 2.12 Flachsfaser bzw. 2.13 Hanffaser Datensätze zu Dämmstoffen aus Holz: siehe 2. Dämmstoffe / 2.7 Holzwolleplatten bzw. 2.10 Holzfasern Datensätze zu Kork-Dämmstoffen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Schafwolle-Dämmstoffen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Zellulosefaser-Dämmstoffen: siehe 2. Dämmstoffe / 2.11 Zellulosefaser
  Verarbeitung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Verarbeitung, zu ggf. vorhandenen verarbeitungsspezifischen Produktkennzeichnungen wie z.B. Giscode, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
  Verarbeitungsweise / Lieferzustand Platten, lose Fasern, Stopfwolle oder Schüttung Platten Platten, Granulat (Korkschrot) Platten/Matten, Stopfwolle lose Flocken, Platten
  Arbeitshygienische Risiken

Staubbelastung beim Einbringen loser Fasern (insbesondere beim Einblasen) möglich

Platten sind angenehm zu verarbeiten (kein Jucken, Kratzen)

keine, außer Staubemissionen beim Zuschneiden der Platten keine,
außer bei minderwertigen Backkork-Produkten, die mit zu hoher Temperatur expandiert wurden (PAK, Phenole / unangenehmer Geruch)

Staubbelastung beim Einbau möglich

Platten sind angenehm zu verarbeiten (kein Jucken, Kratzen)

Staubemissionen beim Einblasen loser Flocken möglich, darf nur von lizensierten Fachfirmen verarbeitet werden.
  Nutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nutzung, zur Innenraumhygiene nach BNB siehe siehe Reiter Bewertungssysteme, zu ggf. vorhandenen innenraumrelevanten Produktkennzeichnungen wie z.B. Blauer Engel, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
   
VOC-/SVOC-, Formaldehyd- Emissionen keine keine keine keine keine
  Nachnutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nachnutzung)
   
Rückbaubarkeit / Trennbarkeit bei loser Verlegung bzw. bei Schüttungen geringer Aufwand bei loser horizontaler Verlegung geringster Aufwand, bei mechanischer Befestigung mittlerer Aufwand, hoher Aufwand bei Verklebung in WDVS bei Schüttungen bzw. loser Verlegung geringer Aufwand geringer Aufwand, da i.d.R. lose oder mechanisch befestigt, nicht verklebt geringer Aufwand bei Einblasflocken oder loser Verlegung
Verwertbarkeit / Recyclingfähigkeit bei sortenreinem Ausbau und Rücknahmesystem (zum Teil vorhanden) des Herstellers möglich bei sortenreinem Ausbau theoretisch möglich, aber nicht wirtschaftlich, daher i.d.R. nicht praktiziert bei sortenreinem Ausbau möglich, z.B. Verarbeitung zu Korkschrot zur Bodenauflockerung, aber nicht wirtschaftlich bei sortenreinem Ausbau und Rücknahmesystem (zum Teil vorhanden) des Herstellers möglich bei sortenreinem Ausbau und Rücknahmesystem (zum Teil vorhanden) des Herstellers möglich
Typischer Entsorgungsweg

wenn kein Rücknahemsystem des Herstellers vorh.:

energetische Verwertung oder Kompostierung

energetische Verwertung

energetische Verwertung

wenn kein Rücknahemsystem des Herstellers vorh.:

energetische Verwertung oder Kompostierung

wenn kein Rücknahemsystem des Herstellers vorh.:

energetische Verwertung (Kompostierung aufgrund von Borsalz oder hohen Phosphatanteilen nicht bzw. nur eingeschränkt möglich)
Energiegewinnung möglich? möglich möglich möglich möglich möglich

Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS

Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet das neue WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter Allgemeine Infos.

Holzfaserdämmplatten

Umweltdeklarationen

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen aus dem Bereich der Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Neben Herstellererklärungen, Informationen in Sicherheitsdatenblättern (SDB), Leistungserklärungen oder allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Ausschreibung) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.

