Calciumsilikat-Dämmplatten

Produktgruppeninformation

Begriffsdefinition

Calciumsilikat-Dämmplatten (auch als Klimaplatten bezeichnet) bestehen aus Calciumsilikathydraten mit einem hohen Luftporenanteil und werden ähnlich hergestellt wie dampfgehärteter Porenbeton.

Wesentliche Bestandteile

Die wichtigsten Bestandteile von Calciumsilikat-Dämmplatten sind mineralische Zuschläge (vor allem Sand), Branntkalk und Flugasche.

Charakteristik

Die Dämmwirkung wird durch den hohen Luftporenanteil erreicht. Die kapillare Leitfähigkeit der Platten ermöglicht den Feuchtigkeitstransport. Zudem wird aufgrund des hohen pH-Werts der Platten das Wachstum von Schimmelpilzen gehemmt.

Lieferzustand

Die Platten werden in verschiedenen Formaten bis zu 3000 mm lang und 1000 mm breit mit Standarddicken zwischen 15 bis 100 mm geliefert.

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

Calciumsilikat-Dämmplatten werden vor allem bei Neubauten und Sanierungen zur Innendämmung von Außenwänden und Decken oder für den baulichen Brandschutz eingesetzt.

Calciumsilikat wird als Dämmstoff vor allem in Hochtemperaturbereichen eingesetzt. Der Einsatz als Innendämmung ist ein relativ neuer Anwendungsbereich.

Die Platten sind aufgrund ihrer Doppelfunktion (Dämmung und Feuchtigkeitsregulierung) interessant und eignen sich deshalb vor allem für Innendämmungen von Räumlichkeiten mit Feuchtigkeitsproblemen. Durch die Kapillaraktivität der Platten wird Kondensat das sich im Übergang zwischen Dämmplatte und Außenwand bilden kann, gleichmäßig in der Platte verteilt. Dadurch wird eine lokale Belastung durch Tauwasser reduziert. Alleine in Bezug auf die Dämmleistung gibt es andere mineralische Dämmstoffe mit vergleichbaren ökologischen Merkmalen (z.B. Steinwolle, Glaswolle) welche in Abhängigkeit des Anwendungsbereichs und der Anforderungen besser geeignet sein könnten.

Grundsätzliche Anwendungsbereiche im Vergleich mit anderen Dämmstoffen inkl. Erläuterungen → Anwendungsbereiche Dämmstoffe

Quellen

Produktdatenblätter diverser Hersteller

U. Ruisinger, H. Petzold, J. Grunewald, P. Häuptl, Energetische Bewertung von Gebäuden mit raumseitiger Wärmedämmung aus Calcium­silikat,
www.calsitherm.de/pdf/20100303-energiefachtagung.pdf

Calciumsilikat-Dämmplatten
Calciumsilikat-Dämmplatten

Planungs- und Ausschreibungshilfen

WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.

Informationen hier im Reiter Ausschreibung:

  • Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
  • Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien,
  • zusammenfassende Informationen zum Lebenszyklus

Übersicht Planungs- und Ausschreibungshilfen: Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen
Stand 04/2015

  - Blähperlit-Dämmstoffe
- Blähglas-/Blähton-Dämmstoffe (nicht in Wecobis)
Calciumsilikat-DämmplattenDämmstoffe mit AerogelenMineralwolle-DämmstoffeSchaumglas-Dämmstoffe

Vermiculite-Dämmstoffe

               
  Material-
ökologische Anforderungen
Im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung. Inhalt aufklappen
   
Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS ---

Dämmstoffe in WDVS

Dämmstoffe in WDVS

Dämmstoffe in WDVS

Schaumglas-Dämmstoffe

---

Dämmstoffe mit Kontakt zu Boden und Grundwasser

---
  Mögliche Quellen Die hier genannten Quellen, insbesondere BNB, bilden die Grundlage für Planungs- und Ausschreibungshilfen bzw. materialökologische Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS. Inhalt aufklappen
   
Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen

(BNB) des BMUB /
Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt)

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen. Die o.g. Textbausteine und materialökologischen Anforderungen in WECOBIS basieren derzeit auf Kriteriensteckbrief 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt. Dieser steht in engem Zusammehang mit Kriteriensteckbrief 3.1.3 Innenraumhygiene.

Auch wenn ein Gebäude nicht zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Einordung der jeweiligen Dämmstoffe hinsichtlich verschiedener Kriteriensteckbriefe siehe Reiter Bewertungssysteme in WECOBIS

Umweltbundesamt
(UBA)
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Die Seiten werden gerade überarbeitet, sodass sich dort derzeit aus dem Baubereich nur Ausschreibungsempfehlungen zu Elastischen und Hölzernen Bodenbelägen, Tapeten und Raufaser finden.
baubook ökologisch ausschreiben Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen finden sich Kriterien in der Gruppe der Dämmstoffe / mineralische Dämmstoffe.
natureplus Ausschreibungstexte + + + + + +
  Mögliche Nachweis-
dokumente
weitere Nachweismöglichkeiten neben den folgend genannten sind Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, sowie Herstellererklärungen oder ggf. ein Anhang mit Nachhaltigkeitsmerkmalen zur bauaufsichtlichen Zulassung (abZ+). Inhalt aufklappen
   
gesetzlich vorgeschrieben: Welche Nachweisdokumente müssen vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden? Welcher Nachweis kann damit erbracht werden?
REACH / CLP:
Sicherheitsdatenblatt (SDB)

Dämmstoffe in Plattenform werden als Erzeugnis eingestuft. Für Erzeugnisse ist kein SDB vorgeschrieben.
Das gilt im Prinzip auch für Mineralwolle-Dämmstoffe. Allerdings gilt bereits seit 01.06.2000 in Deutschland ein Verbot des Herstellens, des Inverkehrbringens und des Verwendens von Mineralwolle-Dämmstoffen, die nicht die Freizeichnungskriterien (frei von Krebsverdacht) des Anhangs IV Nr. 22 der Gefahrstoffverordnung erfüllen. Die meisten Hersteller von Mineralwolle-Dämmstoffen erstellen deshalb ein SDB und weisen die Freizeichnung nach Anhang IV der Gefahrstoffverordnung und die Bewertung als nicht krebserzeugend im Abschnitt 11 (Toxikologische Angaben) gemäß § 6 Gefahrstoffverordnung nach.

