Linoleum-Bodenbeläge

Produktgruppeninformation

Begriffsdefinition

Linoleumbodenbeläge gehören zu den elastischen Bodenbelägen. Sie haben ihren Namen vom Leinöl (linum oleum) und bestehen in der Regel aus einem grobmaschigen Jutegewebe, auf das einseitig die Linoleumdeckmasse aufgewalzt wird. Produktvarianten sind Linoleumbeläge mit Schaumrücken, auf Korkment oder auf Faserplatten.

Als Korkment wird Korklinoleum bezeichnet, das keine Pigmente zur Farbgebung enthält. Es wird hauptsächlich als schall- und wärmedämmende Unterlage unter Linoleum- oder Kunststoff-Bodenbelägen verwendet.

Bodenbeläge aus Linoleum werden in Europa seit über 100 Jahren hergestellt. Bis in die 60er Jahre beherrschte Linoleum den Markt für elastische Bodenbeläge. Danach wurde Linoleum mehr und mehr durch PVC verdrängt.

 ⇒ Marktsituation Bodenbeläge Deutschland

Im Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e. V., kurz FEB, haben sich 14 namhafte Unternehmen der Branche zusammengeschlossen. Diese repräsentieren über 95 % der Hersteller elastischer Bodenbeläge im deutschsprachigen Raum.

Wesentliche Bestandteile

Die Linoleumdeckmasse besteht zu einem großen Teil aus nachwachsenden Rohstoffen (Leinöl, Kolophonium, Holzmehl, Korkmehl) sowie mineralischen Füllstoffen und Trocknungsstoffen. Bei hellen Linoleumsorten wird vor allem Holzmehl und nur wenig Korkmehl als Füllstoff verwendet, bei dunklen Sorten und Korklinoleum hauptsächlich gröberes Korkmehl.

Charakteristik

Die wichtigsten Eigenschaften von Bodenbelägen aus Linoleum sind die hohe mechanische und chemische Beständigkeit sowie der hohe Anteil nachwachsender Rohstoffe. Linoleum ist relativ gut glutbeständig (Zigarettenkippen). Es ist beständig gegen die gebräuchlichsten Fette, Öle, Säuren und die meisten Lösemittel, aber empfindlich gegen starke Alkalien und in geringerem Maß gegen Wasser.
Linoleumbodenbeläge verursachen keine unangenehmen elektrostatischen Personenaufladungen. Leitfähige Spezialausführungen (z. B. für EDV-Räume) sind mit Hilfe spezieller Additive möglich.

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Linoleum besteht fast ausschließlich aus nachwachsenden und mineralischen Rohstoffen. Anfänglich kann stärkerer Geruch durch Oxidationsprodukte des Leinöls auftreten.

Lieferzustand

Linoleumbodenbeläge kommen als homogene oder heterogene, ein- oder mehrschichtige Bahnen oder Platten in typischen Dicken zwischen 2 und 4 mm in den Handel, Korklinoleum in Dicken von 3.2 bis 6 mm.

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

Linoleumböden werden im Wohn- und Objektbereich, z. B. in Kindergärten, Krankenhäusern, Amtsgebäuden etc., eingesetzt. Auch für Treppen ist Linoleum geeignet, jedoch nicht für Feuchträume.

Bodenbeläge aus Linoleum und Korklinoleum eignen sich für Fußbodenheizungen. Bodenbeläge aus Korklinoleum sind fußwarm.

Linoleum-Bodenbeläge
Linoleum-Bodenbeläge

Planungs- und Ausschreibungshilfen

WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.

Informationen hier im Reiter Ausschreibung:

  • Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
  • Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien,
  • zusammenfassende Informationen zum Lebenszyklus.

Übersicht Planungs- und Ausschreibungshilfen: Elastische Bodenbeläge
Stand 03/2015

  Elastomer-BodenbelägeLinoleum-BodenbelägePolyolefin-BodenbelägePVC-BodenbelägeKork-Bodenbeläge
(noch nicht in WECOBIS)
             
  Material-
ökologische Anforderungen
Im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung Inhalt aufklappen
   
Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS Elastische Bodenbeläge und damit in Zusammenhang Verlegewerkstoffe unter Bodenbelägen und Bodenfliesen
  Mögliche Quellen Die hier genannten Quellen, insbesondere BNB, bilden die Grundlage für Planungs- und Ausschreibungshilfen bzw. materialökologische Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS. Inhalt aufklappen
   
Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen

(BNB) des BMUB /
Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt)

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen. Die o.g. Textbausteine und materialökologischen Anforderungen in WECOBIS basieren derzeit auf Kriteriensteckbrief 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt. Dieser steht in engem Zusammehang mit Kriteriensteckbrief 3.1.3 Innenraumhygiene.

Auch wenn ein Gebäude nicht zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Einordung der jeweiligen Elastischen Bodenbeläge hinsichtlich verschiedener Kriteriensteckbriefe siehe Reiter Bewertungssysteme in WECOBIS

Umweltbundesamt
(UBA)
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Die Seiten werden gerade überarbeitet, sodass sich dort derzeit aus dem Baubereich nur Ausschreibungsempfehlungen zu Elastischen Bodenbelägen, Tapeten und Raufaser finden.
+ + + PVC-Bodenbeläge erfüllen das UBA-Kriterium 3.1 Halogene prinzpiell nicht, da PVC eine halogenorganische Verbindung ist. +
baubook ökologisch ausschreiben Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Elastische Bodenbeläge finden sich Kriterien in der Gruppe der Bodenbeläge.
natureplus Ausschreibungstexte + + + PVC-Bodenbeläge können die Kriterien definitionsgemäß nicht erfüllen (PVC ist eine halogenorganische Verbindung) +
  Mögliche Nachweis-
dokumente
weitere Nachweismöglichkeiten neben den folgend genannten sind Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, sowie Herstellererklärungen oder ggf. ein Anhang mit Nachhaltigkeitsmerkmalen zur bauaufsichtlichen Zulassung ((abZ+). Inhalt aufklappen
   
