Dämmstoffe mit Aerogelen

Produktgruppeninformation

Begriffsdefinition

Ein Aerogel ist ein offenzelliger, mesoporöser, solider Schaum, der aus einem Netzwerk von miteinander verbundenen Nanostrukturen besteht. Die Bezeichnung Aerogel bezieht sich nicht auf eine bestimmte stoffliche Zusammensetzung sondern auf eine geometrische Anord­nung in welcher eine Substanz vorliegen kann.

Aerogele aus amorpher Kieselsäure (Silica) finden u.a. in Dämmstoffprodukten Verwendung. Darunter auch in folgenden Produkttypen:

  • Doppelschalige Verbundelemente aus glasfaserverstärkten Polyesterharzen gefüllt mit Aerogelen
  • Dämm–Matten und Dämmplatten mit Aerogelen auf Polyester–Glasfaser als Trägermaterial
  • Verbundplatten aus Gipswerkstoffen, Mineralwolle und Aerogel
  • Granulat als Einblasdämmstoff

Wesentliche Bestandteile

Bei Aerogelen, die in Dämmstoffapplikationen eingesetzt werden, handelt es sich von der chemischen Zusammensetzung her um amorphe Kieselsäure (Silica).

Charakteristik

Die sehr gute Dämmwirkung von Silica-Aerogelen wird durch den geringen Fest­stoffgehalt und die kleinen Poren erzeugt. Der Porendurchmesser liegt im Nanometer–Bereich und ist geringer als die mittlere freie Wellenlänge von Luft wodurch die Wärmeleitung in der Gasphase verhindert wird. Die Wärmeleit­fähigkeit von Silica–Aerogelen als Schüttung liegt mit 0,018 W/mK deutlich tiefer als jene von herkömmlichen Mineral­wolle-Dämmstoffen (0,032 – 0,034 W/mK) oder Polystyrol (0,029 – 0,036 W/mK). Eine gegebene Dämmleistung kann deshalb mit geringeren Dämmstärken realisiert werden. Die poröse, nanoskalierte Struktur verringert zudem die Geschwindigkeit des Schalls und verleiht dem Aerogel schalldämmende Eigenschaften. Die Oberfläche der Aerogelpartikel ist hydrophob.
Aerogele bestehen aus transluzenten Partikeln und können deshalb in lichtdurchlässigen Verbundelementen eingesetzt werden. Sie weisen eine sehr hohe Porosität von über 90% auf.

Nachfolgende Tabelle zeigt einige der charakteristischen Merkmale von Silica–Aerogelen:

Partikelgrößenbereich
0,5 bis 4 mm
Porendurchmesser
20 nm
Porosität
>90 %
Schüttdichte
85 – 95 kg/m3
Oberflächenchemie
Hydrophob
Wärmeleitfähigkeit
0,018 W/m.K (bei 25°C)
loses Aerogel
Schallgeschwindigkeit
100 m/s (Luft: 340 m/s)
Lichttransimission
80% pro cm Aerogel

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Die potentiellen Risiken von Nanoprodukten für die menschliche Gesundheit und die Umwelt sind noch wenig untersucht. Aerogel gehört nicht zu den Nanopartikeln. Die Bezeichnung "Nano" bezieht sich auf die Größe der Poren im Aerogel. Bei der Verarbeitung von Dämmstoffen mit Aerogelen kann es jedoch zu Staubemissionen kommen, welche zu Augen- und Atemwegsreizungen führen können. Die Auswirkungen einer Langzeitexposition auf die menschliche Gesundheit sind nicht be­kannt.

Lieferzustand

  • Verbundelemente aus glasfaserversterkten Polyesterharzen unterschiedlicher Dimensionen (bis zu 8 m x 2,4 m)
  • Vliese in Rollen von ca. 1,4 – 1,5 m Breite und 5 – 10 mm Dicke
  • Dämmplatten von ca. 10 – 40 mm Dicke
  • Verbundplatten aus Mineralwolle und Gipswerkstoffen von ca. 20 – 50 mm Dicke
  • Granulat in Big Bags zu 120 kg

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

Hochleistungsdämmstoffe mit Aerogelen werden vor allem dort eingesetzt wo aus Platzgründen nur geringe Dämmstärken möglich sind. Verbundelemente werden aufgrund ihrer Lichtdurch­lässigkeit in Dächern, Fassaden und Industrieverglasungen angewendet.

Aufgrund der noch unzureichenden Kenntnisse über die Risiken für menschliche Gesundheit und Umwelt sowie den hohen Kosten sind Dämmstoffe mit Aerogelen nur dann zu empfehlen, wenn aufgrund der Platzver­hältnisse die geforderte Dämmleistung mit herkömmlichen Dämmstoffen nicht erreicht werden kann.

Folgende Tabelle zeigt die Anwendungsbereiche der unterschiedlichen Dämmstoffe mit Aerogelen, sowie in Abhängigkeit der Anwendung, die wichtigsten technischen Eigenschaften.

 
Verbundelemente
Vlies
 Verbundplatten
Granulat
λ-Wert [W/mK]
0,0219
0.014 – 0.017
 0.019
0,018 – 0,021
Lieferdicken [mm]
20, 30, 50
5, 10
 20, 30, 50
loses Granulat, Korngröße
0,5 – 4 mm
ρ-Dichte [kg/m3]
-
150
 -
85 – 95 (Schüttdichte)
g-Wert
ca. 25% je nach Elementstärke
-
 -
-
Schalldämmung
ca. 27 – 30 dB
-
 -
-
Temperaturbeständig­keit
-40°C bis +120°C
-200°C bis +200°C
 
 
Wasserdampf–  Diffusionswiderstand
-
11
 
2 bis 3
Baustoffklasse
(EN Klasse)
C
C
B
B
Verarbeitung
Elemente ab Werk, zuschneiden, bohren auf der Baustelle nicht möglich
Verarbeitung wie her­kömmliche Dämm­matten
Verarbeitung wie her­kömmliche Dämm­matten
Einblasen
Anwendungsbereiche
Lichtdurchlässige Dächer und Fassaden
Innen- und Außenwände, Fensterbank, Fensterleibung, Fenstersturz, Rollladenkasten, Radiatorennische, Flachdach, Terrassen, Fußbodendämmung,
Holzelementbau, Gebäudetechnik
 Innenwände oder Untersparrendämmung
Kerndämmung von doppelschaligem Außenmauerwerk, Dämmung hinter Klinkerfassaden

Quellen

Produktdatenblätter diverser Hersteller

Eigene Daten büro für umweltchemie

Dämmstoffe mit Aerogelen
Dämmstoffe mit Aerogelen

Planungs- und Ausschreibungshilfen

WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.

Informationen hier im Reiter Ausschreibung:

  • Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
  • Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien,
  • zusammenfassende Informationen zum Lebenszyklus

Übersicht Planungs- und Ausschreibungshilfen: Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen
Stand 04/2015

  - Blähperlit-Dämmstoffe
- Blähglas-/Blähton-Dämmstoffe (nicht in Wecobis)
Calciumsilikat-DämmplattenDämmstoffe mit AerogelenMineralwolle-DämmstoffeSchaumglas-Dämmstoffe

Vermiculite-Dämmstoffe

               
  Material-
ökologische Anforderungen
Im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung. Inhalt aufklappen
   
Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS ---

Dämmstoffe in WDVS

Dämmstoffe in WDVS

Dämmstoffe in WDVS

Schaumglas-Dämmstoffe

---

Dämmstoffe mit Kontakt zu Boden und Grundwasser

---
  Mögliche Quellen Die hier genannten Quellen, insbesondere BNB, bilden die Grundlage für Planungs- und Ausschreibungshilfen bzw. materialökologische Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS. Inhalt aufklappen
   
Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen

(BNB) des BMUB /
Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt)

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen. Die o.g. Textbausteine und materialökologischen Anforderungen in WECOBIS basieren derzeit auf Kriteriensteckbrief 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt. Dieser steht in engem Zusammehang mit Kriteriensteckbrief 3.1.3 Innenraumhygiene.