Die Einstufung von Dämmstoffen in loser Form (Schüttungen) ist schwierig. Werden sie als Stoff oder Gemisch eingestuft, müssen Produkt bezogene Informationen gemäß CLP-Verordnung in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) gemäß den Anforderungen in Art.31 REACH-VO in Verbindung mit Anhang II (Nachweis gefährliche Stoffe, Nachweis SVHC >= 0,1 Gew.-%) der jeweiligen Produkte ausgewiesen sein.

Leistungserklärung gemäß BauPVO mit Angaben zu SVHC (kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage)

Die pflichtgemäße Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung für Bauprodukte, die unter den Geltungsbereich der BauPVO fallen, muss Angaben über SVHC enthalten oder mitliefern (kein harmonisiertes Format, erfordert ggf. Nachfrage). Für alle Bauprodukte (Erzeugnisse), also auch solche, die nicht im Geltungsbereich der BauPVO liegen, besteht ein Auskunftsrecht für SVHC. Für die Anfrage an den Hersteller steht auf dem Informationsportal des Umweltbundesamtes zu REACH ein Musterbrief zum Download zur Verfügung.

Fast alle Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen fallen in den Geltungsbereich der BauPVO (s. Listung in Bauregelliste B Teil 1 / 1.5 Dämmstoffe für den Wärme- und Schallschutz). Calciumsilikat-Dämmstoffe sind nur für den Einsatz in TGA gelistet.

+

(+)

nur als Wärmedämmstoff für die technische Gebäudeausrüstung und für betriebstechnische Anlagen in der Industrie

+ + + +
allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) aus Gesundheits-
schutzgründen bzw. Umwelt-
schutzgründen

Werkmäßig hergestellte Schüttungen aus Schaumglasschotter benötigen bei der Verwendung in Aufenthaltsräumen einschließlich zugehöriger Nebenräume eine abZ aus Gesundheitsschutzgründen. Sie umfasst eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung von Formaldehyd, sowie flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas. (siehe auch Bauregelliste B Teil 1, lfd. Nr. 4.12.1.8 und Liste Gesundheitsschutz DIBt)

Werkmäßig hergestellte Schüttungen aus Schaumglasschotter dürfen nur dann als Außenbauteil, d.h. im unmittelbaren oder mittelbaren Kontakt mit Wasser und Boden, verwendet werden, wenn der Nachweis der Umweltverträglichkeit durch eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung geführt wird. (siehe auch Bauregelliste B Teil 1, lfd. Nr. 4.12.1.8 und Liste Umweltschutz DIBt)

* Dasselbe gilt für Dämmstoffe aller Materialien, die in Bausätzen aus vorgefertigten Elementen für die Wärmedämmung von Außenwänden verwendet werden. (siehe auch Bauregelliste B Teil 1, lfd. Nr. 3.4.2)

-* -* -* -*

Zulassungsnummern für Verwendung in Aufenthaltsräumen noch nicht vergeben siehe aktuelle Liste Gesundheitsschutz DIBt

Zulassungsnummer für Außenbauteile:
Z-23.34-...

-*
freiwillige Produktkenn-zeichnungen / -deklarationen Für einige Bauproduktgruppen existieren freiwillige Produktkennzeichnungen oder -deklarationen wie z.B. Umweltzeichen oder Umweltproduktdeklarationen, die als Nachweis für materialökologische Anforderungen dienen können. Eine Übersichtstabelle dazu mit detaillierten Informationen zu Dämmstoffen aus mineralischen Rohstoffen findet sich im Reiter Zeichen & Deklarationen.

Übersicht Lebenszyklusinformationen: Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen

  - Blähperlit-Dämmstoffe
- Blähglas-/Blähton-Dämmstoffe (nicht in Wecobis)
Calciumsilikat-DämmplattenDämmstoffe mit AerogelenMineralwolle-DämmstoffeSchaumglas-DämmstoffeVermiculite-Dämmstoffe
               
  Rohstoffe Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Rohstoffe)
   
Hauptbestandteile nach Rohstoffherkunft
Anteil fossiler Rohstoffe

k.A. / ggf. Ummantelungen oder Hydrophobierung

0 M-% 10 - 20 M-%
PET
(Bsp. Glasfaser-dämmvlies)
Glaswolle:
5 - 7 M-%
Steinwolle:
1 - 3,5 M-%
0 M-% k.A. / ggf. Hydro-phobierung
Anteil mineralischer Rohstofffe bis zu 100 M-%
bei rein mineralischen Zusätzen
97 M-%
Sand, Kalkhydrat, Flugasche, silikatische Zuschläge

80 - 90 M-%
(Bsp. Glasfaser-dämmvlies:
60-80% Aerogel
10-20% Glasfaser)

Glaswolle:
93 - 95 M-%
Steinwolle:
96,5 - 99 M-%
100 M-% bis zu 100 M-% bei rein mineralischen Zusätzen
Anteil erneuerbarer Rohstoffe k.A. / ggf. Bindemittel 3 M-% Zellstoff 0 M-% 0 M-% 0 M-% 0 M-%
Charakteristische Inhaltsstoffe
Hauptanteil / Namensgeber Rohperlitgestein, expandiert Sand, silikatische Zuschläge

Aerogel = amorphe Kieselsäure (Silica)

+ z.B. Glasfaser

Glaswolle,
Steinwolle
Kalk-Natronsilicatglas Glimmerschiefer
Bindemittel Platten: Stärke, Zellulosefasern oder Mineralfasern Kalkhydrat, Flugasche Polyesterharz (Bsp. Glsfaserdämmvlies) Formaldehydharze - -
weitere mögliche Zusätze

Hydrophobierung: Silikone, Kunst-/Naturharze (<1M-%)

Ummantelung: Bitumen, Gips, Zement

Porosierungs-mittel:
Aluminiumpaste (<1M-%)

