Elastomer-Bodenbeläge

Produktgruppeninformation

Begriffsdefinition

Elastomer-Bodenbeläge gehören zu den elastischen Bodenbelägen. Sie bestehen aus Synthesekautschuk und / oder Naturkautschuk (Elastomere, Latex). Synonyme Bezeichnungen für Elastomer-Bodenbeläge sind Gummi-Bodenbeläge oder Kautschuk-Bodenbeläge.

Im Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e. V., kurz FEB, haben sich 14 namhafte Unternehmen der Branche zusammengeschlossen. Diese repräsentieren über 95 % der Hersteller elastischer Bodenbeläge im deutschsprachigen Raum.

Marktsituation Bodenbeläge Deutschland

Wesentliche Bestandteile

Die meisten Elastomer-Beläge bestehen heute aus synthetischem SBR-Kautschuk, der aus Styrol und Butadien synthetisiert wird. Daneben kommen auch andere künstlich hergestellte Elastomerarten zum Einsatz. Neben dem Kautschuk-Polymer enthalten Elastomerbeläge mineralische Füllstoffe und verschiedene Additive. Als Trägermaterial sind Kork oder Schaumstoffe möglich.

Charakteristik

Elastomer-Bodenbeläge sind extrem strapazierfähig, dauerelastisch, maßstabil und nahezu abriebfest. Sie werden daher für Räume mit starker Beanspruchung verwendet. Sie sind dampfdicht, nicht feuchteregulierend und weisen eine hohe Feuchtebeständigkeit auf. Elastische Bodenbeläge sind auf Grund ihrer dichten, geschlossenen Oberfläche ohne nachträgliche Beschichtungen einfach zu reinigen.

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Elastomer-Bodenbeläge können umweltrelevante Bestandteile enthalten, die durch Ausgasung, Auswaschung oder Abrasion (Abrieb, Abtrag) in die Umwelt gelangen können. Bedingt durch die Herstellung sind flüchtige organische Verbindungen enthalten, die, wie das 4-Phenylcyclohexan, als geruchsintensive Stoffe für die neuverlegten Böden charakteristisch sind. Insbesondere kann eine Belastung mit Nitrosaminen nicht ausgeschlossen werden. Nitrosamine sind Substanzen mit einer sehr starken krebserzeugenden Wirkung, die bei der Vulkanisation von Styrol-Butadien-Kautschuk entstehen. Eher unwahrscheinlich ist, dass bei gewissen Pigmenten heute noch schwermetallhaltige Verbindungen zum Einsatz kommen, trotzdem sollte man darauf achten, dass nur schwermetallfreie Pigmente enthalten sind. Für die Verklebung sollten lösemittelfreie bzw. emissionsarme Klebstoffe nach Emicode verwendet werden. Die Böden werden thermisch verwertet oder besser gesagt beseitigt.

Böden mit möglichst hohem Naturlatexanteil oder Recyclatanteil sind zu bevorzugen.

Lieferzustand

Elastomerbeläge kommen als homogene oder heterogene, ein- oder mehrschichtige Bahnen oder Platten in typischen Dicken zwischen 1,8 und 14 mm in den Handel. Die Oberflächenstruktur der Elastomerbeläge kann glatt oder profiliert sein.

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

In Abhängigkeit von der Rezeptur und dem Herstellungsverfahren können Elastomer-Bodenbeläge für unterschiedliche Anwendungsbereiche konfektioniert werden.

Die Anwendungsbereiche von elastischen Bodenbelägen werden nach DIN EN ISO 10874 in Beanspruchungsklassen unterteilt. Die Produkte sind mit den entsprechenden Ziffern gekennzeichnet:

  • Wohnen: mäßig/gering (21), normal/mittel (22), normal (22+), stark (23)
  • Gewerblich: mäßig (31), normal (32), stark (33), sehr stark (34)
  • Leichtindustriell: mäßig (41), normal (42), stark (43)

Die Beanspruchungsklasse wird durch den Belagsaufbau und die Belagsdicke bestimmt.

Anwendungsbereich
Wohnen
Klasse 21 - 23
Gewerblich
Klasse 31 - 34
Leichtindustriell
Klasse 41 - 43
Ebene Elastomer-Bodenbeläge (DIN EN 1817)
     
Ebene Elastomer-Bodenbeläge mit Schaumstoffbeschichtung (DIN EN 1816)      
Profilierte Elastomer-Bodenbeläge
(DIN EN 12199)
     
 
= Produkte der entsprechenden Belagstypen erhältlich

Elastomer-Bodenbeläge eignen sich für Einsatzbereiche mit starken bis extremen Anforderungen (z. B. Flughäfen, Mehrzweckhallen, Schalterhallen, Kaufhäuser, Lagerräume, Produktionshallen). Elastomerbeläge sind auch in Räumen mit großer Feuchtigkeit einsetzbar. Aufgrund ihres hohen Preises werden sie hauptsächlich im Gewerbe- und Industriebereich eingesetzt.

Quellen

Zwiener/Mötzl: Ökologisches Baustofflexikon 3. Auflage 2006

Elastomer-Bodenbeläge
Elastomer-Bodenbeläge

Planungs- und Ausschreibungshilfen

WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.

Informationen hier im Reiter Ausschreibung:

  • Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
  • Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien,
  • zusammenfassende Informationen zum Lebenszyklus,
  • Informationen zu möglichen Alternativen.

Übersicht Planungs- und Ausschreibungshilfen: Elastische Bodenbeläge
Stand 03/2015

  Elastomer-BodenbelägeLinoleum-BodenbelägePolyolefin-BodenbelägePVC-
Bodenbeläge
Kork-Bodenbeläge
(noch nicht in WECOBIS)
             
  Material-
ökologische Anforderungen
Im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung Inhalt aufklappen
   
Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS Elastische Bodenbeläge und damit in Zusammenhang Verlegewerkstoffe unter Bodenbelägen und Bodenfliesen
  Mögliche Quellen Die hier genannten Quellen, insbesondere BNB, bilden die Grundlage für Planungs- und Ausschreibungshilfen bzw. materialökologische Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS. Inhalt aufklappen
   
Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen

(BNB) des BMUB /
Kriterium 1.1.6 (Risiken für die lokale Umwelt)

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen. Die o.g. Textbausteine und materialökologischen Anforderungen in WECOBIS basieren derzeit auf Kriteriensteckbrief 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt. Dieser steht in engem Zusammehang mit Kriteriensteckbrief 3.1.3 Innenraumhygiene.

Auch wenn ein Gebäude nicht zertifiziert werden soll, bilden die einzelnen Kriteriensteckbriefe eine gute Grundlage, Orientierung und Hilfestellung für die Umsetzung ökologischer Aspekte in der Gebäudeplanung.

