Naturstein-Bodenbeläge

Produktgruppeninformation

Begriffsdefinition

Als Naturstein werden Gesteine bezeichnet, wie man sie in der Natur vorfindet. Naturstein als gesägtes oder behauenes Produkt wird zu Naturwerkstein. Natursteine lassen sich entsprechend ihrer Entstehung (Genese), in drei Gesteinsklassen unterteilen.

  • Erstarrungsgestein (Magmatite): Durch Erstarrung (Kristallisation) von Magma aus dem Erdinneren bildet sich magmatisches Gestein.
  • Ablagerungsgestein (Sedimentite): Durch die Ablagerung oder Bildung von Sedimenten an der Erdoberfläche entsteht durch Druck und ggf. Temperatur ein Sedimentgestein.
  • Umwandlungsgestein (Metamorphite): Durch Umwandlung unter bestimmten Druck- und Temperaturverhältnissen entstehen metamorphe Gesteine. 

Die verschiedenen Gesteinsgruppen unterscheiden sich durch ihren Mineralbestand, ihr Gefüge und ihren Porenraum. Gängige Steinsorten sind Granit, Sandstein, Kalkstein, Marmor, Schiefer, Basalt.

Wesentliche Bestandteile

Einziger Bestandteil ist der bearbeitete Naturstein selbst. Im Belagssystem werden außerdem noch Verlegewerkstoffe, Fugenmaterial und Oberflächenbeschichtungen benötigt.

Charakteristik

Natursteine zeichnen sich durch eine sehr hohe Wärmespeicherkapazität aus. Bezüglich Beständigkeit und Belastbarkeit weisen Naturstein-Bodenbeläge eine große Bandbreite auf. Selbst Natursteine mit gleicher oder ähnlicher Optik können sehr unterschiedliche technische Eigenschaften haben.

Granit und Basalt sind sehr harte, feste und oft dichte Natursteine. Sie können die höchste Belastbarkeitsklasse und die geringsten Abriebswerte aufweisen und auch im Außenbereich verwendet werden. Bei Bodenbelägen aus Granit oder Basalt sind auch nach Jahrzehnten kaum Nutzungsspuren sichtbar. Kalksteine und Marmore sind dagegen weniger hart und werden meistens im Innenbereich eingesetzt.
Kalkhaltige Natursteine (Kalkstein und Marmor), Gneise, Tonschiefer sind außerdem säureempfindlich und dürfen nicht mit sauren Reinigern gereinigt werden.

Den hohen Investitionskosten steht eine hohe Lebensdauer gegenüber.

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Die deutschen Steinbrüche sind häufig aufgrund von Naturschutzauflagen stillgelegt oder durch ungünstige geologische Verhältnisse unrentabel geworden. Die heutzutage in Europa verwendeten Naturwerksteine stammen meist aus Indien, China, Südafrika, Brasilien, Italien, Türkei, Spanien und Skandinavien. Mitunter sind daher weite Wege für die Anlieferung der schweren Natursteine mit Rohdichten zwischen 1300 und 2800 kg/m³ zurückzulegen. Neben den Transporten spielt die Herkunft der Natursteine wegen möglicher ökologischer und sozialer Missstände eine Rolle.

Ein großer Vorteil des Natursteins gegenüber anderen mineralischen Bodenbelägen ist, dass für die Gewinnung und Verarbeitung weitaus weniger Energie erforderlich ist, da kein Brennprozess stattfindet.

Ein wichtiger Faktor, stets im Gesamtsystem zu betrachten, ist, ob und welche Oberflächenbeschichtung der Steine notwendig sind. Für viele Gesteinsarten und Einsatzbereiche werden Beschichtungen mit hohem Lösemittelgehalt eingesetzt.

Natursteine sind im Allgemeinen reaktionsträge und geben praktisch keine Schadstoffe ab. Bei manchen Gesteinssorten (z. B. Granit) kann die spezifische Aktivität natürlicher Radionuklide (Radioaktivität) von Bedeutung sein.

Lieferzustand

Nachfolgende Plattenformate sind für Naturstein-Bodenbeläge standardisiert:

  • Bodenbelag in Bahnen: 1,5 cm; 2,0 cm, 3,0 cm Stärke: Die Platten sind in der Länge unterschiedlich, jedoch sind Bahnenbreiten von 15,0 cm, 20,0 cm, 25,0 cm, 30,0 cm, 40,0 cm üblich.
  • Natursteinfliesen mit 10 mm Stärke: 30,5 × 30,5 cm; 61,0 × 30,5 cm, 30,0 × 15 cm. Auch hier sind andere Formate erhältlich.
  • Natursteinpflaster: Als Großsteinpflaster, Kleinpflaster, Mosaikpflaster zwischen ca. 18 × 18 und 4 × 4 cm, oder als Steinplatte, daneben auch in Naturform.

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

Natursteine zeigen eine große Vielfalt auf und haben umfangreiche Anwendungsmöglichkeiten. Maserung, Farbigkeit und die Porosität der einzelnen Steine sowie ihre Bearbeitung als Oberfläche durch Stocken, Polieren oder Sandstrahlen bestimmen die räumliche Stimmung.

Natursteinböden werden im Wohn- und Objektbereich eingesetzt. Auch für Feuchträume ist Naturstein geeignet.

Marktsituation

Der Deutsche Naturwerksteinverband mit Sitz in Würzburg organisiert die bundesdeutschen Steinindustriebetriebe, der Bundesverband Deutscher Steinmetze in Frankfurt am Main vertritt die Interessen des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks. Beide Verbände haben eine gemeinsame Dachorganisation im Zentralverband der Deutschen Natursteinwirtschaft (ZDNW).

Marktsituation Bodenbeläge Deutschland

Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Naturstein

ttp://www.natursteinverband.de/contents/naturstein.baustoff.php

Naturstein-Bodenbeläge
Naturstein-Bodenbeläge

Planungs- und Ausschreibungshilfen

WECOBIS informiert produktneutral. An verschiedenen Stellen bietet WECOBIS jedoch auch Unterstützung dazu, wie sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften unterscheiden lassen.

Informationen hier im Reiter Ausschreibung:

  • Links zu materialökologischen Anforderungen und Textbausteinen für Planung und Ausschreibung im WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen,
  • Hinweise auf mögliche Quellen und Nachweisdokumente zu Planungs- und Ausschreibungskriterien,
  • zusammenfassende Informationen zum Lebenszyklus.

Übersicht Planungs- und Ausschreibungshilfen: Mineralische Bodenbeläge
Stand 03/2015

  Keramikfliesen und -PlattenKunststein-BodenbelägeNaturstein-Bodenbeläge
         
  Material-
ökologische Anforderungen
Im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen" bietet WECOBIS eine Übersicht zu möglichen materialökologischen Anforderungen und Textbausteine für Planung und Ausschreibung Inhalt aufklappen
   
Anforderungen und Textbausteine in WECOBIS

An mineralische Bodenbeläge stellt der BNB-Kriterienkatalog 1.1.6 keine Anforderungen. Deshalb gibt es für diese Produktgruppe auch keine Textbausteine im neuen Modul "Planungs- & Ausschreibungshilfen". Im Zusammenhang mit der Verarbeitung von mineralischen Bodenbelägen stehen aber Anforderungen an Verlegewerkstoffe unter Fliesen und Platten und an Beschichtungen auf mineralischen Bodenbelägen.