gesetzlich vorgeschrieben: Welche Nachweisdokumente müssen vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden? Welcher Nachweis kann damit erbracht werden?
REACH / CLP:
Sicherheitsdatenblatt (SDB)
Elastische Bodenbeläge werden als Erzeugnis eingestuft. Für Erzeugnisse ist kein SDB vorgeschrieben. Die pflichtgemäße Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung für Bauprodukte, die unter den Geltungsbereich der BauPVO fallen, muss Angaben über SVHC enthalten. Für alle Bauprodukte (Erzeugnisse), also auch solche, die nicht im Geltungsbereich der BauPVO liegen, besteht ein Auskunftsrecht für SVHC. Für die Anfrage an den Hersteller steht auf dem Informationsportal des Umweltbundesamtes zu REACH ein Musterbrief zum Download zur Verfügung.
Die meisten Bodenbeläge fallen in den Geltungsbereich der BauPVO (s. Listung in Bauregelliste B Teil 1).
Leistungserklärung gemäß BauPVO mit Angaben zu SVHC + + + + +
allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) aus Gesundheits-
schutzgründen
Elastische Bodenbeläge benötigen bei der Verwendung in Aufenthaltsräumen einschließlich zugehöriger Nebenräume eine (abZ aus Gesundheitsschutzgründen. Sie umfasst eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas. (siehe auch Bauregelliste B Teil 1, lfd. Nr. 1.18 ff)
abZ der Gruppen Z-156.602 (Kautschuk) abZ der Gruppen Z-156.604 (Linoleum) abZ der Gruppen Z-156. abZ der Gruppen Z-156.603 (PVC) abZ der Gruppen Z-156.613 (Kork)
freiwillige Produktkenn-zeichnungen / -deklarationen Für einige Bauproduktgruppen existieren freiwillige Produktkennzeichnungen oder -deklarationen wie z.B. Umweltzeichen oder Umweltproduktdeklarationen, die als Nachweis für materialökologische Anforderungen dienen können. Eine Übersichtstabelle dazu mit detaillierten Informationen zu Elastischen Bodenbelägen findet sich im Reiter Zeichen & Deklarationen.

Übersicht Lebenszyklusinformationen: Elastische Bodenbeläge

  Elastomer-BodenbelägeLinoleum-BodenbelägePolyolefin-BodenbelägePVC-Bodenbeläge
           
  Rohstoffe Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Rohstoffe)
   
Hauptbestandteile nach Rohstoffherkunft
Anteil fossiler Rohstoffe 35 M-% < 1 M-% 40 M-% 35 M-%
Anteil mineralischer Rohstofffe 65 M-% 30 M-% 60 M-% 65 M-%
Anteil erneuerbarer Rohstoffe 0 M-% 70 M-% 0 M-% 0 M-%
Charakteristische Inhaltsstoffe
Bindemittel (Synthese-) Kautschuk Linolzement (Leinöl, Kolophonium) Polyolefin-Copolymere Polyvinylchlorid (PVC)
Problematische Inhaltsstoffe
reproduktionstoxische Phthalate Der Einsatz von Weichmachern und damit von Phthalaten ist nicht erforderlich. möglich, z.B. DEHP
Cadmium-, Blei- oder Zinn-stabilisatoren Der Einsatz von Hitzestabilisatoren ist nicht erforderlich. möglich
Sonstiges
Verwendung von Recyclingmaterialien ggf. Mahlgut als Füllstoffe geschrotetes Aluminium Mahlgut als Füllstoffe Mahlgut als Füllstoffe
  Herstellung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Herstellung)
  Ökobau.dat-Datensätze 6.2.02 Kunststoffe / Bodenbeläge / Gummi/Kautschuk Bodenbeläge 6.2.04 Kunststoffe /
Bodenbeläge /
Linoleum-Bodenbeläge
6.2.03 Kunststoffe /
Bodenbeläge /
Synth. Thermoplaste / Polyolefin
6.2.01 Kunststoffe /
Bodenbeläge /
PVC-Bodenbeläge
  Verarbeitung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Verarbeitung, zu ggf. vorhandenen verarbeitungsspezifischen Produktkennzeichnungen wie z.B. Giscode, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
  Arbeitshygienische Risiken Elastische Bodenbeläge werden in der Regel vollflächig verklebt. Arbeitshygienische Risiken können durch VOC-Emissionen aus dem Klebstoff verursacht werden.
  Nutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nutzung, zur Innenraumhygiene nach BNB siehe siehe Reiter Bewertungssysteme, zu ggf. vorhandenen innenraumrelevanten Produktkennzeichnungen wie z.B. Blauer Engel, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
   
Emissionen Elastische Bodenbeläge können flüchtige organische Verbindungen (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen emittieren. In Deutschland ist die Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas Teil der allgemeinen bauaufsichtliche Zulassung. Eine Reihe von elastischen Bodenbelägen ist mit Umweltzeichen, welche in der Regel die VOC- und Formaldehydemissionen aus elastischen Bodenbelägen überprüfen, ausgezeichnet.
  Nachnutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nachnutzung)
   
Rückbaubarkeit / Trennbarkeit Aufgrund der vollflächigen Verklebung Elastischer Bodenbeläge ist der Rückbauaufwand hoch, eine Weiterverwendung nicht (bzw. nur mit großem Aufwand) möglich.
Verwertbarkeit / Recyclingfähigkeit möglich; Recycling aus wirtschaftlicher Sicht zur Zeit noch nicht attraktiv möglich; zunehmend1 auf Grund des politischen Drucks. Umweltnoxen im Bestand
Typischer Entsorgungsweg Verbrennung Thermische bwz. mechanische Abfallbehandlung1
Energiegewinnung möglich? bedingt (niedriger Heizwert) ja (hoher Heizwert) bedingt (niedriger Heizwert) sehr bedingt (niedriger Heizwert, hoher Chloranteil)

1 Der Anteil an Nachgebrauchsabfällen ("post-consumer") lag 2007 bei ca. 403.000. Davon wurden ca. 77.000 Tonnen werkstofflich und rohstofflich recycelt (http://www.pvcrecyclingfinder.com/pvc-recycling.html, Zugriff am 23.10.2014). Dies entspricht einer Recyclingquote von 19 % bei Gesamt-PVC. Aussagen zu PVC-Bodenbelägen liegen nicht vor.

Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS

Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet WECOBIS im Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen im Nutzerhandbuch Planungs- & Ausschreibungshilfen.

Linoleum-Bodenbeläge

Umweltdeklarationen

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen aus dem Bereich der Elastischen Bodenbeläge. Neben Herstellererklärungen, Informationen Leistungserklärungen oder allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Ausschreibung) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.

Übersicht Umweltdeklarationen: Elastische Bodenbeläge
Stand 03/2015

  Elastomer-BodenbelägeLinoleum-BodenbelägePolyolefin-BodenbelägePVC-BodenbelägeKork-Bodenbeläge
(noch nicht in WECOBIS)
             
  Umweltzeichen

Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können.

