Laminat-Bodenbeläge

Produktgruppeninformation

Begriffsdefinition

Es gibt drei unterschiedliche Arten von Laminatböden:

  1. Laminatböden mit Melaminharzoberfläche nach EN 13329
  2. Direkt bedruckte Laminatböden
  3. ESH Elektronenstrahlgehärtete Laminatböden

Hier wird schwerpunktmäßig der Part 1 nach EN 13329 behandelt.

Laminatböden bestehen aus einer Oberschicht (Laminat) mit einer oder mehreren dünnen Schichten aus einem Fasermaterial (hauptsächlich Papier) die mit wärmehärtenden Kunstharzen getränkt sind. Diese Schichten werden entweder als solche unter Wärme und Druck verpresst und auf eine Trägerplatte aus Holzwerkstoff (MDF, HDF, OSB, Spanplatte) verklebt (HPL {High Pressure Laminat}, CPL {Continuous Pressure Laminat}) oder direkt auf die Trägerplatte verpresst (DPL {Direct Pressure Laminat}). Das Produkt wird mit einem Gegenzug aus kunstharzgetränktem Papier, einem weiteren Laminat oder einem Furnier versehen. Das Erscheinungsbild des Laminatbodens wird durch ein Dekorpapier in der Laminatschicht bestimmt. Laminatböden kommen als Dielen in typischen Dicken zwischen 6 und 9 mm in den Handel.

Laminatböden gehören zu den neueren Entwicklungen im Bodenbelagsbereich. Sie werden seit rund 20 Jahren hergestellt und haben in den letzten Jahren, insbesondere im Heimwerkerbereich, ein stürmisches Wachstum (s. Tabelle Marktentwicklung) durchlaufen, das nach 2007 bedingt durch die wirtschaftliche Entwicklung leicht rückläufig ist.

Marktentwicklung Bodenbeläge Deutschland, Absatz in Mio. m²

  1990 1995 2000 2001 2002 2003 2004 2005
Tufting/Nadelvlies/Webware 290 311 266 269 273 256 249 248
PVC-Beläge 60 54 54 52 50 48 49 48
Keramik 62 72 72 73 74 72 70 72
Holz/Parkett 11 22 23 22 21 19 20 20
Laminat 0,5 12 45 54 59 63 84 88
Linoleum 9,5 13 15 15 16 10 9 9
Kork 1,5 3,5 5,5 5,7 6 6,3 6,6 6,5
Elastomer (Gummi) 4,5 6,5 6 6 7 7 7 6,5
Sonstige 4 5 5,5 6 6,5 5,5 4,4 6
Gesamt 443 499 492 503 513 487 499 504

Quelle: Statistisches Bundesamt, B2B, Interconsult, Intermarket, EPLF Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller e.V., Deutscher Kork-Verband e.V. (Siehe auch BAULINKS.de-BauNachrichten vom 8.3.2009)

Eine herausragende Eigenschaft von Laminatböden ist der Anteil erneuerbarer Rohstoffe (Holz, Papier), der bei ca. 80 % liegt. Es handelt sich dabei um Holz- und Papierfasern, die sehr stark weiterverarbeitet wurden. Die leimlosen Klicksysteme ermöglichen eine Verlegung des Bodens durch den Laien und sogar eine Wiederverwendung beim Umzug, die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten ergeben sich durch unterschiedlich bedruckbare Dekorpapiere. Bei größeren Beschädigungen der Oberflächen lassen sich dank der Klickverbindungen ganze Dielen austauschen. Bei Beschädigungen in der Mitte eines Raumes müssen allerdings mehrere Dielen vom Rand her aufgenommen werden. Kleinere partielle Reparaturen von Kratzern oder Beschädigungen sind mit speziellen Zubehörartikeln möglich.

Anwendungsbereiche (Besonderheiten)

Die Anwendungsbereiche von Laminatbodenbelägen werden nach DIN EN 685 in Beanspruchungsklassen unterteilt. Für die grün unterlegten Beanspruchungsklassen sind Produkte der entsprechenden Belagstypen erhältlich. Die Produkte sind mit den entsprechenden Ziffern gekennzeichnet. Die Beanspruchungsklasse ist vom Trägermaterial und der Beschaffenheit der Laufschicht des Bodens, des so genannten Overlays, abhängig.

Anwendungs-
bereich
Wohnbereiche
Gewerbebereiche
Industriebereiche
Beanspruchung
mäßig
normal
stark
mäßig
normal
stark
sehr stark
mäßig
normal
stark
Laminatböden
21
22
23
31
32
33
34
41
42
43

 

     = Produkte der entsprechenden Belagstypen erhältlich

Laminatböden werden sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich eingesetzt. Die Haupteinsatzbereiche von Bodenbelägen im gewerblichen Bereich sind der öffentliche Wohnungsbau (inkl. Sozialimmobilien und Büros) sowie Gastronomie und Ladenbau (Shops, Restaurants, Hotels). Typische Bereiche, in denen Laminatböden nicht eingesetzt werden sollten, sind Feucht- oder Nassräume wie Badezimmer, Duschräume, Waschküchen etc.