Auch wenn ein Gebäude nicht zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Einordung der jeweiligen Dämmstoffe hinsichtlich verschiedener Kriteriensteckbriefe siehe Reiter Bewertungssysteme in WECOBIS

Umweltbundesamt
(UBA)
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Die Seiten werden gerade überarbeitet, sodass sich dort derzeit aus dem Baubereich nur Ausschreibungsempfehlungen zu Elastischen Bodenbelägen, Tapeten und Raufaser finden.
baubook ökologisch ausschreiben Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen finden sich Kriterien in der Gruppe der Dämmstoffe / mineralische Dämmstoffe.
natureplus Ausschreibungstexte + + + + + +
  Mögliche Nachweis-
dokumente
weitere Nachweismöglichkeiten neben den folgend genannten sind Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, sowie Herstellererklärungen oder ggf. ein Anhang mit Nachhaltigkeitsmerkmalen zur bauaufsichtlichen Zulassung (abZ+). Inhalt aufklappen
   
gesetzlich vorgeschrieben: Welche Nachweisdokumente müssen vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden? Welcher Nachweis kann damit erbracht werden?
REACH / CLP:
Sicherheitsdatenblatt (SDB)

Dämmstoffe in Plattenform werden als Erzeugnis eingestuft. Für Erzeugnisse ist kein SDB vorgeschrieben.
Das gilt im Prinzip auch für Mineralwolle-Dämmstoffe. Allerdings gilt bereits seit 01.06.2000 in Deutschland ein Verbot des Herstellens, des Inverkehrbringens und des Verwendens von Mineralwolle-Dämmstoffen, die nicht die Freizeichnungskriterien (frei von Krebsverdacht) des Anhangs IV Nr. 22 der Gefahrstoffverordnung erfüllen. Die meisten Hersteller von Mineralwolle-Dämmstoffen erstellen deshalb ein SDB und weisen die Freizeichnung nach Anhang IV der Gefahrstoffverordnung und die Bewertung als nicht krebserzeugend im Abschnitt 11 (Toxikologische Angaben) gemäß § 6 Gefahrstoffverordnung nach.

Die Einstufung von Dämmstoffen in loser Form (Schüttungen) ist schwierig. Werden sie als Stoff oder Gemisch eingestuft, müssen Produkt bezogene Informationen gemäß CLP-Verordnung in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) gemäß den Anforderungen in Art.31 REACH-VO in Verbindung mit Anhang II (Nachweis gefährliche Stoffe, Nachweis SVHC >= 0,1 Gew.-%) der jeweiligen Produkte ausgewiesen sein.

Leistungserklärung gemäß BauPVO mit Angaben zu SVHC (kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage)

Die pflichtgemäße Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung für Bauprodukte, die unter den Geltungsbereich der BauPVO fallen, muss Angaben über SVHC enthalten oder mitliefern (kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage). Für alle Bauprodukte (Erzeugnisse), also auch solche, die nicht im Geltungsbereich der BauPVO liegen, besteht ein Auskunftsrecht für SVHC. Für die Anfrage an den Hersteller steht auf dem Informationsportal des Umweltbundesamtes zu REACH ein Musterbrief zum Download zur Verfügung.

Fast alle Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen fallen in den Geltungsbereich der BauPVO (s. Listung in Bauregelliste B Teil 1 / 1.5 Dämmstoffe für den Wärme- und Schallschutz). Calciumsilikat-Dämmstoffe sind nur für den Einsatz in TGA gelistet.

+

(+)

nur als Wärmedämmstoff für die technische Gebäudeausrüstung und für betriebstechnische Anlagen in der Industrie

+ + + +
allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) aus Gesundheits-
schutzgründen bzw. Umwelt-
schutzgründen

Werkmäßig hergestellte Schüttungen aus Schaumglasschotter benötigen bei der Verwendung in Aufenthaltsräumen einschließlich zugehöriger Nebenräume eine abZ aus Gesundheitsschutzgründen. Sie umfasst eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung von Formaldehyd, sowie flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas. (siehe auch Bauregelliste B Teil 1, lfd. Nr. 4.12.1.8 und Liste Gesundheitsschutz DIBt)

Werkmäßig hergestellte Schüttungen aus Schaumglasschotter dürfen nur dann als Außenbauteil, d.h. im unmittelbaren oder mittelbaren Kontakt mit Wasser und Boden, verwendet werden, wenn der Nachweis der Umweltverträglichkeit durch eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung geführt wird. (siehe auch Bauregelliste B Teil 1, lfd. Nr. 4.12.1.8 und Liste Umweltschutz DIBt)

* Dasselbe gilt für Dämmstoffe aller Materialien, die in Bausätzen aus vorgefertigten Elementen für die Wärmedämmung von Außenwänden verwendet werden. (siehe auch Bauregelliste B Teil 1, lfd. Nr. 3.4.2)

-* -* -* -*

Zulassungsnummern für Verwendung in Aufenthaltsräumen noch nicht vergeben siehe aktuelle Liste Gesundheitsschutz DIBt

Zulassungsnummer für Außenbauteile:
Z-23.34-...

-*
freiwillige Produktkenn-zeichnungen / -deklarationen Für einige Bauproduktgruppen existieren freiwillige Produktkennzeichnungen oder -deklarationen wie z.B. Umweltzeichen oder Umweltproduktdeklarationen, die als Nachweis für materialökologische Anforderungen dienen können. Eine Übersichtstabelle dazu mit detaillierten Informationen zu Dämmstoffen aus mineralischen Rohstoffen findet sich im Reiter Zeichen & Deklarationen.

Übersicht Lebenszyklusinformationen: Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen

  - Blähperlit-Dämmstoffe
- Blähglas-/Blähton-Dämmstoffe (nicht in Wecobis)
Calciumsilikat-DämmplattenDämmstoffe mit AerogelenMineralwolle-DämmstoffeSchaumglas-DämmstoffeVermiculite-Dämmstoffe
               
  Rohstoffe Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Rohstoffe)
   
Hauptbestandteile nach Rohstoffherkunft
Anteil fossiler Rohstoffe

k.A. / ggf. Ummantelungen oder Hydrophobierung

0 M-% 10 - 20 M-%
PET
(Bsp. Glasfaser-dämmvlies)
Glaswolle:
5 - 7 M-%
Steinwolle:
1 - 3,5 M-%
0 M-% k.A. / ggf. Hydro-phobierung
Anteil mineralischer Rohstofffe bis zu 100 M-%
bei rein mineralischen Zusätzen
97 M-%
Sand, Kalkhydrat, Flugasche, silikatische Zuschläge

80 - 90 M-%
(Bsp. Glasfaser-dämmvlies:
60-80% Aerogel
10-20% Glasfaser)

Glaswolle:
93 - 95 M-%
Steinwolle:
96,5 - 99 M-%
100 M-% bis zu 100 M-% bei rein mineralischen Zusätzen
Anteil erneuerbarer Rohstoffe k.A. / ggf. Bindemittel 3 M-% Zellstoff 0 M-% 0 M-% 0 M-% 0 M-%
Charakteristische Inhaltsstoffe
Hauptanteil / Namensgeber Rohperlitgestein, expandiert Sand, silikatische Zuschläge

Aerogel = amorphe Kieselsäure (Silica)

+ z.B. Glasfaser

Glaswolle,
Steinwolle
Kalk-Natronsilicatglas Glimmerschiefer
Bindemittel Platten: Stärke, Zellulosefasern oder Mineralfasern Kalkhydrat, Flugasche Polyesterharz (Bsp. Glsfaserdämmvlies) Formaldehydharze - -
weitere mögliche Zusätze