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Blauer Engel
weil emissionsarm
RAL-UZ 120 Elastische Bodenbeläge
RAL-UZ 120 Elastische Bodenbeläge RAL-UZ 120 Elastische Bodenbeläge

x

(aufgrund der Inhaltsstoffe)
RAL-UZ 120 Elastische Bodenbeläge
EU-Umweltzeichen (Blume) -
- - - -
Österreichisches Umweltzeichen Richtlinie UZ 56
Fußbodenbeläge
Richtlinie UZ 56
Fußbodenbeläge
Richtlinie UZ 56
Fußbodenbeläge

x

(aufgrund der Inhaltsstoffe)
Richtlinie UZ 56
Fußbodenbeläge
natureplus-Qualitätszeichen / RL 1200ff (nur für Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen / mind. 85 Masse%) RL1203 Kautschuk-Bodenbeläge (Richtlinie ist in Vorbereitung)

RL1201 Linoleum-Bodenbeläge

---

RL 1204 Elastische Bodenbeläge auf Träger (noch kein Produkt zertifiziert)

x
(Produkt aus Kunststoff)

x
(Produkt aus Kunststoff)
RL1204 Kork-Bodenbeläge (Richtlinie ist in Vorbereitung)
Nordischer Schwan (Bodenbeläge: mind. 50% erneuerbare Rohstoffe)

x

Bodenbeläge (Floor coverings)

x

x

x

  GISBAU Klassifizierungs-system

Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden.
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GISBAU Produkt-Code / GISCODE

Elastische Bodenbeläge sind nicht im GISBAU-System klassifiziert. Informationen zu möglichen arbeitshygienischen Risiken siehe Reiter Verarbeitung.

  Umweltprodukt-deklaration (EPD)

Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1
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EPD1 + + + + +
Branchen-EPD1 + + - + -
  Umweltindikatoren

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB.
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Ökobau.dat-Datensätze siehe 6.2.02 Kunststoffe / Bodenbeläge / Gummi/Kautschuk Bodenbeläge siehe 6.2.04 Kunststoffe / Bodenbeläge / Linoleum-Bodenbeläge siehe 6.2.03 Kunststoffe / Bodenbeläge / Synth. Thermoplaste / Polyolefin siehe 6.2.01 Kunststoffe / Bodenbeläge / PVC-Bodenbeläge Datensätze zu Kork-Bodenbelägen liegen noch nicht vor (Stand 11/2014), siehe 3.3.03 Holz / Holzböden / Kork
  Sonstiges Sonstige freiwillige Produktkennzeichnungen, die Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Produkten liefern können.
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baubook-Deklaration Die Plattform baubook bietet für Händler und Hersteller von Bauprodukten die Möglichkeit einer online-Deklaration anhand von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Elastische Bodenbeläge finden sich Produktdeklarationen unter "Bodenbeläge".
+
Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden
-
Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./.
Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x
Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

1 Die hier als vorhanden markierten EPDs und Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V..

Linoleum-Bodenbeläge

Bewertungssysteme

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)

   
  Wofür steht das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)? Inhalt aufklappen
 

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen.
Ausführliche Informationen zum BNB-System siehe www.nachhaltigesbauen.de

  Welche Informationen liefert WECOBIS für BNB im Reiter Bewertungssysteme? Inhalt aufklappen
 

WECOBIS führt in den Datenblättern der Bauproduktgruppen umfangreiche Informationen zur Beantwortung der verschiedenen Fragestellungen im Hinblick auf Umwelt- und Gesundheitsaspekte. Im Reiter Bewertungssysteme bietet WECOBIS gezielt Antworten auf Fragestellungen baustoffrelevanter Steckbriefe. Durch die Bündelung von Aspekten z.B. bzgl. der Risiken für die lokale Umwelt, Fragen zur Innenraumhygiene und der Thematik Rückbau, Trennung, Verwertung gibt WECOBIS gezielte Hilfestellung bei der Einordnung einzelner Baustoffe. Tiefergehende Informationen finden sich über die Verknüpfungen in den jeweiligen Datenblättern.
Hinweis: Eine abschließende Beurteilung im Rahmen des Bewertungssystems und der genannten Kriterien erfolgt jedoch grundsätzlich in Abhängigkeit weiterer baulicher Gegebenheiten (z.B. eingebaute Menge).

BNB-Kriterium BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

BNB-Kriterium BN_1.1.6 zielt auf die Reduzierung bzw. Vermeidung von Stoffen und Produkten beim Neubau, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft (auch Innenraumluft) enthalten. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung der Substitution eines Stoffes.

Für den Umgang mit Materialien im Bestand und deren Einordnung ist Kriteriensteckbrief BK_1.1.6. heranzuziehen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau) und BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

Einordnung der Elastischen Bodenbeläge

Für die Bewertung nach Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 (Version V 2015) werden sechs potenzielle Schadstoffgruppen betrachtet. Für elastische Bodenbeläge sind die hervorgehobenen Schadstoffgruppen relevant:

1 Gefährliche und besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)
2 Gefährliche Stoffe, die ausgelaugt werden können
3 Schwermetalle (bei Bodenbelägen als Stabilisatoren in Kunststoffen)
4 Flüchtige organische Verbindungen (VOC) 1 einschließlich organische Lösemittel
5 Halogenierte Kälte- und Treibmittel
6 Biozide
Elastische Bodenbeläge werden in 1.1.6 über folgende Einsatzbereiche adressiert (s. 
BNB_BN_1.1.6 Anlage 1 / Allgemeine Anforderungsliste, Anlage 2 / Einzelstoffe mit besonders besorgniserregenden Eigenschaften):

  • Pos. 2a elastische Bodenbeläge - mit oder ohne ankaschierte Verlege- oder Dämmunterlage

Im Folgenden werden die Anforderungen an die Verwendung von Elastischen Bodenbelägen dargestellt.

Qualitätsniveau (QN)

Anforderungen an PVC-Bodenbeläge

Anforderungen an sonstige
elastische Bodenbeläge

1 (= Mindestanforderung)

Produktdokumentation1 incl. Deklaration von SVHC der Kandidatenliste > 0,1 Gew.-%

Produktdokumentation1 incl. Deklaration von SVHC der Kandidatenliste > 0,1 Gew.-%

2 (zusätzlich zu QN1)

Einhaltung AgBB-Schema2

reproduktionstoxische Phthalate < 0,1 % (Einzelverbindungen siehe Auflistung in BNB_BN_1.1.6, Anlage 2)

keine Cadmium- und Bleistabilisatoren

Einhaltung AgBB-Schema2

3 (zusätzlich zu QN1)

4 (zusätzlich zu QN1)

keine Verwendung von PVC

Die Anforderungen des Labels RAL-UZ 1203 (Blauer Engel) bezüglich gefährlicher Stoffe und VOC müssen erfüllt werden.

