Laminat-Bodenbeläge

Produktgruppeninformation

Begriffsdefinition

Laminatböden sind charakterisiert durch eine Oberschicht (Laminat) aus einer oder mehreren dünnen Schichten Fasermaterial (meist Papier), die mit wärmehärtenden Kunstharzen getränkt sind. Diese Schichten werden entweder

  • direkt auf die Trägerplatte verpresst (DPL = Direct Pressure Laminat} oder
  • miteinander unter Wärme und Druck verpresst und anschließend auf eine Trägerplatte verklebt (HPL = High Pressure Laminat}, CPL = Continuous Pressure Laminat}.

Das Erscheinungsbild des Laminatbodens wird durch ein Dekorpapier in der Laminatschicht bestimmt.

Laminatböden kommen als Dielen in typischen Dicken zwischen 6 und 9 mm in den Handel.

Wesentliche Bestandteile

Wesentliche Bestandteile von Laminatböden sind

  • Nutzschicht aus kunstharzgetränktem Papier (Laminatschicht)
  • Trägerplatte (meist HDF-Platte = high density fibre board)
  • Gegenzug aus kunstharzgetränktem Papier, einem weiteren Laminat oder einem Furnier

Charakteristik

Akustisch haben Laminatböden einen härteren Klang als Massivholzböden und sind nicht so trittelastisch, speziell wenn sie auf einem Estrich ohne besondere Unterlage verlegt werden. Abhilfe schaffen Laminatböden mit integrierter Trittschalldämmung oder entsprechende lose verlegte Trittschallunterlagen.

Das Material nimmt oberseitig im Gegensatz zu Holz keine Feuchtigkeit auf. Der Einsatz in Feucht- oder Nassräumen ist aufgrund einer möglichen Feuchteaufnahme im Kantenbereich, die mit Kantenquellungen einhergehen kann, nur in speziellen Ausführungsformen ratsam. Dazu gehören z.B. wasserfeste Trägermaterialien wie die PUR- oder PVC-Platte oder besondere Kantenprofile und -leime.

Inzwischen gibt es Laminatböden mit einem holzfurnierbasierten Gegenzug. Diese nähern sich den Vollholzprodukten an. Da die Laufschicht von Laminatböden aus einem beschichteten Papier besteht, können diese an der Oberseite nicht abgeschliffen werden.

Die leimlosen Klicksysteme ermöglichen eine Verlegung des Bodens durch den Laien und sogar eine Wiederverwendung beim Umzug. Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten ergeben sich durch unterschiedlich bedruckbare Dekorpapiere.

Besonders wichtige Eigenschaft hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Der Anteil erneuerbarer Rohstoffe (Holz, Papier) im Laminatboden liegt mit ca. 80 % relativ hoch. Im Unterschied zu anderen Bodenbelägen aus Holz und Holzwerkstoffen werden in Laminatböden aber höhere Mengen an Kunstharzen wie z.B. Melaminharz verarbeitet. Der Anteil am Gesamtprodukt beträgt ca. 15%. Kunstharze belasten bei ihrer Herstellung die Umwelt und erfordern einen erhöhten Aufwand beim Recycling.

Im Gegensatz zu gewachsten oder geölten Parkettböden nehmen die versiegelten Oberflächen des Laminats kaum Feuchte auf.

Lieferzustand

Laminatböden sind in zahlreichen Formaten und mit verschiedenen Mustern erhältlich.

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

Die Anwendungsbereiche von Bodenbelägen werden nach DIN EN ISO 10874 in Beanspruchungsklassen unterteilt. Laminatböden sind für die blau unterlegten Beanspruchungsklassen erhältlich. Es gibt vier Klassen im privaten Bereich (21-23) und vier Klassen im gewerblichen Bereich (31-34). Klasse 21 etwa ist nur für Schlafzimmer geeignet, Klasse 23 für Flur und Wohnzimmer. Mit Klasse 31 können im gewerblichen Bereich auch Hotelzimmer und Kleinbüros ausgestattet werden. Die höchste Wohnklasse 23 und die niedrigste Gewerbeklasse 31 beinhalten in etwa die gleichen Anforderungen.

Anwendungs-
bereich
Wohnen
Gewerblich
Leichtindustriell
Beanspruchung
mäßig/
gering
normal/
mittel
normal
stark
mäßig
normal
stark
sehr stark
mäßig
normal
stark
Laminatböden
21
22
22+
23
31
32
33
34
41
42
43
    
= Produkte der entsprechenden Belagstypen erhältlich

Die Produkte sind mit den entsprechenden Ziffern gekennzeichnet. Die Beanspruchungsklasse ist vom Trägermaterial und der Beschaffenheit der Laufschicht des Bodens, des so genannten Overlays, abhängig.