Hinweise für die ökologische Produktauswahl

Akustisch haben Laminatböden einen härteren Klang als Massivholzböden und sind nicht so trittelastisch, speziell wenn sie auf einem Estrich ohne besondere Unterlage verlegt werden. Abhilfe schaffen Laminatböden mit integrierter Trittschalldämmungoder entsprechende lose verlegte Trittschallunterlagen.

Das Material nimmt oberseitig im Gegensatz zu Holz keine Feuchtigkeit auf. Der Einsatz in Feucht- oder Nassräumen ist aufgrund einer möglichen Feuchteaufnahme im Kantenbereich, die mit Kantenquellungen einhergehen kann, nur in speziellen Ausführungsformen ratsam. Dazu gehören z.B. wasserfeste Trägermaterialien wie die PUR- oder PVC-Platte oder besondere Kantenprofile und -leime.

Inzwischen gibt es Laminatböden mit einem holzfunierbasierten Gegenzug. Diese nähern sich den Vollholzprodukten an. Da die Laufschicht von Laminatböden aus einem beschichteten Papier besteht, können diese an der Oberseite nicht abgeschliffen werden.

Im Unterschied zu anderen Bodenbelägen aus Holz und Holzwerkstoffen werden in Laminatböden Kunstharze wie z.B. Melaminharz verarbeitet, die synthetisch hergestellt werden. Der Anteil am Gesamtprodukt beträgt ca. 10%. Kunstharze belasten bei ihrer Herstellung die Umwelt und erfordern einen erhöhten Aufwand beim Recycling. Sie können aber durch Wasser zersetzt werden und sind damit biologisch abbaubar.

Im Gegensatz zu gewachsten oder geölten Parkettböden regulieren die versiegelten Oberflächen des Laminats das Raumklima nicht.

ÖKO-Test 7/2009 

Im ÖKO-Test Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren (2004) wurden die meisten Laminatböden mit »ausreichend«, bewertet. Gegenüber dem Test von vor fünf Jahren sind die 2009 erneut geprüften Laminatböden im Test von Juli 2009 weniger mit Schadstoffen belastet, zeigen aber immer noch Mängel im Praxistest.

Aufgeführte Schwächen sind laut ÖKO-Test:

  • Die elektrostatische Aufladung. Bei Laminatböden wurden Werte von 500 bis
    10.000 Volt gemessen. Naturmaterialien wie Holz, Kork, Linoleum oder Fliesen dagegen haben einen Wert von etwa 50 Volt. Für die hohe Aufladung bei Laminat ist die Deckschicht aus Melamin- oder Acrylharz verantwortlich. Laminatböden sind auf Wunsch mit antistatischer Oberflächenausführung erhältlich. In diesem Fall ist die Aufladung beim Begehen kleiner als 2.000 Volt.

  • Die Schlagfestigkeit. Den Kugelfalltest mit der erbsengroßen, kleinen Kugel steckten die geprüften Böden problemlos weg. Den Test mit der apfelgroßen, großen Kugel dagegen bestanden die meisten der geprüften Laminatböden nicht. Hier zeigten sich bei fast allen Böden Risse auf der Rückseite der Böden. Sehr wahrscheinlich ist, dass solche Laminatböden nach der Demontage nicht wieder zu verwenden sind.

  • Die Feuchtebeständigkeit. Wenngleich die geprüften Laminatböden im verlegten Zustand keine Höhenunterschiede zwischen den Dielen aufwiesen (falls doch, kann leicht Feuchtigkeit eindringen), quollen im Wasserbad doch eine ganze Reihe der Produkte auf. Nach 24 Stunden betrug die Dickenquellung rund 20 %, so dass die Böden nach den Vorgaben der Norm keiner Beanspruchungsklasse mehr entsprechen.

Stiftung Warentest 5/2005 (Laminat und Fertigparkett)

Aufgrund einer anderen Gewichtung der Untersuchungsparameter kam der Testvergleich zwischen Fertigparkett und Laminatböden bei der Stiftung Warentest von 2005 zu einer etwas anderen Beurteilung der Vergleichsergebnisse.

Ein wesentlicher Unterschied waren demnach die unterschiedlichen Oberflächenhärten der beiden Bodenbelagsarten: Gegenüber der natürlichen, empfindlichen Oberfläche bei Fertigparkett steht die strapazierfähige, pflegeleichte Oberfläche von Laminatböden. Diese ermöglicht es, dass Laminat auch in höher frequentierten Flurbereichen eingesetzt werden kann. Ansonsten können beide Beläge in Wohn- und Kinderzimmern verwendet werden, jedoch beide nicht in Feuchtbereichen. Wegen der besseren Wärmeleitfähigkeit ist Laminat besser für Fußbodenheizungen mit geringerer Vorlauftemperatur geeignet als die stärker wärmedämmenden Fertigparkettböden, die wiederum ohne Fußbodenheizung fußwärmer sind.