- aliphatische MIneralöle oder Silikonöle zur Staubbindung / ggf. Hydrophobierung - ggf. Bitumen-, Silikat-ummantelungen zur Hydro-phobierung
Eigenschaften
Struktur / Dämmwirkung durch ... Schaum-Dämmstoff / Luftzellen Schaum-Dämmstoff / hoher Luftporenanteil Schaum-Dämmstoff als Applikation auf anderen Materialien / Porendurchmesser im Nanometer-Bereich Faserdämmstoff / Luft in den Faser-zwischenräumen Schaum-Dämmstoff / Gase (i.W. CO2) in den hermetisch abgeschlossenen Zellen Schaum-Dämmstoff / Luftzellen
Besonderheiten - hoher ph-Wert hemmt das Wachstum von Schimmelpilzen sog. "Hochleistungs-Dämmstoff" - geschlossenzellig, dampfdicht, hohe Druckfestigkeit -
Sonstiges
Verwendung von Recyclingmaterialien - - nur für Glasvliese (s. Mineralwolle)

bis zu 60% des Hauptbestandteils (Glas bzw. Gestein) aus Produktions-abfällen

Platten: ca. 60%
Schotter: bis zu 100%
Altglas (sortenrein) möglich
-
  Herstellung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Herstellung)
  Ökobau.dat-Datensätze Datensätze zu Blähperlit-Dämmstoffen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Calciumsilikat-Dämmstoffen: siehe 2. Dämmstoffe / 2.20 Calciumsilikat Datensätze zu Dämmstoffen mit Aerogelen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Mineralwolle-Dämmstoffen: siehe 2. Dämmstoffe / 2.1 Mineralwolle Datensätze zu Schaumglas-Dämmstoffen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Vermiculite-Dämmstoffen liegen noch nicht vor.
  Verarbeitung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Verarbeitung, zu ggf. vorhandenen verarbeitungsspezifischen Produktkennzeichnungen wie z.B. Giscode, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
  Verarbeitungsweise / Lieferzustand lose als Schüttung, Platten Platten Platten, Matten, Granulat Matten, lose als Schüttung / Blaswolle / Stopfwolle Platten, Granulat, Formteile lose Schüttung (Granulat)
  Arbeitshygienische Risiken Staubbelastung beim Einbringen loser Schüttungen keine, außer Staubemissionen beim Zuschneiden der Platten noch wenig Langzeiterfahrung, keine ausreichenden Untersuchungen / Staubbelastungen beim Einbau, Schutzmaßnahmen erforderlich / Kontakt mit Aerogelen soll vermieden werden Freisetzung lungengängiger Fasern möglich, es gilt der allgemeine Staubgrenzwert und die zugehörigen Schutzmaßnahmen gering, Glasstaubemissionen beim Zuschneiden von Platten / Einbringen von Schotter, gesundheitl. Beeinträchtigung möglich bei der Verarbeitung in Bitumen (Kaltverarbeitung ist der Heißverarbeitung vorzuziehen) Staubbelastung beim Einbringen loser Schüttungen
  Nutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nutzung, zur Innenraumhygiene nach BNB siehe siehe Reiter Bewertungssysteme, zu ggf. vorhandenen innenraumrelevanten Produktkennzeichnungen wie z.B. Blauer Engel, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
   
VOC-/SVOC-, Formaldehyd- Emissionen keine keine ggf. abhängig vom Begleitmaterial möglich / ggf. Formaldehyd (Mineralwolle "formaldehydfrei" bzw. mit sehr geringem Formaldehydanteil am Markt, Eurofins Zertifizierung "Indoor Air Comfort Gold") keine keine
  Nachnutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nachnutzung)
   
Rückbaubarkeit / Trennbarkeit bei loser Schüttung geringer Aufwand i.d.R. vollfl. verklebt, daher hoher Aufwand hoher Rückbauaufwand durch erf. Arbeitsschutz-maßnahmen abh. von Einbausituation (in WDVS hoher Aufwand wg. Verklebung mit anderen Materialien)

Platten: i.d.R. vollflächig verklebt, oder in Bitumen eingegossen, daher hoher Aufwand

Schotter: lose, geringer Aufwand, kann im Prinzip im Boden belassen werden

lose Schüttung, geringer Aufwand (Absaugung möglich)
Verwertbarkeit / Recyclingfähigkeit Verwendung als Bodenauflockerer oder Zuschlagstoff möglich bei sortenreinem Ausbau (schwierig) Verwendung als Füllstoff in anderen Baustoffen möglich nicht möglich, da vermutlich sehr aufwändig, bzw. noch keine Entwicklungen, noch keine Erfahrungswerte zum Langzeitverhalten bei sortenreinem Ausbau und Rücknahmesystem (zum Teil vorhanden) des Herstellers möglich

bei sortenreinem Ausbau als Dämmstoff möglich,

mit Bitumen-anhaftungen zerkleinert als Füllmaterial im Tiefbau mögich

bei sortenreinem Ausbau Verwendung als Füllstoff in anderen Baustoffen möglich
Typischer Entsorgungsweg Deponierung Deponierung

Deponierung, vorher thermische Behandlung (Hochtemperatur-verbrennung) empfohlen, um Nanopartikel umzuwandeln / noch keine Erfahrungswerte zum Langzeitverhalten

wenn kein Rücknahemsystem des Herstellers vorh.:

Deponierung (bei "alter" Mineralwolle aufwändig) / ggf. thermische Behandlung nötig

Deponierung als Bauschutt, mit Bitumenanteilen ggf. thermische Behandlung nötig Deponierung als Bauschutt, mit Bitumenanteilen ggf. thermische Behandlung nötig
Energiegewinnung möglich? nicht möglich (mineralisch) jnicht möglich (mineralisch) nicht möglich (mineralisch) nicht möglich (mineralisch) nicht möglich (mineralisch) nicht möglich (mineralisch)

Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS

Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet das neue WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter Allgemeine Infos.

Calciumsilikat-Dämmplatten

Umweltdeklarationen

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen aus dem Bereich der Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen. Neben Herstellererklärungen, Informationen in Sicherheitsdatenblättern (SDB), Leistungserklärungen oder allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Ausschreibung) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.