  Mögliche weitere Quellen Die hier genannten Quellen können materialökologische Anforderungen für die Planung und Ausschreibung enthalten. Inhalt aufklappen
   
Umweltbundesamt
(UBA)
Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“. Die Seiten werden gerade überarbeitet, sodass sich dort derzeit aus dem Baubereich nur Ausschreibungsempfehlungen zu Elastischen Bodenbelägen, Tapeten und Raufaser finden.
baubook ökologisch ausschreiben Die Plattform baubook ökologisch ausschreiben bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für mineralische Bodenbeläge finden sich Kriterien in der Gruppe der Bodenbeläge.
natureplus Ausschreibungstexte -
   

Übersicht Lebenszyklusinformationen: Mineralische Bodenbeläge

  Keramikfliesen und -PlattenKunststein-Bodenbeläge / Betonwerksteinkunstharzgeb. Kunststein-BodenbelägeNaturstein-Bodenbeläge
           
  Rohstoffe Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Rohstoffe)
   
Hauptbestandteile nach Rohstoffherkunft (gemäß Beispielrezeptur)
Anteil fossiler Rohstoffe 0 M-% 0 M-% 5 M-% 0 M-%
Anteil mineralischer Rohstofffe 100 M-% 100 M-% 95 M-% 100 M-%
Anteil erneuerbarer Rohstoffe 0 M-% 0 M-% 0 M-% 0 M-%
Charakteristische Inhaltsstoffe
Hauptbestandteile Ton und Kaolin, ev. weitere mineralische Zuschlagstoffe Gesteinskörnungen, Zement (ca. 25 Masseprozent) Gesteinskörnungen, Polyesterharze (ca. 5 Masseprozent)  Naturstein
Beschichtung Glasur Die Beschichtung wird meist erst nach der Verlegung ausgeführt und ist daher nicht Produktbestandteil.
Problematische Inhaltsstoffe
Potenziell gefährliche Inhaltsstoffe Früher wurden teilweise Glasuren mit radioaktiven oder schwermetallhaltigen Verbindungen eingesetzt. Solche Fälle sind in Deutschland aber schon lange nicht mehr bekannt geworden. In vulkanischen Gesteinen (z.B. Granit), kann die spezifische Aktivität natürlicher Radionuklide von Bedeutung sein.
Die Beschichtung kann Lösemittel oder andere problematische Inhaltsstoffe einhalten.
Sonstiges
Verwendung von erneuerbaren und Sekundär-Rohstoffen

Gebrannter Bruch kann zu Steinmehl gemahlen und dem Rohstoffgemenge wieder zugesetzt werden.

Recyclingmaterial kann als Gesteinskörnung eingesetzt werden. nicht möglich
  Herstellung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Herstellung)
   Ökobau.dat-Datensätze → 1. Mineralische Baustoffe / 1.3 Steine und Elemente / 1.3.07 Fliesen und Platten Derzeit keine Ökobau.dat-Datensätze vorhanden. → 1. Mineralische Baustoffe / 1.3 Steine und Elemente / 1.3.08 Naturwerkstein
Energiebedarf für die Herstellung Wegen des Brennvorgangs ist ein hoher Energie-aufwand für die Herstellung von Fliesen erforderlich. Der Energiebedarf für den Brennvorgang ist abhängig von der Fliesenart (v.a. Gewicht), der Brenntechnik (Brennofen, Brenntemperaturen, Anzahl der Brände), der Energieeffizienz des Herstellwerkes und der Qualität des Rohstoffgemisches. Der Energieaufwand für die Herstellung des Bindemittels (Zement bzw. Polyesterharz) ist hoch. Die Gesteinskörnungen werden mit geringem Aufwand hergestellt. Es ist keine Energie für einen Brennprozess erforderlich.
  Verarbeitung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Verarbeitung, zu ggf. vorhandenen verarbeitungsspezifischen Produktkennzeichnungen wie z.B. Giscode, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
  Arbeitshygienische Risiken

Beim Schneiden der Fliesen bzw. Platten oder beim Anmachen des Fliesenmörtels kann es zu Staubbelastungen kommen, welche über den Expositionsgrenzwerten liegen. Neben E-Staub (einatembare Fraktion) und A-Staub (alveolengängie Fraktion) entsteht auch alveolengängiger Quarzstaub (kann Krebserkrankungen der Atemwege verursachen). Zur Verminderung der Staubbelastung können die Belagsmaterialien z.B. nass geschnitten, entstehender Staub direkt erfasst und die Baustelle gereinigt werden.

  Terrazzo muss nach Erhärten geschliffen werden, wobei eine erhebliche Lärm- und Staubbelastung für VerarbeiterInnen entsteht.  
  Nutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nutzung, zur Innenraumhygiene nach BNB siehe siehe Reiter Bewertungssysteme, zu ggf. vorhandenen innenraumrelevanten Produktkennzeichnungen wie z.B. Blauer Engel, siehe Reiter Zeichen & Deklarationen)
   
Emissionen

In einer Studie des Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) wurden für die Baustoffgruppe Fliesen/Platten/Steingut sehr geringe Radonexposition gemessen.

Die Radionuklidkonzentration in den Ausgangsstoffen für Beton zeigt geologisch bedingt eine hohe Variabilität.
Bei Kunststeinen sind die im Vergleich zu sonstigen Betonanwendungen geringen Einsatzmengen zu beachten.

Die vom BfS untersuchten Granite sind selbst bei großflächiger Anwendung in Gebäuden uneingeschränkt verwendbar.

Andere Emissionen aus mineralischen Bodenbelägen sind nicht zu erwarten.

Geruch

Mineralische Bodenbeläge weisen keinen Geruch auf.

  Nachnutzung Inhalt aufklappen (detailliertere Informationen siehe Reiter Nachnutzung)
   
Rückbaubarkeit / Trennbarkeit Eine Rückgewinnung verklebter Bodenbeläge ist wegen der guten Haftung am Untergrund nicht bzw. nur mit großem Aufwand möglich. Intakte Fliesen bzw. Steine könnten gesäubert und wiederverwendet werden.
Verwertbarkeit / Recyclingfähigkeit

Gemahlene sortenreine Elementreste können als Magerungsmittel in der Produktion verwertet werden. Fliesenbruch kann auch als Splittersatz verwendet werden (Downcycling).

Verwertung als Splittersatz möglich.

Die stoffliche Verwertbarkeit kunstharzgebundener Steine ist wegen der Kunstharzanteile begrenzt.