Die angegebene Festigkeitsklasse (= Beanspruchungsklasse), die es zur Hilfestellung bei der Auswahl von Laminatböden gibt, wurde bei 40% der untersuchten Böden nicht erreicht. Auch die Klickverbindungen waren bei 40% der untersuchten Produkte nicht befriedigend. Fast ein Drittel der Laminatböden stellten sich als nicht stuhlrollenfest heraus, weshalb das Gesamturteil in der Haltbarkeit auch nur mit ausreichend bewertet wurde. Demgegenüber stand nur ein einziger Fertigparkettboden, der als nicht stuhlrollenfest getestet wurde.

Besonders auffällig im Test war die Anfälligkeit von Laminatböden für elektrostatische Aufladung, die dreimal höher ist als die von einem normalen Menschen spürbare Aufladung. Empfindliche elektronische Geräte, z.B. Computer, können durch solch hohe Spannungen beim Berühren sogar beschädigt werden. Insbesondere wegen dieser elektrostatischen Aufladung wurden die Laminatböden in der Kategorie Gesundheit und Umwelt deutlich schlechter bewertet als Fertigparkettböden. Die Formaldehydemissionen wurden bei Fertigparkett und Laminatböden gleich gut bewertet und unterschreiten die zugelassenen
E1-Grenzwerte um mindestens die Hälfte.

Im Gesamturteil unterschieden sich die Hersteller bei der von Stiftung Warentest zugrunde gelegten Gewichtung der Kriterien nur noch relativ wenig von den Tests der vergangenen Jahre, die deutlichere Unterschiede zeigten. Der Kostenvergleich dagegen verschob sich in Richtung Laminatböden. Einzelne Aspekte der Beurteilung zeigen allerdings auch weiterhin deutliche Unterschiede. Daher ist es sinnvoll, die angebotenen Produkte mit ihren Eigenschaften genau zu überprüfen, um für den jeweiligen anvisierten Zweck das am besten geeignete Preis/Leistungsverhältnis zu erzielen.

Alternativen

Vollholzparkett, Parkett aus Bambus, Holzpflaster, Holzdielenböden oder Glattbeläge aus Kunststoffen oder Linoleum sowie Textile Beläge aus Chemiefasern oder Naturfasern. Schließlich könnten auch in gewissen Einsatzbereichen Naturstein- oder Kunststein-Bodenbeläge verwendet werden, die allerding in vielen Eigenschaften deutlich von denen der zuvor genannten Produktgruppen abweichen.

Laminat-Bodenbeläge
Laminat-Bodenbeläge

Planungs- und Ausschreibungshilfen

Grundsätzliches

Diese Seite befindet sich in Bearbeitung. Inhalte sind noch nicht bauproduktgruppenspezifisch aufgearbeitet.

WECOBIS informiert produktneutral. An dieser Stelle soll der Nutzer jedoch eine Hilfestellung dazu erhalten, ob sich Produkte innerhalb einer Produktgruppe gegenüber anderen hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz auszeichnen.
Damit wird keine Aussage über die technischen Einsatzmöglichkeiten der jeweiligen Produkte getroffen.

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) / Kriterium 1.1.6

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) steht ein zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes ganzheitliches quantitatives Bewertungsverfahren zur Verfügung.

Das BNB zeichnet sich durch einen Kriterienkatalog aus, nach dem Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten, sowie den technischen und prozessualen Aspekten bewertet werden. (detaillierte Informationen siehe www.nachhaltigesbauen.de).

Das Kriterium 1.1.6 befasst sich dabei mit den Risiken für die lokale Umwelt.

Hinweis:
Eine abschließende Beurteilung im Rahmen des Bewertungssystems und des genannten Kriteriums erfolgt jedoch grundsätzlich in Abhängigkeit weiterer baulicher Gegebenheiten (z.B. eingebaute Menge).

UBA-Ausschreibungsempfehlungen

Auf den Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) findet sich der „Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung“, u.a. mit Informationen und Ausschreibungsempfehlungen zu einzelnen Bauproduktgruppen.

Zeichen / Labels zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz (z.B. Blauer Engel, Giscode)

Unter dem Reiter Umweltdeklarationen finden sich eine Übersichtstabelle, weiterführende Informationen und Links zu Zeichen und Labels, die diese Produktgruppe betreffen können. Auch damit lassen sich Unterschiede von Produkten innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsrelevanz feststellen.

Materialökologische Vorgaben

In einigen Städten oder Regionen gibt es materialökologische Vorgaben, die bei Projekten der öffentlichen Hand in Planung und Ausschreibung berücksichtigt werden müssen. Künftig sollen an dieser Stelle Hinweise auf solche mögliche Vorgaben oder Kriterien innerhalb der jeweiligen Produktgruppe erfolgen. Eine diesbezügliche Ergänzung ist für das 1. Halbjahr 2014 geplant.