Laminatböden werden sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich eingesetzt. Die Haupteinsatzbereiche von Bodenbelägen im gewerblichen Bereich sind der öffentliche Wohnungsbau (inkl. Sozialimmobilien und Büros) sowie Gastronomie und Ladenbau (Shops, Restaurants, Hotels). Typische Bereiche, in denen Laminatböden nicht eingesetzt werden sollten, sind Feucht- oder Nassräume wie Badezimmer, Duschräume, Waschküchen etc.

Marktsituation

Laminatböden gehören zu den neueren Entwicklungen im Bodenbelagsbereich. Sie werden seit rund 20 Jahren hergestellt und haben in den letzten Jahren, insbesondere im Heimwerkerbereich, ein stürmisches Wachstum (⇒ Marktsituation Bodenbeläge Deutschland) durchlaufen, das nach 2007 bedingt durch die wirtschaftliche Entwicklung leicht rückläufig ist.

Im EPLF® Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller e.V. (Bielefeld/Deutschland) sind die führenden europäischen Laminatbodenproduzenten und ihre Zulieferunternehmen organisiert.

Laminat-Bodenbeläge

Risikobetrachtung Lebenszyklusphasen

Laminat-BodenbelägeRisiken
für die Umwelt
Risiken
für die Gesundheit
       
Herstellung/Verarbeitung Rohstoffabbau  1  
Herstellung und Endfertigung  2  2
Transport und Lagerung    
Verarbeitung auf der Baustelle  3  3
Nutzung Neuzustand    
Bestimmungsgemäße Nutzung    
Brandfall    
Schadensfall Wassereinwirkung    
Nachnutzung Rückbau bzw. Abbruch    
Stoffliche Verwertung    
Energetische Verwertung    
Deponie    

1 Bei nicht nachhaltiger Waldnutzung mit einem Anteil höher als 10 % im Endprodukt

2 Anteil der Produkte aus der chemischen Industrie beträgt mehr als 10 %

3 Repräsentative Verarbeitung: lose Verlegung

Relevanz Steckbrief 1.1.6 BNB unsichere Bewertung

nicht vorhanden
vorhanden
keine besonderen
möglich / möglich, anwendungsspezifisch / möglich, produktspezifisch
nicht relevant
Risiken nicht betrachtet
keine Angaben

Quellen

Die Einordnung der Produktgruppe leitet sich aus den methodischen Grundlagen zur Risikobetrachtung sowie in Form einer Zusammenfassung aus den Lebenszyklusinformationen im jeweiligen Datenblatt ab.

Kasser, Ueli et al (5. November 2012): Risikotabelle V1.1 Zusammenfassung von Umwelt- und Gesundheitsrisiken für Bauproduktgruppen. Anleitung zur Anwendung der Risikotabelle auf die WECOBIS Produktegruppen (Per Mail vom BBSR an die Redakteure im Februar 2013 übermittelt)

Laminat-Bodenbeläge

Planungs- und Ausschreibungshilfen

Grundsätzliches

WECOBIS informiert produktneutral. An dieser Stelle soll der Nutzer jedoch eine Hilfestellung dazu erhalten, ob sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe gegenüber anderen hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz auszeichnen.
Damit wird keine Aussage über die technischen Einsatzmöglichkeiten der jeweiligen Produkte getroffen.

Derzeit finden sich neben produktgruppenspezifischen Informationen Hinweise und wichtige Links zum Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB), zu UBA-Ausschreibungsempfehlungen, Umweltdeklarationen und REACH.
Der Bereich Planungs- und Ausschreibungshilfen soll kontinuierlich weiterentwickelt und auf die Bedürfnisse der Planer abgestimmt werden. Für 2013 ist ein weiteres Entwicklungsprojekt für diesen Bereich vorgesehen.

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) / Kriterium 1.1.6

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes ganzheitliches quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.
Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, nach dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. (detaillierte Informationen siehe www.nachhaltigesbauen.de).

Das BNB-Kriterium 1.1.6 befasst sich dabei mit den Risiken für die lokale Umwelt.

Einordnung der Laminat-Bodenbeläge:

Bei Verwendung von Produkten aus der Gruppe der Laminatböden ist die Erfüllung der Anforderungen des BNB-Kriteriums 1.1.6 für die Qualitätsniveaus an folgende Bedingungen  geknüpft (Stand Oktober 2013), wobei ein höheres Niveau die Bedingungen der niedrigeren Niveaus mit einschließt:

Anforderungen

Schadstoffgruppe VOC / gefährliche Inhaltsstoffe

Q1

Dokumentation der Materialien

Q2

Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung und keine reproduktionstoxischen Phthalate 1

Q3

Q4

RAL UZ-176 2

Q5

1 Phthalate werden als Weichmacher in PVC-Produkten eingesetzt. Laminatböden enthalten keine Weichmacher. Die Dokumentation der Materialien vorausgesetzt, erreichen Holzböden daher mindestens das Qualitätsniveau Q4.