Verwertung als Splittersatz möglich.
Typischer Entsorgungsweg Deponierung (Inertstoffdeponien)
Energiegewinnung möglich? nein
 

Weitere planungs- und ausschreibungsrelevante Informationen in WECOBIS

Allgemeine Unterstützung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten in Planung und Ausschreibung sowie Hinweise auf Leitfäden, Arbeitshilfen und Veröffentlichungen zum Nachhaltigen Bauen bietet das neue WECOBIS-Modul Planungs- & Ausschreibungshilfen unter Allgemeine Infos.

Naturstein-Bodenbeläge

Umweltdeklarationen

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht zu Zeichen & Deklarationen aus dem Bereich der mineralischen Bodenbeläge. Neben Herstellererklärungen, Informationen in Sicherheitsdatenblättern (SDB), Leistungserklärungen oder allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) können diese den Nachweis für umwelt- und gesundheitsrelevante Kriterien in Planung und Ausschreibung (s. Reiter Ausschreibung) ermöglichen. Detaillierte Informationen finden sich außerdem in den einzelnen Produktgruppen.

Übersicht Umweltdeklarationen: Mineralische Bodenbeläge

  Keramikfliesen und -Platten
Kunststein-BodenbelägeNaturstein-Bodenbeläge
         
  Umweltzeichen Umweltzeichen gehören zu den freiwilligen Produktkennzeichnungen. Sie bieten die Möglichkeit, Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz festzustellen, auch wenn sie keine allgemeinverbindlichen Gebote oder Verbote aufstellen können. Inhalt aufklappen
   
Blauer Engel - - -
EU-Umweltzeichen (Blume)

2009/607/EG Hartbeläge

- -
Österreichisches Umweltzeichen - -

-

natureplus-Qualitätszeichen -

-

-
Nordischer Schwan - - -
  GISBAU Klassifizierungs-system

Das GISBAU Klassifizierungssystem ermöglicht es durch den GISCODE oder GISBAU Produktcode, Produkte von denen die gleichen Gesundheitsgefahren ausgehen, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Klassifizierung ist auf den Arbeitsschutz ausgerichtet. Gemäß Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist grundsätzlich das Produkt mit den geringstmöglichen Belastungen zu verwenden. (siehe unten: Ersatzproduktgruppe prüfen?) Inhalt aufklappen

   

GISBAU Produkt-Code / GISCODE

Mineralische Bodenbeläge sind nicht im GISBAU-System klassifiziert. Informationen zu arbeitshygienischen Risiken siehe Reiter Verarbeitung.

  Umweltprodukt-deklaration (EPD)

Die Umweltproduktdeklaration (EPD = Environmental Product Declaration) eines Produktes macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.1 Inhalt aufklappen

   
EPD1 + - +
Branchen-EPD1 + - -
  Umweltindikatoren

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren wie z.B Primärenergieaufwand, Abfall, Abiotischer Ressourcenverbrauch, Ozonabbaupotential, Treibhauspotential usw. liefert die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB. Inhalt aufklappen

   
Ökobau.dat-Datensätze

Datensätze zu Keramischen Fliesen und -Platten: siehe 1. Mineralische Baustoffe / 1.3 Steine und Elemente /
1.3.07 Fliesen und Platten

Datensätze zu Kunststein-Bodenbelägen: liegen noch nicht vor. Datensätze zu Naturstein-Bodenbelägen: siehe 1. Mineralische Baustoffe / 1.3 Steine und Elemente / 1.3.08 Naturwerkstein
  Sonstiges Sonstige freiwillige Produktkennzeichnungen, die Informationen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Produkten liefern können. Inhalt aufklappen
   
baubook-Deklaration Die Plattform baubook bietet für Händler und Hersteller von Bauprodukten die Möglichkeit einer online-Deklaration anhand von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden. Für mineralische Bodenbeläge finden sich Produktdeklarationen unter "Bodenbeläge".
+ Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe vorhanden
- Zeichen / Label bzw. Produktkennzeichnungen für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./. Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

1 Die hier als vorhanden markierten EPDs und Branchen-EPDs sind als Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu verstehen und finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V..

Naturstein-Bodenbeläge

Bewertungssystem

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)

   
  Wofür steht das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)? Inhalt aufklappen
 

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des BMUB steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches, quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, mit dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. Im Rahmen des Bewertungssystems gibt es auch einige Kriteriensteckbriefe, die sich direkt oder indirekt auf Baustoffe beziehen.
Ausführliche Informationen zum BNB-System siehe www.nachhaltigesbauen.de

  Welche Informationen liefert WECOBIS für BNB im Reiter Bewertungssysteme? Inhalt aufklappen
 

WECOBIS führt in den Datenblättern der Bauproduktgruppen umfangreiche Informationen zur Beantwortung der verschiedenen Fragestellungen im Hinblick auf Umwelt- und Gesundheitsaspekte. Im Reiter Bewertungssysteme bietet WECOBIS gezielt Antworten auf Fragestellungen baustoffrelevanter Steckbriefe. Durch die Bündelung von Aspekten z.B. bzgl. der Risiken für die lokale Umwelt, Fragen zur Innenraumhygiene und der Thematik Rückbau, Trennung, Verwertung gibt WECOBIS gezielte Hilfestellung bei der Einordnung einzelner Baustoffe. Tiefergehende Informationen finden sich über die Verknüpfungen in den jeweiligen Datenblättern.
Hinweis: Eine abschließende Beurteilung im Rahmen des Bewertungssystems und der genannten Kriterien erfolgt jedoch grundsätzlich in Abhängigkeit weiterer baulicher Gegebenheiten (z.B. eingebaute Menge).

BNB-Kriterium BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

BNB-Kriterium BN_1.1.6 zielt auf die Reduzierung bzw. Vermeidung von Stoffen und Produkten beim Neubau, die aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften oder Rezepturbestandteile ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft (auch Innenraumluft) enthalten. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 5 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung der Substitution eines Stoffes.

Für den Umgang mit Materialien im Bestand und deren Einordnung ist Kriteriensteckbrief BK_1.1.6. heranzuziehen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau) und BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

Einordnung der Naturstein-Bodenbeläge

Für den Einsatz von Produkten aus der Gruppe der Mineralischen Bodenbeläge enthält BNB-Kriterium 1.1.6 zur Zeit keine spezifischen Anforderungen. Es empfiehlt sich aber auch hier die grundsätzlich für die Erfüllung der Anforderungen für Qualitätsniveau 1 geforderte Dokumentation der eingesetzten Produkte.

Die BNB 1.1.6-Anforderungen für Verlegewerkstoffe unter Fliesen und Platten sowie für Beschichtungen auf mineralischen Bodenbelägen sind im neuen Modul Planungs- und Ausschreibungshilfen zu finden. Dort befinden sich Übersichtstabellen mit allen Einzelkriterien sowie detaillierte Informationen zu den Nachweismöglichkeiten (z.B. über andere Produktkennzeichnungen). Außerdem finden sich dort auch die für die verschiedenen Qualitätsniveaus zugehörigen Textbausteine.