TIPP: Die Plattform baubook (www.baubook.info/oea) bietet eine Sammlung von Kriterien, die derzeit vor allem in Österreich für die ökologische Ausschreibung verwendet werden (u.a „ÖkoKauf Wien“, Vorarlberger Servicepakt „Nachhaltig: Bauen in der Gemeinde“). In vielen Fällen können die Nachweise über den Blauen Engel, das Österreichische Umweltzeichen, das natureplus Qualitätszeichen (s. auch Reiter Zeichen & Deklarationen) oder das Sicherheitsdatenblatt erfolgen. Der Besuch der Website ist daher auch für Nutzer in Deutschland sehr interessant und die Verwendung der Kriterien auch in Deutschland möglich

Laminat-Bodenbeläge

Umweltdeklarationen

Zeichen und Labels zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz

Laminat-Bodenbeläge

Stand
10/2008

Internet-Adresse
     
Umweltzeichen (Blauer Engel) + http://www.blauer-engel.de/
EU-Umweltzeichen (Blume)  - http://www.eco-label.com/
Österreichisches Umweltzeichen  - http://www.umweltzeichen.at/
GISBAU Produkt-Code  - http://www.wingis-online.de/wingisonline/

Gütezeichen RAL-GZ

 - http://www.ral.de/
natureplus-Qualitätszeichen  - http://www.natureplus.org/
Nordischer Schwan  +  www.swanen.nu
Zeichen / Labels aus Programmen für spezielle Produktgruppen:
FSC-Siegel  + http://www.fsc-deutschland.de/
Emicode  - http://www.emicode.com/
GUT-Signet  ./. http://www.gut-ev.org/
 Certified European Laminate Quality (CELQ)  +  http://www.celq.net/de/index.html

 

+ Zeichen / Label für diese Produktgruppe vorhanden
- Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht vorhanden
./. Zeichen / Label für diese Produktgruppe nicht relevant
x Produkte aus dieser Produktgruppe können die Kriterien des Zeichens/Labels definitionsgemäß nicht erfüllen

Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. betreibt ein Internet-Portal mit umfangreicher Label-Datenbank (www.label-online.de). Die Label werden dort beschrieben und anhand von Kriterien hinsichtlich Nachhaltigkeit (umweltgerecht, sozial verträglich, gesundheitlich unbedenklich) bewertet.

Blauer Engel RAL-UZ 38

Emissionsarme Produkte aus Holz und Holzwerkstoffen zur Nutzung in Innenräumen.

In den Geltungsbereich eingeschlossen sind Böden mit lackierter Oberfläche, Laminatböden, Fertigparkett, Linoleum auf Holzmehl - Basis), die überwiegend, d.h. zu mehr als 50 Vol-%, aus Holz, Holzmehl und/oder Holzwerkstoffen (Spanplatten, Tischlerplatten, Faserplatten, Furnierplatten, jeweils unbeschichtet oder beschichtet) hergestellt werden.

Der gesamte Lebensweg von Produkten aus Holz und Holzwerkstoffen wird unter Berücksichtigung ökologischer und gesundheitlicher Aspekte betrachtet. Dies beinhaltet die Rohstoffe, die Produktion und Verwertungsmöglichkeiten. Bodenbeläge aus Holz und Holzwerkstoffen, die mit dem Blauen Engel RAL-UZ 38 gekennzeichnet sind, erfüllen die Anforderungen des Zeichens an die Begrenzung von Emissionen und gefährlichen Inhaltsstoffen, an die Gebrauchstauglichkeit sowie an die Produktverpackungen.

Das RAL-UZ 38 vom April 2002 (weil emissionsarm) ersetzt das zuvor gültige RAL-UZ 38 (weil formaldehydarm) das zum 31.12.2000 ausgelaufen ist. Das neue Umweltzeichen stellt strengere Anforderungen und verbindet gesundheitliche und ökologische Kriterien. Die Freisetzung von Schadstoffen wie Lösemitteln, Formaldehyd und Weichmachern ist begrenzt.

Die vollständige Vergabegrundlage für das Umweltzeichen RAL-UZ 38 zum download:
http://www.blauer-engel.de/de/produkte_marken/vergabegrundlage.php?id=55

Nordischer Schwan
Bodenbeläge (Floor coverings)

Anforderungen:
Beachtung von Umwelteinflüssen, die das Produkt während seines gesamten Produktlebenszykluses verursachen kann.

Standards in Qualität und Leistung, d.h. das Produkt darf die Umwelt genauso gering belasten wie vergleichbare Produkte auf dem Markt.

Alle Kriterien werden regelmäßig überprüft und aktualisiert. So wird sichergestellt, dass die Produkte mit dem Swan-Label den neuesten Umweltschutzbedingungen genügen (Labelvergabe auf 3 Jahre Dauer).

Die Vergabegrundlage (29) Version 4.0 vom 7. Dezember 2006 ist gültig bis 31.12.2010 und kann unter (Floorings)
http://www.svanen.nu/Default.aspx?tabName=CriteriaDetailEng&menuItemID=7082&pgr=29
auch in englischer Sprache herunter geladen werden.