2 Vergleichbare Nachweise für die genannten Anforderungen sind möglich.

Hinweis:
Eine abschließende Beurteilung im Rahmen des Bewertungssystems und des genannten Kriteriums erfolgt jedoch grundsätzlich in Abhängigkeit weiterer baulicher Gegebenheiten (z.B. eingebaute Menge).

UBA-Ausschreibungsempfehlungen

Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) findet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“, u.a. mit Informationen und Ausschreibungsempfehlungen zu einzelnen Bauproduktgruppen.

Für Laminat-Bodenbeläge finden sich dort derzeit (Stand 08/2013) noch keine Informationen. Es lohnt sich aber, die Seiten zu besuchen, da diese regelmäßig weiterentwickelt werden. Die Ausschreibungsempfehlungen des UBA orientieren sich an den jeweiligen Vorgaben eines zugehörigen Blauen Engels (s. Reiter Zeichen & Deklarationen).

Zeichen / Labels zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz (z.B. Blauer Engel, Giscode)

Unter dem Reiter Zeichen & Deklarationen finden sich eine Übersichtstabelle, weiterführende Informationen und Links zu Zeichen und Labels, die diese Produktgruppe betreffen können. Auch damit lassen sich Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz feststellen.

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden. Für diese Informationen besteht eine Auskunftspflicht. Sie müssen aber nicht in Form eines Sicherheitsdatenblattes nach den Kriterien des Anhangs II der REACH-Verordnung gegeben werden.

Laminat-Bodenbeläge werden als Erzeugnis eingestuft.

Informationen und Unterstützung zu den Auskunftsrechten finden sich unter www.reach-info.de.

Laminat-Bodenbeläge

Umweltdeklarationen

Zeichen und Labels zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Laminat-Bodenbeläge

Stand
05/2013

Internet-Adresse
     
Umweltzeichen (Blauer Engel) + http://www.blauer-engel.de/
EU-Umweltzeichen (Blume) + http://www.eco-label.com/
Österreichisches Umweltzeichen  - http://www.umweltzeichen.at/
GISBAU Produkt-Code  ./. http://www.wingis-online.de/wingisonline/

Gütezeichen RAL-GZ

 - http://www.ral.de/
natureplus-Qualitätszeichen  - http://www.natureplus.org/
Nordischer Schwan  +  http://www.svanen.se
Zeichen / Labels aus Programmen für spezielle Produktgruppen:
FSC-Siegel  + http://www.fsc-deutschland.de/
PEFC + http://www.pefc.de
Emicode  - http://www.emicode.com/
GUT-Signet  ./. http://www.gut-ev.org/
+
Zeichen / Label für diese Produktgruppe vorhanden
-
Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./.
Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x
Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. betreibt ein Internet-Portal mit umfangreicher Label-Datenbank (www.label-online.de). Die Label werden dort beschrieben und anhand von Kriterien hinsichtlich Nachhaltigkeit (umweltgerecht, sozial verträglich, gesundheitlich unbedenklich) bewertet.

Umweltzeichen (Blauer Engel) / RAL-UZ 176 Emissionsarme Bodenbeläge, Paneele und Türen aus Holz und Holzwerkstoffen
Laminat-Bodenbeläge können sich für den Blauen Engel qualifizieren, wenn sie u.a. umweltfreundlich hergestellt, in der Wohnumwelt aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich sind und keine Schadstoffe enthalten, die bei der Verwertung stören. Der Einsatz von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft und von emissionsarmen Holzwerkstoffen wird gefördert. 
Die Vergabegrundlage RAL-UZ 176 wurde im Januar 2013 veröffentlicht und ersetzt die RAL-UZ 38 "Produkte aus Holz und Holzwerkstoffen". Bis alle Produkte überführt sind, werden die alte und die neue Vergabegrundlage nebeneinander bestehen.
Download der aktuellen Vergabegrundlagen

Europäisches Umweltzeichen
Das Europäische Umweltzeichen kennzeichnet Bodenbeläge aus Holz und Holzwerkstoffen, welches zu mindestens 70 % aus zertifizierten Wäldern bzw. zu mindestens 40 % aus Recyclingprozessen stammt. Problematische Inhaltsstoffe in Oberflächenmaterialien sind beschränkt oder verboten. Bezüglich Energiebedarf in der Herstellung werden Limits gesetzt.
Download der aktuellen Vergabegrundlage ⇒ Coverings ⇒ Wooden coverings