Übersicht Umweltdeklarationen: Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen
Stand 04/2015

  - Blähperlit-Dämmstoffe
- Blähglas-/Blähton-Dämmstoffe (nicht in Wecobis)
Calciumsilikat-DämmplattenDämmstoffe mit AerogelenMineralwolle-DämmstoffeSchaumglas-DämmstoffeVermiculite-Dämmstoffe
               
  Umweltzeichen Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können. Inhalt aufklappen
   
Blauer Engel
weil umweltgerechter Wärmeschutz / RAL-UZ 140 Wämedämmverbund-systeme

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert / kein typischer Anwendungsbereich)

+

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert / kein typischer Anwendungs-
bereich)

./.

Blauer Engel
weil emissionsarm / RAL-UZ 132 (Wärmedämmstoffe und Unterdecken)

+

+

+

+

(VOC-Grenzwert strenger, Formaldehyd-grenzwert weniger streng als bei "Indoor Air Comfort Gold")

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

./.
Blauer Engel
weil emissionsarm / RAL-UZ 156 (Verlegeunterlagen)

./.

./.

./.

./. ./. ./.
EU-Umweltzeichen (Blume) -
- - - - -
Österreichisches Umweltzeichen /

Richtlinie UZ 45
Mineralische Wärmedämmstoffe

+

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

x

(Faserdämmstoff)

x

(Faserdämmstoff)

+

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

natureplus-Qualitätszeichen / RL 0400ff (nur für Produkte aus nachwach. und/oder umweltverträglich gewonnenen mineral. Rohstoffen / mind. 85 Masse%) RL0408 Perlite-Dämmplatten für die Innenanwendung

RL0404 Mineralschaum-
platten für die Innenanwendung

---
RL0405 Mineralschaum-
platten für die Außenanwendung

x

(aufgrund der Inhaltsstoffe)

x

(aufgrund der Inhaltsstoffe)

RL0406 Dämmplatten aus Schaumglas

RL0407 Granulat aus Schaumglas (Richtlinie ist in Vorbereitung)

RL0401 Einblas- und Schüttdämmstoffe aus Naturgestein (Richtlinie ist in Vorbereitung)
Nordischer Schwan - - - - - -
EMICODE
/ Raumlufthygiene
- - - - - -
Eurofins Zertifizierung "Indoor Air Comfort Gold" (Formaldehyd-Grenzwert strenger / VOC-Grenzwerte weniger streng als Blauer Engel)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

+

(derzeit kein Produkt zertifiziert)

  GISBAU Klassifizierungs-system

Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden. (siehe unten: Ersatzproduktgruppe prüfen?) Inhalt aufklappen

   

GISBAU Produkt-Code / GISCODE

Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen sind nicht im GISBAU-System über GISCODES klassifiziert. Informationen zu arbeitshygienischen Risiken siehe Reiter Verarbeitung.
Für Mineralwolle-Dämmstoffe gibt es Betriebsanweisungen, auch für Mineralwolle-Dämmstoffe im Bestand, die noch krebsverdächtige Faserstäube enthalten können. Herstellung, Vertrieb und Verwendung dieser alten Mineralwolle-Dämmstoffe ist seit 01.06.2000 in Deutschland verboten. Informationen dazu siehe Dämmstoffe im Bestand.

  Umweltprodukt-deklaration (EPD)

Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1 Inhalt aufklappen

   
EPD1 - + - + + -
Branchen-EPD1 - - - - - -
  Umweltindikatoren

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB. Inhalt aufklappen

   
Ökobau.dat-Datensätze Datensätze zu Blähperlit-Dämmstoffen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Calciumsilikat-Dämmstoffen: siehe 2. Dämmstoffe / 2.20 Calciumsilikat Datensätze zu Dämmstoffen mit Aerogelen liegen noch nicht vor. Datensätze zu Mineralwolle-Dämmstoffen: siehe 2. Dämmstoffe / 2.1 Mineralwolle Datensätze zu Schaumglas-Dämmstoffen:siehe 2. Dämmstoffe / 2.6 Schaumglas Datensätze zu Vermiculite-Dämmstoffen liegen noch nicht vor.
  Sonstiges Sonstige freiwillige Produktkennzeichnungen, die Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Produkten liefern können. Inhalt aufklappen
   
baubook-Deklaration Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen finden sich Kriterien in der Gruppe der Dämmstoffe / mineralische Dämmstoffe.
+ Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden
- Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./. Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

1 Die hier als vorhanden markierten EPDs und Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V..

Calciumsilikat-Dämmplatten

Bewertungssystem

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)

   
  Wofür steht das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)? Inhalt aufklappen
 

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen.
Ausführliche Informationen zum BNB-System siehe www.nachhaltigesbauen.de

  Welche Informationen liefert WECOBIS für BNB im Reiter Bewertungssysteme? Inhalt aufklappen
 

WECOBIS führt in den Datenblättern der Bauproduktgruppen umfangreiche Informationen zur Beantwortung der verschiedenen Fragestellungen im Hinblick auf Umwelt- und Gesundheitsaspekte. Im Reiter Bewertungssysteme bietet WECOBIS gezielt Antworten auf Fragestellungen baustoffrelevanter Steckbriefe. Durch die Bündelung von Aspekten z.B. bzgl. der Risiken für die lokale Umwelt, Fragen zur Innenraumhygiene und der Thematik Rückbau, Trennung, Verwertung gibt WECOBIS gezielte Hilfestellung bei der Einordnung einzelner Baustoffe. Tiefergehende Informationen finden sich über die Verknüpfungen in den jeweiligen Datenblättern.
Hinweis: Eine abschließende Beurteilung im Rahmen des Bewertungssystems und der genannten Kriterien erfolgt jedoch grundsätzlich in Abhängigkeit weiterer baulicher Gegebenheiten (z.B. eingebaute Menge).

BNB-Kriterium BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

BNB-Kriterium BN_1.1.6 zielt auf die Reduzierung bzw. Vermeidung von Stoffen und Produkten beim Neubau, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft (auch Innenraumluft) enthalten. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung der Substitution eines Stoffes.