Hydrophobierung: Silikone, Kunst-/Naturharze (<1M-%)

Ummantelung: Bitumen, Gips, Zement

Porosierungs-mittel:
Aluminiumpaste (<1M-%)

- aliphatische MIneralöle oder Silikonöle zur Staubbindung / ggf. Hydrophobierung - ggf. Bitumen-, Silikat-ummantelungen zur Hydro-phobierung
Eigenschaften
Struktur / Dämmwirkung durch ... Schaum-Dämmstoff / Luftzellen Schaum-Dämmstoff / hoher Luftporenanteil Schaum-Dämmstoff als Applikation auf anderen Materialien / Porendurchmesser im Nanometer-Bereich Faserdämmstoff / Luft in den Faser-zwischenräumen Schaum-Dämmstoff / Gase (i.W. CO2) in den hermetisch abgeschlossenen Zellen Schaum-Dämmstoff / Luftzellen
Besonderheiten - hoher ph-Wert hemmt das Wachstum von Schimmelpilzen sog. "Hochleistungs-Dämmstoff" - geschlossenzellig, dampfdicht, hohe Druckfestigkeit -
Sonstiges
Verwendung von Recyclingmaterialien - - nur für Glasvliese (s. Mineralwolle)

bis zu 60% des Hauptbestandteils (Glas bzw. Gestein) aus Produktions-abfällen

Platten: ca. 60%
Schotter: bis zu 100%
Altglas (sortenrein) möglich
-
  Herstellung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Herstellung)
  Ökobau.dat-Datensätze Datensätze zu Blähperlit-Dämmstoffen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Calciumsilikat-Dämmstoffen: siehe 2. Dämmstoffe / 2.20 Calciumsilikat Datensätze zu Dämmstoffen mit Aerogelen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Mineralwolle-Dämmstoffen: siehe 2. Dämmstoffe / 2.1 Mineralwolle Datensätze zu Schaumglas-Dämmstoffen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Vermiculite-Dämmstoffen liegen noch nicht vor.
  Verarbeitung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Verarbeitung, zu ggf. vorhandenen verarbeitungsspezifischen Produktkennzeichnungen wie z.B. Giscode, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
  Verarbeitungsweise / Lieferzustand lose als Schüttung, Platten Platten Platten, Matten, Granulat Matten, lose als Schüttung / Blaswolle / Stopfwolle Platten, Granulat, Formteile lose Schüttung (Granulat)
  Arbeitshygienische Risiken Staubbelastung beim Einbringen loser Schüttungen keine, außer Staubemissionen beim Zuschneiden der Platten noch wenig Langzeiterfahrung, keine ausreichenden Untersuchungen / Staubbelastungen beim Einbau, Schutzmaßnahmen erforderlich / Kontakt mit Aerogelen soll vermieden werden Freisetzung lungengängiger Fasern möglich, es gilt der allgemeine Staubgrenzwert und die zugehörigen Schutzmaßnahmen gering, Glasstaubemissionen beim Zuschneiden von Platten / Einbringen von Schotter, gesundheitl. Beeinträchtigung möglich bei der Verarbeitung in Bitumen (Kaltverarbeitung ist der Heißverarbeitung vorzuziehen) Staubbelastung beim Einbringen loser Schüttungen
  Nutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nutzung, zur Innenraumhygiene nach BNB siehe siehe Reiter Bewertungssysteme, zu ggf. vorhandenen innenraumrelevanten Produktkennzeichnungen wie z.B. Blauer Engel, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
   
VOC-/SVOC-, Formaldehyd- Emissionen keine keine ggf. abhängig vom Begleitmaterial möglich / ggf. Formaldehyd (Mineralwolle "formaldehydfrei" bzw. mit sehr geringem Formaldehydanteil am Markt, Eurofins Zertifizierung "Indoor Air Comfort Gold") keine keine
  Nachnutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nachnutzung)
   
Rückbaubarkeit / Trennbarkeit bei loser Schüttung geringer Aufwand i.d.R. vollfl. verklebt, daher hoher Aufwand hoher Rückbauaufwand durch erf. Arbeitsschutz-maßnahmen abh. von Einbausituation (in WDVS hoher Aufwand wg. Verklebung mit anderen Materialien)

Platten: i.d.R. vollflächig verklebt, oder in Bitumen eingegossen, daher hoher Aufwand

Schotter: lose, geringer Aufwand, kann im Prinzip im Boden belassen werden

lose Schüttung, geringer Aufwand (Absaugung möglich)
Verwertbarkeit / Recyclingfähigkeit Verwendung als Bodenauflockerer oder Zuschlagstoff möglich bei sortenreinem Ausbau (schwierig) Verwendung als Füllstoff in anderen Baustoffen möglich nicht möglich, da vermutlich sehr aufwändig, bzw. noch keine Entwicklungen, noch keine Erfahrungswerte zum Langzeitverhalten bei sortenreinem Ausbau und Rücknahmesystem (zum Teil vorhanden) des Herstellers möglich

bei sortenreinem Ausbau als Dämmstoff möglich,

mit Bitumen-anhaftungen zerkleinert als Füllmaterial im Tiefbau mögich

bei sortenreinem Ausbau Verwendung als Füllstoff in anderen Baustoffen möglich
Typischer Entsorgungsweg Deponierung Deponierung

Deponierung, vorher thermische Behandlung (Hochtemperatur-verbrennung) empfohlen, um Nanopartikel umzuwandeln / noch keine Erfahrungswerte zum Langzeitverhalten

wenn kein Rücknahemsystem des Herstellers vorh.:

Deponierung (bei "alter" Mineralwolle aufwändig) / ggf. thermische Behandlung nötig

Deponierung als Bauschutt, mit Bitumenanteilen ggf. thermische Behandlung nötig Deponierung als Bauschutt, mit Bitumenanteilen ggf. thermische Behandlung nötig
Energiegewinnung möglich? nicht möglich (mineralisch) jnicht möglich (mineralisch) nicht möglich (mineralisch) nicht möglich (mineralisch) nicht möglich (mineralisch) nicht möglich (mineralisch)

Alternativen hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Sofern keine eingeschränkten Platzverhältnisse gegeben sind, kann die erforderliche Dämmleistung auch mit konventionellen Dämmstoffen erbracht werden. Der Nachteil von Aerogel-Produkten besteht darin, dass hinsichtlich ihrer Langzeitwirkung auf Mensch und Umwelt noch keine gesicherten Daten vorliegen.

Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS

Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet das neue WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter Allgemeine Infos.

Dämmstoffe mit Aerogelen

Umweltdeklarationen

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen aus dem Bereich der Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen. Neben Herstellererklärungen, Informationen in Sicherheitsdatenblättern (SDB), Leistungserklärungen oder allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Ausschreibung) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.

Übersicht Umweltdeklarationen: Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen
Stand 04/2015

  - Blähperlit-Dämmstoffe
- Blähglas-/Blähton-Dämmstoffe (nicht in Wecobis)
Calciumsilikat-DämmplattenDämmstoffe mit AerogelenMineralwolle-DämmstoffeSchaumglas-DämmstoffeVermiculite-Dämmstoffe
               
  Umweltzeichen Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können. Inhalt aufklappen
   
Blauer Engel
weil umweltgerechter Wärmeschutz / RAL-UZ 140 Wämedämmverbund-systeme

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert / kein typischer Anwendungsbereich)

+

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert / kein typischer Anwendungs-
bereich)

./.