Nordischer Schwan / Nordic Ecolabel (Ecolabelling Sweden)
Bodenbeläge, welche mit dem Nordischen Schwan ausgezeichnet werden können, umfassen Holz-, Parket-, Laminat-, Linoleum und textile Bodenbeläge. Der Bodenbelag muss zu 50 % aus erneuerbaren Rohstoffen bestehen. Mindestens 30% des eingesetzten Holzes (im Jahresmittel) muss aus zertifizierten Wäldern stammen. Zudem werden Anforderungen an den Energiebedarf bei der Herstellung und an die Oberflächenbeschichtung gestellt.
Download der aktuellen Vergaberichtlinien für Bodenbeläge (Floor coverings) in englischer Sprache

Forest Stewardship Council (FSC)
Der Forest Stewardship Council (FSC) ist eine internationale nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation, die sich für eine umweltgerechte, sozialverträgliche und ökonomisch tragfähige Nutzung der Wälder auf der Erde einsetzt. Der FSC hat zehn verbindliche Prinzipien und 56 Kriterien für eine nachhaltige Forstwirtschaft festgelegt. Nationale Arbeitsgruppen passen diese Prinzipien und Kriterien an die regionalen Verhältnisse in Form von nationalen FSC-Standards an. Das FSC-Label kennzeichnet die Erzeugung des Rohstoffs Holz, aus dem das jeweilige Produkt gefertigt wurde und garantiert die lückenlose Verarbeitungskette.
Informationen ⇒ Forest Stewardship Council (FSC)

Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC)
PEFC basiert inhaltlich auf den Vereinbarungen, die durch die Europäischen Ministerkonferenzen zum Schutz der Wälder in Europa festgelegt wurden, und ist gegen Ende der 1990er Jahre vor allem aufgrund der Initiative von Vertretern der Forst- und Holzwirtschaft wie dem Deutschen Forstwirtschaftsrat gegründet worden. Nach dem Beitritt nicht-europäischer Mitglieder im Jahre 2002 wurde der ursprüngliche Name Pan European Forest Certification auf der siebten Generalversammlung des PEFC im Oktober 2003 in Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes geändert.

Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Programme_for_Endorsement_of_Forest_Certification_Schemes

Informationen ⇒ PEFC Deutschland

Umweltproduktdeklarationen

Für Produkte mit Umweltproduktdeklaration (Environmental Product Declaration, EPD) liegen umfassende Informationen zu wichtigen Umweltwirkungen wie z. B. Ressourcenverbrauch, globaler Treibhauseffekt, Ozonabbau oder Versauerung von Böden und Gewässern vor (genaue Erläuterungen siehe Lexikon und Textteil „Umweltproduktdeklarationen“). Diese bilden die Datengrundlage für die ökologische Gebäudebewertung.

Laminat-BodenbelägeStand
05/2013
Download
     
PCR-Dokument* +

PCR-Floor Coverings

PCR Textile, Elastische und Laminat-Bodenbeläge (EN 15804)

Branchen-EPD* + Direct Pressure Laminate Floor Covering (DPL Floor Covering)
High Pressure Laminate Floor Covering (HPL Floor Covering)
Printed Décor Laminate Floor Covering (PDL Floor Covering)
+
für diese Produktgruppe vorhanden
-
für diese Produktgruppe nicht vorhanden

*1 WECOBIS informiert produktneutral. Aus diesem Grund wird an dieser Stelle sofern vorhanden nur auf PCR-Dokumente (Produktgruppenregeln) und Branchen-EPDs verwiesen. Dies schließt nicht aus, dass für einzelne Produkte EPDs vorliegen können. Weitere Informationen und Downloads finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V..

*2 Das PCR-Dokument ist nach vorheriger Registrierung im IBU-Datenbanksystem (02 Bauprodukte / Bodenbeläge) abrufbar.

→ auch Lexikon Umweltproduktdeklaration

Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Ökobau.dat ist ein Baustein des Informationsportals Nachhaltiges Bauen in der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten und enthält Datensätze mit Umweltindikatoren von Bauprodukten. Die in der Ökobau.dat beschriebenen Umweltindikatoren bilden die Grundlage der im Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) vorgeschriebenen Berechnung von Ökobilanzen auf Gebäudeebene.
Der hierfür betrachtete Lebenszyklus eines Bauproduktes gliedert sich in die Herstellung und die Nachnutzungsphase. Die Bewertung basiert auf Indikatoren der

  • Sachbilanz / Input (PEIr, PEInr, Sekundärbrennstoffe, Wassernutzung)
  • Sachbilanz / Output (Abraum, Hausmüll/Gewerbeabfälle, Sonderabfälle)
  • Wirkbilanz (ADP, EP, ODP, POCP, GWP, AP)

Diese umfangreiche Sammlung verifizierter Daten steht unter http://www.nachhaltigesbauen.de/oekobaudat/ zur Ansicht zur Verfügung.
Datensätze zu Laminatböden siehe → 3.3.1-Laminat.xml
Download des gesamten Datensatzes unter →
Ökobau.dat