Einordung der jeweiligen Elastischen Bodenbeläge hinsichtlich verschiedener Kriteriensteckbriefe siehe Reiter Bewertungssysteme in WECOBIS

Umweltbundesamt
(UBA)
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Die Seiten werden gerade überarbeitet, sodass sich dort derzeit aus dem Baubereich nur Ausschreibungsempfehlungen zu Elastischen Bodenbelägen, Tapeten und Raufaser finden.
+ + + PVC-Bodenbeläge erfüllen das UBA-Kriterium 3.1 Halogene prinzpiell nicht, da PVC eine halogenorganische Verbindung ist. +
baubook ökologisch ausschreiben Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Elastische Bodenbeläge finden sich Kriterien in der Gruppe der Bodenbeläge.
natureplus Ausschreibungstexte + + + PVC-Bodenbeläge können die Kriterien definitionsgemäß nicht erfüllen (PVC ist eine halogenorganische Verbindung) +
  Mögliche Nachweis-
dokumente
weitere Nachweismöglichkeiten neben den folgend genannten sind Produktdatenblätter, Technische Merkblätter, sowie Herstellererklärungen oder ggf. ein Anhang mit Nachhaltigkeitsmerkmalen zur bauaufsichtlichen Zulassung (abZ+). Inhalt aufklappen
   
gesetzlich vorgeschrieben: Welche Nachweisdokumente müssen vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden? Welcher Nachweis kann damit erbracht werden?
REACH / CLP:
Sicherheitsdatenblatt (SDB)
Elastische Bodenbeläge werden als Erzeugnis eingestuft. Für Erzeugnisse ist kein SDB vorgeschrieben. Die pflichtgemäße Leistungserklärung zur CE-Kennzeichnung für Bauprodukte, die unter den Geltungsbereich der BauPVO fallen, muss Angaben über SVHC enthalten. Für alle Bauprodukte (Erzeugnisse), also auch solche, die nicht im Geltungsbereich der BauPVO liegen, besteht ein Auskunftsrecht für SVHC. Für die Anfrage an den Hersteller steht auf dem Informationsportal des Umweltbundesamtes zu REACH ein Musterbrief zum Download zur Verfügung.
Die meisten Bodenbeläge fallen in den Geltungsbereich der BauPVO (s. Listung in Bauregelliste B Teil 1).
Leistungserklärung gemäß BauPVO mit Angaben zu SVHC + + + + +
allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) aus Gesundheits-
schutzgründen
Elastische Bodenbeläge benötigen bei der Verwendung in Aufenthaltsräumen einschließlich zugehöriger Nebenräume eine abZ aus Gesundheitsschutzgründen. Sie umfasst eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas. (siehe auch Bauregelliste B Teil 1, lfd. Nr. 1.18 ff)
abZ der Gruppen Z-156.602 (Kautschuk) abZ der Gruppen Z-156.604 (Linoleum) abZ der Gruppen Z-156. abZ der Gruppen Z-156.603 (PVC) abZ der Gruppen Z-156.613 (Kork)
freiwillige Produktkenn-zeichnungen / -deklarationen Für einige Bauproduktgruppen existieren freiwillige Produktkennzeichnungen oder -deklarationen wie z.B. Umweltzeichen oder Umweltproduktdeklarationen, die als Nachweis für materialökologische Anforderungen dienen können. Eine Übersichtstabelle dazu mit detaillierten Informationen zu Elastischen Bodenbelägen findet sich im Reiter Zeichen & Deklarationen.

Übersicht Lebenszyklusinformationen: Elastische Bodenbeläge

  Elastomer-BodenbelägeLinoleum-BodenbelägePolyolefin-BodenbelägePVC-Bodenbeläge
           
  Rohstoffe Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Rohstoffe)
   
Hauptbestandteile nach Rohstoffherkunft
Anteil fossiler Rohstoffe 35 M-% < 1 M-% 40 M-% 35 M-%
Anteil mineralischer Rohstofffe 65 M-% 30 M-% 60 M-% 65 M-%
Anteil erneuerbarer Rohstoffe 0 M-% 70 M-% 0 M-% 0 M-%
Charakteristische Inhaltsstoffe
Bindemittel (Synthese-) Kautschuk Linolzement (Leinöl, Kolophonium) Polyolefin-Copolymere Polyvinylchlorid (PVC)
Problematische Inhaltsstoffe
reproduktionstoxische Phthalate Der Einsatz von Weichmachern und damit von Phthalaten ist nicht erforderlich. möglich, z.B. DEHP
Cadmium-, Blei- oder Zinn-stabilisatoren Der Einsatz von Hitzestabilisatoren ist nicht erforderlich. möglich
Sonstiges
Verwendung von Recyclingmaterialien  ggf. Mahlgut als Füllstoffe  geschrotetes Aluminium  Mahlgut als Füllstoffe  Mahlgut als Füllstoffe
  Herstellung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Herstellung)
  Ökobau.dat-Datensätze 6.2.02 Kunststoffe / Bodenbeläge / Gummi/Kautschuk Bodenbeläge 6.2.04 Kunststoffe /
Bodenbeläge /
Linoleum-Bodenbeläge
6.2.03 Kunststoffe /
Bodenbeläge /
Synth. Thermoplaste / Polyolefin
6.2.01 Kunststoffe /
Bodenbeläge /
PVC-Bodenbeläge
  Verarbeitung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Verarbeitung, zu ggf. vorhandenen verarbeitungsspezifischen Produktkennzeichnungen wie z.B. Giscode, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
  Arbeitshygienische Risiken Elastische Bodenbeläge werden in der Regel vollflächig verklebt. Arbeitshygienische Risiken können durch VOC-Emissionen aus dem Klebstoff verursacht werden.
  Nutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nutzung, zur Innenraumhygiene nach BNB siehe siehe Reiter Bewertungssysteme, zu ggf. vorhandenen innenraumrelevanten Produktkennzeichnungen wie z.B. Blauer Engel, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
   
Emissionen Elastische Bodenbeläge können flüchtige organische Verbindungen (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen emittieren. In Deutschland ist die Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas Teil der allgemeinen bauaufsichtliche Zulassung. Eine Reihe von elastischen Bodenbelägen ist mit Umweltzeichen, welche in der Regel die VOC- und Formaldehydemissionen aus elastischen Bodenbelägen überprüfen, ausgezeichnet.
  Nachnutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nachnutzung)
   
Rückbaubarkeit / Trennbarkeit Aufgrund der vollflächigen Verklebung Elastischer Bodenbeläge ist der Rückbauaufwand hoch, eine Weiterverwendung nicht (bzw. nur mit großem Aufwand) möglich.
Verwertbarkeit / Recyclingfähigkeit möglich; Recycling aus wirtschaftlicher Sicht zur Zeit noch nicht attraktiv möglich; zunehmendauf Grund des politischen Drucks. Umweltnoxen im Bestand
Typischer Entsorgungsweg Verbrennung Thermische bwz. mechanische Abfallbehandlung1
Energiegewinnung möglich? bedingt (niedriger Heizwert)  ja (hoher Heizwert) bedingt (niedriger Heizwert) sehr bedingt (niedriger Heizwert, hoher Chloranteil)

1 Der Anteil an Nachgebrauchsabfällen ("post-consumer") lag 2007 bei ca. 403.000. Davon wurden ca. 77.000 Tonnen werkstofflich und rohstofflich recycelt (http://www.pvcrecyclingfinder.com/pvc-recycling.html, Zugriff am 23.10.2014). Dies entspricht einer Recyclingquote von 19 % bei Gesamt-PVC. Aussagen zu PVC-Bodenbelägen liegen nicht vor.

Alternativen hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Elastomer-Bodenbeläge können umweltrelevante Bestandteile enthalten, die durch Ausgasung, Auswaschung oder Abrasion (Abrieb, Abtrag) in die Umwelt gelangen können. Bedingt durch die Herstellung sind flüchtige organische Verbindungen enthalten, die, wie das 4-Phenylcyclohexan, als geruchsintensive Stoffe für die neuverlegten Böden charakteristisch sind. Insbesondere kann eine Belastung mit Nitrosaminen nicht ausgeschlossen werden. Nitrosamine sind Substanzen mit einer sehr starken krebserzeugenden Wirkung, die bei der Vulkanisation von Styrol-Butadien-Kautschuk entstehen. Eher unwahrscheinlich ist, dass bei gewissen Pigmenten heute noch schwermetallhaltige Verbindungen zum Einsatz kommen, trotzdem sollte man darauf achten, dass nur schwermetallfreie Pigmente enthalten sind.
Für die Verklebung sollten lösemittelfreie bzw. emissionsarme Klebstoffe nach Emicode verwendet werden. Die Böden werden thermisch verwertet oder besser gesagt beseitigt.
Böden mit möglichst hohem Naturlatexanteil oder Recyclatanteil sind zu bevorzugen.

Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS

Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet WECOBIS im Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen im Nutzerhandbuch Planungs- & Ausschreibungshilfen.

Elastomer-Bodenbeläge

Umweltdeklarationen

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen aus dem Bereich der Elastischen Bodenbeläge. Neben Herstellererklärungen, Informationen Leistungserklärungen oder allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Ausschreibung) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.

Übersicht Umweltdeklarationen: Elastische Bodenbeläge
Stand 03/2015

  Elastomer-BodenbelägeLinoleum-BodenbelägePolyolefin-BodenbelägePVC-BodenbelägeKork-Bodenbeläge
(noch nicht in WECOBIS)
             
  Umweltzeichen

Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können.
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Blauer Engel
weil emissionsarm
RAL-UZ 120 Elastische Bodenbeläge
RAL-UZ 120 Elastische Bodenbeläge RAL-UZ 120 Elastische Bodenbeläge

x

(aufgrund der Inhaltsstoffe)
RAL-UZ 120 Elastische Bodenbeläge
EU-Umweltzeichen (Blume) -
- - - -
Österreichisches Umweltzeichen Richtlinie UZ 56
Fußbodenbeläge
Richtlinie UZ 56
Fußbodenbeläge
Richtlinie UZ 56
Fußbodenbeläge

x

(aufgrund der Inhaltsstoffe)
Richtlinie UZ 56
Fußbodenbeläge
natureplus-Qualitätszeichen / RL 1200ff (nur für Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen / mind. 85 Masse%) RL1203 Kautschuk-Bodenbeläge (Richtlinie ist in Vorbereitung)

RL1201 Linoleum-Bodenbeläge

---

RL 1204 Elastische Bodenbeläge auf Träger (noch kein Produkt zertifiziert)

x
(Produkt aus Kunststoff)

x
(Produkt aus Kunststoff)
RL1204 Kork-Bodenbeläge (Richtlinie ist in Vorbereitung)
Nordischer Schwan (Bodenbeläge: mind. 50% erneuerbare Rohstoffe)

x

Bodenbeläge (Floor coverings)

x

x

x

  GISBAU Klassifizierungs-system

Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden.
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GISBAU Produkt-Code / GISCODE

Elastische Bodenbeläge sind nicht im GISBAU-System klassifiziert. Informationen zu möglichen arbeitshygienischen Risiken siehe Reiter Verarbeitung.

  Umweltprodukt-deklaration (EPD)

Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1 
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EPD1 + + + + +
Branchen-EPD1 + + - + -
  Umweltindikatoren

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB. 
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Ökobau.dat-Datensätze siehe 6.2.02 Kunststoffe / Bodenbeläge / Gummi/Kautschuk Bodenbeläge siehe 6.2.04 Kunststoffe / Bodenbeläge / Linoleum-Bodenbeläge siehe  6.2.03 Kunststoffe / Bodenbeläge / Synth. Thermoplaste / Polyolefin siehe 6.2.01 Kunststoffe / Bodenbeläge / PVC-Bodenbeläge Datensätze zu Kork-Bodenbelägen liegen noch nicht vor (Stand 11/2014), siehe 3.3.03 Holz / Holzböden / Kork
  Sonstiges Sonstige freiwillige Produktkennzeichnungen, die Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Produkten liefern können. 
Inhalt aufklappen
   
baubook-Deklaration Die Plattform baubook bietet für Händler und Hersteller von Bauprodukten die Möglichkeit einer online-Deklaration anhand von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für Elastische Bodenbeläge finden sich Produktdeklarationen unter "Bodenbeläge".
+
Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden
-
Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./.
Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x
Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

1 Die hier als vorhanden markierten EPDs und Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V..

Elastomer-Bodenbeläge

Bewertungssysteme

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)

   
  Wofür steht das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)? Inhalt aufklappen
 

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen.
Ausführliche Informationen zum BNB-System siehe www.nachhaltigesbauen.de

  Welche Informationen liefert WECOBIS für BNB im Reiter Bewertungssysteme? Inhalt aufklappen
 

WECOBIS führt in den Datenblättern der Bauproduktgruppen umfangreiche Informationen zur Beantwortung der verschiedenen Fragestellungen im Hinblick auf Umwelt- und Gesundheitsaspekte. Im Reiter Bewertungssysteme bietet WECOBIS gezielt Antworten auf Fragestellungen baustoffrelevanter Steckbriefe. Durch die Bündelung von Aspekten z.B. bzgl. der Risiken für die lokale Umwelt, Fragen zur Innenraumhygiene und der Thematik Rückbau, Trennung, Verwertung gibt WECOBIS gezielte Hilfestellung bei der Einordnung einzelner Baustoffe. Tiefergehende Informationen finden sich über die Verknüpfungen in den jeweiligen Datenblättern.
Hinweis: Eine abschließende Beurteilung im Rahmen des Bewertungssystems und der genannten Kriterien erfolgt jedoch grundsätzlich in Abhängigkeit weiterer baulicher Gegebenheiten (z.B. eingebaute Menge).

BNB-Kriterium BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

BNB-Kriterium BN_1.1.6 zielt auf die Reduzierung bzw. Vermeidung von Stoffen und Produkten beim Neubau, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft (auch Innenraumluft) enthalten. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung der Substitution eines Stoffes.

Für den Umgang mit Materialien im Bestand und deren Einordnung ist Kriteriensteckbrief BK_1.1.6. heranzuziehen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau) und BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

Einordnung der Elastischen Bodenbeläge

Für die Bewertung nach Kriteriensteckbrief BNB_BN_1.1.6 (Version V 2015) werden sechs potenzielle Schadstoffgruppen betrachtet. Für elastische Bodenbeläge sind die hervorgehobenen Schadstoffgruppen relevant:

1 Gefährliche und besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)
2 Gefährliche Stoffe, die ausgelaugt werden können
3 Schwermetalle (bei Bodenbelägen als Stabilisatoren in Kunststoffen)
4 Flüchtige organische Verbindungen (VOC) 1 einschließlich organische Lösemittel
5 Halogenierte Kälte- und Treibmittel
6 Biozide
Elastische Bodenbeläge werden in 1.1.6 über folgende Einsatzbereiche adressiert (s. 
BNB_BN_1.1.6 Anlage 1 / Allgemeine Anforderungsliste, Anlage 2 / Einzelstoffe mit besonders besorgniserregenden Eigenschaften):

  • Pos. 2a elastische Bodenbeläge - mit oder ohne ankaschierte Verlege- oder Dämmunterlage

Im Folgenden werden die Anforderungen an die Verwendung von Elastischen Bodenbelägen dargestellt.

Qualitätsniveau (QN)

Anforderungen an PVC-Bodenbeläge

Anforderungen an sonstige
elastische Bodenbeläge

1 (= Mindestanforderung)

Produktdokumentation1 incl. Deklaration von SVHC der Kandidatenliste > 0,1 Gew.-%

Produktdokumentation1 incl. Deklaration von SVHC der Kandidatenliste > 0,1 Gew.-%

2 (zusätzlich zu QN1)

Einhaltung AgBB-Schema2

reproduktionstoxische Phthalate < 0,1 % (Einzelverbindungen siehe Auflistung in BNB_BN_1.1.6, Anlage 2)

keine Cadmium- und Bleistabilisatoren

Einhaltung AgBB-Schema2

3 (zusätzlich zu QN1)

4 (zusätzlich zu QN1)

keine Verwendung von PVC

Die Anforderungen des Labels RAL-UZ 1203 (Blauer Engel) bezüglich gefährlicher Stoffe und VOC müssen erfüllt werden.