5 (zusätzlich zu QN1)
Kommentierung

Die Verwendung von PVC-Bodenbelägen ist ab QN4 ausgeschlossen.

Ansonsten ist es möglich, bei Verwendung der ensprechenden Produkte, mit allen anderen elastischen Bodenbelägen die Anforderungen bis einschließlich QN5 zu erfüllen. Einige elastische Bodenbeläge sind mit dem Blauen Engel ausgezeichnet, darunter auch Linoleum-Bodenbeläge (Stand Nov 2015). Das gilt auch für die in WECOBIS noch nicht enthaltenen Kork-Bodenbeläge, die ebenfalls zu den Elastischen Bodenbelägen gehören.

Tabelle: Anforderungen an die Verwendung von elastischen Bodenbelägen

1 Die Produktdokumentation (z.B. über Produktdatenblätter, Technische Merkblätter) ist die Mindestanforderung, die grundsätzlich für alle durch Kriteriensteckbrief 1.1.6 betroffenen Produktgruppen erfüllt sein muss. Zusätzlich ist für alle diese Produktgruppen immer auch die Deklaration von SVHC der Kandidatenliste nach REACH (z.B. Sicherheitsdatenblätter, Leistungserklärung, Herstellererklärung) erforderlich. Produktgruppenabhängig können auch noch andere Nachweise gefordert sein.

2 Für die genannten Elastischen Bodenbeläge ist die Vorlage einer Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas erforderlich.

3 Sofern innerhalb der Qualitätsniveaus auf aggregierte Produktkennzeichnungen verwiesen wird (Emicode, Blauer Engel, etc.), ist es zulässig vergleichbare Nachweise (weitere Umweltzeichen, Angaben in Sicherheits- oder Produktdatenblätter etc.) heranzuziehen. Dabei bezieht sich die Vergleichbarkeit nur auf die Anforderungen hinsichtlich der jeweiligen zu betrachtenden Schadstoffgruppen.

Planungs- und Ausschreibungshilfen mit Textbausteinen

Tabellarische Übersichten mit allen Einzelkriterien für Planung und Ausschreibung sind im neuen Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter "Elastische Bodenbeläge" zu finden. Die Tabellen dort enthalten auch detaillierte Informationen zu den Nachweismöglichkeiten (z.B. über andere Produktkennzeichnungen) und damit zur Prüfung der angebotenen Produkte. Außerdem finden sich dort auch die für die verschiedenen Qualitätsniveaus zugehörigen Textbausteine (auch als rtf-Download).

BNB-Kriterium BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BK_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im Falle einer Sanierungsmaßnahme wird BN_1.1.6 ergänzt durch das BNB-Kriterium BK_1.1.6. Dieses zielt auf die Adressierung und Ausschleusung von Materialien in der bestehenden Bausubstanz, die ein Risikopotenzial für Mensch und Umwelt darstellen. Die Bewertung erfolgt anhand einer Einstufung der Baumaterialien in ein vorgegebenes Schadstoffkataster mit 14 Schadstoffgruppen aufgrund ihres Schädigungspotentials und der jeweiligen Sanierungsmaßnahmen. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 4 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung er Substitution eines Stoffes.

Weitere Informationen zu den Einzelkriterien im Bestand siehe BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung). Für den Einbau von neuen Materialien gilt BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau).

Die Einordnung von Materialien im Bestand erfolgt in WECOBIS jeweils gesammelt für die ganze Obergruppe der Bodenbeläge. Siehe dazu Bodenbeläge im Bestand.

Die an dieser Stelle beschriebenen Linoleum-Bodenbeläge (= aktuell am Markt verfügbare Produktgruppen) enthalten keine Problemstoffe, welche bei der Sanierung relevant sind.

BNB-Kriterium BN_3.1.3 - Innenraumhygiene

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_3.1.3 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Ziel des BNB-Kriteriums 3.1.3 ist die Sicherstellung der Luftqualität im Innenraum unter hygienischen Gesichtspunkten, die zu keinen negativen Effekten hinsichtlich der Befindlichkeit der Raumnutzer führt, die hygienische Sicherheit garantiert und somit möglichst auch eine empfundene hohe olfaktorische Luftqualität gewährleistet.
Die Bewertung erfolgt anhand der Berechnung der personenbezogenen Luftwechselrate sowie anhand von Raumluftmessungen auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt.
Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert und der Einsatz emissionsarmer Materialien die Bauphase begleitend dokumentiert wird. BNB-Kriterium 3.1.3 steht deshalb in engem Zusammenhang mit der Erfüllung der Einzelkriterien für BNB-Kriterium 1.1.6.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_3.1.3 Innenraumhygiene (Neubau)

Einordnung Elastische Bodenbeläge

Neben der inhaltlichen Zusammensetzung kann für die Wirkung eines Baustoffes auch die Einbausituation vor Ort (Menge, Raumgröße, Klima, Temperaturen etc.), sowie die Verarbeitung und Wechselwirkung mit anderen Materialien entscheidend sein.

Um das Risiko für Emissionen zu minimieren bzw. die Quelle für auftretende Emissionen zu finden, muss der gesamte Fußbodenaufbau betrachtet werden. Bei Systemprodukten aus einem elastischen Bodenbelag auf einer Trägerplatte aus Holz sind Formaldehyd-Emissionen möglich. Auch Verlegewerkstoffe können verschiedene Substanzen emittieren.

Das Emissionsverhalten von Linoleumböden hängt wesentlich vom Trocknungsprozess des Bodenbelags bei der Herstellung ab (→ Nutzung).

Produktgruppe Zu erwartende VOC-Emissionen Zu erwartende
Formaldehyd-­Emissionen
Linoleum-Bodenbeläge 1 2
möglich  keine
Elastomer-Bodenbeläge  1 2 möglich  keine
PVC-Bodenbeläge 1 möglich  keine
Polyolefin-Bodenbeläge 1 2 möglich  keine
keine
Die Produktgruppe enthält kein Formaldehyd oder keine VOC.
möglich
Die Produkte der Produktgruppe unterscheiden sich bezüglich der zu erwartenden VOC- oder Formaldehyd-Emissionen.
hoch
Die Produktgruppe verursacht grundsätzlich hohe VOC-Emissionen oder Formaldehyd-Emissionen. Alternativen sind vorzugsweise in der Wahl funktional gleichwertiger Baustoffe anderer Produktgruppen oder anderer Konstruktionen zu suchen.

1 Für die Erteilung der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung wird eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen durchgeführt (dies gilt nur für dauerhaft genutze Räume, nicht für Verkehrswege).
2  Für Produkte dieser Produktgruppe gibt es Zeichen und Labels für besonders emissionsarme Produkte, detaillierte Informationen dazu siehe Reiter "Zeichen & Deklarationen".