Datensatz-Bezeichnung

Für diese Produktgruppe verfügbare Informationen aus Ökobau.dat:

3.3.1-Laminat.xml

Laminat-Bodenbeläge
Laminat-Bodenbeläge

Technisches

Baustoffklasse nach DIN 4102-1

B1

Euroklasse nach DIN EN 13501-1

Cfl

Technische Regeln (DIN, EN)

DIN EN ISO 10874

Elastische, textile und Laminat-Bodenbeläge - Klassifizierung; Ausgabe 2012-04
DIN EN 13329

Laminatböden - Elemente mit einer Deckschicht auf Basis aminoplastischer, wärmehärtbarer Harze -
Spezifikationen, Anforderungen und Prüfverfahren;
Ausgabe 2009-01

DIN EN 14041

Elastische, textile und Laminat-Bodenbeläge - Wesentliche Eigenschaften; Ausgabe 2008-05

DIN EN 14978

Laminatböden - Elemente mit einer elektronenstrahlgehärteten Deckschicht auf Acryl-Basis -
Spezifikationen, Anforderungen und Prüfverfahren; Ausgabe 2006-09

Bauregelliste

Das Deutsche Institut für Bautechnik stellt in den Bauregellisten A, B und C die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten sowie bauaufsichtlich geregelte und nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten auf.
Nach Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder wird die Bauregelliste bekannt gegeben. Erwerb und weiterführende Informationen zu Bauregelliste und ihren Regelungsbereichen siehe unter → www.dibt.de
Eine Darstellung und Erläuterungen zur Klassifizierung von Bauprodukten siehe im Lexikon → Klassifizierung von Bauprodukten

Bauregelliste 2014/1, 7. März 2014:

  • B Teil 1, 1.18.1 Elastische, textile und Laminat-Bodenbeläge
  • C Teil 2 Bauprodukte für den Ausbau, 2.9 Bodenbeläge

Quellen

Branchen-EPDs

Pech, Anton; Pöhn, Christian: Bauphysik. Band 1 von Baukonstruktionen / Baukonstruktionen. Springer DE, 2004

 

Laminat-Bodenbeläge

Literaturtipps

Statistisches Bundesamt: Produktion im produzierendem Gewerbe 1996 - 1998, Bodenbeläge, Statistisches Bundesamt, 2000, Wiesbaden

EPLF: Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller e.V.
www.eplf.com und  www.mylaminate.eu

Umweltbundesamt: Umweltfreundliche Beschaffung
http://www.umweltbundesamt.de/produkte/beschaffung/

Umweltbundesamt: Formaldehydarme Produkte aus Holz/Holzwerkstoffen, Umweltbundesamt, 1988, Berlin

Intron-Institut, GKV+ ICDLI: HPL-Das Umweltprofil, Ergebnisse einer Lebenszyklusanalyse nach ISO (Draft) 14040 - 14043, Fachgruppe Dekorative Schichtstoffplatten im GKV, 1997-1999, Frankfurt a.M.

Perstorp Flooring AB: LCA of Laminate Floor, Perstorp Flooring AB, 1996, Trelleborg SE

Zellweger, C. et al: Schadstoffemissionsverhalten von Baustoffen. Methodik und Resultate, Bundesamt für Energiewirtschaft, 1995, Zürich

Bodenbeläge im Bürobau: Vergleich über 50 Jahre. KBOB/IPB-Empfehlung 2000/1, KBOB/IPB (Hrsg.), 2000. http://www.bbl.admin.ch/kbob/ „Publikationen“ –> „Empfehlungen Nachhaltiges Bauen“ > „Empfehlungen 1999 - 2003“, Bodenbeläge im Bürobau - Vergleich über 50 Jahre, Nr. 2000/1

Wege zum Gesunden Bauen, Holger König, Ökobuch-Verlag 1997;

Öko-Test Juli 2009
http://www.oekotest.de/cgi/ot/otgs.cgi?suchtext=Laminat&doc=93242

ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2006, Test Laminat, 09.01.2006
http://www.oekotest.de/cgi/at/hinfo.cgi?heftnr=J0602

Stiftung Warentest „Test" 5/2003 „Bodenbeläge“ S. 70-74

Stiftung Warentest „Test“ 5/2005 „Laminat und Fertigparkett“ S.66 -71

Mötzl, H., Bauer, B., et al.: Planungsleitfaden: Ökologische Baustoffauswahl, Interreg III A - Projekt Ökologisches Bauen und Beschaffen für Kommunen in der Bodensee-Region, IBO - Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie GmbH, 2007

Ergänzung der Bauregelliste A und der Bauregeliste B – Ausgabe 2008/3 – DIBt Mitteilungen 3/ 2009

Laminat-Bodenbeläge

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

Laminat-Bodenbeläge Zusammensetzung

Quellen: EPD für “Direct Pressure Laminate Floor Covering” (EPFL),

EPD for High Pressure Laminate Floor Covering (EPFL),

EPD für “Printed Décor Laminate Floor Covering” (EPFL)

Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Laminat-Bodenbeläge Rohstoffherkunft

Gewinnung der Primärrohstoffe

Die Trägerplatte ist eine HDF-Platte (Dichte ca. 890 kg/m3 ± 3 %) aus Holzfasern und wärmehärtbaren Harzen, hauptsächlich MUF (Melamin-Urea-Formaldehyd).