5 (zusätzlich zu QN1)
Kommentierung

Die Verwendung von PVC-Bodenbelägen ist ab QN4 ausgeschlossen.

Ansonsten ist es möglich, bei Verwendung der ensprechenden Produkte, mit allen anderen elastischen Bodenbelägen die Anforderungen bis einschließlich QN5 zu erfüllen. Einige elastische Bodenbeläge sind mit dem Blauen Engel ausgezeichnet, darunter auch Elastomer-Bodenbeläge (Stand Nov 2015). Das gilt auch für die in WECOBIS noch nicht enthaltenen Kork-Bodenbeläge, die ebenfalls zu den Elastischen Bodenbelägen gehören.

Tabelle: Anforderungen an die Verwendung von elastischen Bodenbelägen

1 Die Produktdokumentation (z.B. über Produktdatenblätter, Technische Merkblätter) ist die Mindestanforderung, die grundsätzlich für alle durch Kriteriensteckbrief 1.1.6 betroffenen Produktgruppen erfüllt sein muss. Zusätzlich ist für alle diese Produktgruppen immer auch die Deklaration von SVHC der Kandidatenliste nach REACH (z.B. Sicherheitsdatenblätter, Leistungserklärung, Herstellererklärung) erforderlich. Produktgruppenabhängig können auch noch andere Nachweise gefordert sein.

2 Für die genannten Elastischen Bodenbeläge ist die Vorlage einer Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas erforderlich.

3 Sofern innerhalb der Qualitätsniveaus auf aggregierte Produktkennzeichnungen verwiesen wird (Emicode, Blauer Engel, etc.), ist es zulässig vergleichbare Nachweise (weitere Umweltzeichen, Angaben in Sicherheits- oder Produktdatenblätter etc.) heranzuziehen. Dabei bezieht sich die Vergleichbarkeit nur auf die Anforderungen hinsichtlich der jeweiligen zu betrachtenden Schadstoffgruppen.

Planungs- und Ausschreibungshilfen mit Textbausteinen

Tabellarische Übersichten mit allen Einzelkriterien für Planung und Ausschreibung sind im neuen Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter "Elastische Bodenbeläge" zu finden. Die Tabellen dort enthalten auch detaillierte Informationen zu den Nachweismöglichkeiten (z.B. über andere Produktkennzeichnungen) und damit zur Prüfung der angebotenen Produkte. Außerdem finden sich dort auch die für die verschiedenen Qualitätsniveaus zugehörigen Textbausteine (auch als rtf-Download).

BNB-Kriterium BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BK_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im Falle einer Sanierungsmaßnahme wird BN_1.1.6 ergänzt durch das BNB-Kriterium BK_1.1.6. Dieses zielt auf die Adressierung und Ausschleusung von Materialien in der bestehenden Bausubstanz, die ein Risikopotenzial für Mensch und Umwelt darstellen. Die Bewertung erfolgt anhand einer Einstufung der Baumaterialien in ein vorgegebenes Schadstoffkataster mit 14 Schadstoffgruppen aufgrund ihres Schädigungspotentials und der jeweiligen Sanierungsmaßnahmen. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 4 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung er Substitution eines Stoffes.

Weitere Informationen zu den Einzelkriterien im Bestand siehe BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung). Für den Einbau von neuen Materialien gilt BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau).

Die Einordnung von Materialien im Bestand erfolgt in WECOBIS jeweils gesammelt für die ganze Obergruppe der Bodenbeläge. Siehe dazu Bodenbeläge im Bestand.

Die an dieser Stelle beschriebenen Elastomer-Bodenbeläge (= aktuell am Markt verfügbare Produktgruppen) enthalten keine Problemstoffe, welche bei der Sanierung relevant sind.

BNB-Kriterium BN_3.1.3 - Innenraumhygiene

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_3.1.3 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Ziel des BNB-Kriteriums 3.1.3 ist die Sicherstellung der Luftqualität im Innenraum unter hygienischen Gesichtspunkten, die zu keinen negativen Effekten hinsichtlich der Befindlichkeit der Raumnutzer führt, die hygienische Sicherheit garantiert und somit möglichst auch eine empfundene hohe olfaktorische Luftqualität gewährleistet.
Die Bewertung erfolgt anhand der Berechnung der personenbezogenen Luftwechselrate sowie anhand von Raumluftmessungen auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt.
Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert und der Einsatz emissionsarmer Materialien die Bauphase begleitend dokumentiert wird. BNB-Kriterium 3.1.3 steht deshalb in engem Zusammenhang mit der Erfüllung der Einzelkriterien für BNB-Kriterium 1.1.6.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_3.1.3 Innenraumhygiene (Neubau)

Einordnung der Elastischen Bodenbeläge

Neben der inhaltlichen Zusammensetzung kann für die Wirkung eines Baustoffes auch die Einbausituation vor Ort (Menge, Raumgröße, Klima, Temperaturen etc.), sowie die Verarbeitung und Wechselwirkung mit anderen Materialien entscheidend sein.

Um das Risiko für Emissionen zu minimieren bzw. die Quelle für auftretende Emissionen zu finden, muss der gesamte Fußbodenaufbau betrachtet werden. Bei Systemprodukten aus einem elastischen Bodenbelag auf einer Trägerplatte aus Holz sind Formaldehyd-Emissionen möglich. Auch Verlegewerkstoffe können verschiedene Substanzen emittieren.

Während der Nutzungsphase von Elastomer-Bodenbelägen können zahlreiche, teils geruchsintensive, Substanzen ausgasen (→ Nutzung).

Produktgruppe Zu erwartende VOC-Emissionen Zu erwartende
Formaldehyd-­Emissionen
Linoleum-Bodenbeläge 1 2
möglich  keine
Elastomer-Bodenbeläge  1 2 möglich  keine
PVC-Bodenbeläge 1 möglich  keine
Polyolefin-Bodenbeläge 1 2 möglich  keine
keine
Die Produktgruppe enthält kein Formaldehyd oder keine VOC.
möglich
Die Produkte der Produktgruppe unterscheiden sich bezüglich der zu erwartenden VOC- oder Formaldehyd-Emissionen.
hoch
Die Produktgruppe verursacht grundsätzlich hohe VOC-Emissionen oder Formaldehyd-Emissionen. Alternativen sind vorzugsweise in der Wahl funktional gleichwertiger Baustoffe anderer Produktgruppen oder anderer Konstruktionen zu suchen.

1 Für die Erteilung der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung wird eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen durchgeführt (dies gilt nur für dauerhaft genutze Räume, nicht für Verkehrswege).
2 Für Produkte dieser Produktgruppe gibt es Zeichen und Labels für besonders emissionsarme Produkte, detaillierte Informationen dazu siehe Reiter "Zeichen & Deklarationen".