Blauer Engel
weil emissionsarm / RAL-UZ 132 (Wärmedämmstoffe und Unterdecken)

+

+

+

+

(VOC-Grenzwert strenger, Formaldehyd-grenzwert weniger streng als bei "Indoor Air Comfort Gold")

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

./.
Blauer Engel
weil emissionsarm / RAL-UZ 156 (Verlegeunterlagen)

./.

./.

./.

./. ./. ./.
EU-Umweltzeichen (Blume) -
- - - - -
Österreichisches Umweltzeichen /

Richtlinie UZ 45
Mineralische Wärmedämmstoffe

+

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

x

(Faserdämmstoff)

x

(Faserdämmstoff)

+

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

natureplus-Qualitätszeichen / RL 0400ff (nur für Produkte aus nachwach. und/oder umweltverträglich gewonnenen mineral. Rohstoffen / mind. 85 Masse%) RL0408 Perlite-Dämmplatten für die Innenanwendung

RL0404 Mineralschaum-
platten für die Innenanwendung

---
RL0405 Mineralschaum-
platten für die Außenanwendung

x

(aufgrund der Inhaltsstoffe)

x

(aufgrund der Inhaltsstoffe)

RL0406 Dämmplatten aus Schaumglas

RL0407 Granulat aus Schaumglas (Richtlinie ist in Vorbereitung)

RL0401 Einblas- und Schüttdämmstoffe aus Naturgestein (Richtlinie ist in Vorbereitung)
Nordischer Schwan - - - - - -
EMICODE
/ Raumlufthygiene
- - - - - -
Eurofins Zertifizierung "Indoor Air Comfort Gold" (Formaldehyd-Grenzwert strenger / VOC-Grenzwerte weniger streng als Blauer Engel)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

  GISBAU Klassifizierungs-system

Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden. (siehe unten: Ersatzproduktgruppe prüfen?) Inhalt aufklappen

   

GISBAU Produkt-Code / GISCODE

Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen sind nicht im GISBAU-System über GISCODES klassifiziert. Informationen zu arbeitshygienischen Risiken siehe Reiter Verarbeitung.
Für Mineralwolle-Dämmstoffe gibt es Betriebsanweisungen, auch für Mineralwolle-Dämmstoffe im Bestand, die noch krebsverdächtige Faserstäube enthalten können. Herstellung, Vertrieb und Verwendung dieser alten Mineralwolle-Dämmstoffe ist seit 01.06.2000 in Deutschland verboten. Informationen dazu siehe Dämmstoffe im Bestand.

  Umweltprodukt-deklaration (EPD)

Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1 Inhalt aufklappen

   
EPD1 - + - + + -
Branchen-EPD1 - - - - - -
  Umweltindikatoren

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB. Inhalt aufklappen

   
Ökobau.dat-Datensätze Datensätze zu Blähperlit-Dämmstoffen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Calciumsilikat-Dämmstoffen: siehe 2. Dämmstoffe / 2.20 Calciumsilikat Datensätze zu Dämmstoffen mit Aerogelen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Mineralwolle-Dämmstoffen: siehe 2. Dämmstoffe / 2.1 Mineralwolle Datensätze zu Schaumglas-Dämmstoffen:siehe 2. Dämmstoffe / 2.6 Schaumglas Datensätze zu Vermiculite-Dämmstoffen liegen noch nicht vor.
  Sonstiges Sonstige freiwillige Produktkennzeichnungen, die Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Produkten liefern können. Inhalt aufklappen
   
baubook-Deklaration Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen finden sich Kriterien in der Gruppe der Dämmstoffe / mineralische Dämmstoffe.
+ Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden
- Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./. Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

1 Die hier als vorhanden markierten EPDs und Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V..

Dämmstoffe mit Aerogelen

Bewertungssystem

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)

   
  Wofür steht das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)? Inhalt aufklappen
 

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen.
Ausführliche Informationen zum BNB-System siehe www.nachhaltigesbauen.de

  Welche Informationen liefert WECOBIS für BNB im Reiter Bewertungssysteme? Inhalt aufklappen
 

WECOBIS führt in den Datenblättern der Bauproduktgruppen umfangreiche Informationen zur Beantwortung der verschiedenen Fragestellungen im Hinblick auf Umwelt- und Gesundheitsaspekte. Im Reiter Bewertungssysteme bietet WECOBIS gezielt Antworten auf Fragestellungen baustoffrelevanter Steckbriefe. Durch die Bündelung von Aspekten z.B. bzgl. der Risiken für die lokale Umwelt, Fragen zur Innenraumhygiene und der Thematik Rückbau, Trennung, Verwertung gibt WECOBIS gezielte Hilfestellung bei der Einordnung einzelner Baustoffe. Tiefergehende Informationen finden sich über die Verknüpfungen in den jeweiligen Datenblättern.
Hinweis: Eine abschließende Beurteilung im Rahmen des Bewertungssystems und der genannten Kriterien erfolgt jedoch grundsätzlich in Abhängigkeit weiterer baulicher Gegebenheiten (z.B. eingebaute Menge).

BNB-Kriterium BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

BNB-Kriterium BN_1.1.6 zielt auf die Reduzierung bzw. Vermeidung von Stoffen und Produkten beim Neubau, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft (auch Innenraumluft) enthalten. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung der Substitution eines Stoffes.

Für den Umgang mit Materialien im Bestand und deren Einordnung ist Kriteriensteckbrief BK_1.1.6. heranzuziehen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau) und BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

Einordnung der Dämmstoffe mit Aerogelen
Stand 10/2015

Für die Bewertung nach Kriterium BNB_BN_1.1.6 werden sechs potenzielle Schadstoffgruppen betrachtet. Für die Einordnung der Dämmstoffe mit Aerogelen gemäß 1.1.6 sind die hervorgehobenen Schadstoffgruppen relevant: 
1  Gefährliche und besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)
2  Gefährliche Stoffe, die ausgelaugt werden können
3  Schwermetalle (bei Bodenbelägen als Stabilisatoren in Kunststoffen)
4  Flüchtige organische Verbindungen (VOC) einschließlich organische Lösemittel
5  Halogenierte Kälte- und Treibmittel
6  Biozide

Dämmstoffe mit Aerogelen werden in 1.1.6 derzeit über folgende Einsatzbereiche adressiert (s. BNB_BN_1.1.6 Anlage 1 / Allgemeine Anforderungsliste, Anlage 2 / Einzelstoffe mit besonders besorgniserregenden Eigenschaften):

  • Pos. 36a Dämmstoffe / Mineralische und nicht mineralische Außenwanddämmungen / Wärmedämmverbundsysteme
  • Pos. 36b Dämmstoffe / Mineralische und nicht mineralische Innendämmungen

Im folgenden werden die Anforderungen an die Verwendung von Dämmstoffen mit Aerogelen dargestellt. Die eigentlichen Anforderungen der genannten Position in Anlage 1 betreffen ggf. auch andere Dämmstoffmaterialien.

Qualitätsniveau (QN)

Anforderungen an
Dämmstoffe mit Aerogelen als Außenwanddämmung
(gem. Pos. 36a)

Anforderungen an
Dämmstoffe mit Aerogelen als Innendämmung
(gem. Pos. 36b)


(= Mindestanforderung)

Produktdokumentation1
incl. Deklaration von SVHC der Kandidatenliste
> 0,1 Gew.-%

 

 

 

 

2 (zusätzlich zu QN1)

3
(zusätzlich zu QN2)

4 (zusätzlich zu QN3)

Die Anforderungen des Blauen Engels RAL-UZ 1402 (Wärmedämmverbundsysteme) an Dämmstoffe hinsichtlich gefährlicher Stoffe, VOC, halogenierter Treibmittel* und Bioziden müssen erfüllt werden.

*Hinweis: Für die Dämmstoffproduktion werden Aerogele i.d.R. mit Mineralfasern, Polyester oder Gipswerkstoffen kombiniert. Halogenierte Treibmittel sind hier normalerweise kein Thema.