BNB-Kriterium BN_4.1.4 - Rückbau, Trennung, Verwertung

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_4.1.4 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im BNB Kriteriensteckbrief 4.1.4 werden Konstruktionen nach ihrer Rückbaubarkeit, Trennbarkeit und Verwertbarkeit eingestuft.
WECOBIS kann eine aktuelle Information über mögliche Umwelt- und Gesundheitsgefährdungsaspekte im Zuge von Rückbau und Entsorgung auf Bauproduktgruppenebene geben. Eine Betrachtung von ganzen Konstruktionen kann derzeit in WECOBIS noch nicht erfolgen. Ein Bauteilmodul ist jedoch in Planung. Ergänzend zu Leitfäden und Arbeitshilfen helfen die bauproduktgruppenspezifischen Aspekte dem Koordinator jedoch auch jetzt schon, die Komponenten Umwelt und Gesundheit für den Steckbrief 4.1.4 einzuordnen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_4.1.4 – Rückbau, Trennung, Vewertung

Rückbaubarkeit

Für die Bewertung gemäß BNB 4.1.4 wirkt sich der Einsatz abfallarmer Konstruktionen, die die Möglichkeit eines sortenreinen Rückbaus erlauben, günstig aus. Die Rückbaubarkeit beschreibt den Aufwand, der für Demontage oder Abbruch eines Bauteils aus dem Gebäudeverband nötig ist.
Die Rückbaubarkeit von Bodenbelägen hängt stark von der Art der Verlegung ab.

Rückbaubarkeit

Geringer Rückbauaufwand → hoher Rückbauaufwand

Verlegeart:

lose verlegt

verspannt

vernagelt

streifenweise verklebt

vermörtelt

vollflächig verklebt

Elastische Bodenbeläge1

 

 

 

 

 

x

Textile Bodenbeläge

x

x

x

x

 

x

Mineralische Bodenbeläge

 

 

 

 

x

x

Laminat-Bodenbeläge, Fertigparkett

x

 

 

x

 

x

Dielenboden

 

 

x

 

 

 

Massivparkett

 

 

x

x

 

x

1 Da Elastische Bodenbeläge i. d. R. vollflächig verklebt werden, ist deren Rückbau mit hohem Aufwand verbunden. Aufgrund der daraus resultierenden Beschädigung des Bodenbelags ist eine Weiterverwendung nicht möglich. Definierte Trennvliese können hier zu besserer Trennbarkeit beitragen.
Weitere Informationen siehe Reiter Nachnutzung / Rückbaubarkeit und Sortenreinheit

Sortenreinheit

Beschreibt den Aufwand, der für die sortenreine Trennung mehrschichtiger und / oder inhomogener Bauteile anfällt. Eine hohe Sortenreinheit z. B. durch homogene Baustoffe und leicht trennbare Bauteilschichten führt tendenziell zur Aufwertung in der Bewertung nach Kriterium 4.1.4.

Weitere Informationen siehe Reiter Nachnutzung / Rückbaubarkeit und Sortenreinheit

Verwertbarkeit

Für die Bewertung der Verwertbarkeit der Baustofffraktionen gelten die zur Zeit der Bewertung am Markt aktuell verfügbaren technischen Verfahren. Eine bessere Verwertbarkeit / höherwertige Verwertung führt tendenziell zu einer Aufwertung. Eine theoretische aber nicht realisierte Verwertbarkeit führt tendenziell zu einer Abwertung. Alternativ können bei Bauteilen mit langer zu erwartender Nutzungsdauer Forschungsvorhaben, die praktikable Lösungsmöglichkeiten in absehbarer Zeit zur Verfügung stellen können, positiv bewertet werden.

Verwertungs- / Beseitigungswege Hochwertige Verwertung Minderwertige Verwertung Energetische Verwertung Deponierung
Linoleum-Bodenbeläge  Nicht möglich wegen Verklebung Möglich, wirtschaftlich nicht attraktiv Momentan der übliche Verwertungsweg Nicht zulässig, Vorbehandlung nötig
Elastomer-Bodenbeläge Nicht möglich wegen Verklebung Möglich Momentan der übliche Beseitigungsweg Nicht zulässig, Vorbehandlung nötig
PVC-Bodenbeläge Nicht möglich wegen Verklebung  Möglich, Rücknahmesysteme vorhanden, steigend1 wegen fehlender ökologischer Behandlungsalternativen Thermische bzw. mechanische Abfallbehandlung in mechanisch-biologischen Aufbereitungsanlagen momentan der übliche Beseitigungsweg2 Nicht zulässig, Vorbehandlung nötig
Polyolefin-Bodenbeläge Nicht möglich wegen Verklebung Möglich, wirtschaftlich nicht attraktiv Momentan der übliche Verwertungsweg Nicht zulässig, Vorbehandlung nötig
Hochwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung gleichwertiger Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Minderwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung untergeordneter Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Energetische Verwertung
Die Produktgruppe wird in einer Verbrennungsanlage energetisch verwertet.
Deponierung
Die Produktgruppe wird ggf. nach thermischer Vorbehandlung deponiert.

1 Der Anteil an Nachgebrauchsabfällen ("post-consumer") lag 2007 bei ca. 403.000. Davon wurden ca. 77.000 Tonnen werkstofflich und rohstofflich recycelt (http://www.pvcrecyclingfinder.com/pvc-recycling.html, Zugriff am 23.10.2014). Dies entspricht einer Recyclingquote von 19 % bei Gesamt-PVC. Aussagen zu PVC-Bodenbelägen liegen nicht vor.
2 Geringer Energiegewinn; hauptverantwortlich für Chloreintrag in Verbrennungsanlagen

Weitere Informationen siehe Reiter Nachnutzung / Stoffliche Verwertung, Energetische Verwertung

Quellen

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Kriterium 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt, abrufbar unter BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 3.1.3 Innenraumhygiene, abrufbar unter bnb-nachhaltigesbauen BNB_BN2011-1_313 (Online-Quelle), abgerufen 29.10.2014

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 4.1.4 Rückbau, Trennung und Verwertung, abrufbar unter bnb-nachhaltigesbauen BNB_BN2011-1_414 (Online-Quelle), abgerufen 29.10.2014

Zwiener/Mötzl: Ökologisches Baustofflexikon 3. Auflage 2006

Mötzl, Pladerer et al.: Assessment of Buildings and Constructions (ABC) – Disposal. Maßzahlen für die Entsorgungseigenschaften von Gebäuden und Konstruktionen für die Lebenszyklusbewertung. Berichte aus Energie- und Umweltforschung, 30.12.2009.