BNB-Kriterium BN_4.1.4 - Rückbau, Trennung, Verwertung

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_4.1.4 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im BNB Kriteriensteckbrief 4.1.4 werden Konstruktionen nach ihrer Rückbaubarkeit, Trennbarkeit und Verwertbarkeit eingestuft.
WECOBIS kann eine aktuelle Information über mögliche Umwelt- und Gesundheitsgefährdungsaspekte im Zuge von Rückbau und Entsorgung auf Bauproduktgruppenebene geben. Eine Betrachtung von ganzen Konstruktionen kann derzeit in WECOBIS noch nicht erfolgen. Ein Bauteilmodul ist jedoch in Planung. Ergänzend zu Leitfäden und Arbeitshilfen helfen die bauproduktgruppenspezifischen Aspekte dem Koordinator jedoch auch jetzt schon, die Komponenten Umwelt und Gesundheit für den Steckbrief 4.1.4 einzuordnen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_4.1.4 – Rückbau, Trennung, Vewertung

Rückbaubarkeit

Für die Bewertung gemäß BNB 4.1.4 wirkt sich der Einsatz abfallarmer Konstruktionen, die die Möglichkeit eines sortenreinen Rückbaus erlauben, günstig aus. Die Rückbaubarkeit beschreibt den Aufwand, der für Demontage oder Abbruch eines Bauteils aus dem Gebäudeverband nötig ist.
Die Rückbaubarkeit von Bodenbelägen hängt stark von der Art der Verlegung ab.

Rückbaubarkeit

Geringer Rückbauaufwand → hoher Rückbauaufwand

Verlegeart

lose verlegt

verspannt

vernagelt

streifenweise verklebt

vermörtelt

vollflächig verklebt

Elastische Bodenbeläge1

 

 

 

 

 

x

Textile Bodenbeläge

x

x

x

x

 

x

Mineralische Bodenbeläge

 

 

 

 

x

x

Laminat-Bodenbeläge, Fertigparkett

x

 

 

x

 

x

Dielenboden

 

 

x

 

 

 

Massivparkett

 

 

x

x

 

x

1 Da Elastische Bodenbeläge i. d. R. vollflächig verklebt werden, ist deren Rückbau mit hohem Aufwand verbunden. Aufgrund der daraus resultierenden Beschädigung des Bodenbelags ist eine Weiterverwendung nicht möglich. Definierte Trennvliese können hier zu besserer Trennbarkeit beitragen.
Weitere Informationen siehe Reiter Nachnutzung / Rückbaubarkeit und Sortenreinheit

Sortenreinheit

Beschreibt den Aufwand, der für die sortenreine Trennung mehrschichtiger und / oder inhomogener Bauteile anfällt. Eine hohe Sortenreinheit z. B. durch homogene Baustoffe und leicht trennbare Bauteilschichten führt tendenziell zur Aufwertung in der Bewertung nach Kriterium 4.1.4.

Weitere Informationen siehe Reiter Nachnutzung / Rückbaubarkeit und Sortenreinheit

Verwertbarkeit

Für die Bewertung der Verwertbarkeit der Baustofffraktionen gelten die zur Zeit der Bewertung am Markt aktuell verfügbaren technischen Verfahren. Eine bessere Verwertbarkeit / höherwertige Verwertung führt tendenziell zu einer Aufwertung. Eine theoretische aber nicht realisierte Verwertbarkeit führt tendenziell zu einer Abwertung. Alternativ können bei Bauteilen mit langer zu erwartender Nutzungsdauer Forschungsvorhaben, die praktikable Lösungsmöglichkeiten in absehbarer Zeit zur Verfügung stellen können, positiv bewertet werden.

Verwertungs- / Beseitigungswege Hochwertige Verwertung Minderwertige Verwertung Energetische Verwertung Deponierung
Linoleum-Bodenbeläge  Nicht möglich wegen Verklebung Möglich, wirtschaftlich nicht attraktiv Momentan der übliche Verwertungsweg Nicht zulässig, Vorbehandlung nötig
Elastomer-Bodenbeläge Nicht möglich wegen Verklebung Möglich Momentan der übliche Beseitigungsweg Nicht zulässig, Vorbehandlung nötig
PVC-Bodenbeläge Nicht möglich wegen Verklebung  Möglich, Rücknahmesysteme vorhanden, steigend1 wegen fehlender ökologischer Behandlungsalternativen Thermische bzw. mechanische Abfallbehandlung in mechanisch-biologischen Aufbereitungsanlagen momentan der übliche Beseitigungsweg2 Nicht zulässig, Vorbehandlung nötig
Polyolefin-Bodenbeläge Nicht möglich wegen Verklebung Möglich, wirtschaftlich nicht attraktiv Momentan der übliche Verwertungsweg Nicht zulässig, Vorbehandlung nötig
Hochwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung gleichwertiger Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Minderwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung untergeordneter Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Energetische Verwertung
Die Produktgruppe wird in einer Verbrennungsanlage energetisch verwertet.
Deponierung
Die Produktgruppe wird ggf. nach thermischer Vorbehandlung deponiert.

1 Der Anteil an Nachgebrauchsabfällen ("post-consumer") lag 2007 bei ca. 403.000. Davon wurden ca. 77.000 Tonnen werkstofflich und rohstofflich recycelt (http://www.pvcrecyclingfinder.com/pvc-recycling.html, Zugriff am 23.10.2014). Dies entspricht einer Recyclingquote von 19 % bei Gesamt-PVC. Aussagen zu PVC-Bodenbelägen liegen nicht vor.
2 Geringer Energiegewinn; hauptverantwortlich für Chloreintrag in Verbrennungsanlagen

Weitere Informationen siehe Reiter Nachnutzung / Stoffliche Verwertung, Energetische Verwertung

Quellen

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Kriterium 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt, abrufbar unter BNB_BN_1.1.6 Version V 2015

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 3.1.3 Innenraumhygiene, abrufbar unter bnb-nachhaltigesbauen BNB_BN2011-1_313 (Online-Quelle), abgerufen 29.10.2014 

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 4.1.4 Rückbau, Trennung und Verwertung, abrufbar unter bnb-nachhaltigesbauen BNB_BN2011-1_414 (Online-Quelle), abgerufen 29.10.2014

Zwiener/Mötzl: Ökologisches Baustofflexikon 3. Auflage 2006

Mötzl, Pladerer et al.: Assessment of Buildings and Constructions (ABC) – Disposal. Maßzahlen für die Entsorgungseigenschaften von Gebäuden und Konstruktionen für die Lebenszyklusbewertung. Berichte aus Energie- und Umweltforschung, 30.12.2009.

Elastomer-Bodenbeläge

Technisches

Technische Daten

Flächengewicht [kg/m²] 3.3

Baustoffklasse nach DIN 4102-1

B1 - B2

Euroklasse nach DIN EN 13501-1

Bfl-s1, Cfl-s1, Cfl-s2, Efl

Technische Regeln (DIN, EN)

DIN EN 1816 Elastische Bodenbeläge - Spezifikation für homogene und heterogene ebene Elastomer-Bodenbeläge mit Schaumstoffbeschichtung; Deutsche Fassung EN 1816:2010
DIN EN 1817 Elastische Bodenbeläge - Spezifikation für homogene und heterogene ebene Elastomer-Bodenbeläge; Deutsche Fassung EN 1817:2010
DIN EN 12199

Elastische Bodenbeläge - Spezifikationen für homogene und heterogene profilierte Elastomer-Bodenbeläge; Deutsche Fassung EN 12199:2010

DIN EN 14521 Elastische Bodenbeläge - Spezifikation für ebene Elastomer-Bodenbeläge mit oder ohne Schaumunterschicht mit einer dekorativen Schicht; Deutsche Fassung EN 14521:2004
DIN EN ISO 10874 Elastische, textile und Laminat-Bodenbeläge - Klassifizierung; Deutsche Fassung EN ISO 10874:2012
DIN EN 14041 Elastische, textile und Laminat-Bodenbeläge - Wesentliche Eigenschaften;
Deutsche Fassung EN 14041:2004+AC:2005+AC:2006

Bauregelliste

Das Deutsche Institut für Bautechnik stellt in den Bauregellisten A, B und C die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten sowie bauaufsichtlich geregelte und nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten auf.
Nach Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder wird die Bauregelliste bekannt gegeben. Erwerb und weiterführende Informationen zu Bauregelliste und ihren Regelungsbereichen siehe unter → www.dibt.de
Eine Darstellung und Erläuterungen zur Klassifizierung von Bauprodukten siehe im Lexikon → Klassifizierung von Bauprodukten

Bauregelliste 2014/1, 7. März 2014:

  • B Teil 1, 1.18.1 Elastische, textile und Laminat-Bodenbeläge
  • C Teil 2 Bauprodukte für den Ausbau, 2.9 Bodenbeläge

Quellen

Pech, Anton; Pöhn, Christian: Bauphysik. Band 1 von Baukonstruktionen / Baukonstruktionen. Springer DE, 2004.