BNB-Kriterium BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung)

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BK_1.1.6 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im Falle einer Sanierungsmaßnahme wird BN_1.1.6 ergänzt durch das BNB-Kriterium BK_1.1.6. Dieses zielt auf die Adressierung und Ausschleusung von Materialien in der bestehenden Bausubstanz, die ein Risikopotenzial für Mensch und Umwelt darstellen. Die Bewertung erfolgt anhand einer Einstufung der Baumaterialien in ein vorgegebenes Schadstoffkataster mit 14 Schadstoffgruppen aufgrund ihres Schädigungspotentials und der jeweiligen Sanierungsmaßnahmen. Das Kriterium teilt die Anforderungen in 4 Qualitätsniveaus ein. Die Einordnung orientiert sich an Aufwand und Schwierigkeitsgrad der praktischen Umsetzung sowie an der ökologischen Bedeutung er Substitution eines Stoffes.

Weitere Informationen zu den Einzelkriterien im Bestand siehe BK_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Komplettmodernisierung). Für den Einbau von neuen Materialien gilt BN_1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt (Neubau).

Die Einordnung von Materialien im Bestand erfolgt in WECOBIS jeweils gesammelt für die ganze Obergruppe der Bodenbeläge. Siehe dazu Bodenbeläge im Bestand.

Die an dieser Stelle beschriebenen Naturstein-Bodenbeläge (= aktuell am Markt verfügbare Produktgruppen) enthalten keine Problemstoffe, welche bei der Sanierung relevant sind.

BNB-Kriterium BN_3.1.3 - Innenraumhygiene

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_3.1.3 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Ziel des BNB-Kriteriums 3.1.3 ist die Sicherstellung der Luftqualität im Innenraum unter hygienischen Gesichtspunkten, die zu keinen negativen Effekten hinsichtlich der Befindlichkeit der Raumnutzer führt, die hygienische Sicherheit garantiert und somit möglichst auch eine empfundene hohe olfaktorische Luftqualität gewährleistet.
Die Bewertung erfolgt anhand der Berechnung der personenbezogenen Luftwechselrate sowie anhand von Raumluftmessungen auf den Formaldehyd- und TVOC-Gehalt.
Erfahrungsgemäß lassen sich die Referenz- und Zielwerte dann erreichen, wenn die Auswahl und Verwendung der eingesetzten Materialien auf einem ganzheitlichen Konzept zur Vermeidung von Emissionen aus Bauprodukten basiert und der Einsatz emissionsarmer Materialien die Bauphase begleitend dokumentiert wird. BNB-Kriterium 3.1.3 steht deshalb in engem Zusammenhang mit der Erfüllung der Einzelkriterien für BNB-Kriterium 1.1.6.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_3.1.3 Innenraumhygiene (Neubau)

Einordnung Mineralische Bodenbeläge

Neben der inhaltlichen Zusammensetzung kann für die Wirkung eines Baustoffes auch die Einbausituation vor Ort (Menge, Raumgröße, Klima, Temperaturen etc.), sowie die Verarbeitung und Wechselwirkung mit anderen Materialien entscheidend sein.

Mineralische Bodenbeläge sind aufgrund ihrer Bestandteile hinsichtlich Emissionen von Formaldehyd und VOC nicht relevant. In eine ganzheitliche Betrachtung müssen jedoch der gesamte Fußbodenaufbau, die Verarbeitung des Bauproduktes sowie notwendige Beschichtungen einbezogen werden.

Verlegewerkstoffe können verschiedene Substanzen emittieren; dies sind vor allem flüchtige organische Verbindungen (VOC). Mineralische Bodenbeläge werden üblicherweise mit Hilfe von Fliesenklebern oder -mörteln auf Zementbasis verlegt, welche im Vergleich zu anderen Verlegewerkstoffen geringe Emissionen in die Raumluft verursachen. Formaldehyd aus Zusätzen im Klebstoff ist möglich, aber selten.

Produkte zur Imprägnierung und Oberflächenbehandlung von mineralischen Bodenbelägen können hohe Lösemittelgehalte aufweisen. Zur Minimierung von umwelt- und raumluftbelastenden Stoffen sollten Produkte aus Acryl gegenüber mehrkomponentigen Epoxyharz- und Polyurethanbeschichtungen bevorzugt eingesetzt werden [ÖkoKauf Wien].

BNB-Kriterium BN_4.1.4 - Rückbau, Trennung, Verwertung

   
  Welche Ziele werden mit BNB-Kriterium BN_4.1.4 verfolgt? Inhalt aufklappen
 

Im BNB Kriteriensteckbrief 4.1.4 werden Konstruktionen nach ihrer Rückbaubarkeit, Trennbarkeit und Verwertbarkeit eingestuft.
WECOBIS kann eine aktuelle Information über mögliche Umwelt- und Gesundheitsgefährdungsaspekte im Zuge von Rückbau und Entsorgung auf Bauproduktgruppenebene geben. Eine Betrachtung von ganzen Konstruktionen kann derzeit in WECOBIS noch nicht erfolgen. Ein Bauteilmodul ist jedoch in planung. Ergänzend zu Leitfäden und Arbeitshilfen helfen die bauproduktgruppenspezifischen Aspekte dem Koordinator jedoch auch jetzt schon, die Komponenten Umwelt und Gesundheit für den Steckbrief 4.1.4 einzuordnen.
Weitere Informationen zu den Einzelkriterien siehe BN_4.1.4 – Rückbau, Trennung, Vewertung

Rückbaubarkeit

Für die Bewertung gemäß BNB 4.1.4 wirkt sich der Einsatz abfallarmer Konstruktionen, die die Möglichkeit eines sortenreinen Rückbaus erlauben, günstig aus. Die Rückbaubarkeit beschreibt den Aufwand, der für Demontage oder Abbruch eines Bauteils aus dem Gebäudeverband nötig ist.
Die Rückbaubarkeit von Bodenbelägen hängt stark von der Art der Verlegung ab.

Rückbaubarkeit

Geringer Rückbauaufwand → hoher Rückbauaufwand

Verlegeart

lose verlegt

verspannt

vernagelt

streifenweise verklebt

vermörtelt

vollflächig verklebt

Elastische Bodenbeläge

 

 

 

 

 

x

Textile Bodenbeläge

x

x

x

x

 

x

Mineralische Bodenbeläge1

 

 

 

 

x

x

Laminat-Bodenbeläge, Fertigparkett

x

 

 

x

 

x

Dielenboden

 

 

x

 

 

 

Massivparkett

 

 

x

x

 

x

1Die Demontage von mineralischen Bodenbelägen ist mit hohem Aufwand verbunden. Weitere Informationen siehe Reiter Nachnutzung / Rückbaubarkeit und Sortenreinheit

Sortenreinheit

Beschreibt den Aufwand, der für die sortenreine Trennung mehrschichtiger und / oder inhomogener Bauteile anfällt. Eine hohe Sortenreinheit z. B. durch homogene Baustoffe und leicht trennbare Bauteilschichten führt tendenziell zur Aufwertung in der Bewertung nach Kriterium 4.1.4.