Übersicht Umweltdeklarationen: Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen
Stand 03/2015

  Flachs-/Hanf-Dämmstoffe

Holzfaserdämmplatten

Holzwolle-Dämmplatten (nicht in Wecobis)

Kork-DämmstoffeSchafwolle-DämmstoffeZellulose-Dämmstoffe
             
  Umweltzeichen Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können. Inhalt aufklappen
   
Blauer Engel
weil umweltgerechter Wärmeschutz / RAL-UZ 140 Wämedämmverbund-systeme

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

 

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

./.

./.

Blauer Engel
weil emissionsarm / RAL-UZ 132 (Wärmedämmstoffe und Unterdecken)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

 

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

Blauer Engel
weil emissionsarm / RAL-UZ 156 (Verlegeunterlagen)

-

(nicht im Geltungsbereich, aber als Verlegeunterlage möglich)

+

+

(derzeit nur als Kombiprodukt)

-

(nicht im Geltungsbereich, aber als Verlegeunterlage möglich)

./.
EU-Umweltzeichen (Blume) -
- - - -
Österreichisches Umweltzeichen /

Richtlinie UZ 44
Wärmedämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

+

+

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+
natureplus-Qualitätszeichen / RL 0100ff (nur für Produkte aus nachwach. und/oder umweltverträglich gewonnenen mineral. Rohstoffen / mind. 85 Masse%)

RL 0101 (Hanf)

---

RL 0102 (Flachs / derzeit kein Produkt zertifiziert)

RL 0104 (Holzfaserdämmplatten)

---
RL 0105 / 0108 (Einblas- und Schüttdämmstoffe aus Holzfasern / Holzspänen)

RL 0113 (Kork / derzeit kein Produkt zertifiziert) RL 0103 (Schafwolle)

RL 0106 (Dämmplatten auf Basis Zellulose / derzeit kein Produkt zertifiziert)

RL 0107 (Einblasdämmstoffe auf Basis von Zellulose)

Nordischer Schwan - - - - -

EMICODE
/ Raumlufthygiene,
hier: ggf. für Verlegeunterlagen

+

(möglich, aber nicht üblich für Produktgruppe)

+

(möglich, aber nicht üblich für Produktgruppe)

+

+

(möglich, aber nicht üblich für Produktgruppe)

./.
Eurofins Zertifizierung "Indoor Air Comfort Gold" (Formaldehyd-Grenzwert strenger / VOC-Grenzwerte weniger streng als Blauer Engel)

-

(derzeit nicht im Geltungsbereich)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

-

(derzeit nicht im Geltungsbereich)

-

(derzeit nicht im Geltungsbereich)

  GISBAU Klassifizierungs-system

Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden. (siehe unten: Ersatzproduktgruppe prüfen?) Inhalt aufklappen

   

GISBAU Produkt-Code / GISCODE

Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind nicht im GISBAU-System über GISCODES klassifiziert. Informationen zu arbeitshygienischen Risiken siehe Reiter Verarbeitung.

  Umweltprodukt-deklaration (EPD)

Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1 Inhalt aufklappen

   
EPD1 - + - - -
Branchen-EPD1 - - - - -
  Umweltindikatoren

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB. Inhalt aufklappen

   
Ökobau.dat-Datensätze Datensätze zu Flachs-/Hanf-Dämmstoffen: siehe 2. Dämmstoffe / 2.12 Flachsfaser bzw. 2.13 Hanffaser Datensätze zu Dämmstoffen aus Holz: siehe 2. Dämmstoffe / 2.7 Holzwolleplatten bzw. 2.10 Holzfasern Datensätze zu Kork-Dämmstoffen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Schafwolle-Dämmstoffen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Zellulosefaser-Dämmstoffen: siehe 2. Dämmstoffe / 2.11 Zellulosefaser
  Sonstiges Sonstige freiwillige Produktkennzeichnungen, die Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Produkten liefern können. Inhalt aufklappen
   
baubook-Deklaration Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen finden sich Kriterien in der Gruppe der Dämmstoffe / Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen.
+ Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden
- Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./. Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