Elastomer-Bodenbeläge

Literaturtipps

König, H.: Wege zum Gesunden Bauen, Ökobuch-Verlag 1997;

Bodenbeläge im Bürobau: Vergleich über 50 Jahre. KBOB/IPB-Empfehlung 2000/1, KBOB/IPB (Hrsg.), 2000. http://www.bbl.admin.ch/kbob/ „Publikationen“ –> „Empfehlungen Nachhaltiges Bauen“ > „Empfehlungen 1999 - 2003“, Bodenbeläge im Bürobau - Vergleich über 50 Jahre, Nr. 2000/1

Günther Albrecht et al.: Life cycle assessment study on resilient floor coverings, Fraunhofer-Institut für Lebensmitteltechnologie und Verpackung, 1997

Stiftung Warentest 5/2003 „Bodenbeläge“ S. 70-74

Mötzl, H., Bauer, B., et al.: Planungsleitfaden: Ökologische Baustoffauswahl, Interreg III A - Projekt Ökologisches Bauen und Beschaffen für Kommunen in der Bodensee-Region, IBO - Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie GmbH, 2007

Statistisches Bundesamt: Produktion im produzierendem Gewerbe 1996 - 1998, Bodenbeläge, Statistisches Bundesamt, 2000, Wiesbaden

Zwiener/Mötzl: Ökologisches Baustofflexikon 3. Auflage 2006

Beseke, F. / Internetseite der deutschen Bodenlegerbranche, 2000:

http://www.bodenleger.de

Elastomer-Bodenbeläge

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

Elastomer-Bodenbeläge 2.1.1

Zusammensetzung eines Elastomer-Bodenbelags gemäß Richtrezeptur

Naturkautschukanteil: keine Angabe

Quelle: ERMFI (2013)

Stofferläuterung Ausgangsstoffe

Elastomer-Bodenbeläge bestehen vorwiegend aus Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), Nitril-Butadien-Kautschuk (NBR) sowie Sonderqualitäten aus Ethen-Propen-Terpolymer (EPDM).

Naturkautschukböden aus weitestgehend natürlichen Rohstoffen finden kaum mehr Anwendung. Dem Synthesekautschuk wird aber Naturkautschuk zugegeben, damit er das Material geschmeidiger macht.

Als mineralische Füllstoffe werden z. B. Kreide, Kieselgur, Tonerdegel zugegeben. Es werden anorganische und organische Pigmente eingesetzt.

An Zusatzstoffen können Vulkanisationsbeschleuniger (organ. Schwefel- und Stickstoffverbindungen), Beschleunigungsaktivatoren (ZnO, PbO), Verteiler (ZnO, MgCO3, Kieselsäure) zur Erhöhung des Elastizitätsmoduls, Weichmacher (niedermolekulare Polymerisate, Paraffine), Alterungsschutzmittel und Haftmittel beigegeben werden.

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Elastomer-Bodenbeläge 2.1.2

Zusammensetzung eines Elastomer-Bodenbelags nach Rohstoffherkunft

Anmerkung: Die Pigmente wurden zu den mineralischen Stoffen gezählt. Es können aber auch Pigmente aus fossilen Rohstoffen zum Einsatz kommen. Der durchschnittliche Anteil an Naturkautschuk ist nicht bekannt.

Gewinnung der Primärrohstoffe

Styrol-Butadien-Rubber (Abk. SBR) wird durch Copolymerisation von Butadien und Styrol unter Mitwirkung vieler Hilfsstoffe hergestellt. Das Verhältnis Butadien zu Styrol beträgt dabei ca. 3:1.

Die anorganischen Füllstoffe werden entweder im Tagebau (Kreide) oder in technischen Prozessen (Tonerdegel, Kieselgur) gewonnen.

Verfügbarkeit

SBR besteht aus fossilen, begrenzt verfügbaren Rohstoffen. Für die mineralischen Füllstoffe und die anorganischen Pigmente dürfte eine gute Verfügbarkeit gegeben sein.

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Der Einsatz von Produktionsabfällen ist nach Aufbereitung in der Produktion möglich.

Radioaktivität

Elastomer-Bodenbeläge enthalten keine relevanten Rohstoffe mit radioaktiven Eigenschaften.

Landinanspruchnahme (Landuse)

Die Landinanspruchnahme für die Bereitstellung von fossilen Rohstoffen ist hoch.

Quellen

ERFMI (2013): Environmental Product Declaration: Homogeneous and heterogeneous smooth rubber floor coverings according to EN 1817. ERFMI (European Resilient Flooring Manufacturers’ Institute). Hrsg: Institut für Bauen und Umwelt (IBU). 01.04.2013

Elastomer-Bodenbeläge

Herstellung

Prozesskette

Prozess-Gummi

Herstellungsprozess

Zur Herstellung der Elastomer-Bodenbeläge aus SBR wird plastifiziertes Emulsions-SBR unter Zugabe der Additive bei Temperaturen um 50 °C gewalzt. Die klassische Vernetzung erfolgt mit elementarem Schwefel unter Zusatz von Vulkanisationsbeschleunigern. Durch die Zugabe von Alterungsschutzmitteln werden Elastomer-Bodenbeläge gegen den Einfluss von Licht und Sauerstoff geschützt. Weichmacher sind nicht erforderlich.

Die Herstellung von Elastomer-Bodenbelägen ist relativ einfach und beinhaltet wenig chemische Prozesse. Die Produktbestandteile (Kautschuk, Füllstoffe, Pigmente, Additive) werden vermischt und nachfolgend unter Wärme und Druck auf Kalandern zu Bahnen verpresst. Bei größeren Materialdicken werden mehrere Schichten zum fertigen Bodenbelag unter Druck und Temperatur miteinander verbunden. Fliesen- und Plattenware wird in Hochdruckpressen bei hoher Temperatur gepresst. Allen Elastomer-Bodenbelägen ist gemeinsam, dass sie nach der Herstellung der Bahn oder Platte vulkanisiert werden. Dabei wird der Kautschuk mit Hilfe von Vulkanisierchemikalien (z. B. Schwefel) unter Druck und Temperatur vernetzt und erhält so seine materialtypischen, elastomeren Eigenschaften. Eine Oberflächenbehandlung wird bei Bodenbelägen aus Kautschuk nicht vorgenommen.

Besondere Risiken sind bei der Herstellung von Elastomer-Bodenbelägen nicht vorhanden. Die wesentlichen Risiken sind in der chemischen Herstellung von Synthesekautschuk (Butadien,  Styrol) zu lokalisieren.

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB liefern.

Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Live- Datensätze.
Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Im Kapitel Energieaufwand finden sich ggf. allgemeine Informationen zum Thema, die die Produktgruppe prägen.

Energieaufwand

Der Energieeinsatz zur Herstellung von Synthesekautschuk beträgt 160 MJ/m².