Weitere Informationen siehe Reiter Nachnutzung / Rückbaubarkeit und Sortenreinheit

Verwertbarkeit

Für die Bewertung der Verwertbarkeit der Baustofffraktionen gelten die zur Zeit der Bewertung am Markt aktuell verfügbaren technischen Verfahren. Eine bessere Verwertbarkeit / höherwertige Verwertung führt tendenziell zu einer Aufwertung. Eine theoretische aber nicht realisierte Verwertbarkeit führt tendenziell zu einer Abwertung. Alternativ können bei Bauteilen mit langer zu erwartender Nutzungsdauer Forschungsvorhaben, die praktikable Lösungsmöglichkeiten in absehbarer Zeit zur Verfügung stellen können, positiv bewertet werden.

Verwertungs- / Beseitigungswege Hochwertige Verwertung Minderwertige Verwertung Energetische Verwertung Deponierung
Keramik-Fliesen und -Platten Theoretisch möglich1 Möglich Nicht möglich Momentan der übliche Beseitigungsweg (Inertabfall)
Kunststein Theoretisch möglich1 Bedingt möglich2 Nicht möglich Momentan der übliche Beseitigungsweg3
Naturstein Theoretisch möglich1 Möglich Nicht möglich Momentan der übliche Beseitigungsweg (Inertabfall)
Hochwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung gleichwertiger Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Minderwertige Verwertung
Die Produktgruppe wird zur Herstellung untergeordneter Produkte als wesentlicher Bestandteil des Endprodukts eingesetzt.
Energetische Verwertung
Die Produktgruppe wird in einer Verbrennungsanlage energetisch verwertet.
Deponierung
Die Produktgruppe wird ggf. nach thermischer Vorbehandlung deponiert.

1 Intakte Fliesen/Steine könnten gesäubert und wiederverwendet werden.
2 Zementgebundene Kunststeine können als Splittersatz stofflich verwertet werden. Die stoffliche Verwertbarkeit kunstharzgebundener Steine ist wegen der Kunstharzanteile begrenzt.
3 Zementgebundene Werksteine können als Inertabfall, kunstharzgebundene Steine je nach Erfüllung der Zuordnungskriterien in Deponien der Klasse I bis III bzw. erst nach Vorbehandlung deponiert werden.

Weitere Informationen siehe Reiter Nachnutzung / Stoffliche Verwertung, Energetische Verwertung

Quellen

„ÖkoKauf Wien“ Kriterienkatalog 08004: Oberflächenbehandlungen mineralischer Bodenbeläge. 13. Mai 2013. Abrufbar unter Oberflächenbehandlungen mineralischer Bodenbeläge (Online-Quelle) abgerufen 30.10.2014

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 3.1.3 Innenraumhygiene, abrufbar unter bnb-nachhaltigesbauen BNB_BN2011-1_313 (Online-Quelle) abgerufen 29.10.2014

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB), Büro- und Verwaltungsgebäude – Neubau, Version 2011_1, Kriterium 4.1.4 Rückbau, Trennung und Verwertung, abrufbar unter bnb-nachhaltigesbauen BNB_BN2011-1_414 (Online-Quelle) abgerufen 29.10.2014

Zwiener/Mötzl: Ökologisches Baustofflexikon 3. Auflage 2006

Mötzl, Pladerer et al.: Assessment of Buildings and Constructions (ABC) – Disposal. Maßzahlen für die Entsorgungseigenschaften von Gebäuden und Konstruktionen für die Lebenszyklusbewertung. Berichte aus Energie- und Umweltforschung, 30.12.2009.

Naturstein-Bodenbeläge

Technisches

Baustoffklasse nach DIN 4102-1

A1

Euroklasse nach DIN EN 13501-1

A1 fl

Färbung

Gesteinsart abhängig

Beständigkeit

sehr strapazierbar und dauerhaft

Technische Regeln (DIN, EN)

EN 12670 Naturstein – Terminologie
DIN EN 1341 Platten aus Naturstein für Außenbereiche - Anforderungen und Prüfverfahren, Ausgabe 2013-03
DIN EN 1342 Pflastersteine aus Naturstein für Außenbereiche - Anforderungen und Prüfverfahren, Ausgabe 2013-03
DIN EN 1469 Natursteinprodukte - Bekleidungsplatten - Anforderungen, Ausgabe 2005-02
DIN EN 12440 Naturstein – Kriterien für die Bezeichnung, Ausgabe 2008-04
DIN EN 12057

Natursteinprodukte - Fliesen - Anforderungen, Ausgabe 2005-01

DIN EN 12058

Natursteinprodukte - Bodenplatten und Stufenbeläge - Anforderungen, Ausgabe 2005-01

Bauregelliste

Das Deutsche Institut für Bautechnik stellt in den Bauregellisten A, B und C die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten sowie bauaufsichtlich geregelte und nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten auf.
Nach Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder wird die Bauregelliste bekannt gegeben. Erwerb und weiterführende Informationen zu Bauregelliste und ihren Regelungsbereichen siehe unter → www.dibt.de 
Eine Darstellung und Erläuterungen zur Klassifizierung von Bauprodukten siehe im Lexikon → Klassifizierung von Bauprodukten

Bauregelliste 2014/1, 7. März 2014:

  • B Teil 1, 1.9.4 Platten aus Naturstein
  • C Teil 2 Bauprodukte für den Ausbau, 2.9 Bodenbeläge

Quellen

Pech, Anton; Pöhn, Christian: Bauphysik. Band 1 von Baukonstruktionen / Baukonstruktionen. Springer DE, 2004.

Naturstein-Bodenbeläge

Literaturtipps

Strahlenschutzverordnung, Volltextversion auf der Homepage des Bundesamtes für Strahlenschutz

www.bfs.de

Datenprojekt Transport. Projektbericht, Netzwerk Lebenszyklusdaten, Arbeitskreis TRANSPORT, ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (Sept. 2007)

Methodik-Handbuch, Netzwerk Lebenszyklusdaten, Arbeitskreis Methodik,  Karlsruhe (Aug. 2008)

Zwiener, G. und Mötzl, H.: Ökologisches Baustoff-Lexikon, C.F. Müller Verlag, 3. neu bearbeitete und erweiterte Auflage 2006, 560 Seiten

Ökobilanzdaten im Baubereich, Stand Dezember 2008, KBOB / eco-bau / IPB 2009/1

Bodenbeläge im Bürobau: Vergleich über 50 Jahre. KBOB/IPB-Empfehlung 2000/1, KBOB/IPB (Hrsg.), 2000.⇒ http://www.bbl.admin.ch/kbob/ „Publikationen“ ► „Empfehlungen Nachhaltiges Bauen“ ►Archiv: „Empfehlungen 1999 - 2003“, ► Bodenbeläge im Bürobau - Vergleich über 50 Jahre, Nr. 2000/1

Fachzeitschrift Baubiologie + Bauökologie, Gesund Bauen + Wohnen Nr.66, 1/99

Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF), Mensch + Umwelt, Strahlung im Alltag, 7. Ausgabe 1991⇒ www.helmholtz-muenchen.de/