Einhaltung AgBB-Bewertungsschema

5 (zusätzlich zu QN4) Die Anforderungen des Blauen Engels RAL-UZ 1322 (Wärmedämmstoffe und Unterdecken) hinsichtlich gefährlicher Stoffe, VOC, halogenierter Treibmittel* und Bioziden müssen erfüllt werden.

Kommentierung

Dämmstoffe mit Aerogelen können alle Anforderungen an Außen- oder Innendämmungen bis einschließlich QN5 erfüllen. Ab QN4 (für Außenanwendung) bzw. QN5 (für Innenanwendung) müssen die Produkte allerdings weitere umfangreiche stoffliche Anforderungen gemäß Blauem Engel RAL-UZ 140 bzw. RAL-UZ 1322 erfüllen. Dafür werden die meisten Produkte mit Aerogelen einen Nachweis der Gleichwertigkeit für alle relevanten Einzelanforderungen erbringen müssen. Ein Wärmedämmverbundsystem mit Blauem Engel, das auf Dämmstoffen mit Aerogelen basiert, gibt es derzeit nicht (Stand 10/2015).3

Tabelle: Anforderungen an die Verwendung von Dämmstoffe mit Aerogelen
1 Die Produktdokumentation (z. B. über Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, Sicherheitsdatenblätter) ist die Mindestanforderung, die mindestens für alle durch BNB 1.1.6 betroffenen Produktgruppen erfüllt sein muss. Zusätzlich ist für alle diese Produktgruppen immer auch die Deklaration von SVHC der Kandidatenliste nach REACH (z.B. über Sicherheitsdatenblätter, Herstellererklärung) erforderlich. Produktgruppenabhängig können auch noch andere Nachweise gefordert sein.
2 Sofern innerhalb der Qualitätsniveaus auf aggregierte Produktkennzeichnungen verwiesen wird (Emicode, Blauer Engel, etc.), ist es zulässig vergleichbare Nachweise (weitere Umweltzeichen, Angaben in Sicherheits- oder Produktdatenblätter etc.) heranzuziehen. Dabei bezieht sich die Vergleichbarkeit nur auf die Anforderungen hinsichtlich der jeweiligen zu betrachtenden Schadstoffgruppen.
3 Eine Aussage über die Marktverfügbarkeit kann hier nicht getroffen werden. Insbesondere da auch vergleichbare Nachweise z.B. zum geforderten Blauen Engel3 herangezogen werden können.

Planungs- und Ausschreibungshilfen mit Textbausteinen

Position 36b für Innendämmungen ist neu in Kriterium BNB_BN_1.1.6 hinzugekommen. Deshalb gibt es für diese Position noch keine WECOBIS Textbausteine. Sie werden in Kürze erstellt.

Für alle anderen Dämmstoffanwendungen (auch 36b), die in 1.1.6 adressiert sind, finden sich tabellarische Übersichten mit allen Einzelkriterien für Planung und Ausschreibung im neuen Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter "Dämmstoffe". Die Tabellen dort enthalten auch detaillierte Informationen zu den Nachweismöglichkeiten (z.B. über andere Produktkennzeichnungen) und damit zur Prüfung der angebotenen Produkte. Außerdem finden sich dort auch die für die verschiedenen Qualitätsniveaus zugehörigen Textbausteine (auch als rtf-Download).

BNB-Kriterium BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BK_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im Falle einer Sanierungsmaßnahme wird BN_1.1.6 ergänzt durch das BNB-Kriterium BK_1.1.6. Dieses zielt auf die Adressierung und Ausschleusung von Materialien in der bestehenden Bausubstanz, die ein Risikopotenzial für Mensch und Umwelt darstellen. Die Bewertung erfolgt anhand einer Einstufung der Baumaterialien in ein vorgegebenes Schadstoffkataster mit 14 Schadstoffgruppen aufgrund ihres Schädigungspotentials und der jeweiligen Sanierungsmaßnahmen. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 4 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung er Substitution eines Stoffes.

Weitere Informationen zu den Einzelkriterien im Bestand siehe BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung). Für den Einbau von neuen Materialien gilt BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau).

Die Einordnung von Materialien im Bestand erfolgt in WECOBIS jeweils gesammelt für die ganze Obergruppe der Dämmstoffe. Siehe dazu Dämmstoffe im Bestand.

Aerogel-Dämmstoffe sind allerdings neue Produkte, die deshalb zur Zeit in älteren Gebäuden noch nicht vorhanden sind. Sie enthalten keine der bekannten Schadstoffe.

Die potentiellen Risiken von Nanoprodukten für die menschliche Gesundheit und die Umwelt sind noch wenig untersucht. Aerogel gehört nicht zu den Nanopartikeln. Die Bezeichnung "Nano" bezieht sich auf die Größe der Poren im Aerogel. Beim Rückbau von Dämmstoffen mit Aerogelen kann es jedoch zu Staubemissionen kommen, welche zu Augen- und Atemwegsreizungen führen können. Die Auswirkungen einer Langzeitexposition auf die menschliche Gesundheit sind nicht be­kannt.

BNB-Kriterium BN_3.1.3 - Innenraumhygiene

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_3.1.3 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Ziel des BNB-Kriteriums 3.1.3 ist die Sicherstellung der Luftqualität im Innenraum unter hygienischen Gesichtspunkten, die zu keinen negativen Effekten hinsichtlich der Befindlichkeit der Raumnutzer führt, die hygienische Sicherheit garantiert und somit möglichst auch eine empfundene hohe olfaktorische Luftqualität gewährleistet.
Die Bewertung erfolgt anhand der Berechnung der personenbezogenen Luftwechselrate sowie anhand von Raumluftmessungen auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt.
Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert und der Einsatz emissionsarmer Materialien die Bauphase begleitend dokumentiert wird. BNB-Kriterium 3.1.3 steht deshalb in engem Zusammenhang mit der Erfüllung der Einzelkriterien für BNB-Kriterium 1.1.6.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_3.1.3 Innenraumhygiene (Neubau)

Einordnung der Dämmstoffe mit Aerogelen:

Bei Innenanwendungen von Dämmstoffen mit Aerogel sind vom Aerogel selbst keine VOC- oder Formaldehyd-Emissionen zu erwarten. Aerogel kommt aber auch in Verbundwerkstoffen (z. B. mit  Mineralwolle oder Gipswerkstoffen) vor. Deshalb können bei der Beurteilung der Emissionen in die Innenraumluft auch andere Materialien relevant sein.

Produkte mit dem Blauen Engel RAL-UZ 132  (Wärmedämmstoffe und Unterdecken) dürfen  bestimmte Grenzwerte hinsichtlich VOC- oder Formaldehyd-Emissionen nicht überschreiten.
weitere Informationen und Links zu Umweltzeichen für emissionsarme Produkte siehe Reiter Zeichen & Deklarationen

BNB-Kriterium BN_4.1.4 - Rückbau, Trennung, Verwertung

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_4.1.4 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im BNB Kriteriensteckbrief 4.1.4 werden Konstruktionen nach ihrer Rückbaubarkeit, Trennbarkeit und Verwertbarkeit eingestuft.
WECOBIS kann eine aktuelle Information über mögliche Umwelt- und Gesundheitsgefährdungsaspekte im Zuge von Rückbau und Entsorgung auf Bauproduktgruppenebene geben. Eine Betrachtung von ganzen Konstruktionen kann derzeit in WECOBIS noch nicht erfolgen. Ein Bauteilmodul ist jedoch in planung. Ergänzend zu Leitfäden und Arbeitshilfen helfen die bauproduktgruppenspezifischen Aspekte dem Koordinator jedoch auch jetzt schon, die Komponenten Umwelt und Gesundheit für den Steckbrief 4.1.4 einzuordnen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_4.1.4 – Rückbau, Trennung, Vewertung

Rückbaubarkeit

Für die Bewertung wirkt sich der Einsatz abfallarmer Konstruktionen, die die Möglichkeit eines sortenreines Rückbaus erlauben, günstig aus. Die Rückbaubarkeit beschreibt den Aufwand, der für Demontage oder Abbruch eines Bauteils aus dem Gebäudeverband nötig ist.