Der Hauptgrundstoff für die Produktion der verwendeten Papiere ist der nachwachsende Rohstoff Holz.

Bei den verwendeten Aminoplasten handelt es sich um Melamin-Urea-Formaldehydharze. Aminoplaste sind wärmehärtbare Harze, die unter Einsatz von Hitze und Druck ausgehärtet werden. Sie werden durch Kombination eines Aldehyds mit einer Verbindung, die eine Aminogruppe (-NH2) enthält, hergestellt.

Der mineralische Rohstoff für Korund ist Bauxit. Durch Verwendung von Al2O3 wird die Laminatdeckschicht abrieb- und scheuerfest.

Verfügbarkeit

Die biogenen Rohstoffe sind ausreichend verfügbar. Die Kunstharze, deren Gehalt in Laminatböden 15-20 % beträgt, werden aus fossilen, begrenzt verfügbaren Rohstoffen gewonnen.

Verwendung von Recyclingmaterialien / Produktionsabfällen

Die Holzfasern der HDL-Platte können auch aus Recyclingholz hergestellt werden.

Radioaktivität

Laminat-Bodenbeläge enthalten keine relevanten Rohstoffe mit radioaktiven Eigenschaften.

Landinanspruchnahme (Landuse)

Die Landinanspruchnahme für die Bereitstellung der biogenen Rohstoffe ist gering.

Quellen

http://bau-umwelt.de/download/C1a520724X13335d27c9dXYdb5/EPD_MWS_2011111_D.pdf

Laminat-Bodenbeläge

Herstellung

Prozesskette

Prozess-DPL-Laminat

1-stufiges Herstellungsverfahren für DPL Laminat

prozess hcpl laminat

2-stufiges Herstellungsverfahren für HPL und CPL Laminat

Herstellungsprozess

Bei der Herstellung von Laminatböden werden zwei unterschiedliche Verfahren angewandt:

  • Overlay (= Laufschicht)
  • Dekorpapier
  • Trägerplatte
  • Gegenzug

1. 1-stufiges Verfahren
    DPL-Laminatböden (Direct Pressure Laminat)

Bei diesem Verfahren werden die Trägerplatte, das Overlay und der Dekorfilm in einem Arbeitsgang miteinander verpresst. Dies geschieht bei einer Temperatur von ca. 200 °C und einem Pressdruck zwischen 20 und 65 bar. Die typische Dicke der Laminatschicht beträgt 0.2-0.4 mm.

  • HPL Schicht
  • Trägerplatte
  • Gegenzug

2. 2-stufiges Verfahren

In einem ersten Schritt wird das Laminat aus verschiedenen Kernpapieren, dem Dekorpapier und dem Overlay hergestellt. Die Dicke ist größer als beim DPL-Verfahren und liegt zwischen 0,4 und 1,1 mm.

a)  HPL-Laminat (High Pressure Laminat) wird plattenweise bei ca. 130 °C und einem Pressdruck von mindestens 70 bar hergestellt.
b) CPL-Laminat (Continuous Pressure Laminat) wird im Durchlaufverfahren hergestellt.
In einem zweiten Schritt wird das Laminat mit Klebstoff auf die Trägerplatte verpresst. Die Herstellung der einzelnen Komponenten (Laminat, Trägerplatte) und das Zusammenfügen zum fertigen Laminatboden können in den gleichen oder in verschiedenen Betrieben erfolgen.

Quelle der beiden linken Abbildungen: EPLF e.V. mit freundlicher Genehmigung

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMVBS liefern.

Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Live- Datensätze.
Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Im Kapitel Energieaufwand finden sich ggf. allgemeine Informationen zum Thema, die die Produktgruppe prägen.

Energieaufwand

Der Primärenergieinhalt des Laminatbodens (cradle to gate) setzt sich beispielsweise folgendermaßen zusammen:

  • 46 bis 61 % Herstellung des Holzwerkstoffs
  • 25 bis 37 % Herstellung des Laminats
  • 8 bis 12 % thermischer und elektischer Energieaufwand für die Produktion
  • 1 bis 3 % Verpackungsmaterial

Quelle: European Producers of Laminate Flooring e.V.: High Pressure Laminate Floor Covering (HPL Floor Covering). EPD-ELF-2009311-E. Institut Bauen und Umwelt e.V. (Hrsg). 11. August 2012

Charakteristische Emissionen

siehe Maßnahmen zum Umweltschutz

Maßnahmen Gesundheitsschutz

Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Arbeiter im Werk können mögliche Emissionen von Holzstaub oder VOC (aus dem Bindemittel oder der Beschichtung) erfordern. Es gilt das Regelwerk der Berufsgenossenschaften.