Der kumulierte Primärenergieaufwand für die Herstellung von Elastomer-Bodenbelägen ist vom Anteil Synthesekautschuk, vom Anteil der verschiedenen Additive und der Verarbeitung zum fertigen Bodenbelag abhängig. Die Füllstoffe und auch der Naturkautschukanteil haben vermutlich nur einen geringen Einfluss. Allerdings sind auch bei den Füllstoffen Materialien mit verhältnismäßig aufwendigem Herstellungsprozess und entsprechendem Primärenergieaufwand möglich (z.B. Russ). Die Datenlage ist für Elastomer-Bodenbeläge allgemein unbefriedigend. Es sind keine repräsentativen und zuverlässigen Daten zur Herstellungsenergie verfügbar. Für die meisten Inhaltstoffe und auch die Verarbeitung gibt es nur Einzelwerte. Man ist auf chemisch-technische Analogieüberlegungen angewiesen.

System-beispiele
Elastomer-Bodenbelag mit Naturkautschuk und hohem mineralischem Füllstoffanteil
Elastomer-Bodenbelag ohne Naturkautschuk und niedrigem mineralischem Füllstoffanteil
Polyolefin-
Boden-
belag
Linoleum-
Boden-
belag
PVC-
Boden-
belag

Dicke [mm]

2
4
2
2-6
2-3
Primärenergie-
aufwand
Rohstoffe [MJ/m²]
70-80
260-270
95-145
27-65
95-145
Oberflächen [MJ/m²]
0
0
1
0.5-1.5
1
Verarbeitung [MJ/m²]
55-65
100-110
10-20
15-20
15-25
Summe [MJ/m²]

130-140

65-375

115-160

42-85

115-165

Summe [MJ/kg]
35-45
60-65
35-90 17-18 45-55

Der kumulierte Primärenergieaufwand von Elastomer-Bodenbelägen pro Flächeneinheit ist hauptsächlich von der Belagdicke anhängig. Eine gewisse Rolle spielen die in der Herstellung relativ energiearmen mineralischen Füllstoffe und der Naturkautschuk. Sie reduzieren den massenbezogenen Primärenergieaufwand.

In der Tabelle (Quelle ECOBIS2000) ist der kumulierte Primärenergieaufwand für typische Elastomer-Bodenbeläge den Werten für Polyolefin-, Linoleum- und PVC-Bodenbelägen gegenübergestellt. Bei vergleichbarer Dicke ist der Primärenergieaufwand ähnlich wie bei den anderen Kunststoffbodenbelägen (Polyolefin, PVC), jedoch deutlich höher als derjenige von Linoleum.

Graue Energie

Quelle: eco-devis 663, Ökologische Leistungsbeschreibungen; NPK 663, Beläge in Linoleum, Kunststoffen, Textilien und dgl., www.eco-devis.ch/deutsch/

Charakteristische Emissionen

Die Herstellung von SBR aus den Ausgangsstoffen Styrol und Butadien ist mit einer Vielzahl von Umweltbelastungen verbunden. Die Ausgangsstoffe werden aus fossilen Rohstoffen (Erdöl oder Erdgas) gewonnen und haben hohe humantoxische Relevanz. Emissionsseitig dominieren Kohlenwasserstoffemissionen in die Luft.

Bei der Vulkanisation von SBR bilden sich Nitrosamine, die stark krebserzeugend sind und z. B. in Lagerhallen nachgewiesen wurden. Eine Belastung durch Nitrosamine in den Produktionsstätten und im Bereich der Lager kann daher nicht ausgeschlossen werden.

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Die einzuhaltenden Arbeitsplatzgrenzwerte für Chemikalien werden regelmäßigen durch Messungen überprüft. In den Lärmbereichen an Schwermaschinen wird Gehörschutz benutzt. Die Anhebung von Lasten (Rohstoffen) wird in vielfältiger Weise durch geeignete Hebehilfen unterstützt.

Transport

Elastomer-Bodenbeläge werden in verschiedenen Ländern Europas (z. B. Finnland, Italien) produziert. Die Rohstoffe werden zum Teil über weite Transportwege geliefert.

Elastomer-Bodenbeläge

Verarbeitung

Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Elastomer-Bodenbeläge werden vollflächig auf den Untergrund verklebt. Je nach Belagsart, vorgesehenem Einsatzbereich und Beanspruchungsgrad werden drei unterschiedliche Klebemittel verwendet:

  • Reaktionsklebstoffe (Zwei-Komponentenkleber)
  • Dispersionsklebstoff (Einseitkleber)
  • Kontaktkleber (Synthesekautschuk)

Wann immer möglich, sollten emissionsarme Dispersions-Klebstoffe mit EMICODE EC1 oder zumindest GISCODE D1 verwendet werden.

Weitere Informationen zu Verlegewerkstoffen siehe⇒ Datenblatt Bodenbeläge, Rubrik „Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen“

Während der Verlegung und Abbindezeit des Klebstoffs ist eine direkte Sonnenbestrahlung zu vermeiden. Kleberflecken sind mit Flüssigwachs sofort zu entfernen. Die Feuchtreinigung ist erst nach Abbinden des Klebers, in der Regel nach 48 Stunden, durchzuführen.

Die Bahnen werden thermisch mit Schweißschnüren oder chemisch mit 2-Komponenten-Fugenmassen verfugt.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Arbeitshygienische Risiken können bei folgenden Arbeitsschritten bei der Verlegung von PVC-Bodenbelägen auftreten:

AGW-Werte

Bei der Bearbeitung ist allenfalls der allgemeine Staubgrenzwert zu beachten (TRGS 900 „Arbeitsplatzgrenzwerte“, §2.4):

  • 10 mg/m3 einatembare Fraktion (E-Staub)
  • 3 mg/m3 alveolengängige Fraktion (A-Staub)

wobei von einer geringen Staubexposition ausgegangen werden kann.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden.

Elastomer-Bodenbeläge werden als Erzeugnis eingestuft. Aus diesem Grund ist kein Sicherheitsdatenblatt erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen.
Besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) sind nach heutigem Kenntnisstand nicht enthalten.

Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU

Das Gefahrstoff-Informationssystem der Berufsgenossenschaft BAU (GISBAU) enthält keine GISCODE-Einstufung für Elastomer-Bodenbeläge.

GISBAU-Einstufung für Verlegewerkstoffe sind im Datenblatt „Bodenbeläge“ in der Rubrik „Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU“  zu finden, nähere Informationen unter http://www.wingis-online.de/wingisonline/GISCodes.aspx?GGID=1

Informationen zu Bodenbelagsarbeiten sind in www.wingis-online.de unter Bau-Bereich "Bodenbelagsarbeiten" zu finden. Das Kapitel enthält Informationen zu Verarbeitung von Estrichen, Klebstoffen, Reparatur- und Vergussmassen, Oberflächenbeschichtungen, Spachtelmassen, Verdünnern sowie Vorstrichen / Grundierungen.

Emissionen

Arbeitshygienisch relevante Emissionen (VOC, SVOC) können bei der Verklebung und beim Verfugen mit 2-Komponenten-Fugenmasse auftreten (siehe auch Technische Hinweise/Verarbeitungsempfehlungen).

Das thermische Verfugen mit Schweißschnüren verursacht keine arbeitshygienisch relevanten Emissionen von flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOC).

Umweltrelevante Informationen

Der Energiebedarf für die Verarbeitung ist vernachlässigbar.