Für den Umgang mit Materialien im Bestand und deren Einordnung ist Kriteriensteckbrief BK_1.1.6. heranzuziehen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau) und BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

Einordnung der Calciumsilikat-Dämmplatten
Stand 10/2015

Für die Bewertung nach Kriterium BNB_BN_1.1.6 werden sechs potenzielle Schadstoffgruppen betrachtet. Für die Einordnung der Calciumsilikat-Dämmplatten gemäß 1.1.6 sind die hervorgehobenen Schadstoffgruppen relevant: 
1  Gefährliche und besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)
2  Gefährliche Stoffe, die ausgelaugt werden können
3  Schwermetalle (bei Bodenbelägen als Stabilisatoren in Kunststoffen)
4  Flüchtige organische Verbindungen (VOC) einschließlich organische Lösemittel (nur bei Innenanwendung)
5  Halogenierte Kälte- und Treibmittel
6  Biozide

Calciumsilikat-Dämmplatten werden in 1.1.6 derzeit über folgende Einsatzbereiche adressiert (s. BNB_BN_1.1.6 Anlage 1 / Allgemeine Anforderungsliste, Anlage 2 / Einzelstoffe mit besonders besorgniserregenden Eigenschaften):

  • Pos. 36a Dämmstoffe / Mineralische und nicht mineralische Außenwanddämmungen / Wärmedämmverbundsysteme
  • Pos. 36b Dämmstoffe / Mineralische und nicht mineralische Innendämmungen

Im folgenden werden die Anforderungen an die Verwendung von Calciumsilikat-Dämmplatten dargestellt. Die eigentlichen Anforderungen der genannten Position in Anlage 1 betreffen ggf. auch andere Dämmstoffmaterialien.

Qualitätsniveau (QN)

Anforderungen an
Calciumsilikat-Dämmplatten als Außenwanddämmung
(gem. Pos. 36a)

Anforderungen an
Calciumsilikat-Dämmplatten als Innendämmung
(gem. Pos. 36b)


(= Mindestanforderung)

Produktdokumentation1
incl. Deklaration von SVHC der Kandidatenliste
> 0,1 Gew.-%

 

 

 

 

2 (zusätzlich zu QN1)

3
(zusätzlich zu QN2)

4 (zusätzlich zu QN3)

Die Anforderungen des Blauen Engels RAL-UZ 1402 (Wärmedämmverbundsysteme) an Dämmstoffe hinsichtlich gefährlicher Stoffe, VOC, halogenierter Treibmittel* und Bioziden müssen erfüllt werden.

*Hinweis: Calciumsilikat-Dämmplatten werden bei hohem Druck mit Wasserdampf behandelt und dadurch geschäumt. Halogenierte Treibmittel sind hier kein Thema.

Einhaltung AgBB-Bewertungsschema

5 (zusätzlich zu QN4) Die Anforderungen des Blauen Engels RAL-UZ 1322 (Wärmedämmstoffe und Unterdecken) hinsichtlich gefährlicher Stoffe, VOC, halogenierter Treibmittel* und Bioziden müssen erfüllt werden.

Kommentierung

Calciumsilikat-Dämmplatten können alle Anforderungen an Außen- oder Innendämmungen bis einschließlich QN5 erfüllen. Ab QN4 (für Außenanwendung) bzw. QN5 (für Innenanwendung) müssen die Produkte allerdings weitere umfangreiche stoffliche Anforderungen gemäß Blauem Engel RAL-UZ 140 bzw. RAL-UZ 1322 erfüllen. Dafür werden die meisten Produkte aus Calciumsilikat einen Nachweis der Gleichwertigkeit für die relevanten Einzelanforderungen erbringen müssen. Mit dem natureplus-Qualitätszeichen (RL0404 Mineralschaumplatten für die Innenanwendung) gibt es zumindest ein weiteres Label, mit dem für die meisten Einzelanforderungen ein einfacher Gleichwertigkeitsnachweis möglich ist. 3

Tabelle: Anforderungen an die Verwendung von Calciumsilikat-Dämmplatten
1 Die Produktdokumentation (z. B. über Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, Sicherheitsdatenblätter) ist die Mindestanforderung, die mindestens für alle durch BNB 1.1.6 betroffenen Produktgruppen erfüllt sein muss. Zusätzlich ist für alle diese Produktgruppen immer auch die Deklaration von SVHC der Kandidatenliste nach REACH (z.B. über Sicherheitsdatenblätter, Herstellererklärung) erforderlich. Produktgruppenabhängig können auch noch andere Nachweise gefordert sein.
2 Sofern innerhalb der Qualitätsniveaus auf aggregierte Produktkennzeichnungen verwiesen wird (Emicode, Blauer Engel, etc.), ist es zulässig vergleichbare Nachweise (weitere Umweltzeichen, Angaben in Sicherheits- oder Produktdatenblätter etc.) heranzuziehen. Dabei bezieht sich die Vergleichbarkeit nur auf die Anforderungen hinsichtlich der jeweiligen zu betrachtenden Schadstoffgruppen.
3 Eine Aussage über die Marktverfügbarkeit kann hier nicht getroffen werden. Insbesondere da auch vergleichbare Nachweise z.B. zum geforderten Blauen Engel3 herangezogen werden können.

Planungs- und Ausschreibungshilfen mit Textbausteinen

Position 36b für Innendämmungen ist neu in Kriterium BNB_BN_1.1.6 hinzugekommen. Deshalb gibt es für diese Position noch keine WECOBIS Textbausteine. Sie werden in Kürze erstellt.

Für alle anderen Dämmstoffanwendungen (auch 36b), die in 1.1.6 adressiert sind, finden sich tabellarische Übersichten mit allen Einzelkriterien für Planung und Ausschreibung im neuen Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter "Dämmstoffe". Die Tabellen dort enthalten auch detaillierte Informationen zu den Nachweismöglichkeiten (z.B. über andere Produktkennzeichnungen) und damit zur Prüfung der angebotenen Produkte. Außerdem finden sich dort auch die für die verschiedenen Qualitätsniveaus zugehörigen Textbausteine (auch als rtf-Download).