Maßnahmen Umweltschutz

Die produktionsbedingt entstehende Abluft wird entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen gereinigt; Emissionen liegen laut Branchen-EPD deutlich unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. 
Gebrauchtes Produktionswasser verdampft oder wird intern wieder aufbereitet und der Produktion wieder zugeführt.
Lärmintensive Anlagenteile, wie die Entrindung und Zerspanung, können durch bauliche Maßnahmen entsprechend gekapselt und somit verbesserter Schallschutz gewährleistet werden.

Transport

Durch den Einsatz von Holzwerkstoffen aus heimischer Waldbewirtschaftung werden die Transportwege kurz gehalten. Harze und Bindemittel sind dagegen oft nicht regional verfügbar, sondern werden von internationalen Lieferanten bezogen.

Laminat-Bodenbeläge

Verarbeitung

Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Laminatböden werden hauptsächlich schwimmend auf trittschalldämmenden Unterlagen leimfrei verlegt, üblich ist eine Klickverbindung. Eine Befestigung auf dem Untergrund erfolgt nicht.

Arbeitshygienische Risiken

Allgemeines

Hartholzstäube (z.B. von Buchen-  und  Eichenholz) können beim Menschen Krebs erzeugen (TRGS 906 "Verzeichnis krebserzeugender Tätigkeiten oder Verfahren nach § 3 Abs. 2 Nr. 3 GefStoffV"), der Staub sonstiger Hölzer ist als krebsverdächtig (krebserregend Kategorie 3) eingestuft (TRGS 905 "Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe". Schutzmaßnahmen einschließlich Wirksamkeitskontrolle bei allen Tätigkeiten, bei denen Holzstaub  entsteht, beschreibt die TRGS 553 "Holzstaub", Wegen der möglichen sensibilisierenden Wirkung bestimmter Holzstäube wird in der TRGS 553 außerdem auf die TRGS 401 „Gefährdung  durch Hautkontakt  - Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen“, TRGS 406 „Sensibilisierende Stoffe“ und die TRGS 907 „Verzeichnis sensibilisierender Stoffe“ verwiesen.

Duch die Verlegung vorgefertigter Elemente mit Klickverbindung treten bei der Verlegung von Laminatböden Holzstaubemissionen nur beim Zuschneiden einzelner Elemente an.

AGW-Werte

Nach dem derzeitigen Stand der Technik muss eine Konzentration für Holzstaub in der Luft am Arbeitsplatz (Schichtmittelwert) von 2 mg/m³ oder weniger eingehalten werden (TRGS 553).

REACH / CLP

Die REACH-Verordnung regelt die Herstellung, das Inverkehrbringen und den Umgang mit Industriechemikalien. Zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, dient die CLP-Verordnung (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen), um ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten.

Wird ein Produkt nicht als Stoff oder Gemisch, sondern als Erzeugnis eingestuft, ist kein Sicherheitsdatenblatt (SDB) erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Lediglich besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) müssen ausgewiesen werden.

Laminat-Bodenbeläge werden als Erzeugnis eingestuft. Aus diesem Grund ist kein Sicherheitsdatenblatt erforderlich und Gefahrstoffbezeichnungen entfallen. Besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) sind üblicherweise nicht enthalten.

Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU

Für Laminat-Bodenbeläge gibt es keine GISBAU-Einstufung.

GISBAU-Einstufung für Verlegewerkstoffe sind im Datenblatt „Bodenbeläge“ in der Rubrik „Einstufungen und Gesundheitsgefahren nach GISBAU“  zu finden, nähere Informationen unter http://www.wingis-online.de/wingisonline/GISCodes.aspx?GGID=1.

Emissionen

Arbeitshygienisch relevante Emissionen (VOC, SVOC, Holzstaub) treten allenfalls beim Verleimen oder Ablängen der Elemente auf.

Umweltrelevante Informationen

Der Energiebedarf für die Verarbeitung ist vernachlässigbar.

Transport

In Europa beträgt die durchschnittliche Transportdistanz eines DPL/PDL/HPL-Laminat-Bodenbelags zum Konsumenten ca. 250/500/1300 km.