Für die Rückbaubarkeit von Dämmstoffen mit Aerogel ist in erster Linie entscheidend, ob es sich um eine Schüttung mit Aerogel (relativ geringer Rückbauaufwand) oder um einen Verbundwerkstoff mit Aerogel ( Rückbauaufwand abhängig von der Befestigung) handelt. Die Rückbaubarkeit von Kompositwerkstoffen (Dämmplatten- oder Vliese mit Aerogel) wird in erster Linie durch die Einbausituation und erst in zweiter Linie durch die gewählte Befestigungsart beeinflusst. Am einfachsten rückbaubar sind Schüttungen mit Aerogel sowie lose horizontal verlegte Dämmplatten oder -vliese.  An der Fassade befestigte oder verklebte Dämmstoffe können mit mittlerem bis hohem Aufwand mechanisch entfernt werden.

Weiterhin können erforderliche Arbeitsschutzmaßnahmen aufgrund einer möglichen Staubentwicklung den Aufwand für den Rückbau erhöhen.

Rückbaubarkeit    Geringer Rückbauaufwand => => => => => => => hoher Rückbauaufwand
Konstruktionsweise lose Verlegung mechanische Fixierung (vollflächige) Verklebung
Blähperlit-Dämmstoffe  X    
Calciumsilikat-Dämmplatten     X
Dämmstoffe mit Aerogelen  X  X  X
Mineralwolle-Dämmstoffe X X X
Schaumglas-Dämmstoffe     X
Vermiculite-Dämmstoffe  X    
Flachs/Hanf-Dämmstoffe  X X  X
Holzfaserdämmplatten X X X
Kork-Dämmstoffe X X X
Schafwolle-Dämmstoffe X X  
Zellulose-Dämmstoffe X  X  X
Expandiertes Polystyrol (EPS) X X X
Extrudiertes Polystyrol (XPS) X X X
Polyurethan (PUR/PIR)-Spritzschaum     X
Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) X X X

Sortenreinheit

Beschreibt den Aufwand, der für die sortenreine Trennung mehrschichtiger und / oder inhomogener Bauteile anfällt.

Schüttungen mit Aerogel lassen sich zwar relativ einfach als sortenreine Fraktion ausbauen. Jedoch sind aufgrund der möglichen Staubentwicklung Arbeitsschutzmaßnahmen (Atem- und Hautschutz) erforderlich. Bei Kompositwerkstoffen mit Aerogel kann davon ausgegangen werden, dass die sortenreine Trennung, wenn überhaupt, nur mit einem sehr hohen Aufwand realisierbar ist.

Verwertbarkeit

Für die Bewertung der Verwertbarkeit der Baustofffraktionen gelten die zur Zeit der Bewertung am Markt aktuell verfügbaren technischen Verfahren. Alternativ können bei Bauteilen mit langer zu erwartender Nutzungsdauer Forschungsvorhaben, die praktikable Lösungsmöglichkeiten in absehbarer Zeit zur Verfügung stellen können, positiv bewertet werden. 

Eine stoffliche Verwertung für Aerogel-Schüttungen wäre theoretisch denkbar. Da Aerogel-Dämmstoffe jedoch eine relativ neue Entwicklung sind, gibt es weder eine Rücknahmesystem noch spezifische Recyclingprodukte mit Aerogel. Derzeit stellt die Deponierung für Aerogel-Schüttungen den einzig möglichen Beseitigungsweg dar. Nach derzeitigem Wissenstand wird empfohlen, Aerogel-Dämmstoffe  vor der Deponierung thermisch zu behandeln. Am ehesten scheint zurzeit eine Hochtemperaturverbrennung in Frage zu kommen.

Kompositwerkstoffe mit Aerogel und Kunststoffen können aufgrund des Energieinhalts der Kunststoffe auch energetisch verwertet werden.

Verwertungs-/ Beseitigungswege Hochwertige Verwertung Minderwertige Verwertung Energetische Verwertung Deponierung
Blähperlit-Dämmstoffe  nicht möglich  möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Calciumsilikat-Dämmplatten  nicht möglich  möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Dämmstoffe mit Aerogelen  nicht möglich  nicht möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Mineralwolle-Dämmstoffe  möglich  möglich  nicht möglich  möglich
Schaumglas-Dämmstoffe  möglich möglich  nicht möglich möglich
Vermiculite-Dämmstoffe

nicht möglich

 möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Flachs/Hanf-Dämmstoffe nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Holzfaserdämmplatten nicht möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Kork-Dämmstoffe nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Schafwolle-Dämmstoffe  möglich  möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Zellulose-Dämmstoffe  möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Expandiertes Polystyrol (EPS)  möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Extrudiertes Polystyrol (XPS) nicht möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg   nicht zulässig
Polyurethan (PUR/PIR)-Spritzschaum nicht möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) nicht möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Hochwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung gleichwertiger Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Minderwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung untergeordneter Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Energetische Verwertung
Die Produktgruppe wird in einer Verbrennungsanlage energetisch verwertet.
Deponierung
Die Produktgruppe wird ggf. nach thermischer Vorbehandlung deponiert

Quellen

Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt, abrufbar unter BNB_BN_1.1.6 Stand 10/2015 (Online-Quelle in Überarbeitung)

Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 3.1.3 Innenraumhygiene, abrufbar unter BNB_BN2011-1_313 (Online-Quelle)

Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 4.1.4 Rückbau, Trennung und Verwertung, abrufbar unter BNB_BN2011-1_414 (Online-Quelle)

Dämmstoffe mit Aerogelen

Technisches

Technische Daten

Folgende Tabelle zeigt die wichtigsten technischen Eigenschaften der unterschiedlichen Dämmstoffe mit Aerogelen in Abhängigkeit von ihrer Anwendung.

 
Verbundelemente
Vlies
Verbundplatten
Granulat
λ-Wert [W/mK]
0,0219
0,014 – 0.017
0.019
0,018 – 0,021
Lieferdicken [mm]
20, 30, 50
5, 10
20, 30, 50
loses Granulat, Korngröße
0,5 – 4 mm
ρ-Dichte [kg/m3]
-
150
 
85 – 95 (Schüttdichte)
g-Wert
ca. 25% je nach Elementstärke
-
 
-
Schalldämmung
ca. 27 – 30 dB
-
 
-
Temperaturbeständig­keit
-40°C bis +120°C
-200°C bis +200°C
 
 
Wasserdampf–  Diffusionswiderstand
-
11
 
2 bis 3
Baustoffklasse
(EN Klasse)
C
C
B
B
Verarbeitung
Elemente ab Werk, zuschneiden, bohren auf der Baustelle nicht möglich
Verarbeitung wie her­kömmliche Dämm­matten
Verarbeitung wie her­kömmliche Dämm­matten
Einblasen
Anwendungsbereiche
Lichtdurchlässige Dächer und Fassaden
Innen- und Außenwände, Fensterbank, Fensterleibung, Fenstersturz, Rollladenkasten, Radiatorennische, Flachdach, Terrassen, Fußbodendämmung,
Holzelementbau, Gebäudetechnik
Innenwände, Untersparrendämmung
Kerndämmung von doppelschaligem Außenmauerwerk, Dämmung hinter Klinkerfassaden

Bauregelliste

Das Deutsche Institut für Bautechnik stellt in den Bauregellisten A, B und C die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten sowie bauaufsichtlich geregelte und nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten auf.