Fußböden, vom Naturstein bis zum Kunststoff, Verbraucherzentrale, 1998

König, H.: Wege zum Gesunden Bauen, Ökobuch-Verlag 1997

Leitfaden für nachhaltiges Bauen und Renovieren, Centre de Ressources des Technologies pour l’Environnement (CRTE), Luxemburg, 2007 (v 1.1) ⇒ www.crtib.lu/Leitfaden/index.jsp?section=DE

Mötzl, H., Bauer, B., et al.: Planungsleitfaden: Ökologische Baustoffauswahl, Interreg III A - Projekt Ökologisches Bauen und Beschaffen für Kommunen in der Bodensee-Region, IBO - Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie GmbH, 2007

Stiftung Warentest 5/2003 „Bodenbeläge“ S. 70-74

Naturstein-Bodenbeläge

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

Zusammensetzung von Naturstein-Bodenbelägen

Einziger Bestandteil ist der bearbeitete Naturstein selbst. Im Belagssystem werden außerdem noch Verlegewerkstoffe, Fugenmaterial und Oberflächenbeschichtungen benötigt.

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Gewinnung der Primärrohstoffe

Die Natursteine werden in Steinbrüchen gewonnen. Im Steinbruch sind Maßnahmen zur Vorkehrungen zum Schutz der Oberfläche und zur Sicherung der Oberflächennutzung zu treffen. Die Gewinnung der Gesteine ist mit Lärm- und Staubemissionen, oftmals in sensiblen Regionen, verbunden. Nach Beendigung des Abbaues sind Rekultivierungen bzw. Renaturierungen erforderlich.

Die Abbauprodukte bei der Gewinnung oder Weiterverarbeitung können als Gesteinskörnungen verwendet werden.

Natursteine weisen einen natürlichen Gehalt an Quarz auf (siehe →  Herstellung / 2.2.5 Maßnahmen zum Gesundheitsschutz).

Verfügbarkeit

Die Rohstoffe sind in ausreichendem Maße vorhanden.

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Der Einsatz von Recyclingmaterial oder Produktionsabfällen in der Natursteinproduktion ist nicht möglich. Produktionsabfälle können beispielsweise in der Kunststeinproduktion verwertet werden.

Radioaktivität

Natürliche Radionuklide in Baustoffen können vorkommen in Abhängigkeit von Material und Zuschlagstoffen. Zum Schutz der Bevölkerung vor Strahlenbelas­tungen werden in Deutschland seit mehr als 20 Jahren Untersuchungen und Bewertungen der radioaktiven Stoffe in Baumaterialien durchge­führt. 
Bei den derzeit handelsüblichen Bauproduktgruppen sind aus der Sicht des Strahlenschutzes keine Einschränkungen erforderlich. Allerdings ist auch weiterhin die vorgegebene Beschränkung des Anteils industrieller Rückstände als Zuschlag zu beachten, siehe ausführliche BfS-Informationen zu Baustoffen unter http://www.bfs.de/de/ion/anthropg/baustoffe.html.

Da die Radionuklidkonzentration in den Natursteinen geologisch bedingt eine hohe Variabili­tät zeigt, ist keine repräsentative Aussage zur Radonexposition möglich. Eine realistische Bewertung ist letztendlich nur über Einzelfallprüfungen möglich.
In der Regel werden Granite als besonders betroffen genannt, da sie häufig höhere Radionuklidgehalte im Vergleich mit anderen Baustoffen aufweisen. Die Zusammensetzung von Graniten kann jedoch je nach Geologie und Herkunft variieren, was sich auch an der unterschiedlichen Färbung und Struktur zeigt. Im Handel wird außerdem nicht immer die korrekte Gesteinsbezeichnung verwendet. Es kann sich also bei "Granit" auch um Gneise, Diorite, Granodiorite und andere Gesteine handeln.
Die vom BfS untersuchten Granite sind selbst bei großflächiger Anwendung in Gebäuden uneingeschränkt verwendbar. Über die Verwendung von Graniten mit besonders hohen Radionuklidgehalten im Wohnbereich in Deutschland liegen dem BfS keine Erkenntnisse vor (Bundesinstitut für Strahlenschutz, 2013).

Landinanspruchnahme (Landuse)

Landinanspruchnahme durch Natursteingewinnung im Tagebau, die Flächen werden nach dem Abbau rekultiviert oder renaturiert.

Beispiel für beanspruchte Menge für Kalksteinabbau: Der Steinbruch belegt eine Fläche von 165.000 m2 und produziert 350.000 t jährlich bei einer Abbauzeit von 20 Jahren und einer Regenerationszeit von 5 Jahren. Das Ausmaß der Flächenbelegung kann folgendermaßen quantifiziert werden: 165.000 m2 · 25 a / 350.000 t/a · 20 a = 0,59 m2/t. Pro Tonne Kalkstein werden somit über einen Zeitraum von 25 Jahren 0,59 m2 Fläche in Anspruch genommen.

Quelle: Netzwerk Lebenszyklusdaten, Arbeitskreis Methodik, Methodik-Handbuch, Karlsruhe (Aug. 2008)

Quellen

BGIA-Report 8/2006: Quarzexpositionen am Arbeitsplatz. Hrsg: Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaft (HVBG). Zugriff: http://www.dguv.de/dguv/medien/ifa/de/pub/rep/pdf/rep05/biar0806/rep8_06.pdf [abgerufen im September 2013]

Bundesinstitut für Strahlenschutz: Granitplatten im Haushalt. Stand vom 28.11.2013 Zugriff: www.bfs.de/de/ion/anthropg/baustoffe/granitplatten.html (abgerufen im April 2014)

Gehrcke, K., Hoffmann, B., Schkade, U., Schmidt, V., Wichterey, K. (Bundesamt für Strahlenschutz): Natürliche Radioaktivität in Baumaterialien und die daraus resultierende Strahlenexposition. 20. Nov. 2012. Zugriff: nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0221-201210099810

Naturstein-Bodenbeläge

Herstellung

Herstellungsprozess

Als ein im Laufe von Jahrmillionen gewachsenes Material befindet sich der Baustoff nahezu fertig in der Natur. Der Abbau im Steinbruch erfolgt ohne großen Energieaufwand im Vergleich zum Energieaufwand für die Herstellung von sonstigen Bauprodukten.

Bei Kalkstein kann eine Oberflächenvergütung durch Kristallisieren vorgenommen werden.

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMUB liefern.

Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Life- Datensätze.
Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Im Kapitel Energieaufwand finden sich ggf. allgemeine Informationen zum Thema, die die Produktgruppe prägen.

Energieaufwand

Ein großer Vorteil des Natursteins gegenüber anderen mineralischen Bodenbelägen ist, dass für die Gewinnung und Verarbeitung weitaus weniger Energie erforderlich ist, da kein Brennprozess stattfindet.