Der Forest Stewardship Council (FSC) ist eine internationale nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation, die sich für eine umweltgerechte, sozialverträgliche und ökonomisch tragfähige Nutzung der Wälder auf der Erde einsetzt. Die Organisation wird weltweit von Umweltorganisationen, Gewerkschaften, Interessensvertretern indigener Völker sowie zahlreichen Unternehmen aus der Forst- und Holzwirtschaft unterstützt. Die FSC-Zertifizierung des eingesetzten Holzes oder Holzwerkstoffes ist Bestandteil der Vergabegrundlage des Blauen Engels. Auch gleichwertige Zertifizierungssysteme (z. B. PEFC) werden anerkannt.

Der FSC hat zehn verbindliche Prinzipien und 56 Kriterien für eine nachhaltige Forstwirtschaft festgelegt. Sie berücksichtigen soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte. Nationale Arbeitsgruppen passen diese Prinzipien und Kriterien an die regionalen Verhältnisse in Form von nationalen FSC-Standards an. Das FSC-Label kennzeichnet die Erzeugung des Rohstoffs Holz, aus dem das jeweilige Produkt gefertigt wurde und garantiert die lückenlose Verarbeitungskette.

Umweltproduktdeklarationen

Laminat-BodenbelägeStand
10/2008
Internet-Adresse
     
PCR-Dokument* + http://bau-umwelt.de/
Branchen-EPD* + http://bau-umwelt.de/

 

+ für diese Produktgruppe vorhanden
- für diese Produktgruppe nicht vorhanden

* WECOBIS informiert produktneutral. Aus diesem Grund wird an dieser Stelle sofern vorhanden nur auf PCR-Dokumente (Produktgruppenregeln) und Branchen-EPDs verwiesen. Dies schließt nicht aus, dass für einzelne Produkte EPDs vorliegen können. Weitere Informationen und Downloads finden sich z.B. auf den Seiten des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V.. → auch Lexikon Umweltproduktdeklaration

  • PCR - Floor Coverings; Product Category Rules:
    Environmental Product Declarations
    Harmonised Rules for Textile, Laminate and Resilient Floor Coverings
  • EPD - Bodenbeläge

Für Produkte mit Umweltproduktdeklaration (Environmental Product Declaration, EPD) liegen umfassende Informationen zu wichtigen Umweltwirkungen wie z. B. Ressourcenverbrauch, globaler Treibhauseffekt, Ozonabbau oder Versauerung von Böden und Gewässern vor (genaue Erläuterungen siehe Lexikon und Textteil „Umweltproduktdeklarationen“). Diese bilden die Datengrundlage für die ökologische Gebäudebewertung.

Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Ökobau.dat ist ein Baustein des Informationsportals Nachhaltiges Bauen in der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten und enthält Datensätze mit Umweltindikatoren von Bauprodukten. Die in der Ökobau.dat beschriebenen Umweltindikatoren bilden die Grundlage der im Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) vorgeschriebenen Berechnung von Ökobilanzen auf Gebäudeebene.

Der hierfür betrachtete Lebenszyklus eines Bauproduktes gliedert sich in die Herstellung und die Nachnutzungsphase. Die Bewertung basiert auf Indikatoren der

  • Sachbilanz / Input (PEIr, PEInr, Sekundärbrennstoffe, Wassernutzung)
  • Sachbilanz / Output (Abraum, Hausmüll/Gewerbeabfälle, Sonderabfälle)
  • Wirkbilanz (ADP, EP, ODP, POCP, GWP, AP)

Diese umfangreiche Sammlung verifizierter Daten steht unter http://www.nachhaltigesbauen.de/oekobaudat/ zur Ansicht zur Verfügung.

Download des gesamten Datensatzes unter → Ökobau.dat

Datensatz-Bezeichnung

Für diese Produktgruppe verfügbare Informationen aus Ökobau.dat:

3.3.1-Laminat.xml

Laminat-Bodenbeläge
Laminat-Bodenbeläge

Technisches

Technische Daten

  • Rohdichte ρ[kg/m3] von 850.0 bis 1100.0
  • Baustoffklasse nach DIN 4102-1 B1 (schwer entflammbar)

Baustoffklasse nach DIN 4102-1

B1 (schwer entflammbar)

Technische Regeln (DIN, EN)

Nach der europäischen Norm EN 13329 werden die Laminatböden in verschiedene Beanspruchungsklassen eingeteilt. Es gibt drei Klassen im privaten Bereich (21-23) und vier Klassen im gewerblichen Bereich (31-34). Klasse 21 etwa ist nur für Schlafzimmer geeignet, Klasse 23 für Flur und Wohnzimmer. Mit Klasse 31 können im gewerblichen Bereich auch Hotelzimmer und Kleinbüros ausgestattet werden. Die höchste Wohnklasse 23 und die niedrigste Gewerbeklasse 31 beinhalten in etwa die gleichen Anforderungen. Die Prüfungen nach EN 13329 umfassen unter anderem die Beständigkeit gegen Abrieb, Stoßbeanspruchung, Unempfindlichkeit gegen Flecken, Stuhlrollenfestigkeit und das Verschieben von Möbeln.