Nach Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder wird die Baurregelliste bekannt gegeben. Erwerb und weiterführende Informationen zu Baurregelliste und ihren Regelungsbereichen siehe unter → www.dibt.de

Eine Darstellung und Erläuterungen zur Klassifizierung von Bauprodukten siehe im Lexikon → Klassifizierung von Bauprodukten

Quellen

Produktdatenblätter von diversen Herstellern

Eigene Daten büro für umweltchemie

Dämmstoffe mit Aerogelen

Literaturtipps

Rechtsgutachten Nano-Technologien – ReNaTe; Umweltbundesamt, Texte 10/07, Berlin.

Entlastungseffekte für die Umwelt durch nanotechnische Verfahren und Produkte, Umweltbundesamt, Texte 33/2010, Berlin.

Poldervaart, P.; Risiken für die Umwelt – Noch viele Fragen offen, Dossier Nanotechnologie Umwelt 3/2010, Bundesamt für Umwelt BAFU, CH 3003 Bern

Jordi, B.; Störfallvorsorge und Entsorgung – Bedachter Umgang mit der Unsicherheit, Dossier Nanotechnologie Umwelt 3/2010, Bundesamt für Umwelt BAFU, CH 3003 Bern

Synthetische Nanomaterialien – Risikobeurteilung und Risikomanagement. Grundlagen zum Aktionsplan, 2007, Bundesamt für Umwelt BAFU, CH 3003 Bern

Dämmstoffe mit Aerogelen

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

Aerogel für Dämmstoffe besteht zu 100% aus einem Gel aus Kieselsäure, der mit speziellen Verfahren getrocknet wird. Je nach Herstellungs­verfahren wird die Kieselsäure aus Wasserglas unter Zugabe einer Fällungs-Reagenz (Salzsäure) oder aus Tetramethyl­orthosilicat (TMOS) respektive aus Tetraethylorthosilicat (TEOS) und Wasser mit Zugabe eines Katalysators gewonnen.

Bei Verbundelementen befindet sich der Aerogel in einer Schale aus glasfaserverstärktem Polyesterharz (Polyester).

Verbundplatten bestehen aus Gipswerkstoffen und Mineralwolle welche mit Aerogel versetzt ist.

Vliese oder Dämmplatten mit Aerogel bestehen aus Polyester- und/oder Glasfasern welche mit Aerogel versetzt sind. Die Vliese enthalten rund 60 – 80% Aerogel. Gemäß Sicherheitsdatenblatt des Herstellers ist die Zusammensetzung der Vliese wie folgt:
Bestandteil
Massen-%
Methylsiliertes Silica
60 – 80
Polyethylenterephtalat (PET)
10 – 20
Glasfaser
10 – 20
Magnesiumhydroxid
0 – 5

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Zur Herstellung von Aerogelen wird teilweise als Prekursor bei der Sol-Synthese Tetramethylorthosilicat eingesetzt, das als sehr giftig eingestuft wird.

Gewinnung der Primärrohstoffe

Aerogel enthält keine nachwachsenden Rohstoffe.

Quellen

Produktdatenblätter und Sicherheitsdatenblätter von diversen Herstellern

Eigene Daten büro für umweltchemie

Dämmstoffe mit Aerogelen

Herstellung

Prozesskette

Prozesskette Dämmstoffe mit Aerogelen

aus Matthias Koebel; Neue Wärmedämmsysteme im Altbau, 2. Dezember 2008, EMPA Building Technologies Zürich

Herstellungsprozess

Die Herstellung von Aerogelen erfolgt in speziellen Anlagen der chemischen Industrie. Dabei wird in einem ersten Schritt ein Gel aus Kieselsäure hergestellt. Das Gel wird dann in einem speziellen Verfahren so getrocknet, dass sich das im Gel vorhandene Porenvolumen beim Austrocknen nicht verkleinert. Die Trocknung geschieht in der Regel bei atmospährischem Druck. Damit dies möglich ist, muss die Oberfläche des Gels durch chemische Verfahren  verändert werden. Ursprünglich konnte Aerogel nur durch eine überkritische Trocknung hergestellt werden (Trocknung unter hohen Drücken und Temperaturen).


Die Weiterverarbeitung der Aerogele in Dämmstoffprodukten wie Vliesen oder Verbundelementen geschieht meist in anderen Betrieben.

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB liefern.

Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Life- Datensätze.

Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter  Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Im Kapitel Energieaufwand finden sich ggf. allgemeine Informationen zum Thema, die die Produktgruppe prägen.

Energieaufwand

Der Aufwand zur Herstellung nanoporöser Gelmatten ist nach Angabe eines amerikanischen Produzenten 56 MJ/m2 (entspricht einer 10 mm dicken „Spaceloft“). Über die Sys­tem­gren­zen und die Berechnungsmethoden sind keine detaillierteren Angaben verfügbar.
Quelle: aspen aerogels Nanotechnoplogy at work, Confidential and Proprietary, ASPEN AEROGELS, INC., 30 Forbes Road, Building B Northborough, MA 01532 USA

In Relation zur Dämmleistung ist der Aufwand an energetischen Ressourcen zur Herstellung von Aerogel-Dämmplatten in etwa vergleichbar mit jenen von expandiertem Polystyrolschaum (EPS) oder etwa halb so groß wie bei Schaumglas-Dämmstoffen.

Treibhausgasemissionen

Die Emissionen von Treibhausgasen sollen 5,4 kg/m2 betragen.
Quelle: aspen aerogels Nanotechnoplogy at work, Confidential and Proprietary, ASPEN AEROGELS, INC., 30 Forbes Road, Building B Northborough, MA 01532 USA

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Herstellung Aerogel

Außer Tetramethylorthosilicat, welches teilweise bei der Produktion von Aerogel verwendet wird und als sehr giftig eingestuft ist, kommen in der Herstellung von Aerogel wenig Gefahrstoffe zum Einsatz. Sofern ein Aerogel durch überkritische Trocknung hergestellt wird, sind aufgrund der hohen Temperaturen und Drücke  hohe Sicherheitsanforderungen notwendig.

Herstellung von Dämmstoffen mit Aerogelen

Bei der Herstellung von Dämmstoffprodukten mit Aeorgel besteht grundsätzlich das Risiko, dass frei werdende Stäube aus nanoporösem Material in die Umgebungsluft emittiert werden. Sie können grundsätzlich ein arbeitshygienisches Risiko darstellen. Die Auswirkungen einer Exposition auf die menschliche Gesundheit sind zurzeit noch nicht bekannt. Bislang gibt es auch noch keine einschlägigen Bestimmungen zur Sicherheit an Arbeitsplätzen, an denen mit nanoporösem Material gearbeitet wird. Ein Hauptgrund dafür ist, dass auch die entsprechende Risikoforschung noch nicht über gesicherte Erkenntnisse verfügt.

Quellen

Matthias Koebel; Neue Wärmedämmsysteme im Altbau, 2. Dezember 2008, EMPA Building Technologies Zürich

aspen aerogels Nanotechnoplogy at work, Confidential and Proprietary, ASPEN AEROGELS, INC., 30 Forbes Road, Building B Northborough, MA 01532 USA

Dämmstoffe mit Aerogelen

Verarbeitung

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Bei der Verarbeitung von Aerogel in Dämmstoffen kann es zu Staubemissionen kommen welche zu Haut-, Augen- und Atemwegsreizungen führen können. Sofern die Stäube Nanopartikel enthalten sollten, sind sie lungengängig und können über die Lunge ins Blut gelangen, wo sie sich im ganzen Organismus verteilen. Beim gegenwärtigen Kenntnisstand ist es unklar, welche Folgen dies für die Gesundheit hat. Ebenso sind die Auswirkungen einer Langzeitexposition auf die menschliche Gesundheit noch nicht bekannt.