BNB-Kriterium BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BK_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im Falle einer Sanierungsmaßnahme wird BN_1.1.6 ergänzt durch das BNB-Kriterium BK_1.1.6. Dieses zielt auf die Adressierung und Ausschleusung von Materialien in der bestehenden Bausubstanz, die ein Risikopotenzial für Mensch und Umwelt darstellen. Die Bewertung erfolgt anhand einer Einstufung der Baumaterialien in ein vorgegebenes Schadstoffkataster mit 14 Schadstoffgruppen aufgrund ihres Schädigungspotentials und der jeweiligen Sanierungsmaßnahmen. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 4 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung er Substitution eines Stoffes.

Weitere Informationen zu den Einzelkriterien im Bestand siehe BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung). Für den Einbau von neuen Materialien gilt BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau).

Die Einordnung von Materialien im Bestand erfolgt in WECOBIS jeweils gesammelt für die ganze Obergruppe der Dämmstoffe. Siehe dazu Dämmstoffe im Bestand.

Die an dieser Stelle beschriebenen Dämmstoffe (= aktuell am Markt verfügbare Produktgruppen) enthalten normalerweise keine Problemstoffe, welche bei der Sanierung relevant sind.

BNB-Kriterium BN_3.1.3 - Innenraumhygiene

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_3.1.3 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Ziel des BNB-Kriteriums 3.1.3 ist die Sicherstellung der Luftqualität im Innenraum unter hygienischen Gesichtspunkten, die zu keinen negativen Effekten hinsichtlich der Befindlichkeit der Raumnutzer führt, die hygienische Sicherheit garantiert und somit möglichst auch eine empfundene hohe olfaktorische Luftqualität gewährleistet.
Die Bewertung erfolgt anhand der Berechnung der personenbezogenen Luftwechselrate sowie anhand von Raumluftmessungen auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt.
Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert und der Einsatz emissionsarmer Materialien die Bauphase begleitend dokumentiert wird. BNB-Kriterium 3.1.3 steht deshalb in engem Zusammenhang mit der Erfüllung der Einzelkriterien für BNB-Kriterium 1.1.6.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_3.1.3 Innenraumhygiene (Neubau)

Einordnung der Calciumsilikat-Dämmstoffe

Von Blähperlit-Dämmstoffen in Innenräumen sind keine VOC- oder Formaldehyd-Emissionen zu erwarten.

Produkte mit dem Blauen Engel RAL-UZ 132  (Wärmedämmstoffe und Unterdecken) dürfen  bestimmte Grenzwerte hinsichtlich VOC- oder Formaldehyd-Emissionen nicht überschreiten. Das gilt auch für Produkte mit dem natureplus-Qualitätszeichen (RL0404 Mineralschaum-
platten für die Innenanwendung
). Calciumsilikat-Dämmstoffe müssen sich dort aber zusätzlichen Analysen u.a. einer Laborprüfung auf Radioaktivität und Geruch unterziehen, was für BNB_BN 3.1.3 nicht bewertet wird.
weitere Informationen und Links zu Umweltzeichen für emissionsarme Produkte siehe Reiter Zeichen & Deklarationen

BNB-Kriterium BN_4.1.4 - Rückbau, Trennung, Verwertung

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_4.1.4 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im BNB Kriteriensteckbrief 4.1.4 werden Konstruktionen nach ihrer Rückbaubarkeit, Trennbarkeit und Verwertbarkeit eingestuft.
WECOBIS kann eine aktuelle Information über mögliche Umwelt- und Gesundheitsgefährdungsaspekte im Zuge von Rückbau und Entsorgung auf Bauproduktgruppenebene geben. Eine Betrachtung von ganzen Konstruktionen kann derzeit in WECOBIS noch nicht erfolgen. Ein Bauteilmodul ist jedoch in planung. Ergänzend zu Leitfäden und Arbeitshilfen helfen die bauproduktgruppenspezifischen Aspekte dem Koordinator jedoch auch jetzt schon, die Komponenten Umwelt und Gesundheit für den Steckbrief 4.1.4 einzuordnen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_4.1.4 – Rückbau, Trennung, Vewertung

Rückbaubarkeit

Für die Bewertung wirkt sich der Einsatz abfallarmer Konstruktionen, die die Möglichkeit eines sortenreines Rückbaus erlauben, günstig aus. Die Rückbaubarkeit beschreibt den Aufwand, der für Demontage oder Abbruch eines Bauteils aus dem Gebäudeverband nötig ist.

Calciumsilikat-Dämmplatten werden in der Regel vollflächig verklebt und können daher nur mit relativ hohem Aufwand rückgebaut werden.

Rückbaubarkeit    Geringer Rückbauaufwand => => => => => => => hoher Rückbauaufwand
Konstruktionsweise lose Verlegung mechanische Fixierung (vollflächige) Verklebung
Blähperlit-Dämmstoffe  X    
Calciumsilikat-Dämmplatten     X
Dämmstoffe mit Aerogelen  X  X  X
Mineralwolle-Dämmstoffe X X X
Schaumglas-Dämmstoffe     X
Vermiculite-Dämmstoffe  X    
Flachs/Hanf-Dämmstoffe  X X  X
Holzfaserdämmplatten X X X
Kork-Dämmstoffe X X X
Schafwolle-Dämmstoffe X X  
Zellulose-Dämmstoffe X  X  X
Expandiertes Polystyrol (EPS) X X X
Extrudiertes Polystyrol (XPS) X X X
Polyurethan (PUR/PIR)-Spritzschaum     X
Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) X X X

Sortenreinheit

Beschreibt den Aufwand, der für die sortenreine Trennung mehrschichtiger und / oder inhomogener Bauteile anfällt.
Die Dämmplatten sind ein Stoffgemisch, das sich kaum mehr in sortenreine Fraktionen auftrennen lässt. 

Verwertbarkeit

Für die Bewertung der Verwertbarkeit der Baustofffraktionen gelten die zur Zeit der Bewertung am Markt aktuell verfügbaren technischen Verfahren. Alternativ können bei Bauteilen mit langer zu erwartender Nutzungsdauer Forschungsvorhaben, die praktikable Lösungsmöglichkeiten in absehbarer Zeit zur Verfügung stellen können, positiv bewertet werden. 

Für Calciumsilikat-Dämmplatten kommt im besten Fall eine minderwertig Verwertung als Füllstoff in einem anderen Baustoff in Frage. Die Deponierung stellt den momentan üblichen Beseitigungsweg dar.