DIN EN 438-1/2
Dekorative Hochdruck-Schichtpressstoffplatten (HPL), Platten auf Basis härtbarer Harze: Spezifikation/Bestimmung der Eigenschaften
DIN EN 438-1/A1
Dekorative Hochdruck-Schichtpressstoffplatten (HPL), Platten auf Basis härtbarer Harze: Dekorativer Schichtpressstoff für Fußböden (Norm Entwurf)
DIN EN 425 Elastische Bodenbeläge und Laminatböden - Stuhlrollenversuch; Deutsche Fassung EN 425:2002
DIN EN 685 Elastische, textile und Laminat-Bodenbeläge - Klassifizierung; Deutsche Fassung EN 685:2007
DIN EN 1331
Dekorative Endlos-Laminate (CPL) auf Basis härtbarer Harze (Norm Entwurf)
DIN EN 13329
Laminatböden: Spezifikationen, Anforderungen und Prüfverfahren
 DIN EN 13329 Laminatböden - Elemente mit einer Deckschicht auf Basis aminoplastischer, wärmehärtbarer Harze - Spezifikationen, Anforderungen und Prüfverfahren; Deutsche Fassung EN 13329:2006+A1:2008
DIN EN 14978 Laminatböden - Elemente mit einer elektronenstrahlgehärteten Deckschicht auf Acryl-Basis - Spezifikationen, Anforderungen und Prüfverfahren; Deutsche Fassung EN 14978:2006
DIN EN 15052 Elastische, textile Bodenbeläge und Laminatböden - Bewertung und Anforderungen an Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC); Deutsche Fassung prEN 15052:2004
DIN EN 15468 Laminatböden - Direktbedruckte Elemente mit Kunstharz-Deckschicht - Spezifikationen, Anforderungen und Prüfverfahren; Deutsche Fassung EN 15468:2007
ISO 24334 Laminatböden - Bestimmung der Verbindungsfestigkeit bei mechanisch verbundenen Elementen; Norm 2006-03
ISO 24335 Laminatböden - Bestimmung der Stoßfestigkeit; Norm 2006-03
ISO 24336 Laminatböden - Bestimmung der Dickenquellung nach Wasserlagerung; Norm 2005-03
ISO 24337 Laminatböden - Bestimmung der geometrischen Eigenschaften; Norm 2006-08
ISO 24337 Laminatböden - Bestimmung der Beständigkeit gegen Abrieb; Norm 2006-04
ISO 25620 Laminatböden - Bestimmung der Längskantenreibung von mechanisch verbundenen Elementen; Norm 2008-07

Bauregelliste

Das Deutsche Institut für Bautechnik stellt in den Bauregellisten A, B und C die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten sowie bauaufsichtlich geregelte und nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten auf. Nach Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder wird die Bauregelliste bekannt gegeben. Erwerb und weiterführende Informationen zu Bauregelliste und ihren Regelungsbereichen siehe unter → www.dibt.de
Eine Darstellung und Erläuterungen zur Klassifizierung von Bauprodukten siehe im Lexikon → Klassifizierung von Bauprodukten

  • Bauregelliste A Teil 2 lfd. Nr. 2.10.3 (DIBt-Mitteilungen 3/2009) bzw.
  • Bauregelliste B Teil 1 lfd. Nr. 1.18.1 (Quelle: DIBt, Misch 11/07)
Laminat-Bodenbeläge

Literaturtipps

Statistisches Bundesamt: Produktion im produzierendem Gewerbe 1996 - 1998, Bodenbeläge, Statistisches Bundesamt, 2000, Wiesbaden

EPLF: Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller e.V.
www.eplf.com und  www.mylaminate.eu

Umweltbundesamt: Umweltfreundliche Beschaffung
http://www.umweltbundesamt.de/produkte/beschaffung/

Umweltbundesamt: Formaldehydarme Produkte aus Holz/Holzwerkstoffen, Umweltbundesamt, 1988, Berlin

Intron-Institut, GKV+ ICDLI: HPL-Das Umweltprofil, Ergebnisse einer Lebenszyklusanalyse nach ISO (Draft) 14040 - 14043, Fachgruppe Dekorative Schichtstoffplatten im GKV, 1997-1999, Frankfurt a.M.

Perstorp Flooring AB: LCA of Laminate Floor, Perstorp Flooring AB, 1996, Trelleborg SE

Zellweger, C. et al: Schadstoffemissionsverhalten von Baustoffen. Methodik und Resultate, Bundesamt für Energiewirtschaft, 1995, Zürich

Bodenbeläge im Bürobau: Vergleich über 50 Jahre. KBOB/IPB-Empfehlung 2000/1, KBOB/IPB (Hrsg.), 2000. http://www.bbl.admin.ch/kbob/ „Publikationen“ –> „Empfehlungen Nachhaltiges Bauen“ > „Empfehlungen 1999 - 2003“, Bodenbeläge im Bürobau - Vergleich über 50 Jahre, Nr. 2000/1

Wege zum Gesunden Bauen, Holger König, Ökobuch-Verlag 1997;

Öko-Test Juli 2009
http://www.oekotest.de/cgi/ot/otgs.cgi?suchtext=Laminat&doc=93242

ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2006, Test Laminat, 09.01.2006
http://www.oekotest.de/cgi/at/hinfo.cgi?heftnr=J0602