Linoleum-Bodenbeläge

Technisches

Technische Daten

  • Flächengewicht [kg/m²] 2.9

Baustoffklasse nach DIN 4102-1

B1 bzw. B2

Euroklasse nach DIN EN 13501-1

Cfl-s1 bzw. Efl

Technische Regeln (DIN, EN)

DIN EN ISO 24011
Elastische Bodenbeläge - Spezifikation für Linoleum mit und ohne Muster
DIN EN 687

Elastische Bodenbeläge - Spezifikation für Linoleum mit und ohne Muster mit Korkmentrücken

DIN EN 688

Elastische Bodenbeläge - Spezifikation für Korklinoleum

DIN EN ISO 10874

Elastische, textile und Laminat-Bodenbeläge - Klassifizierung; Deutsche Fassung EN ISO 10874:2012

DIN EN14041

Elastische, textile und Laminat-Bodenbeläge - Wesentliche Eigenschaften;
Deutsche Fassung EN 14041:2004+AC:2005+AC:2006

Bauregelliste

Das Deutsche Institut für Bautechnik stellt in den Bauregellisten A, B und C die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten sowie bauaufsichtlich geregelte und nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten auf. Nach Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder wird die Bauregelliste bekannt gegeben. Erwerb und weiterführende Informationen zu Bauregelliste und ihren Regelungsbereichen siehe unter → www.dibt.de
Eine Darstellung und Erläuterungen zur Klassifizierung von Bauprodukten siehe im Lexikon → Klassifizierung von Bauprodukten

Bauregelliste 2014/1, 7. März 2014:

  • B Teil 1, 1.18.1 Elastische, textile und Laminat-Bodenbeläge
  • C Teil 2 Bauprodukte für den Ausbau, 2.9 Bodenbeläge
Linoleum-Bodenbeläge

Literaturtipps

Statistisches Bundesamt: Produktion im produzierendem Gewerbe 1996 - 1998, Bodenbeläge, Statistisches Bundesamt, 2000, Wiesbaden

H. Epple: Böden und Bodenbeläge, Schweizerischer Architekten- und Ingenieur-Verein, 1988, Zürich

Zwiener, G.: Ökologisches Baustoff-Lexikon. Daten, Sachzusammenhänge, Regelwerke, C. F. Müller, 1994, Heidelberg

Joseph A. Demkin: Environmental Resource Guide, John Wiley & Sons Inc., 1996, New York

Zellweger, C. et al: Schadstoffemissionsverhalten von Baustoffen. Methodik und Resultate, Bundesamt für Energiewirtschaft, 1995, Zürich

Beseke, F. / Internetseite der deutschen Bodenlegerbranche, 2000:
http://www.bodenleger.de

Bodenbeläge im Bürobau: Vergleich über 50 Jahre. KBOB/IPB-Empfehlung 2000/1, KBOB/IPB (Hrsg.), 2000. http://www.bbl.admin.ch/kbob/ „Publikationen“ –> „Empfehlungen Nachhaltiges Bauen“ > „Empfehlungen 1999 - 2003“, Bodenbeläge im Bürobau - Vergleich über 50 Jahre, Nr. 2000/1

Hegger, M.: Armstrong DLW Linoleum, Ökobilanz nach DIN EN ISO 14040-43, TU Darmstadt, 2005

König, H.: Wege zum Gesunden Bauen, Ökobuch-Verlag 1997;

Mötzl, H., Bauer, B., et al.: Planungsleitfaden: Ökologische Baustoffauswahl, Interreg III A - Projekt Ökologisches Bauen und Beschaffen für Kommunen in der Bodensee-Region, IBO - Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie GmbH, 2007

Ökobilanzierung von PVC und wichtigen Konkurrenzwerkstoffen, Im Auftrag der Europäischen Kommission, IKP, PE Europe GmbH, Instituttet for Produktudvikling (IPU), DTU und RANDA GROUP, April 2004

Stiftung Warentest 5/2003 „Bodenbeläge“ S. 70-74

Linoleum-Bodenbeläge

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

Linoleum-Bodenbeläge 2.1.1

Zusammensetzung von Linoleumzement
75-80 % Leinöl
20-25 % Kolophonium
Trocknungsbeschleuniger

Oberflächenbeschichtung
Bis Mitte der 1990er Jahre war Acrylharz für die Oberflächenbeschichtung gebräuchlich, heute verwenden die großen Anbieter dazu entweder Polyurethan oder spezielle, hauseigene Beschichtungen. Diese versiegeln das Linoleum und machen es ab Werk unempfindlich gegen Verschmutzungen.
Linoleum wird auch ganz ohne Oberflächenbeschichtung angeboten und dann nach dem Verlegen mit Naturwachsen versiegelt.

Zusammensetzung eines Linoleumbodenbelags gemäß Richtrezeptur

Träger

ca. 250 g/m² Jute

Hauptbestandteile nach Rohstoffherkunft

 

33-35 % Linoleumzement

29-35 % Holz- oder Korkmehl

23-28 % mineralische Füllstoffe (Kreide)

3-8 % Pigmente

Oberflächenbeschichtung

Polyacrylbeschichtung, Polyurethanbeschichtung

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Linoleum-Bodenbeläge 2.1.2

Zusammensetzung eines Linoleum-Bodenbelags nach Rohstoffherkunft

Gewinnung der Primärrohstoffe

Leinöl wird aus der Flachspflanze (Linum usitatissimum) gewonnen. Das Öl wird aus den Leinsamen gepresst und anschließend mit Lösemitteln extrahiert. Die Leinölausbeute liegt bei ca. 36 % (ZWIENER, MÖTZL 2006).

Kolophonium wird traditionell aus Kiefernharzen gewonnen: Wird das Harz im Wasserdampf destilliert, bleibt als Rückstand Kolophonium zurück. Heute erhält man steigende Mengen von Kolophonium auch durch Extraktion von Wurzelholz (Wurzelharz) und als Nebenprodukt der Sulfatzellstoffkochung.

Kreide (Calciumcarbonat) ist ein weißer Kalkstein. Sie wird meist im Tagebau gewonnen und ist in ausreichenden Mengen verfügbar. Die Bildung erfolgte im Meer in der jüngeren Kreidezeit aus Kalkschalen abgestorbener Foraminiferen.

Holz und Kork sind nachwachsende Rohstoffe, die zu Holzmehl und Korkschrot verarbeitet werden. Korkmehl wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen. In der Linoleumproduktion werden Korkabfälle anderer korkverarbeitender Betriebe sowie wiederaufbereitetes Holzmehl verwendet.