Verwertungs-/ Beseitigungswege Hochwertige Verwertung Minderwertige Verwertung Energetische Verwertung Deponierung
Blähperlit-Dämmstoffe  nicht möglich  möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Calciumsilikat-Dämmplatten  nicht möglich  möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Dämmstoffe mit Aerogelen  nicht möglich  nicht möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Mineralwolle-Dämmstoffe  möglich  möglich  nicht möglich  möglich
Schaumglas-Dämmstoffe  möglich möglich  nicht möglich möglich
Vermiculite-Dämmstoffe

nicht möglich

 möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg
Flachs/Hanf-Dämmstoffe nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Holzfaserdämmplatten nicht möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Kork-Dämmstoffe nicht möglich nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Schafwolle-Dämmstoffe  möglich  möglich momentan der übliche Beseitigungsweg nicht zulässig
Zellulose-Dämmstoffe  möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Expandiertes Polystyrol (EPS)  möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Extrudiertes Polystyrol (XPS) nicht möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg   nicht zulässig
Polyurethan (PUR/PIR)-Spritzschaum nicht möglich  nicht möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) nicht möglich möglich momentan der übliche Beseitigungsweg  nicht zulässig
Hochwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung gleichwertiger Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Minderwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung untergeordneter Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Energetische Verwertung
Die Produktgruppe wird in einer Verbrennungsanlage energetisch verwertet.
Deponierung
Die Produktgruppe wird ggf. nach thermischer Vorbehandlung deponiert

Quellen

Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt, abrufbar unter BNB_BN_1.1.6 Stand 10/2015 (Online-Quelle in Überarbeitung)

Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 3.1.3 Innenraumhygiene, abrufbar unter BNB_BN2011-1_313 (Online-Quelle)

Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 4.1.4 Rückbau, Trennung und Verwertung, abrufbar unter BNB_BN2011-1_414 (Online-Quelle)

Calciumsilikat-Dämmplatten

Technisches

Euroklasse nach DIN EN 13501-1

A1

Technische Regeln (DIN, EN)

DIN EN 14306 Wärmedämmstoffe für die technische Gebäudeausrüstung und für betriebstechnische Anlagen in der Industrie – Werkmäßig hergestellte Produkte aus Calciumsilikat (CS).

Bauregelliste

- Bauregelliste A Teil 2

Das Deutsche Institut für Bautechnik stellt in den Bauregellisten A, B und C die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten sowie bauaufsichtlich geregelte und nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten auf.
Nach Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder wird die Baurregelliste bekannt gegeben. Erwerb und weiterführende Informationen zu Baurregelliste und ihren Regelungsbereichen siehe unter → www.dibt.de
Eine Darstellung und Erläuterungen zur Klassifizierung von Bauprodukten siehe im Lexikon → Klassifizierung von Bauprodukten

CE-Zeichen

seit 2008

Quellen

Produktdatenblätter diverser Hersteller

Calciumsilikat-Dämmplatten

Literaturtipps

Umwelt-Produktdeklaration, Mikroporöse Calciumsilikat-Wärmedämmstoffe, Calsitherm Silikatbaustoffe GmbH, 2013, Institut Bauen und Umwelt e.V., www.bau-umwelt.com

U. Ruisinger, H. Petzold, J. Grunewald, P. Häuptl, Energetische Bewertung von Gebäuden mit raumseitiger Wärmedämmung aus Calcium­silikat,
www.calsitherm.de/pdf/20100303-energiefachtagung.pdf
Calciumsilikat-Dämmplatten

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

Zusammensetzung-Calciumsilikat-Dämmplatten

In der Zusammensetzung des ausgehärteten Produkts beträgt der Anteil Sand durchschnittlich 25 Massen-%. Der Rohstoff Sand (SiO2) wird für den Herstellungsprozess aufgemahlen. Er ist ein wichtiger Grundstoff für die hydrothermale Dampfhärtung. Neben dem Sand beträgt der Anteil von weiteren silikatischen Zuschlägen 7 Massen-%. Kalkhydrat und Flugasche dienen als Bindemittel. Ihre Anteile betragen rund 43  respektive 22 Massen-%. Das Kalkydrat entsteht bei der Reaktion von Wasser und Branntkalk. Bei der Herstellung werden die Ausgangsstoffe mit einer 0,1%-gen Wasser/Zellstoffsuspension angemischt. Der Zellstoffanteil beträgt im ausgehärteten Produkt durchschnittlich 3 Massen-%. Als Porosierungsmittel wird eine Aluminiumpaste mit einem Anteil von weniger als 1 Massen-% verwendet.

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Gewinnung der Primärrohstoffe

Die Dämmplatte besteht hauptsächlich aus mineralischen Rohstoffen und enthält neben dem Zellstoffanteil von ca. 3 Massen-% keine anderen nachwachsenden Rohstoffe.

Verfügbarkeit

Für die verarbeiteten Rohstoffe welche vorwiegend aus lokalen Vorkommen stammen, besteht keine Ressourcenknappheit.

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Bei der eingesetzten Flugasche handelt es sich um ein Abfallprodukt aus Kohlekraftwerken oder Müllverbrennungsanlagen.

Quellen

Umweltproduktdeklaration, Institut Bauen und Umwelt e.V.

Produktdatenblätter diverser Hersteller

Calciumsilikat-Dämmplatten

Herstellung

Prozesskette

Prozesskette Calciumsilikat-Dämmplatten

Herstellungsprozess

Die Ausgangsstoffe werden in einem Mischer gemischt und in Gießformen gegossen. Das Aluminiumpulver reagiert im alkalischen Milieu. Dabei entwickelt sich gasförmiger Wasserstoff, der die Poren bildet und schließlich durch Diffusion entweicht. Die Poren haben einen Durchmesser von ca. 0,5 - 1,5 mm. Nach dem ersten Abbinden werden die halbfesten Rohblöcke zugeschnitten. Danach werden die Platten im Autoklaven in einer Nassdampfatmosphäre während 15 -25 Stunden bei ca. 150-200°C und 10-20 bar Druck gehärtet. Es bilden sich aus den eingesetzten Rohstoffen Calciumsilikathydrate. Nach dem Trocknen werden die Dämmplatten auf das gewünschte Format zugeschnitten und verpackt. Zur Dampferzeugung (Autoklavierung) und für das Trocknen wird als Energieträger Gas eingesetzt. Ansonsten wird für alle Prozesse auch Strom benötigt.