Stiftung Warentest „Test" 5/2003 „Bodenbeläge“ S. 70-74

Stiftung Warentest „Test“ 5/2005 „Laminat und Fertigparkett“ S.66 -71

Mötzl, H., Bauer, B., et al.: Planungsleitfaden: Ökologische Baustoffauswahl, Interreg III A - Projekt Ökologisches Bauen und Beschaffen für Kommunen in der Bodensee-Region, IBO - Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie GmbH, 2007

Ergänzung der Bauregelliste A und der Bauregeliste B – Ausgabe 2008/3 – DIBt Mitteilungen 3/ 2009

Laminat-Bodenbeläge

Rohstoffe / Ausgangsstoffe

Hauptbestandteile

 
DPL auf HDF-Platte/
Papiergegenzug
HPL auf HDF-Platte/
HPL-Gegenzug
Hauptbestandteile
nach Rohstoffherkunft
70-73 % Holz
8-11 % Papier
18-19 % Kunstharz
60-62 % Holz
16-18 % Papier
16-21 % Kunstharz
gebräuchliche
Oberflächenbehandlungen
keine
keine
Laminat-Bodenbeläge

Herstellung

Prozesskette

Prozess-DPL-Laminat

Herstellungsprozess

  • Overlay (= Laufschicht)
  • Dekorpapier
  • Trägerplatte
  • Gegenzug

Bei der Herstellung von Laminatböden werden zwei unterschiedliche Verfahren angewandt:

1. 1-stufiges Verfahren
    DPL-Laminatböden (Direct Pressure Laminat),
    Herstellungsprozess s. Grafik oben

Bei diesem Verfahren werden die Trägerplatte, das Overlay und der Dekorfilm in einem Arbeitsgang miteinander verpresst. Dies geschieht bei einer Temperatur von ca. 200 °C und einem Pressdruck zwischen 20 und 65 bar. Die typische Dicke der Laminatschicht beträgt 0.2-0.4 mm.

  • HPL Schicht
  • Trägerplatte
  • Gegenzug
Quelle der beiden linken Abbildungen: EPLF e.V.
mit freundlicher Genehmigung

2. 2-stufiges Verfahren
    [Herstellungsprozess s. Abb. 4 (unten)]

In einem ersten Schritt wird das Laminat aus verschiedenen Kernpapieren, dem Dekorpapier und dem Overlay hergestellt. Die Dicke ist größer als beim DPL-Verfahren und liegt zwischen 0,4 und 1,1 mm.

a)  HPL-Laminat (High Pressure Laminat) wird plattenweise bei ca. 130 °C und einem Pressdruck von mindestens 70 bar hergestellt.
b) CPL-Laminat (Continuous Pressure Laminat) wird im Durchlaufverfahren hergestellt.

In einem zweiten Schritt wird das Laminat mit Klebstoff auf die Trägerplatte verpresst. Die Herstellung der einzelnen Komponenten (Laminat, Trägerplatte) und das Zusammenfügen zum fertigen Laminatboden können in den gleichen oder in verschiedenen Betrieben erfolgen.

Abb. 4: 2-stufiges Herstellungsverfahren für HPL und CPL Laminat

Umweltindikatoren / Herstellung

Einheitliche Werte zu Umweltindikatoren in WECOBIS soll zukünftig ausschließlich die Datenbank Ökobau.dat des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des BMVBS liefern.

Die Ökobau.dat stellt Umweltprofile für Bauprodukte bereit, die als erforderliche Datengrundlage für die Lebenszyklusanalyse eingesetzt werden. Für Bauprodukte gibt es Herstellungs- und End-of-Live- Datensätze.

Weiterführende Informationen zur Ökobau.dat im Zusammenhang mit dieser Produktgruppe finden sich in WECOBIS unter Fachinformationen / Reiter Umweltdeklarationen → Ökobau.dat / Umweltindikatoren

Da in der Herstellung von Bauprodukten ein großer Anteil der verursachten Umweltbelastungen auf den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieträgern zurückzuführen ist, stellt die Graue Energie (kumulierter Primärenergieaufwand nicht erneuerbar) dafür einen guten Indikator dar.

Im Kapitel Energieaufwand finden sich ggf. allgemeine Informationen zum Thema, die die Produktgruppe prägen.

Energieaufwand

Für diese Produktgruppe verfügbare Informationen aus Ökobau.dat:
  3.3.1-Laminat.xml
Laminat-Bodenbeläge

Verarbeitung

Technische Hinweise / Verarbeitungsempfehlungen

Befestigungsarten

Laminatböden werden hauptsächlich schwimmend auf trittschalldämmenden Unterlagen leimfrei verlegt, üblich ist eine Klickverbindung. Eine Befestigung auf dem Untergrund erfolgt nicht.

Arbeitshygienische Risiken

Sonstiges / produktgruppenspezifisch

Das Verarbeiten von Laminatböden auf der Baustelle ist im Allgemeinen nicht mit arbeitshygienischen Risiken verbunden. Solche bestehen allenfalls bei der Verwendung von Klebstoffen für die Verlegung. Bei Zuschnittarbeiten ist ein Feinstaubgrenzwert von 2 mg/m³ einzuhalten.