Quelle: Branchen-EPDs

Laminat-Bodenbeläge

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken Neuzustand

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Bodenbeläge nach DIN EN 14041, die für die Verwendung in Aufenthaltsräumen in Deutschland vorgesehen sind, müssen zusätzlich zum CE-Zeichen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung aufweisen. Grundlage für die Erteilung dieser Zulassung ist aus Gründen des Gesundheits- und Umweltschutzes eine Emissionsprüfung zur quantitativen Bestimmung und Bewertung flüchtiger (VOC) und schwer flüchtiger (SVOC) Verbindungen auf Basis des AgBB-Bewertungsschemas. Durch eine vom DIBt anerkannte Prüfstelle wird die Überwachung und Kontrolle der Produktspezifikation gewährleistet und mit dem Testat „Ü“ (steht für Übereinstimmung) bestätigt.

Emissionen aus den Deckschichten von Laminatböden werden nur in geringem Umfang festgestellt. Früher waren aus Lamitnatböden Formaldehydemissionen in der Nähe des E1-Grenzwertes möglich. Darauf haben die Hersteller reagiert. Es gibt einige Produkte mit dem Blauen Engel (RAL-UZ 38).

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

Laminat-Bodenbeläge werden in Innenräumen angewandt.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

siehe Neuzustand

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Außenraum

siehe Neuzustand

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Brandfall

Im Brandfall werden die üblichen Brandgase (Kohlenmonoxid, Cyanwasserstoff und Ammoniak) freigesetzt.
Chlorwasserstoffe, Nitrose Gase, Stickoxide und Schwefeldioxide waren in einem Brandversuch von einem Laminatbodenbelag nicht feststellbar.

Wassereinwirkung

Es bestehen keine Umwelt- oder Gesundheitsrisiken im Schadensfall durch Wassereinwirkung.

Beständigkeit Nutzungszustand

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.
Datenbank als PDF

Laminat-Bodenbeläge fallen unter die Bauproduktgruppe Deckenbeläge (Code Nr. 352.711), für die eine Nutzungsdauer von 20 Jahren angegeben wird.

Laminatböden bestehen aus einer harten und strapazierfähigen, aber schlagempfindlichen Oberfläche. Sie sind glutbeständig (Zigarettenkippen) und mit Ausnahme von Wasser unempfindlich gegenüber den meisten Flüssigkeiten.

Instandhaltung

Grundsätzlich sollte das Reinigungskonzept an die Nutzung angepasst und Reinigungs- und Pflegeempfehlungen des Herstellers beachtet werden. Bei den Reinigungsmitteln ist die Ergiebigkeit zu berücksichtigen.

Der Unterhalt von Laminatböden ist einfach. Er erfolgt in den meisten Fällen durch Staubsaugen und/oder feuchtes Aufwischen. Verunreinigungen lassen sich mit einem feuchten Tuch, Lösemitteln oder speziellen Laminatreinigern entfernen. Eingetrocknete Schmutzreste können mit einem Kunststoffspachtel weggekratzt werden.

Schäden in der Oberfläche von Laminatböden können nicht durch eine Nachversiegelung oder eine andere Oberflächenbehandlung ausgebessert werden. Im Gegensatz zu Parkett, Holzdielen oder Holzpflaster kann die Oberfläche von Laminatböden nicht abgeschliffen werden. Kleine Schäden in der Oberfläche können mit Reparaturpasten ausgebessert werden. Bei größeren Beschädigungen der Oberflächen lassen sich dank der Klickverbindungen ganze Dielen austauschen. Bei Beschädigungen in der Mitte eines Raumes müssen allerdings mehrere Dielen vom Rand her aufgenommen werden.

Weitere Informationen: http://www.umweltbundesamt.de/produkte/beschaffung/gebaeudeinnenausstattung/bodenbelaege/hoelzerne_bodenbelaege

Laminat-Bodenbeläge

Nachnutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiko Rückbau

Beim Rückbau heute hergestellter Laminat-Bodenbeläge ist mit keinem besonderen Umwelt- oder Gesundheitsrisiko zu rechnen.

Wiederverwendung

Nur bei hoher Qualität des gesamten Laminatbodens und reversibler Befestigung (Klick-Laminat) ist eine Weiterverwendung möglich. Bei verklebtem Laminat ist eine zerstörungsfreie Trennung nicht möglich.

Stoffliche Verwertung

Die hoch verdichteten Faserplatten der Laminatböden lassen sich theoretisch stofflich verwerten. Eine Wiederverwertung der verwendeten Kunstharze (ca. 20%) ist nicht möglich.

Energetische Verwertung

Laminatböden haben einen ähnlich hohen Heizwert wie Holz (17-18 MJ/kg) und können energetisch verwertet werden. Dabei entstehen keine oder nur sehr geringe Mengen an problematischen Rückständen.

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Nach der aktuellen Gesetzgebung dürfen Bodenbeläge aus Laminat nicht mehr ohne Vorbehandlung abgelagert werden.

EAK-Abfallschlüssel

17

Bau- und Abbruchabfälle (einschließlich Aushub von verunreinigten Standorten)

17 02 01

Holz