1 Die hier als vorhanden markierten EPDs und Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V..

Holzfaserdämmplatten
Holzfaserdämmplatten

Technisches

Technische Daten

Holzfaserdämmplatten 
Ausgewählte Produkte: 1) Holzfaserdämmplatte standard
Technische Regeln DIN EN 13171
Rohdichte [kg/m³] ca. 160 
Druckspannung bei 10% Stauchung bzw. Druckfestigkeit [kPa]  >= 20
Bemessungswert Wärmeleitfähigkeit λd [W/mK]
(gemäß Anhang zu den Übereinstimmungszertifikaten)
 0,041
Zuschlagsfaktor 2) bezogen auf:
λd = 0,040 W/m²K
λd = 0,041 W/m²K

1
1,025
Wärmespeicherkapazität c [J/(kg*K)]  2.100
Richtwert der Dampfdiffusionswiderstandszahl μ nach
DIN 4108-4
 5
Langzeitwasseraufnahme  k.A.
Baustoffklasse nach DIN 4102  B2
Euroklasse nachDIN EN 13 501  E
Beständigkeit - resistent gegen Verrottung, Ungeziefer, Pilzbefall
- ohne Hydrophbierung nicht resistent gegen Feuchtigkeit (bei längerer Durchfeuchtung Aufquellen und Fäulnisgefahr)
Umweltindikatoren 
Summe Primärenergieaufwand nicht regenerierbar [MJ/m³] k.A.
Zum Vergleich: Heizwert [MJ/m³] 4)
(berechnet aus: 18 MJ/kg)
2.880 
Treibhauspotential [kg CO2-Äquivalent/m³]   k.A.
Anwendungsbereiche 5)  
Zulassung für Gefährdungsklasse 0 nach DIN 68 800-2 -
Decke, Dach  nach DIN 4108-10 DAD + (dm)
DAA -
DUK -
DZ -
DI + (dm)
DEO -
DES -
Wand nach DIN 4108-10 WAB + (dm)
WAA -
WAP -
WZ -
WH +
WI + (dm)
WTH -
WTR +
Perimeter nach DIN 4108-10 PW -
PB -

Anmerkungen:

1) Die angegebenen Werte gelten beispielhaft für einzelne Produkte und können herstellerbedingt differieren
2) Der Zuschlagsfaktor berücksichtigt die unterschiedliche Dämmleistung der einzelnen Dämmstoffe (= Bemessungswert für die Wärmeleitfähigkeit). Ein Dämmstoff A mit λD = 0,03 (W/mK) erbringt z.B. mit einer Dicke von 75mm die gleiche Dämmleistung wie ein Dämmstoff B mit λD = 0,04 (W/mK) und einer Dicke von 100mm. Der Zuschlagsfaktor beträgt in diesem Beispiel 0,75. Will man z.B. den Primärenergieaufwand für zwei unterschiedliche Dämmstoffarten vergleichen, muss diesem Sachverhalt Rechnung getragen werden. Hat z.B. Dämmstoff A mit λD = 0,03 (W/mK) einen Primärenergieaufwand von 3.500 MJ/m³ und Dämmstoff B mit λD = 0,04 (W/mK) einen Primärenergieaufwand von 2.900 MJ/m³, muss für Dämmstoff A 3.500*0,75 = 2.650 MJ/m³ mit 2.900 MJ/m³ für Dämmstoff B verglichen werden.
4) Quelle Heizwert : KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung; Informationsbroschüre „Umweltverträglichkeit von Gebäudedämmstoffen“;06/2003; Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten des Landes Schleswig-Holstein, Kiel
Anm.:
Gem. KrW-/AbfG ist eine energetische Verwertung erst ab einem Heizwert von mind. 11 MJ/kg zulässig.
5) Die angegebenen Anwendungsgebiete gelten für die ausgewählten Produkte und nicht für die gesamte Produktgruppe (dazu siehe Anwendungsbereiche Dämmstoffe incl. Erläuterung der Kurzzeichen)

Technische Regeln (DIN, EN)

DIN EN 13 171 Wärmedämmstoffe für Gebäude – Werkmäßig hergestellte Dämmstoffe aus Holzfasern (WF)

Bauregelliste

Dämmstoffe aus Holzfasern nach DIN EN 13171:  
Bauregelliste B / Teil 1 / 1.5.10 Anlage 01, 04 + 05