Umweltrelevante Informationen

Sonstiges / produktgruppenspezifisch

Weitere Informationen zu Risiken und Schutzmaßnahmen → Stoff-/Produktgruppen GISBAU
(→ Bodenbeläge) sowie die TRGS 610 (Ersatzstoffe für stark lösemittelhaltige Vorstriche und Ersatzverfahren und Klebstoffe für den Bodenbereich).

Laminat-Bodenbeläge

Nutzung

Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung

Schadstoffabgabe / Emissionen in den Innenraum

Emissionen aus den Deckschichten von Laminatböden werden nur in geringem Umfang festgestellt. Früher waren aus dem gesamten Bodenbelag aus Trägermaterial und Deckschicht Formaldehydemissionen in der Nähe des E1-Grenzwertes möglich. Darauf haben die Hersteller reagiert. Es gibt einige Produkte mit dem Blauen Engel (RAL-UZ 38). Je nach verwendetem Trägermaterial sind während der Nutzung Formaldehydemissionen möglich.

Laminatböden enthalten keine bekannten umweltrelevanten Bestandteile. Über die Flammschutzmittel in den Papierschichten liegen keine Informationen vor. Je nach verwendeten Klebstoffen können schwerflüchtige* Lösemittel und Lösevermittler enthalten sein.

* In der GefahrstoffVO werden Lösemittel nur bis zu einem bestimmten Siedepunkt als solche definiert

Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Schadensfall

Wassereinwirkung

Laminat ist an den Fugen empfindlich gegen Feuchtigkeit und kann durch Wassereinwirkung aufquellen. Deshalb muss eine Dauereinwirkung von Nässe auf jeden Fall vermieden werden.

Laminatböden sind bis auf die Varianten mit kunststoffbasierter Trägerplatte nicht zur Verwendung in Feuchträumen geeignet.

Beständigkeit Nutzungszustand

Laminatböden bestehen aus einer harten und strapazierfähigen, aber schlagempfindlichen Oberfläche. Sie sind glutbeständig (Zigarettenkippen) und mit Ausnahme von Wasser unempfindlich gegenüber den meisten Flüssigkeiten.

Unter der Rubrik Baustoff- und Gebäudedaten / Nutzungsdauern von Bauteilen findet sich auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen eine Datenbank mit Nutzungsdauerangaben von ausgewählten Bauteilen des Hochbaus für den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“.

Datenbank als PDF

Instandhaltung

Der Unterhalt von Laminatböden ist einfach. Er erfolgt in den meisten Fällen durch Staubsaugen und/oder feuchtes Aufwischen. Verunreinigungen lassen sich mit einem feuchten Tuch, Lösemitteln oder speziellen Laminatreinigern entfernen. Eingetrocknete Schmutzreste können mit einem Kunststoffspachtel weggekratzt werden.

Schäden in der Oberfläche von Laminatböden können nicht durch eine Nachversiegelung oder eine andere Oberflächenbehandlung ausgebessert werden. Im Gegensatz zu Parkett, Holzdielen oder Holzpflaster kann die Oberfläche von Laminatböden nicht abgeschliffen werden. Kleine Schäden in der Oberfläche können mit Reparaturpasten ausgebessert werden.

weitere Infos: http://www.umweltbundesamt.de/produkte/beschaffung/gebaeudeinnenausstattung/bodenbelaege/hoelzerne_bodenbelaege

Laminat-Bodenbeläge

Nachnutzung

Wiederverwendung

Nur bei hoher Qualität des gesamten Laminatbodens und reversibler Befestigung (Klick-Laminat) ist eine Weiterverwendung möglich. Bei älterem verklebtem Laminat ist eine zerstörungsfreie Trennung oft nicht möglich! 

Ansonsten kann Laminat nur durch thermische Verwertung bei hohen Temperaturen energetisch verwertet und mineralisiert werden.

Stoffliche Verwertung

Die hoch verdichteten Faserplatten der Laminatböden lassen sich stofflich verwerten. Eine Wiederverwertung der verwendeten Kunstharze (ca. 20%) ist nicht möglich.

Energetische Verwertung

Laminatböden haben einen ähnlichen Heizwert wie Holz (17-18 MJ/kg) und können energetisch verwertet werden. Dabei entstehen keine oder nur sehr geringe Mengen an problematischen Rückständen. Aufgrund des Energiegewinnes und der geringen Menge an Rückständen ist die Verbrennung von Laminatböden unproblematisch und der sinnvollste Entsorgungsweg.

Beseitigung / Verhalten auf der Deponie

Laminatböden sind keine besonders überwachungsbedürftigen Abfälle. Nach der TA-Siedlungsabfall dürfen Bodenbeläge aus Laminat nicht mehr ohne Mineralisation abgelagert werden.

Die Kunststoff-basierte Variante der Laminatböden kann einem stofflichen Recycling zugeführt werden.

EAK-Abfallschlüssel

17 02 01 Holz (Bau- und Abbruchabfälle)