Transport

Der Transport zum Endverbraucher erfolgt nahezu ausschließlich per LKW. Elastomer-Bodenbeläge sind an wenigen Produktionsorten hergestellte Beläge, mit weiten Transportwegen ist daher zu rechnen. In den Umwelt-Produktdeklarationen von ERFMI wird eine Auslieferweite von 2000 km angenommen.

Quellen

ERFMI (2013): Environmental Product Declaration: Homogeneous and heterogeneous smooth rubber floor coverings according to EN 1817. ERFMI (European Resilient Flooring Manufacturers’ Institute). Hrsg: Institut für Bauen und Umwelt (IBU). 01.04.2013

Elastomer-Bodenbeläge

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Bodenbeläge nach DIN EN 14041, die für die Verwendung in Aufenthaltsräumen in Deutschland vorgesehen sind, müssen zusätzlich zum CE-Zeichen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung aufweisen. Grundlage für die Erteilung dieser Zulassung ist aus Gründen des Gesundheits- und Umweltschutzes eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas. Durch eine vom DIBt anerkannte Prüfstelle wird die Überwachung und Kontrolle der Produktspezifikation gewährleistet und mit dem Testat „Ü“ (steht für Übereinstimmung) bestätigt.

Elastomer-Bodenbeläge verbreiten über längere Zeit ihren typischen Gummigeruch. Die geruchsbildenden Stoffe konnten zum Teil identifiziert werden. Es handelt sich um typische Nebenprodukte der Styrol-Butadien-Synthese.

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Elastomer-Bodenbeläge werden in Innenräumen angewandt.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Bekannte Emissionen aus Elastomer-Bodenbelägen sind krebserzeugende Nitrosamine sowie verschiedene VOC, darunter Vinylcyclohexen und 4-Phenylcyclohexen. Vinylcyclohexen wird im Körper zum Diepoxid abgebaut und ist daher gemäß CLP-Verordnung (H 351) als krebserzeugend (Kat. 2) eingestuft. 4-Phenylcyclohexen ist sehr geruchsintensiv.

Elastomer-Bodenbeläge können umweltrelevante Bestandteile enthalten, die durch Diffusion, Auswaschung oder Abrasion (Abrieb, Abtrag) in die Umwelt gelangen können. Dass bei gewissen Pigmenten heute noch schwermetallhaltige Verbindungen zum Einsatz kommen, ist eher unwahrscheinlich.

Ein Reihe von Elastomer-Bodenbelägen sind mit dem "Blauen Engel" oder dem "Österreichischen Umweltzeichen" ausgezeichnet.

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Elastomer-Bodenbeläge werden in Innenräumen angewandt.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Kautschukbeläge sind nach DIN 4102, Teil 1 als schwer entflammbar eingestuft. Da sie frei von PVC und Halogenen sind, setzen sie im Brandfall keinen Chlorwasserstoff frei. Darüber hinaus sind spezielle Brandschutzqualitäten erhältlich, die hohe brandhemmende Eigenschaften besitzen und eine extrem niedrige Flammenausbreitung aufweisen.

Quelle: www.baunetzwissen.de

Wassereinwirkung

Es bestehen keine Umwelt- oder Gesundheitsrisiken im Schadensfall durch Wassereinwirkung.

Beständigkeit Nutzungszustand

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.
Datenbank als PDF

Elastomer-Bodenbeläge fallen unter die Bauproduktgruppe Deckenbeläge (Code Nr. 352.711), für die eine Nutzungsdauer von 20 Jahren angegeben wird.

Elastomer-Bodenbeläge sind glutbeständig (Zigarettenkippen). Sie sind beständig gegen die gebräuchlichsten Säuren und Laugen. Je nach Zusammensetzung sind Elastomerbeläge empfindlich gegen Öle, Fette und Lösemittel.

Instandhaltung

Grundsätzlich sollte das Reinigungskonzept an die Nutzung angepasst und Reinigungs- und Pflegeempfehlungen des Herstellers beachtet werden. Bei den Reinigungsmitteln ist die Ergiebigkeit zu berücksichtigen. Umweltzeichen können eine Orientierungshilfe über die Umweltverträglichkeit bieten. Zweckmäßig geplante Schmutzschleusen reduzieren den Reinigungsaufwand beträchtlich, und die regelmäßige Entfernung von losem Schmutz erhöht die Lebensdauer.

Eine Grundreinigung von Elastomer-Bodenbelägen ist in der Regel nicht erforderlich. Wird eine Grundreinigung durchgeführt, so sind mögliche Gesundheits- oder Umweltgefährdungen durch Inhaltsstoffe wie Lösemittel zu vermeiden.

Haftende Verschmutzungen auf Elastomer-Bodenbelägen können durch Nasswischen oder Scheuersaugen entfernt werden. Dabei darf der pH-Wert der Reinigungsmittel maximal 11,5 betragen. Reiben oder Scheuern mit scharfen und harten Gegenständen kann die Belagsoberfläche beschädigen, daher sollte man keine stark abrasiven Pads oder Schwämme benützen.

Quellen

Zwiener/Mötzl (2006): Ökologisches Baustoff-Lexikon, 3. Auflage, C.F. Müller 2006

rationell reinigen, 4/2011

"ÖkoKauf Wien" Kriterienkatalog 10001 Reinigungsmittel, 17.10.2012

Elastomer-Bodenbeläge

Nachnutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

Beim Rückbau heute hergestellter Elastomer-Bodenbeläge ist mit keinem besonderen Umwelt- oder Gesundheitsrisiko zu rechnen.

Wiederverwendung

Eine Weiterverwendung ist wegen Verklebung mit dem Untergrund nicht möglich.

Stoffliche Verwertung

Das Recycling wird durch spezialisierte Firmen durchgeführt; teilweise werden von den Herstellern aber auch Rücknahmesysteme angeboten.

Sortenreinheit für eine hochwertige stoffliche Verwertung ist wegen der teilweise enthaltenen Copolymere (Styrol-Isopren-Styrol {SIS} und Styrol-Butadien-Styrol {SBS}) eher schwierig zu erreichen. Daher finden ausgebaute Elastomerbeläge eher als Granulat für den Straßenbelag Verwendung. Die recyclierten Beläge werden zusammen mit Produktionsabfällen granuliert und können auch als Füllstoffe für andere Produkte wie z. B. Polyurethan gebundene Matten oder Sportplatzbeläge verwendet werden.

Das Downcycling ist umstritten. Man ersetzt dadurch lediglich gut verfügbare Füllstoffe, deren Herstellung wohl selten aufwändiger ist als das Recyclieren von Bodenbelägen.

Energetische Verwertung

Elastomer-Bodenbeläge haben wegen ihres hohen Füllstoffanteils einen niedrigen Heizwert. Sie sind wegen des Schwefelgehalts in dafür zugelassenen Anlagen zu verwerten. Dabei entstehen größere Mengen Rückstände aus den Füllstoffen, Additiven (Zink) und Schwefelverbindungen. Diese müssen deponiert werden und enthalten in der Regel relativ leicht lösliche Schwermetalle, die sehr sorgfältig aus dem Abgas entfernt werden müssen, sowie zum Teil Halogenverbindungen, die leicht flüchtig sind.

Zur thermischen Verwertung sind Informationen beim Wirtschaftsverband der Kautschukindustrie, Zeppelinallee 69, 60487 Frankfurt/M, und unter www.wdk.de zu erhalten.

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Nach der aktuellen Gesetzgebung dürfen Abfälle aus Gummi nicht mehr abgelagert werden, sondern bedürfen vorher der thermischen Umwandlung organischer Bestandteile.

EAK-Abfallschlüssel

17 Bau- und Abbruchabfälle (einschließlich Aushub von Verunreinigten Standorten)
17 02 03 Kunststoff