Charakteristische Emissionen

Staubemissionen sind die wesentlichen Emissionen, mit denen der Gewinnungs- und Verarbeitungsprozess verbunden ist.

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Maßnahmen zum Gesundheitsschutz in der Natursteinfertigung betreffen v.a. den Staubschutz.

Natursteine weisen einen natürlichen Gehalt an Quarz auf. Der Quarzgehalt ist von der Gesteinsart abhängig. Marmor ist zum Beispiel nahezu quarzfrei, Granit dagegen quarzhaltig (BGIA-Report 8/2006).

Einfluss auf die Quarz-A-Staubkonzentrationen an Arbeitsplätzen haben außerdem die Art des Be- und Verarbeitungverfahrens. Bei der Steinbearbeitung werden sowohl Nass- als auch Trockenbearbeitungsverfahren eingesetzt. Bei der Nassbearbeitung verringert sich die Staubfreisetzung. Fein zerkleinernde Verfahren, wie z. B. Trennschleifen, Polieren und Stocken, sind mit einer starken Zertrümmerung des Quarzkorns verbunden und führen damit zu höheren Quarzstaubkonzentrationen. Die Verwendung hoch quarzhaltiger Poliermittel beim maschinellen Schleifen (in den 1970er Jahren üblich) und das Strahlen im Feinstrahlverfahren ohne Absaugung verursachen hohe Quarz-A-Staub-Konzentrationen.  (BGIA-Report 8/2006).

In der TRGS 559 „Mineralische Stäube“, Anlage 1, Tabelle 1 werden typische Tätigkeiten mit mineralischen Stäuben aus verschiedenen Branchen drei Expositionskategorien (1-3) zugeordnet. Tätigkeiten der Natursteinindustrie sind unter "5 Natursteinindustrie" gelistet. Die gelisteten Tätigkeiten fallen in die Expositionsklassen 1 bis 3.

Weiteres zu Quarzstaub → Verarbeitung / 2.3.2.2 AGW-Werte

Maßnahmen Umweltschutz

Die heute am Markt befindlichen Natursteine kommen fast ausschließlich aus Südamerika (Brasilien), Indien, China und vom Afrikanischen Kontinent. Naturschutzlauflagen bei der Gewinnung spielen in diesen Ländern eine untergeordnete bzw. keine Rolle.

Die Abbauprodukte bei der Gewinnung oder Weiterverarbeitung können als Gesteinskörnungen verwendet werden.

Transport

Die Natursteinblöcke werden zumeist aus Südamerika (Brasilien), Indien, China und vom Afrikanischen Kontinent über weite Transportwege nach Europa transportiert. Ein Großteil der Blöcke wird in Italien – besonders in den großen Naturstein verarbeitenden Betrieben in der Gegend um Verona bzw. Carrara – weiterverarbeitet und dann nach Deutschland geliefert.

Die schweren Natursteine mit Rohdichten bis zu 3000 kg/m³ werden somit über sehr weite Entfernungen mit den unterschiedlichsten Beförderungsmitteln transportiert, bis sie letztendlich als Bodenbeläge Verwendung finden.

Quellen

BGIA-Report 8/2006: Quarzexpositionen am Arbeitsplatz. Hrsg: Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaft (HVBG). Zugriff: http://www.dguv.de/dguv/medien/ifa/de/pub/rep/pdf/rep05/biar0806/rep8_06.pdf [abgerufen im September 2013]

Technische Regeln für Gefahrstoffe TRGS 559 „Mineralischer Staub“:
Zugriff: www.bgbau-medien.de/tr/trgs559/titel.htm [abgerufen im September 2013]

Naturstein-Bodenbeläge

Verarbeitung

Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Naturstein-Bodenbeläge werden in der Regel mit Fliesenkleber auf Zementbasis verlegt, welche im Vergleich zu anderen Verlegewerkstoffen geringe Emissionen in die Raumluft verursachen. Werden synthetische Klebstoffe verwendet, ist auf emissionsarme Dispersions-Klebstoffe mit GISCODE D1 bzw. EMICODE EC1 zu achten. Weitere Informationen zu Verlegewerkstoffen siehe ⇒ Datenblatt Bodenbeläge, Rubrik „Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen“

Produkte zur Beschichtung von Naturstein-Bodenbelägen enthalten üblicherweise Lösemittel. Gesundheits- oder Umweltgefährdungen durch diese Inhaltsstoffe sind zu vermeiden.

Weitere Informationen zu Verlegewerkstoffen siehe ⇒ Datenblatt Bodenbeläge, Rubrik „Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen“

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Beim Bearbeiten von Natursteinen oder Anmachen des Fliesenmörtels kann es zu Staubbelastungen kommen. Neben E-Staub (einatembare Fraktion) und A-Staub (alveolengängie Fraktion) entsteht auch alveolengängiger Quarzstaub, da die Gesteine als natürliche Verunreinigungen Quarze enthalten. Der Quarzgehalt ist von der Gesteinsart abhängig. Marmor ist zum Beispiel nahezu quarzfrei, Granit dagegen quarzhaltig. Einatembarer Quarz kann Krebserkrankungen der Atemwege verursachen (BGIA-Report 8/2006).
Zur Verminderung der Staubbelastung können Natursteine z.B. nass geschnitten, entstehender Staub direkt erfasst und die Baustelle gereinigt werden.

Seit 2005 müssen zementhaltige Fliesenkleber grundsätzlich chromatarm sein (maximaler Gehalt an löslichen Chrom-VI 2 mg/kg). Das Risiko an "Maurerkrätze" zu erkranken ist dadurch stark vermindert (WINGIS online). Gesundheitsgefahren gehen von der Alkalität (hoher pH-Wert) zementhaltiger Mörtel aus.

Arbeitshygienische Risiken können außerdem bei der Oberflächenbeschichtung bestehen.

AGW-Werte

Allgemeine Staubgrenzwerte:

  • 10 mg/m3 mineralischer Staub, einatembare Fraktion (E-Staub)
  • 3 mg/m3 mineralischer Staub, alveolengängige Fraktion (A-Staub)

Da Quarzstaub mit Erscheinen der TRGS 906 als krebserzeugend K1 eingestuft wurde, ist der ursprüngliche Arbeitsplatzgrenzwert von 0,15 mg/m3 nicht mehr rechtsgültig. In der Handlungs­anleitung für die arbeitsmedizinische Vorsorge der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (BGI/GUV-I 504-1.1, Juni 2009) werden daher Arbeitsverfahren genannt, bei denen der Arbeitgeber eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung (G 1.1 Mineralischer Staub, Teil 1: Quarzhaltiger Staub) durchführen lassen muss. Pflichtuntersuchungen sind bei „Schleif-, Schneid- (Trenn-), Schlitz- und Fräsarbeiten von quarzhaltigen Materialien mit schnell laufenden Maschinen“ erforderlich. Bei anderen Arbeiten mit Quarzstaubkontakt sind G 1.1 Untersuchungen anzubieten (BG Bau, 2011).

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Produkt bezogene Informationen hierzu finden sich dann in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) des Herstellers.