Die Trocknungsstoffe basieren Calcium, Eisen oder Mangan.

Verfügbarkeit

Die Rohstoffe sind in ausreichendem Maße vorhanden.

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Geschrotetes Altlinoleum ohne Verunreinigung – aus Produktionsabfällen oder Baustellenabschnitten – kann bis zu 25 % zur Neuproduktion von Linoleum zugesetzt werden (ABC-Disposal, 2009). Laut Branchen-EPD beträgt der durchschnittliche Anteil 9,6 %.

In der Linoleumproduktion werden Korkabfälle anderer korkverarbeitender Betriebe sowie wiederaufbereitetes Holzmehl verwendet.

Radioaktivität

Linoleum-Bodenbeläge enthalten keine relevanten Rohstoffe mit radioaktiven Eigenschaften.

Landinanspruchnahme (Landuse)

Die Landinanspruchnahme für die Bereitstellung der biogenen und mineralischen Rohstoffe der Linoleumbeläge ist gering.

Quellen

MÖTZL, Hildegund (2009): ABC-Disposal – Assessment of Building and Construction – Disposal. Maßzahlen für die Entsorgungseigenschaften von Gebäuden und Konstruktionen für die Lebenszyklusbewertung. Anhang A2 Entsorgungswege der Baustoffe.„Haus der Zukunft“ (BMVIT), FFG-Nr: 813974. Dezember 2009

ZWIENER Gerd, MÖTZL Hildegund (2006): Ökologisches Baustofflexikon. C.F. Müller Verlag, 3. neu bearbeitete und erweiterte Auflage 2006

http://de.wikipedia.org/wiki/Linoleum

Linoleum-Bodenbeläge

Herstellung

Prozesskette

Prozess-Linoleum2

Herstellungsprozess

Zur Herstellung des Linoleumzementes wird Leinöl, nach Zugabe einer kleinen Menge Trocknungsstoff, bei ca. 80 °C mit Luft oxidiert und dann bei 130-150 °C mit geschmolzenem Kolophonium gemischt. Die Masse geht in einen festen Zustand über, wird zu einem Strang geformt, danach ausgekühlt und zur Nachreifung 1-2 Monate zwischengelagert. Anschließend wird der Linoleumzement sorgfältig mit den Füllstoffen und den Pigmenten gemischt, geknetet und auf den geheizten Presswalzen des Kalanders auf das Trägergewebe aus Jute aufgepresst. Anschließend werden die noch weichen Bahnen in großen Trocknungshallen bei 70-78°C für 3- 6 Wochen nachoxidiert und erhalten so die erforderliche Härte. Abschließend wird in der Regel eine Oberflächenbeschichtung aufgebracht.

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB liefern.

Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Live- Datensätze.
Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Im Kapitel Energieaufwand finden sich ggf. allgemeine Informationen zum Thema, die die Produktgruppe prägen.

Charakteristische Emissionen

Während der Reifung des Linoleumzements werden durch den oxidativen Abbau des Leinöls Oxidationsprodukte, vor allem aliphatische Aldehyde (v. a. Hexanal und höhere Aldehyde) und Carbonsäuren, freigesetzt. In die Atmosphäre werden vorwiegend flüchtige organische Verbindungen (VOC) emittiert.

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Es sind keine außergewöhnlichen Maßnahmen zum Umweltschutz notwendig. Es gilt das Regelwerk der Berufsgenossenschaften.

Maßnahmen Umweltschutz

Es sind keine besonderen Maßnahmen zum Umweltschutz notwendig.

Linoleum-Bodenbeläge

Verarbeitung

Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Linoleum-Bodenbeläge werden in der Regel vollflächig verklebt. Wann immer möglich, sollten emissionsarme Dispersions-Klebstoffe mit EMICODE EC1 oder zumindest GISCODE D1 verwendet werden.

Weitere Informationen zu Verlegewerkstoffen siehe ⇒ Bodenbeläge, Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Arbeitshygienische Risiken können bei der Verklebung von Linoleum-Bodenbelägen auftreten ⇒ Datenblatt Klebstoffe sowie ⇒ Datenblatt Bodenbeläge, Rubrik „Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen“.

AGW-Werte

Bei der Bearbeitung ist allenfalls der allgemeine Staubgrenzwert zu beachten (TRGS 900 „Arbeitsplatzgrenzwerte, §2.4):

  • 10 mg/m3 einatembare Fraktion (E-Staub)
  • 3 mg/m3 alveolengängige Fraktion (A-Staub)

wobei von einer geringen Staubexposition ausgegangen werden kann.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden.

Linoleum-Bodenbelägewerden als Erzeugnis eingestuft. Aus diesem Grund ist kein Sicherheitsdatenblatt erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen.
Besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) sind nach heutigem Kenntnisstand nicht enthalten.

Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU

Das Gefahrstoff-Informationssystem der Berufsgenossenschaft BAU (GISBAU) enthält keine GISCODE-Einstufung für Linoleum-Bodenbeläge.

GISBAU-Einstufung für Verlegewerkstoffe sind im Datenblatt „Bodenbeläge“ in der Rubrik  „Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU“  zu finden, nähere Informationen unter http://www.wingis-online.de/wingisonline/GISCodes.aspx?GGID=1.

Informationen zu Bodenbelagsarbeiten sind in www.wingis-online.de unter Bau-Bereich "Bodenbelagsarbeiten" zu finden. Das Kapitel enthält Informationen zu Verarbeitung von Estrichen, Klebstoffen, Reparatur- und Vergussmassen, Oberflächenbeschichtungen, Spachtelmassen, Verdünnern sowie Vorstrichen / Grundierungen.

Emissionen

Arbeitshygienisch relevante Emissionen (VOC, SVOC) können bei der Verklebung auftreten (siehe auch Technische Hinweise/Verarbeitungsempfehlungen).

Das thermische Verfugen mit Schweißschnüren (z.B. Ethylen-Vinylacetetat Copolymer, Linoleumzement) verursacht keine arbeitshygienisch relevanten Emissionen von flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOC).

Umweltrelevante Informationen

Der Energiebedarf für die Verarbeitung ist vernachlässigbar (geringe Mengen für das Erwärmen der Schweißschnüre).

Transport

Der Transport zum Endverbraucher erfolgt nahezu ausschließlich per LKW. In Europa werden nur an wenigen Produktionsorten Linoleum-Bodenbeläge hergestellt (in Deutschland, Italien, Schottland und den Niederlanden). Je nach Abnahmeort ist daher mit weiten Transportwegen zu rechnen.