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB liefern.

Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Life- Datensätze.

Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter  Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Energieaufwand

Der Energieaufwand in der Herstellung der Dämmplatten wird maßgeblich von der Autoklavierung und dem anschließenden Trocknungsprozess beeinflusst.

Graue Energie

Der größte Teil (mehr als 80%) des nichterneuerbaren Primärenergieaufwandes entfällt auf die zur Herstellung notwendigen Mengen an Strom und Gas.

Nichterneuerbare Primärenergie: 26 MJ/kg

Treibhauspotential (GWP 100a): 2 kg CO2-Äqv./kg

Quelle: Umweltproduktdeklaration, Institut Bauen und Umwelt e.V.

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Beim Zuschneiden der Platten entsteht Staub. Zur Einhaltung der Arbeitsplatzgrenzwerte muss der Staub abgesaugt werden.

Maßnahmen Umweltschutz

Außer den allgemeinen gesetzlichen Grundlagen, die es zu beachten gilt, sind keine besonderen Maßnahmen zum Schutz der Umwelt erforderlich.

Quellen

Produktdatenblätter diverser Hersteller

Umweltproduktdeklaration, Institut Bauen und Umwelt, IBU

Calciumsilikat-Dämmplatten

Verarbeitung

Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Die Dämmplatten können von Hand mit Sägen zerteilt werden. Schnelllaufende Werkzeuge wie z.B. Trennschleifer werden bei der Verarbeitung nicht empfohlen, da sie viel Feinstaub generieren. Die Platten werden in der Regel mit einem Dünnbettmörtel vollflächig verklebt. Dabei muss insbesondere darauf geachtet werden, dass keine Hohlräume zwischen der Dämmplatte und der Außenwand vorhanden sind, da sich ansonsten an diesen Stellen Kondensat bilden kann.

Die Oberfläche der Dämmplatte kann verputzt oder gestrichen werden.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Außer den möglichen Staubemissionen welche beim Zuschneiden der Platten auf der Bau­stelle entstehen können, gehen von den Dämmplatten keine anderen arbeitshygienischen Risiken aus.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Für diese Informationen besteht eine Auskunftspflicht. Sie müssen aber nicht in Form eines Sicherheitsdatenblattes nach den Kriterien des Anhangs II der REACH-Verordnung gegeben werden.

Calciumsilikat-Dämmplatten werden als Erzeugnis eingestuft.

Informationen und Unterstützung zu den Auskunftsrechten finden sich unter www.reach-info.de.

Sonstiges

Die Verarbeitung der Platte selbst erfordert im Bezug auf die Umwelt und den Arbeitsschutz keine besonderen Maßnahmen. Der zur Befestigung verwendete Mörtel und andere Zusatzprodukte sind nicht Produkt spezifisch und stellen keine besondere Gefährdung dar.

Quellen

Produktdatenblätter diverser Hersteller

Calciumsilikat-Dämmplatten

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Die Belastungen der Innenraumluft durch eingebaute Calciumsilikat-Dämmplatten sind nach heutigem Kenntnisstand nicht zu erwarten. Gemäß den Umweltproduktdeklarationen von Herstellern gehen von den Dämmplatten keine schädlichen Emissionen aus.

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Gemäß heutigem Kenntnisstand sind von Calciumsilikat-Dämmplatten keine Schadstoff­emissionen in den Außenraum zu erwarten.

Die Calciumsilikat-Dämmplatten sind zu 97% mineralisch und enthalten keine umwelt- oder gesundheitsgefährdenden Stoffe.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Calciumsilikat-Dämmplatten erfüllen nach DIN EN 13501-1 die Anforderungen der Baustoff­klasse A1 (nicht brennbar). Im Brandfall entstehen keine toxischen Gase oder Dämpfe.

Wassereinwirkung

Unter Wassereinwirkung reagieren die Calciumsilikat-Dämmplatten schwach alkalisch. Es werden jedoch keine Stoffe freigesetzt, die wassergefährdend sein könnten.

Beständigkeit Nutzungszustand

Bei bestimmungsgemäßer Anwendung sind Calciumsilikat-Dämmplatten sehr beständig.

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.

Datenbank als PDF

Quellen

Umweltproduktdeklaration, Institut Bauen und Umwelt, IBU

Calciumsilikat-Dämmplatten

Nachnutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

Beim Ausbau von Calciumsilikat-Dämmplatten ist auf ausreichenden Staubschutz zu achten (siehe Verarbeitung).

Wiederverwendung

Aufgrund der vollflächigen Verklebung der Dämmplatten ist ein sortenreiner Ausbau und  eine Wiederverwendung als Dämmstoff wenig wahrscheinlich.

Stoffliche Verwertung

Sollte ein sortenreiner Ausbau möglich sein, ist nach Zermahlen ist eine stoffliche Verwertung des sortenreinen Materials als Füllstoff möglich. Als Rohstoff für neue Dämmstoffe können alte Dämmplatten nicht mehr verwendet werden.

Energetische Verwertung

Eine energetische Verwertung von Calciumsilikat-Dämmplatten ist nicht möglich
(Heizwert: 0 MJ/kg).

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Gemäß EU Entscheidung vom 19. Dez. 2002 (2003/33/EG) können Calciumsilikat-Dämmplatten in Inertabfalldeponien eingebracht werden. Es ist davon auszugehen, dass aus Calciumsilikat-Dämmplatten auch längerfristig keine umweltgefährdenden Stoffe an die Umwelt abgegeben werden.

EAK-Abfallschlüssel

17 Bau- und Abbruchabfälle
17 06 04 Dämmmaterial mit Ausnahme desjenigen, das unter 170601 und 170603 fällt

siehe auch Lexikon / Abfallschlüssel

Quellen

Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis (Abfallverzeichnis-Verordnung – AVV, zuletzt geändert am 24. Februar 2012, Online-Quelle abgerufen am 02.04.2014.