Informationen und Unterstützung zu den Auskunftsrechten finden sich unter www.reach-info.de.

Naturstein-Bodenbeläge werden als Erzeugnis eingestuft. Aus diesem Grund ist kein Sicherheitsdatenblatt erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen.

Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU

Für Naturstein-Bodenbeläge gibt es keine GISBAU-Einstufung.

GISBAU-Einstufung für Verlegewerkstoffe sind im Datenblatt „Bodenbeläge“ in der Rubrik „Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU“  zu finden, nähere Informationen unter http://www.wingis-online.de/wingisonline/GISCodes.aspx?GGID=1.

Informationen zu Fliesenlegearbeiten, zu denen die Natursteinverlegung in diesem Fall gezählt werden kann, sind in www.wingis-online.de unter Bau-Bereich "Fliesenlegearbeten", zu „Tätigkeiten mit quarzhaltigen mineralischen Stäuben“ unter Bau-Bereich „Hochbau“ zu finden.

Emissionen

Aus Natursteinen emittieren - mit Ausnahme von Staub (siehe Rubrik „AGW“) - auch bei der Bearbeitung keine gesundheitsgefährdenden Substanzen.

Umweltrelevante Informationen

Der Energiebedarf für die Verarbeitung ist vernachlässigbar (allenfalls für Schneiden der Steine und Anmischen des Klebstoffs mit elektrischen Geräten).

Transport

Die Natursteine werden über sehr weite Entfernungen mit den unterschiedlichsten Beförderungsmitteln transportiert.

Quellen

BGIA-Report 8 /2006: Quarzexpositionen am Arbeitsplatz. Hrsg: Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaft (HVBG). Zugriff: http://www.dguv.de/dguv/medien/ifa/de/pub/rep/pdf/rep05/biar0806/rep8_06.pdf [abgerufen im September 2013]

Technische Regeln für Gefahrstoffe TRGS 559 „Mineralischer Staub“:
Zugriff: www.bgbau-medien.de/tr/trgs559/titel.htm [abgerufen im September 2013]

Technische Regeln für Gefahrstoffe TRGS 906 „Verzeichnis krebserzeugender Tätigkeiten oder Verfahren nach § 3 Abs. 2 Nr. 3 GefStoffV.
Zugriff: www.bgbau-medien.de/tr/trgs906/titel.htm [abgerufen im September 2013]

BG Bau (2011): Quarzstäube. Komerding, Jobst (Text). Kompetenzzentrum für Unternehmer – Fortbildung nach der DGUV-Vorschrift 2. Infoblatt 1. Februar 2011. Zugriff: http://www.bgbau.de/asd_der_bgbau/kompetenzzentrum/kompetenz/quarzstaub.pdf/view?searchterm=quarz [abgerufen im September 2013]

Naturstein-Bodenbeläge

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Siehe Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Siehe Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Aufgrund der Abwesenheit flüchtiger Stoffe verhalten sich Natursteine unproblematisch hinsichtlich Emissionen von Schadstoffen in den Innenraum.

Bei den derzeit handelsüblichen Bauproduktgruppen sind aus Sicht des Strahlenschutzes keine Einschränkungen erforderlich. Mögliche Dosisbeiträge durch Gammastrahlung und Radonexhalation aus Baumaterialien siehe Radioaktivität.

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Naturstein-Bodenbeläge emittieren bei der Außenanwendung keine schädlichen Stoffe in den Außenraum (Luft, Boden, Wasser).

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Natursteine sind nicht brennbar und stellen im Brandfall daher keine Brandlast dar. Im Brandfall entstehen daher keine umwelt- und gesundheitsschädigenden Gase.

Wassereinwirkung

Es bestehen keine Umwelt- oder Gesundheitsrisiken im Schadensfall durch Wassereinwirkung.

Beständigkeit Nutzungszustand

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.
Datenbank als PDF

Naturstein-Bodenbeläge fallen unter die Bauproduktgruppe Deckenbeläge (Code Nr. 352.211), für die eine Nutzungsdauer von mehr als 50 Jahren angegeben wird.
Granit ist säurebeständig und sehr langzeitbeständig.
Kalksteine sind empfindlich gegen ätzende Flüssigkeiten und Säuren, Sandstein gegen Tausalze. Die Beständigkeit ist sehr unterschiedlich je nach Steinbruch.

Instandhaltung

Grundsätzlich sollte das Reinigungskonzept an die Nutzung angepasst und Reinigungs- und Pflegeempfehlungen des Herstellers beachtet werden. Bei den Reinigungsmitteln ist die Ergiebigkeit zu berücksichtigen. Umweltzeichen können eine Orientierungshilfe über die Umweltverträglichkeit bieten. Zweckmäßig geplante Schmutzschleusen reduzieren den Reinigungsaufwand beträchtlich, und die regelmäßige Entfernung von losem Schmutz erhöht die Lebensdauer.

Die Unterhaltsreinigung (Feuchtwischen) erfolgt in relativ kurzen Intervallen und dient der Entfernung leichter Verschmutzungen. Mit sauren Reinigern dürfen nur säureresistente Natursteine gesäubert werden, nicht jedoch Steinarten wie Marmor oder Kalkstein.

Bei der Grundreinigung – sofern erforderlich – sind mögliche Gesundheits- oder Umweltgefährdungen durch Inhaltsstoffe wie Lösemittel zu vermeiden.

Sollen besondere Flecken - Kalkablagerungen, Fettflecke oder Ausblühungen - entfernt werden, empfiehlt es sich, einen speziellen auf diesen Stein und diese Fleckart abgestimmten Reiniger zu verwenden.

Das Abschleifen von Belägen wegen starker Verschmutzung ist nur sinnvoll, wenn die Verschmutzung nur in der Oberfläche sitzt, da sich beim Schleifen nur wenige Millimeter abtragen lassen.

Quellen

http://www.bipaarch.ch/pdf/Pflegeanleitung%20Naturstein.pdf

http://www.baunetzwissen.de/standardartikel/Boden-Reinigung_958537.html

 

Naturstein-Bodenbeläge

Nachnutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

Natursteine enthalten keine gesundheitsgefährdenden Stoffe. Beim Rückbau heute hergestellter Naturstein-Bodenbeläge ist - außer bei Staubentwicklung - mit keinem besonderen Umwelt- oder Gesundheitsrisiko zu rechnen.

Wiederverwendung

Eine Wiederverwendung ist wegen der guten Haftung am Untergrund kaum möglich, intakte Steine könnten gesäubert und wieder verwendet werden.

Stoffliche Verwertung

Stoffliche Verwertung ist als Splittersatz möglich.

Energetische Verwertung

Nicht relevant (kein Heizwert).

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Die Produkte können auf Inertstoffdeponien entsorgt werden.

EAK-Abfallschlüssel

17 Bau- und Abbruchabfälle (einschließlich Aushub von verunreinigten Standorten)
17 01 07 Gemische aus Beton, Ziegeln, Fliesen und Keramik mit Ausnahme derjenigen,
die unter 17 01 06 fallen