Bei den Verbundelementen ist das Aerogel in doppelschaligen Elementen aus Polycarbonat eingeschlossen. Da die Verbundelemente auf der Baustelle nicht durch Bohren oder Schneiden verarbeitet werden können und mittels Schrauben, Kleber oder Klemmen befestigt werden, gehen in diesem Fall bei der Verarbeitung keine arbeitshygienischen Risiken vom Aerogel aus.

Gemäß Herstellerangaben wurden die Staubemissionen, welche bei der Verarbeitung von Vliesen mit Aerogel entstehen können, von einem unabhängigen Labor überprüft. Nach diesen Untersuchungen enthalten solche Staubemissionen keine Nanopartikel. Unabhängig von dieser Fragestellung sind Staubanteile jedoch lungengängig und können Irritationen der Haut, Augen und Atemwege hervorrufen.

Generell sind die Produkte gemäß Herstellerangaben so zu verarbeiten, dass ein Kontakt des Aerogels mit der Haut, den Atemwegen oder den Augen durch geeignete persönliche Schutzmaßnahmen vermieden werden können.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Für diese Informationen besteht eine Auskunftspflicht. Sie müssen aber nicht in Form eines Sicherheitsdatenblattes nach den Kriterien des Anhangs II der REACH-Verordnung gegeben werden.

Dämmstoffe mit Aerogel werden als Erzeugnisse eingestuft. Ein Sicherheitsdatenblatt ist daher nicht zwingend erforderlich. Informationen und Unterstützung zu den Auskunftsrechten finden sich unter www.reach-info.de.

Umweltrelevante Informationen

Zur Zeit sind sehr wenig wissenschaftlich gesicherte Daten über die Ökotoxikologie, Emissionen und das Umweltverhalten von Nanopartikeln oder nanoporösen Materialien verfügbar.

Quellen

Aspen Aerogels, SICHERHEITSDATENBLATT, Spaceloft®, Überarbeitungsdatum:  04.03.2009

Aspen Aerogels, SICHERHEITSDATENBLATT, Pyrogel® XT, Überarbeitungsdatum: 22.12.2010

RÖFIX, SICHERHEITSDATENBLATT, AeroCalce® IB900 Board, Überarbeitungsdatum: 03.02.2014

 

Dämmstoffe mit Aerogelen

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Aeorogel enthält keine flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Da das in Verbundelementen oder als Einblasdämmstoff verwendete Aerogel nicht in Kontakt mit der Innenraumluft ist, können in diesen Fällen Emissionen von Nanopartikel in die Umgebungsluft mit höchster Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Nanopartikel­haltige Emissionen von Vliesen mit Aerogel wurden nur während der Verarbeitung untersucht. In den Stäuben dieser Produkte konnten keine Nanopartikel nachgewiesen werden. Ohne das Einwirken einer starken mechanischen Beanspruchung dürfte es deshalb unwahrscheinlich sein, dass während der Nutzungsphase Nanopartikel vom Vlies abgelöst werden und in die Umgebungsluft gelangen.

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Die Abgabe von nanopartikelhaltigen Staubemissionen während der Nutzungsphase in den Außenraum ist bei den untersuchten Dämmstoffen unwahrscheinlich. Ansonsten enthalten Dämmstoffe mit Aerogelen keine Schadstoffe, die in die Umwelt gelangen könnten.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Aeorogel ist als schwerentflammbar (EN Klasse B) eingestuft. Im Brandfall gehen vom Aerogel keine Rauchbildung und toxische Brandgase aus. Die Verbundelemente und Vliese mit Aerogel sind ebenfalls als schwerentflammbar eingestuft (EN Klasse C). Die Schalen der Verbundelemente sind aus Polycarbonat und in der Regel nicht brandschutz­ausgerüstet. Es bilden sich deshalb bei einem Brand keine giftigen Gase. Dasselbe gilt für Vliese aus Polyester–Glasfaser.

Wassereinwirkung

Silica–Aerogel ist wasserunlöslich. Die Oberflächen der Partikel sind hydrophob. Das Risiko, dass nanoskalierte Partikel von Aerogel-Dämmstoffen durch Wassereinwirkung in die Umwelt gelangen, kann deshalb als gering eingestuft werden.

Beständigkeit Nutzungszustand

Gemäß den Herstellerangaben ist Aerogel aufgrund seiner hydrophoben Oberflächeneigen­schaften permanent feuchtigkeitsbeständig. Ebenso zeigt Aerogel eine gute UV-Beständigkeit, was insbesondere bei seiner Anwendung in transluzenten Verbundelementen wichtig ist. Da es sich um eine neue Technologie handelt, gibt es jedoch noch keine Langzeiterfahrungswerte zum Alterungsverhalten von Aeorogel und den entsprechenden Dämmstoffprodukten. Anhand grundsätzlicher, physikalischer Überlegungen ist nicht auszuschließen, dass nanoskalierte Strukturen nicht besonders stabil sind. Dadurch würde die spezifische Wirkung mit dem Alter verloren gehen.

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.

Datenbank als PDF

Dämmstoffe mit Aerogelen

Nachnutzung

Wiederverwendung / Wiederverwertung / Beseitigung

Aus der klassischen chemischen Sicht sind Silikate harmlose Stoffe, ihre spezifische Wirkung ist ausschließlich auf die Nanostruktur zurückzuführen.

Über das Langzeitverhalten von Aerogelen ist bislang sehr wenig bekannt, auch die Herstellerinformationen sind in Bezug auf die Entsorgung sehr lückenhaft. Es ist denkbar, dass nanoskalierte Produkte über längere Zeit wieder zu Mikrostrukturen agglomerieren, womit sie auch die spezifische Wirkung verlieren würden und somit auch in der Entsorgung bei den rein mineralischen Dämmstoffen anzusiedeln wären. Für die nachfolgenden Empfeh­lungen wird davon ausgegangen, dass zumindest ein Teil der Nanostruktur nach wie vor intakt ist.

Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

Beim Ausbau von Aerogel-Dämmstoffen ist auf ausreichenden Atem- und Hautschutz zu achten (s. Verarbeitung) und jegliche Freisetzung von Stäuben ist zu vermeiden.

Wiederverwendung

Bei sortenreinem und sicherem Ausbau ist eine Wiederverwendung als Dämmstoff theoretisch möglich. Der Rückbauaufwand kann jedoch durch erforderliche Arbeitsschutzmaßnahmen aufgrund von einer möglichen Staubentwicklung erhöht sein.

Stoffliche Verwertung

Als Basis für neue Dämmstoffe werden sich gebrauchte Aerogele kaum eignen, weil dazu aufwendige Aufbereitungsverfahren erforderlich wären.

Energetische Verwertung

Eine energetische Verwertung von Aerogel-Dämmstoffen aus Kieselsäure ist nicht möglich (Heizwert: 0 MJ/kg).

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Aufgrund von Untersuchungen ist bekannt, dass sich Nanopartikel bei thermischer Behandlung zu Mikro – und Makrostrukturen umwandeln und somit ihre spezifi­schen toxischen Eigenschaften verlieren. Deshalb wird nach derzeitigem Wissen empfohlen, Aerogel-Dämmstoffe thermisch zu behandeln, am ehesten scheint zurzeit eine Hochtemperaturverbrennung in Frage zu kommen. Über das Verhalten auf der Deponie sind noch keine Untersuchungen verfügbar.

EAK-Abfallschlüssel

17 Bau- und Abbruchabfälle
17 06 04 Dämmmaterial mit Ausnahme desjenigen, das unter 17 06 01 und 17 06 03 fällt.

siehe auch Lexikon / Abfallschlüssel