Das Deutsche Institut für Bautechnik stellt in den Bauregellisten A, B und C die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten sowie bauaufsichtlich geregelte und nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten auf.
Nach Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder wird die Baurregelliste bekannt gegeben. Erwerb und weiterführende Informationen zu Baurregelliste und ihren Regelungsbereichen siehe unter → www.dibt.de
Eine Darstellung und Erläuterungen zur Klassifizierung von Bauprodukten siehe im Lexikon → Klassifizierung von Bauprodukten

CE-Zeichen

seit März 2005

Holzfaserdämmplatten

Literaturtipps

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR); Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen; 2008

Informationsdienst Holz; Holzbau Handbuch, Reihe 4, Teil 5, Folge 2 / Holzfaserdämmstoffe; 12/2007; Absatzförderungsfons der deutschen Forst- und Holzwirtschaft, Bonn; Verband Holzfaser Dämmstoffe e.V., Wuppertal

Pfundstein, M; Gellert, R.; Spitzner, M.H.; Rudolphi, A.; Detail Praxis / Dämmstoffe – Grundlagen, Materialien, Anwendungen; 2007;Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG; München

Zwiener, G.; Mötzl, H.; Ökologisches Baustoff-Lexikon; 2006; C.F. Müller Verlag; Heidelberg

KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung; Informationsbroschüre "Umweltverträglichkeit von Gebäudedämmstoffen“;06/2003; Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten des Landes Schleswig-Holstein, Kiel

M. Fuehres, L. Faul; Forschungsvorhaben Abschlussbericht: Bewertung natürlicher, organischer Faserdämmstoffe; 2000; Fraunhofer IRB Verlag

Informationsdienst Holz; Holzbau Handbuch, Reihe 4, Teil 5, Folge 1 / Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen; 05/1999; Entwicklungsgemeinschaft Holzbau (EGH) in der DGfH e.V.; München

Büro für Umweltchemie (Hrsg.); Graue Energie von Baustoffen; 1998; Zürich

Holzfaserdämmplatten

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

Basismaterial: Bis zu 96% Sägewerksresthölzer von Fichte, Tanne, Kiefer
Bindemittel: Keine (holzeigene Harze = Lignine)
Zusatzmittel: ca. 1% Aluminiumsulfat zur Aktivierung der Lignine
+ wasserabweisende Wirkung
+ kalkbindend / pH-senkend
ggf. Hydrophobierung: ca. 2% Paraffinemulsion, Naturharzemulsion
ggf. Verklebung / Bindemittel bei Dicken > 30mm:
Nassverfahren
ca. 3% Weißleim für Streifenverleimung um mehrere Lagen miteinander zu verleimen
ca. 5% Latex zur Festigkeitserhöhung (siehe Elastomere)
Trockenverfahren
ca. 4% PUR-Harz als Bindemittel (einschichtiges Verfahren)

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Gewinnung der Primärrohstoffe

Holzfaserdämmstoffe werden aus Resthölzern hergestellt, die anderweitig schwer einsetzbar (z.B. Hackgut, Schwach- und Grubenholz, Wind- und Schneebruchholz) und als nachwachsender Rohstoff ausreichend vorhanden sind. I.d.R. werden lokale Holzabfälle genutzt, um den Transportaufwand zum Herstellwerk gering zu halten.

Holzfaserdämmplatten

Herstellung

Herstellungsprozess

Die Herstellung von Holzfaserdämmplatten erfolgt im Nassverfahren (siehe Faserplatten) oder im Trockenverfahren. Im Nassverfahren können Plattendicken > 30mm nur durch das streifenweise Verleimen mehrerer Schichten übereinander hergestellt werden.
Im Trockenverfahren (s. Holzwerkstoffe) existieren Technologien mit einem nach Herstellerangaben bis zu 40% geringeren Energieverbrauch pro produzierter Tonne als beim Nassverfahren. Es sind einschichtige Dämmstärken bis 240mm mit homogenem Rohdichteprofil möglich. Auch der Anteil an Zusatzstoffen bei Plattenstärken >30mm ist im Trockenverfahren geringer, da das Zusammenkleben von Schichten entfällt.

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB liefern.

Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Live- Datensätze.
Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Graue Energie

Holzfasern 20 MJ/kg (= ca. 1.800 - 2.400 MJ/m³)
(Rohdichte 90 - 120 kg/m³, Platten, Produktion CH)
Quelle:
Büro für Umweltchemie (Hrsg.); Graue Energie von Baustoffen; 1998; Zürich

Holzfaserdämmplatten

Verarbeitung

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Beim bauseitigen Zuschneiden der Platten entsteht Nadelholzstaub. Auf eine möglichst staubarme Verarbeitung (Sägen mit Staubabsaugung) ist zu achten.
Erläuterungen siehe Holzstaub, Holzwerkstoffe

Arbeitsplatzgrenzwert AGW (früher: MAK-Wert):
Allgemeiner Staub-Grenzwert nach TRGS 900
A-Staub:   3 mg/m³ (Alveolengängige Fraktion, früher: Feinstaub)
E-Staub: 10 mg/m³ (Einatembare Fraktion, früher: Gesamtstaub)

Voraussetzung für die Vergabe des natureplus-Qualitätszeichens sind im Bereich der Verarbeitung u.a. „die Bereitstellung qualifizierter Produktinformationen“ sowie „eine gesundheitlich weitgehend unbedenkliche Verarbeitbarkeit des Produkts“.

Holzfaserdämmplatten

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Belastungen der Innenraumluft durch eingebaute Holzfaserdämmplatten sind nach heutigem Kenntnisstand nicht zu erwarten.
Produkte mit dem natureplus-Qualitätszeichen unterliegen entsprechend der jeweiligen Produktgruppen- und Produktkriterien einer „Begrenzung der Emissionen in den Innenraum von organischen und anorganischen Substanzen, Gerüchen, Radioaktivität sowie Stäuben und Fasern“.

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Gefährdungen für Wasser, Luft und Boden aus eingebauten Holzfaserdämmplatten sind nach heutigem Kenntnisstand nicht zu erwarten.
Produkte mit dem natureplus-Qualitätszeichen unterliegen entsprechend der jeweiligen Produktgruppen- und Produktkriterien einer „Begrenzung der Emissionen in Wasser, Boden und Atmosphäre“

Beständigkeit Nutzungszustand

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.

Datenbank als PDF

Holzfaserdämmplatten

Nachnutzung

Wiederverwendung

Bei zerstörungsfreiem Ausbau ist eine Wiederverwendung theoretisch möglich.

Stoffliche Verwertung

Holzfaserdämmplatten sind prinzipiell auf gleichem Funktionsniveau wiederverwertbar. Eine Rücknahmegarantie durch Hersteller zur Wiederaufbereitung ist mit der Internetsuche derzeit nicht auffindbar. 

Holzfaserdämmplatten ohne Zusatzstoffe können theoretisch kompostiert werden (Verwertung auf Flächen). Holzfaserdämmplatten ohne Zusatzstoffe oder Verunreinigungen gehören als „biologisch abbaubare Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen sowie Abfälle aus deren Be- und Verarbeitung“ nach Bio-AbfV, Anhang 1 grundsätzlich zu den auf Flächen verwertbaren Produkten.

Voraussetzung für die Vergabe des natureplus-Qualitätszeichens ist z.B. die „Vorlage eines Rückbau-, Rücknahme- und Verwertungskonzepts“.

Energetische Verwertung

Ist eine stoffliche Verwertung nicht möglich, müssen Holzfaserdämmstoffe der energetischen Verwertung zugeführt werden.
Heizwert: 18 MJ/kg
Quelle:
KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung; Informationsbroschüre „Umweltverträglichkeit von Gebäudedämmstoffen“;06/2003; Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten des Landes Schleswig-Holstein, Kiel

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

ine Deponierung von Holzfaserdämmstoffen ist seit dem 01.05.2005 ohne thermische / energetische Vorbehandlung nicht mehr möglich.

EAK-Abfallschlüssel

17 Bau- und Abbruchabfälle
17 02 01
Holz
17 06 04
Dämmmaterial mit Ausnahme desjenigen, das unter 17 06 01 und 17 06 03 fällt

siehe auch Lexikon / Abfallschlüssel