Linoleum-Bodenbeläge

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Bodenbeläge nach DIN EN 14041, die für die Verwendung in Aufenthaltsräumen in Deutschland vorgesehen sind, müssen zusätzlich zum CE-Zeichen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung aufweisen. Grundlage für die Erteilung dieser Zulassung ist aus Gründen des Gesundheits- und Umweltschutzes eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas. Durch eine vom DIBt anerkannte Prüfstelle wird die Überwachung und Kontrolle der Produktspezifikation gewährleistet und mit dem Testat „Ü“ (steht für Übereinstimmung) bestätigt.

Bodenbeläge aus Linoleum weisen im Neuzustand einen typischen Geruch auf, der auf Emissionen von VOC zurückzuführen ist. Es handelt sich beispielsweise um Carbonsäuren, Hexanal und höhere Aldehyde, die beim Trocknungsprozess von Leinölfettsäure entstehen. Der Belag sollte direkt nach der Anlieferung aus der Verpackung entfernt und ausgerollt werden, damit die geruchsintensiven Stoffe gut abgelüftet werden können. In den ersten Wochen nach der Verlegung sollte der entsprechende Raum gut beheizt und regelmäßig durchgelüftet werden.

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Linoleumbeläge werden in Innenräumen angewandt.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Das Emissionsverhalten von Linoleumböden hängt wesentlich vom Trocknungsprozess des Bodenbelags bei der Herstellung ab (Zwiener, Mötzl, 2006). Bei mangelhafter Qualität des Linoleum-Bodenbelags kann die Emission der geruchsintensiven Stoffe über längere Zeit andauern. Bei zertifizierten Bodenbelägen sind während der weiteren Nutzung keine gesundheitsbeeinträchtigenden Emissionen zu erwarten. Eine Reihe von Linoleum-Bodenbelägen sind mit dem "Blauen Engel", "natureplus-Qualitätszeichen" oder dem "Österreichischen Umweltzeichen" ausgezeichnet.

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Linoleumbeläge werden in Innenräumen angewandt.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Linoleumbeläge sind brennbar. Sie zeigen kein außergewöhnliches Umwelt- und Gesundheitsrisiko im Brandfall. Nach DIN 4102-1 fielen sie in Qualmbildungsklasse Q1 (niedrigste Qualmbildung).

Wassereinwirkung

Es bestehen keine Umwelt- oder Gesundheitsrisiken im Schadensfall durch Wassereinwirkung.

Beständigkeit Nutzungszustand

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.

Datenbank als PDF

Linoleum-Bodenbeläge fallen unter die Bauproduktgruppe Deckenbeläge mit Code Nr. 352.711, für die eine Nutzungsdauer von 20 Jahren angegeben wird.

Instandhaltung

Grundsätzlich sollte das Reinigungskonzept an die Nutzung angepasst und Reinigungs- und Pflegeempfehlungen des Herstellers beachtet werden. Bei den Reinigungsmitteln ist die Ergiebigkeit zu berücksichtigen. Umweltzeichen können eine Orientierungshilfe über die Umweltverträglichkeit bieten. Zweckmäßig geplante Schmutzschleusen reduzieren den Reinigungsaufwand beträchtlich, und die regelmäßige Entfernung von losem Schmutz erhöht die Lebensdauer.

Die Unterhaltsreinigung von beschichtetem und unbeschichtetem Linoleum ist verhältnismäßig einfach und wenig umweltbelastend (Feuchtwischen, Nasswischen). Linoleum besteht aus Rohstoffen, die bei zu stark alkalischen Grundreinigern und zu starker Mechanik (schwarze Pad-Scheibe) angegriffen werden. Alle Produkte, die in der Unterhaltsreinigung verwendet werden, dürfen den pH-Wert von 9,0 nicht überschreiten (keine Schmierseife oder andere stark alkalische Reinigungsmittel).

Anschließend können zur Versiegelung und Glanzerhöhung Emulsionen von Wachsen, vorzugsweise aus nachwachsenden Rohstoffen, aufgetragen und abgewischt werden.

Für werkseitig beschichtete Linoleumböden ist in der Regel keine Einpflege und damit auch keine Grundreinigung erforderlich. Wird eine Grundreinigung durchgeführt, so sind mögliche Gesundheits- oder Umweltgefährdungen durch Inhaltsstoffe wie Lösemittel zu vermeiden.

Bei Linoleumbodenbelägen sind gewisse Reparaturarbeiten möglich. Löcher können mit einer dafür geeigneten Paste ausgefüllt werden. Kleinere Schäden reparieren sich durch Nachoxidation von selber.

Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Linoleum#Reinigung_und_Pflege

http://www.wohnen-und-wissen.eu/Reinigung%20Linoleum.htm

Linoleum-Bodenbeläge

Nachnutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

Beim Rückbau heute hergestellter Linoleum-Bodenbeläge ist mit keinem besonderen Umwelt- oder Gesundheitsrisiko zu rechnen.

Wiederverwendung

Eine Weiterverwendung ist wegen Verklebung mit dem Untergrund nicht möglich.

Stoffliche Verwertung

Saubere geschrotete Produktions- und Baustellenabfälle können der Neuproduktion von Linoleum (bis zu 25% Anteil an der Deckmasse) zugegeben werden. Von einer stofflichen Verwertung von Altlinoleum nach dem Gebrauch ist wegen der technischen und logistischen Aufwände auf Grund der Verunreinigungen und der wenigen Produktionsstätten nicht auszugehen.

Energetische Verwertung

Bodenbeläge aus Linoleum haben einen Heizwert von ca. 20 MJ/kg (Mötzl, 2009) und können in dafür vorgesehenen Anlagen energetisch verwertet werden. Dabei entstehen nur geringe Mengen Rückstände, weshalb die Verbrennung von Bodenbelägen aus Linoleum relativ unproblematisch ist.

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Abfälle aus Linoleum dürfen nicht mehr abgelagert werden.

EAK-Abfallschlüssel

17

Bau- und Abbruchabfälle (einschließlich Aushub von Verunreinigten Standorten)

17 09 04

gemischte Bau- und Abbruchabfälle mit Ausnahme derjenigen,
die unter 17 09 01, 17 09 02 und 17 09 03 fallen

Quellen

MÖTZL, Hildegund (2009): ABC-Disposal – Assessment of Building and Construction – Disposal. Maßzahlen für die Entsorgungseigenschaften von Gebäuden und Konstruktionen für die Lebenszyklusbewertung. Anhang A2 Entsorgungswege der Baustoffe.„Haus der Zukunft“ (BMVIT), FFG-Nr: 813974. Dezember 2009